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Philips GA 212 - Anfängerfragen zu Riemen, DIN zu Cinch und allgemeiner Pflege

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Tynavis
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 16. Dez 2015, 11:43
Hallo zusammen...

Ich konnte kürzlich einen Philips GA 212 zu einem (wie ich finde) sehr günstigen Preis erwerben. Verkauft wurde er mit dem Hinweis, dass er vor einigen Jahren, nach dem Kauf eines "optisch passenderen" Plattenspielers, funktionsfähig im Karton "eingemottet" wurde. Der Funktionstest des Verkäufers verlief dann aber leider negativ, so dass er mir den Plattenspieler für nur 15 € verkauft hat. Übrigens nachdem ich mit ihm zusammen vor Ort den Teller abgenommen habe und den defekten (weil gelängten und verhärteten) Riemen gesehen habe. Provisorich aufgelegt, funktionierte der Spieler augenscheinlich soweit gut. Sogar die Original Anleitung war noch dabei...

Wie ich im Forum bereits herauslesen konnte, soll der Plattenspieler zwar kein HighEnd Produkt sein aber doch recht brauchbar klingen. Da es sich hierbei um meinen ersten Plattenspieler handelt, habe ich leider auch wenig Erfahrung im Umgang mit den guten Stücken; bin jedoch lernwillig und hoffentlich auch lernfähig... Eine kleine Plattensammlung (etwa ein Umzugskarton voll) wartet schon seit Jahren auf dem Dachboden auf Wiederbelebung (habe ich von meinen Eltern "geerbt" weil die nur noch CDs wollten... ).

Soweit zur Vorgeschichte, nun möchte ich mich vertrauensvoll an euch wenden um einige Fragen zu klären und etwas Hilfestellung zu bekommen...


Um den Plattenspieler wieder zum Leben zu erwecken brauche ich daher erstmal einen neuen Antriebsriemen; hier stellte sich für mich die Frage, ob es irgendein 0815 Riemen von Amazon oder Conrad sein kann oder ob es da auch qualitativ bessere Empfehlungen gibt? Und woher ich diesen am Besten bekomme? Gibt es beim auflegen des Riemens etwas zu beachten?

Dann benötige ich ja einen Adapter von DIN auf Cinch, da mein alter Yamaha nur einen Cinch-Phono Eingang hat. Auch hier wieder die Frage nach dem richtigen Adapter oder einer anderen Lösungsart? Ich habe öfters von einem umlöten auf Cinch gelesen; löten kann ich zwar aber wenn der "einfachere" Weg über einen Adapter genauso funktioniert, würde ich diesen lieber wählen... Als Beispiel habe ich diese hier im Auge: Adapter 1 oder Adapter 2
Taugen die was?

Und dann wäre es natürlich richtig ideal, wenn ich den Plattenspieler direkt an meinem AV Receiver betreiben könnte (hat optische und platztechnische Gründe). Da ich ja dann einen Vorverstärker benötige und die Auswahl erschlagend groß ist, muss ich hier noch einmal um eine Empfehlung bitten...
Hier: Vorverstärker 1 und hier: Vorverstärker 2 habe ich zwei Vorschläge eines Kollegen bekommen. Taugt das?

Abschliessend noch die Frage an euch: gibt es eine Art "Anfängerleitfaden" für die Benutzung und Pflege von Plattenspielern und Platten ganz allgemein? Ich möchte mich gerne näher mit dem Thema beschäftigen, finde aber in der endlosen Flut von Informationen im Netz irgendwie noch keinen Anfang...?!


Vielen Dank vorab für eure Gelduld und Hilfe...
akem
Inventar
#2 erstellt: 16. Dez 2015, 11:53
Adapter von DIN auf Cinch führen oft zu Brummen. Daher entweder umlöten oder Du kaufst einen Phono-Vorverstärker mit DIN-Eingang (das wäre dann der Vorverstärker 2). Was der qualitativ taugt kann ich Dir allerdings nicht sagen...
Beim Kauf des Riemens mußt Du darauf achten, daß er die richtige Länge hat und explizit für Dein Modell vorgesehen ist. Eine große Auswahl an Riemen ordentlicher Qualität gibt es z.B. bei www.thakker.eu
Und: Du solltest dem Tonabnehmer eine neue Nadel spendieren oder gleich einen neuen Tonabnehmer kaufen. Das hängt davon ab, was im Moment für ein Tonabnehmer verbaut ist. Ich bin jetzt kein großer Philips-Kenner aber es soll von Philips durchaus einige sehr gute Tonabnehmer gegeben haben (aber auch nicht so gute...). Da können andere Leute hier wahrscheinlich eine treffende Einschätzung geben, wenn Du hier schreibst, was da montiert ist.

Gruß
Andreas
Wuhduh
Inventar
#3 erstellt: 16. Dez 2015, 12:17
Salute !

Bedingt durch den antriebsschwachen Motor muß der Riemen ziemlich genau passen. Also bitte nach dem Modell im Internet suchen.

Tonabnehmer wird ein GP400 mit sphärischer Nadel sein. Aufrüsten lohnt sich nicht für das Gerät.

Diverse Phono-Vorvorverstärker mit DIN-Eingang haben nicht die vorgeschriebenen 47kOhm als Eingangswiderstand. Sind als unbrauchbar. Evtl. hat Analogis etwas im Programm. Monacor und andere schwarze Zigarillo-Büchsen sind schlimm. Der Adapter muß eine DIN-Kupplung und einen separaten Massedraht haben. Conrad sehr teuer. Den Chinakram gibt es anderswo billiger.

MfG,
Erik
evilknievel
Inventar
#4 erstellt: 16. Dez 2015, 12:27
Hallo,

den GA212 hatte ich auch mal. Normalerweise kranken die an einem schmelzenden Riemen, was eine elende Sauerei ist. Das hat dich nicht getroffen, Glück gehabt.

Bei vinylengine findest du alle nötigen Infos zur Einstellung und auch Reparatur.
http://www.vinylengine.com/library/philips/ga-212.shtml

Insbesondere die Einstellung der Auflagekraft ist ein wenig gewhöhnunsbedürftig, jedoch in der Anleitung sehr gut beschrieben.

bekannte Fehlerquellen:

Ein/Ausschalter defekt (überbrücken)
Endabschaltung (Lampe defekt)
Sensortasten reagieren nicht (mit Alkohol gründlich einigen)

Falls du löten kannst, empfehle ich den Umbau auf Cinch. Ist vom Materialaufwand nicht teurer als ein Adapter.
Din abknipsen und Cinch anlöten könnte reichen. Falls brumm, dann muß noch eine Masseleitung gelegt werden.

Das Philips System ist tendenzielll gut, außerdem mit Klip, so daß eine Justage nicht nötig ist.
Das Angebot an originalen Ersatznadeln hat in der letzen Zeit rapide abgenommen.
Man kann alle 400er Generationen auf den Tonabnehmer aufschieben, wobei man bei den MKIII Versionen vorne am Tonabnehmer den Wulst ein paar mm runterschleifen muß damit es klappt.

Alternative zu den gelinkten Phono Pres: Art DJ Pre

Zur Plattenpflege:

Carbonbürste
Nadelbürste oder Schmutzradierer aus der Drogerie
zum googeln: Cheap Thrill


Gruß Evil

edit: Der Motor ist in der Tat sehr schwach. Mit dem passenden Riemen von Thakker bin ich gut gefahren.


[Beitrag von evilknievel am 16. Dez 2015, 12:30 bearbeitet]
Tynavis
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 17. Dez 2015, 11:35
Hallo und danke für die hilfreichen Antworten.

Ich habe mir jetzt den passenden Riemen von Thakker geordert und gleich dazu noch den kleinen Vorverstärker von Analogis mit DIN Eingang.
Das umlöten halte ich mal im Hinterkopf für kalte Wintertage...

Tonabnehmer ist der 400er, wie erkenne ich da ob die Nadel noch taugt oder ob es eine Original- oder Nachkaufnadel ist?

Die genannten "Standard"-Fehlerquellen werde ich mir mal näher anschauen, das dürfte ja noch recht überschaubar zu beheben sein, oder?

Gruß


[Beitrag von Tynavis am 17. Dez 2015, 11:55 bearbeitet]
evilknievel
Inventar
#6 erstellt: 17. Dez 2015, 12:03
Hallo,

ob die Nadel noch gut ist, kann man am besten erhören. Scharfe S Laute oder Frauenstimmen, sollten am Plattenende noch sauber rüberkommen.
Eventuell Vergleich mit digitalem Medium anstellen.

Bei Originalnadeln mit Nadelschutz, steht auf der Nadelschutzklappe Philips.
Bei denen ohne Nadelschutz, ist es etwas schwieriger. Der Body sollte grau und mit einem blaumetallischen Pfeil an der Stirnseite versehen sein. Allerdings gibt es auch Nachauten, die so aussehen. Ein Foto kann helfen, muß aber nicht.

Gruß Evil
Tynavis
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 17. Dez 2015, 13:09
Ah, okay.
Eine Nadelschutzkappe ist mir nicht aufgefallen, daher werde ich mir die Nadel mal etwas genauer anschauen und ggf. auch ein, zwei Fotos machen und hier einstellen... Sobald ich Riemen und Vorverstärker hier habe wird auch die Hörprobe umgesetzt.
Vielen Dank schonmal!
Tynavis
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 22. Dez 2015, 08:28
Hallo nochmal...

Die Reanimation des Patienten ist wunderbar gelungen und die Hörprobe konnte durchaus überzeugen;
genau genommen freue ich mich tierisch, dass der "alte" Dreher so gut klingt...

Die Nadel ist übrigens noch die originale Philips 400er, der Vor- und Erstbesitzer hat sie nie gewechselt. Der Zustand ist, für mich als Laien, noch sehr gut. Auch sonst kam der Plattenspieler, laut ihm, sehr selten zum Einsatz und wurde nur aufgrund von "optischer Unpässlichkeit" gegen einen neueren Dreher getauscht. Die von evilknievel beschriebene "Hörprobe" war, zumindest für meine Ohren, sehr unauffällig und gefiel mir ausgezeichnet. Bei zwei Alben habe ich den direkten Vergleich zur CD (Simply Red und Pink Floyd) und für meinen Geschmack klingt gerade die Simply Red von Vinyl etwas "luftiger" und "voluminöser". Klingt vielleicht komisch, aber da gefällt mir die Vinyl besser...

Ich bin jedenfalls happy und möchte mich nochmals für die schnelle und unkomplizierte Hilfe bedanken!


"One last thing":
Mir ist aufgefallen, dass sich der Dreher nur in etwa zwei von zehn Fällen am Ende der Platte selbst abschaltet.
Müsste er das nicht immer tun? Warum tut er es nicht immer, was kann da defekt sein und wie behebe ich es?


[Beitrag von Tynavis am 22. Dez 2015, 08:29 bearbeitet]
evilknievel
Inventar
#9 erstellt: 22. Dez 2015, 12:59
Hallo,

Leider habe ich den 212 schon länger nicht mehr und weiß nicht mehr genau wie das alles funktioniert. Die Endabschaltung ist fotoelektrisch. Bei mir war die Birne defekt und mit dem Austausch das Problem gelöst.

Gruß Evil
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