Morel Kent umgefaltet - kleine TML-Resteverwertung

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averett
Stammgast
#1 erstellt: 13. Nov 2013, 03:17
Ein Hallo in die Runde,

da sind noch ein paar Lautsprecherrestbestände, die immer wieder mit mir umziehen, ohne wirklich das zu tun, was sie denn sollen - Musik machen.
Zeit denen auch mal ein neues zuhause zu bauen.

Die Chassis sind nicht mehr erhältlich, nachbauen is nich, von daher wird das wohl eher ein "Schreiner-Thread". Den original-Bauvorschlag baue ich nicht, aber eine Eigenentwicklung ist's auch nicht, nur umgefaltet, wie in dem schon ein paar Jahre alten Thread simuliert. Da möchte ich doch nochmal Danke an Perrier und Bolandi sagen, vielleicht lesen die ja auch noch mit, auch wenn sie sich abgemeldet haben.

In der Kent ist ein 4" Bass, der MW113 und eine 28mm Kalotte, die MDT 29 verbaut. Mit der Bestückung baut man keinen Partykracher, aber einen schönen, kleinen Lautsprecher. Klaviergeklimper, Jazz, Stimmen kann sie wirklich gut, Dubstep oder Techno mal überhaupt nicht. Dafür reicht einfach kein 10cm Bass.

001

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Weil ich das erste mal lackieren will aus MDF, alle sichtbaren Kanten auf Gehrung und weil sie so schmal wie möglich werden soll, auch nur 12mm Wandstärke. Ich weiss, das ist ziemlich dünn, aber bei einem 4" Bass habe ich da erstmal keine Bedenken. Eine TML ist ja aus Prinzip schon besser ausgesteift als die meisten anderen Gehäusearten, die längste freie Fläche ist 9,5cm und der Innenteiler ist aus 18mm MPX. Das sollte schon passen. Der Innenteiler ist oben zum Teil geschraubt, das wird später der Platz für die Weiche und zum anderen will ich von hinten an die Schallwand kommen können. Auch wenn man es sich damit einiges komplizierter macht als nötig, ich will von vorn keine sichtbaren Schraubenköpfe haben. Und um später noch mit dem Dämmmaterial experimentieren zu können ist auch das untere Ende der TML geschraubt - zu sehen ist nur der Befestigungsrahmen.

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In der Nahaufnahme sieht man, das auf Vorder- und Rückseite, 10cm breit, zusätzlich noch 3mm Bitumen plus knapp 1mm Resopal aufgeklebt sind. Der Schlitz unten wird später die TML-Öffnung werden, erstmal ist's nur ein Schlitz um mit einer Zwinge den Innenteiler an die Vorderseite ziehen zu können.

. . . Fortsetzung folgt . . .
averett
Stammgast
#2 erstellt: 13. Nov 2013, 03:46
Ich finde die Ion von Amphion ziemlich schön, so in die Richtung will ich auch:



Weiter geht's mit der Schallwand. Ich hab's ja weiter oben schon geschrieben - ich will keine Schraubenköpfe sehen! Dann muss ich wohl von hinten montieren.

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Probefräsung. Die Schallwand wird aus HiMacs, so ziemlich das gleiche wie Corian, nur von einem anderen Hersteller, einfach nur weil ich davon noch Reste habe. Ich habe nach einem anderen Material gesucht, das mindestens so homogen wie MDF ist, stabiler, weil ich ziemlich wenig Material stehen lassen wollte und das für mich noch bearbeitbar ist. Ein echtes Waveguide will und kann ich nicht fräsen, mir fehlt's einfach an Know-how die Weiche entsprechend neu zu entwickeln.

Also einen möglichst flachen Trichter fräsen. 10° sollten doch machbar sein. Die Schallwand hat ein Loch um das ich sie drehen kann, während ich gleichzeitig mit der Oberfräse die Schräge hoch und runter rutschen kann. So ungefähr habe ich mir das vorgestellt. Und . . . (Trommelwirbel)

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FUNKTIONIERT !!!

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Da sieht man nochmal im Detail meine hochkomplizierte Drehvorrichtung. In dem Loch ist auch noch genug Platz die Frässchablone festzuschrauben, die gleichzeitig auch noch die Schallwand beim Fräsen runterdrückt. Dreht sich etwas schwerer, geht aber.

Morgen geht's weiter, vielleicht interessiert's ja jemanden.

. . . muss ins Bett . . .
averett
Stammgast
#3 erstellt: 13. Nov 2013, 13:47
Eigentlich macht man solche Fräsungen im CNC-Zeitalter ja nicht mehr von Hand, zu umständlich, zu teuer, wenn man die eigene Arbeitszeit irgendwie berücksichtigen würde, aber es geht auf jeden Fall. Und weil das Fräsergebnis von der Oberfläche noch nicht so ganz das wahre ist, habe ich mir mit der gleichen Frässchablone noch einen passenden Schleifteller gebastelt.

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Der Drehpunkt muss diesmal nur ausserhalb liegen und man bekommt das passende Gegenstück zum flachen Waveguide, den ich eins weiter oben in die Schallwand gefräst habe. Wieder Werkstück drehen und gleichzeitig mit der Fräse hoch und runter rutschen.

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Tadaa: Schleifteller-Rohling und die Schablone mit der Führungsnut für den Kopierring

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Schleifteller und ein gefräster Schallwand-Rohling

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. . . und das Ergebnis

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So ähnlich geht's beim Tieftönerausschnitt weiter - ich will wieder einen Winkel fräsen, für den ich keinen passenden Fräser habe und zu geizig bin mir einen zu bestellen, den ich für zwei TT-Ausschnitte brauche und dann wahrscheinlich so schnell nicht mehr. Im Mittelpunkt des TT-Ausschnittes sitzt wieder ein Fachbodenträger als Führung, in der Oberfräse habe ich einen 45° Fräser mit Anlaufring. Um mehr als 45° fräsen zu können habe ich zusätzlich noch einen Plattenabschnitt mit 15°-Anschnitt an die Fräse geschraubt, eine Führungsnut für den Fachbodenträger im Kreismittelpunkt in den Plattenabschnitt gesägt, damit der Fräser auch immer im gleichen Winkel zum Radius gekippt ist und so kann ich eine 60° Fase für den TT-Ausschnitt fräsen.
averett
Stammgast
#4 erstellt: 13. Nov 2013, 14:43
. . . weiter im Monolog:

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Die Schallwand mit allen Fräsungen -die man leider nicht sieht, weil sie mit dem Gesicht nach unten liegt. Kommt aber noch- und das Teil zum aufdoppeln aus MPX. Oben und unten sind zwei kleine Bohrungen für einen Dübel, einfach nur um beide Teile immer wieder passgenau zusammenstecken zu können, anders konnte ich nicht immer wieder die Mittelpunkte von einem auf das andere Teil übertragen.

Weil ich ja beide Chassis ohne sichtbare Schrauben von hinten montieren wollte, sitzen die Einschlagmuttern nur im MPX, ausserhalb der Chassis, die ich dann später, ähnlich wie es früher oft bei PA-Boxen zu sehen war, mit Klammern montiere.

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Näher ran: Die Einschlagmuttern sitzen ziemlich dicht an den Korbrändern, die mussten auch etwas leiden, damit ich später beim Fräsen der Chassisöffnungen nicht in den Stahl fräse.

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Beide Teile soweit vorbereitet, die zweiteilige Schallwand kann verklebt werden. Epoxdharz und Glasfasermatte, wichtig ist's aber vorher die Gewindeöffnungen der Einschlagmuttern abzukleben. Wenn das Harz in die Gewinde läuft wäre die ganze Aktion bis hierher leider für die Tonne.
Oben und unten sieht man auch die beiden Dübel um beide Teile passgenau zusammenstecken zu können.

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Hochzeit! Die beiden kriegen jetzt mal 24 Stunden alleine. Ganz eng bei einander . . .
averett
Stammgast
#5 erstellt: 13. Nov 2013, 16:04
. . . und langsam nimmt das Ganze Form an:

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Ich sag's ja immer wieder, bei einem sauberenZuschnitt geht verleimen mit Packband wirklich schnell und problemlos. Ich habe etwas sehr rumgesaut, immer wieder mit zuviel Leim an den Fingern das Gehäuse gedreht, da habe ich mir einiges an Schleifarbeit eingebrockt, aber die Kanten sind (nahezu) tadellos. Jedenfalls werde ich später keine Probleme mit sich abzeichnenden Kanten im Lack haben.
Hoffe ich mal . . .

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Die TML-Öffnung unten: weil man in MDF leider nicht oft an der gleichen Stelle schrauben kann, ich mir aber die Option zum verändern des Dämmmaterials offen halten möchte, wird der Befestigungsrahmen aus MPX eingeleimt und aufgefräst. Kein fixes Maß, das ich hier einhalten muss, einfach nur eine Auflage für den Standfuss und etwas Material um noch schrauben zu können. Unten an der Fräse ist der Kopierring und als Abstandshalter ein paar Plattenstreifen eingeklemmt.
Passt scho!

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Die Vorderseite der TML-Öffnung. Auch wieder eine simple Frässchablone, aus Resten zusammengespaxt.
averett
Stammgast
#6 erstellt: 13. Nov 2013, 16:14
So ähnlich geht's auf der Rückseite weiter:

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Frässchablone für die rückseitige Montageöffnung

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Und wie man sieht: Den Tiefenanschlag einmal nicht richtig festgezogen und schon zu tief. Naja, shit happens. War aber auch schnell geflickt. Und man sieht auch wieder das Stückchen vom Innenteiler, das nur geschraubt ist. Packband über die Kanten, um es nicht aus Versehen mit zu verleimen.

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Weichenbrett raus und man sieht durch bis auf die Vorderseite. Ich muss ja auch irgendwie von hinten an die Schallwand kommen.
einweg
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 14. Nov 2013, 01:07
Hi averett,

na das nenn ich doch mal know-hoff Vermittlung.
Toll was du mit der Oberfräse drauf hast. Großes Erwachsenenkino !!!
Weitermachen !

fg

jens
herr_der_ringe
Inventar
#8 erstellt: 14. Nov 2013, 01:32
sieht interessant aus, was du hier fabrizierst
averett
Stammgast
#9 erstellt: 14. Nov 2013, 03:49
Oh, da kommen doch noch Gäste!

Das freut mich!

Schon befürchtet ich führe doch nur Selbstgespräche . . .

Ich mach' mal weiter:

Keine guten Erfahrungen mit völlig ungeschützten Kalotten gemacht und die MDT29 liegt ja eigentlich auch völlig nackt da, da muss ich auch noch 'was basteln.

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Ein Stückchen Edelstahlgewebe zwischen zwei Folienstücke, damit das Ganze auch rutscht, zwischen zwei Brettchen.

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Und dann alles in Form gedrückt. Erstmal trocken um zu schauen, ob's überhaupt geht wie gedacht. Dann . . .

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. . . die Kalotte mit einem Lederwachs vollgeschmiert. Das sieht so nicht schön aus und hätte auch irgendetwas anderes sein können, das Wachs habe ich in der Werkstatt gefunden, ich habe nur etwas gebraucht damit das Harz nicht in die offenen Maschen läuft. Beim ersten Versuch dachte ich noch ich könnte das Harz ausreichend genau nur in den Rand schmieren und hab's doch nicht hinbekommen. Also doch mit Trennmittel.

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Das Wachs lässt sich leicht ausspülen, der Rand sauber mit Epoxydharz verklebt und einigermassen geschliffen. Sehen wird man's später ohnehin nicht, das passt so. Tesarolle minus Eddingstrichstärke gibt auch genau meinen benötigten Durchmesser und zuschneiden lässt sich das ganz einfach mit der Schere.

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Lackieren . . .

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. . . und fertig . . .

. . . für heute. Morgen geht's weiter.

Gruss,

Martin
lonelybabe69
Inventar
#10 erstellt: 14. Nov 2013, 14:40
ich verneige mich vor so viel Schreiner-Know-how

ich wünschte, ich könnte sowas auch
Black-Devil
Gesperrt
#11 erstellt: 14. Nov 2013, 19:24
Ja, sehr geile Arbeit und viel Improvisationstalent! Heute Nacht hab ichs schon mal angeschaut, aber nicht mehr ganz kapiert, wie das alles funktioniert. Ausgeschlafen hab ichs jetzt aber gecheckt!
averett
Stammgast
#12 erstellt: 15. Nov 2013, 15:44
Vielen Dank, die Herren, dabei gibt's ja bei euch beiden doch wesentlich mehr zu gucken.
. . . da werde ich fast ein wenig verlegen . . .

Freut mich sehr, wenn's gefällt!

Geht mir auch ein wenig drum, das sich auch ansehnliche Ergebnisse mit bescheidenen Mitteln hinkriegen lassen.
Für den Gehäusebau war ich in einer Selbst-, Nachbarschaftshilfe-Mietwerkstatt, ein bisschen Schreinerei-Grundausstattung ist da,
alles nicht wirklich toll, aber man kann damit schon arbeiten. Einen Oberflächenraum aber, in dem man mehr als Öl und Wachs machen kann,
gibt's leider nicht . . .

. . . da muss ich eben umziehen . . .

Weiss matt soll's werden, Hochglanz tue ich mir mit meinen Mitteln nicht an.
Als Oberflächenraum muss der nicht ausgebaute Dachboden herhalten.
Alles andere als staubfrei, aber gross, durch die Ziegelritzen auch gut belüftet
und für die Zigarettenpausen mit einer Bombenaussicht über Berlin:

Foto-2

Unten sieht man das Loch zum rauskrabbeln, in der Mitte den Fernsehturm und die Hochhäuser vom Potsdamer PLatz.

031

Und der Oberflächenraum selbst - da sieht man auch gleich weshalb ich da nicht mit dem Gartenschlauch durch kann.
Ich glaube, das fänden meine Nachbarn und der Vermieter nicht so toll . . .

032

Die erste Schicht habe ich noch mit dem Pinsel gemacht, relativ satt drauf und viel geschliffen.
Profi-Malerzeugs bekommen, das auch sehr gut verläuft und die Poren füllt, aber von Hand schleifen nervt halt doch.
Aber Strom habe ich hier oben leider nicht

033

Und um auf allen Teilen auch wirklich die gleiche Oberfläche hin zu bekommen, natürlich auch alle Teile grundiert.
Eigentlich schade die Schallwand aus HiMacs auch zu lackieren, aber -ich hab's ja oben schon geschrieben-
mir ging's vor allem um die mechanischen Eigenschaften. MDF so dünn auszufräsen und dann von hinten die Lautsprecher
gegen zu schrauben, ich glaube das wäre nicht gut gegangen.

. . . und jetzt muss ich wieder ins Büro, später gibt's mehr . . .
averett
Stammgast
#13 erstellt: 18. Nov 2013, 13:27
Und weiter mit der Oberfläche in meinem (naja, nicht wirklich) Dachboden.
Auch wenn das Luftvolumen eigentlich riesig ist, steht der Lacknebel doch ziemlich in der Luft.
Beide Gehäuse und die Kleinteile einmal lackiert und dann sieht's so aus:

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Nach einem gründlichen, erst trocken, dann nass, Zwischenschliff die Oberfläche mit Sprühdosen lackiert.
Bei kleinen Flächen geht das -für mich- sehr gut, bei grossen, den Gehäuseseiten, wird's schon schwierig
alles gleichmässig ohne Läufer oder stumpfe Stellen hinzubekommen.

Das ging jetzt noch gerade so, auch wenn ich an den Seiten ein paar Stellen habe, mit denen ich nicht so glücklich bin,
aber da stand mir wohl der Ehrgeiz und Geiz gleichermassen im Weg, die doch zum Profi zu bringen - zumal das ein
eher günstiges Projekt ist.

037

Die kleineren Teile sind ja alle ganz ok geworden, von links nach rechts: Schallwand, der Deckel hinten und der Sockel.

038


Gruss,

Martin
averett
Stammgast
#14 erstellt: 18. Nov 2013, 14:28
Und nebenher Weichen basteln. Das Wetter war noch gut genug, da habe ich's mir,
voll ausgerüstet mit Kaffee, Keksen und Zigaretten auf dem Balkon gemütlich gemacht

. . . so lässt sich's arbeiten . . .

054

040

Alles so kompakt angeordnet, das ich kaum Kabelbrücken gebraucht habe, die relativ langen Anschlusslappen der Folienspule haben da natürlich auch geholfen. Alle Bauteile liegen auf Moosgummistreifen und sind dann mit reichlich Kabelbindern befestigt. Und weil die Weichenbretter gleichzeitig auch Teil des TML-Teilers sind, sind die Bohrlöcher für die Kabelbinder natürlich alle gründlich mit Leim zugeschmiert.

041

Ich verlinke ja selbst immer wieder gern zu Troels Seite, und hab' dann beim Anordnen nur drauf geschaut, dass alles schön kompakt ist und die Spulen einigermassen weit voneinander entfernt. Aber die kleine Spule und der dicke Kondensator liegen leider ziemlich dumm zueinander (im Link nach unten scrollen zu "Capacitor in alu tube). Naja, vielleicht mach' ich das nochmal neu, aber, das kennt ja auch fast jeder, wenn die Lautsprecher mal komplett zusammengeschraubt sind, ist die Motivation alles wieder auseinander zu nehmen ziemlich gering. Da geht's mir nicht anders . . .
einweg
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 19. Nov 2013, 00:26
Hi,

oh ja das Weiß kommt sehr gut. Weiß ist aktuell oft hier im DIY-Bereich zu sehen ,wie auch bei meinen
aktuellen LS ;-))...
mal ne Frage evtl. an alle: wie warm wird so ein Widerstand in einer F-Weiche ? ich frag mich ob die
Isolation der Folienspule beim Huckepackaufbau evtl. Schaden nehmen könnte ?

Bin sehr gespannt wie die Resterampe fertig aussieht !!

und weiterhören bzw. -machen!

fg
jens
averett
Stammgast
#16 erstellt: 19. Nov 2013, 04:09

einweg (Beitrag #15) schrieb:
mal ne Frage evtl. an alle: wie warm wird so ein Widerstand in einer F-Weiche ? ich frag mich ob die
Isolation der Folienspule beim Huckepackaufbau evtl. Schaden nehmen könnte ?

N'Abend Jens,

Ich kenne auch Bilder von wohl zu heiss gewordenen Widerständen, die dann auch mal das Dämmmaterial angeschmort haben, aus eigener Erfahrung kann ich da bisher nicht sprechen. Glaube das ist eher ein PA-Thema, da möchte ich aber nicht drauf festgenagelt werden.

Ich bin (zuhause) kein sehr-laut-Hörer, und wenn, nicht mit den Lautsprechern. Das können sie einfach nicht, die klingen dann schnell mal gequält, die Bässe schlagen an, macht einfach keinen Spass - und dementsprechend kriegen die auch selten richtig Leistung.

Zum einen sind die Widerstände üppiger dimensioniert als vom Entwickler angegeben, 10W kosten nur minimal mehr als die 5W, zum anderen liegen die auf einem Moosgummistreifen, der nochmal zusätzlich isoliert, aber gleichzeitig sind ja gut 2/3 frei, da sollte die Wärmeabfuhr schon reichen.

oh ja das Weiß kommt sehr gut.

Danke. Ein Klassiker halt, finden manche vielleicht auch langweilig, ich mag die schlichten, weissen Kisten - wenn die Proportionen stimmen.


. . . und weiter am Gehäuse:

055

Von unten ins Gehäuse geschaut: oben ist vorn. Dadurch das der Sockel, der Zwischenboden, der am geschlossenen Ende der TML sitzt, die Schallwand, der Deckel hinten und die Weiche, die Teil des TML-Teilers ist, geschraubt sind, komme ich wirklich überall noch ran, um mit dem Dämmmaterial noch an die jeweilige Akustik anpassen zu können. So ganz klar wo die mal stehen werden ist's noch nicht und sicher wird sich das auch immer mal wieder ändern.


Schallwandmontage:

043

Irgendwann finden die ganzen Einzelteile zusammen, das es passt wusste ich ja vorher, natürlich hatte ich immer die Chassis zum ausprobieren und Maß nehmen in der Werkstatt. Aber ob's denn auch so aussieht, wie ich mir das vorgestellt habe.

Ich muss/darf beruflich immer wieder entwerfen, durchplanen und manchmal auch umsetzen, für meine eigenen Projekte spare ich mir meistens die Zeichnerei, ich weiss ja schon ungefähr wie was aussehen wird. Pläne mache ich sonst eigentlich nur um mit anderen drüber reden zu können.

Jetzt erklären sich auch die Einschlagmuttern von oben aus dem Schallwand-Sandwich:
TT-Montage mit so etwas ähnlichem wie den PA-Klammern, bei mir klein und leicht aus zurechtgebogenen Winkeln, die Seite, die auf das Holz drückt noch kurz an die Schleifmaschine gedrückt, damit die sich richtig ins Holz krallen kann und nicht wegrutscht. Der HT, ohne Frontplatte, wird mit einem Streifen Birnbaum-Multiplex zusammen mit dem Gitter in die Schallwand gepresst. Mit der Birne hat's nichts besonderes auf sich, das ist auch nur Resteverwertung von ein paar Wohnzimmertischchen, die ich vorher gebaut habe.

Was man auch noch sieht ist die Zugentlastung für die Anschlusskabel, beim TT mit Kabelbindern um den Magneten, beim HT am Holzsteg.

042

Und beide zusammen.

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045

Näher ran. Yeah!
HT-Gitter passt und sieht auch ganz passabel aus . . .


Fast durch, paar Bilder habe ich noch.
Liest überhaupt noch jemand mit?


Gruss,

Martin
tobotron
Stammgast
#17 erstellt: 19. Nov 2013, 08:26
Klar!

Ich kann zwar nix schlaues dazu sagen, finde es aber ziemlich interessant, wie du arbeitest. Ich freue mich auf den Endspurt
herr_der_ringe
Inventar
#18 erstellt: 19. Nov 2013, 20:05

Liest überhaupt noch jemand mit?

*sabber wegwischt*
-erdferkel-
Stammgast
#19 erstellt: 20. Nov 2013, 15:52
Bin auch am Start! Sehr coole Sache!
averett
Stammgast
#20 erstellt: 23. Nov 2013, 20:10
Na das freut mich doch, Jungs !

Die letzten Tage zuviel gearbeitet, da war ich abends dann doch zu platt,
aber jetzt passt's. Ich mach' mal fertig:

Endspurt. Alle Teile zusammen, die Moosgummiteile zuschneiden und zusammenschrauben:

046

Den TML-Teiler zu und den Sockel ran. Da tue ich die ganze alles um möglichst schlank zu bauen, da wollte ich keinen allseitig überstehenden Sockel. Hinten Füsschen stehen lassen, vorne bleibt sie schlank - stabil steht sie trotzdem. Die vorhandenen Fugen wollte ich gar nicht verstecken, die Moosgummistreifen, die als Abdichtung zwischen den Teilen liegen, sind bewusst schwarz gewählt, passt meiner Meinung nach auch ganz gut zum schwarz/weiss der Schallwand.

UND . . . FERTIG:

051

Oben und . . .

052

. . . unten. Zuerst hatte ich unten weissen PU-Schaum um das Ende der TML optisch dicht zu machen. Das weiss ist eher gelblich, lackieren konnte ich den nur oberflächlich, das gelbstichtige bin ich trotzdem nicht los geworden - also schwarz als Kontrast.

Und ganz, einmal ringsrum:

047 048

049 050

Die Fotos in der Wohnung fand ich nicht so dolle, und weil's draussen noch schönes Wetter hatte nochmal raus auf den Balkon.

Klanglich keine Überraschung, ich habe die Kent ja schonmal in der Originalversion am Ende meiner Lehre gebaut.
Ob's das umfalten jetzt gebracht hat - ich kann's nicht wirklich sagen. Fette Bässe gibt's weder mit der umgefalteten,
noch beim Original-Bauplan, aber ein kleiner, feiner Jazz-Lautsprecher ist's auf jeden Fall.

Hoffe es gefällt!

Grüsse,

Martin
-erdferkel-
Stammgast
#21 erstellt: 23. Nov 2013, 20:17
Sehr stark
derwildi
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 24. Nov 2013, 21:37
Viel Arbeit und kreativer Einsatz. Aber ist echt super geworden, bin auf die Klangbeschreibung gespannt :).

Bin vorallem über die Lackqualität erstaunt, super sache
tobotron
Stammgast
#23 erstellt: 24. Nov 2013, 22:03
Das Abgesetzte ist zwar nicht so meins, aber Hut ab für diese Arbeit!
PokerXXL
Inventar
#24 erstellt: 25. Nov 2013, 12:16
Moin Averett

Den Speaker hast du Klasse umgesetzt.
Auch schön deine Detaillösungen zu sehen.
Viel Spaß bei guter Musik

Greets aus dem Valley

Stefan
sammler-0815
Hat sich gelöscht
#25 erstellt: 25. Nov 2013, 23:05
Hallo Martin,

ganz tolle Arbeit, klein aber sehr fein!
Und ein toll bebilderter Bericht!
Besonders die gezeigte Kreativität - z.B. das Formen des Schutzgitters für den HT - haben mich echt mit offenem Mund dastehen lassen.

Gruß
Jürgen
audiojck
Inventar
#26 erstellt: 26. Nov 2013, 15:13
Wahnsinn!
Echt supergute Arbeit!
Die HT-Gitter finde ich super.
Maliq
Inventar
#27 erstellt: 27. Nov 2013, 03:48
Kann man das Himacszeugs als Normalsterblicher irgendwo kaufen?
Tomacar
Inventar
#28 erstellt: 28. Nov 2013, 01:09


leider geil!

.. und wieder was gelernt!

ein großes DANKE an Dich!
herr_der_ringe
Inventar
#29 erstellt: 28. Nov 2013, 02:14

Maliq (Beitrag #27) schrieb:
Kann man das Himacszeugs als Normalsterblicher irgendwo kaufen?

wird teilweise bei küchen- bzw. bäderherstellern und tischlern verwendet, einfach mal nachhaken.
ansonsten: frag mal den vertrieb. oder diesen
averett
Stammgast
#30 erstellt: 28. Nov 2013, 03:46
Vielen Dank!

Freut mich natürlich wenn's gefällt. Bisschen 'was von den Details mal genauer zeigen, dafür ist so ein Forum doch da - habe mir hier auch schon eine Menge abschauen dürfen, bei ganz vielen. Und keines der Details ist ja mit komplizierten Maschinen entstanden, Ständerbohrmaschine, Tischkreissäge und meine Handoberfräse, die ich für 30,-€ gebraucht gekauft habe, viel mehr habe ich ja nicht gebraucht - kriegt also jeder hin.


sammler-0815 (Beitrag #25) schrieb:
(...) das Formen des Schutzgitters für den HT - haben mich echt mit offenem Mund dastehen lassen.


Dankeschön! Mit denen bin ich auch ganz zufrieden, aber die, die ich weiter vorn gezeigt habe, sind ja auch schon die 2te Version.

056

1ter Versuch. Die ganze Kugel in die Schablone gepresst, hat sich verdreht und die Maschen leider schief gezogen.
Später habe ich einen Teil der Kugel platt geschliffen um eine ebene Fläche für die Zwinge zu haben.
Bisschen anziehen, schief, wieder lockern, korrigieren, anziehen und so weiter und irgendwann hat's gepasst.
Siehe oben . . .

057

. . . aber ich bin ja gerade bei den Patzern. Der 1te Versuch, da habe ich auch noch ein groberes Gewebe genommen,
mit den schief gezogenen Maschen. Am linken Bildrand hat's das Gewebe ziemlich stark verzogen,
unten rechts praktisch gar nicht, wenn man direkt von oben drauf geschaut hat, leider kein Foto,
sah das alles leider ziemlich krumm aus.

Man erkennt's leider nicht gut, aber an manchen Stellen ist das Epoxydharz am Rand in die Kalotte gelaufen,
nicht wirklich viel, aber echt mühsam das wieder aus den Maschen rauszupopeln

Als ich dann den ersten Test in der Hand hatte, wollte ich eh ein feineres Gewebe, aber den 2ten Versuch kennt ihr ja schon . . .


Maliq (Beitrag #27) schrieb:
Kann man das Himacszeugs als Normalsterblicher irgendwo kaufen?


Ich habe meine Abschnitte mal aus der Bucht gefischt, und die gibt's da auch immer wieder.
Lässt sich super verarbeiten, das Problem ist eher das kleben. Es gibt ja den Kleber in den exakt passenden Farben,
nur ist der echt scheissteuer und von LG kaum in kleinen Mengen zu bekommen.
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