Passendes System für DUAL 491

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Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Mai 2019, 13:32
Hallo Dreher-Fans,

weil die beste Ehefrau von allen ihre alten Platten hören will, habe ich notgedrungen einen Plattenspieler gekauft. Sollte sich unscheinbar in die vorhandene Anlage integrieren und nicht montrös wirken - deshalb wurde es ein Dual 491. Ich denke, ein guter Kompromiss, wenn man nicht vorhat, viel an neuem Vinyl zu erwerben, aber die Wiedergabe alter Scheiben zumindest befriedigen soll. Und der schlechteste Dreher soll er ja nicht sein.
Und damit zum Problem - die Wiedergabequalität. Drin ist derzeit ein Einstiegssystem OM5. Zwar findet es die Rille, aber klingt... nunja, schlecht. Zumindest in meinen Ohren.
Da ich mit Dual (Tonarmgewicht) keine Erfahrungen habe, bitte ich um Rat, ob das Nagaoka MP-110 für den 491 eine gute Wahl wäre. Ich mag eher einen wärmeren Grundton und kräftige Bässe.
Gibt es "bessere" Alternativen für ca. 120 € ?
Der Preis ist schon die absolute Investionsgrenze, mehr möchte ich nicht ausgeben.

Gruß
Jürgen
8erberg
Inventar
#2 erstellt: 15. Mai 2019, 15:47
Hallo,

der 491 ist der "kleine Bruder" vom 621, also schon ein ordentlicher Dreher.

Was für einen Phono-Vorverstärker setzt Du ein? Das OM5 kannst Du durch eine bessere Nadel bis zu einem OM40 "aufrüsten"

Stimmt die Justage des Systems am TK (einfach kontrollieren, wenn man das TK abgenommen hat (siehe Anleitung http://www.hifi-archiv.info/Dual/491/ )
sollte die Nadel eine Flucht sein mit dem "Buckel" oben auf dem TK.
Bei der Gelegenheit auch die Kontakte an der Stirnseite des TK und in der Headshell mit Spiritus reinigen.
Ist der Tonarm korrekt ausgependelt und Auflagekraft/Antiskating passend eingestellt?

Als günstigste Möglichkeit gibt es die Aufrüstung mit einer 10er Nadel (kostet ca. 30 Euro), aber lieber Original Ortofon, die Nachbauten sind meist brrrrrrr

Eine andere Lösung wäre z.B. ein Shure direkt mit Dual-Klick, das https://www.ebay.de/...c:g:G0wAAOSwbNZc27MH

erfüllt die Bedingungen nach warmen Grundcharakter (der typische "Shure-Sound"), passt perfekt und gute Nachbaunadeln sind problemlos erhältlich, bis aufwärts zum HE-Schliff, selbst SAS-Nadeln gibt es.

Preis-/Leistungssieger wäre https://www.ebay.de/...c:g:cTgAAOSwafta4EOi

die HE-Nadel wäre https://www.thakker....neric-stylus/a-5543/

Peter


[Beitrag von 8erberg am 15. Mai 2019, 15:53 bearbeitet]
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 15. Mai 2019, 18:06
Hallo Peter,
erst einmal vielen Dank für die flotte Antwort.
Es ist alles richtig justiert und kalibriert. Es liegt wirklich am System und nachdem du Shure zur Sprache gebracht hast, erinnerte ich mich (mein Gott, es ist 20 Jahre her), dass ich in meinem DP47F von Denon ebenfalls NUR Shure eingesetzt habe, weil ich die Wärme der Systeme mochte.
Damals nutzte ich hauptsächlich das V15 III.
Ich denke, mit deinem Vorschlag zu Shure komme ich gut klar.
Nun die (letzte) Frage.... Das M75 oder das V15?
Liegen beide als gebraucht im Budget.
Ist das M75 qualitativ nah am V15, wenn man meine Vorlieben an den Klang berücksichtigt?

Danke nochmal für deine fundierten Hinweise zum Thema.

Gruß
Jürgen

PS: als Pre benutze ich die phono eingänge eines Sony STB-940 und eines JVC 1001V. Die sollten beide mehr als Mittelklasse sein.


[Beitrag von Schraubenlocker am 15. Mai 2019, 21:10 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#4 erstellt: 15. Mai 2019, 20:01

Schraubenlocker (Beitrag #3) schrieb:
Nun die (letzte) Frage.... Das M75 oder das V15?
Liegen beide als gebraucht im Budget.
Ist das M75 qualitativ nah am V15, wenn man meine Vorlieben an den Klang berücksichtigt?
.


Ich bin selber Shure-Fan und habe mittlerweile fünf verschiedene TA dieses Herstellers (vom M70 bis zum Ultra 500). Zum M75 kann ich aus eigener Hörerfahrung schreiben, dass es klanglich ausgesprochen warm abgestimmt ist mit einer leichten Höhenabsenkung. Die Bühne jedoch ist in der Breite etwas eingeengt.

Das Shure V15III hat eine breitere Bühne, ist mittlerweile aber gebraucht nicht mehr wirklich günstig, da gibt es halt schon einen gewissen Hype.

Mein Tipp daher: Das Shure M95. Klanglich auch warm abgestimmt, aber mit deutlich breiterer Bühnenwiedergabe. Unter dem Strich eigentlich nicht schlechter als das V15III, aber markant günstiger. Und es gab es auch als Dual-Klick-Variante.

Originalnadeln zu finden ist beim M95 schwierig geworden; ich finde aber bereits die elliptische Swiss-Made-Nachbaunadel von Cleorec.de, die rund 25.- kostet, sehr anständig. Thakker.de bietet elliptische Japan-Nachbauten von Jico an, ebenso die hyperelliptische Jico-Nachbaunadel. Das Nonplusultra schliesslich ist die SAS-Nadel von Jico (nackter Diamant, Microridge-Schliff, Bor-Nadelträger).


LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 15. Mai 2019, 20:06 bearbeitet]
ad-mh
Inventar
#5 erstellt: 15. Mai 2019, 20:15
Moin,

nur am Rande. Der Tonarm kommt mit praktisch jedem gängigen MM System für mittelschwere Tonarme klar.
Du hast die volle Auswahl.

VG Andreas
ParrotHH
Inventar
#6 erstellt: 15. Mai 2019, 20:41

Marsilio (Beitrag #4) schrieb:
Mein Tipp daher: Das Shure M95. Klanglich auch warm abgestimmt, aber mit deutlich breiterer Bühnenwiedergabe. Unter dem Strich eigentlich nicht schlechter als das V15III, aber markant günstiger. Und es gab es auch als Dual-Klick-Variante.

Zwei Dumme, ein Gedanke...
Hatte vorhin schon angefangen, ähnliches zu schreiben, aber mir kam dann was dazwischen.

Mein Spruch: das M95 ist das V15 für Arme. Irgendwo hier gibt es Bilder aufgesägter Generatoren beider Modelle. Der einzige Unterschied im Innern sind die lamellierten Polkerne des V15 III. Ob man es hört...?

Originalnadeln zu finden ist beim M95 schwierig geworden;

Ich habe mal günstig eine originale HE-Nadel als NOS geschossen. Die hüte ich wie einen Schatz... bis dann das Nadelgummi verhärtet ist
Aber man kann auch mit den Jico-Nadeln sehr gut leben. Ich habe hier noch eine elliptische Jico N95 mit Zirconia-Nadelträger herumliegen. Müsste ich auch mal ausprobieren.

Parrot


[Beitrag von ParrotHH am 15. Mai 2019, 20:43 bearbeitet]
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 16. Mai 2019, 08:54
Allen ein liebes DANKE für die Infos.

Ich bin zu der Entscheidung gekommen, ein V15 III anzuschaffen. Vielleicht hat ja der eine oder andere Member noch ein passendes Shell plus System für mich. Dann bitte PM mit Preisvorstellung an mich. Nadel würde ich sowieso neu kaufen.

Ich vertraue den Membern dieses Forums doch ein wenig mehr, als Ebay-Verkäufern.

Für das jetzt eingebaute OM5 werde ich noch eine 10er Nadel anschaffen, denn eigenartigerweise spielt es meine Original Tango_in_the_night Pressung von Fleetwood Mac aus den Achtzigern wunderbar und authentisch ab. Gegenüber der CD-Version ein extrem hörbarer Unterschied zugunsten der Vinyl-Scheibe.
Rumours kenne ich noch mit V15 abgespielt - da ist das OM5 imho komplett überfordert und es spricht ja auch nichts dagegen, 2 unterschiedliche Systeme zu benutzen.

Danke nochmal an Andreas, Manuel und ParrotHH für eure Hilfe.

Gruß
Jürgen
8erberg
Inventar
#8 erstellt: 16. Mai 2019, 09:03
Hallo,

ja, am Besten dann wirklich das System auf zusätzlichem TK, dann ist der Wechsel recht einfach (nur neu auspendeln, Auflagekraft, Antiskating).

BTW wird das V15III oder M95 gut mit dem 491 harmonieren. Der kürzere und damit steifere Tonarm gefällt mir persönlich besser.

Das M75 wird gerne unterschätzt, mit einer guten Nadel ist es wirklich ein tolles System vor allen Dingen für Rockmusik der 60er und 70er Jahre.

Peter
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 16. Mai 2019, 09:39
Moin Peter,


8erberg (Beitrag #8) schrieb:
Hallo,

BTW wird das V15III oder M95 gut mit dem 491 harmonieren. Der kürzere und damit steifere Tonarm gefällt mir persönlich besser.


Vom Preis her sind gebrauchte M95 und V15 ziemlich gleich; das M95 allerdings schwerer zu bekommen. Deshalb die Wahl zum V15.

Und der Dreher macht richtig Spass. Dass der kurze Tonarm wirklich so klangentscheidend ist (hatte mich vorher ein wenig eingelesen), hat micht doch überrascht. Kein rumpeln, brummen oder anderes Laufwerksgeräusch stört den Hörgenuß. Ich behaupte mal, dass er "besser funktioniert" als mein damaliger 47er Denon. Kann aber auch an meinen mittlerweile schlechteren Ohren liegen.
Ich bin mit der Anschaffung vollstens zufrieden, zumahl ich mir vorher diese Pressspan-Konstruktionen von Pro Ject angeschaut, angefasst und angehört hatte. Also jetzt mal unter uns... zwischen diesen Pro Jects und meinem Dual liegen Welten.

Natürlich musste am DUAL ein wenig gewartet werden (warum man eine halbe Dose WD40 in das Pitch-Poti sprüht, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben) und auch neue Anschlusskabel waren fällig, aber der Aufwand inkl. polieren der Haube hat sich definitiv gelohnt.


Das M75 wird gerne unterschätzt, mit einer guten Nadel ist es wirklich ein tolles System vor allen Dingen für Rockmusik der 60er und 70er Jahre


Ja, das konnte ich mit den hier gelieferten Infos ebenfalls recherchieren, ABER... eine GUTE Nadel für das M75 kostet mit System in etwa das gleiche, wie ein V15. Das 15er soll, bei aller Wärme, in den Höhen aber besser sein. Diese Aussage war der ausschlaggebende Grund für die Entscheidung zu Gunsten des V15 III.

Gruß
Jürgen
8erberg
Inventar
#10 erstellt: 16. Mai 2019, 10:05
Hallo,

kann ich gut verstehen, hatte selber lange ein V15 III mit der scharfen Ellipse an meinem 721...

Der kürzere Tonarm (im Vergleich zu den "großen Duals" der 5/6/7er Serien) macht den Tonarm leichter und steifer, der geringfügig höhere Tangentiale Fehlwinkel interessiert wirklich wenig...

Das Ganze hat leider einen kleinen Haken: der Teller hat einen kleineren Durchmesser (270 mm), was einige Leute nicht so dolle finden. Mich persönlich hat das nie gestört.

BTW entstand der 491 anfangs für die Firma Grundig, die unbedingt einen damals modernen "Direct Drive" in ihren Kompaktanlagen haben wollten, aber der Einbauplatz durfte nicht größer werden, also ging nur bei Dual die "mittlere Platine".

Die anderen Kompaktanlagenbauer wollten dann auch so einen Dreher..

Mehr Dreher braucht man normalerweise auch nicht.

Peter
Marsilio
Inventar
#11 erstellt: 16. Mai 2019, 10:40
Nun, aktuell hat's gerade kein Shure M95 mit Dual-Klick in der Bucht. Das will aber nichts heissen - heisser Tipp: www.dual-board.de. Dort gibt's einen Biete-Bereich, und man kann auch Suchanfragen starten. Ein nadelloses M95 inkl. Dual-TK findet man für 20 bis 30.-, ohne TK aber mit Dual-Klick noch günstiger. Die Cleorec- oder Jico-Ellipse gibt's für 25 bis 30.-. Ja - und eben diese Nadel hier, mit der spielt das System traumhaft auf: https://www.thakker....5-ed-nachbau/a-9379/

Die Lösung V15III wird sicher teurer.


LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 16. Mai 2019, 10:43 bearbeitet]
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 16. Mai 2019, 10:53
[quote="8erberg (Beitrag #10)"]

Das Ganze hat leider einen kleinen Haken: der Teller hat einen kleineren Durchmesser (270 mm), was einige Leute nicht so dolle finden. Mich persönlich hat das nie gestört.

Peter[/quote]


Aber das ist doch nur optisch. Wenn die Platte aussen gewellt ist, nutzt mir doch ein größerer Plattenteller auch nichts. Es sei denn, ich hab ne Vakuumpumpe unterm Teller.

Nee, dann lieber eine kleinere Zarge, die sich harmonisch in das vorhandene Hifi-Equipment einfügt, als ein Plattenteller, der die Größe einer Platte besitzt.

Ich war ja immer ein bekennender Japan-Hifi Fan. Aber konventionelle Plattendreher sind zu 90% Mechanik und Motor, und in den 80zigern waren die Europäer in diesem Bereich unschlagbar.


[Beitrag von Schraubenlocker am 16. Mai 2019, 10:57 bearbeitet]
8bitRisc
Stammgast
#13 erstellt: 16. Mai 2019, 20:11
In meiner breiten SABA 9940 Kompaktanlage steckt auch Dual CS491, welcher bei mir einen guten Eindruck hinterlässt.

Und dann ist er auch noch vollautomatisch (genauso wie der damals in Kompaktanlagen oftmals verbaute Wechsler 1237).

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein heutiger neuer Plattenspieler der Preisklasse von ca. 300-500€ signifikant besser ist als ein 491.
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 18. Mai 2019, 12:08
update...

Die Thakker Nadel fürs OM ist gekommen (10er). Und jetzt erschliesst sich mir auch die Aussage "Die Nadel macht die Musik"
Nun klingt das OM5 wesentlich wärmer und die virtuelle Bühne wirkt wesentlich breiter, wenn auch nicht mehr so tief. Kann ich gut mit leben, da der Grundsound jetzt meinen Hörgewohnheiten entgegenkommt.

Habe jetzt, entgegen meinem Vorhaben, ein gebrauchtes M95, wie ja ebenfalls empfohlen, mit Original Shure-Nadel erstanden, welches nächste Woche hier ankommen sollte. Nadel und System sind 3 Monate alt, lt. Aussage des Verkäufers. Schau mer mal, wie es dann tatsächlich aussieht.
Das V15 werde ich trotz allem noch organisieren. Mit diesen drei Systemen ist dann aber das "Abenteuer" Plattendreher abgeschlossen.

Wenn das M95 eingebaut ist, werde ich noch mal berichten. Muss jetzt noch Träger Platten TK24 besorgen... hmpf.

Gruß
Jürgen
Marsilio
Inventar
#15 erstellt: 18. Mai 2019, 15:09
Wart' noch ab mit weiteren Bestellungen. Was versteht der Verkäufer unter "Originalnadel" beim M95? Der graue Einschub mit dem "G" drauf? Eine gelbe mit schwarzer Schrift? Oder eine gelbe mit modernerer schwarzer Schrift? Oder ist da womöglich gar nin geschrieben?

V15III und M95 nebeneinander halte ich für sinnlos. Die sind nahezu gleich. Da müsste es imo dann schon das Shure V15V mit Microridge- oder SAS-Nadel sein.

Falls noch ein weiterer Tonabnehmer gewünscht wird würde ich aber eh in einen klanglich komplett anders abgestimmten TA investieren. Zum Beispiel ein modernes Audio Technica AT-VM95ML. Oder ein älteres Audio Technica AT13. Mit den Wechsel-TK's macht das auf den Dual-Drehern richtig Spass, kann man dann doch nach Lust & Laune & Musikstil den Tonabnehmer rasch tauschen.

LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 18. Mai 2019, 15:10 bearbeitet]
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 18. Mai 2019, 15:16

Marsilio (Beitrag #15) schrieb:
Wart' noch ab mit weiteren Bestellungen. Was versteht der Verkäufer unter "Originalnadel" beim M95? Der graue Einschub mit dem "G" drauf? Eine gelbe mit schwarzer Schrift? Oder eine gelbe mit modernerer schwarzer Schrift? Oder ist da womöglich gar nin geschrieben?



LG
Manuel


Auf dem grauen Nadelträger steht SHURE und darunter 55G oder 95G - kann man nicht genau erkennen.


[Beitrag von Schraubenlocker am 18. Mai 2019, 15:22 bearbeitet]
Marsilio
Inventar
#17 erstellt: 18. Mai 2019, 15:27
Das ist die gebondete Rundnadel, die einfachste Nadel fürs M95. Klingt ok, Wunderdinge sollte man aber keine erwarten.

EDIT: Und nimmt's mir nicht übel, aber solltest Du nun noch ein drittes System kaufen, dann wüdest Du Dich mit Deinen Investitionen ziemlich im Kreis drehen. Es ist nun mal primär die Nadel, die für die Güte des Klangbildes verantwortlich ist.

Du hast eine einfache, gebondete elliptische Nadel und holst eine 10er-Nadel - ebenfalls eine noch ziemlich einfache, gebondete elliptische Nadel (gebondet heisst: Diamantsplitter von Metallsockel umfasst). Das ist noch kein grosses Upgrade. Einen Schritt nach vorne, wenngleich auch noch überschaubar, hättest Du mit der 20er-Nadel gemacht (elliptischer Schliff, Verrundungsradius 0.3x0.7mil, aber nackter Diamant). Einen grossen Schritt nach vorne macht man mit der 40er-Nadel (Gyger-Schliff, nackter Diamant).

Die von mir erwähnten Nachbaunadeln fürs Shure M95 sind von den Stats her vergleichbar mit der 10er-Nadel: gebondet, elliptischer Schliff, kosten aber wenig und sind fürs verlangte Geld mittlerweile meistens recht gut, wenn sie von Jico oder GSM sind.

Originalnadeln gab es damals fürs M95 in verschiedensten Güteklassen:
N95G: Rundnadel, gebondet
N95EJ: elliptische Nadel, Verrundungsradius 0.4x0.7mil, gebondet
N95ED: elliptische Nadel, Verrundungsradius 0.2x0.7il (ja, das ist schon ganz schön scharf!) - und zwar in zwei Varianten: US-made nackt, Mexico-made gebondet (erkennbar am Schriftlayout "Shure" auf dem Nadeleinschub)
N95HE: hyperelliptisch, nackt
Und eine Monoausführung gab es Irrtum vorbehalten auch...

Nachbaunadeln gibt es folgende:
- Rundnadel, gebondet
- elliptische Nadel, gebondet (Verrundungsradius 0.3x0.7mil), z.B: von Jico, aber auch vom unbekannten Schweizer Hersteller GSM (Gyger Swiss Made…?).
- hyperelliptische Nadel gebondet von Jico
- elliptische Nadel (Verrundungsradius 0.3x0.7mil) nackt, von Jico auf Zirconia-Nadelträger
- SAS-Nadel nackt (Microridge-Schliff) von Jico wahlweise auf Bor- und Saphirnadelträger

Statt in ein weiteres Tonabnehmersystem würde ich als nächstes in eine Nadel der besseren Sorte investieren.

LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 18. Mai 2019, 16:11 bearbeitet]
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 18. Mai 2019, 16:59
Hi Manuel,
danke für die zahlreichen Infos.

Nun, ich werde das V15 erst einmal zurückstellen. Bei der 10er Thakker Nadel denke ich, hab ich nichts falsch gemacht - sie ist neu und damit klingt das OM5 recht angenehm und passabel. Das M95 war ja die zusätzliche Option, und da es Original ist und preiswert war, geht das auch in Ordnung.

Am Anfang des Threads hatte ich ja erwähnt, dass Dreher und System dem Zweck dienen, alte Platten abzuspielen. Neue werden nicht oder nur wenige angeschafft. Ob sich dann eine Nadel für >100 € lohnt?

Ich bin (seit 1985) und bleibe CD-Fan (habe 4 verschiedene Spitzen-CD-Player :-) und kaufe nur Platten, die VOR 1985 abgemischt und gepresst wurden, denn NUR bei diesen Scheiben höre ich eine andere Mischung (gegenüber der CD) heraus. Für meine Ohren speziell meist das "bessere" Ergebnis, aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache.

Für alle Tips in diesem Thread bin ich echt dankbar, denn es hat mir definitiv Geld gespart. Aber bei aller Liebe zur schwarzen Scheibe - zum Fan für dieses System werde ich wohl nicht mehr. Wenn ich allein die Preise für neue Platten sehe...

Gruß
Jürgen
Marsilio
Inventar
#19 erstellt: 18. Mai 2019, 17:40
Alles klar.

In der Tat das Hobby Vinyl ziemlich ins Geld gehen. Falls die N95G-Nadel fürs M95 nicht mehr gut klingen sollte würde ich wie geschrieben die elliptische Swiss-Made-Nachbaunadel bestellen, zum Beispiel bei Herrn Naber unter cleorec.de. Kostet 25.- und klingt wirklich gut fürs Geld.

Solltest Du es Dir irgendwann anders überlegen, kannst Du das M95 ja immer noch hochrüsten. Wie bereits geschrieben: Mit der 25-Euro-Ellipse entspricht es in etwa dem Nagaoka MP-110 bei wärmerer Grundabstimmung, mit der SAS-Nadel kommt man dann schon in Richtung eines Nagaoka MP-500.

LG
Manuel
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 18. Mai 2019, 18:44

Marsilio (Beitrag #19) schrieb:
Alles klar.

In der Tat das Hobby Vinyl ziemlich ins Geld gehen. Falls die N95G-Nadel fürs M95 nicht mehr gut klingen sollte würde ich wie geschrieben die elliptische Swiss-Made-Nachbaunadel bestellen, zum Beispiel bei Herrn Naber unter cleorec.de. Kostet 25.- und klingt wirklich gut fürs Geld.

LG
Manuel


Jepp, geh mal davon aus, dass ich es exakt so machen werde. Danke nochmals.

Gruß
Jürgen
ad-mh
Inventar
#21 erstellt: 18. Mai 2019, 21:06

Marsilio (Beitrag #19) schrieb:

Falls die N95G-Nadel fürs M95 nicht mehr gut klingen sollte würde ich wie geschrieben die elliptische Swiss-Made-Nachbaunadel bestellen, zum Beispiel bei Herrn Naber unter cleorec.de. Kostet 25.- und klingt wirklich gut fürs Geld.


Moin,

das wäre auch mein Tipp. Ein Kollege aus dem Dual Board und ich haben letztens mal einen Test gemacht.
Elac 796 H30 mit Originalnadel, V15III mit Originalnadel und auch mit SAS, AT 440 MLb und als Budget System zum Vergleich ein M95 mit Cleorec elliptischer Nachbaunadel.
Alle Systeme waren richtig abgeschlossen. Die meisten Schallplatten hatten wir doppelt, größtenteils gleiche Pressungen. Die Lautstärke haben wir ausgeglichen aber es war natürlich kein Blindtest.

Fazit: Das M95 mit der Cleorec Nachbaunadel ist absolut in Ordnung.
Wenn einem der Klangcharakter des Shure Systems gefällt und man keinen direkten Vergleich zu einem besseren System mit Nadel hat, kann man damit glücklich werden. Darüber wird es recht schnell teuer.
Ein weiterer Vorteil des Shure ist, dass es kapazitätsunkritisch ist.
Das Ganze sollte am 491 sehr gut gehen.

VG Andreas


[Beitrag von ad-mh am 18. Mai 2019, 21:08 bearbeitet]
spacelook
Stammgast
#22 erstellt: 21. Mai 2019, 22:34

8erberg (Beitrag #8) schrieb:
Das M75 wird gerne unterschätzt, mit einer guten Nadel ist es wirklich ein tolles System vor allen Dingen für Rockmusik der 60er und 70er Jahre. Peter

Stimmt, M75 mit einer NOS oder Jico Sas geht echt gut.
Gruß Klaus
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 23. Mai 2019, 12:47
So, M95 angekommen und die Nadel... naja... ich hab bei Herrn Naber ( cleorec.de ) die hier empfohlene Elipse bestellt und er schickt mir gleich noch ein TK24 dazu. dann entfällt auch der lästige Umbau.

Übrigens, ein guter Händlertip - sehr freundlich und entgegenkommend.

Gruß
Jürgen
ad-mh
Inventar
#24 erstellt: 24. Mai 2019, 22:04
Allerdings...
der Service bei ihm ist top.
grossesj
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 24. Mai 2019, 22:40
ich habe bei meinem 491 noch das original DMS 242E dran, mit original Nadel und einem Nachbau von cleorec. Ich denke, das könnte auich deinen Geschmack treffen. Vielleicht fällt es dir mal vor die Füße.
Einen ganz anderen Sound habe ich an meinem 604 mit dem AT95 ML, mehr Höhen und für meine Ohren zeichnet es feiner. Falls du mal 160 € investieren möchtest.
Grüße
ad-mh
Inventar
#26 erstellt: 25. Mai 2019, 22:45

grossesj (Beitrag #25) schrieb:
ich habe bei meinem 491 noch das original DMS 242E dran, mit original Nadel und einem Nachbau von cleorec. Ich denke, das könnte auich deinen Geschmack treffen. Vielleicht fällt es dir mal vor die Füße.
Einen ganz anderen Sound habe ich an meinem 604 mit dem AT95 ML, mehr Höhen und für meine Ohren zeichnet es feiner. Falls du mal 160 € investieren möchtest.
Grüße


Das kann das DMS 240E auch, wenn Du einen ATS 13 Nadelträger in den grünen Kunststoff umpottest. Du wirst Dich wundern.
Allerdings brauchst Du dafür eine alte DN242. Die ist geschraubt, die Nachbauten meist nicht.
grossesj
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 27. Mai 2019, 07:32
[/quote] Das kann das DMS 240E auch, wenn Du einen ATS 13 Nadelträger in den grünen Kunststoff umpottest. Du wirst Dich wundern.
Allerdings brauchst Du dafür eine alte DN242. Die ist geschraubt, die Nachbauten meist nicht.[/quote]

Wie macht man das genau? Wenn ich das richtig verstanden habe, nehme ich eine neue ATS 13 Nadel und friemle die in einen alten Nadelträger vom DN242 um?
Oder passt der ATS 13 in ein DMS 240E?


[Beitrag von grossesj am 27. Mai 2019, 07:33 bearbeitet]
ad-mh
Inventar
#28 erstellt: 27. Mai 2019, 08:35
Ja und nein.
grossesj
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 27. Mai 2019, 08:52
Aha
Schraubenlocker
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 27. Mai 2019, 20:50
JETZT tendieren die Beiträge imho in Richtung Vodoo

So, Herr Naber hat geliefert und alles ist eingebaut.
Der Sound mit dem M95 und der Elipse kommt dem nahe, was ich als sehr angenehmen Sound empfinde. Natürlich sind die Unterschiede marginal, selbst zum "Einsteiger-System" von Ortofon, aber nach längerem Hören zeigen sich doch Abweichungen in der Klangcharakteristik und vor allem bei der virtuellen Bühne. Die Gesangsstimmen sind nun wie festgenagelt in der Mitte und nicht so diffus wie vorher. Der Bass kommt ein wenig druckvoller, die Höhen feiner, aber nicht zurückhaltend. Alles sehr angenehm... zumindest für meine Ohren.

Zieht man die Aussage in Betracht, dass das Shure auch unproblematischer in Sachen Kapazität ist, arbeitet nun auch wahrscheinlich der Phono-Eingang meines Receiver in einem optimalen Bereich. Alles in Allem - es hat sich gelohnt, diese Sache anzugehen.

Damit ist das Projekt abgeschlossen. Ich danke nochmals allen Beteiligten, die mit ihrem Sachverstand zu dem guten Ergebnis beigetragen haben.

Gruß
Jürgen
ad-mh
Inventar
#31 erstellt: 27. Mai 2019, 21:32
Warum Voodoo?

Die ATS 13 hat den gleichen, scharfen Schliff wie die DN 242, ist aber nicht gebondet, sondern eine nackte Ellipse. Nebenbei ist der Cantilever der ATS 13 dünner und leichter. Das ergibt ein stimmiges Ergebnis.

Das ist mit Fingerspitzengefühl machbar Die Schraube sitzt unter dem grünen Lack. Das Dämpfungsgummi muss mit dem richtigen Andruck vorgespannt werden, sonst stimmt die Compliance nicht. Mal eben umschrauben ist nicht.
Übrigens lässt sich auch eine AT440 Nadel umbauen. Vermutlich, ohne Gewähr, passen auch die Nadeln der neuen AT VM 95 Serie.

K1024_20170608_163559

K1024_20170608_163700

K1024_20170608_164340

Viel Spaß mit der Naber Nadel. Die ist wirklich nicht schlecht.

VG Andreas
grossesj
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 27. Mai 2019, 22:52
Ui, mal schauen, ob ich nich da ran wage. Ich habe mir einen Nachbau von Naber besorgt, also keinen Druck.
Wie bekommst du die AT Nadel raus? Die ist nicht geschraubt, wahrscheinlich geklebt, oder?
Beim 240 E geht das genau so? Liegt noch hier und die Nadel ist nicht mehr doll
ad-mh
Inventar
#33 erstellt: 27. Mai 2019, 23:01
Beide sind geschraubt.
grossesj
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 28. Mai 2019, 07:47
Gerade mal geschaut, original AT 13 kostet 80€. kein Schnäppchen
ad-mh
Inventar
#35 erstellt: 28. Mai 2019, 08:24
Nachdem die Preise angehoben wurden, nicht mehr.
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TheDude85 am 16.05.2011  –  Letzte Antwort am 20.05.2011  –  5 Beiträge
Unterlage erhöhen beim dual CS 491
SGE91 am 16.01.2016  –  Letzte Antwort am 18.01.2016  –  13 Beiträge
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