Yamaha A-1 Ruhestrom, bitte um HIlfe!

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Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 22. Feb 2009, 14:04
Ich habe kürzlich einen gut erhaltenen A-1 ersteigert. Das Gerät hat einen Fehler, welchen ich nicht alleine lösen kann:
Der Ruhestrom ist im linken Kanal 0 (Null) und lässt sich auch nicht einstellen. Das Gerät funktioniert sonst, die Treiber und die Endstufen-Transistoren sind in Ordnung (alle ausgebaut und gemessen, links vs. rechts getauscht). Ich habe die Transistoren für den Bias TR139/140 und für die Temperatur-Kompensation TR137/138 erneuert und neue Bourns Trimmer eingebaut, was nix gebracht hat.
Anbei ein Auszug aus dem Schaltplan, vielleicht hat jemand eine Idee.


[Beitrag von Dr._Ohr am 22. Feb 2009, 14:05 bearbeitet]
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 22. Feb 2009, 14:11
Der Schaltplan ist hier.
audiophilanthrop
Inventar
#3 erstellt: 22. Feb 2009, 19:01
Hast du mal die Spannungspegel an TR525/527 nachgemessen? Was machen TR529/531?

@Mods: Einmal Schiebung bitte...
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 22. Feb 2009, 19:24
Die Transistoren TR 525/527 und 529/531 habe ich auch probeweise gegen neue ausgetauscht. Keine Änderung. Bei der Spannung an diesen Tr. ist mir nichts besonderes aufgefallen, kein Unterschied zur rechten Seite.
Ist es möglich, dass das Problem noch weiter flussaufwärts sitzt?
Die Spannungsmessungen sind hier ein wenig problematisch, da die Referenzwerte auf den damals üblichen 220 Volt basieren,d ie ±50 V Rail von der Treiberplatine nicht geregelt ist und jetzt unter der 230 V Netzspannung ±54 V beträgt, daher sind alle anderen Werte (symmetrisch) ein bisserl darüber.

Aufgefallen ist mir allerdings, dass am Emitter von TR139 (linker Kanal) die Spannung ständig um zwischen 0,4 und 1,5 Volt schwankt, während sie am TR 140 konstant ca. 0,5 V beträgt.

Kalte Löstellen scheiden übrigens aus, ebenso die Elkos, weil alles nachgelötet worden ist, die Platine auf Lötbrücken untersucht worden ist und alle Elkos neu sind. Im linken Kanal ist auch ein leichter 100 Hz Brumm zu hören und zu messen (Oszilloskop).


[Beitrag von Dr._Ohr am 22. Feb 2009, 19:27 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#5 erstellt: 22. Feb 2009, 20:13

Dr._Ohr schrieb:
Aufgefallen ist mir allerdings, dass am Emitter von TR139 (linker Kanal) die Spannung ständig um zwischen 0,4 und 1,5 Volt schwankt, während sie am TR 140 konstant ca. 0,5 V beträgt.

Dann prüfe mal, was der Strom durch R534/545 macht, im Vergleich zu R544/546. Dito bei R531 im Vergleich zu R532. Spannungswerte an TR527 (vgl. TR528) in etwa OK?

Hast du mal die Sicherungswiderstände zu 47 Ohm 70 mA geprüft?
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 22. Feb 2009, 20:22
Danke für den Tipp! Ich werde das erst morgen Nachmittag prüfen können, weil mir meine Frau gerade mit der Trennung gedroht hat, sollte ich heute noch weiter an dem dummen Verstärker herumfummeln. Ich hab's nicht leicht.
Ich hoffe, du bist morgen auch noch da.

Georg
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 23. Feb 2009, 19:50
Sofort nach dem einschalten ist kurz ein Ruhestrom messbar. Dieser ist nicht konstant, sondern schwankt zwischen 2 und 7 mV, um dann innerhalb von 45 Sekunden gegen 0 abzudriften. Ich habe noch einmal die Bias-Transistoren getauscht, ohne Erfolg. Die Spannung am Emitter von TR 139 schwankt ständig zwischen 0,5 und 1,5 Volt. An den Spannungen der Treiber-Platine ist mir vorerst nix aufgefallen, alle Werte symmetrisch (ausser bei +I = Emitterspannung von Tr139). Vielleicht suchen wir in der falschen Richtung, ich werde den Endstufen-Transistor und zugehörigen Treiber mal tauschen.
majaatdwf
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 23. Feb 2009, 21:08

Dr._Ohr schrieb:
Sofort nach dem einschalten ist kurz ein Ruhestrom messbar. Dieser ist nicht konstant, sondern schwankt zwischen 2 und 7 mV, um dann innerhalb von 45 Sekunden gegen 0 abzudriften. Ich habe noch einmal die Bias-Transistoren getauscht, ohne Erfolg. Die Spannung am Emitter von TR 139 schwankt ständig zwischen 0,5 und 1,5 Volt. An den Spannungen der Treiber-Platine ist mir vorerst nix aufgefallen, alle Werte symmetrisch (ausser bei +I = Emitterspannung von Tr139). Vielleicht suchen wir in der falschen Richtung, ich werde den Endstufen-Transistor und zugehörigen Treiber mal tauschen.


Trimmer schon untersucht? Die Spannung am Emitter von TR139 sollte sich mit dem Trimmer zwischen ca. 0.6V und 1.2V einstellen lassen, am Collektor sollte schön symmetrisch dazu -0.6 - -1.2V anstehen. Schwanken darf da nix.

Martin
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 23. Feb 2009, 21:46
Die Trimmer sind neue Bourns Mehrgangtrimmer. Ich habe gerade herausgefunden, dass der linke Kanal oszilliert. Je nach verwendeten Treibern zwischen 7 und 50 Mhz. Als Ursache kommen wohl die neuen MJ21195G/96G Endstufentransistoren in Frage, welche ich als Ersatz für die nicht mehr erhältlichen 2SA747 verwendet habe. Auch die Vortreiber sind Substitute. Nur, warum ist das Problem nur in einem Kanal. Was kommt am ehesten als Ursache in Frage und wie löse ich das Problem?


[Beitrag von Dr._Ohr am 23. Feb 2009, 21:47 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#10 erstellt: 24. Feb 2009, 00:55
Was genau ist denn jetzt nochmal auf welchem Kanal verbaut? Da müssen doch irgendwelche Unterschiede sein.
bukongahelas
Inventar
#11 erstellt: 24. Feb 2009, 08:30
Das Schwingen lässt sich meines Wissens durch Hinzufügen von Keramikkondensatoren , einige pF bis nF, je weniger desto besser, bis das das Schwingen sicher aufhört, zwischen Kollektor und Basis eines Transistors bekämpfen.
Bei zuviel Kapazität macht man sich die Schnelligkeit (SlewRate) kaputt und der Klang wird undynamisch (lahm),muffige Höhen.

Auch ich reparierte schon erfolglos einige Endstufen, die zunächst probemlos liefen, nicht schwangen, Bias etc war problemlos einstellbar, langen Sinus-Grenzlasttest am Boxen-Ersatzwiderstand überlebten und sich dann einige Tage später bei Zimmerlautstärke ohne ersichtlichen Grund selbst zerstörten, trotz Ausbau aller Transistoren,Messung derselben, geprüfter Elkos und Folien/Keramikkondensatoren, neuer Trimmpotis, nachgelöteter Lötstellen und gereinigter Platinen. Jedesmal ein Satz Treiber und Endtransistoren defekt. Tagelang gemacht und getan, alles umsonst.
Frustriert aufgegeben.Verschrottet.
SONY TA-3650 und DENON PMA-700-V.

Was Frauen können, mach ich mit links.
Was ich kann, begreifen sie nicht ansatzweise.
No Woman, no Cry !

bukongahelas
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 24. Feb 2009, 08:31
Alles seitengleich, nur zum testen habe ich gestern auf der linken Seite alte Treiber(SA913/SC1913) eingebaut. Damit verringert sich die Frequenz auf 7 Mhz. Der Amp. hatte offenbar schon früher Probleme mit Oszillationen, weil vom Vorbesitzer zwischen Treiber- und Endstufenplatine an +O/-O (O wie Oh, nicht Null) und Masse 2 kl. Keramik-Kondensatoren eingelötet worden sind. Diese habe ich entfernt, weil ich dachte, dass sie nach dem Tausch aller Elektrolytkondensatoren nicht mehr notwendig seien.
Vielleicht sind die von den Yamaha-Spezialisten in Audiokarma als Substitut empfohlenen "Vor-Treiber" TR525-528 (SA1011/SC2344 anstelle von SA914/SC1953) etwas zu schwingfreudig? Aber warum nur links?

@bukongahelas: Danke für die tröstlichen Worte! Ich fürchte, das wird hier auch so enden. So viel Zeit habe ich schon lange nicht mehr mit einem HiFi-Gerät versch*. Meine Frau motzt bereits.


[Beitrag von Dr._Ohr am 24. Feb 2009, 08:37 bearbeitet]
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 25. Feb 2009, 11:13
Ich habe das Problem soeben lösen können: Es ist eine kaputte Diode (D519). Im Diodentest ist das Teil unauffällig gewesen, im Oszilloskop hat sie im Halbsekundentakt eine Fehlfunktion gezeigt.
Welch eine Erleichterung. Danke für Eure Unterstützung!
audiophilanthrop
Inventar
#14 erstellt: 25. Feb 2009, 20:15
Fies! Aber gut, daß du's gefunden hast
armin777
Gesperrt
#15 erstellt: 26. Feb 2009, 10:14
Hallo Dr. Ohr,

Sollte das Problem erneut auftreten, erneuere die beiden 2SA673 und 2SC1213 (TR 137...140) und verwende statt dessen 2SA984 und 2SC2274. Das war es bei mir bisher immer, wenn A-1 solche Probleme hatten. Diese Transistoren von Hitachi werden im Alter sehr unzuverlässig und haben dann die merkwürdigsten Fehlererscheinungen - nicht nur in Yamaha-Geräten!

Beste Grüße
Armin


[Beitrag von armin777 am 27. Feb 2009, 09:45 bearbeitet]
bukongahelas
Inventar
#16 erstellt: 26. Feb 2009, 14:16
@Armin: Langsam können wir eine Liste unzuverlässiger Transistoren aufmachen. Halbleiter, die halbdefekt rumspinnen, sind völlig üble Fehler.
Da schwindet jegliches Vertrauen in Multimeter-Diodentest.
Man kann doch nicht jeden verdächtigen Halbleiter in eine Testschaltung einbauen und unter Realbedingungen testen.
Gilt die Spinnerei auch für Z-Dioden ? Bei Dioden hatten wirs ja gerade weiter oben im Thread.
Oder direkt alle Halbleiter auf Verdacht erneuern ?
Wo soll das enden ?
Wer misst mißt Mist ?
gruss
bukongahelas
bukongahelas
Inventar
#17 erstellt: 26. Feb 2009, 14:21
Ich will endlich einen Kennlinienschreiber als Vorsatzgerät für mein Oszilloskop haben !
Oder einen Computer mit entsprechender Halbleitertestkarte.
Aber bezahlbar !
bukongahelas
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 01. Mrz 2009, 01:03
@ Armin: Danke für den Tipp. Im A-1 sind ja ein ganze Menge dieser Transistoren verbaut. Da kommt Arbeit auf mich zu.
Ich habe noch folgendes kleine, verrückte Problem, vielleicht kannst du mir einen Tipp geben:
Die Schalter für "Speaker", "Disc" (beide beleuchtet) und "Tone" (nicht beleuchtet) sowie der Stellung des Potis für "Treble" verändern den DC-offset im linken Kanal um 50-100 mV! Diese Leiden bessert sich, wenn der Amp nach einer Stunde gut warm ist. Ist dir so etwas schon einmal untergekommen?
Danke, Georg
armin777
Gesperrt
#19 erstellt: 01. Mrz 2009, 13:39
Hallo Dr. Ohr,

nein, zum Glück hatte ich so einen Fehler bisher noch nicht. Kann aber eigentlich nur ein Netzteilfehler sein. Warum das allerdings nur auf einen Kanal wirkt, bleibt schleierhaft.

Beste Grüße
Armin
audiophilanthrop
Inventar
#20 erstellt: 01. Mrz 2009, 14:59
Sind denn Vor- und Endstufe nicht über einen Koppel-C verbunden? Dann würde ein in der Vorstufe hereinkommender DC-Offset natürlich mitverstärkt. Am besten wirklich mal die Versorgungsspannungen nachmessen, evtl. tut sich da was.
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 01. Mrz 2009, 18:17
Nein, das ist ein Direct-DC-Amp., keine Koppel-Kondensatoren. Die 12V-Versorgungsspannung ändert sich um max. -0,2V, wenn eines der Lämpchen aktiviert wird. In der Treiberstufe sind aber nur ±35V und ±50V vorhanden. Diese Spannungen bleiben konstant. Sehr seltsam.
Nur so am Rande, ein berüchtigtes Bauteil sind diese VD1212 Doppeldioden, welche damals als Varistoren bezeichnet worden sind. Heutzutage versteht man unter diesem Begriff wohl etwas anderes. Jedenfalls machen diese VD1212 eine Menge unguter Fehler, auf welche man oft kaum dahinter kommt. Mann kann sie durch 2 in Serie geschaltete Dioden ersetzten.
Bertl100
Inventar
#22 erstellt: 02. Mrz 2009, 08:10
Hallo!

hmm. Vielleicht eine schlechte Masseverbindung?
Immerhin sind im Schaltplan die Lämpchen an derselben Platine anschlossen, wo auch der Eingang der Endstufe angeschlossen ist.

Gruß
Bernhard
Dr._Ohr
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 02. Mrz 2009, 17:08
Ja, irgendwo ein schlechter Massekontakt, das könnte wirklich die Ursache sein. Ich habe bereits einen Teil dieser Verbindungen erneuert, die meisten Wire-wrapping-Terminals entfernt und die Kabel direkt mit der Platine verlötet. Bin damit aber noch nicht ganz fertig.
Petersilie99
Hat sich gelöscht
#24 erstellt: 21. Jun 2014, 10:35
Hallo,
ich habe momentan das gleiche Ruhestrom-Problem mit meinem A-1, sogar auf beiden Kanälen. Ich blicke momentan nicht ganz durch in diesem Thread, was war nun die Lösung für den Ruhestrom, könnte mir das vielleicht nochmal jemand erklären? Ein Freund von mir möchte den A-1 nächstes Wochenende abholen, aber so wie der gerade klingt, möchte er ihn sicher nicht haben

Danke,
Max
AnthonyP
Inventar
#25 erstellt: 21. Jun 2014, 20:35
Hi,

Ich hatte grad zwei Fälle, wo sich der Ruhestrom nicht einstellen ließ und Kanal verzerrte. In beiden Fällen konnte ich einen defekten Widerstand als Ursache finden. Fang mal mit den Emitterwiderständen an.
Gruß
Jo
Petersilie99
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 22. Jun 2014, 14:24
Habe den A-1 gerade in die Ecke gestellt und einen A-760II aufgemacht - gleiches Problem! Nicht schlecht....werde mich in Kürze mal auf Fehlersuche begeben, damit die beiden Amps wieder laufen.

Und nein, mein Multimeter ist nicht defekt.

Für weitere Hinweise bin ich trotzdem dankbar - falls ich die Geräte wieder hinbekomme berichte ich hier natürlich.

Danke,
Max
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