BPA Pipe Six Nachbau

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xDeadalusx
Neuling
#1 erstellt: 21. Feb 2014, 13:17
Hier mein Bericht zu meinem ersten Selbstbauprojekt, der Pipe Six von BPA.

Die Holzteile für das Case habe ich bei SpeakerCase aus schwarzem MDF bestellt. Die Qualität und Verarbeitung ist super, die Ausfräsungen für die Chassis usw. passen genau. Außerdem fand ich es sehr positiv, dass schon Ausfräsungen für Lamellos vorbereitet wurden, dadurch braucht man nicht selbst Löcher für Holzdübel o.Ä. bohren, was ohne geeignete Geräte nicht ganz einfach ist. Ein kleines Manko gibt es dennoch, da die Fasen an den Seitenteilen und dem Standfuß fehlten. Diese sind natürlich nur ästhetischer Natur und haben klanglich keinen Einfluss. Ich habe aber trotzdem erwartet, dass diese vorhanden sind. Auf Nachfrage wurde mir angeboten, dass ich das Set auf meine Kosten zu SpeakerCase zurückschicke und sie das kostenlos nacharbeiten. Da ich jedoch über Weihnachten unbedingt den Bau beginnen wollte, war nicht mehr genug Zeit, weshalb ich nicht auf das Angebot einging. Insgesamt ist der Kundenservice also sehr zuvorkommend, nur sollte man solche Kleinigkeiten vielleicht vor der Bestellung telefonisch besprechen, damit es nicht zu solchen Problemen kommt.
Wie dem auch sei, ich habe mich dann aus Ermangelung geeigneter Gerätschaften dazu entschieden, die Box eckig zu lassen und bin auch damit sehr zufrieden. Der Lautsprecher wirkt dadurch weniger schlank, sondern eher wuchtig, ist eben Geschmacksache.
Kostenmäßig kam der Bausatz für beide Lautsprecher insgesamt auf 500€. Dazu kamen noch Kosten für Furnier, Leim, Dekorwachs und andere Kleinigkeiten, sodass insgesamt ca. 600€ zusammenkamen. Nun aber zum Bau selbst.

Angefangen habe ich mit der Frequenzweiche, da ich noch auf das Furnier warten musste. Da keine Leiterplatte beilag, habe ich ein übergebliebenes Stück der Rückwand eines Küchenschranks genommen. Nach ein wenig Überlegen habe ich die Bauteile dann auf der Oberseite mit Silikon aufgeklebt und auf der Unterseite verlötet.
Nachdem dann das Furnier da war, konnte dann der eigentliche Bau beginnen. Ich habe die Front mit der Rückseite und der Ober- und Unterseite verleimt, da nur dort furniert werden musste, die Seitenteile blieben schwarz. Zum Furnieren habe ich mich für Kirschbaum (von Templin, sehr zu empfehlen) entschieden. Das Case sowie das Furnier wurde mit Ponal Express Holzleim eingestrichen (ein elastischer Scheibenkratzer fürs Auto hat sich hier als sehr hilfreich erwiesen). Dann habe ich das Furnier auf das Case gelegt, mit dem Bügeleisen Lufteinschlüsse rausgedrückt und anschließend mit einem Seitenteil des Cases und Schraubzwingen angepresst. Der Leim trocknet recht schnell, nach etwa einer Stunde kann man schon die nächste Seite furnieren, sodass das Ganze für beide Lautsprecher nur etwa einen Tag in Anspruch nahm. Dummerweise habe ich nicht an das Gegenfurnier gedacht (obwohl ich viel darüber gelesen habe). Um aber ein Verziehen der Front bzw. Rückseite zu vermeiden habe ich dann nach längerem Überlegen doch noch ein Gegenfurnier ins Innere angeleimt. Das war etwas problematisch, da nicht mehr alles so gut erreichbar war, aber es hat funktioniert. Und da man es sowieso nicht sieht, muss es auch nicht allzu perfekt sein. Die Überstände des Furniers am Rand und an den Ausfräsungen hab ich übrigens mit einem Skalpell und Schleifpapier abgetragen. Besser wäre es natürlich zu Beginn alles zu furnieren und dann erst die Teile zu schneiden und auszufräsen. Dies war mir aber nicht möglich und wie man sieht, geht es auch so ganz gut (mit zugegebenermaßen etwas mehr Arbeit).
Nach dem Furnieren habe ich dann jeweils ein Seitenteil im Inneren der Box angeleimt. Jetzt konnte die Frequenzweiche an der Rückwand über dem Terminal befestigt werden. Dazu habe ich kleine Abstandhalter aus Plaste verwendet (da sonst die Kabel auf der Rückseite der Frequenzweiche angedrückt würden und eventuell Lötstellen kaputt gehen könnten) und die Frequenzweiche mit Messingschrauben (da nicht ferromagnetisch) befestigt. Anschließend habe ich die Chassis und das Terminal angebracht und die Kabel entsprechend befestigt (teilweise gelötet, teilweise mit Lüsterklemmen). Nun konnte das Holzteil im Inneren der Box angeleimt werden. Danach wurden die Schaumstoffteile mit Silikon in das Gehäuse eingeklebt und das Bassreflexrohr eingelassen (hält formschlüssig bombenfest auch ohne Kleber).
Nach kurzem Funktionstest ging es dann ans Oberflächenfinish. Lack kam für mich nicht in Frage, da ich zum einen keine Erfahrung damit habe und zum anderen auch keine Lust hatte, mehrere Male zu pinseln, schleifen, etc. Außerdem mag ich einen eher matten Look. Deshalb habe ich mich für farbloses Dekorwachs von Osmo entschieden. Dieses muss nur einmalig aufgetragen werden, macht die Oberfläche Schmutz und Feuchtigkeitsresistent und sieht meiner Meinung nach sehr natürlich aus. Außerdem hält sich der Gestank in Grenzen und das Zeug lässt sich auch für Neulinge leicht verarbeiten. Dummerweise ist mir beim Wachsen der Wachsbehälter vom Tisch gefallen, was eine schöne Sauerei auf dem Kellerboden ergab (siehe Bilder). Das Zeug ist jetzt halt Teil des Kellers… Zum Glück hat die Restmenge noch gereicht, da es sehr ergiebig ist. Trotzdem wäre ich beim nächsten Mal viel vorsichtiger. Der Arbeitsaufwand war mit etwa 3 Tagen auch relativ gering. Außerdem hat mir der Bau sehr viel Spaß bereitet, also würde ich kaum von Arbeit reden.

Nun zum Klang: Ich bin kein Spezialist und habe auch keine Messtechnik, jedoch bin ich mit dem Sound sehr zufrieden. Bass ist ausreichend vorhanden und auch die Lautstärke lässt keine Wünsche offen. Auch bei ordentlich erhöhter Zimmerlautstärke habe ich keine Verzerrungen o.Ä. wahrnehmen können. Zum Vergleich habe ich die Wharfedale Diamond 9.1. Die Pipe Six macht besonders im Hochtonbereich mit einem sehr klaren differenzierten Klang einen deutlich besseren Eindruck. Dagegen klingen die Wharfedale eher dumpf. Im Bassbereich haben die Wharfedale eine Ecke mehr Power, was mir aber inzwischen schon zu viel ist. Vorher ist mir das nie so aufgefallen aber im Vergleich sind die Wharfedale wirklich sehr basslastig. Der Klang der Pipe Six ist insgesamt einfach ausgewogener, auch wenn sie nicht ganz so tief kommen wie die Wharfedale. Bei einem Soundtest war bei der Pipe Six etwa bei 30Hz Schluss, die Wharfedale gingen bis etwa 20Hz, wovon ich wirklich überrascht war. Zuletzt möchte ich noch die ausgesprochene Räumlichkeit der Pipe Six hervorheben. Mag daran liegen das es meine ersten Breitbänder sind, aber ich bin total begeistert. Wenn man die Augen schließt, könnte man wirklich meinen, dass die Musiker direkt im Zimmer stehen. Besonders Gesang kommt grandios hautnah herüber. Ich hatte bei einigen Liedern, die ich schon tausendmal gehört habe, wieder Gänsehaut bekommen, einfach klasse.

Insgesamt bin ich also sehr zufrieden mit meinem ersten Selbstbau. Es war mit Sicherheit nicht der letzte. Fest vorgenommen habe ich mir schon, passende Surround Speaker zu bauen.
Über Feedback und Anregungen würde ich mich sehr freuen und Fragen werde ich gern beantworten

So und nun natürlich noch einige Bilder
Stoney79
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 22. Feb 2014, 12:23
Gratuliere zu Deinem ersten Selbstbauprojekt:

zur Frequenzweiche:
Die Lötstelle vom W6+ zur Spule empfinde ich nicht als gelungen. Der Lack über dem Spulendraht muss weg bevor gelötet wird. Die Lötstellen (alle) würde ich nochmals überarbeiten. Was für ein Löteisen benutzt du?

Wie heiss wird der Widerstand unter Dauerlast mit ordentlich Pegel?
Evtl. dieser vom Kondensator entfernen.

Spulenabstand und -anordnung würde ändern. (Suche mal hier im Forum nach Spulenanordnung).
herr_der_ringe
Inventar
#3 erstellt: 22. Feb 2014, 12:42
sehr schöner LS, würde mich allerdings über im forum integrierte bilder freuen (die bilder bei externen hostern sind über kurz oder lang alle verschwunden )

xDeadalusx
Neuling
#4 erstellt: 24. Feb 2014, 15:12

zur Frequenzweiche:
Die Lötstelle vom W6+ zur Spule empfinde ich nicht als gelungen. Der Lack über dem Spulendraht muss weg bevor gelötet wird. Die Lötstellen (alle) würde ich nochmals überarbeiten. Was für ein Löteisen benutzt du?


Das mit dem Lack ist mir auch noch aufgefallen als ich den ersten Speaker zusammengebaut habe. Aus dem Breitbänder kam nämlich kein Ton, aufgrunddessen, dass dort kein Kontakt war. Wusste ich leider nicht und habe ich auch erst nach 2 Stunden mühsamen Suchens herausgefunden. Wie macht man denn üblicherweise den Lack ab? Ich habe es jetzt einfach an einer anderen Stelle neu verlötet an dem kein Lack ist (habe aber kein Bild gemacht davon). Löteisen hab ich mir vom Baumarkt geholt, ist nichts besonderes, tut aber seinen Dienst.


Wie heiss wird der Widerstand unter Dauerlast mit ordentlich Pegel?
Evtl. dieser vom Kondensator entfernen.

Spulenabstand und -anordnung würde ändern. (Suche mal hier im Forum nach Spulenanordnung).


Leider habe ich die Boxen jetzt schon fertig zusammengebaut und kann daher weder schauen wie heiß der Widerstand wird, noch kann ich etwas an der Frequenzweiche ändern. Ich schätze ich muss einfach hoffen dass alles weiterhin (hoffentlich lang) funktioniert


sehr schöner LS, würde mich allerdings über im forum integrierte bilder freuen (die bilder bei externen hostern sind über kurz oder lang alle verschwunden )


Bei Gelegenheit werde ich die Bilder nochmal hier direkt reinstellen, damit die verewigt werden können
herr_der_ringe
Inventar
#5 erstellt: 24. Feb 2014, 15:24

Wie macht man denn üblicherweise den Lack ab?

z.b. mitm cuttermesser abschaben

die widerstände sind im regelfall bei üblichen homepegeln (ergo: mit hin und wieder party) ausreichend belastbar.
xDeadalusx
Neuling
#6 erstellt: 24. Feb 2014, 15:32
OK, ich hab mir schon gedacht, dass es ne dumme Frage war Nächstes mal werd ich das aber auf jeden Fall so machen.

Da ich eigentlich sehr selten die Musik richtig laut höre, dürfte es dort hoffentlich keine Probleme geben.

Ist es bei Bassreflexboxen eigentlich nötig, die alle Holzteile luftdicht zu verleimen? Bei geschlossenen Bauweisen kann ich das ja verstehen, die BR ist ja aber sowieso offen.
herr_der_ringe
Inventar
#7 erstellt: 24. Feb 2014, 15:57
bei BR ist das zwar weniger kritisch als bei CB. trotzdem empfielt es sich, wirklich sauber zu verleimen, da die abstimmung in einem nicht bekannten maß verändert wird.

ich gehe aus dem grund bei gehrungen immer her, säge diese mit 45,2°, "vertape" diese aussen mit paketklebeband und klappe diese nur noch zusammen (keine lamello etc.).leim dabei immer nur auf der äusseren hälfte der gehrung - drückt es beim zusammenklappen in jede ritze der fuge.

falls dir nicht sicher bist ob alles wirklich dicht ist, so nimm die leimbuddel und ziehe innen an der gehrung noch eine leimschnur drüber.
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