Pioneer SA-800 schaltet Endstufe aus

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gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 01. Dez 2012, 16:23
Hallo zusammen!

Ich habe ein Problem mit meinem Pioneer SA-800 Verstärker. Vielleicht vorab eine kleine Warnung, ich habe nur bedingt eine Ahnung wovon ich rede. Ich zerlöte zwar gerne Sachen, habe bisher aber meine Finger von den Innereien von HiFi-Geräten gelassen und mein Wissen in Elektronik ist eher bescheiden, bin aber lernfreudig

Nun denn: wenn ich den Versärker einschalte kommt wie gewohnt nach ca. 1 Sekunde ein "klick" der auf mich wirkt als würde ein Relais schalten und die Endstufe mit Strom versorgen. Seit einiger Zeit aber klickt es nach einer Weile wieder (das kann ein paar Sekunden oder mehrere Minuten dauern) und ab dann ist Stille. Sprich, auf mich wirkt das, als ob das Relais aus irgendeinem Grund wieder abschalten würde.

Ich hatte den Versärker bereits zwei Mal beim Händler der zwar fand, es habe ein paar Lötstellen die er ausgebessert hat, er könne jedoch das Problem nicht nachvollziehen (und in der Tat lief er etwa 10 Minuten lang problemlos als wir beide daneben standen). Kaum zu Hause angekommen spinnt er aber wieder.

Darum nun meine Frage: hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte? Gibt es irgendwelche "typischen" Teile, die man mal auszumessen versuchen sollte? Besteht irgendeine Chance, dass ich als Laie das Problem mit Lötkolben und einem kleinen Messgerätchen beheben kann oder sollte ich mich einfach von dem Gerät trennen? Ich wäre dankbar für jegliche Hinweise.
-luckystrike-
Stammgast
#2 erstellt: 01. Dez 2012, 16:41
So einen Fehler kann man aus der Ferne schlecht beurteilen. Das Relais schaltet das Signal zu den Lautsprechern durch. Kannst ihn mal zu mir schicken, dann schau ich mal rein.
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 01. Dez 2012, 16:50
Ah, die Lautsprecher, nicht die Endstufe. Gut, etwas gelernt

Das mit dem Schicken nehme ich notfalls gerne an, ich wohne aber in der Schweiz da wird das relativ teuer...

Auch interessant: wenn ich den Verstärker laufen lasse "erholt' er sich nach einer Weile, sprich das Relais schaltet wieder ein.
-luckystrike-
Stammgast
#4 erstellt: 01. Dez 2012, 17:02
Aus meiner Erfahrung herraus kann ich da jetzt nichts dazu sagen. Diesen Fehler hab ich noch nie gehabt. Hast du deine Kabel zu den Lautsprechern mal überprüft? Ggf. mal anderes Kabel probieren. Wie viele Lautprecher hast du gleichzeitig laufen?
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 01. Dez 2012, 17:14
Ich habe verschiedene Lautsprecher (mit verschiedenen Kabeln) probiert. Normalerweise habe ich vier Lautsprecher dran, zur Zeit sind es aber nur zwei (8 Ohm). Die Kabel habe nicht allzu intensiv angeschaut, da ich aber mit verschiedenen Lautsprechern und deren Kabeln experimentiere würde es mich doch sehr überraschen, wenn *alle* Kabel defekt wären

Ich habe gerade noch im Service Manual nachgelesen, dass man ggf. an der Spannung herumdoktern kann, falls das Gerät unerklärlicherweise abschaltet (siehe Attachment). Könnte das helfen oder ist das eine saublöde Idee?

Alignment Procedures
-luckystrike-
Stammgast
#6 erstellt: 01. Dez 2012, 17:21
Das hätte dein Elektofutzi eigendlich schon machen sollen. Ist aber bestimmt kein Fehler die elektrischen Werte nochmals zu kontrollieren. ABER pass blos auf das du keinen Kurzschluss baust sonst kannst evtl. deine Enstufentransistoren himmeln. Überprüfen solltets du auch die Anschlüße der Lautsprecher. Da sollten 0mv + - 5mv Gleichstrom sein. Aber ohne Quelle und ohne Lautstärke messen.
VacuumTube
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 01. Dez 2012, 17:25
in welcher ecke in der schweiz bist du zuhause? evtl. kann ich dir weiterhelfen...
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 01. Dez 2012, 17:34
Ok super, danke!

Ich habe die Lautsprecheranschlüsse ausgemessen und das sieht nicht allzu toll aus. Auf dem rechten kanal habe ich relativ konstant ca. 16 mV, auf dem linken schwankt es zwischen ca. 15 und bis zu 50 mV.
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 01. Dez 2012, 17:36
@VacuumTube: in Bern und/oder im Aargau
-luckystrike-
Stammgast
#10 erstellt: 01. Dez 2012, 17:43
Dann hast du den Fehler evtl schon lokaliesiert! Jetzt heist es Deckel abschrauben und den Einstellprozess durchführen.

Ich verstehe nur nicht wieso die Elektoheinies nichts von unseren geliebten Klassikern wissen wollen. Und jeder sagt nur lohnt sich nicht! Oder kaufen Sie lieber ein neues Gerät!
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#11 erstellt: 01. Dez 2012, 17:44
Cool, dann schraub ich mal und hoffe, dass mir das Teil nicht um die Ohren fliegt

Danke schonmal, ich melde mich wieder.
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 01. Dez 2012, 18:55
Okay, ich habe das ganze Prozedere mal durchgemacht (werde es nochmals wiederholen um sicherzugehen) aber folgendes Problem festgestellt: Beim Schritt "Idle Current Adjustment" steht, ich soll schrauben, bis ich 0.1V messe. Das Maximum was ich erreichen kann sind aber (je nach Kanal) zwischen 0.5 und 0.7V. Kann es sein, dass irgendwoher zu wenig Spannung kommt und das auch das Relais beeinträchtigt?

Momentan funktionert jedenfalls alles, wobei sich das natürlich jederzeit ändern kann. Die Situation an den Lautsprecheranschlüssen scheint sich durch die Aktion eher noch verschlechtert zu haben, die Spannung da ist jetzt noch höher als vorher, je etwa 100 mV.
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: 01. Dez 2012, 19:09
Ich denke mein erstes Problem könnte bei Schritt g) im ersten Abschnitt liegen. Da steht "Adjust VR1 [...] for 0V meter reading" - ohne Angabe von Toleranz. Das Minimum was ich erreichen kann sind etwa 35 mV wobei die Spannung relativ fest schwankt (fällt mal auf 20 mV, steigt bis 40 mV).


[Beitrag von gewaltspirale am 01. Dez 2012, 19:11 bearbeitet]
VacuumTube
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 01. Dez 2012, 19:52
wenn du lust hast, nach st. gallen zu fahren, stell ich dir die kiste ein. bring das SM mit. ca. 75km nach zürich.

kannst auch versenden, dauert dann halt einfach
-luckystrike-
Stammgast
#15 erstellt: 01. Dez 2012, 19:56
Versuch mal bei ausgeschaltetem Gerät den drehbahren Widerstand paar mal langsam hin und her zu drehen. Vll. ist dort Dreck drinne oder so. Sonst hat alles geklappt?


[Beitrag von -luckystrike- am 01. Dez 2012, 20:03 bearbeitet]
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 01. Dez 2012, 20:06
Der aktuelle Stand ist, dass ich zwar nicht die Werte erreiche, die im Service Manual gefordert werden, auf einem Kanal aber mit sorgfältigem schrauben auf ca. 0V komme. Auf dem anderen schwanken die Werte aber wie blöd (locker mal zwischen -0.1 und +0.2 V).

Gute Idee mit dem hin und her drehen, das werde ich mal noch ausgiebig machen.

@VacuumTube ah cool, falls ich es selber nicht schaffe wär das interessant, war schon lange nicht mehr im Osten

Nun denn, ich muss mal weg, das Abendprogramm wartet, werde später weiterbasteln und mich wieder melden. Schon mal besten Dank für all die Hilfe!
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#17 erstellt: 02. Dez 2012, 01:30
Okay, wieder hier.

Ich habe noch ein wenig herumgedreht aber irgendetwas scheint seltsam zu sein: wenn ich an VR1 schraube geschieht über weite Strecken der Drehung so gut wie nichts. Erst ganz am Ende springt der Messwert dann abrupt von ca. 40mV nach etwa -30mV. Zudem führt die blosse Berührung des Reglers zu massiven Schwankungen (Regler kaputt?). Nach etwa 20 Minuten Feinstarbeit habe ich nun aber eine Position gefunden in der der Wert irgendwo zwischen +5 und -5 mV herumschwankt.

Danach habe ich die anderen Regler gestellt, wobei ich die geforderten 0.1V für VR3 und VR4 nicht erreiche - bei VR2 komme ich auf etwa 0.05V, bei VR4 auf gut 0.07V (immerhin fast innerhalb der Toleranz von 20%).

An den Ausgängen messe ich jetzt ca. 18 mV (R) bzw. 30-55 mV (L), sprich ähnliche Werte wie am Anfang. Auf der positiven Seite sei zu erwähnen dass der Verstärker zur Zeit fröhlich vor sich hin musiziert, vielleicht hat das ganze doch etwas gebracht

@VacuumTube falls er wieder zu spinnen anfängt bringe ich ihn gerne mal vorbei, im Dezember habe ich relativ viel Zeit um der Welt herumzugondeln.

Danke nochmals für die Unterstützung.


[Beitrag von gewaltspirale am 02. Dez 2012, 01:48 bearbeitet]
-luckystrike-
Stammgast
#18 erstellt: 02. Dez 2012, 01:42
Evtl ist der drehbare Widerstand kaputt, das habe ich auch schon gehabt. Der hat normal 3 Anschlüsse.
Kannst ja mal den Widerstand messen.
VacuumTube
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 02. Dez 2012, 10:33
jo geht klar, meld dich einfach per PN
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#20 erstellt: 03. Dez 2012, 15:01
Okay, kleines Update: seit meinem Geschraube ist das Problem nicht mehr aufgetreten. Wenn ich mal etwas mehr Zeit habe werde ich den möglicherweise kaputten Regler noch anschauen, für den Moment bin ich aber glücklich

Etwas ist mir noch eingefallen: ich habe mich gefragt, ob die Spannungsschwankungen die ich sehe evtl. von kaputten Kondensatoren verursacht werden. Die sind doch unter anderem dazu da, Spannungen zu glätten, oder nicht? Wäre das etwas, was ich bei Gelegenheit auch mal überprüfen sollte?
naka01
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 03. Dez 2012, 22:54
Hallo,

Du bist schon auf dem richtigen Weg, ....mit dem Poti!!! Jetzt bitte nicht anfangen blind Kondensatoren zu wechseln.......... . Erst mal das Pot wechseln, dann kann man weitersehen!!!
Im Prinzip hast du aber recht, ein Kondensator der keine konstante Kapazität mehr hat, aus welchen Gründen auch immer, kann zu so einem Fehlerbild führen!

Grüße
gewaltspirale
Schaut ab und zu mal vorbei
#22 erstellt: 03. Dez 2012, 23:04
Hehe keine Angst, bevor ich sonstwas mache schaue ich mir natürlich das Poti genauer an. War nur so ein Gedanke
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