Douk Audio U3 Kopfhörerverstärker Review

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captain_carot
Inventar
#1 erstellt: 27. Jan 2022, 00:16
Vorweg, ich habe in dem Fall B-Ware vom Hersteller gekauft, schließe einen Defekt deswegen nicht aus, was aber nicht unbedingt für die Qualitätskontrolle sprechen würde.

Und nun zum Douk, der in diesem Fall doch alleine kommt, nämlich ohne Netzteil. Größer als so manche Computermaus ist der kleine Amp nicht. Der Hersteller gibt die Maße mit 67 x 93 x 30 mm an, wobei die Tiefe über alles eher bei knapp 11cm liegt. Platz ist damit leicht gefunden und die kupferfarbene Front sieht live einen netten Ticken besser aus als auf den Produktfotos, wie ich finde. Der Rest der Verarbeitung geht bei dem Preis in Ordnung, ist aber auch kein Highlight. Die Cinch Buchsen sind z.B. nicht genau mittig sondern nach links versetzt. Die blaue Power-LED, die fand ich in meinem Fall übrigens nicht störend. Dafür braucht der kleine Amp doch einige Sekunden Anlaufzeit. Warum das so viel sein muss, keine Ahnung. Der Lautstärkeregler ist gerastert und schleift leider stellenweise auch. Verglichen damit wirkt selbst der kleine Regler vom E10K wertig, was das Regelgefühl angeht. Wer übrigens meint, dass manche Beyerdynamic 'scharfe' Kanten haben sollte die Hinterkante der Front lieber gar nicht erst anfassen.

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Ansonsten ist nicht viel im Lieferumfang, 3,5 auf 6,3mm Klinkenadapter, der durchaus brauchbar aussieht, und ein USB-Stromkabel. Und hier fangen die ersten Probleme an. Störungsfreier Betrieb war hier nämlich schlicht nicht möglich. Mehrere USB-Netzteile, USB-Port vom Desktop (mit einem ordentlichen BeQuiet Netzteil) oder Notebook-USB, überall klingt der Douk 'kaputt' schon bei geringem Pegel, das verzerrt also extrem. Das eine oder andere Netzteil hätte dabei zumindest genug Power haben müssen. Richtig funktionieren wollte der kleine Verstärker erst am 19V Notebook Netzteil. Das sollte mit 65W zwar endgültig überdiemensioniert sein, aber es war zumindest störungsfreier Betrieb möglich.

Dummerweise 'klingt' der Douk hier, und zwar so richtig. Nämlich blutleer weil bassarm. Der DT 990 600 klingt flach, mein mit komplett offenen Ports und EDT C-One Ohrpolstern eigentlich basslastiger Superlux HD 660 Pro eigentlich gerade so richtig. Was noch deutlich empfindlicher ist hab ich mangels Gain Schalter erst gar nicht drangehängt, aber mit allen getesteten Kopfhörern fehlt Tiefton. Vergleichsgrößen waren FiiO E10 Olympus, X-Fi Surround 5.1 Pro (soll 11 Ohm Ausgangswiderstand haben), wo sinnvoll noch ein Huawei M3 Tablet. Getestete Quellen waren PC, Notebook, Smartphone. Mehr hab ich mir dann gespart.

Der Bassmangel war hier so auffällig, dass man über einen Blindtest tatsächlich gar nicht erst nachdenken muss. Ob die andere Quelle leiser oder lauter war spielte keine Rolle, die klang in jedem Fall voller als der U3. Und das deutlich. Das hat mich in dem Maß ernsthaft überrascht. Vielleicht ist der Verstärker nicht in Ordnung, vielleicht ist liegt es an irgendwelchen Wechselwrikungen, aber empfehlenswert ist das für mich nicht.

Fazit:
Wenn man bedenkt, dass kein Netzteil dabei ist und USB-Stromversorgung auch nicht immer klappen wird, in meinem Fall überhaupt nicht, dann ist der kleine Douk schon gar nicht mehr so günstig. Obendrein ist die klangliche Vorstellung in dem Fall zum Vergessen, wobei ich hier nicht zu 100% sagen kann, woran es liegt. Schon der popelige, kleine FiiO macht klanglich mehr Spaß. Wer tatsächlich knapp im Budget ist, der sollte sich vielleicht besser bei Kleinanzeigen umsehen.
Ja, das Ding hat bei Amazon einen Haufen gute Bewertungen. Wobei selbst die guten Wertungen teilweise von Kanalungleichheiten, extrem heller LED oder diversen Problemen mit der Stromversorgung berichten. Für eine Qualitätslotterie wäre mir meine Zeit dann aber zu schade.


[Beitrag von captain_carot am 27. Jan 2022, 00:17 bearbeitet]
Ghoster52
Inventar
#2 erstellt: 27. Jan 2022, 08:43
Nach deiner Beschreibung nach zu urteilen dürfte der "Step-up-Wandler" defekt sein.
Würde das Verhalten bei 5 & 19 Volt erklären, intern soll die Schaltung auf 26V ausgelegt sein.
(NE5532 @ +/-15 Volt laut Datanblatt)

Reale Leistungsangabe laut Amazonien:
10 Ohm / 420 mW
33 Ohm / 509 mW
82 Ohm / 396 mW
240 Ohm / 192 mW
620 Ohm / 84 mW
Für einen NE5532 normal und völlig ausreichend, wenn kein Schaltungsfehler vorliegt.


[Beitrag von Ghoster52 am 27. Jan 2022, 08:54 bearbeitet]
captain_carot
Inventar
#3 erstellt: 27. Jan 2022, 10:20
Kann gut sein, schließe einen Defekt ja definitiv nicht aus, spricht für mich dann aber auch nicht gerade für das Gerät. Gerade wegen positiver Berichte über Nobsound und der IMO völlig ausreichenden Leistungswerte war ich neugierig, ob das Ding was taugt.
Wenn man sich etwas länger mit den Bewertungen beschäftigt, dann scheinen aber gerade Probleme mit der Stromversorgung hier gar nicht selten zu sein. Mal funktioniert es gar nicht richtig, mal mit 12V, mal mit 5V, mal gibt es bei höheren Spannungen Rauschen, Brummen...

Es scheint also durchaus eine Qualitätslotterie zu geben. Wenn man da ein einwandfreies Gerät erwischt, dann kann ich mir schon vorstellen, dass man länger Spaß damit haben kann. Mein Gerät hätte IMO aber nicht durch die Qualitätskontrolle rutschen dürfen.
Ghoster52
Inventar
#4 erstellt: 27. Jan 2022, 11:20
Amazonien und "B Ware" bin ich sehr vorsichtig geworden, die verticken es oft ungetestet weiter.
Ansonsten sind die Nobsound Teile meist nicht schlecht und funktionieren auch.
Ich hatte schon das ein oder andere Gerät hier.



Es scheint also durchaus eine Qualitätslotterie zu geben.

Das kann ich nicht ausschließen, Qualitätskontrollen nach Din ISO xxx werden die nicht kennen...
captain_carot
Inventar
#5 erstellt: 27. Jan 2022, 12:19
Wenn das Ding läuft wie es soll und sich vielleicht auch noch über den PC mit Strom versorgen lässt könnte das ernsthaft was sein. Das kann ich mir ganz gut vorstellen. An dürftiger QC ändert das leider nix. Lieber wäre mir gewesen das Teil erweist sich als echter Budget Tipp.
captain_carot
Inventar
#6 erstellt: 31. Jan 2022, 19:22
Ich hab es jetzt vor allem wegen Ghosters Kommentar einfach nochmal mit einem zweiten Douk versucht, weil ich wenn man so will dem kleinen Amp kein Unrecht tun wollte. Klanglich macht der zweite auf den ersten Blick was er soll, allerdings scheinen sich teilweise Geräusche durch die Stromversorgung bemerkbar zu machen, dem werde ich jetzt erstmal ein wenig auf den Grund gehen.

Edit: Muss mich korrigieren, scheint am Cinch Kabel oder einer Wechselwirkung mit der jeweiligen Quelle zu liegen. Hab aber gerade kein anderes Klinke-Cinch Kabel hier.


[Beitrag von captain_carot am 31. Jan 2022, 20:37 bearbeitet]
Ghoster52
Inventar
#7 erstellt: 31. Jan 2022, 20:44
Schaltnetzteile sind ne Pest, auch wenn Sie schön klein sind....
Bei einigen kannst Du z.B. den UKW-Empfang in der Wohnung testen,
wenn das NT das UKW-Signal mit Zimmerantenne stört, hat man auch oft auch Nebengeräusche im Audio-Bereich.
Viel Glück mit dem Neuen!
captain_carot
Inventar
#8 erstellt: 31. Jan 2022, 21:56
Gut gemachte Schaltnetzteile sind gute Netzteile.

Das gut gemacht ist dann leider manchmal der Knackpunkt.

Mal am Rande, dieses Mal ist die ganze Verarbeitung besser, wenn auch nicht perfekt. Der Lautstärkeregler schleift zum Beispiel auch nicht, der Sechskant der Klinke steht gerader...

Leistung ist faktisch mehr vorhanden, als ich persönlich brauchen werde. Darauf hatte ich eigentlich auch bei den Leistungsangaben gehofft. Ein Gain Wahlschalter wäre trotzdem nicht verkehrt.

Das wichtigste aber, der zweite U3 ist klanglich bisher völlig unauffällig. Das bleibt hoffentlich so. Aus dem Stand heraus kann ich jedenfalls keinen Eigenklang festmachen. Morgen werd ich mal gucken ob es an anderen Quellen/Kabeln noch Fiepen, Rauschen oder dergleichen gibt.

Bleibt mein Kritikpunkt mangelhafter Qualitätskontrolle.
JackA$$
Inventar
#9 erstellt: 08. Feb 2022, 17:42
Ich habe den Douk U3 ja selbst jetzt schon ne ganze Zeit lang und kann deine Kritik teilweise nachvollziehen, teilweise nicht.
Das Thema mit der Stromversorgung habe ich auch, bei mir läuft das Gerät nur, wenn er allein an einer 5V Spannung hängt. Mehr Spannung oder ein Multi-USB wo zusätzlich z.B. ein Handy lädt = Störgeräusche.
Aber allein an 5V macht er bei mir eine sehr gute Figur und bringt mächtig viel Leistung für sein Geld rüber, ohne den Klang zu verfälschen. Hier schau ich aber auch, dass die 5V genug Strom liefern können (bei mir bis 2400mA)

Was ich bei dir nicht nachvollziehen kann, ist, dass du B-Ware über Amazon bestellt hast und dem Hersteller die Schuld gibst? was kann da Douk dafür, wenn vllt. der Vorbesitzer Schindluder mit dem Gerät angestellt hat und Amazon unfähig ist, sowas zu testen? oder war das B-Ware direkt vom Hersteller über Amazon verkauft?
Und dann schließt du ein minderwertiges defektes Kabel an und wunderst dich über falschen Klang? Ich würde den Eingangspost nochmal dringend überarbeiten.

Ich habe übrigens auch 200€+ (wie nen M-Audio Transit Pro), der eine schlechtere Figur bei der Haptik ggü. dem Douk macht und nebenbei hat der Douk mehr Leistung, die leider für die meisten Kopfhörer bereits zu viel ist und kaum Spielraum für die Lautstärkeanpassung lassen.


[Beitrag von JackA$$ am 08. Feb 2022, 17:51 bearbeitet]
captain_carot
Inventar
#10 erstellt: 08. Feb 2022, 21:47
1. Hat sich das Kabel als nicht fehlerhaft rausgestellt. War eine (falsche) Vermutung dass die Abschirmung an der Stelle nicht reicht.

2. Läuft mein zweiter Douk auch bis 19V problemlos. Und das spricht für mich mit Blick auf viele der Rezensionen dafür, dass der Step Up Converter sogar häufig defekt sein dürfte.

3. War die B-Ware von Nobsound direkt. Offensichtlich wurde da also nix kontrolliert und auch ganz davon abgesehen sind die Qualitätsschwankungen in der Verarbeitung ziemlich ausgeprägt gewesen.

Daraus könnte man eigentlich locker einen eigenen Punkt machen. Der erste Douk hatte sogar eine wirklich scharfe Kante. Krummere Eingänge, schleifender Lautstärke Regler... kommen auch noch dazu. Sowas kenne ich von den 'besseren' Herstellern in der Form nicht. Ich behaupte auch mal sowas hat man bei FiiO, Topping und Sabaj eher nicht. Und von daher sollte man sich tatsächlich im Klaren sein dass man hier ggf billig statt preiswert kauft.
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