Blutiger DIY-Neuling baut: ScaMo 15

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Kazaam
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 13. Okt 2014, 16:17
Liebe HiFi-Gemeinde,

ich möchte mich kurz vorstellen:
Ich bin großer Musikfan. Früher eher laut und schnell, mit dem Alter kommen aber auch die ruhigeren Töne dazu. Jahrelang habe ich über ein JBL-Surroundsystem Musik gehört und fand das immer prima. Nach einem Umzug und dem Kennenlernen neuer, sehr audiophiler Kollegen, wurde mir durch deren Gespräche klar, dass ich mal meine Einstellung zu echtem Spitzen-Sound überdenken sollte.
Ich machte den Anfang mit halbwegs brauchbaren Kopfhörern (Shure SHR 840) und bin dadurch so verwöhnt, dass ich jetzt selbst ran will und mir ein paar gute, eher kleineren Lautsprecher bauen will.
Das Projekt Scamo 15 aus Hobby-HiFi 02/2014 hat mich schnell angelacht. High-End-Chassis zu günstigem Preis, alle Pläne vorhanden - warum nicht?
Also habe ich mir die Teile bei Hellsound bestellt und Speaker Space einen Auftrag für die Schallwände (Gärung, s.u.) erteilt.
Die Teile kommen wohl in den nächsten Tage, die Schallwände benötigen bedauerlicher Weise 15-25 Tage.
Ich habe zudem eine digitale Lötstation und das entsprechende Zubehör bestellt. Ihr seht, ich habe im Titel nicht gelogen, ich bin wirklich blutiger Anfänger.
Bis die Schallwände kommen, kann ich mir jetzt Gedanken machen, wie sie letztendlich optisch aufbereitet werden sollen. Grundsätzlich schwebt mir ein weißer Klavierlack vor Augen. Ich habe allerdings keine Ahnung, was eine solche Lackierung beim Profi (denn nur da würde ich das machen lassen) kostet. Darüber hinaus könnte ich mir vorstellen, dass der Klavierlack die Maße der Aussparungen für die Chassis in den Schallwänden derart verändern würde, dass diese nicht mehr passen. Die Arbeiten von Speaker Space sind sehr genau: Abweichungen von +/- 0,3mm(!) sind wohl leicht zu verschmerzen, alles was darüber hinaus geht, wird dann schon eng.
Wie auch immer, bis dahin ist ja wohl noch etwas Zeit. Also werde ich die Weiche löten und mal ein bisschen testen. Interessant wäre zu wissen, ob ich auch als Laie die Chassis halbwegs professionell einschwingen kann.

Über Tipps würde ich mich sehr freuen.

Rock on!
Polenpatty
Stammgast
#2 erstellt: 14. Okt 2014, 19:40
Moin Kazaam,
Glückwunsch zu deiner Wahl! Die Scamo ist ein toller Speaker.
Zum Thema Lackierung. Die Preise für eine Lackierung variieren ziemlich stark. Es ist auf jeden Fall sinnvoll bei ein paar Autolackieren anzufragen. Je nach Farbwunsch kann man auch Glück haben und mit "Resten" einer Autolackierung ein feines Kleid für die neuen Lautsprecher bekommen. Echter Klavierlack ist das natürlich nicht.... der kostet aber richtig.
Meines Wissens nach fräst Speaker Space auf Wunsch auch mit Lackzugabe. Einfach anrufen... vielleicht ist es noch nicht zu spät.
Kazaam
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 14. Okt 2014, 20:21
Lötzubehör

Vielen Dank! Ich bin unfassbar gespannt. Die ersten Teile (s.o.) sind bereits angekommen, das Herz, also Weiche und die Chassis sollten morgen kommen. Dem Löten sollte also nichts im Wege stehen.
Vielen Dank für den Tipp, ich hab' denen gleich noch ne Email geschickt. Scheint ja ein sehr zuverlässiger Laden zu sein. Bin auf die Antwort sehr gespannt, da mir das ja auch viel Arbeit ersparen würde (ja, ich habe gesehen, dass man die ScaMo auch fertig gebaut kaufen kann, will ich aber nicht).

Nach einigen Recherchen ist mir bewusst geworden, dass ein Klavierlack wohl nicht in Frage kommt. Ist viel zu teuer! Eine hochwertige Hochglanzlackierung wird wohl auch reichen.

Falls die Jungs von Speaker Space nicht lackieren, werd' ich hier wohl bei einen Autolackierer anfragen.

Rock on!


[Beitrag von Kazaam am 14. Okt 2014, 20:21 bearbeitet]
Polenpatty
Stammgast
#4 erstellt: 14. Okt 2014, 22:18
Da bist du wohl bsser ausgestattet als so mancher alter Hase.
Wünsche dir viel Spaß beim basteln!
pelowski
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 14. Okt 2014, 23:12

Polenpatty (Beitrag #4) schrieb:
Da bist du wohl bsser ausgestattet als so mancher alter Hase...

Soetwas (o.ä.) sollte aber nicht fehlen: Free-Shipping-5PCS-Lot-Kester-951-No-Clean-Soldering-font-b-Flux-b-font-font-b
Ja ich weiß, dass der Lötdraht eine Flussmittelseele enthält; sehr oft ist das aber für saubere Lötstellen nicht ausreichend!

Kazaam schrieb: ....einen Auftrag für die Schallwände (Gärung, s.u.) erteilt... Soll daraus ein alkoholisches Getränk werden?

Grüße - Manfred
Kazaam
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 15. Okt 2014, 03:32
Hehe, okay, im meinte selbstverständlich "Gehrung".

Kannst Du mal ein, zwei Takte zu diesem Stift sagen?
Andreas1968
Inventar
#7 erstellt: 15. Okt 2014, 09:33
Hallo Kazaam

Glückwunsch zu deiner Lautsprecherwahl

Mach mal ein paar Angaben zum Abhörraum.

Bekommen die Scamo 15 auch Unterstützung durch einen Subwoofer?

Grüße
Andreas
pelowski
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 15. Okt 2014, 12:38

Kazaam (Beitrag #6) schrieb:
...Kannst Du mal ein, zwei Takte zu diesem Stift sagen?

Hallo,

hier mal ganz allgemein: http://de.wikipedia.org/wiki/Flussmittel_%28L%C3%B6ten%29
hier verschiedene empfehlenswerte Produkte:
http://www.conrad.de...-Inhalt-7-g?ref=list
http://www.conrad.de...Inhalt-20-g?ref=list
http://www.conrad.de...-ml-F-SW-33?ref=list
http://www.conrad.de...-ml-F-SW-34?ref=list
http://www.conrad.de...-ml-F-SW-23?ref=list

Die Stifte haben den Vorteil, dass man damit recht einfach und gezielt die zu lötenden Komponenten benetzen kann.
Löthonig verwende ich immer dann, wenn ich größere Lötstellen habe, wo das flüssige Flussmittel zu schnell verdampft.


Grüße - Manfred
Kazaam
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 15. Okt 2014, 18:52
Das hört sich ziemlich interessant an. Evtl. werd' ich da bei Conrad im Shop nochmal einkaufen gehen.

Was die Nutzung mit Sub betrifft: Ich muss mich erst einmal ein bisschen reinhören. Wichtiger ist erst einmal ein ordentlicher, aber preiswerter Verstärker. Habt Ihr da eventuell ne Idee dazu? Sollte möglichst kompakt sein, da ich ihn auf meinen Schreibtisch stellen will. Der Raum ist knapp 20qm groß und größtenteils mit Bücherregalen verstellt. Hatte mit den Gedanken gespielt, die Lautsprecher mit einer Vorrichtung in ca. 1,5m Abstand an die Wand zu schrauben und schräg nach unten zu richten. Werde da wohl ein bisschen experimentieren müssen.
Polenpatty
Stammgast
#10 erstellt: 16. Okt 2014, 08:47
Zu deiner Verstärkerfrage...
Was bedeutet denn "preiswert" und "kompakt"? Wie viele Quellen sollen denn angeschlossen werden? Muss ein Plattenspieler mit dran? Soll ein Sub potentiell mit dran?


die Lautsprecher mit einer Vorrichtung in ca. 1,5m Abstand an die Wand zu schrauben und schräg nach unten zu richten

1,5m Abstand an die Wand gedübelt? Macht es nicht mehr sinn die Lautsprecher an einer "Deckenhalterung" zu montieren oder sie gleich auf Boxenständer zu stellen, die bB in die Hörposition gezogen werden und sonst WAF-freundlich an der Wand/Ecke stellen? Bei 1,5m wirken schon ganz ordentliche Hebelkräfte.
Kazaam
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 16. Okt 2014, 08:58
Zum Verstärker: preiswert heißt für mich bis ca. 300€+-. Ein Plattenspieler muss nicht ran (notfalls würde ich da noch was zwischenbasteln), ein Sub sollte angeschlossen werden können, da ich hier gerne dann weiter experimentieren würde. Mit kompakt meinte ich, dass es pral´ktisch wäre, keinen 30cm Verstärker, sondern eher einen kleineren zu nehmen, da ich den eben auf den Schreibtisch neben den PC stellen möchte, den ich auch daran anschließen möchte.

Rock on!
Checkerpig5332
Gesperrt
#12 erstellt: 18. Okt 2014, 07:05
Vlt. ein Rega Brio aus der Bucht - die bauen schmal, klingen aber (im positiven Sinn) breit
Black-Devil
Gesperrt
#13 erstellt: 18. Okt 2014, 08:01
Ein Sub sollte ohnehin immer aktiv sein.

Ich betreibe meine kleinen (Speedster und Audeca) mit einem Sure TDA 7492 (einfach mal bei ebay eingeben!), das Teil ist sehr gut verarbeitet und für den Preis (ich habe für das 2x50W Fertigmodell inkl. Netzteil ~40€ bezahlt) unverschämt gut. Auch mit dem schwachen Wirkungsgrad kann ich problemlos einen 30m² Raum mit deutlich gehobener Zimmerlautstärke beschallen.

Wenns ein wenig mehr sein soll:
Klick
Kazaam
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 18. Okt 2014, 22:05
Puuh, die Brio sind mir ein bisschen zu teuer. Der Sure ist ganz witzig, die Lieferzeit dauert mir aber zu lange. Vielleicht sollte ich meinen alten Telefunken mal rausziehen und reparieren lassen.

Übrigens ist gestern ein Paket angekommen. Leider bei den Nachbarn und die sind nicht da :-(
Kazaam
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 19. Okt 2014, 10:26
Mögen die Spiele beginnen:

Scamo 15 Paket


[Beitrag von Kazaam am 19. Okt 2014, 10:27 bearbeitet]
Andreas1968
Inventar
#16 erstellt: 19. Okt 2014, 11:28
Viel Spass beim Bauen

Die Ausrichtung/Anordnung der Spulen beachten!
Kazaam
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 19. Okt 2014, 14:16
Werde mich strikt an die Vorgaben halten.
Kazaam
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 20. Okt 2014, 18:22
Gehäuse

So, heute sind sogar auch schon die Gehäuse gekommen. Hab sie probeweise mal zusammengesteckt. Gefällt mir sehr gut! Ich hab dann auch gleich mal die Chassis rein und die erste fertig gelötete Weiche angeschlossen. Der Sound gefällt mir richtig gut, ist allerdings sehr leise. Ich nehme an, dass ich wohl irgendwo was falsch zusammengebruzzelt haben könnte. Kann das sein?
Black-Devil
Gesperrt
#19 erstellt: 20. Okt 2014, 18:32
Lass dir bitte ein wenig Zeit mit dem Zusammenbau - auch wenns schwer fällt.

Natürlich kannst du was falsch zusammengelötet haben - wenn es aber nur zu leise ist und sonst anständig klingt, liegt es vielleicht nicht an der Weiche.
Am besten mal ne Nacht drüber schlafen und morgen nochmal genau überprüfen.
Kazaam
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 20. Okt 2014, 20:25
So, ich hab' jetzt einfach noch mal die Chassis direkt an den Verstärker angeschlossen und siehe da: sie sind auch ohne Weiche recht leise. Hab' dann erst gecheckt, dass ich die Kabel an den Satelliten-Ausgang des 5.1-Receivers angeschlossen hab'. Der Test am Center-Ausgang sah ganz anders aus: der Pegel war wesentlich höher und druckvoller.
Also mal ganz ehrlich: wenn die sich jetzt schon derartig gut anhören, wie werden die dann erst klingen, wenn alles richtig zusammengebaut ist?
Black-Devil
Gesperrt
#21 erstellt: 20. Okt 2014, 21:03
Ich hoffe, du hast da nur die Tiefmitteltöner angeschlossen!?!?
Hochtöner mögen es nämlich nicht besonders, wenn sie ohne Weiche betrieben werden!

Aber schön, dass du die Ursache für den geringen Pegel gefunden hast!
Kazaam
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 20. Okt 2014, 21:36
Jau, nur die TT. War auch ganz vorsichtig ;-)

Ich bin mir beim weiteren Vorgehen nicht ganz sicher, vielleicht könnt Ihr mir da ja ein paar Tips geben.
Ich würde, wenn die Weichen fertig gelötet sind, die Gehäuseteile teilweise mit Alubutyl bedämpfen, dann mit ordinärem Holzleim verkleben und mit Schraubzwingen zusammenschrauben. Hier wird's wohl schon etwas knifflig, da die Wände auf Gehrung gesägt sind und dann wohl alle auf einmal geleimt werden müssen (Schlitze & Zapfen).
Ich würde dann die Weichen hinten reinschrauben, die Löcher für die Anschlüsse bohren und dann alle Öffnungen so gut wie möglich zukleben und zum Lackierer bringen.
Wenn der fertig ist, müssen noch die Chassis angeschlossen und reibgeschraubt werden - fertig.

Könnte der Plan so aufgehen?
Kazaam
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 25. Okt 2014, 11:58
Vielleicht gibt's ja doch noch jemanden, der mir bezüglich der Zusammenbaureihenfolge ein paar gute Tipps geben kann. Bin jedenfalls jetzt mit der ersten Weiche fertig. Die Lötstellen sind zwar optisch nicht besonders ansehnlich, funktionieren aber.
Man sieht, dass ich die LS-Kabel durch die Platine gezogen und an den entsprechenden Stellen festgelötet hab'. Vor dem finalen Zusammenbau misst mir ein Kollege die Weiche nochmal durch, um kalte Lötstellen auszuschließen.

Grundsätzlich würde mich aber brennend interessieren, wie ich die Drähte ordentlich zusammenlöten kann. Ideal wäre etwas Stift-mäßiges, was man durch die Platine schiebt und an dem man dann die Drähte und die Kabel anlöten kann. Ich stell mir z.m. vor, dass das so wesentlich sauberer wäre.

Weiche (Vorder- und Rückseite)Weiche (Vorder- und Rückseite)
pelowski
Hat sich gelöscht
#24 erstellt: 25. Okt 2014, 13:05
Für einen "blutigen Anfänger" sieht das recht gut aus.

Grüße - Manfred
herr_der_ringe
Inventar
#25 erstellt: 25. Okt 2014, 13:28

etwas Stift-mäßiges, was man durch die Platine schiebt und an dem man dann die Drähte und die Kabel anlöten kann

starres stromkabel, einfach abisoliert?

in deinem fall zwar zu spät, aber äusserst chic finde ich auch die verwendung von lötleisten (beispiel). gibts in ähnlicher bauform beim großen c.
Kazaam
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 25. Okt 2014, 16:26
Stimmt, die Idee mit dem Stromkabel finde ich wirklich ganz gut. Die zweite Weiche steht ja auch noch an. Ich werde aber vermutlich heute Abend die ersten Gehäuseteile zusammenleimen. Hab' einen ganz einfachen Holzleim (nicht wasserfest) gekauft und werde dann alles mit Schraubzwingen fixieren, auch wenn die Teile verzapft werden.

Ich bin mir aber immernoch unsicher, wie ich da weiter verfahren soll. Erst alles zusammenleimen und dann zum Lackierer? Oder erst die Weiche rein, zusammenleimen und dann zum Lackierer?

Das Problem ist nämlich, dass das wirklich ganz schön eng wird da drin.

Ich würde (nach einem richtigen Probelauf) die Weiche einbauen, die Schallwand drauf leimen und dann zum Lackierer bringen.


Was meint Ihr?
herr_der_ringe
Inventar
#27 erstellt: 26. Okt 2014, 12:05
moin,
zusammenleimen, weiche rein (oder umgekehrt; die FW irgendwie abdecken z.b. zeitung, schaumstoff etc.), ab zum lackierer.
die version "erst lacken, dann einbauen" birgt ein etwas höheres risiko, da irgendwas zu vermacken.

wenn du die weiche vor dem zusmmenleimen einbaust: du solltest in jedem fall darauf achten, daß du später noch an die FW rankommen könntest.
Stoney79
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 29. Okt 2014, 09:14
Hallo,

Wie herr_der_ringe bereits erwähnt hat ist es wichtig, dass du später noch die Frequenzweiche erreichen kannst.

Passt die FW nicht durch den grossen Chassic-Ausschnitt?
Gemäss den Abmessungen aus HH sollte das möglich sein. Im benachbarten Scamo15 Sammelthread wird dies auch so praktiziert. Hatte ich zumindest den Eindruck.
Die Befestigung durch den Chassis-Ausschnitt wird bestimmt fummelig. Deshalb den Ort wo die FW hin kommt gut vorbereiten bei offenem Gehäuse. Zum Beispiel durch vorbohren der Montagelöcher oder sogar Setzen von Gewindebüchsen. Faust-Schraubenzieher (wie nennt Ihr die) oder Schraubenzieher mit biegbarem Hals sind hier sehr nützlich - evtl. noch Kinderhände oder die Hände der Person welche für den WAF zuständig ist

cheers
duffy_
Stammgast
#29 erstellt: 29. Okt 2014, 09:49

Stoney79 (Beitrag #28) schrieb:
Hallo,
Die Befestigung durch den Chassis-Ausschnitt wird bestimmt fummelig. Deshalb den Ort wo die FW hin kommt gut vorbereiten bei offenem Gehäuse. Zum Beispiel durch vorbohren der Montagelöcher oder sogar Setzen von Gewindebüchsen. Faust-Schraubenzieher (wie nennt Ihr die) oder Schraubenzieher mit biegbarem Hals sind hier sehr nützlich - evtl. noch Kinderhände oder die Hände der Person welche für den WAF zuständig ist


So hab ich das bei den letzten Kompaktboxen, bei denen kein ausgelagertes Weichenfach möglich war, auch gemacht. Den Weichenplatz so wählen, dass du sie nach dem Zusammenbau des Gehäuses durch den TMT-Auschnitt bugsieren kannst, die Befestigungspunkte markieren und vorbohren (oder wie angesprochen Gewindebuchsen verwenden) bevor du das Gehäuse verleimst.

Es geht zwar auch ohne vorbohren, aber es ist ziemlich fummelig auf dem kleinen Raum die Schrauben ins MDF zu drehen und die Gefahr abzurutschen ist relativ groß.
Turbochris2
Stammgast
#30 erstellt: 29. Okt 2014, 12:37
Hi,
finde ich cool das Du Dir das zutraust, zumindest hast Du eine Kombi ausgesucht die mit Fertigboxen der obersten Liga (in ihrer Größe) mithalten kann.
In diesem Bereich lohnt Selbstbau wirklich.

Wie durchaus sinnvoll bei so einem Schritt ins Ungewisse, bist Du etwas vorsichtiger, das ist viel besser als hemmungsloses drauf los bauen.
Allerdings machst Du einen typischen Anfängerfehler: Du willst es zu gut machen.

Fangen wir mal an. Die Lötstatin war natürlich Overkill, eine gute Rolle Markenlötzin und ein € 3,95 20-30 Watt Lötkolben bringt keine schlechteren Ergebnisse in diesem Bereich.

Die klanglich besten und dazu noch zuverlässigsten Weichen baut man, wenn man die Bauteile mit ihren Anschlussdrähten verlötet, ohne weitere Teile wie Lötnägel oder Stützpunkte dazwischen. Jeder Übergang Kupfer/Zinn/Kupfer ist theoretisch eine Strombremse.
Geht es gar nicht anders und man braucht etwas mehr Länge, nimmt man ganz normales, 3x1,5mm Auf-Putz-Kabel, das mit den starren Leitern. Keine Angst, das ist feinstes, sauerstoffreies 99,99%iges Elektrolytkupfer. Da entfernt man die graue äußere Isolierung und hat dann gleich 3 Stücken mit denen man Verbindungen herstellen kann.
Es ist natürlich etwas steif, aber wenn man es, z.B. auf einem dicken Filzstift zu einer kleinen Spule mit ca. 10 Windungen dreht, bekommt man eine Art Sprungfeder und kann damit sogar die Lautsprecher in der Box verkabeln. Man lötet es zugentlastet erst an die Weiche, zieht die Spule dann etwas lang und lötet die Lautsprecher an das andere Ende. Dann drückt man beim Einbau der Chassis die Spule wieder zusammen. Diese Innenverkabelung ist nach Ansicht vieler Experten optimal, dabei spottbillig. Keine Angst, die paar Windungen im Kabel haben keine messbare Induktivität. Man muss natürlich sehr nah an der Box arbeiten und dabei etwas Pappe zwischen legen, damit der Lötkolben oder heißes Zinn nicht den Lack versaut.

Ferner würde ich auf jeden Fall wasserfesten Holzleim nehmen, der zeichnet sich an den Leimfungen nicht ganz so stark ab. Leider haben wir ja wechselbde Luftfeuchtigkeit und Temperaturen. Auch schleifen Lackierer praktisch immer nass (Restlos alles, egal woraus, die sind so!).
Außerdem musst Du immer damit rechnen dass sich die Leimfugen unter dem Lack nach einiger Zeit abzeichnen und die Oberfläche dort reißt. Es gibt keinen Weg das sicher zu vermeiden, weshalb Fertigboxen und Möbel auch mit Lackfolie bezogen werden, wenn sie keine als Designelemente getarnte Schattenfugen haben. Ein ehrlicher Lackierer sagt das vorher, ein geschäftstüchtiger schiebt es auf Deinen Gehäusebau, wenn Du später reklamierst.

Als Anschlüsse für die Boxenkabel sind Bananenbuchsen eine sehr gute Wahl, bei kleinen Boxen sehen fette WBT Schraubterminals oft albern auf und kosten mehr als die restliche Box. Simple, schlanke Klemmen tun es natürlich auch. Ich denke bei Hobby HIFI oder K&T werden die mit einem Abo zusammen verschenkt. Dabei könntest Du Hoch- und Tiefmitteltöner komplett (in der Weiche) trennen, damit Du später einmal Bi-Wiring oder Bi-Amping versuchen kannst. Bei manchen Verstärkern bring vor allem das Zweite noch etwas. Wo Du die weiche trennst, sagt Dir hier sicher einer.

Aus oben schon genannten Gründen würde ich eine teure Lackierung sein lassen. Wenn Du nicht zu ungeduldig bist, kannst Du sie auch selber lackieren, wobei das Ergebnis nur von der Anzahl der Farbschichten und den Zwischenschliffen abhängt. Man kann z.B. mit einem geeigneten Füller, den man streicht und einem Farblack, oben drauf, durchaus eine Klavierlack ähnliche Oberfläche hin bekommen. Der Trick ist ganz zum Schluss, auf die fehlerfrei mit sehr feinem Papier geschliffene Lackschicht, einen Klarlack auf zu sprühen. Allerdings erfordert das aufgrund der Trockenzeiten jeder einzelnen Schicht sehr viel Geduld. Auch müssen die Farben zueinander passen.
Mit Geduld und einem warmen Heizungskeller bekommt man da für wenig Geld durchaus vorzeigbares hin.


Was die Verstärkerfrage angeht, kann ich Dir nicht wirklich helfen. Sei Dir bitte darüber klar das es in diesem Miniformat nur wenige wirklich gute Geräte gibt und die sind teuer. Der besagte Sure ist fürs Geld sehr OK und klingt mit manchen Boxen sehr gut, kann aber auch nach hinten los gehen. Wenn Du allerdings eh nur MP3 niedriger Auflösung aus dem PC hörst, ist das relativ egal. Ich fürchte nur er wird nicht unbedingt besser klingen als Dein AV Receiver. Dann käme unter Umständen aber auch eine reine Endstufe in Frage, der PC ist dann der Vorverstärker.
Es gibt auch 2.1 Mdule für den Selbst-Einbau ( Also 2 Kanäle für die Sateliten und einer für den Sub) die liegen qualitativ und preislich auf dem Niveau des Sure. Schau mal bei ebay, "2.1 amplifier" (Links sind hier unerwünscht) Klein, sparsam, preiswert. Übrigens dauert Versand aus China oft nur 5 Tage.
Ideal wäre aber auf jeden Fall ein Gerät das einen Subwooferausgang hätte, denn mit einem ordentlichen Sub legen Deine Boxen locker noch 1-2 Klangklassen zu.

Als Alternative: Bei eBay wirst Du für € 300 mit etwas Suchen schon ein echtes High End Gerät gebraucht bekommen. So etwas würde eigentlich besser zu den Boxen passen, wenn Du CD´s hörst.

Viel Erfolg!
Kazaam
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 16. Nov 2014, 03:24
Hi Turbochris2,

vielen Dank für Deine – wirklich ausführliche Antwort! Bitte entschuldige, dass ich erst so spät darauf reagiere. Bei aller (neu entdeckten) Liebe für Lautsprecher ist mir die Familie trotzdem noch ein bisschen wichtiger ;-)
Wie Du richtig erkannt hast, lass ich mich gerne Zeit bei meinem Bau. Zudem habe ich eine kleine Schwäche, nämlich den Perfektionismus.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal kurz schildern, wie mein Gehör für schöne kleine 7,99€ Boxen versaut wurde:
Ich bin Lehrer an einem Musikgymnasium. D.h. viele Musiklehrer schwirren um mich rum. Dummerweise sind die alle nicht mehr so drauf wie früher, sondern können echt was!
Ich wollte damals nur ne Beratung für gute Kopfhörer. Jetzt hab’ ich Shure Studiokopfhörer und merke langsam, was guter Sound eigentlich ist. Wie auch immer...ich bin verdorben.
Verschiedene Projekte der Kollegen ließen mich erahnen, was da alles machbar ist. Keiner von denen hatte aber bisher den Scamo15 gebaut. Und da a) alle Baupläne vorhanden waren und b) das Gehäuse für mich erschwinglich war, hab’ ich ne größere Bestellung aufgegeben.
Jetzt hab’ ich die Teile, weiß noch nichtmal, wo und wie ich die aufstellen soll, freu mich aber trotzdem extrem über meine Idee.
Aber jetzt mal zum eigentlichen Geschäft:

Weichen:
Sind fertig (siehe Bilder). Die Lötstellen sehen echt scheiße aus, funktionieren aber alle. Mittlerweile weiß ich auch theoretisch, wie ich besser löten kann. Die Bestellung der High-End-Teile war wohl eine nicht so überlegte Sache, nicht desto trotz fühlt es sich gut an, nur die besten Teile zu verbauen. Ich würde jetzt zwei Dinge anders machen: a) anders Löten und b) dickere und ein paar cm längere Kabel nehmen, damit ich etwas mehr Spielraum habe. Selbstverständlich werden die dann irgendwann auch alle verlötet, aber dazu hab’ ich momentan zu großen Schiss!

Leimen:
Ich habe mich jetzt doch dazu entschieden, mit einem wasserfesten Leim zu arbeiten. Warum, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Lag wahrscheinlich an den Tipps, die noch auf ihre Begründung warten. Bisher hab ich erst die Lamellos geleimt, werde mich aber morgen an das restliche Gehäuse wagen. Die Schallwände werde ich aber noch nich leimen, sondern mit Klemmen anbringen, damit ich mit meinen Wurschtfingern noch nacharbeiten kann, falls iwas nicht laufen sollte. Ehrlich gesagt hab’ ich echt ein bisschen Schiss vor der finalen Verleimung.

Als Anschlüsse dienen goldene Banenenstecker (weiblich). Sieht geil aus und kann was. Frag mich allerdings, wie ich die für eine eventuelle Lackierung demontieren soll. Ich hab’ mir bei Ebay-Kleinanzeigen zwei 5m Dynavox.LS-Kabel für 80 Öken gekauft. Wahrscheinlich auch latent übertrieben, aber ziemlich funktional.

Die Lackierungsfrage lass ich jetzt erstmal offen. Momentan geht’s mir nur noch um den Sound. Ich stell’ die Teile also erstmal so auf und mach mir dann bei Zeiten Gedanken diesbezüglich.

Was den Verstärker betrifft: http://www.amazon.de...i_detailpage_o07_s00

Sieht gut aus und läuft sauber. Momentan kann ich nicht viel mehr dazu sagen. Ich hatte zwischendrin einen: TELEFUNKEN RP300 und RM300 ersteigert. Leider hat sich erst nach dem Kauf rausgestellt, dass das Teil vom Opa stammt, der ihn im Keller aufbewahrt hat. Bin ja kein Experte, aber nach wenigen Sekunden ist bei dem Teil nix mehr los. Muckt mal kurz und dann ist Feierabend. Hab’ jetzt jedenfalls einen riesigen Stress mit dem Verkäufer und seh’ mich jetzt gezwungen, die Polizei einzuschalten.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: wenn morgen mal alles geklebt ist, geht’s an die Bedämpfung. Und wie Herr XY im anderen Thread schon gesagt hat: die Erklärung in der Anleitung ist für manche nicht ganz logisch. Ich werde morgen mal ein paar Pics uploaden, die mein Problem schildern. Keinesfalls leime ich die Büchse mit ner Nullachtfuffzehn-Lösung zusammen.

In diesem Sinne: rock on!
CoMetz
Gesperrt
#32 erstellt: 16. Nov 2014, 08:46

...ist mir die Familie trotzdem noch ein bisschen wichtiger ;-)


Auch wenn es mit den Boxen (noch) nicht so klappt - deine Priorisierung ist perfekt. Der Klang solcher LS führt mitunter dazu, dass die Familie häufiger als zuvor gemeinsam hört, sofern es eine Schnittmenge für die geschmacklichen Vorlieben oder ausreichend Toleranz gibt: ein schöner Synergie-Effekt und manchmal auch ein besonderer Dank an die Erbauer/Entwickler Also Hifi (genauer: Musik) kann sehr sozial sein.

Weiterhin viel Freude und Erfolg mit dem Projekt
Turbochris2
Stammgast
#33 erstellt: 16. Nov 2014, 21:31
Hi,
ein Hobby hat den Vorteil das einem keiner etwas vorschreiben kann. Auch nicht wann man in einem Forum antwortet oder weiter baut.
Ich habe bei meinem letzten Projekt die ersten Lautsprecher vor gut 7 Jahren gekauft, die Boxen aber erst letztes Jahr in Betrieb genommen. Nun altern Lautsprecher einer gewissen Qualitätsklasse auch nicht, wenn sie kühl, dunkel, trocken und in geschlossenen Kartons gelagert werden. Auch veraltet ein High End Chassis nicht wirklich, nicht wenige werden schon seit über 20 Jahren unverändert gebaut. Selbst Ferrofluid hält so sehr lange und auch die kritischen Schaumsicken leiden kaum.
Zwischen Montage der Gehäuse und Lackierung habe ich mit ein halbes Jahr Zeit gelassen, dann ist das Holz und die Verleimungen auch garantiert fertig für das Lackieren. Deinen Perfektionismus kann ich nachvollziehen.
Meine handwerkliche Karriere begann mit Lego und Revel Plastikmodellen, wo die Spaltmaße entsprechend klein waren. Da kamen Balsa/Sperrholzmodelle dazu, die natürlich ähnlich exakt beendet werden sollten. Dann überwiegend Metallbearbeitung, wo der tausendstel Millimeter nicht nur ein angeberisch daher gesprochenes Wort, sondern eine reale Entfernung ist. Bei Lagerpaßungen usw. Ich bin also bei Holz auch immer etwas zu genau, was mir ab und an den Spott von Tischlern eingebracht hat. Aber was richtig sitzt braucht keinen Spachtel und keinen Bandschleifer.
Allerdings sind die Bandsägen im Baumarkt nicht genauer als +-1mm auch wenn der Mitarbeiter sich Mühe gibt. Spanplatte und MDF ändern, je nach Lagerung und Luftfeuchte ihre Maße, wenn auch viele weniger als Naturholz. Von dem sollte man ohne lange Erfahrung bei Boxen bitte, bitte die Finger lassen. Mit etwas Pech drücken z.B. Dachlatten, als Streben im Boxeninneren, verleimte Spanplatten wieder auseinander.
Also möglichst bei Span, MDF oder Mutiplex bleiben. Die drei kann man allerdings mixen.
Wenn Du natürlich CNC gefräste Bausätze kaufst ist das etwas anderes. Aber grundsätzlich solltest Du Dich wegen einer bis zu 1mm überstehenden Seite nicht wahnsinnig machen. Bereits die Leimfuge trägt etwas auf, weil die Schnittkanten durch den Leim aufquellen.

Um etwas spezieller auf Dein Projekt ein zu gehen: Um die Boxen vor dem Lackieren Probe zu Hören bohre ich nur 3mm Löcher vor, da, wo später die Klemmen / Buchsen hin sollen. Da ziehe ich die stramm durch passenden Anschlusskabel durch, die dann in einer fetten Lüsternklemme enden. So kann ich sie ohne klangliche Kompromisse roh hören. Vor dem Lackieren bohre ich dann die Löcher auf das Mass der Buchsen auf, also z.B. 11 mm für die von mir gerne verwendeten Hirschmann Einschlagbuchsen. Dann nehme ich einen Senker mit den Fingern und senke (Nomen es omen) die Bohrung vorsichtig etwas an, sonst gibt es später vom Lack da eine Kante. Die fertig lackierte Bohrung wird nach Trocknung dann noch einmal mit dem passenden Bohrer durch gerieben und die Buchse mit angelötetem Kabel eingeschlagen. Ist nix schlecht dran etwas perfekt zu machen.

Beim Löten kannst Du ja glücklicher Weise beliebig oft neu versuchen, das lernst Du schon noch. Lötspitze sauber und verzinnt halten, an das Kabel führen, einen Moment warten, bis das Kabel warm wird und dann das Lot dazu geben. Das im Lötdraht enthaltene Flussmittel wirkt nur im Moment des Schmelzens, der Anfängerfehler ist es erst Lot zu schmelzen und dann das Kabel bzw. Draht /Litze dran zu halten.
Versuch doch erst mal an unwichtigen Mustern.

Bei Telefunken fällt mir nichts wirklich zu Deinem Anspruch passendes ein. Lass das mal lieber. Der TriPath ist schon besser.

Gruß!
Kazaam
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 17. Nov 2014, 20:27
So, hier ist jetzt mal die Weiche an der Rückwand zu sehen. Das andere Bild zeigt die mit Bitumen beklebten Wände. Momentan wird geleimt, allerdings, wie schon erwähnt, ohne die Schallwand. Als nächstes zeige ich dann, welches Problem ich mit der Bedämpfung des TT habe. Bis dahin, rock on!

Gehäuse Gehäuse
Turbochris2
Stammgast
#35 erstellt: 17. Nov 2014, 23:41
Hi,
sieht doch alles schon sehr schön aus.
Der selbstklebende Bitumen ( ich verwende MemEasy Reparatur Klebeband von der Rolle, 10mx7,5cm für 10 Euro also 0,75qm) weil es sich leicht verarbeitet) bringt wirklich etwas, ich konnte z.B. bei einer geschlossenen Box eine um einige Herz gesenkte f3 messen, warum auch immer und die Klopfprobe mit dem Knöchel zeigt ja auch eine Beruhigung. So macht man das.

Die Weiche sieht ja auch sehr schön aus, wobei natürlich die Lötstellen der Knackpunkt sind. Die High End Teile sind übrigens, zumindest was die Spulen angeht, nicht übertrieben. Die Lautsprecherchassis sind gut genug um auch von solchen Kleinigkeiten zu profitieren. Wenn man die Weiche in das Gehäuse packt, werden die Spulen ganz schön durchgeschüttelt. Die Backlackspulen stört das viel weniger als "normal" gewickelte, die nicht in sich verklebt sind. Bei Kondensatoren ist vor allem wichtig, das Folie und nicht Elektrolyth verwendet wird.

Bitte beachte, das die Sicken der Lautsprecher am Anfang noch sehr steif sind, der Profi wobbelt die (Bass) Chassis vorher ein, ohne Gehäuse. Dazu kann man sich eine CD mit ca. 40 Hz Sinussignal brennen und per Endlosschleife einige Stunden laufen lassen, wobei die Memranen sich angemessen bewegen sollten. Bei Deinen wären +-2mm OK, für 5-24 Stunden. Dadurch, das Du kein Gehäuse benutzt, kommt es zu keiner hörbaren Lärmbelästignung und die benötigte Leistung ist auch gering, so das Verstärker und Lautsprecher nicht so heiß werden. Kannst gerne 2 Chassis in Reihe schalten, wenn nur ein Mono Verstärker da is, z.B.
Durch das Einwobbeln verringert sich das Losbrechmoment, also die für eine erste Bewegung der Membran nötige Leistung. Das übersetzt sich direkt in ein besseres Auflösungsvermögen und tieferen Bass, nicht nur bei niedrigen Leistungen. Je nach Lautsprecher können die ersten Stunden ganz neuer Teile schon mal eine üble Enttäuschung sein.

Man kann natürlich auch die fertige Box 24 Stunden lang mit Heavy Metall in gehobener Lautstärke laufen lassen, wenn man alleine, ohne Haustiere, hinten im Wald wohnt.

Übrigens klebt man die Lamellos nicht zuerst ein, dann funktioniert es nicht wie gedacht, sie während des Verleimens und Zwingens noch etwas verschieben zu können (sauberer Gummihammer). Für die Stabilität des Gehäuses sind sie gar nicht nötig, Leim alleine reicht bei MDF völlig aus (Kunststoffbeschichtete Platten sind etwas anderes).

Das mit der Schallwand verstehe ich nicht, dreh da keinen Film draus. Die Dämpfung sollte hinter dem Tief Mittel Töner an der Wand sein, damit kein hochfrequenter Schall auf dei Membran reflektiert wird. Die Reflexöffnung muss dagegegen frei bleiben. Das ist wirklich nicht kritisch und kann auch durch das kleine Loch des TMT gefummelt werden. Nur etwas Übermaß schneiden, damit die Watte von selber klemmt. Tackern oder Kleben muss nicht sein. Das gilt nur für Transmissionlines oder bedämpfte Hörner.

Gruss!
Kazaam
Ist häufiger hier
#36 erstellt: 18. Nov 2014, 22:02
Ich bin auch davon überzeugt, dass die Bitumenmatten was gebracht haben. Die Boxen sind jetzt wirklich ziemlich schalltot und darüber hinaus wahrscheinlich nochmal 1kg schwerer.

Die einzelnen Teile der Weiche habe ich nochmal mit nem Kleber fixiert. Vielleicht auch nicht nötig, aber schaden tut’s auch nix.

Ich hab’ die Chassis über Nacht mit 40Hz Sinus bespielt. Hab’ mir dazu einfach ne App fürs iPhone geladen und die TT angeschlossen. Ob’s was bringt, weiß ich nicht. Die Meinungen gehen da ja auseinander. Ich denke mir aber, dass wohl auch die Summe aller kleinen Aktionen die Qualität im Schnitt nur anheben kann. Und solangs Spaß macht, passt es ja eh...

Leider war ich bei der Verleimung tatsächlich etwas übermotiviert. Die Lamellos hätte ich wohl wirklich erst im Zuge der kompletten Verleimung bearbeiten sollen. Es hat aber glücklicherweise nur an einer Stelle etwas gehakt.

Der Stand ist momentan der, dass die Gehäuse fertig verleimt, die Chassis in die Schallwand geschraubt sind und diese jetzt zum Probehören auf dem Gehäuse Platz gefunden haben. Fixiert habe ich sie mit einer Schraubzwinge.
Die LS stehen jetzt auf meinem Schreibtisch in einem wirklich sehr kleinen Stereodreieck. Der Tisch ist ca. 2m breit und 1m tief. Die LS stehen rechts und links in den Ecken direkt vor der Wand. „Suboptimal“ wäre wahrscheinlich eine ziemlich untertriebene Beschreibung der Aufstelltechnik. Leider ist die Aufstellung im Wohnzimmer gerade etwas schwierig, da hier immer so ein kleiner Minimensch verbrannte Erde hinterlässt.

Wie auch immer: der Sound ist jedenfalls unfassbar gut. Es klingt alles extrem sauber und klar. Kein Zischen, kein Schnarren etc. Ich meine sogar, eine gewisse Räumlichkeit wahrzunehmen. Vielleicht werde ich mich als nächstes mit dem Bau eines passenden Subs beschäftigen.

In diesem Sinne: rock on!
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