Erfahrungsbericht: 1MORE Dual- und Triple-Driver

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Huo
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#1 erstellt: 15. Jan 2017, 13:03
1MORE EO323 & E1001

E1001 1MORE Triple-Driver

Auf der CanJam Europe im letzten September 2016 ist mir ein kleiner Stand aufgefallen, den ich sonst nicht auf Messen gesehen habe. Ausgelegt waren verschiedene In-Ears und ein Bluetooth Kopfhörer. Dass der IEM-Markt boomt, ist keine Frage. Ein neuer Mitbewerber sollte also nicht überraschen. Als ich etwas genauer hinschaute, fiel mir die außerordentlich aufwändige Verpackung, der umfangreiche Lieferumfang und die hohe Verarbeitung auf. Mit stolzem Grinsen wurde ich sofort gebeten mich zu setzen und mal reinzuhören.

Leider ist der neue Trend als Newcomer "von oben" einzusteigen, also erstmal mit erschreckenden Preisen Aufmerksamkeit zu erregen, mit hohen Margen Händler für sich zu gewinnen und mit irgendeinem herausstechenden Merkmal dann Produkttester totzuschweigen. Davon bin ich absolut kein Freund, trotzdem habe ich mich mal an den Stand gesetzt.

- "Aha, ja gut. Klingt nicht schlecht."
- "Finde ich auch. Der hier, unser Flaggschiff mit dynamischen Treiber und 2x Balanced-Armature-Wandler im Hybrid-Design kostet 129 €."
Hoppla! Ab dann war ich wirklich interessiert.

Tatsächlich kann man den Triple-Driver E1001 (1xDD, 2xBA) gelegentlich schon für 89 € finden, der Dual-Driver EO323 (1xDD, 1xBA) kostet fast sogar nur die Hälfte. Klanglich sind sich beide schon recht ähnlich. Es erwartet einem eine Consumer-Badewanne mit milder Verfärbung, teilweise starkem Bass, sanfte Stimmen und Hochton ohne Schärfe.


1MORE - Here I Hear

(Den Slogan lasse ich mal unkommentiert.)

Wie sich kurz danach herausgestellt hat, ist 1MORE gar nicht neu im Geschäft. Sie waren vorher als OEM Hersteller aktiv und können sich u.a. die fast schon legendären Xiaomi Piston auf den Lebenslauf schreiben. Die Piston V2 habe ich mir privat auch gekauft und waren meine immer-dabei-Lösung für den schnellen Griff in die Jackentasche.

1MORE ist noch immer für Xiaomi (oder hierzulande auch nur Mi genannt; Vom Chinesischen übersetzt also nur noch Reiskorn und nicht mehr klein) aktiv, allerdings scheint es als ob neue Produkte, wie die (Xiao)Mi Hybrid Pro, nun mit der information "designed by 1MORE" ausgeliefert werden.


Verpackung und Lieferumfang

Was für ein Brett! Absoluter Wahnsinn was hier einem für kleines Geld geboten wird. Während sich die Budget-Referenz von Xiaomi nicht dick im Pelz einkleidet, kommt 1MORE sehr wuchtig daher. Besonders der 3er beeindruckt hier und im Vergleich darf sich so mancher dreifach teurere IEM schämen.

Bei der Verpackung unterscheidet sich der Triple- vom Dual-Driver. Die Schachtel faltet sich wie ein Buch auf und auf den Innenseite ist mit viel Liebe zum Detail gearbeitet worden. Wie selten üblich, wird der Sounddesigner namentlich genannt und der Aufbau in einer Skizze veranschaulicht.
Bei beiden Modellen gleich, ist, das separat verpackte Zubehör. Dazu gehören Flugzeugadapter, Shirt-Clip und auch die Aufsätze. Der E1001 hat proprietäre Aufsätze und eine selten vielseitige Auswahl an Größen, darunter auch drei in Comply-ähnlichem Schaumstoff. Auf beiden In-Ears kann man aber auch die sonst üblichen Aufsätze verwenden (Größe: Comply T400).

Beide IEMs haben für den sicheren Transport ein sehr schönes und stabiles Hardcase mit Magnetverschluss im Lieferumfang. Zuerst war ich der Meinung beide seien identisch, aber tatsächlich hat eines eher eine Ledertextur und das andere ein feiner geflochtenes Muster auf schwarzem Untergrund. Leider kann ich nicht mehr zuordnen welches zu welchem gehört, beide sind für mich jedoch gleich gut. Die Innenseite ist mit weichem Samt überzogen und verhindert Kratzer am edlen Gehäuse. Die Größe entspricht etwa der einer Zigarettenschachtel und somit ist es für die meisten Hosen- und Jackentaschen geeignet.


Verarbeitung, Design und Komfort

Vom Design her sind sich beide IEMs sehr ähnlich. An der Ergonomie und der Form kann ich absolut nichts aussetzen. Das etwas breite zylindrische Gehäuse nimmt nach hinten hin ab und hängt sich somit bequem ins Außenohr. Wie tief der IEM ins Ohr geht und wie gut die Abdichtung tatsächlich ist, wird von der eigenen Ohranatomie und den verwendeten Aufsätzen abhängig sein. Theoretisch ist es möglich das Kabel übers Ohr zu legen und den IEM seitenverkehrt einzusetzen. Bei mir stimmt der Winkel jedoch nicht ganz, weshalb ich diese Trageweise (bei der auch beim Player die Ausgabe L/R vertauscht werden muss) nicht unbedingt empfehlen kann.

Beim 3er überwiegt goldenes Champagner-farbenes Metall, das Mittelstück mit Aufruck ist jedoch aus Plastik gehalten. Anfangs habe ich es für Dunkelblau gehalten, mittlerweile kommt jedoch ein leichter Lilastich hervor. Alternativ gibt es den Triple-Driver auch in einer Silber/Grau Kombo.

Der Dual-Driver hat eine identische Bauform, allerdings ist dort der Bauch aus dem gleichen Metall wie beim 3er
und stattdessen die Innenseite aus Plastik. Hier gibt es nur eine Farbwahl: goldenes Metall (diesmal mit einem leichten Stich Rosa) mit weißem Plastik und ebenso weißem Kabel.

An der Verarbeitung gibt es gar nichts auszuschließen. Nicht nur hat 1MORE die nötige Erfahrung, sondern hat auch bei meinem Versuch das Gehäuse zu öffnen keine Schwachstelle gezeigt. Bei den vermutlich sehr hohen Produktzahlen darf man sich auch keine Patzer erlauben - das bestätigt Ultimate Ears sicherlich gerne. (R.I.P. Triple.Fi 10 Pro)

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Isolation, Kabel und Mikrofon

Abgesehen von der Farbe, ist das Kabel vom EO323 mit dem vom E1001 identisch. Mit kleineren Abweichungen ist dies auch bei Xiaomi zu finden. Insgesamt gefällt mir das Kabel in der 1MORE-Ausführung am Besten. Dazu hat auch meine Mutter beigetragen, die bestätigt, dass die Sprachverständlichkeit vom Mikrofon herausragend ist. Wer seine In-Ears also auch als Headset verwendet, hat hier einen guten Kaufgrund. Das im Kabel auf der rechten Seite integrierte Mikrofon ist zusätzlich mit einer Fernbedienung vereint. Die Ringbelegung soll sowohl mit iPhone als auch Android funktionieren. Lautstärkeregelung, Anrufabnahme und Play/Pause haben am iPhone 6S problemlos funktioniert.

Oberhalb des Y-Splits hat das gummierte Kabel eine gerillte Oberfläche. Unterhalb der Aufteilung ist es mit Stoff überzogen. Das sieht nicht nur edel aus, sondern es fasst sich auch gut an. Allerdings ist die Mikrofonie recht hoch, d.h. Stoßgeräusche werden laut übertragen. Abhilfe schafft der mitgelieferte Shirt-Clip, der ist jedoch eher eine Notlösung.

Das Gehäuse hat auf der Innen- und Rückseite jeweils ein kleines Luftloch. Dies ist für den dynamischen Treiber wichtig. Allerdings verringert dies auch die Isolation. Diese würde ich als Durchschnitt beschreiben. Die IEMs von 1MORE dichten nicht ganz so gut ab wie ein Shure, Westone oder StageDiver, sind jedoch eine starke Verbesserung gegenüber den Apple EarPods. Den idealen Einsatzzweck sehe ich in einem leisen Büro, bei dem man bei geringen Lautstärken auch keinen Anruf verpasst.


Das Hybrid-Design

Die ersten Konzepte von Hybrid-Designs liegen mittlerweile schon ein paar Jährchen zurück. Der erste gelungene Versuch müsste meiner Erinnerung nach der AKG K1001 gewesen sein. Aufgrund des hohen Preises blieb hohe Popularität jedoch aus. Ich persönlich habe noch nie einen in der Hand gehabt und bei 1.300 € bestellt man nicht blind. Die Idee war jedoch mit einem dynamischen Treiber dem Klang einen vollen und satten Sound zugeben, für hohen Detailgrad in den Mitten und im Hochton jedoch BA-Hörer zu verwenden. Einer der IEM bei dem das heute recht gut klappt, ist z.B. der Oriolus Mk2. Dieser kostet jedoch auch über 1.000 $ und ist zudem nur als Import zu beziehen.

Die Schwierigkeit beim Hybrid ist es die Kohärenz zu wahren. Außerdem haben BA-Treiber im Hochton neben aller Vorteile auch einen technischen Nachteil: Sie haben oft Probleme genug Pegel im Superhochton zu erzeugen. Andererseits haben dynamische Treiber oft die Tendenz ein Mittenloch zu erzeugen.
Luca Bignardi, Designer der hier vorgestellten Ohrhörer, scheint mit einer Idee alle Probleme beseitigen zu wollen. (Vorsicht! Meine Theorie ist nicht offiziell bestätigt und basiert allein auf meine Höreindrücke.)
In meinen Ohren klingt es so, als habe man einen dynamischen Treiber nicht auf die niedrigen Frequenzen begrenzt, sondern schießt ihn über den kompletten hörbaren Bereich. Der Bass reicht tief (sehr tief) und Pegel schießt nach einer Senke im Hochton wieder nach oben. Über das "Mittenloch" wurden (zwei) BA-Treiber gelegt, die die Badewanne etwas relativieren und im Stimmbereich keine Details untergehen lassen.


Sound

Ich fokussiere mich zuerst auf den Triple-Driver und gehe später auf die Unterschiede zum Dual-Driver ein. Im Prinzip möchten beide In-Ears das gleiche bezwecken.

Das Konzept geht auf. Der Klang ist dynamisch und unanstrengend mit einer gefälligen Verfärbung.

Der dynamische (Bass-)Treiber fühlt sich mit langsamen Beats am wohlsten und sorgt für eine mitreißende Rhythmussektion. Bei technisch herausfordernden Double Kickdrums gerät der Treiber mit der Geschwindigkeit an seine Grenzen. Wer auf Tiefbass steht, wird am E1001 jedoch viel Freude haben. Für einen IEM eher ungewöhnlich kommt von den Niederfrequenzen ordentlich Druck ohne das gesamte Klangbild zuzumatschen. Durch die sehr tiefe Anhebung verliert die Bassreproduktion zwar etwas an Geschwindigkeit, klingt dafür jedoch sehr schwarz und bleibt trotz Betonung eher im Hintergrund. Etwas dünner klingende Konkurrenzprodukte mit BA-Hörern weisen meist etwas bessere Textur auf. Das ist Geschmacksache und reine Präferenz. Viele finden, dass ein Dynamiker im Bass realistischer klingt. Dies relativiert sich erst wieder im oberen Preissegment wenn mehrere BA-Wandler mit präziser Abstimmung zusammen kommen.

Der Bass dickt Männerstimmen etwas auf. Gregory Porter hat so noch ordentlich Volumen. Die Verfärbung hält sich jedoch absolut im Ramen und sorgt eher für mehr Plastizität. Eine Oktave höher halten sich Unter- und Oberfrequenzen die Waage und an der Stimmlage von z.B. Michael Jackson kann ich wenig aussetzen. Details wie leichtes Ausatmen ins Mikrofon oder Saitenschläge bei Gitarren sind dank des Hybrid-Designs gut zu erkennen - ohne analytisch nach vorne zu brechen. Dabei kommt zu keiner Zeit typisches BA-Feeling auf. Auch in den Mitten bleibt der Triple-Driver stets kohärent. Ich hätte üblicherweise bei Balanced Armatures etwas mehr "Leere" und einen dünneren Klang erwartet. Im Hintergrund kann ich jedoch ganz leise einen leichten Untergrund erkennen, der Töne etwas untermalt. Dies hilft der Kohärenz, meiner Meinung nach.

Der Hochton ist sehr weich. Im Vergleich zu Bass und Stimmen ist er etwas zurück genommen und gibt dem Gesamtbild so etwas mehr Wärme. Während Flöten und Beckenschläge meist im Hintergrund bleiben, kommen Violinen durch eine Anhebung oberhalb der 10 kHz wieder in den Vordergrund. Diese Verfärbung ist sehr sanft und sorgt dafür, dass kleinere Details trotzdem nicht untergehen. Dem Klassikfan wird ein etwas hölzernerer Charakter auffallen, der jedoch nicht ganz so nach Pappe klingt wie der Hifiman RE-400. Dem Rocker ist es wahrscheinlich ziemlich egal, denn Energie oder Dynamik geht dadurch nicht verloren - eher im Gegenteil.

Gesamt betrachtet, liefert der kleine Budget-Kracher einen beeindruckenden Wow-Effekt mit Loudness-Abstimmung ab. Dabei ist sowohl die räumliche Darstellung als auch der Detailgrad besser, als man für den Preis vermuten möchte.
Im Vergleich mit dem Shozy Zero freue ich mich über den nicht so scharfen Klang, die etwas festeren und kompakteren Mitte und den zusätzlichen Pegel im Hochton. Dennoch meine ich zu hören, dass zwei Treiber manchmal den gleichen Ton spielen, das dem IEM seinen eigenen Charakter verleiht.

Der Dual-Driver EO323 ist dem Triple-Driver größtenteils ähnlich, allerdings ist dort die Senke im unteren Hochton stärker ausgeprägt. Er klingt dadurch etwas dumpfer und noch wärmer, wodurch sich der Bass mehr in den Vordergrund drängt. Abgesehen von Verpackung, Lieferumfang und Gehäuse scheint dieser übrigens mit dem Xiaomi Hybrid (ohne Pro) identisch zu sein.
Die Kanalgleichheit beim E1001 ist bei meinen Exemplaren besser getroffen.


Fazit

Schon erstaunlich was man für schmales Geld alles bekommen kann. Wer sich sonst mit Etymotic Research oder Audéo PFE anfreundet, dem werden die 1MORE vermutlich nicht auf Anhieb gefallen. Wer jedoch Wert auf ordentliche Verarbeitung und dem ganzen Drumherum legt und auch sonst einen alltäglichen Begleiter - gerne auch im Arbeitsumfeld als Headset - braucht, der könnte von 1MORE hellauf begeistert sein. Klar hat man noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, aber ich benutze die E1001 echt gerne und sie sind mittlerweile meine Immer-dabei um mal kurz Musik zu hören. Die Abstimmung eignet sich auch wunderbar für Filme oder andere mobile Anwendungen.
Dafür gibt es eine kleine Empfehlung von mir.

Verweis auf offizielle Produktseite:
BartSimpson1976
Inventar
#2 erstellt: 15. Jan 2017, 13:26
1More ist tatsaechlich sehr aktiv in letzter Zeit. Soundtechnisch tatsaechlich sehr gutes Preis/Leistungsverhaeltnis.

Leider finde ich die Dinger allesamt durch die Bank potthaesslich und ich wuerde mir lieber mit einer rostigen Laubsaege
ohne Betaeubung den rechten Fuss abtrennen als mit den Dingern in der Oeffentlichkeit herumzulaufen.
ketste
Stammgast
#3 erstellt: 15. Jan 2017, 14:58
puh da ist aber jemand eitel.
Bevor ich mir den Fuss abtrenne lauf ich auch mit Beats (sogar während diese Musik spielen!) durch die Straße


Ich bin mit dem Klang auch echt zufrieden gerade für unterwegs ist die Loudness Abstimmung ideal,
da ist der e1001 gerade mein GoTo Hörer für. Seit mir mein SD2 abhanden gekommen ist, möchte
ich unterwegs nur noch ungern allzu teure Modelle mit mir rumtragen

@Huo hast du ihn schon an unterschiedlichen Ausgangsimpedanzen getestet? Wenn ich ihn nämlich direkt
ans Handy anschließe (Mi5) wird er bei mir extrem Bassig, ich muss mal andere hochohmige Ausgänge auftreiben.
Ob der E1001 so Impedanzkritisch reagiert oder ob das MI5 einfach direkt angeschlossen so bassig klingt. (schließ ich nicht aus)
bartzky
Inventar
#4 erstellt: 15. Jan 2017, 19:26

ketste (Beitrag #3) schrieb:
@Huo hast du ihn schon an unterschiedlichen Ausgangsimpedanzen getestet? Wenn ich ihn nämlich direkt
ans Handy anschließe (Mi5) wird er bei mir extrem Bassig, ich muss mal andere hochohmige Ausgänge auftreiben.
Ob der E1001 so Impedanzkritisch reagiert oder ob das MI5 einfach direkt angeschlossen so bassig klingt. (schließ ich nicht aus)

Ist eigentlich auszuschließen:

Trip Imp

Quelle: http://www.innerfidelity.com/images/1MORETripleDriver.pdf
ketste
Stammgast
#5 erstellt: 15. Jan 2017, 19:52
ja ich hab mittlerweile noch ein paar mehr InEars ans Mi5 angeschlossen,
alle werden extrem bassig als ob ein systemweiter EQ im Einsatz ist, kann
aber eigentlich nicht weil der ist eingefroren......
Naja nutz ich das Mi5 halt nur noch mit externem DAC....
bartzky
Inventar
#6 erstellt: 15. Jan 2017, 20:50
Ein Kollege von mir hat das Mi5, denke ich werde das demnächst mal durchmessen
ketste
Stammgast
#7 erstellt: 15. Jan 2017, 21:04
ui okay das würde mich sehr interessieren

ich weiß aber nicht inwiefern die ROM bei der Audioausgabe noch eine Rolle spielt,
ich hab auf meinem Mi5 Cyanogenmod 14 drauf.
Exploding_Head
Inventar
#8 erstellt: 16. Jan 2017, 13:47

BartSimpson1976 (Beitrag #2) schrieb:

Leider finde ich die Dinger allesamt durch die Bank potthaesslich und ich wuerde mir lieber mit einer rostigen Laubsaege
ohne Betaeubung den rechten Fuss abtrennen als mit den Dingern in der Oeffentlichkeit herumzulaufen.

Nun, das Hüpfen auf einem Bein wegen eines fehlenden rechten Fusses dürfte kaum ästhetischer sein als der potthässlichste InEar, den man immerhin bei Bedarf herausnehmen und blickdicht verstauen kann. Ein rechter Fuss wächst hingegen für gewöhnlich bei Bedarf nicht wieder nach... und eine Prothese ist auch kein gleichwertiger Ersatz.

Aber kann natürlich sein, dass in Singapore das Herumlaufen mit potthässlichen InEars als eine mit den für diesen Stadtstaat bekannt hohen Strafen zu ahnende Ordnungswidrigkeit gewertet wird - da mögen dann solche drastischen Massnahmen durchaus eine Überlegung wert sein...


[Beitrag von Exploding_Head am 16. Jan 2017, 13:47 bearbeitet]
XperiaV
Inventar
#9 erstellt: 16. Jan 2017, 22:39
Optisch finde ich auch dass der 1More spotthässlich ist
Aber wenn er klanglich alles wieder ausbügelt ... Geschmäcker sind ja verschieden.
febrika3
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 22. Jan 2017, 21:08
Danke für den Testbericht, den ich voll unterschreiben kann! Ich bin von den Dingern als „intensiv-hörender-Laie” auch sehr angetan. Sie sind meine Lieblings-IE aus meinem Bestand:

- Shure 215
- Degauss Noir
- Degauss Rebell
- Final Audio Heaven V Age
- Teufel Auriol
- Teufel Move
- E10
- 1more E1001
- Xiaomi Hybrid Dual-Treiber
febrika3
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 23. Jan 2017, 12:08
Ich hatte ganz vergessen die Gründe zu erwähnen:

Der 1more ist toll weil:

- Er die beste Bühne aller meiner 16 Hörer hat, auch der KEF M500 oder der Teufel Real Z (bei dem ist das eine riesige Halle) können das nicht so gut. Das ist ein toller kleiner Raum, in dem die Töne eine sensationelle Richtung, Tiefe und Ortung haben.

- Er die Töne schön auflöst ohne Soundbrei.

- Er die gerade eben nötige Dosis Spaßfaktor bietet, ohne zu nerven.

Einzig die Isolation ist nicht ganz so gut, bei mir sitzt er nicht 100% perfekt. Da helfen auch die vielen, beiliegenden Pömpel nicht. Ich habe sogar welche eines anderen Hörers genommen, die bei mir besser passen.
Fotoingo
Stammgast
#12 erstellt: 27. Jan 2017, 19:45
Schön, ein wirklich treffendes Review der IEs, ich empfinde das sehr ähnlich.
Ich bekomme schon einen guten Seal hin, denke ich, aber isolierend sind die 1More E1001 wirklich nicht. Dafür spielen sie wirklich räumlich auf, was ich von einem IE so aufgrund der Reviews anderer Inears so nicht erwartet hätte.
Ich habe allerdings auch sehr wenig Erfahrung damit, weil mir bisher immer die Stöpsel im Ohr Schmerzen bereitet haben und ich auch keinen vernünftigen Seal bekommen habe, egal ob mit Schaumstoff oder weichem Kunststoff.
Wegen des günstigen Preises und der Technik dahinter wollte ich diesen IEs dann doch mal eine Chance geben.
Ja, und das ist neben dem wirklich guten Klang der größte Vorteil für mich, ich kann die E1001 tatsächlich über mehrere Stunden im Ohr haben.
Ich betreibe sie unterwegs einfach an einem normalen Android-Handy (Samsung S7, ob in dem Ding jetzt ein guter DAC und Verstärker eingebaut sind, weiß ich nicht), aber der Bass ist, obwohl kräftig und doch eher ein langsamer Vertreter seiner Zunft, weder übertrieben noch färbt er unangenehm auf die schnellen Mitten und Höhen ab.
febrika3
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 09. Feb 2017, 21:27
Ich bin von den 1more jeden Tag aufs neue begeistert, die machen echt Spaß. Sie sind nicht nur die besten IE Hörer, auch gegen die ganzen Bügelkopfhörer gewinnen sie immer öfter. Den Seal habe ich mit Compleys etwas besser hinbekommen, ich vermute sie schirmen dadurch auch etwas besser ab. Das teste ich nächste Woche im Flieger…

Allerdings bin ich zuhause nicht so der Freund von IE, da gefällt mir das Tragen eines normalen Bügelhörers deutlich besser. Leider wollen meine Modelle klanglich nicht ganz so toll aufspielen, wie es der 1more kann. Vor allem Auflösung und Raum fehlen mir.

Der KEF M500 kommt ihm am nächsten, ist im Bass eher besser. Stimmen und Auflösung sind aber klar schlechter, der Raum auch etwas. Toll ist der AedleVK1, der ist anders, sehr spassig, oft aber auch zu „peppig, bassig”.

Der BW P7 ist klasse abgestimmt, hat aber null räumlichkeit. Da kommt alles nur von Links/rechts. Schade, eigentlich ein toller Hörer. Der AT MSR7 ist mir insgesamt zu analytisch. Der macht nichts wirklich schlecht, der 1more kann aber fast alles besser.

Hat jemand eine Idee, bei welchem On- oder Over-Ear ich die Abstimmung des 1more finden könnte?

Diese Hörer sind vorhanden:

IE
- Shure 215
- Degauss Noir
- Degauss Rebell
- Final Audio Heaven V Age
- Teufel Auriol
- Teufel
- E10
-1more E1001
- Xiaomi Hybrid Dual-Treiber

Over Ear
- Audio Technika MSR7
- Bowers&Wilkins P7
- Teufel Auriol Z
- Philipps A3 Pro

On Ear
- Aedle VK 1
- KEF M500
- Urbanear Plattan
geek87de
Stammgast
#14 erstellt: 10. Feb 2017, 17:16
Schade, dass die 1more nicht gut isolieren.
Wenn du schreibst, er ähnelt einem M500, juckts mir schon in den Fingern.
febrika3
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 10. Feb 2017, 18:30
Der KEF M500 isoliert ja auch nicht

Die Abstimmung ist durchaus ähnlich. Der 1more punktet durch viel (wirklich viel) mehr Auflösung und Trennung der Instrumente. Das ist nix verwaschen. Auch die Ortung der Töne ist noch einmal besser, als beim M500. Den Bass empfinde ich etwas schlechter. Recht schlank mit normalen Stöpseln, etwas muffig mit den Compleys. Da ist der KEF besser.

Der 1more ist zudem einfach brillanter, das kommt Stimmen zugute, die klarer und direkter rüber kommen. Da sit der KEF etwas zugeschnürt.

War der KEF vor Wochen noch mein Lieblingshörer für alles mögliche, verliert er zunehmend gegen den 1more.

Jetzt fehlt mir aber die Bügelvariante mit dieser Abstimmung. Heute habe ich mal den B+O 6 new gehört, der war mir zu deutlich zu hell.
Huo
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 10. Feb 2017, 20:01
Der Nachfolger wurde heute angekündigt: 1More Quad-Driver

https://usa.1more.co...er-in-ear-headphones
geek87de
Stammgast
#17 erstellt: 10. Feb 2017, 21:55

febrika3 (Beitrag #15) schrieb:
Der KEF M500 isoliert ja auch nicht

Jetzt fehlt mir aber die Bügelvariante mit dieser Abstimmung. Heute habe ich mal den B+O 6 new gehört, der war mir zu deutlich zu hell.


Eben drum, was gescheites isolierendes.. In oder OverEar bitte
Dass dir der H6 nicht gefällt hätt ich dir auch sagen können. Der hat mir auch nicht getaugt
hacki2560
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 11. Feb 2017, 09:46

Huo (Beitrag #16) schrieb:
Der Nachfolger wurde heute angekündigt: 1More Quad-Driver

https://usa.1more.co...er-in-ear-headphones



Wow, optisch schon mal nice.
Huo
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 11. Feb 2017, 11:47
Bei 99 € UVP bin ich noch sehr tolerant, aber ab 200 € steigen meine Erwartungen dann schon. 1More bricht quasi vom "ich brauche ein zuverlässiges IEM-Headset" zu "ich habe Ansprüche!"
Ich hoffe der 4er kann sich vom 3er als komplett anderes Produkt abzeichnen und übernimmt nicht die gleiche Consumer-Abstimmung.

Reiferer Preis verlangt auch reiferere Abstimmung. Auch wird das "Drüberlegen" der BA-Receiver möglicherweise im Hifi-Bereich nicht unbedingt aufgehen. Die Konkurrenz bei 200 € sind nicht mehr die hauseigenen Xiaomi-Produkte.
Bei 40.000 Hz (was man nicht beweisen kann, ...) wird das wohl kaum ein BA-Receiver übernehmen. Das heißt der dynamische Wandler spielt breitbandig über den kompletten Frequenzbereich. Der 2er und der 3er sind halt doch ziemlich nah beieinander und ich vermute der 4er wird auch nicht großartig etwas anderes machen wollen.

Abwarten. Nur reine Spekulationen. Blind würde ich den jetzt nicht kaufen.
Fotoingo
Stammgast
#20 erstellt: 14. Feb 2017, 20:22
Stimmt zwar, aber wieviel Toleranz und Kompromissbereitschaft erfordert denn der E1001? Ich bin wirklich happy mit dem 1More. Ich kenne leider keine hochwertigeren Inears wie dem SD3, der mich auch sehr interessiert. Ich kann ihn nicht einordnen, aber aufgrund der Erfahrungen mit dem Trippeldriver sollte der neue doch eigentlich recht gut werden.
RunWithOne
Stammgast
#21 erstellt: 04. Mrz 2017, 18:34
Ich habe mir der Tage den 1more Triple Driver E1002 kommen lassen. Mein Yamaha EPH-100 klingt am AK70 doch ziemlich dumpf. So richtig warm bin ich mit dem eh nie geworden, da ich ständig den Sitz in meinen Ohren korrigieren musste.
Der 1more sitzen wirklich gut, nachdem ich die entsprechenden Stöpsel gefunden hatte. Es sind ja ausreichend dabei, überhaupt ist das Zubehöhr sehr ordentlich, Ledertasche, Flugzeugapater und Klammer sind dabei.
Klanglich gefällt er mir wirklich gut. Höre ja (fasst) ausschielich Rock bis Symphonic Metal. Die leichte Wärme mag ich sowieso. Basslinien, z.B. bei Black Sabbath, kann man unaufdringlich wahrnehmen. Auch akustische Gitarren kling sehr präziese. Ebenso vermittelt der KH Räumlichkeit. Ich bin nicht der InEar Kenner, da ich selten damit unterwegs bin. Für mich als gelegetlichen InEar Hörer passen Preis und Leistung sehr gut zusammen.
Musikfreak1704
Neuling
#22 erstellt: 13. Mai 2017, 09:18
Hallo erstmal,

da ich schon seit eh und je auf der Suche nach einem wirklich guten Kopförer war, habe ich stets wochenlang nach dem "Richtigen" gesucht, ohne ein Vermögen dafür ausgeben zu müssen. Letzthin habe ich dann Gefallen an einem Kopfhörerverstärker gefunden und den ifi nano ican gekauft. Der Sound war gut, aber zu großes Grundrauschen und ein Fabrikationsfehler (Akku lud nicht) haben dieser Erfahrung ein jähes Ende bereitet. Das Geld zurück bekommen, nochmal 50 Euro draufgelegt und den 1More Quad Driver bestellt. Nach 2 Tagen war er da und schon beim Auspacken der wirklich edel wirkenden Verpackung machte das Herz einen Freudensprung! Alles hochwertig und toll. Gleich an mein Galaxy Tab S2 angesteckt und "Sonne" von Schiller/Unheilig abgespielt.

JA BIST DU DEPPAT !!!

Meine vorherigen inears (Sony XBA-2 und Audio Adagio 3), von denen ich eigentlich dachte, dass sie gut seien, da ja die Testergebnisse gut ausfielen, sind da Galaxien weit von entfernt und klingen im Vergleich zum 1More Quad Driver wie die Billigteile, die nem Smartphone beiliegen. Ich kann gar nicht genug kriegen von diesem kristallklaren Klang, von dieser wunderbaren Bühne, von dieser Tiefe. Wahnsinn! Jetzt muss ich nur noch die Ohrstöppis ausprobieren (von denen es mehr als genug beigelegt gibt), aber schon die, welche drauf sind, passen eigentlich.

Also wenn es so etwas wie einen "Ohrenorgasmus" gibt, mit dem 1More Quad Driver hat man ihn. Ganz klare Kaufempfehlung für Klangafficionados, die für 200 Euronen einen Spitzen-KH erhalten.


[Beitrag von Musikfreak1704 am 13. Mai 2017, 09:20 bearbeitet]
RunWithOne
Stammgast
#23 erstellt: 13. Mai 2017, 16:39
He Musikfreak,

wäre schön, wenn du und nach einiger Zeit dein Eindrücke schilderst.
Musikfreak1704
Neuling
#24 erstellt: 21. Mai 2017, 15:24
Hallo, hab nen neuen Fred eröffnet, da es hier ja um die Vorgängermodelle geht. Unter Kopfhörer allgemein. Titel: 1More Quad Driver inears - Erfahrungsbericht

Grüße
Armin
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