Counterpoint SA-220 "rebuild"

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-scope-
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 23. Jan 2008, 21:58
Hallo,

Die Counterpoint SA-22 bzw. 220 gehört zu den Endstufen, die ich immer schon mal haben wollte. Dummerweise sind davon nicht allzuviele (in Handarbeit) zusammengeschraubt worden, und die Firma ist auch seit Jahren bankrott.
Das Gerät arbeitet in Hybridtechnik, wobei die Spannungsverstärkung und Treiberstufe mit Röhren, und die Stromverstärkung mit alten, bereits abgekündigten FET im TO-3 Gehäuse bestückt ist.



Diese alten Endstufen sind für ihre Anfälligkeit ziemlich bekannt, und auch mein Gerät kam mit defekten FET bei mir an. Die Originalbeschaltung mit je 4x RFM10N15 und RFM10P15 pro Kanal VERLANGT eine ziemlich exakte Selektierung der Transistoren, da diese ohne Sourcewiderstände arbeiten. Eine Selektion der Bauteile schied aber schon wegen der hohen Kosten von etwa 20 € pro Transistor aus. Auch mögliche Vergleichstxpen wie der TO-3 Typ IRF240/9240 schieden ebenfalls aus Preisgründen aus.

VBE Multiplizierer,Kompensation des positiven Temperaturkoeffizienten der FET , sowie die Offsetkontrolle sind bereits vorhanden und mussten lediglich etwas angepasst werden. Das thermische Verhalten der von mir benutzten IRFP-240/9240 ist gutmütiger als das der Originale. Dazu kommen noch die 0,33 Ohm Sourcewiderstände, die zusätzlich für thermale Stabilität sorgen. Es ist allerdings eine gute Stunde nötig, um statische Verhältnisse zu erreichen. Aus 100 FET konnte ich die für meinen Aufbau benötigten 4 x 5 Stück problemlos ausselektieren. Ein Versuchsaufbau erreichte bereits brauchbare Ergebnisse.
Da die Ausgangsstufe (wie im Original) nicht mit in die Gegenkopplung einbezogen ist, darf man selbstverständlich keine "Mega-Dämpfungsfaktoren" erwarten. Allgemein sind mit dieser Hybridkonstruktion sowieso keine "Muster-Messwerte" zu erreichen. Mittlerweile habe ich eine der Ausgangsstufen komplett neu aufgebaut.



In einer Woche werde ich noch ein paar Messungen einstellen, und einen kurzen Hörbericht verfassen.
Denn bei einer Endstufe wie dieser DARF man sogar durch ihre "Unzulänglichkeiten" einen gewissen Eigenklang erwarten. Ob das aber wirklich so ist, muss sich noch zeigen.


[Beitrag von -scope- am 23. Jan 2008, 22:12 bearbeitet]
-scope-
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 25. Jan 2008, 16:47
Eine erste Inbetriebnahme (eines Kanals) brachte erwartungsgemäße Ergebnisse.
Thermische stabilität ist (zum Glück ;)) besser als erwartet. Bereits nach 30 Minuten ist ein statischer Zustand bei rund 45 Grad KK-Temperatur erreicht. Mit moderater Last wurden 55 Grad bisher noch nicht überschritten.



Die Verzerrungen liegen in etwa den Größenordnungen, die auch das Original hatte. Es ist vorwiegend K2 und etwas K3
(bei 2,8V/4 ohm)







Die Verzerrungen nehmen mit der Leistung etwas zu. Unten 2,8V/4 ohm , oben 10V /4 Ohm
Über 0,3 % steigen sie aber auch bei 200 Watt nicht an. Das ist an 8 ohm knapp unter der Maximalleistung.





Die Ausgangsimpedanz ist erwartungsgemäß hoch. bei 1 KHz sind es etwa 0,12 ohm. Eine Messung über den gesamten Bereich steht noch aus.
Entsprechend ist das Verhalten am simulierten Lautsprecher


Von oben nach unten: 2,8V in 8ohm , 4ohm und am Simulierten LS.


Nicht unbedingt Musterwerte, aber das ist auch garnicht nötig. Auf die erste Hörsitzung an den Folien einer Gamma freue ich mich bereits.


[Beitrag von -scope- am 25. Jan 2008, 17:07 bearbeitet]
klausES
Inventar
#3 erstellt: 26. Jan 2008, 09:45
Hi,

die Kupferplatte (wie dick ?) zum decken der alten TO-3 Löcher und als Wärmeverteiler für die TO-247, wirklich feine Lösung für den Gehäusewechsel.
Die Drain Stromschienen aus Kupferblech selbst geschnippelt ?

Sieht sehr gut aus. Auch die "Pin-Bänke" und das R-Netzwerk, sehr professionell.

Der Aufwand läßt vermuten Du wirst sie behalten ?!?
-scope-
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 26. Jan 2008, 12:10
Die Kupferplatten sind 2,5 mm stark. Es hätte auch gerne 3 bis 5 mm sein dürfen, aber momentan war halt diese Stärke (für mich) zu bekommen.
Die Drainschienen sind binnen 10 Minuten aus einem Streifen 1 mm Kupfer ausgefeilt...Das Ende vorsichtig gebogen.
Ja...ich werde das Gerät wohl behalten. Ob ich es aber einsetzen werde ist noch fraglich...Eher nicht.

An den Aussenseiten der Kühlkörper werden die TO3 Löcher in den Aussparungen noch mit 5 mm starken, schwarz lackierten Alustreifen abgedeckt, und eventuell gibts auch noch ein paar frische Röhren.


[Beitrag von -scope- am 26. Jan 2008, 12:22 bearbeitet]
-scope-
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 13. Feb 2008, 21:21
Nachdem ich quasi zwischendurch "immer wieder mal" an dem Ding gearbeitet habe, war heute Nachmittag eine kleine "Hörsession" angesagt. Angeklemmt wurde sie am Mittel-Hochtonzweig. Im Baßbereich wollte ich sie nicht anklemmen, da ich die Servoweiche nicht neu einstellen wollte...Zu faul. Vielleicht teste ich später nochmal ohne Servo an der "gesamten" Box Fullrange.

Erste kleine Ernüchterung: Masseschleife da Schutzkontakt. Allerdings nur sehr...sehr leise. Ab 2 Metern Abstand in den Folien nicht mehr hörbar.



Vorher habe ich nochmal "frische" Railsicherungen eingebaut, da die alten beim Leistungstest ausgelöst hatten. Ich hatte sie mit 6,3 A etwas zu klein dimensioniert.
An 8 ohm waren 230 Watt (0,5% THD) , an 4 ohm 405 Watt, und an 2 ohm "noch mehr" drin. Ich habe bei 550W aufgehört....Angst. Trotz der "riesigen" Gatekapazitäten ist das Ding garnicht mal so langsam. 3,5 µS bei 100 Watt an 8 ohm gemessen. Abfallzeit wohl mit 5 µS deutlich langsamer....Naja....Ist halt nur "geflickt" und nicht "entwickelt" worden.

Viel erwartet hatte ich nicht (bin ja eh taub), aber das Gerät spielt wirlich nicht "schlecht". Ich hatte mir vorher noch einige mir gut bekannte Stücke (Schallplatte & CD) von Stanley Clarke , Joe Zawinul, Sarah.K , Meola, u.A. mit den vorher angesachlossenen Verstärkern angehört, aber ich kann bei deraretig kleinen Differenzen nicht von einem "Langzeitgedächtnis" meinerseits sprechen. Das wäre gelogen. Immerhin vergingen gut 20 Minuten für die Neuverkabelung und Auspegelung.
Trotzdem empfand ich die Counterpoint als geringfügig weniger scharf und "kantig" . Sie klingt alles andere als "verzerrt" oder harsch....ganz im Gegenteil. Ich könnte mit dem Ding durchaus "leben" und damit in dieser Kombination sehr gut meine Musik hören.
Zuletzt habe ich auch etwas mehr "Gas gegeben". Dabei habe ich ab und an mal Kontrollmessungen mit einem IR-Thermometer gemacht. Es pendelt sich bei 62-63 Grad C. ein, wenn man mal rund 20 Minuten "die Sau rauslässt".

Jetzt nur noch Deckel drauf...Fertig. Mein nächstes Mini-"Projekt" (Denon POA-3000) wartet schon.


[Beitrag von -scope- am 14. Feb 2008, 00:09 bearbeitet]
kap
Stammgast
#6 erstellt: 31. Dez 2008, 07:02
hallo scope,
könntest du nicht mal etwas mehr an Infos rüberkommen lassen,
weil ich habe auch noch eine SA-12 mit defekten Transistoren.
Würde diese sehr gerne mal wieder in betrieb nehmen, bin aber leider immer bei der Suche nach den Transis gescheitert.

einige IRFP-240/9240 habe ich, und in der SA-12 sind ja auch nur je drei Stück verbaut.

Besten dank schon mal und guten rutsch Karl
-scope-
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 31. Dez 2008, 15:58

könntest du nicht mal etwas mehr an Infos rüberkommen lassen,


Nun...Eigentlich gibt´s dazu nicht mehr viel zu schreiben.
Der Umbau ist vergleichsweise einfach und sollte bei der SA12 noch einfacher sein, wenn man sich etwas auskennt.


einige IRFP-240/9240 habe ich, und in der SA-12 sind ja auch nur je drei Stück verbaut.


Sind es bei der SA20 pro Kanal sechs FET ? Ich dachte es wären vier.

Ich könnte dir max. acht original-FET im TO3 Gehäuse anbieten. Das würde die Sache sehr einfach machen.

Wenn du aber auf IRF-XX umbauen möchtest, dann sind die mechanischen Umbauten die Hauptarbeit.
kap
Stammgast
#8 erstellt: 31. Dez 2008, 16:32
boaaah scope,
da hab ich ja jetzt garnich mehr mit gerechnet, das du dda heute noch antwortest.
Bitte sei nicht sauer
aber ich kann heute nicht mehr richtig antworten,
habe schon bissel was intus
Werde morgen soweit wieder hergestellt Antworten,

danke, und Dir und allen anderen ausm Forum
nen richtig guten rururutsch ins neue Jahr. LG Karl

PS. im Moment sehe ich in etwa so aus


[Beitrag von kap am 31. Dez 2008, 16:37 bearbeitet]
-scope-
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 31. Dez 2008, 17:49

habe schon bissel was intus


Was? Um diese Zeit? Bei uns fängt´s erst um 19.00 uhr an. ....Und ich muss sowieso mit dem Auto nach Hause....Da gibt´s also nur ein Gläschen Sekt.
kap
Stammgast
#10 erstellt: 01. Jan 2009, 08:39
GESUNDES NEUES JAHR AN ALLE

hallo scope,
so langsam komme ich wieder in gang,
sieht man ja hier

die SA-20 hat jeweils nur 4 St.

Frage:
könnte man nicht die BUZ900D BUZ905D dafür einsetzten
denn von den doppelten also mit 16A hätte ich noch je über 100 St.
oder müsste dann zuviel umgestrickt werden

LG Karl
-scope-
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 01. Jan 2009, 16:06
Eine "Anleitung" zum Umbau deines Gerätes kann ich dir nicht eben. Ich könnte dir aber wie erwähnt 4 oder 8 selektierte (gebrauchte) Originaltypen anbieten.
kap
Stammgast
#12 erstellt: 01. Jan 2009, 19:17

-scope- schrieb:
Eine "Anleitung" zum Umbau deines Gerätes kann ich dir nicht eben.


das habe ich auch so garnicht gemeint,
und auch nicht erwartet
werde das bei gelegenheit mal übers Forum versuchen.

LG Karl
Bernhardb
Neuling
#13 erstellt: 01. Dez 2010, 08:55
Hallo,
habe hier eine SA-12, bei der die CPT10N15 komplett fehlen.
Einen Schaltplan gibt es bei Lange auch nicht mehr. Wer kann mir mit einem Schaltplan weiterhelfen?
M.f.G.
Bernhard
Bernhardb
Neuling
#14 erstellt: 01. Dez 2010, 10:14
Hallo nochmal,
habe endlich einen Schaltplan von der SA-100 gefunden, dürfte fast gleich oder gleich der SA-12 sein. Nur, wo bekomme ich die Endstufenhalbleiter für einen vernünftigen Kurs her?
M.f.G.
Bernhard
Bernhardb
Neuling
#15 erstellt: 11. Dez 2010, 23:01
Hallo,
könnt euch wieder hinlegen, dank Google komme ich weiter.
Vielen Dank für Eure Hilfe.
M.f.G.
Bernhard
-scope-
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 12. Dez 2010, 11:52

Nur, wo bekomme ich die Endstufenhalbleiter für einen vernünftigen Kurs her?


Ich habe noch 4 N-Kanal und 4 P-Kanal Typen da, von denen ich mich trennen würde. Welchen Preis hat man dir gemacht?
rolltroll
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 07. Jan 2011, 13:29

-scope- schrieb:
Hallo,

Die Counterpoint SA-22 bzw. 220 gehört zu den Endstufen, die ich immer schon mal haben wollte.

Auch mögliche Vergleichstxpen wie der TO-3 Typ IRF240/9240 schieden ebenfalls aus Preisgründen aus.



hallo scope,

warum hast denn keine 2SK/2SJ oder BUZ Typen genommen, denn ich hatte vor ca. 5 Jahren eine SA-12 mit BUZ900D/905D bestückt.
Soweit ich ich mich noch erinnern kann wurde nur ein R beim Offset und Bias geändert, ging echt gut.
Ersparte mir den Umbau auf TO220/247 oder so

Beste Grüße Rolle
-scope-
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 07. Jan 2011, 15:09

warum hast denn keine 2SK/2SJ


Pinbelegung nicht identisch, Temperaturkoeffizient ungeeignet, im Umfeld auch mit Änderung des Layouts nicht stabil zu bekommen.


hatte vor ca. 5 Jahren eine SA-12 mit BUZ900D/905D bestückt.


BUZ900D/905D ist ebenfalls nicht pinkompatibel mit (CPTXXX) RFM10NXX /10PXX

Drain und Source sind vertauscht. Daher garnicht erst ausgetestet, da ich diese Typen nicht vorrätig hatte.
Mit rund 17 Euro/ Stück auch zu teuer, da man in der Originalschaltung selektieren MUSS.


[Beitrag von -scope- am 07. Jan 2011, 15:10 bearbeitet]
rolltroll
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 07. Jan 2011, 15:33
ja OK,

bei der SA-12/100 sind die FETs ja freiverdrahtet, und nicht wie bei SA-20/220 über extra LP.
Aber du hattest ja so wie ich es gesehen habe eine neue LP gemacht.

Ich hatte die nicht Selektiert, bekamen nur 0R22 jeweils am Source und lief absolut stabil.

Etwas anpassung Frequenzgang Bias und Gain war noch nötig gewesen, aber sonnst lief sie bestens.
Hatte damals auch Messungen gemacht, muss mal suchen ob ich da noch was finde
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