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Dolby B/C/S Decoder-Software?

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AlexG1990
Inventar
#1 erstellt: 15. Apr 2012, 16:13
Hallo!

Im Anschluss an diesen Thread http://www.hifi-forum.de/viewthread-26-14603.html will ich nach einer Möglichkeit fragen, Dolby B/C/S in Software (evtl. eine Art Audacity-Plugin) zu decodieren.

Hintergrund: Sowohl der Bezugspegel als auch der Frequenzgang stimmen beim Abspielen von alten oder originalen Dolby-Aufnahmen NIE korrekt. Es pump und "mupfelt" immer irgendwie. Und ohne Dolby klingt es kristall klar, aber auch irgendwie "komisch".

Darum das Software-Plugin. Den Referenz-Pegel könnte man ja abgleichen, indem man z.B. so aupegelt, dass 0dB am Tapedeck -10dBFS digital sind und den "Treshold" entsprechend im Plugin einstellt...

Gibts so was?

Gruß
Alex


[Beitrag von AlexG1990 am 15. Apr 2012, 16:14 bearbeitet]
AlexG1990
Inventar
#2 erstellt: 15. Apr 2012, 23:49
Also ich hab nochmal viel gegoogled...:-)

Es scheint sowas nicht zu geben
Die einen sagen, der Algorithmus wäre zu kompliziert, die anderen sagen es gäbe wegen der Lizenzen keine exakte Nachbildung.
Ich kann mir zwar kaum vorstellen, dass ein jahrzehnte alter Compander zu schwer zu programmieren sein soll, aber wenn man nicht exakt an die Specs ran kommt...

Fazit: Dolby-Aufnahmen - der beste Kopierschutz ever
Da kann ich die Tapes ja gleich wegschmeißen, obwohl das Kassettensystem nicht mal was dafür kann...

Ich werde dann wohl gandenlos alle Tapes OHNE Dolby, aber mit Bezugspegel digitalisieren - vielleicht gibts ja irgendwann abhilfe?
FireandIce1973
Stammgast
#3 erstellt: 16. Apr 2012, 06:42
Nach so etwas suche ich auch schon seit Jahren, konnte aber bisher auch nur wenig finden.

Ich persönlich denke das gängige Heimcomputer heutzutage bei weitem genug Rechenleistung für die Nachbildung eines analogen Dolby B/C/S zur Verfügung stellen, aber der Markt für eine derartige Software von Dolby Inc. nicht gesehen wird und deshalb schlicht keine Ressourcen in die Programmierung gesteckt werden. Anderen, insbesondere Open Source Projekten, ist es ohne genaue Dokumentation der Dolby Spezifikationen schlicht unmöglich das System wirklich genau nachzubilden.

Das Thema ist vielleicht ein gutes Beispiel dafür wie Patente auch Kulturgüter vernichten können. Sollten irgendwann (wann eigentlich?) die Dolby B/C/S Patente auslaufen, wird es für viele Aufnahmen mit Sicherheit zu spät sein.

Für Dolby B scheint es für Winamp ein halbwegs brauchbares Plugin zu geben, aber getestet habe ich es nicht: Tape Restore Live!.

Eine brauchbare Dokumentation zu dem Thema könnte diese hier sein: http://dafx04.na.infn.it/WebProc/Proc/P_285.pdf

Dolbys eigene Doku zu Dolby B/C/S gibt es hier: http://www.dolby.com...eduction_Systems.pdf


[Beitrag von FireandIce1973 am 16. Apr 2012, 06:43 bearbeitet]
Passat
Moderator
#4 erstellt: 16. Apr 2012, 09:55
Wozu das ganze Theater?

Man nehme ein Tapedeck, öffne den Deckel und suche die Potis für den Wiedergabepegel. Die Werkseinstellung wird markiert, und dann wird bei jeder Kassette einzeln der Wiedergabepegel an den Potis so lange verändert, bis der Wiedergabefrequenzgang mit Dolby stimmt.

Dann wird digitalisiert.

Das Spiel wiederholt man mit der nächsten Kassette etc. etc.

Wenn man fertig ist, dreht man die Potis wieder auf die vorher markierte Werkseinstellung zurück.
Man sollte da einen Schraubendreher mit Kunststoffspitze nehmen, denn die Potis sind i.d.R. offen und durch eine Metallspitze wird i.d.R. der eingestellte Wert verfälscht.
D.H. er stimmt erst, wenn man den Schraubendreher vom Poti entfernt hat.

Außer, das man an 2 Potis herumdreht anstatt an einem Regler einer Software ändert sich nichts.

Man muß nur das richtige Tapedeck haben. Es gibt durchaus Geräte, die gar keine Einstellmöglichkeiten haben.

Grüsse
Roman
luckyx02
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 16. Apr 2012, 13:22
....na irgendwie könnt ihr alle nicht richtig mit der Suchmaschine umgehen.....

Ein Dolby-B Plugin gibts schon seit vielen Jahren für Winamp.....

Zu finden als "Taperestore Live" ...und ein bissssschen mehr kann der auch....

http://www.hansvanzutphen.com/tape_restore_live/


[Beitrag von luckyx02 am 16. Apr 2012, 13:23 bearbeitet]
FireandIce1973
Stammgast
#6 erstellt: 16. Apr 2012, 13:34

luckyx02 schrieb:
....na irgendwie könnt ihr alle nicht richtig mit der Suchmaschine umgehen.....

Ein Dolby-B Plugin gibts schon seit vielen Jahren für Winamp...


Jo, hatte ich oben bereits erwähnt...


FireandIce1973 schrieb:
Für Dolby B scheint es für Winamp ein halbwegs brauchbares Plugin zu geben, aber getestet habe ich es nicht: Tape Restore Live!.


Das "Dolby-B Plugin" ist aber weder wirkliches Dolby-B, noch für C/S nutzbar, noch wirklich das was man wirklich haben möchte um 100%ige Ergebnisse zu bekommen. Der Tape Restore Live! ahmt Dolby B pi mal Daumen nach. Mit den genauen Spezifikationen hat das allerdings wenig zu tun. Eine nette Spielerei, aber mehr nicht.

Wünschen würde ich mir ein offizielles Dolby A/B/C/S/SR Plugin für Steinberg Wavelab, Sony Soundforge, Audacity, usw. Am besten sowohl De- als auch Encoding.
luckyx02
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 16. Apr 2012, 13:39
Mit Winamp gibts eben noch mehr Möglichkeiten als für Audacity. In Winamp kann ich genau so Directx und andere VST Plugins einbinden. Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich....

Dolby-S ist rein wiedergabemässig Dolby-B kompatibel. Fehlt dir einzig noch der Dolby-C Expander. Den gibts bestimmt auch irgendwo in den Weiten des Netzes für Winamp.....
Passat
Moderator
#8 erstellt: 16. Apr 2012, 13:43

luckyx02 schrieb:
Dolby-S ist rein wiedergabemässig Dolby-B kompatibel.


Behauptet Dolby.
In der Praxis funktioniert das aber nicht zufriedenstellend.

In der Anfangsphase von Dolby C hat Dolby das übrigens ebenfalls behauptet.
Dolby hat diese Behauptung dann aber rel. schnell wieder zurückgezogen.

Grüsse
Roman
FireandIce1973
Stammgast
#9 erstellt: 16. Apr 2012, 13:47

luckyx02 schrieb:
Mit Winamp gibts eben noch mehr Möglichkeiten als für Audacity. In Winamp kann ich genau so Directx und andere VST Plugins einbinden. Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich....

Dolby-S ist rein wiedergabemässig Dolby-B kompatibel. Fehlt dir einzig noch der Dolby-C Expander. Den gibts bestimmt auch irgendwo in den Weiten des Netzes für Winamp..... :prost


Ich kann Dir ehrlich gesagt bei Winamp vs. Audioeditoren, als auch bei Dolby nicht folgen. Z.B. sind Dolby B/S bei der Wiedergabe nicht kompatibel, sondern Dolby S Aufnahmen hören sich mit Dolby B nur halbwegs hörbar an, selbstverständlich auch nur mit der Wirkung der Dolby B Rauschreduktion = es klingt halbwegs ertragbar, rauscht aber genauso als bei reinem Dolby B.
AlexG1990
Inventar
#10 erstellt: 16. Apr 2012, 14:01
Hallo!

Erstmal danke für die vielen Antworten! Hab alles gelesen...


Das Thema ist vielleicht ein gutes Beispiel dafür wie Patente auch Kulturgüter vernichten können. Sollten irgendwann (wann eigentlich?) die Dolby B/C/S Patente auslaufen, wird es für viele Aufnahmen mit Sicherheit zu spät sein.

Und genau dem würde ich entgehen, wenn ich alle Aufnahmen mit Pegelreferenz und OHNE Dolby digitalisiere, dann als FLAC speichere.
Ich würde einen Sinus-Ton auf Tape aufnehmen und exakt bis zur Dolby-Markierung auspegeln. Den Ton spiele ich dann ab und stelle den Aufnahmepegel am PC exakt so ein, dass er bei -10dBFS liegt. Dann habe ich eine Pegel-Referenz. Und so werden dann alle Tapes mit ausgeschaltetem Dolby digitalisiert und ausschließlich der Azimuth justiert.


Tape Restore Live!.

Mal abgesehen davon, dass es nur ein Wiedergabe-Plugin ist und man die Ausgabe wieder abgreifen müsste, um den Output so zu speichern, ist es wie gesagt nur eine "ungefähre Nachbildung".


Dolby-S ist rein wiedergabemässig Dolby-B kompatibel.

Definitv nicht. Wenn ich eine Aufnahme ohne Dolby abwechselnd mit B und S abspiele, ergeben sich völlig andere Wiedergabeeigenschaften.


Wozu das ganze Theater?

Man nehme ein Tapedeck, öffne den Deckel und suche die Potis für den Wiedergabepegel.[...]

Das wollte ich auch schon testen, werde ich machen! Wobei ich z.B. das Kennwood noch nicht geöffnet habe, mal sehen...

Wenn ich das ultimative Tapedeck bauen würde, würde das so aussehen:
- Ein grundsolides Laufwerk mit Doppel-Capstan
- Eine azimuthstabiler Wiedergabekopf und solide Bandführung wie bei dem o.g. Kennwood
- Elektrisch-mechanisch regelbarer Azimuth (wie Nakamichi), aber über Regler an der Gerätefront manuell bedienbar
- Regler für den Pitch
- Regler für WiedergabePEGEL (!)
- Separater PlayTrim-Regler (wie bei Yamaha) für den Frequenzgang (ungleich Pegel)
- Dahinter einen Dolby B/C/S-Decoder, sowie HighCom 1/2 und DBX

...man darf ja mal träumen

Gruß
Alex


[Beitrag von AlexG1990 am 16. Apr 2012, 14:14 bearbeitet]
Passat
Moderator
#11 erstellt: 16. Apr 2012, 14:19
Wozu?

Viele Nakamichis haben einen von außen zugänglichen Regler für den Aufnahmeazimuth.
Bringt nur nichts, wenn man die Kassetten auf Fremdgeräten abspielen will.
Dann stimmt zwar der Aufnahmeazimuth in Bezug auf den Wiedergabekopf des Tapes, aber nicht zwingend der Wiedergabeazimuth bei Fremdgeräten.

Die beste Lösung dafür ist tatsächlich die automatische Wiedergabeazimuth-Nachführung bei o.g. beiden Tapedecks.

Und damit der Aufnahmeazimuth stimmt, hat Philips die Bandführung "AZTEC" erfunden.
Da wird das Band durch 2 Bandführungen gezwungen, mit perfektem Azimuth über die Köpfe zu laufen.
Azimuthschwankungen bei der Aufnahme oder Wiedergabe sind damit auch theoretisch unmöglich.
Und damit brauchts auch keine Möglichkeit mehr, den Azimuth einstellen zu können bzw. nur noch für Fremdaufnahmen von Geräten ohne AZTEC.

Und der Dolby-Wiedergabepegel ist genormt, der muß bei allen Geräten eigentlich identisch sein.
Für die Anpassung des Aufnahmepegels haben die besseren Geräte eine Einstellmöglichkeit. Entweder manuell oder per Einmeßcomputer.

Und dazu das perfekte Laufwerk:
4-Motoren Direktantrieb wie bei den Revox-Geräten.

Und eine automatische Dolby-Erkennung, wie es z.B. Aiwa beim AD-F990 realisiert hatte.
Das Gerät erkennt bei Eigenaufnahmen automatisch, ob ohne Dolby, mit Dolby B oder mit Dolby C aufgenommen wurde.

Die ganzen Dolby-Probleme hätten wir übrigens nicht, wenn sich HighCom durchgesetzt hätte.
Da ändert sich durch einen Pegelfehler nicht der Frequenzgang, sondern nur der Pegel.
Außerdem unterdrückt es auch tieffrequentes Rauschen und erreicht bei der Rauschunterdrückung Dolby S-Niveau.

Leider hat seinerzeit Telefunken durch seine Lizenzpolitik das System selbst torpediert.

Grüsse
Roman
luckyx02
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 16. Apr 2012, 14:31

Tape Restore Live!.

Mal abgesehen davon, dass es nur ein Wiedergabe-Plugin ist und man die Ausgabe wieder abgreifen müsste, um den Output so zu speichern, ist es wie gesagt nur eine "ungefähre Nachbildung".


....da merkt man das ihr euch noch nie ernsthaft mit dem mächtigsten Audioplayer dieses Planeten beschäftigt habt. Mit jedem Winamp kann man serienmässig die Line Inputs abgreifen, abspielen-bearbeiten und selbstverständlich auf Festplatte speichern....

Was es dafür an Plugins gibt erschlägt allein mit der puren Menge und Qualität, alles was es für andere tools gewerbsmässig gibt. Gerade sehr spezielle Plugins wie zB. eine Schnittstelle um CDRom Laufwerke als echte Musik CD Laufwerke nach Redbook-standard, also ohne Zwischenspeichern nach reinen Solomoncode auszulesen und, und, und....
Ich wüsste nicht was ich ohne den anstellen würde. Aber wie bei allen spezielleren Dingen im Leben muss man sich intensiv damit auseinandersetzen um es zu verstehen.

Mit Dolby-S magst du Recht haben. Aber ich würde eh nichts digitalsieren, im Gegenteil, ich nehm lieber von Flacs auf Tape auf......
AlexG1990
Inventar
#13 erstellt: 16. Apr 2012, 14:44

Wozu?[...]

Aber alles in einem Gerät? No chance... Mit meinem "Traumtape" wäre man kompatibel zu alles nur erdenklichen Tape-Aufnahmen dieser Welt


....da merkt man das ihr euch noch nie ernsthaft mit dem mächtigsten Audioplayer dieses Planeten beschäftigt habt.

Da hast du leider recht...


Aber ich würde eh nichts digitalsieren, im Gegenteil, ich nehm lieber von Flacs auf Tape auf......

Ich nehme auch hin und wieder Tapes auf! Die kommen dann aber eher von guten (!) MP3s direkt vom PC. Ich habe sowohl Tapedeck als auch PC über je eine Tape-Monitor-Schleife in beide Richtungen am Verstärker hängen...
Aber wenn ich auf Tape aufnehme: NUR NOCH ohne Dolby!
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