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Auflagekraft weicht ab / Schallplatte leiert / Tonarm falsch justiert?

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philzy
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 16. Mai 2013, 15:42
Hallo zusammen,

langsam bin ich mit meinem Latein am Ende: Habe gestern einen überholungsbedürftigen Pioneer PL-15R aus der Werkstatt abgeholt. Da ich ein absoluter Laie auf dem technischen Gebiet bin, konnte ich vorerst von der Optik her keine Probleme festellen.

Doch dann, beim Einwiegen, der erste Aha-Effekt: Ich wiege mit einem Shure SFG-2, und erziele in den beiden Messbereichen (außen und innen) unterschiedliche Ergebnisse! Wenn ich in der inneren Mulde auf die empfohlenen 1,5g komme, ist das Gewicht in der äußeren Mulde deutlich geringer. Es ist sogar so gering, dass er zu wenig Gewicht aufwenden kann, um die Platte ohne zu skippen wiedergeben kann.

Momentan habe ich an der äußeren Mulde des SFG-2 auf 1,5g eingemessen, was jedoch im Umkehrschluss wohl bedeutet, dass weiter innen deutlich mehr Auflagekraft herrscht. Ist so natürlich definitiv nicht gewünscht!

Jetzt aber zu einer weiteren Besonderheit: Ich habe den Eindruck, dass die Platten gegen Ende der jeweiligen Seite zu leiern beginnen - besonders hörbar bei Klavier und Akustikgitarren - am Gesang merke ich jedenfalls kein Leiern. Antriebsriemen ist brandneu, von Williamthakker, dürfte also soweit auch passen.

Last but not least: Ich bin mir nicht sicher, ob der werte Herr aus der Reparatur-Werkstatt den Tonarm "gerade" montiert hat - anbei mal ein paar Bilder, wirkt auf mich äußerst schief, kann aber natürlich auch täuschen, wie gesagt, bin nur Laie.

Meine Frage an euch: Hängen die geschilderten Problematiken kausal zusammen? Ist das System ordentlich montiert worden?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!

Liebe Grüße,

philzy

Anbei ein paar Bilder:

Foto 16.05.13 17 15 13

Foto 16.05.13 17 15 28

Foto 16.05.13 17 16 10

Foto 16.05.13 17 16 16
directdrive
Inventar
#2 erstellt: 16. Mai 2013, 16:22
Hallo philzy,

Du bedienst die Shure-Waage falsch, lediglich bei Messungen in der äußeren Mulde ist die auf der Skala angezeigte Auflagekraft korrekt, in der inneren Mulde ist die tatsächliche Auflagekraft doppelt so hoch wie der Skalenwert. Steht eigentlich auch drauf, ist aber etwas seltsam formuliert: "SCALE TIMES 2".

Stell doch einfach die Auflagekraft nach der Pioneer-Anleitung ein, gibt's hier kostenlos zum Download: Vinyl Engine

Auf Deinen Bildern sieht der Arm tatsächlich ziemlich schief aus, eventuell lässt sich dieser oder auch nur das Headshell mit einem beherzten Griff - aber ohne Gewalt - in die richtige Position drehen. Ich würde eher dazu raten, den Pioneer zurück in die Werkstatt zu bringen.

Zum Leiern: Wenn die Motorwelle samt Pulley sauber ist und das Tellerlager leichtgängig ist, dürftest Du einfach die technischen Grenzen des Pioneers erfahren. Frag den Werkstatt-Menschen, der kann Dir dazu evtl. mehr sagen.

Grüße, Brent
philzy
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 16. Mai 2013, 16:47

directdrive (Beitrag #2) schrieb:

Du bedienst die Shure-Waage falsch, lediglich bei Messungen in der äußeren Mulde ist die auf der Skala angezeigte Auflagekraft korrekt, in der inneren Mulde ist die tatsächliche Auflagekraft doppelt so hoch wie der Skalenwert. Steht eigentlich auch drauf, ist aber etwas seltsam formuliert: "SCALE TIMES 2".

Keine Sorge, dass mit der doppelten Auflagekraft in der inneren Mulde habe ich bei meinen Messungen bereits beachtet :-) Aber trotzdem Danke für den Hinweis!

Ja hmmm, merkwürdig, wenn der Arm tatsächlich schief anmontiert wurde, sollte das einem Mann, der seit Jahrzehnten eine eigene Werkstatt betreibt, doch eigentlich auffallen... :-( Lässt sich da in Eigenregie mit entsprechendem Werkzeug was machen? Die Bedienungsanleitung gibt leider nicht sonderlich viel her...

Liebe Grüße!
Fhtagn!
Inventar
#4 erstellt: 16. Mai 2013, 17:19
Irgendwas stimmt da nicht. Das Gegengewicht ist bei diesem Tonarm nicht auf Anschlag wenn ein Ortofon VM System montiert ist und 1.5g gefahren werden.
Hast du den Tonarm auch "genullt"? Also waagerecht ausgependelt bei Antiskating auf 0?

Die Headshell ist schief wie Hund, was für eine Flasche ist das in deiner Werkstatt?
Du findest unter dem Tonarm direkt vor der Headshell eine kleine Schraube. Diese löst du (geht mit einem Bit auch ohne Tonarmdemontage), dann lässt sich die SME Aufnahme für das Headshell drehen. Manchmal ist dazu etwas sanfte Gewalt notwendig. Am Einfachsten geht das, wenn man eine alte Headshell einschraubt, alternativ geht auch ein Schlitzschraubendreher in entsprechender Größe. Schraube wieder festziehen nicht vergessen, dabei immer schön ruhig und sachte.
Hörbert
Moderator
#5 erstellt: 16. Mai 2013, 17:20
Hallo!

Ich denke nicht das der gesamte Tonarm schief montiert ist sondern bloß die Headshell, hier könnte die Aufnahme dafür etwas aus der Spur sein, bei vielen alten "S" und "J" Tonarmen hat sich im laufe der Jahre die Verschraubung- Verklebung gelockert. Hier könnte ein behutsames "zurechtrücken" mit nicht allzuviel Kraft das Mittel der Wahl sein.

Beim Messen mit der SFG-2 solltest du darauf achten das tatsächlich nur die in der entsprechenden Rille aufliegende Nadelspitze auf die Waage drückt und nicht nocht Teile des Systemkorpusses die Waage weiter vorn belasten. Normalerweise nimmt man die Wägung so vor daß sich das eingekerbte Ende der Waage sich um den Mittelzapfen legt und die Waage seitlich anfährt. Der Wägepunkt ist dann durch die jeweilige Kerbe vorgegeben. Wieso du bei beiden Kerben mißt erschließt sich mir eigentlich nicht ganz?

MFG Günther
Albus
Inventar
#6 erstellt: 16. Mai 2013, 18:51
Tag,

die Headshell ist wohl schief eingesetzt; was zu korrigieren ist. - Vorher aber dies: Offensichtlich ist das sogenannte Subweight, ein zusätzliches Gegengewicht, hinten in das Armende eingeschraubt - bitte entfernen, d.h. herausdrehen. Bei dem leichten Tonabnehmer (5 g Eigengewicht) hat das Zusatzgewicht dort nichts zu suchen. Dann muss die Einstellung selbstverständlich erneut vorgenommen werden. Klar.

Was das Wiegen mit der SFG-2 angeht: Die Waage darf nicht etwa auf eine auf dem Plattenteller liegende Platte gestellt werden, vielmehr auf die Plattenmatte selbst - und dazu absolut gerade, unter Umständen muss an der Tellerachse etwas unter die Auflagefläche der Waage geschoben werden (Papier, in zwei oder drei Lagen oder so). Im Zentrum ist die Stellfläche nicht stets gerade, bei einer geringfügig abfallenden Waagebasis ist das Hebelresultat infolge der Schiefstellung ungültig.

Die Genauigkeit der SFG-2 ist bei der Kerbe 1 (Times 1) - mein Exemplar - sehr gut, Kalibriergewichte von 0,75 g, 1,5 g oder 1,2 g werden praktisch genau gewogen. Bei Times 2 (Bereich 1,5-3,0 g) zeigt hier die Balance 0,06 g zuviel an. Was auch ohne Belang ist. - Probe mittels einer 1 Cent Münze sollte 2,30 g (Times 2: 1,15 g) recht genau ergeben. Zu beachten bleibt, dass man die Mitte der Kerbe zu belasten hat, nicht irgend knapp seitlich.

Was nun die schief eingesetzte Headshell angeht, so machte ich zunächst einen einfachen Versuch: Headshell herausdrehen, die Headshell selbst auf Waagerechte untersuchen (uU ist der Sockel in der Headshell selbst schief eingesetzt), dann die HS durch den Gewindezug allein in der Einschraubbewegung einziehen lassen, nicht irgendwie durch die Hand führen wollen. Nachsehen, ob die HS nun gerade sitzt - Geodreieck, Lineal oder irgend ein gerades Objekt, welches man vorn gegen den Tonabnehmer/die Headshell lehnt und anpeilt.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 16. Mai 2013, 18:52 bearbeitet]
Wuhduh
Inventar
#7 erstellt: 16. Mai 2013, 21:04
Mit dem klassischen kleinen Spiegel kann man unter Beachtung der fehlenden Antiskatingkraft auch ein Headshell inkl. Azimuth einstellen und ggfs. fixieren.

MfG,
Erik
philzy
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 17. Mai 2013, 11:39
Hallo zusammen,

vielen Dank schon mal für eure Ratschläge!

Kleines Update von mir:

- Das Subweight am Ende des Arms ist nun draußen, Auflagekraft wurde selbstverständlich danach korrigiert
- Ich habe versucht, mit sanftem Druck den Headshell leicht zu neigen - ich bilde mir ein, dass es mir ganz gut gelungen ist, siehe Fotos. Was ist eure Meinung?
- Habe die Kiste geöffnet, ein wenig von dem über die Jahre flötenden Schaumstoff in den Federn des Subchassis ersetzt, wirkt jetzt wieder etwas weniger "wacklig" vom Gesamteindruck her

Was mir jedoch ein wenig Kopfzerbrechen bereit: Ich habe den Eindruck, dass sich die Nadel gegen Ende der Platte deutlich nach innen "schiebt" bzw. aufgrund der Tonarmmontage eher "geschoben wird", und nicht mehr gerade im System liegt. Ist das aufgrund des Winkels gegen Ende der LP normal, oder muss ich mir sorgen machen? (siehe Foto)

Die Tonarm-Montage kommt mir ehrlich gesagt ziemlich merkwürdig vor, aber das lässt sich relativ schlecht fotografieren, vielleicht sollte ich davon noch ein Video aufnehmen.

AN DIESER STELLE NOCHMALS TAUSEND DANK FÜR EURE TOLLE UNTERSTÜTZUNG!

Anbei ein paar Fotos:

Foto 17.05.13 13 25 37
Foto 17.05.13 13 26 04
Foto 17.05.13 13 26 33
Foto 17.05.13 13 26 43

Viele Grüße & ein angenehmes Wochenende!
chrisz78
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 17. Mai 2013, 22:30
Also die Headshell steht nach wie vor derbe schief (Nadel "schielt" nach außen!), das ergibt mit großer Wahrscheinlichkeit Verzerrungen und evtl. auch "springen". Man sieht auf den Fotos ganz gut die Reflexion des Systems und der Headshell in der blanken Plattenoberfläche - mit einem kleinen Spiegel gehts noch besser - und wenn die Einstellung stimmt, müssen die vertikalen Kanten des Nadeleinschubs sich ohne Knick in der Reflexion fortsetzen, bzw. die horizontalen Kanten müssen parallel stehen.

Wenn sich aus irgendeinem Grund die Headshell nicht weiter im Uhrzeigersinn drehen läßt, muß unter die äußere Schraube eine Unterlegscheibe zwischengelegt werden (evtl. reicht ein Stückchen dünne Pappe), um wenigstens das System in der schiefen Headshell lotrecht zu bekommen. Das sieht dann zwar bescheiden aus, funktioniert aber besser als im jetzigen Zustand!


[Beitrag von chrisz78 am 17. Mai 2013, 22:36 bearbeitet]
Albus
Inventar
#10 erstellt: 18. Mai 2013, 08:31
Tag,

nach den Fotografien traue ich mir eine Meinung nicht zu, der wechselnden Abbildungswinkel wegen. Dennoch sieht es nach Bild 1 deutlich besser aus als zu Beginn. Bild 2 könnte einen Moment des Taumelns im Übergang von modulierter Endrille zur höheren Steigung der Auslaufrille eingefangen haben, vielleicht auch einen Augenblick erhöhter Gleitreibung. Für den Fall der momentanen erhöhten Gleitreibung (Kugellager, aus langer Stillstandszeit) machte ich vorsorglich zwanzig Schwenkbewegungen des Tonarmes über dessen ganzen Drehwinkel (uU über die Tellerachse hinaus).

Ist denn nicht doch ein Geodreieck oder ein Lineal oder einfach ein Papierstück oder so zur Hand, welches beispielsweise gegen die Unterseite des Wortes 'Ortofon' auf dem Nadeleinschub gelegt werden kann - und merkliche Abweichungen von der Waagerechten sichtbar machte? Minimale Abweichungen von der Waagerechten 'gibt es immer', es kommt auf das praktisch Erreichbare im Einzelfall an.

Freundlich
Albus
philzy
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 18. Mai 2013, 12:59
Ich glaube, bevor ich da noch mehr kaputt mache, als es scheinbar eh schon der Fall ist, suche ich lieber sicherheitshalber eine kompetente Werkstatt auf.

Hat jemand von euch eine Werkstatt-Empfehlung für München parat? Danke!

Beste Grüße!
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