Woher kommt das Brummen ?

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yso69
Neuling
#1 erstellt: 10. Nov 2012, 11:31
Guten Tag alle miteinander.

Vor ein paar Wochen, als ich schon wusste, dass ich meinem geliebten Revox B790 eine Komplettrevision gönnen werde, kaufte ich für die Zeit ohne ihn spontan einen billig-Plattenspieler in der Bucht: Der Telefunken HS300 war neu und ungeöffnet, hat also die letzten 20 oder 30 Jahre in irgendeinem Warenlager verbracht. Jedenfalls macht mir die Nadel dieses €20-Teils nicht mein schwarzes Gold kaputt.

Nun aber das Problem: Das Teil brummt, und zwar laut, trotz korrekt angeschlossener Erde. Ich habe den Plattenspieler und auch den Tonabnehmer demontiert und alle Kabel durchgemessen, alle Leitungen funktionieren widerstandsfrei vom Tonabnehmer bis zu den Chinch-Kabeln resp. Erdung. Nun bin ich deshalb mit meinem Laien-Elektronik-Latein am Ende. Woher zum Teufel kann das Brummen kommen
akem
Inventar
#2 erstellt: 10. Nov 2012, 18:19
Möglichkeiten gibt es da viele.
Offenbar hast Du ja ein Multimeter, sehr gut. Dann teste doch mal folgende Dinge und erstatte Bericht:
- brummen beide Kanäle oder nur einer?
- verändert sich das Brummen durch Veränderung der Tonarmposition (mit montiertem Tonabnehmer) oder der Signalkabel?
- macht es einen Unterschied, ob der Motor des Drehers läuft?
- wo ist der Dreher aufgestellt? Vielleicht in der Nähe eines Verstärkers? Ändert sich das Brummen, wenn Du den Standort verlagerst?
- falls vorhanden: ändert sich das Brummen, wenn Du einen anderen Tonabnehmer montierst?
- miß mal mit dem Tonabnehmer den ohmschen Widerstand der Tonabnehmer-Induktionsspulen, rot auf grün und weiß auf blau. Ist der Wert links und rechts identisch und wie groß ist er? (Meßbereich 2kOhm)
- miß mal, ob linke und rechte Cinchmasse verbunden sind (als von einem Cinchstecker zum anderen)
- miß mal, ob Cinchmasse mit dem Erdungskabel des Drehers verbunden ist
- miß mal, ob eine der vier Tonabnehmer-Anschlüsse Kontakt zum Chassis und / oder zum Tonarmrohr hat
- hat der Dreher einen Schutzerde-Anschluß im Netzkabel?

Gruß
Andreas
Pufftrompeter
Gesperrt
#3 erstellt: 11. Nov 2012, 00:11
... ich hatte neulich mit einen SL-QD33 das gleiche Problem. Er brummte - leise aber vernehmlich, trotz Erdung.

Aus lauter Verzweifelung hab ich dann mal die funktionierende Cinch-Strippe gewechselt - und schon war's Brummen weg. Mangelnde Schirmung? Man weiss es nicht ... hat jedenfalls geholfen.

'Nen Versuch isses Wert ...

Carsten
yso69
Neuling
#4 erstellt: 12. Nov 2012, 15:16
Danke für die Tipps! Den von Carsten werde ich letztlich wohl auch noch ausprobieren müssen, denn alles Messen bringt mich nicht weiter. Doch der Reihe nach:

- brummen beide Kanäle oder nur einer? BEIDE
- verändert sich das Brummen durch Veränderung der Tonarmposition NEIN
- oder der Signalkabel NEIN
- macht es einen Unterschied, ob der Motor des Drehers läuft? NEIN
- Ändert sich das Brummen, wenn Du den Standort verlagerst? NEIN
- miß mal mit dem Tonabnehmer den ohmschen Widerstand der Tonabnehmer-Induktionsspulen, rot auf grün und weiß auf blau. IDENTISCHER WERT: 0.5 kOhm
- miß mal, ob linke und rechte Cinchmasse verbunden sind SIND NICHT
- miß mal, ob Cinchmasse mit dem Erdungskabel des Drehers verbunden ist NEIN
- miß mal, ob eine der vier Tonabnehmer-Anschlüsse Kontakt zum Chassis und / oder zum Tonarmrohr hat NEIN
- hat der Dreher einen Schutzerde-Anschluß im Netzkabel? NEIN

Der Dreher ist ein zweipoliger Plastik-Müll. Da gibts kar kein Chassis, die einzige Platine ist so gross wie zwei Briefmarken und dort werden die feinen Drähte zum Tonabnehmer mit den normalen Chinchkabeln verbunden und das Massekabel durchgeschleift.

Zum Glück kommt Ende Woche der 'richtige' Spieler zurück. Trotzdem Schade, denn ich hätte das Teil gerne behalten und die ungewaschenen oder worn-Quality-Scheiben noch damit abgespielt. So aber: --> Müll!
akem
Inventar
#5 erstellt: 12. Nov 2012, 16:37
Hmm. Ist zwar gut, daß Du nicht drauf angewiesen bist. Trotzdem wäre es eine schöne sportliche Aufgabe, das Dingens ruhig zu kriegen.
Alle Verdachtsmomente, die ich hatte, treffen also nicht zu.
Brummt es denn, wenn Du den Spieler komplett von der Phonostufe absteckst? Und brummt es, wenn Du nur das Massekabel anklemmst, die Signalkabel aber nicht? Und brummt es, wenn nur die Signalkabel angesteckt sind, nicht aber das Massekabel?
Was ist denn für ein Tonabnehmer montiert? Hast Du vielleicht ein anderes System rumliegen, was Du testweise mal montieren könntest?

Gruß
Andreas
2xmono
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 12. Nov 2012, 17:12
Hallo Yso69,

- miß mal mit dem Tonabnehmer den ohmschen Widerstand der Tonabnehmer-Induktionsspulen, rot auf grün und weiß auf blau. IDENTISCHER WERT: 0.5 kOhm

Das gleiche miß mal an beiden Cinchsteckern(+gegen-) es muss in etwa der gleiche Wert sein. Ist das nicht der Fall sind die Cinchkabel Asche und du brauchst ein neues.


[Beitrag von 2xmono am 12. Nov 2012, 17:13 bearbeitet]
yso69
Neuling
#7 erstellt: 14. Nov 2012, 17:11
@2xmono: Das habe ich eigentlich so gemessen, die Kabel sind am Tonabnehmer angelötet (also nicht gesteckt), darum komme ich auf den gleichen Wert, egal ob am Tonabnehmer oder am Chinchkabel gemessen.

Brummt es denn, wenn Du den Spieler komplett von der Phonostufe absteckst? NEIN logischerweise nicht.

Und brummt es, wenn Du nur das Massekabel anklemmst, die Signalkabel aber nicht? NEIN

Und brummt es, wenn nur die Signalkabel angesteckt sind, nicht aber das Massekabel? UND WIE!

Was ist denn für ein Tonabnehmer montiert? Hast Du vielleicht ein anderes System rumliegen, was Du testweise mal montieren könntest?
Das Original-Teil, was unter dem Namen Telefunken so in (geschätzt) 1985 verbaut worden ist, leider.
akem
Inventar
#8 erstellt: 14. Nov 2012, 19:19
Naja, sooo logisch ist das leider auch nicht, daß eine Phonostufe alleine Ruhe gibt...
Wie sieht denn der Tonabnehmer aus? Kannst Du mal den ohmschen Widerstand zwischen den beiden Minus-Anschlüssen des Tonabnehmers zum Headshell bzw. Tonarmrohr messen? Wenn es da eine Verbindung gibt, solltest Du den Tonabnehmer isoliert montieren. Also Tesafilm zwischen Tonabnehmer und Headshell und mit Plastikschrauben festmachen.

Die Kabel direkt an den Tonabnehmer zu löten ist übrigens ein böses Foul und sehr, sehr gefährlich für Selbigen!! Daß Dein Tonabnehmer das überlebt zu haben scheint ist purer Zufall... obwohl, so 100%sicher bin ich mir da gar nicht, daß er das überlebt hat: Du mißt zwar links und rechts den gleichen Widerstandswert der dann auch noch in einem realistischen Bereich liegt, was eigentlich ein gutes Zeichen ist. Aber wer weiß schon, wie hoch der Wert eigentlich sein müßte? Wenn das mit dem Widerstand zum Headshell auch kein Ergebnis bringt, bleibt eigentlich nur noch, mal ein anderes System auszuleihen und mal testweise zu montieren (allerdings dann mit Kabelschuhen!! )

Gruß
Andreas
2xmono
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 14. Nov 2012, 23:03
Was is das den! Die Ta-Kabel sind am System fest gelötet
Unglaublich!
Mit Sicherheit weisst du das dies nicht gut ist,oder!
yso69
Neuling
#10 erstellt: 16. Nov 2012, 14:43
Hallo mal wieder

Ehrlich gesagt wusste ich das nicht. Der Spieler war aber echt ab Werk so, das Teil war 100%ig originalverpackt. Mittlerweile hab ich meinen B790 zurück (komplett revidiert und mit neuer AKG-Zelle) und vorgestern fand ich in einer Brockenstube (ist in der Schweiz so etwas zwischen Sozialkaufhaus und Flohmarkt) einen Dual CS 415-2 für €25. Der spielt mir jetzt meine ungewaschenen Platten ab, ganz ohne Brummen


Vielen lieben Dank nochmals für all die Tipps, aber der Telefunken geht jetzt den Weg in den Elektroschrott.


[Beitrag von yso69 am 16. Nov 2012, 14:44 bearbeitet]
luckyx02
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 16. Nov 2012, 19:49

Der Spieler war aber echt ab Werk so, das Teil war 100%ig originalverpackt.


Ist ziemlicher Quatsch ! Ein Gerät wieder original einpacken sofern alles noch vorhanden ist an VP Material, ist doch ein leichtes. Das System wurde niemals verlötet und falsch kann es deshalb auch nicht schon ab Werk gewesen sein.

.....deshalb hat er wohl 30 Jahre wieder eingepackt in der Ecke gelegen........


[Beitrag von luckyx02 am 16. Nov 2012, 19:51 bearbeitet]
-Fazer1-
Stammgast
#12 erstellt: 16. Nov 2012, 20:17
Stimmt, der verlötete TA spricht eigentlich eine eindeutige Sprache:
verbockt -> nicht mehr klar gekommen -> wieder eindepackt -> weggestellt -> vergessen

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