JVC AX-700 - Ton nur einseitig

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JuggedHareBoy
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 03. Mrz 2020, 14:23
Moin zusammen,

da man mir hier schon zweimal geholfen hat, versuche ich es noch ein drittes Mal
Habe innerhalb der Familie einen defekten Verstärker (JVC AX-700) bekommen.

Dieser hat / hatte folgende Probleme:
- springende Lautstärke beim Einstellen der Lautstärke
- der linke Kanal ist "tot"

Die Lautstärke habe ich durch reinigen des Poti vermeintlich im Griff. Zumindest kann ich jetzt ohne Störung die Lautstärke einstellen.
Allerdings bekomme ich den Kanal nicht ans laufen, da bin ich technisch leider überfragt.

Folgende Fehlerquellen kann ich ausschließen:
- alle Eingänge (AUX, CD, Phono,...) funktionieren
- drehen des Chinch Kabels bringen keine Veränderung
- bei beiden Lautsprecherkanälen (Kanal A und Kanal B) funktioniert der rechte Kanal

D.h. für mich, ein Relais oder sonstiges ist Defekt. Aber ab hier komme ich leider nicht weiter...
Anbei noch ein paar Fotos, Reinigen muss ich den Verstärker noch
(Irgendwie funktioniert bei mir der "IMG" Upload nicht, daher leider nur ein Link zu Google Photos)
https://photos.app.goo.gl/ig37gdkPXV6zhciMA
CarlM.
Inventar
#2 erstellt: 03. Mrz 2020, 19:33
Moin,

leider gibt es für den JVC AX700 nur einen schlecht lesbaren Schaltplan und kein (gut lesbares) Service Manual.

Dieses Modell ist voll von mechanischen Schaltern, die natürlich verschmutzt oder defekt sein können.
Deshalb solltest Du alle Schalter - vor allem den für die Lautsprecherwahl - sehr häufig betätigen.

Zur strukturierten Fehlersuche:
1. Drücke die MONO-Taste ...
2. drücke die DIRECT- bzw. TONE-Taste ...
3. Schließe einen Kopfhörer an der KH-Buchse an.

1. und 2. grenzen den Fehler auf den Vorverstärker und die Klangregelstufe ein. Ergibt sich durch 1. und 2. keine Änderung und der Fehler ist bei allen Quellen vorhanden, dann kommen die Endstufe, das LS-Schutz-Relais und die LS-Wahlschalter in Betracht. Fehler im Wahlschalter werden durch den Kopfhörertest ermittelt. Ein Endstufenschaden ist eher unwahrscheinlich, weil dann die PROTECTION das Relais abschalten würde, was bei diesem Modell beide Kanäle betrifft.
JuggedHareBoy
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 04. Mrz 2020, 10:19
Klingt einleuchtend, habe direkt mal einen 6,3 auf 3,5mm Klinkenadapter bestellt =)
CarlM.
Inventar
#4 erstellt: 04. Mrz 2020, 12:03
... und was tut sich beim Drücken der MONO- bzw. TONE-Taste? Das geht ja auch ohne Klinkendapter
JuggedHareBoy
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 04. Mrz 2020, 18:37
Das drücken der Tone bzw. Mono Taste hat einen Einfluss bei den Lautsprechern und beim Kopfhörer. Getestet mit einem Stereo Test bei Youtube.

Der "tote" Kanal bleibt Tot, je nachdem ob ich auf Mono oder Stereo schalte bekomme ich entsprechend eine veränderte Ausgabe am funktionierenden Kanal.
CarlM.
Inventar
#6 erstellt: 04. Mrz 2020, 18:41
Okay. Dann liegt das Problem entweder in der Endstufe oder dem Relais oder dem Lautsprecherwahlschalter.
Ich bin gespannt, was der Kopfhörertest erbringt. Wenn der Fehler auch mit dem KH bleibt, ist es das Relais oder ein Endstufenschaden.
.. schaun mer mal ...
JuggedHareBoy
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 04. Mrz 2020, 21:33
Mit Kopfhörer identisches Ergebnis, hatte ich auch geschrieben. Bei Lautsprecher und Kopfhörer eben nur einseitig.
Wie kann man denn nun sinnvoll weiter testen?
CarlM.
Inventar
#8 erstellt: 04. Mrz 2020, 22:19
Sorry ... den KH-Test habe ich irgendwie übersehen.

Man muss nun zweigleisig vorgehen. Einerseits muss man die Endstufe prüfen und zum anderen muss man das Relais auslöten und dann prüfen.

Am besten, Du machst ein paar hoch aufgelöste Photos von dem Bereich und lädst sie hierher hoch.
Dann kan Dir präzise helfen. Z.B. kann man dann sehen, ob das Relais geöffnet werden kann etc.

BTW:
Was kannst Du und was hast Du an Ausrüstung im Bereich Elektronik-Reparatur?
JuggedHareBoy
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 04. Mrz 2020, 23:42
Irgendwie klappt das bei mir mit dem hochladen der Fotos nicht. Daher wieder (leider) nur als Album:
https://photos.app.goo.gl/SogBZzkTag3SjfLq5
Falls Fotos von anderen Bereichen wichtig sind, bitte sagen. Dann folgen die zeitnah. Ausbau der Platine ist auch nicht weiter wild.

Bin gelernter Mechatroniker, also Elektrik bekannt, aber nicht in diesem Bereich. Daher Standardwerkzeug bis auf Oszilloskop auch vorhanden. Löten ist auch kein Problem.

Der Baustein D610 (?) ist ein wenig locker. Scheint aber locker zu sein. Werde ich aber beim Ausbau der Platine mal genauer betrachten.
CarlM.
Inventar
#10 erstellt: 05. Mrz 2020, 00:31
Wie schon gesagt, die im Internet verfügbaren Schaltpläne sind sehr schlechte Kopien.
Als erstes solltest Du das Gerät reinigen. Ich nutze eine Pinsel und einen Staubsauger (um den aufgewirbelten Schmutz abzusaugen).

Ich würde dann zunächst einige Prüfungen bei gezogenem Netzstecker machen. Wenn das Gerät nicht zumindest über Nacht vom Netz war, solltest Du die großen Siebelkos über einen Lastwiderstand (z.B. 20 Ohm 10W) entladen.

Prüfen würde ich dann:
1. das Relais.
Es sieht so aus, als würde es sich oben öffnen lassen, indem man den Deckel mit einem Taschenmesser vorsichtig heraushebelt.
Wenn der Boden des Geräts abschraubbar ist, könntest Du das Gerät auf die Seite stellen, und den Übergangswiderstand zwischen den Kontakten messen, wenn das Relais per Hand betätigt wird. Der Wert soll unter 1 Ohm liegen. Allerdings ist ein Totalausfall eines Kanals erst bei sehr viel höheren Werten wahrscheinlich.
Wenn der Deckel des Relais nicht abgeht, musst Du es auslöten. Wenn Du eine geeignete Gleichspannungsquelle hast, kannst Du das Relais dann auch elektrisch betätigen und die Kontaktwiderstände messen.
2. die Endstufe
Ein erster Test wäre auch hier, bei gezogenem Netzstecker die Transistoren auf dem Kühlkörper zu prüfen. Ich halte allerdings einen Fehler an dieser Stelle für eher wenig wahrscheinlich, weil bei einem Kurzschluss die Schutzschaltung auslösen sollte.

Wenn Du Pech hast, ist das IC 551 bzw. 552 oder IC 301 (STK3102) defekt. Normalerweise misst man zur Diagnose die Spannungen an den Pins.
Da es aber ein Stereoverstärker ist und es zwei identische IC bzw. einen symmetrischen Aubau (STK3102) kann man zumindest einen Vortest mit dem Widerstandsmessgerät machen und jeweils die intakte mit der defekten Seite vergleichen.

Ach ja - fast vergessen - es gibt (soweit im Schaltplan erkennbar) einige Schutzwiderstände. Du solltest also auch die Widerstände - vor allem die mit kleinen Werten prüfen. Das sollte bei diesen Werten auf der Platine funktionieren.

Nun ja, ... ich hoffe, dass Du bereits beim Relais fündig wirst.
JuggedHareBoy
Schaut ab und zu mal vorbei
#11 erstellt: 06. Mrz 2020, 11:39
Hab das Relais mal ausgelötet und geöffnet.
Übergangen waren mit 0,2 und 2,5 Ohm sehr unterschiedlich. Gereinigt, danach hatten beide 0,2 Ohm. Hat aber noch nicht geholfen.
Jetzt fehlt mir die Zeit um die ICs zu testen.
Gibt es irgendwo eine Liste mit den Schutzwiderständen? Konnte nicht wirklich was finden...
CarlM.
Inventar
#12 erstellt: 06. Mrz 2020, 11:59

CarlM. (Beitrag #8) schrieb:

Am besten, Du machst ein paar hoch aufgelöste Photos von dem Bereich und lädst sie hierher hoch.
Dann kan Dir präzise helfen. Z.B. kann man dann sehen, ob das Relais geöffnet werden kann etc.


Ich zitiere mich einmal selbst. Sinnvoll helfen kann man in Anbetracht des schlecht lesbaren Schaltplans nur, wenn man gleichzeitig einen Blick auf die realen Bauteile werfen kann. Somit kannst Du durch die Photos (nach dem Reinigen) auch die Suche nach eventuellen Schutzwiderständen erleichtern.

Jetzt wo Du weisst, dass das Relais okay ist, könntest Du zur Sicherheit noch prüfen, ob die Strecke vom Relaisausgang bis zum Lautsprecheranschluss durchgängig ist. Kalte Lötstellen und Risse in Leiterbahnen kommen ja auch vor.

Zum Schaltplan ... da am Ende auch z.B. defekte Elkos nur durch Spannungsmessungen zu finden sind, würde ich den Planausschnitt der Endstufe ausdrucken, nachzeichnen und mit den zu erwartenden Spannungswerten versehen. Was nicht im Schaltplan steht oder zu entziffern ist, liefert ggf. das Datenblatt von IC.
JuggedHareBoy
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: 09. Mrz 2020, 09:43
Ja, durchmessen stellt technisch kein Problem dar.

Mein Problem ist halt eher, ich weiß nicht was und wo. Ich kenne mich in dem Bereich (Platinenaufbau, derartige Schaltungstechnik....) nicht wirklich aus. Daher komme ich leider gerade nicht wirklich weiter =)

Ich könnte alle Widerstände messen und mit dem Farbcode kontrollieren ob das passt. Wäre aber auch zu umständlich. Ich könnte auch den STK1302III messen, aber die Datenblätte die ich dazu finden konnte waren für mich nicht vollständig (ohne Bezeichnung / Zuordnung der Pins). Für nen 10er könnte man den aber auch einfach mal ersetzen.

Falls es hilft, das Album ist mit Fotos nach dem Reinigen ergänzt. Habs mit dem Teslanol T6 gereinigt und ein zweites Mal drüber gesprüht.
https://photos.app.goo.gl/SogBZzkTag3SjfLq5
CarlM.
Inventar
#14 erstellt: 09. Mrz 2020, 18:23
Okay. Zunächst eine Korrektur:
Die IC 551 und 552 heißen VC5022-2. Das Datenblatt gibt es hier:
http://www.radiorada...C5022-2_ETC.pdf.html

Dazu ggf. später mehr.

Zunächst solltest Du bei gezogenem Netzstecker einige Vortests machen:
1. Mit dem Diodentester kann man die vier auf den Kühlkörper geschraubten Transistoren prüfen. Da eine Seite okay ist, kann man rechts/links vergleichen.
2. Ebenso kann man die beiden Doppellastwiderstände überprüfen. Jeweils einen der beiden Kontakte auf der einen Seite über das Multimeter mit dem alleinstehenden Kontakt auf der anderen Seite verbinden. Der Widerstand soll jeweils kleiner als 1 Ohm sein (2x 0.22 Ohm). Im Fall eines Defekts sind die Wert nahezu unendlich.

Wenn diese Messungen keinen Fehler erbracht haben, muss man unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen die Spannungen im eingeschalteten Zustand messen. Auch hier gilt, dass man sehr gut immer die gleichen Messpunkte der linken mit der rechten Seite vergleichen kann.
Zur Messung wird die schwarze Messleitung mit dem Chassis verbunden und mit der roten Messspitze in der Schaltung gemessen.
Ich drucke mir zur Protokollierung einen Schaltplan aus und trage die Werte ein. Alternativ kann man sich vorab eine Tabelle anlegen mit den Bauteilbezeichnungen. Die Messspitze muss klein sein, damit die Gefahr des Berührens benachbarter Bauteile minimiert wird.
Man kann auch in den Schaltplan sehen und nach anderen Messpunkten suchen.
Ein Beispiel:
Der Emitter vom Transistor Q551 ist direkt verbunden mit R 559 und Pin9 von IC551. Man kann also an der richtigen Seite des Widerstands messen, wenn dies einfacher ist als am IC oder dem Transistor.
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