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Tonarm justieren - wer hilft einem Laien?

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Sovebamse
Stammgast
#1 erstellt: 21. Dez 2004, 22:52
Also ich hab mir vom Internet einmal so eine ausdruckbare Schablone geholt. Zur Info: ich habe einen Dual CS 455-1 mit einem Ortofon OMB 10 System. Das Problem ist nun, dass ich ja den Tonabnehmer ausrichten muss und nicht die Headshell. Da aber die Headshell nicht durchsichtig ist, frage ich mich, wie ich dann sehe, ob der Tonabnehmer auch wirklich parallel ist zu den Linien auf der Schablone? Bleistiftmine mit Tesa befestigen geht beim OMB 10 auch nicht wirklich. Und die 2. Frage: irgendwann musste man ja einmal einstellen, wie weit vorne der Tonabnehmer überhaupt montiert werden soll. Wie kriegt man das raus? Ich meine, die Schablone kann man einfach drehen, dass es passt, egal wie weit vorne oder hinten der Tonabnehmer montiert ist.
SwinginPhone
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 21. Dez 2004, 23:29
Hallo Sovebamse,

Das OMB 10 ist ja von Dual als Standardsystem für diesen Spieler vorgesehen, deswegen reicht es hier, das System mittig in der Headshell zu montieren. Die Schrauben sollen also in der Mitte der Langlöcher sitzen.
Wenn Du aber gerne mal eine Schablonen-Justierung ausprobieren willst, so kannst Du die Bleistiftmine an der oberen Kante des Systems festkleben (also direkt unter der Headshell). Auf der Schablone sollten eigentlich zwei Punkte gekennzeichnet sein, und bei beiden soll der Tonabnehmer möglichst parallel zu den Linien stehen.

Swingende Grüsse

Henning
Sovebamse
Stammgast
#3 erstellt: 21. Dez 2004, 23:44
Wie würde man bei einem anderen System rausfinden, wo man es plazieren muss? Ich meine, auch "mittig" ist eine relativ vage Angabe. Ich hab eben einen neuen Tonabnehmer montieren lassen und hab das Gefühl, der Techniker hat nicht gut gearbeitet. Vorher war der Tonabnehmer eher weiter hinten in der Headshell. Welchen Einfluss hat denn der Einbauort (ohne Drehung, nur Längsrichtung)?

Also ich soll die Bleistiftmine an die Oberseite der Nadel, also auf das Plastik kleben? Aber ehrlich gesagt, ist das doch auch ziemlich ungenau, da es vorne keine vollständige Kante hat, an der man sich orientieren könnte. Wie macht das ein Profi?
directdrive
Inventar
#4 erstellt: 22. Dez 2004, 01:40
Hallo sovebamse,

"wie macht das ein Profi" ist 'ne gute Frage - ein echter Profi bin ich zwar nicht, aber nahe dran, hoffe ich

Ich benutze eine IEC-konforme Schablone, das Ding von Ortofon, gibt's zum Download als PDF hier http://www.tanker.se/lidstrom/align.pdf

Auf dieser Schablone findest Du mehrere parallele Markierungen nebeneinander, eine davon wird bei korrekter Justage schon mit der Bleistiftmine (das geht auch mit dem Ortofon, wie von Henning vorgeschlagen), im besten Fall mit der Vorderkante des Headshells übereinstimmen.

Vorausgesetzt der Tonabnehmer ist absolut gerade zu den seitlichen Kanten der Headshell ausgerichtet, gibt es nur zwei Punkte, an denen der Tonabnehmer bzw. das Headshell parallel zu den oben genannten Markierungen steht, bei denen also der Spurfehlerwinkel gleich null ist. Und diese gilt es durch Verschieben des Systems in den Langlöchern zu finden.

Vor allem wichtig ist der innere Punkt, aber schon bei der Frage wo dieser zu platzieren ist, gibt es differierende Ansätze und dementsprechende Schablonen, jeweils ermittelt für verschiedene vorausgesetzte bespielte Flächen einer Schallplatte und verschiedene Tonarmgeometrien.

Schlimmer wird's beim äußeren Punkt, denn dieser hängt auch von der Länge des Tonarms ab: je länger der Arm ist, desto weiter nach außen rückt der zweite Justagepunkt. Der vom Arm beschriebene Kreis wird größer, damit der Bogenabschnitt flacher und der tangentiale Spurfehlerwinkel geringer. Die Folge sollten geringere Abtastverzerrungen sein.

Es ist durchaus möglich diese Punkte rechnerisch zu ermitteln, so man denn über die Tonarmlänge, den Überhang (bzw. Montageabstand) und den Kröpfungswinkel des Tonarms informiert ist, bzw. diese Werte bestimmen kann.

Wenn es nicht möglich ist, mit einer gegebenen Schablone eine Parallelität des Systems mit den Markierungen zu erreichen, stimmt entweder die Schablone oder die Geometrie des Arms nicht oder aber Schablone und Arm passen schlicht nicht zueinander.

Ich versuche normalerweise eine Justage mit der Ortofon-Schablone vorzunehmen, passt der äußere Justagepunkt nicht, akzeptiere ich bei kürzeren oder längeren als 9"-Armen eine Verschiebung des äußeren Nulldurchgangs nach innen oder außen.

In der Praxis wird das alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird, bei hörbaren stärkeren Verzerrungen - besonders Zischen bei S-Lauten - sollte man aber schon daran gehen, eine grobe Justage soweit möglich zu optimieren und gegebenenfalls darüber nachdenken, ob die verwendete Schablone auch die richtige ist. Mehr als eine Annäherung kann in der Praxis aber nicht erreicht werden.

Interessant fand ich den Tonarm des alten Technics SL-1200 (ohne MK II) - dieser hat schon verschiedene Leute an den Rand des Wahnsinns getrieben - scheint nur für Singles geeignet zu sein. Hier bleibt nur die Möglichkeit, den Abtaster in der Headshell zu verdrehen, um eine akzeptable Justage zu erreichen.


Viele Erfolg wünscht

Brent

Nachtrag: ein kurzer Blick in die Vorschau überzeugt mich davon, daß ich nie ein Profi werde, sondern immer Stümper bleibe, ich versteh' mein Geschreibsel selbst kaum noch. So weit, so wirr, erschwerend kommt nun hinzu, daß Du ja nicht das Tonabnehmergehäuse oder den Nadelträger justieren willst, sondern eigentlich den Abtaststift. Da in den seltensten Fällen bei Consumer-Systemen nun der Nadelträger 100%ig gerade ist, solltest Du Dich bei der Justage eigentlich am Nadelträger, besser noch am Diamanten selbst orientieren. Besonders bei Systemen hoher Compliance ist nun die Stellung des Nadelträgers auch von der gerade wirkenden Skating oder Antiskatingkraft, die meist keiner dynamischen Anpassung unterliegt, und somit über den Plattenradius hin variiert, abhängig. Eigentlich kommst Du also gar nicht an einem Mikroskop und einer Einstellung bei drehender Schallplatte vorbei...
Sovebamse
Stammgast
#5 erstellt: 22. Dez 2004, 02:22
Sorry "directdrive". Ich bin, was solche Dinge betrifft, manchmal etwas schwer von Begriff :-)

Ich check das einfach nicht mit der Position in der Headshell. Du schreibt irgendwie 3 verschiedene Ansätze. Einerseits gibt es 2 bestimmte Punkte, die ich nicht wirklich sehe auf dieser Ortofon-Schablone und andererseits sagst du, dass einfach der Tonabnehmer zu irgendeiner parallelen Linie auf der Schablone parallel sein muss.

Weiter check ich das nicht mit dem Verschieben. Also heisst das, ich muss den Tonabnehmer nur parallel in en Längsschlitzen verschieben und nicht verdreht? Im Original war es nämlich ganz leicht verdreht und nicht parallel zur Headshell. Aber der Techniker hat mir das bei der Montage jetzt anders eingestellt. Auch war der Tonabnehmer weiter hinten, als es der Techniker gemacht hat.

Kannst du mir vielleicht genau beschreiben, wie ich der Reihe nach vorgehen muss, wenn man annimmt, dass ich den alten Tonabnehmer abgeschraubt habe und jetzt den neuen montieren muss?

Zu der Bleistiftmine: Dort kann ich die Parallelität ja nur ungefähr feststellen. Genauer wäre es, auch noch die seitlichen Linien überprüfen zu können. Aber bei dieser Headshell scheint das ja nicht möglich zu sein. Und dieser Techniker hat das ja auch irgendwie gesehen, da er auch keine Mine befestigt hat.
directdrive
Inventar
#6 erstellt: 22. Dez 2004, 10:22
Morgen Sovebamse,

o.k., es sollten keine drei verschiedenen Ansätze sein, ich geb' ja zu, daß ich's selbst kaum noch verstehe.

Here we go:

Plattenspieler "ins Wasser bringen", also gerade aufstellen und mit Wasserwaage überprüfen. Du solltest den Tonarm in Augenhöhe haben, um ohne Verrenkungen arbeiten zu können.
Bei automatischen Plattenspielern ist darauf zu achten, das das Gerät nicht startet, wenn man den Arm über die Platte schwenkt, gegebenenfalls erst starten und dann den Netzstecker ziehen.
Nadelschutz aufstecken oder alternativ Nadeleinschub abziehen.
Tonarmsteckerchen mittels Spitzzange auf die Pins des Systems aufstecken
Tonabnehmer mittig in den Langlöcher montieren, Schrauben noch nicht fest anziehen.
Nadelschutz abziehen bzw. Nadeleinschub aufstecken
Dann den Tonarm ausbalancieren - d.h. heißt das Gegengewicht muß soweit aufgeschraubt sein, daß der Tonarm in der Balance ist, also etwa parallel zu Plattentelleroberfläche schwebt.
Notwendige Auflagekraft einstellen, Antiskating bleibt vorerst auf "Null", bzw. AS-Gewicht wird ausgehängt.
VTA (Vertical Tracking Angle) überprüfen: dazu eine - normal dicke - Schallplatte auflegen und den Tonarm aufsetzen. In der Regel (keine Regel ohne Ausnahme...) sollte die Oberkante des Systems von der Seite betrachtet parallel zur Plattenoberfläche sein, das Tonarmrohr ist in diesem Fall ebenfalls parallel zur Schallplattenoberfläche. Ist der Tonarm höhenverstellbar, musst Du ihn nun entsprechend einstellen, falls eine Parallelität nicht gegeben ist. Ist keine Einstellmöglichkeit vorhanden, kannst Du Dir mit dickeren oder dünneren Plattentellerauflagen behelfen oder aber Distanzstücke zwischen Headshell und System einsetzen.
Es folgt die Überhangjustage: Justageschablone auflegen, Papierschablonen bitte mit einer Platte als Unterlage.
Die Nadel auf den inneren Justagepunkt (der rote Punkt links im Bild) aufsetzen.


Das Tonabnehmersystem sollte nun mit den eingezeichneten Hilfslinien (im Bild senkrecht und waagerecht) fluchten. Tut es dies nicht, verschiebe es in den Langlöchern so lange, bis es dies tut, also eine Parallelität zu den Hilfslinien besteht. Nun überprüfst Du, ob auch am zweiten äußeren Justagepunkt das System gerade und parallel zu den Linien steht. Dies wird wahrscheinlich nicht der Fall sein, daher wiederholst Du nun die ganze Prozedur bis Du an beiden Punkten die erwünschte Parallelität erreicht hast. Bei dem ganzen Geschiebe bitte darauf achten, das das System gerade in der Headshell, also nicht verdreht oder verkantet sitzt und die Nadel genau auf den jeweiligen Justagepunkten (in der Mitte der roten Kreise auf dem Bild) abgesenkt ist.
Wenn dies alles so geklappt hat, bist Du fein 'raus, wenn nicht (und das ist eher wahrscheinlich), ist entweder die Schablone für Deinen Tonarm ungeeignet oder aber die Geometrie des Tonarms ist nicht korrekt. Hier gibt es nun zwei Lösungsmöglichkeiten: Du akzeptierst, daß die beiden sich nicht mögen und beschränkst Dich darauf, am inneren Justagepunkt eine exakte Einstellung zu erreichen, oder du versuchst anhand der gegebenen Schablone eine möglichst perfekte Justage zu erreichen. Dazu muß nun der Tonabnehmer in den Langlöchern etwas (!) verdreht werden, minimale Drehung und ständiges Kontrollieren mittels der Schablone führt Dich irgendwann (ja, das kann lange dauern) zu einer Einstellung bei der der Tonabnehmer an beiden Punkten exakt mit den Hilfslinien fluchtet.

Wenn's denn passt, Schrauben anziehen, Auflagekraft erneut korrekt einstellen und möglichst mittels einer Testschallplatte das Antiskating einstellen.

Viele Grüße sendet

Brent
Sovebamse
Stammgast
#7 erstellt: 22. Dez 2004, 12:30
Okay, dann verstehe ich das richtig: Man sollte den Tonabnehmer, wenn man die richtige Schablone hat, nie verkanten müssen? Die Justierung erfolgt alleine durch die Längsschlitze und immer parallel zur Headshell? Aber wenn ich die Ortofon-Schablone habe, sollte das doch mit meinem Ortofon-Abnehmer am Dual funktionieren oder?

Das 2. Problem: Wie sehe ich, ob der Tonabnehmer fluchtet? Ich kann ja von oben nur die Headshell sehen, oder sollte das dann stimmen, wenn die Headshell fluchtet?
directdrive
Inventar
#8 erstellt: 22. Dez 2004, 13:00

Man sollte den Tonabnehmer, wenn man die richtige Schablone hat, nie verkanten müssen?
Ja.

Aber wenn ich die Ortofon-Schablone habe, sollte das doch mit meinem Ortofon-Abnehmer am Dual funktionieren oder?

Nein, die Schablone orientiert sich an der IEC-Normierung, ob der Dual dieser Norm entspricht, weiß ich nicht.


Wie sehe ich, ob der Tonabnehmer fluchtet? Ich kann ja von oben nur die Headshell sehen, oder sollte das dann stimmen, wenn die Headshell fluchtet?

Von oben betrachtend, wirst Du nicht viel erreichen können. So:



wirst Du eher Erfolg haben. Im günstigsten Fall fluchten sowohl Headshell als auch Abtaster mit den Hilfslinien. Noch besser auch der Nadelträger...

Viele Erfolg und Grüße

Brent
DJ-Spacelab
Inventar
#9 erstellt: 22. Dez 2004, 17:28
Wären da die Abnehmer der Ortofon Concorde Serie nicht ideal? Die haben ja keine Headshell und wenn Ortofon bei der fertigung keinen Mist gemacht hat, müssten die Systeme ja optimal stimmen.
schlippo
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 01. Mrz 2005, 11:46
Ja, denn das ist ja schleißlich der Vorteil der Concorde-Serie, dass das Justieren entfällt.

Allerdings (kein Vorteil ohne Nachteil) passen die Concorde-Systeme fast nur an "DJ-Turntables" wie dem SL-1210 und dessen Nachbauten, bei einem Dual wird das also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren
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