Ziphona Rubin 223 (Kristallsystem) - Entzerrer nötig?

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magiceye04
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 22. Jan 2012, 23:24
Hallo!

Ich habe diesen alten Plattenspieler beim Aufräumen entdeckt.
http://radioreinhard.de/Geraete/Phonogeraete/Rubin223-4.html
Einfach mal ans ebenso alte Radio angeschlossen (Tonbandeingang) und siehe da, der funktioniert noch und die Musik klang soweit auch OK, soweit es das (Mono)Radio halt hergibt (immerhin aus Holz).

Nun würde ich den PLattenspieler aber lieber an die Stereoanlage anschließen, was zumindest heute Mangels Adapter/Lötkolben erstmal ausbleiben mußte.

Frage: Die Anlage hat keinen Entzerrervorverstärker.
Brauche ich den aber überhaupt bei einem "Kristallsystem mit Diamantnadel"? Oder ist da evtl. was Anderes nötig? Ich habe irgendwo gelesen, daß Kristall-Systeme normalerweise nicht an Phono-Eingängen betrieben werden sollen - trifft das quasi auch auf Entzerrervorverstärker zu, die ja quasi den Phono-Eingang nachrüsten?

Gruß, MagicEye
Detektordeibel
Inventar
#2 erstellt: 23. Jan 2012, 08:28
Das hier?

http://radioreinhard.de/Geraete/Phonogeraete/Rubin223-4.html

Das System ist ein Kristallsystem aus den 50er Jahren. Will gar nicht wissen was das schon runter hat. Würd ich generell nicht mehr benutzen wäre schade um die Schallplatte.

Wenn dann umrüsten auf ein neues System, aber wenn der Dreher original ist dann ist der Sammlerwert wahrscheinlich sowieso höher als ein gebrauchter besserer Plattenspieler kostet.
Fhtagn!
Inventar
#3 erstellt: 23. Jan 2012, 09:28

magiceye04 schrieb:

Frage: Die Anlage hat keinen Entzerrervorverstärker.
Brauche ich den aber überhaupt bei einem "Kristallsystem mit Diamantnadel"?


Um deine Frage zu beantworten: Nein. Kristallsysteme brauchen keinen Entzerrer.

Aber wie der Deibel schon schrieb: Ich würde das auch nicht mehr benutzen...

Gruß
Haakon
magiceye04
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 23. Jan 2012, 10:41
Danke für die Info!
Dann muß ich also nur einen Adapter schnitzen.

Die Schallplatten sind keine Besonderheiten und der Plattenspieler wurde auch nur selten benutzt.
Er rettet die Platten quasi nur vor dem Wegwerfen, denn ein neuer Spieler würde eh nicht angeschafft werden (oder allenfalls in der unter-100€-Klasse)
8erberg
Inventar
#5 erstellt: 23. Jan 2012, 11:49
Hallo,

ein korrekt eingestellter und mit guter Nadel versehener Kristalltonabnehmer ist nadelschonender als eine abgerittene Nadel an einem Magnetsystem...

Die 4 - 4,5 Pond Auflagekraft sind sooooo böse nicht, nur hat früher kaum jemand alle paar Stunden die Nadeln gewechselt!

Peter
dertelekomiker
Inventar
#6 erstellt: 23. Jan 2012, 15:12
Das im Rubin verbaute KS 23 SD ist zwar ein Kristalltonabnehmer, wurde aber immerhin mit einer Diamantnadel bestückt. Wenn der Spieler also im Originalzustand ist und tatsächlich wenig in Betrieb war, sollte den Platten keine ernsthafte Gefahr drohen.
Bepone
Inventar
#7 erstellt: 23. Jan 2012, 21:27
Hallo,

die Ersatznadeln für RFT-Systeme KS231SD (?) bzw. CS24/CS29 (diese sind schon Keramik) sind noch ohne weiteres zu bekommen.

Ich meine mich jedoch zu erinnern, dass solche Systeme an einen besonders hochohmigen Eingang gehören.


Gruß
Benjamin
Passat
Moderator
#8 erstellt: 25. Jan 2012, 15:22
Stimmt.
Kristall-/Keramiksysteme brauchen zwar keinen Entzerrer und Vorverstärker, aber einen sehr hochohmigen Eingang.
Übliche HiFi-Geräte haben Eingangswiderstände im Bereich 20-100 kOhm (meist um die 47 kOhm), Kristall-/Keramiksysteme brauchen aber i.d.R. 500-1000 kOhm.

Grüsse
Roman
magiceye04
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 25. Jan 2012, 21:33
Was bdeutet das in der Praxis?
Sprich: was wird passieren, wenn der mittelhochohmige Plattenspieler an einer neumodischen mittelniederohmigen Anlage angeschlossen wird?

Ich kenn normalerweise nur hochohmig (MegaOhm) oder niederohmig (unter 1kOhm).


[Beitrag von magiceye04 am 25. Jan 2012, 21:36 bearbeitet]
germi1982
Moderator
#10 erstellt: 27. Jan 2012, 23:47
Verbiegung des Frequenzganges weil die Entzerrung nicht korrekt erfolgt. Der Tonabnehmer braucht für die halbwegs korrekte Entzerrung den passenden Abschlusswiderstand am Eingang des Verstärkers.

Oder kurz: Es klingt dann nach Murks...

In der Regel reichen auch schon die alten Hochpegel-DIN-Eingänge, die hatten in den späten 70ern 470 kOhm.
magiceye04
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 28. Jan 2012, 00:02
Oha, da bin ich ja mal gespannt (derzeit steht die Technik leider 500km weit weg).
Sprich mit Entzerrer wird es Murks und ohne auch, zumindest an der neuen Stereo-Anlage.
Dann muß im Zweifel halt immer das Küchenradio aus den 70ern herhalten, wenn die Weihnachtsschallplatte gehört wird.

Oder läßt sich da mit einfachen Mitteln irgendwas zur Anpassung zusammenlöten? HiFi-Ansprüche habe ich eh keine, aber wenn das Weihnachtsoratorium nur jault, bringt es keine Punkte.
Bepone
Inventar
#12 erstellt: 28. Jan 2012, 00:09
Hallo,

aus einem niederohmigen Eingang sollte man recht einfach einen hochohmigen machen können, indem man entsprechende Widerstände in Reihe zur Quelle schaltet.


Gruß
Benjamin
rorenoren
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 28. Jan 2012, 02:13
Moin,

was ginge, wäre den Kristalltonabnehmer mit einigen Kiloohm (z.B. 47kOhm) zu belasten, einen Widerstand von, wasweissich 200kOhm in Reihe schalten und das Ganze an den Magnet- Phonoeingang anzuschliessen.

Bei niederohmiger Belastung verhält sich ein Kristall/Keramik- Tonabnehmer (ungefähr) wie ein MM System.

Man muss nur dafür sorgen, dass der MM Eingang nicht übersteuert wird.

Ohne Phonovorstufe geht das natürlich nicht.
(oder 20 Euro dafür ausgeben)

Einfach einen Widerstand in Reihe zu schalten, würde zwar den Eingangswiderstand erhöhen, aber auch das Signal zu sehr abschwächen.

Insgesamt also ein eher unsinniges Unterfangen.

Ein irgendwie funktionierender Plattenspieler mit Magnetsystem kostet beim Trödler oder auf dem Flohmarkt einige zehn Euro.
Notfalls kommt ein System dazu (Audio Technica AT95 für 21 Euro oder AT91 für 20).
Ein funktionierender Phonovorverstärker kostet ca. 20 Euro.
(z.B. Dynavox TC750)

Für die genannten max. 100 Euro gäbe es also "richtiges HiFi".
Nicht gerade toll, aber doch um Welten besser als das Kristallgeschrammel.
(wobei es da auch gute Systeme gab, nur nicht oft)

Gruss, Jens
magiceye04
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 07. Feb 2015, 21:13
Der Vollständigkeit halber noch: Nach dem Anschluß an die moderne HiFi-Anlage hat der Plattenspieler die Weihnachtsschallplatte in der üblichen Qualität wiedergegeben. Ich sah da keinen Grund, noch irgendwas weiter zu optimieren.
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