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Plattenteller dreht nicht

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DFPWare
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 27. Jun 2016, 19:29
Hallo zusammen,

ich versuche gerade einen alten Plattenspieler zu reparieren, denn der Plattenteller dreht sich nicht.
Es handelt sich um einen ERRES RT 133 Synchro Drive.

Da das Teil mit verblüffend wenig Elektronik auskommt, kann es im Grunde nur der Motor oder eines der Bauteile auf der kleinen Platine sein (siehe Bilder). Ich hoffe, dass es nicht der Motor ist, weil mir ein Ersatz die Reparatur nicht wert ist (So wie ich das sehe ist es kein besonders hochwertiges Gerät).

Wie kann ich testen, ob der Motor elektronisch defekt ist? (Mechanisch lässt sich dieser drehen)
Was sind das für Bauteile auf der Platine und wie kann ich deren Funktionstüchtigkeit überprüfen?

Auf dem Motor steht: 110V 50Hz 250rpm 0883 90231 171 MB16 4304

Viele Grüße und vielen Dank im Voraus
Florian


Geschützter Hinweis (zum Lesen markieren):

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akem
Inventar
#2 erstellt: 28. Jun 2016, 08:50
Als erstes solltest Du mal prüfen, ob die Wicklungen des Motors noch in Ordnung sind. Einfach mit einem Multimeter zwischen den drei Anschlußkabeln auf Durchgang prüfen (Widerstandsmeßbereich 200 Ohm sollte taugen, ansonsten 2kOhm). Netzstecker des Drehers vorher natürlich ziehen! Vermutlich ist das graue Kabel der gemeinsame Anschluß der beiden Wicklungen. Aber das merkst Du dann schon, zwischen welchen Anschlüssen Durchgang ist.
Wenn das erledigt ist und beide Wicklungen in Ordnung sind, steck das Netzkabel an und stelle den Dreher normal auf. Teller abnehmen so daß Du an das Motorpulley kommst. Wenn Du den Dreher einschaltest und dem Pulley einen Schubs gibst, läuft er dann los? Synchronmotoren haben nämlich eine zweite (Hilfs-)Wicklung, die im Prinzip nur die Laufrichtung vorgeben. Diese Hilfswicklung wird über einen (Phasenschieber-)Kondensator angesteuert und gibt die Laufrichtung vor. Fehlt dieser Wicklung aber der Strom (z.B. wegen einem Defekt des Kondensators) dann weiß der Motor nicht, in welche Richtung er laufen soll und bleibt daher stehen. Viele Synchronmotoren laufen dann los, wenn man ihnen einen kleinen Schubs gibt (aber wohl nicht alle).
Dann solltest Du mal die Spannungen messen, die der Motor bekommt. Schalte das Multimeter in den Spannungsmeßbereich 200 Volt AC (Wechselspannung!) und messe die Spannungen zwischen den drei Kabeln. Kommt nirgends was, dann ist wohl der Widerstand hin (das längliche grüne Ding). Kommt nur zwischen zwei Leitern was, dann dürfte der Phasenschieberkondensator hin sein (das dürfte das bunte Teil sein - der Blaue dürfte nur ein Funkentstörkondensator sein, der das Ein- und Ausschaltknacksen unterdrückt). Hoffentlich steht der Wert des Kondensators auf dem bunten Teil irgendwo drauf. Wenn nicht ist Raten angesagt (könnte aber auch sein, daß die verschiedenen Farben eine seltene Form der Farbcodierung sein, in der der Wert des Kondensators "verschlüsselt" ist).

Gruß
Andreas
Wuhduh
Inventar
#3 erstellt: 28. Jun 2016, 12:39
Hallo, Florian !

Das ist ein Motor von Philips / Airpax / Premotec / Rega, wie er zu Tausenden in verschiedenen Variationen verbaut wurde.

Wenn Du aber bei einem angenommenen Defekt am Motor nicht einmal 10,00 Euro inkl. Versand investieren willst, solltest Du gleich das Gerät entsorgen und ich brauche auch nicht weiter darüber nachdenken.

Vielleicht einmal die Lötpunkte und die angedunkelten Leiterbahnen ( Hitzeproblem ) nachlöten.

MfG,
Erik


[Beitrag von Wuhduh am 28. Jun 2016, 12:39 bearbeitet]
Compu-Doc
Inventar
#4 erstellt: 28. Jun 2016, 13:06
110V 50Hz 250rpm. bitte link posten.
DFPWare
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 28. Jun 2016, 17:23
Hallo zusammen,

@Andreas:
Ich habe die Widerstände an den Kabeln gemessen, Ergebnis ist das Folgende:
blau-grau: knapp 300 Ohm
rot-grau: knapp 300 Ohm
rot-blau: gut 500 Ohm
Dem Motor einen Stoß geben hat leider nicht geklappt
Zwischen den Kabeln hab ich folgende Spannungen messen können:
rot-grau: ca 270V (ich hoffe, ich kann das Messgerät richtig lesen, siehe Bild)
rot-blau: ebenfalls ca 270V
blau-grau: 0V
Du sagst, wenn nur zwischen zwei Kabeln etwas ankommt ist der Kondensator kaputt. Es ist leider keine Schrift aufgedruckt. Laut dieser Seite bedeutet der Farbcode grau-rot-gelb-weiß-rot (ich hoffe die Leserichtung passt) 820nF, 1pF Toleranz und 200V Betriebsspannung. Meine Laienhafte Einschätzung sagt mir, dass das ungefähr passen könnte. Bist du sicher, dass es an diesem Bauteil liegt? Kann ich das noch genauer verifizieren? Wenn ja, dann würde ich mal schauen, wo ich so ein Teil aufgetrieben bekomme.

@Erik:
Ich hatte im Internet für einen neuen Motor Preise von ca 40€ gefunden, wahrscheinlich habe ich wohl an der falschen Stelle geschaut. 10€ wäre ich gerne gewillt auszugeben.

@Compu-Doc:
Ich weiß nicht genau, was das für ein Motor ist, deswegen kann ich auch keinen Link dazu posten. Ich habe alles, was auf dem Motor steht in der Fragestellung geschrieben.

Viele Grüße und vielen Dank
Florian

IMG_20160628_183550
akem
Inventar
#6 erstellt: 28. Jun 2016, 17:57
Du hast von der falschen Skala abgelesen: die obere Skala, wo Du die 270V abliest, geht bis 1000V... Du mußt die untere Skala nehmen, die, die bis 500V geht (diesen Meßbereich hast Du schließlich gewählt...). Und da lese ich was um die 130V ab. Ist ein bischen hoch aber vermutlich erreicht der Spannungsabfall über dem Widerstand ohne zugeschalteten Motor nicht den Sollwert.
Rot ist also der gemeinsame Leiter beider Motorspulen.
Was sind das eigentlich für zwei angelaufene Blechstreifen? Soll das vielleicht ein Schalter sein? Vielleicht ist da der Hund begraben... Mal mit nem Glasfaserstift saubermachen? Und hast Du mal alle Lötstellen nachgelötet, wie Erik angeregt hat?

Gruß
Andreas
DFPWare
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 28. Jun 2016, 18:37
Hallo Andreas

Richtig... Ich war mir nicht ganz sicher, deswegen hab ich ja das Bild angehängt.
Wieso meinst Du, dass rot der gemeinsame Leiter ist? Ich hatte grau vermutet, weil der Widerstand zu blau und rot gleich groß ist und rot-blau ca doppelt so viel ist.
Die beiden Blechstreifen sind tatsächlich ein Schalter, der im Plattenspieler (soweit ich die Mechanik bisher verstanden habe) beim Zurückfahren des Tonarms am Ende der Platte betätigt wird. (Kann auch sein, dass dieser während des Spielens Kontakt hat und am Ende den Kontakt verliert)
Ich habe den Schalter auf jeden Fall mal überbrückt und (für mich) überraschende Ergebnisse bekommen:
Die Spannungen, die ich vorher gemessen habe sind auf knapp 300V (jetzt aber wirklich, siehe Foto) gestiegen, also:
rot-grau: knapp 300V
rot-blau: knapp 300V
blau-grau: 0V
Ich hab keine Ahnung, was mir das jetzt sagen soll.
Die Lötstellen werde ich frühestens morgen nachlöten können.

Viele Grüße
Florian
Wuhduh
Inventar
#8 erstellt: 29. Jun 2016, 06:20
Moin !

Ich meinte sowas artverwandtes mit ZWEI grauen Drähtchen :

Philips Synchronmotor

Schaltbilder für die Platine gibt es beim Gurgeln.

MfG,
Erik
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