Erste Erfahrungen mit dem Telefunken W 250 (PE 2020)

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raphael.t
Inventar
#1 erstellt: 24. Mrz 2012, 20:27
Hallo Leute!

Ich habe überlegt, ob ich mich an den elendslangen Jubelthread anhängen soll, doch meine ich, es wäre besser, meine Eindrücke in einem eigenen Thread zu schildern.
Vorausschicken möchte ich, dass ich reichlich Erfahrung mit Plattenspielern habe, ich besitze immer noch drei Dutzend davon, doch hatte ich noch nie einen PE 2020, wohl aber PE 34 und 33.

Heute konnte ich eines von diesen "Wunderwerken" am Flohmarkt ergattern, nach oberflächlichem Putzen verpasste ich dem PE 2020 ein Shure M 55.
Ergebnis: Es kam nichts außer Brummen.
Gut, meinte ich, Schuld ist der Adapter, doch der war es nicht, es waren bloß die Kontakte im Headshellschlitten extrem oxidiert.
Nach dem Säubern derselben erklang mit Adapter und Cinchkabel Musik, und das völlig brummfrei.

Soweit, so gut!
Was ich zu hören bekam, war in Ordnung, doch um nichts besser als von einem Lenco oder einem Dual Treibradspieler.
Die Hype um den 2020 ist völlig unberechtigt, die PE-ler kochten auch nur mit Wasser.
Der Arm eines Dual 1019 oder 1219 ist wesentlich hochwertiger, wenn ich an die verchromte Plastikshell des PE denke, die sich mit leichtem Fingerdruck bewegen und verdrehen lässt, so meine ich, dass Wertarbeit doch anders aussieht.

Was er innen hat, brauche ich alles nicht, auf all die Hebel und Gestänge, die der Automatik oder dem Wechslerbetrieb dienen, könnte ich gerne verzichten.
Die scheppern und resonieren eh nur mit und sind Ballast, die den PE bloß beschweren.

Es ist unverantwortlich, solch einen alten Dreher einem Neuling zu empfehlen, denn irgendwas funktioniert immer nicht.
Meiner läuft bis auf die Endabschaltung gut, auch der Geschwindigkeitsumsteller ist leichtgängig und nicht verharzt, was ich aber als Ausnahme ansehe.
Ein Anfänger versucht solch einen starr gewordenen Umschalter mit Kraft zu betätigen und schon ist er abgebrochen.

Morgen spende ich dem PE 2020 einen anderen Tonabnehmer, dann sehen wir weiter.
Ich kenne aber das Shure 55 gut und weiß, wie er auf anderen Laufwerken klingt.
Vom Hocker hat mich der PE nicht gerissen, die Musik von unseren geliebten schwarzen Scheiben spielt er nicht schlecht ab, doch um nichts besser, als ein Treibraddual, ein Lenco L 75/78 oder ein Elac 50 H.
Designmäßig ist er jedoch altbacken gegenüber einem der genannten Plattenspieler.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael


[Beitrag von raphael.t am 24. Mrz 2012, 20:31 bearbeitet]
Bepone
Inventar
#2 erstellt: 24. Mrz 2012, 21:03
Hallo Raphael,

ich kann deine Eindrücke nachvollziehen.
Der PE ist schon ein nettes Maschinchen (hat mich Stunden / Tage an Bastelarbeit gekostet) und spielt ordentlich. Er tritt aber nicht irgendwie positiv hervor und so verbringt meiner, aufgrund der unpraktischen Tonabnehmeraufnahme (Schrauben von unten müssen genau die korrekte Länge haben), mehr Zeit im Schrank als am Netz.

Meckern kann man über den PE gewiss nicht, aber einem Anfänger würde ich ihn auch nie empfehlen.
Den Arm samt Lagerung empfinde ich wiederum als sehr hochwertig, aber nicht besser als bei den genannten Duals.

Für mich als Maschinenbauer und Feinmechanik-Begeisterter hat die ganze Mechanik ihren Reiz und Charme und aufgrund der unbestreitbar hochwertigen Bauweise werde ich mich von meinem Exemplar nicht trennen, auch wenn er, wie gesagt, meist Pause hat.


Lasse deinen mal noch ein paar Runden drehen, vielleicht werdet ihr ja noch gute Freunde...


Gruß
Benjamin
muggelmuggel
Stammgast
#3 erstellt: 25. Mrz 2012, 08:03
Einen schönen guten Morgen ,
Ich besitze seit kurzem ebenfalls einen W250 und bin von dem Gerät recht angetan!
Einen PE 33 habe ich mit etwas Hilfe gerade noch so selbst in Stand bringen können..ich habe also keine übergroße Erfahrung mit entsprechender Technik.
Beim PE 33 bin ich schon noch der Meinung, `wer will der kann` was das Technische angeht.

insofern @Bepone, stimme ich dir absolut zu wenn du sagst, es sei unverantwortlich einen PE 2020 einem Anfänger zu empfehlen!!

Ich habe Glück gehabt und einen bereits überholten/gewarteten PE bekommen, wobei ich bei Kleinigkeiten dennoch selbst Hand anlegen musste.
Ohne löchernde Fragen im entsprechenden Forum geht das nicht! Und irgendwann steht für mich auch hier wohl die intensive Auseinandersetzung mit dieser Technik an, denn eines ist klar, bei so viel durchdachter Funktion geht auch eher mal was kaputt!

Dennoch bin ich restlos von dem Gerät fasziniert und obendrein auch klanglich überzeugt!
Nicht jedes System klingt gleich auf einem anderen Gerät gleich gut..das ist ja auch nun mal keine Binsenweisheit.
Zumindest kann ich sagen, dass ich daran ein Ortofon 540 MKII betreibe.
Dieses System hatte ich an verschiedenen Spielern montiert, aber erst an dem PE2020 passte es für mich im Zusammenspiel sehr gut...
raphael.t
Inventar
#4 erstellt: 25. Mrz 2012, 09:50
Hallo Leute!

Erfahrungsbericht Telefunken W 250 zweiter Teil:

Ich habe dem PE 2020 doch noch keinen anderen Tonabnehmer spendiert, denn nach dem Wechsel des Phonokabels auf eines mit höherer Kapazität kamen die Höhen besser zur Geltung.
Habe danach alle zwei Seiten der Led Zeppelin I mit zunehmendem Vergnügen gehört, der Bass war wirklich überzeugend.
Auch die Automatik dürfte funktionieren, ich dachte zunächst, sie hätte was, da der Arm im manuellen Betrieb am Ende der Platte nicht abgehoben hat. Im Automatikbetrieb wird der Arm aber angehoben und zur Auflage gebracht, allerdings nicht ganz, ist wohl eine Einstellungssache.

Die Armarretierung ist auch aus schnödem Kohlenwasserstoff, der verchromt wurde. Da wollte man Metall vortäuschen, wo keines ist, ebenso die Kappe, die auf dem Armdrehpunkt sitzt, gut, beim L 75/78 ist das auch so.
Muss eine meiner drei Strobo-Scheiben suchen, damit ich sichergehe, dass der W 250 exakt läuft.

Was mir überhaupt nicht gefällt, ist der Plattengummi. Der ist am Rand ca 4-5 cm breit und deutlich höher als der innere Ring, dazwischen ist Leere und ein kleiner Stift, der durch die Platte niedergedrückt wird. Eine Konzession an Automatik und sonstwas, aber in meinen Augen nicht optimal.
Ich werde nun mit einer dünnen Plexi-Auflage experimentieren, der Höhenunterschied ist wohl mit der Rändelschraube vorn an der Shell auszugleichen.


Grüße Raphael


[Beitrag von raphael.t am 25. Mrz 2012, 09:52 bearbeitet]
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