Dual 491 Knallfroschwechsel

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Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 05. Feb 2022, 19:38
Hallo zusammen,

ich wollte heute Abend den Knallfrosch vom Dual 491 Plattenspieler wechseln. Er hat sich in letzter Zeit etwas zickig beim Einschalten angestellt. Ob das jetzt am KF liegt weiß ich noch nicht. Aber der Tausch scheint mir jetzt doch so langsam angesagt.
Eigentlich war ich mir sicher, dass ich die passenden Kondensatoren noch hatte.
Allerdings habe ich nur noch diese auf dem Bild.
Von der Bezeichnung passt da irgendwie nichts. Und ganz ehrlich komme ich mit den Bezeichnungen nicht wirklich sicher klar.
Ich vermute mal, dass der originale Elko 85 µF hat. Der Ersatz wohl 88 µF oder 68 µF.
Kann das aber nicht genau zuordnen.
Schön wäre, wenn mir jemand sagen könnte ob ich den Ersatzelko verwenden kann oder nicht. Und was es mit den Bezeichnungen auf sich hat.

IMG_6980

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[Beitrag von Lost_in_the_seventies am 05. Feb 2022, 19:41 bearbeitet]
hf500
Moderator
#2 erstellt: 05. Feb 2022, 20:14
Moin,
nicht jeder Kondensator ist ein Elko (Elektrolytkondensator) ;-)
Diese Entstoerkondensatoren sind metallisierte Papierkondensatoren.

Die Kapazitaet des Originalkondensators steht woanders auf ihm, guck doch mal auf die Oberseite. Dein Ersatz von Wima mit 68nF/275V~ (68nF = 0,068µF) sieht aber so aus, als waere es genau das, was du dafuer haben willst. Der Wert ist da nicht so kritisch.

73
Peter
Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 05. Feb 2022, 20:25

hf500 (Beitrag #2) schrieb:
Moin,
nicht jeder Kondensator ist ein Elko (Elektrolytkondensator) ;-)
Diese Entstoerkondensatoren sind metallisierte Papierkondensatoren.

Die Kapazitaet des Originalkondensators steht woanders auf ihm, guck doch mal auf die Oberseite. Dein Ersatz von Wima mit 68nF/275V~ (68nF = 0,068µF) sieht aber so aus, als waere es genau das, was du dafuer haben willst. Der Wert ist da nicht so kritisch.

73
Peter


Danke für Deine Antwort.
Ja, es ist ein Folienkondensator. Sorry.
Und die Kapazität steht tatsächlich auf der flachen Seite.
Wäre noch gut zu wissen ob ich einen 10 nF Kondensator gegen einen 68 nF ersetzen kann. Von der Spannungsfestigkeit sollte das passen.
hf500
Moderator
#4 erstellt: 05. Feb 2022, 21:52
Moin,
wenn das Original 10nF hat, sollte man besser den Wert nehmen. Die Kapazitaet muss auch etwas an die Energie angepasst werden, die aus dem Magetfeld des Motors beim Abschalten freiwerden kann.
Aber 275V~ Spannungsfestigkeit ist der Wert, der heute fuer 230V Nenn-Netzspannung erforderlich ist.

73
Peter
Keksstein
Inventar
#5 erstellt: 06. Feb 2022, 10:10
würde auch empfehlen die 10nF zu benutzen. Ein Kumpel kam mal mit einem 1229 (?) bei dem sich der Teller noch drehte wenn er abgeschaltet wurde. Lustigerweise fing das aber erst nach einigen Minuten an. Die Ursprünglichen 10 oder 22nF wurden von ihm durch eine Funkenlösch Kombination ersetzt, 47nF + 47Ohm, das war auch schon der Fehler.
Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 06. Feb 2022, 15:26
Ich habe jetzt mal den 68 nF und einen 47 nF Folienkondensator ausprobiert.
Die hatte ich noch in meinem Fundus.
Es war bei beiden tatsächlich so, dass der Motor weiterlief.
Also habe ich jetzt die 10 nF bestellt.
Man darf natürlich auch nicht vergessen, dass an der Gehäuseschraube für den Kondensator und dem Schalter an der anderen Seite noch eine Feder befestigt ist die an dem Abschaltvorgang beteiligt ist.
Rabia_sorda
Inventar
#7 erstellt: 06. Feb 2022, 15:33
Wichtig ist dabei auch, dass dazu der Kondensator der Klasse X2 (oder X1) entspricht, was Peter mit der 275V~ Spannungsfestigkeit meinte.
Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 06. Feb 2022, 17:57
Was gibt denn die X – Klasse an ?

Ich habe jetzt die hier bestellt :

B32531-C6103-K Siemens MKT-Kondensator 10nF 400VDC 10%
Keksstein
Inventar
#9 erstellt: 06. Feb 2022, 18:38

Was gibt denn die X – Klasse an ?


https://de.wikipedia.org/wiki/Entst%C3%B6rkondensator

Das sind spezielle Kondensatoren die zwischen Phase und Nulleiter der Steckdose betrieben werden dürfen und im Fehlerfall z.B. nicht anfangen dürfen zu brennen. Deshalb würde ich auch wieder so einen verwenden.
hf500
Moderator
#10 erstellt: 06. Feb 2022, 20:05
Moin,
auch, wenn der Kondensator hier wenig Schaden anrichten kann, weil er parallel zum Schalter liegt, sollte/muss es ein gepruefter Entstoerkondensator der Klasse X (X1, X2) sein. Der Grund dafuer ist, dass diese Kondensatoren in ihrer Belastbarkeit bestimmte Anforderungen erfuellen und im Fehlerfall ein definiertes Verhalten zeigen muessen. Dazu gehoert: Nicht brennen, keinen Kurzschluss entwickeln.
"Normale" Kondensatoren erfuellen diese Vorgaben nicht.

Bei Entstoerkondensatoren, die parallel zum Netz (Klasse X) oder von einem Netzpol an Masse (Klasse Y) liegen, sind gepruefte Typen Pflicht.

73
Peter
Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 07. Feb 2022, 10:37
Vielen Dank für eure Erklärungen.

Ich bin wirklich dankbar für jeden Hinweis bei dem ich etwas lernen kann.

Habe jetzt noch einmal andere Kondensatoren bestellt. Denke mal, dass es jetzt die richtigen sind.

Funk Entstörkondensator X2 10nF 310V AC.
hf500
Moderator
#13 erstellt: 07. Feb 2022, 19:10
Moin,
solange da kein Blitz einschlaegt, wird uns dieser Kondensator alle ueberleben ;-)

73
Peter
einstein-2
Inventar
#14 erstellt: 08. Feb 2022, 05:43

Keksstein (Beitrag #5) schrieb:
würde auch empfehlen die 10nF zu benutzen. Ein Kumpel kam mal mit einem 1229 (?) bei dem sich der Teller noch drehte wenn er abgeschaltet wurde. Lustigerweise fing das aber erst nach einigen Minuten an. Die Ursprünglichen 10 oder 22nF wurden von ihm durch eine Funkenlösch Kombination ersetzt, 47nF + 47Ohm, das war auch schon der Fehler.

Hallo
Passt vielleicht nicht ganz hierher, aber da musst du mir auf die Sprünge helfen. Der 1229 ist doch ein Reibradler und wenn dieser auf Stop gestellt wird ist das Reibrad von der Motorwelle und vom Teller entkoppelt. Wie kann sich dann nach einigen Minuten der Teller anfangen sich zu drehen?
Keksstein
Inventar
#15 erstellt: 08. Feb 2022, 08:07
Ich meine mich zu erinnern das das Reibrad auch angedrückt werden kann wenn der Spieler ausgeschaltet ist. Das ist einige Jahre her, es kann durchaus auch ein anderer Dual gewesen sein. Deshalb schrieb ich "?" hinter dem 1229.
Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 08. Feb 2022, 20:24
Heute sind die bestellten Kondensatoren bei mir eingetroffen.
Habe die eben eingelötet.
Alles gut.
Aber die Kondensatoren hatten nichts mit dem erwähnten Einschaltproblem zu tun.
Dafür verantwortlich war der etwas schwergängige „Startwinkel“.
In Ermangelung entsprechender Schmierstoffe habe ich zu meinem Allheilmittel
WD-40 gegriffen.
Und jetzt läuft der Dreher einwandfrei.
Ich habe an der markierten Stelle etwas von dem WD-40 aufgesprüht.
Der Start / Stop Schalter geht jetzt wieder schön knackig.
Die Automatik funktioniert klasse.
Alles so wie es sein soll.
Freue mich gerade mal sehr.
Genauso freue ich mich über alle Antworten zu meiner Anfrage.
Eigentlich ist es mir ein wenig peinlich, dass ich dieses relativ einfache Problem nicht alleine gelöst habe.
Also das mit dem Kondensator.
Umso mehr freue ich mich über die rege Beteiligung bei diesem Thread.
Jetzt gibt es eine schöne Scheibe von den Moody Blues.

Danke !


IMG_6984 +

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einstein-2
Inventar
#17 erstellt: 09. Feb 2022, 05:30
Hallo
Du weißt ja sicher, dass WD40 kein Schmiermittel ist. Verdunstet mit der Zeit und zum schmieren viel zu dünn.
Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 15. Feb 2022, 15:49

einstein-2 (Beitrag #17) schrieb:
Hallo
Du weißt ja sicher, dass WD40 kein Schmiermittel ist. Verdunstet mit der Zeit und zum schmieren viel zu dünn.


Kannst Du mir einen geeigneten Schmierstoff empfehlen ?
Sollte bei der Startschiene schon sehr leichtgängig sein.
einstein-2
Inventar
#19 erstellt: 15. Feb 2022, 16:08
Hallo
Dann nimm für diese Startschiene harzfreies Nähmaschinenöl. Für den Rest Silikonfett mit Molykote. Für das Tellerlager auch dieses Silikonfett. Silikonfett hat den Vorteil, dass es auch nach Jahrzehnten nicht verharzt.
Lost_in_the_seventies
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 15. Feb 2022, 16:16

einstein-2 (Beitrag #19) schrieb:
Hallo
Dann nimm für diese Startschiene harzfreies Nähmaschinenöl. Für den Rest Silikonfett mit Molykote. Für das Tellerlager auch dieses Silikonfett. Silikonfett hat den Vorteil, dass es auch nach Jahrzehnten nicht verharzt.


Danke für den Tipp.
Kannst Du mir bestimmte Produkte empfehlen ?
hf500
Moderator
#21 erstellt: 15. Feb 2022, 20:14
Moin,
Silikonfett schmiert nicht. Gut als Wasserschutz, aber sonst? Vielleicht noch als zaehfluessiges Silikonoel im Tonarmlift.
Fuer das Tellerlager gibt Dual Motoroel 15W40 in der Schmierstoffliste an. Fettgeschmierte Schmierstellen koennen mit Vaseline geschmiert werden. Die reicht vollkommen aus und bleibt auch stabil, weil sie kein verseiftes Mineraloel ist.

Da, wo der gelbe Pfeil hinzeigt:
Die Greifringe sind aus Blechen ausgestanzt, was man an ihnen erkennen kann: Eine Seite hat abgerundete Kanten. Diese sollte zum beweglichen Teil zeigen, so, wie es aussieht, diesen Ring umdrehen. Da das Bild aber nicht wirklich genug hergibt, das mal genau ansehen.

73
Peter
einstein-2
Inventar
#22 erstellt: 16. Feb 2022, 01:48
Hallo
Komischerweise habe ich dieses Silikonfett mit Molykote vor Jahren im Bosch-Dienst gekauft, war auch von Bosch gelabelt und wurde speziell zum Schmieren des Unterbrechernockens verwendet. Und klar, der muss ja nicht geschmiert werden, er bekam diese Fettpackung ja nur der Farbe wegen.😂😂😂😂
Frage mal beim Flugpark der Bundeswehr nach, wo Silikonfett überall eingesetzt wird
hf500
Moderator
#23 erstellt: 16. Feb 2022, 19:30
Moin,
Jahrzehntelang bekam der Unterbrechernocken Hochtemperaturfett, dass sie es "jetzt" mit Silikonfett versuchen, war mir unbekannt.
Jedenfalls, mit silikonhaltigen Schmiermitteln bin ich bei so Geraeten mit geringer Antriebsleistung wie Plattenspielern eher vorsichtig. Vor einiger Zeit habe ich einen Direkttriebler wieder zur Funktion verholfen. Irgendwer hat irgendwann mal das Tellerlager mit Silikonoel geschmiert. Kann sein, dass das sogar eine Zeitlang funktioniert hat, jedenfalls kam das Ding nicht mehr auf Solldrehzahl. Zumindest Silikonoel wird immer "zaeher", je staerker man "darin herumruehrt ". Motor zerlegen, das Lager auswaschen und mit Feinoel schmieren hat ihm wieder auf die Beine geholfen.

Dual hat jedenfalls fuer das Tellerlager seinerzeit Oelschmierung mit Mehrbereichsmotoroel vorgesehen. Heute tendiere ich da zu vollsynthetischem Motoroel, das ist chemisch und in der Viskositaet stabil. Viel auszuhalten hat es in dem Tellerlager ohnehin nicht.

73
Peter
einstein-2
Inventar
#24 erstellt: 17. Feb 2022, 02:28
Hallo
Sorry, Sorry, das war mein Fehler. Der 491 ist ja ein DD. Und da hat Fett an der Motorwelle nichts verloren. Da bringst du sowieso nur Öl rein. Ich ging immer von der Bauart eines z.B. 1209 aus, bei welcher es sich ja prinzipiell um ein invertiertes Tellerlager handelt. Und bei dieser Bauart, würde Öl ja nach unten rauslaufen. Nochmals Entschuldigung.
hf500
Moderator
#25 erstellt: 17. Feb 2022, 20:02
Moin,
macht nichts. Ich habe naemlich beim 491 auch nicht genau nachgesehen, was er fuer eine Bauart ist und ging von einem Verwandten der 12er, ggf. auch mit Riemenantrieb, aus.
Diese Spieler, mit abnehmbarem, "direktgelagertem" Teller werden normalerweise mit 15W40 geschmiert, aber jedes andere stabile Oel tuts eigentlich auch. Die Teller laufen mit einer Messingbuchse auf einem Stahldorn und stehen auf einem Axialkugellager, soweit es Wechslerlaufwerke sind.
Ob der DD-Motor des 491 ueberhaupt zerlegbar ist, um das Lager nachschmieren zu koennen, weiss ich jetzt nicht. Wenn, dann gehe ich von Sinterlagern aus, fuer die Sinterlageroel oder synth. Motoroel 0W30, 0W20 verwendet werden soll. Diese Oele werden nach meiner Beobachtung angenommen.

Der Spieler, den ich oben meinte, kam aus Fernost. Hier konnte man den Rotor des Motors einfach aus dem Lager ziehen.
Nach meiner Erinnerung ist Nachschmieren von DD-Motoren bei allen Herstellern nicht vorgesehen. Was einen Sony-Spieler nicht daran hinderte, ein veritables Radialspiel zu entwickeln. Der Plattentellerrand konnte um 2-3mm gekippt werden....

73
Peter
einstein-2
Inventar
#26 erstellt: 18. Feb 2022, 02:24
Hallo
Ich hatte einen Technics SL1900 DD. Bei diesem war der Plattenteller Teil des Motors. Unten am Teller war ein Magnetring befestigt. Die Spule saß im Chassis. Und mittig war die drehbare Plattentellerwelle. Diese sollte jährlich mit ein paar Tropfen vom mitgelieferten Öl nachgeschmiert werden.
hf500
Moderator
#27 erstellt: 18. Feb 2022, 19:22
Moin,
ja gut, sowas gibt es auch, ist aber selten. Ueblicherweise ist sowas fuer die projektierte Lebensdauer wartungsfrei.

73
Peter
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