Einsteiger-Plattenspieler

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falameezar
Neuling
#1 erstellt: 30. Mrz 2018, 19:15
Hallo, liebe Forenteilnehmer,

nachdem ich ein wenig quer gelesen habe, ist das hier nun mein erster Beitrag. Weil ich wahrscheinlich noch ewig hier lesen könnte, von der Materie aber zu wenig verstehe, damit es mir weiter hilft. Es gibt zu viel zu beachten, und ich weiß eigentlich nichts über Stereoanlagen, auch wenn ich ein paar Komponenten bei mir stehen habe (Grundausstattung).

Ich bin schon älteres Semester (48 Jahre alt), und habe hier noch einige Platten von damals stehen - die würde ich gerne mal wieder hören. Mir gefällt grundsätzlich die Idee, alte Geräte wieder ihrem bestimmungsmäßigen Zweck zuzuführen (ich restauriere z. B. gerade eine Espressomaschine von 1957), aber ich denke auch, dass ich bei Plattenspielertechnik sehr schnell an meine Grenzen komme. Richtig viel Zeit sollte ich auch nicht in eine Überarbeitung investieren müssen, meine durchschnittliche Arbeitswoche liegt bei ca. 80 Stunden.

Und irgendeinen Vergleich muss man dann ja ziehen - das tue ich dann mit neuen Geräten. Mein Budget ist begrenzt, weil ich erst mal sehen will, ob ich dauerhaft auf den Zug aufspringe. Die Komplettinvestition soll deshalb 150 Euro nicht übersteigen.

Bei den neuen Geräten hätte ich jetzt mal in Richtung Dual DT 250 und Auna TT Massive geschaut (ja, ich weiß: "Er hat Auna gesagt").

Nun war die Entscheidung schon fast gefallen: von einem Freund hätte ich einen Dual CS 70 Spieler geschenkt bekommen können (stand eine lange Zeit herum). Leider war er gestern mit dem Gerät da: erst wollte es nicht starten, und dann nicht wieder aufhören. Prinzipiell lief es schon, aber eher nach dem Zufallsprinzip, wie es schien. Elektronik hinüber? Oder war das eine "Verharzungsfrage", die man hier ab und zu entdeckt? Wäre so etwas für einen Laien denn machbar (handwerkliches Geschick ist durchaus vorhanden, aber der Sachverstand fehlt bei mir völlig in dieser Sache: ich müsste Euch mit den einfachsten Fragen konfrontieren)?

Das wäre im Preis soweit ja vielleicht drin (brauche ja vielleicht Kleinkram und eine Nadel), und ich brauche auch noch einen Vorverstärker. Meine Komponenten haben keinen entsprechenden Anschluss für den älteren Plattenspieler. Dort erscheint preislich der ART DJ Pre II bei meinem Budget am sinnvollsten (auch wenn er für mich nicht gerade der "stylischste" ist). Am Rande bemerkt: für die Tonausgabe wird ein Pioneer VSX-529-K zuständig sein, an dem ein kleines Teufel 5.1 Heimsystem hängt.

Meine erste Frage ist also: ist so ein alter Plattenspieler, der erst nicht drehen, und dann nicht mehr aufhören will, unter Umständen zu retten? Ach durch einen Laien? Oder muss ich da anders planen?

Viele Grüße, und schöne Ostern schon mal im Voraus, wünscht,
Mathias
grendia
Stammgast
#2 erstellt: 30. Mrz 2018, 19:46
Hallo,

ein Dual CS70 ist mir nicht bekannt. Kannst Du die Bezeichnung nochmal überprüfen oder ein Foto einstellen?
Yamahonkyo
Inventar
#3 erstellt: 30. Mrz 2018, 19:49
Ist ein DUAL 701!

Guckst du hier!

Gruß Roland


[Beitrag von Yamahonkyo am 30. Mrz 2018, 19:52 bearbeitet]
holger63
Inventar
#4 erstellt: 30. Mrz 2018, 19:55
Kenne das Modell auch nicht, aber der 701 hiess anfangs 70. Google: dual cs 70 --> wiki

Gruß, Holger
Vogone
Inventar
#5 erstellt: 30. Mrz 2018, 20:15
Hi und willkommen in Forum,

im Prinzip kann man jeden Dual retten. Aber jeder kann das nicht, kommt auf den Fehler an.

VG Andreas


[Beitrag von Vogone am 30. Mrz 2018, 22:46 bearbeitet]
falameezar
Neuling
#6 erstellt: 30. Mrz 2018, 20:32
Okay,

ich muss mich so halb korrigieren: ich weiß nicht genau, welches Modell es ist. Wie bei dem Link von Yamahonkyo zum Radiomuseum steht innen neben dem Plattenteller CS 701. Und an der Rückseite des Geräts ist ein Aufkleber angebracht, auf dem Dual CS 70 abzulesen ist. Der Plattenspieler wurde zunächst wieder abtransportiert, aber wenn es Hoffnung gäbe, würde ich ihn wieder herbringen lassen. Er stimmte äußerlich mit dem unter dem Link abgebildeten Dual überein - und war auch in der hübschen braunen Holzzarge.

Ich weiß ja, dass es nicht einfach wird, @Vogone. Aber wenn ihr Experten hier schreibt, dass es Hoffnung gibt und Sinn macht, dann würde ich es probieren.

Es ist übrigens kein Ortofon Tonabnehmersystem verbaut gewesen. "Philips 412" habe ich abgelesen (ohne Ahnung zu haben, inwiefern ihr damit etwas anfangen könnt.
Marsilio
Inventar
#7 erstellt: 30. Mrz 2018, 21:04
Hallo

Erstens: Der Dual 701 gehört zu den am meistgesuchtesten Dual-Plattenspielern überhaupt. Es ist das erste Modell der Schwarzwälder Hifibauer mit Direktantrieb. Technisch und haptisch so gut, dass ein neuer Plattenspieler dieser Güteklasse heute mehrere Tausender kosten würde. In gutem Zustand und nicht zerschlissener Haube bezahlt man für einen 701 locker 250 bis 300 Euro, gewartet noch mehr.

Zweitens: Der verbaute Philips-Tonabnehmer GP412 ist nicht schlecht, hat der doch immerhin einen ganzen, elliptisch geschliffenen Diamanten. Originale Ersatznadeln findet man nur noch selten, Nachbaunadeln gibt es für kleines Geld z.B. hier: https://www.ebay.de/...0:g:AssAAOSw9idaG9mg
Den Tonabnehmer könnte man aber auch durch etwas noch besseres ersetzen, der 701 kommt auch mit hochklassigen Tonabnehmern der 1000-Euro-Klasse klar.


Ich würde Dir daher sehr empfehlen, den 701er zu nehmen - der ist eine ganz andere Liga als Dual DT 250 und Auna TT Massive & Co. Kleinere Erhaltungsarbeiten dürften allerdings fällig sein. So gilt es allenfalls einige Kondensatoren auszutauschen, und vielleicht spukt auch die Vollautomatik. Das ist allerdings keine grosse Sache. Mit etwas Geschick könntest Du das sogar selber erledigen. Auf www.dual-board.de tummelt sich eine rührige Szene, die einem mit Rat, manchmal auch Tat und Ersatzteilen zur Seite stehen.

LG
Manuel

PS: Der ART DJ Pre II ist eine gute Wahl. Findet man ab und zu auch gebraucht und damit noch günstiger...


[Beitrag von Marsilio am 30. Mrz 2018, 21:08 bearbeitet]
Vogone
Inventar
#8 erstellt: 30. Mrz 2018, 21:29
Dual DT 250/Auna DUAL CS 701
Wuhduh
Gesperrt
#9 erstellt: 30. Mrz 2018, 22:43
Nabend !

CS70 ist nur die Bezeichnung des Gehäuses. Siehe auch CS38, usw.

MfG, Erik
bielefeldgibtsnicht
Inventar
#10 erstellt: 30. Mrz 2018, 22:50
Wenn die Nadel noch in Ordnung ist, ist das Philips GP-412 ein richtig gutes System.

Gerd
Yamahonkyo
Inventar
#11 erstellt: 31. Mrz 2018, 03:15
Hallo Mathias,

die Philips GPs wurden von Shure produziert und haben den gleichen vollen warmen Klang und Dynamik. Zusammen mit dem Art DJ klingen die wirklich bombig.
Da kommen ATs und OMs unter 100 Euro definitiv nicht mit.

Die von Marsilio empfohlene Nachbaunadel von Thakker, oder die hier angebotene 946 GP 66 sind nicht schlechter, als Originalnadeln.

Wenn man später eine bessere Feinauflösung erreichen möchte, kann man immer noch eine Shibata Nadel 956 D 68 des GP 422 II als Nachbaunadel kaufen.

Gruß Roland


[Beitrag von Yamahonkyo am 31. Mrz 2018, 04:12 bearbeitet]
Detektordeibel
Inventar
#12 erstellt: 31. Mrz 2018, 06:08
Also sofern es der Dual 701 ist auf jeden Fall einen Rettungsversuch starten...

Das war zu seiner Zeit ein extrem teures Spitzenmodell. Wenn der dir vor die Füße fällt bist du ein "Glückspilz".


https://www.dualklin...lplattenspieler/701/


Ansonsten: unter 150€ scheint mir der Auna TT-Massive im Moment das einzig "brauchbar aussehende" Gerät zu sein.

Die Geräte sind zwar absolut nicht vergleichbar, das ist wie ein W116 und ein hm Tata Nano... aber hätte den Vorteil vom eingebauten Phono-Pre und wäre in dem Fall "Plug&Play".

Ist zwar jetzt "Ketzerei", aber wenn das mit dem Dual 701 eine "längere Baustelle" wird (Zeit die man sich sich nehmen sollte, wenn das Ding wieder läuft wirste ihn den Rest deines leben haben) - und es kein anderes Gebrauchtgerät werden soll, könnte man - erstmal - den Auna nehmen, und das Philips GP-412 vom Dual dranbauen.

Wird gut Musik machen, und der "Flaschenhals" wird wahrscheinlich eher das Teufel-System sein...
falameezar
Neuling
#13 erstellt: 26. Apr 2018, 09:16
Hallo liebe Community,

der Dual CS 701 ist jetzt wieder bei mir, und ich habe zwischenzeitlich den Steuerpimpel ersetzt. Das hat sich gelohnt. die Start/Stop-Automatik funktioniert soweit. Was mich nur etwas gewundert hat: sie funktioniert auf die Weise, dass ich beim Starten den Schalter etwas festhalten muss, bis der Arm sich "auf die Reise begibt". Wenn ich den Hebel nur kurz auf Start bewege und gleich wieder loslasse, dann funktioniert das nicht. Ist das "normal"?

Ein weiteres Problem betrifft den Tonabnehmer (Philips GP 412). Der ist quasi auseinander gefallen.
Tonabnehmer defekt?
Ist das ein Totalschaden? Ich kann ihn nicht wieder befestigen - das schwarze Teil (sorry, ich weiß die Fachbegriffe nicht) liegt nur lose in der Aluminium-Fassung. "Mit Druck in die Fassung klicken" traue ich mich nicht - das macht ja einen recht fragilen Eindruck. Ich wollte hier erst mal fragen, ob ihr mir etwas dazu sagen könnt.


[Beitrag von falameezar am 26. Apr 2018, 09:17 bearbeitet]
directdrive
Inventar
#14 erstellt: 26. Apr 2018, 11:08

Yamahonkyo (Beitrag #11) schrieb:

die Philips GPs wurden von Shure produziert und haben den gleichen vollen warmen Klang und Dynamik


Moin,
nur ganz kurz, damit das niemand weiter verbreitet: Ich weiß leider nicht woher Du die Info hast, aber das stimmt meines Wissens nicht. Wäre auch höchst unwahrscheinlich, zwischen Shure und Philips gab es schon um 1960 erheblichen Krach wegen der Patente für das erste (Mono-) MM-System.

@Mathias: den schwarzen Systemkörper kannst Du einfach wieder in den goldenen Halter hineindrücken und am besten mit geeignetem Kleber (Uhu, Sekundenkleber) fixieren. Vor der Operation nimmst Du am besten den Nadeleinschub vorsichtig heraus.

Viele Grüße, Brent
Marsilio
Inventar
#15 erstellt: 26. Apr 2018, 11:37
Ich habe mich da auch schlau gemacht: Offenbar passen die Shure- und Philips-Nadeleinschübe zufällig in den jeweils anderen Tonabnehmer. Aber eben - zufällig. Das heisst nicht, dass das punkto Abtastwinkel etc. wirklich übereinstimmt.

Offenbar ist dadurch das Missverständnis aufgekommen, dass diese Tonabnehmer aus der gleichen Schmiede stammen.

LG
Manuel
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