Bunte Schallplatten klanglich selbst mit besten Tonabnehmern schlechter?

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Christian_Mueller
Stammgast
#1 erstellt: 13. Aug 2025, 02:22
Hallo!

Ich habe überlegt meinen alten AKAI Direktdreher gegen einen hochwertigeren Turntable zu ersetzen. Eventuell mit MC System. Ein Kumpel hat mir jetzt aber gesagt, dass es neue Veröffentlichungen vor allem auf bunten Scheiben gibt, welche nicht mehr an die Qualität der alten schwarzen Schätze ran kommen. Wenn ichs recht überlege ist die klanglich mit Abstand schlechteste LP in meiner Sammlung der Soundtrack von "The Deep", welche in transparentem blau gefertigt wurde.
Ist an der Sache tatsächlich was drain oder ists nur ein Gerücht bzw. Zufall...?

vG
Chris
hpkreipe
Inventar
#2 erstellt: 13. Aug 2025, 07:11
Schlechter, ja.

Hörbar schlechter, hm, da habe ich meine Zweifel.Ich meine die transparenten sind etwas leiser, in Bezug auf das Rillengeräusch.

Weniger oft abspielbar, auch ja, da das transparente Material nicht so hart sein soll.

Letztlich ist es die Platte selber selber. Ich meine, das ist eben keine CD.

Was für ein Akai ist es denn, wenn der sonst funktioniert, habe ich meine Zweifel, dass Du da günstig - also unter 1500 € was besseres findest und wenn, steck das Geld doch gleich in einen besseren Tonabnehmer, in der Annahme, dass auf dem Akai ein Halbzolltonabnehmer montiert werden kann, einen Plattenspieler der dem TP4 System folgt, den würde ich auch ersetzen.
shabbel
Inventar
#3 erstellt: 13. Aug 2025, 07:26
Die Klangqualität liegt an ganz anderen Dingen. Vorausgesetzt, die Masteraufnahme ist qualitativ hochwertig. Erstens, wie hoch wird der Pegel auf der Platte. Das heisst, wieviele Rillen pro cm werden draufgequetscht. Je breiter die Rillen eingestellt werden, desto mehr Pegel. Dann gibt es die Methode mit der dynamischen Rillenbreite. Früher hat man von Hand die Rillenbreite in leisen Passagen schmaler gezogen und dann war mehr Platz für die übrigen Rillen da. Bei Compilations wird meist mit weniger Sorgfalt vorgegangen als bei Originalalben. Ich habe hier eine Best of von Lou Reed, die schrecklich klingt. Die gleichen Stücke auf dem Album Transformer sind überragend, weil die Pressung optimal hergestellt wurde.
Errkah
Stammgast
#4 erstellt: 13. Aug 2025, 07:41
Meine „No Need to argue“ der Cranberries auf transparentem Vinyl ist klanglich einer meiner besten LPs und auch die neue Scheibe von London Grammar (rotes Vinyl) ist klanglich ganz großartig. Ich denke nicht, dass die Farbe einen großen Einfluss hat.
DerHilt
Inventar
#5 erstellt: 13. Aug 2025, 08:24
Also meine in letzter Zeit gekauften LPs sind alle gut und häufig auch schwer (also stabiler), dazu zählt auch eine lila („purple“) Ausgabe von Machine Head, sowie ein paar als Merch gekaufte.
Dagegen ist mir neulich beim Rippen eine Best of von Golden Earring von 1975 untergekommen, die nicht nur (na klar) eher dünn war, sondern auch noch 65 Minuten lang!
Es ist aber richtig, dass weiland bunte und vor allem Picture-Disks als hauptsächlich Dekorationsstücke verunglimpft wurden. Ich habe dergleichen nie bewusst gekauft und würde, auch mangels „kritischen“ Hörens ( ), keinerlei Bewertung vornehmen.
Tendaberry
Stammgast
#6 erstellt: 13. Aug 2025, 12:13
Es gibt durchaus farbige/bunte Platten, die sehr gut klingen, das ist aber leider nicht immer der Fall. Die Transparenten von Analogue Productions klingen auf jeden fall hervorragend und haben sehr niedrige Rillengeräusche.
Bisher habe ich nur eine Platte in farbigem und in schwarzem Vinyl zuhause, die ich vergleichen konnte. Das ist "Old Flowers" von Courtney Marie Andrews. Das ist die Schwarze: https://www.discogs....-Andrews-Old-Flowers und das die Farbige: https://www.discogs....-Andrews-Old-Flowers
Beide sind US-Pressungen und von Memphis Record Pressing gepresst worden. Das Mastering ist gleich, nur das Vinyl unterschiedlich. Die schwarze Platte klingt aber deutlich klarer, offener und detaillierter. Auch die Rillengeräusche sind niedriger.
Christian_Mueller
Stammgast
#7 erstellt: 13. Aug 2025, 12:14
Ich hab zum Thema ein interessantes Video von einem Vinylexperten gefunden:



Scheint aber tatsächlich irgendwo Glückssache zu sein...
ardina
Inventar
#8 erstellt: 13. Aug 2025, 13:09
Hallo,
alle Jahre mal wieder so eine Diskussion, die zumeist unsachlich und ohne nähere Kenntnisse von dem Medium Schallplatte geführt wird.
Vinyl kauft man nicht aus sachlichen Gründen, Vinyl ist eine Leidenschaft. Vinyl kann sehr gut klingen, ein überlegenes Medium ist es nicht. Die digitale Technik ist haushoch überlegen.

Das Video von dem „Vinyl Experten“ ist ziemlicher Mist und hier handelt es sich doch wohl mehr um einen selbsternannten Experten.

Die Farbe des verwendeten Vinyls ist egal, auch ob das Material transparent ist, oder durchgefärbt. Ich hoffe nicht, dass es hier noch Leute gibt die meinen eine LP müsse besser schwarz sein, weil Rohöl auch schwarz ist. Man kann aus Rohöl auch PVC herstellen, kann man aber auch gänzlich ohne Öl machen, was zumeist auch so produziert wird. PVC als Grundstoff ist dann meistens ein helles, transparentes Granulat.

Natürlich kommt es auf die Qualität des Ausgangsstoffes an, aber das hat nichts mit der Farbe zu tun. Recyceltes Vinyl liefert in der Tat oft ein nicht so gutes Ergebnis. Knistern ja, Dynamik hat was mit dem Mastering und der Anlage des Cutting-Masters zu tun.

Eine beliebige schwarze Platte mit einer beliebigen farbigen Platte zu vergleichen ist Unsinn. Das Pressen von Schallplatten ist ein analoger Prozess und mit jeder Platte wird das Ergebnis ein klein wenig schlechter. Nehmen wir eine schwarze Platte die sagen wir als Nummer 100/1000 vom Pressstempel gepresst wird und eine farbige Platte die als Nummer 900/1000 vom Pressstempel gepresst wird, dann wird die schwarze Platte mit Sicherheit hörbar besser sein. Leider hat man so gut wie keine Möglichkeit das zu überprüfen. Aus der Matrix erkennt man nur den Pressstempel.

Heutige Platten haben in den meisten Fällen ein digitales Master als Grundlage, warum sollte es auch anders sein. Zum Erstellen einer Vinyl-Schallplatte muss eh noch ein Cutting-Master erstellt werden. Das was auf eine CD kommt, oder als Stream bereitsteht, kann so nicht auf eine Platte gepresst werden.

Eine Vielzahl von Gründen kann dafür verantwortlich sein, dass eine Vinyl Schallplatte gut oder schlecht klingt. Dabei sollte man versuchen Schwächen bedingt durch das Master von Schwächen bedingt durch die Pressung und das verwendete Vinyl (PVC) zu trennen versuchen.



P.S. Das was der mollige Typ da zu neuen Platten erzählt ist auch ziemlicher Müll. Schon immer gab es aus der Produktion schlechte Pressungen, Überpressungen, schlechtes Ausgangsmaterial, das haben viele Leute vergessen. Früher gab es nicht nur top Platten, sondern auch viele Reklamationen. So ist das heute noch.
DerHilt
Inventar
#9 erstellt: 13. Aug 2025, 14:34
Naja, das ist Rumgejammere eines Extremisten. Diese Meinung/Einschätzung sei ihm natürlich gegönnt. Ich jedenfall habe ca. 3 Minuten auf die Verwendung von angemessenen Personalpronomen (Ich, mein...) gewartet, scheinbar kannte er anfangs nur "man".
Und als dann die Stelle mit dem "zweimal waschen "einer flammneuen LP kam, wusste ich, das ist nix für mich.
Letzendlich ist es natürlich konsequent keine LPs mehr zu kaufen, wenn man mit den Problemen des Mediums (Geräusche, Knistern, Knackse, unterschiedliche Pressqualität.etc.) nicht leben kann.
Allerdings ist das, wie ja schon geschrieben, nix Neues.
Dazu kommen die seltsamen Fragen, ob z.B. Lady Gaga sich nicht um die Qualität der Platten kümmert. Deren LPs sind sicherlich nur zur ausdrücklichen Bedienung einer Nische gedacht. Aber es gibt ja genügend andere, die bewusst auch LPs als eine Form der Veröffentlichung sehen, wie CD und BD, zB. Steven Wilson.
Und: scheinbar ist das ja denn auch nur Genre bedingt: Jazz und Klassik sind immer gut, sagt er. Könnte das vielleicht mit den jeweiligen Stückzahlen und der sorgsameren Produktion zusammenhängen?
Egal. Ich kaufe mir gelegentlich auch noch LPs, z.B. letztens als Merch oder gute schwere Pressungen bei Action auf dem Grabbeltisch.
Und dann freu ich mich dran und digitalisier die für den Server, damit ich die an 4 verschiedenen Stellen im Haus hören kann, von denen 3 keinen Plattenspieler haben.
DerHilt
Inventar
#10 erstellt: 13. Aug 2025, 15:11
Dazu noch eine Anekdote. Ich war neulich in Venlo und bin zufällg bei Sounds vorbeigekommen und, natürlich, auch reingegangen. Hatte ich direkt Schnappatmung! Eigentlich dürften die da niemanden reinlassen, der nicht irgendeine Art von Einkaufsliste hat!
Die haben 50.000 neue Alben (jeglicher Art: CD, SACD, DVD, BD und Vinyl) am Start und ca 70.000 second-hand Vinyls.
Das ist mal was anders als AMAZON.
Bollze
Inventar
#11 erstellt: 13. Aug 2025, 16:31
Stellt sich bei Vinyl die Frage, wie verändern die Färbung die Eigenschaften des Vinyls, was für einen Einfluss die Färbung auf die Alterung hat.
Meine Erfahrung ist, solange die Platte nur ein Farbe hat, ist es mir eigentlich egal, man gewöhnt daran. Ich hab auch eine Scheibe da, siehe Link, mit einer Farbmischung, der Ton wirkt irgendwie unruhig, nennt es von mir aus Einbildung oder Voodoo, mir sind die schwarzen Vinylscheiben doch am liebsten.
https://www.musik-sa...-an-angel-12-106453/

Bollze


[Beitrag von Bollze am 13. Aug 2025, 16:47 bearbeitet]
shabbel
Inventar
#12 erstellt: 13. Aug 2025, 16:48
Bei Sounds in Venlo war ich sei Jahren nicht mehr. Wenn in der Stadt, ist auch ein Abstecher zu https://allekringloo...intage-sound-systems sinnvoll.
doc_sisiphus
Stammgast
#13 erstellt: 13. Aug 2025, 17:11
Farbige Scheiben, auch mehrfarbige Scheiben haben ihren eigenen Reiz. Ich habe einige davon, neben neueren Exemplaren sind die ältesten sind wohl:
Thats underground , pop revolution und underground 70, alles Scheiben aus den End.60 und Anfang 70Jahren : der Klang ist bestens, aber wenn er auch etwas schwächeln würde, wäre das für mich kein Problem:
Es sind einfach Zeugnisse der damaligen Popkultur, mit der ich aufgewachsen bin und die ich um nichts missen möchte. Jemand schrieb hier sinngemäß:
Wenn man Vinyl hören möchte , sollte man sich der technischen Möglichkeiten dieses Mediums bewußt sein. Klar ist digital vielleicht "besser", aber nur Vinyl ist Vinyl, und damit hat meine Generation ihre Liebe zur Musik gefunden....
ardina
Inventar
#14 erstellt: 13. Aug 2025, 17:51
Die „Underground 70“ habe ich auch, schön in lila/pink .
Heute werden viele bunte Platten produziert, transparent, durchgefärbt, splatter, ich mag das. Es gibt immer mal wieder eine fehlerhafte Pressung mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, aber die meisten Platten sind ok. Ich habe viele Platten, alte und neue. Ich habe aus fast allen Zeiten Platten von sehr gut bis noch akzeptabel. Das ist immer nur abhängig von Produktion mit Mix und Mastering, Vinyl Cut, Pressung und ja, einwandfreies Vinyl als Pressmaterial.
Foto Vinyls habe ich bis auf ganz wenige keine und kaufe sowas auch nicht. So eine Art Fan Verhalten habe ich nicht. Das Bild ist hierbei tatsächlich die obere Schicht und da muss schon alles klappen, damit die Platte noch ansprechend klingt.

Skaladesign
Inventar
#15 erstellt: 13. Aug 2025, 21:01
Ich habe mehrere Bunte Scheiben. Klangliche Unterschiede gibt es da nicht. Egal ob gelb grün rot gold silber blau oder mix wie zb Metallica
Die Transparenten sind aber allesamt bescheiden, bis schlecht.
ardina
Inventar
#16 erstellt: 13. Aug 2025, 21:39

Skaladesign (Beitrag #15) schrieb:
...
Die Transparenten sind aber allesamt bescheiden, bis schlecht.


Da hatte ich gerade vorhin The Blues Company / United Nations of Blues auf dem Plattenteller. Mint grün, transparent, eine Inakustk Platte von hoher Qualität. Dort macht man sich auch vor Mofi nicht ins Hemd.

Blues" target="_blank" class="" rel="nofollow">https://www.discogs....tions-Of-Blues]Blues Company

Gestern Abend zufällig Matt Bianco – Whose Side Are You On gehört. Eine Pressung von 1984, klar, transparent. Normale dünne Platte, wie in der Zeit üblich, die geht schon Richtung Referenz-Qualität was Vinyl betrifft.

Matt Bianco

Ich denke da muss man einfach genauer schauen, was du dahast. Was da für Musik drauf ist, von welchem Label und welche Pressung.

Skaladesign
Inventar
#17 erstellt: 14. Aug 2025, 10:33
Die schlechteste ist die Brian Adams - so happy it hurts, limited edition, clear vinyl. Da hat man das Bedürfnis die Kette zu kontrollieren, da es sich stark verzerrt anhört.
Da ich ja jetzt einen Ultra habe, könnte ich ja mal vergleichen, ob es evtl. nur schlecht abgemischt ist.
ardina
Inventar
#18 erstellt: 14. Aug 2025, 12:00

Skaladesign (Beitrag #17) schrieb:
Die schlechteste ist die Brian Adams - so happy it hurts, limited edition, clear vinyl.


Dann trink dir lieber erstmal noch einen leckeren Kaffee, bevor du dir nochmal den Bryan gibst.

Spaß beiseite, wenn ich heute eine schlechte Pressung erwische, sind es meist Platten von sehr populären Musiker, die dann doch in etwas höherer Auflage gepresst werde. Vermutlich drückt der Auftraggeber, weil dieser eine große Machtposition hat, auch deutlich auf den Preis. Die schlechten Pressungen, was vermutlich damals Ausschussware war, landen dann trotzdem bei uns. Das waren bei mir dann durchaus Namen wie Beatles, Pink Floyd wo dann nur der Umtausch blieb. Vermutlich meint man dort, dass Schallplatten eh nur aus Schicki-Micki Gründen gekauft werden und die Qualität keine Rolle spielt.

flexiJazzfan
Inventar
#19 erstellt: 14. Aug 2025, 15:15
Vielleicht mal eine Betrachtung der reinen Kunststoffseite.
Technische Kunststoffteile, zumal Präzisionsteile wie es die LP ist / sein sollte, werden in der Regel nicht aus den reinen Polymeren hergestellt. Vielmehr wird eine Rezeptur benutzt. Diese enthält: die sogenannten Füllstoffe wie Ruß, Talkum, Kreide, Farben, die aus Partikeln bestehen, dann Stabilisatoren gegen Wärme und Licht, Verarbeitungshilfen wie Fließhilfsmittel und Entformungshilfsmittel, außerdem, wenn nötig, flüssige Weichmacher oder gummiartige Bestandteile gegen Sprödbruch.
Im Falle der Schallplatten wird z.B. durch die Zugabe von geeigneten Rußqualitäten nicht nur die Farbe verändert sondern auch die Maßhaltigkeit, die Formstabilität, die Abformgenauigkeit und die Lichtstabilität verbessert. Es könnte sogar auch die Abriebfestigkeit verbessert werden. Durchsichtiges Material enthält ebenfalls Zusätze, diese müssen dann aber durchsichtig sein. Farbstoffe sind dann auch keine Partikel sondern gelöste „Tinten“.

Aus den genannten Gründen liegt es nahe, dass bei farbigem oder schlierigem Material Probleme mit der Verarbeitungskonstanz der Maßhaltigkeit und der Haltbarkeit auftreten könnten. Im positiven Fall könnte klares Material allerdings zu einer „glatteren“ Abtastung ohne Knistern führen, wäre dafür jedoch sicher anfälliger für elektrostatische Aufladung.

Meines Erachtens haben Material und Gewicht von LPs den geringsten Einfluss auf die Qualität der Wiedergabe, gemessen an anderen Faktoren bei der Aufnahme, der Herstellung der Formen und der Verarbeitung.

Gruß
Rainer
8erberg
Inventar
#20 erstellt: 15. Aug 2025, 12:49
Hallo,

jepp, die Liste der Additive ist sehr lang und wenn man davon eine Liste der SML (Stoffe mit Beschränkungen) und Dual-Use Bestandteile erstellen würde ginge die über ein paar Seiten....

Farbe und erst recht transparente Schallplatten sind anfälliger für Störungen, der Ruß wirkt als "Schmiermittel" wie auch als "Temperaturableiter" weil die Nadel in der Rille doch recht belastet wird was bei einem Thermoplast nicht wirklich doll ist.

Picture Discs haben sich deshalb auch wohl nie durchgesetzt... https://www.discogs....SW1hZ2U6NDYwNzM1NTE=

Peter


[Beitrag von 8erberg am 15. Aug 2025, 12:49 bearbeitet]
Yamahaphilist
Stammgast
#21 erstellt: 27. Aug 2025, 18:00
flexiJazzfan
Inventar
#22 erstellt: 27. Aug 2025, 19:35
Aus Qualitätssicht ist ein Material mit offensichtlichen verschiedenfarbigen Bereichen, Schlieren kein homogenes Material. Es muss davon ausgegangen werden, dass auch die mechanischen Eigenschaften des Fertigteils in Bereichen unterschiedlich sind und damit jedes produzierte Teil ein „Individuum“ ist. Die Behauptung, das sei für die Funktion der Schallplatte unerheblich, ist vor diesem Hintergrund kritisch zu sehen.

Ja das PVC. Eigentlich ist das Chlor ein Beiprodukt der Herstellung von Natronlauge aus Kochsalz. Diese wird in riesigen Mengen für chemische Reaktionen vieler Art benötigt, während es für Chlor viel weniger Anwendungen gibt. PVC ist daher ein willkommener „Endlagerplatz“ für überschüssiges Chlor. Das hat dazu geführt, das PVC ein sehr preisgünstiger Kunststoff ist, der, ohne im Einzelfall technische Vorteile zu bieten, massenhaft eingesetzt wird. Recycling ist immer sinnvoll, wird aber speziell den genannten Ablauf nicht im geringsten bremsen können.

Gruß
Rainer
Ingor
Inventar
#23 erstellt: 28. Aug 2025, 10:31
Das, was eine bunte Platte evtl. an Klangeinbußen hätte, macht sie in jedem Fall durch das Aussehen wieder wett. Die schönste Platte, die ich je gesehen habe ist eine "That´s underground" Compilation in orange mit nach außen laufenden Farbmustern. Wie als hätte man Farbe darauf gegossen. Die Musik ist super. Leider hat mein Bruder den ersten Titel zerkratzt, damit man ihn nicht mehr hören konnte. Aber bei Suzanne von Leonhard Cohen sind die Kratzer authentisch Schallplatte und das ist das einzige Lied, bei dem ich dieses Knistern liebe.
ardina
Inventar
#24 erstellt: 28. Aug 2025, 11:06
Du meinst sowas vielleicht? Platte ist von 1970, recht dickes Vinyl (120 – 140gr.) und klingt auch immer noch ganz gut. Da gibt es aber gerade heute viele vergleichbar schicke Platten und manchmal kaufe ich diese bevorzugt.



hoehne
Inventar
#25 erstellt: 28. Aug 2025, 11:27

flexiJazzfan (Beitrag #19) schrieb:
... Füllstoffe wie Ruß, Talkum, Kreide, Farben, die aus Partikeln bestehen, ...

Ich glaube, Anteile wie Ruß (Graphit) sind mittlerweile verboten bei der Plattenherstellung - Krebs begünstigend und so.
Und die Diskussion, dass farbige Platten schlechter klingen als schwarze rührt noch von damals her, als in schwarzen Platten noch Graphit für die Laufruhe etc. verwendet wurde. Obgleich ich viele farbige Platten aus den 80ern besitze und klanglich zu deren schwarzen Pendants keine Unterschiede hören kann.
Dass heutzutage klares Vinyl schlechter klingt als andersfarbiges kann ich auch nicht so recht nachvollziehen - vielmehr denke ich, dass heutzutage das Vinylgranulat selten für absolute Laufruhe sorgt. Einige Platten können das, aber vielleicht liegt es am höherwertigen Granulat, am Schnitt an der Qualitätskontrolle... Wenn ich manche Posts in sozialen Medien von Künstlern sehe, die ihre eigenen Testpressungen auf einfachen AT3600 abhören - was will man da noch sagen?
shabbel
Inventar
#26 erstellt: 28. Aug 2025, 20:37
flexiJazzfan
Inventar
#27 erstellt: 28. Aug 2025, 21:24
Ich zitiere aus dem Kunststofflexikon der Kern GmbH :
... Industrieruße sind gezielt hergestellte locker pulvrige Ruße mit bestimmten Eigenschaftsprofilen.
Die durchschnittliche Teilchengrößen liegt zwischen 10 und 100 nm. Industrieruße werden mit Hilfe des Flamm-, Gas- oder Furnace-Rußverfahrens durch unvollständige Verbrennung von Ölen hergestellt.
Der Großteil der Produktion wird für die Verstärkung von Kautschuk eingesetzt, z. B. in Autoreifen und Dichtprofilen. In der Kunststoffverarbeitung wird Industrieruß hauptsächlich eingesetzt als:
•Farbruß (Carbon black)
•UV-Schutz
•Leitruß
...
Ich weiß nicht woher die Information vom Verbot von Ruß kommt. Es gibt Probleme bei bestimmten Lebensmittelverpackungen und auch mit der Erkennbarkeit bei der Müllsortierung. Allgemein kann man aber bei schwarzen Kunststoffteilen davon ausgehen, dass sie mit Ruß versetzt sind. Auch die anderen Überlegungen in #25 sind eher frei floatende Gedankenblitze als Sachbeiträge.

Gruß
Rainer
shabbel
Inventar
#28 erstellt: 28. Aug 2025, 22:27
In der Gegenwart ist alles eine Sache der Wahrnehmung.
8erberg
Inventar
#29 erstellt: 29. Aug 2025, 11:36
Hallo,

Farbpigmente in schwarz aus Ruß haben keine Zulassung mehr für Lebensmittelkontakt.

Die Schwarz-Pigmente für die Verwendung in Lebensmittelverpackungen sind teurer, aber es gibt sie.

Peter
8erberg
Inventar
#30 erstellt: 29. Aug 2025, 11:38

hoehne (Beitrag #25) schrieb:
Wenn ich manche Posts in sozialen Medien von Künstlern sehe, die ihre eigenen Testpressungen auf einfachen AT3600 abhören - was will man da noch sagen?


Womit hören 90 % der Kunden? Und man will das es dort gut klingt.

War schon in den 70er Jahren so. In vielen Studios stand ein Dual mit Shure M75 mit Rundnadel.

Peter


[Beitrag von 8erberg am 29. Aug 2025, 11:39 bearbeitet]
boccherini
Stammgast
#31 erstellt: 29. Aug 2025, 11:39
Was willst Du damit sagen. Meine Schallplatten haben nie Kontakt mit Lebensmittel
8erberg
Inventar
#32 erstellt: 29. Aug 2025, 11:43
Hallo,

das nach wie vor Ruß in Schallplatten verwendet wird.

Schallplatten unterliegen nicht dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuchs (LFBG)

Peter
Hüb'
Moderator
#33 erstellt: 29. Aug 2025, 12:23

ardina (Beitrag #8) schrieb:
(...)

Volle Zustimmung. Wenn eine "bunte" LP (ungleich "picture disc") schlecht klingt, dann liegen die Gründen nicht in der Farbwahl der Scheibe.
Yamahaphilist
Stammgast
#34 erstellt: 29. Aug 2025, 13:05
Die Antwort wäre eine kompostierbare Platte, die dennoch eingefärbt werden könnte, z.B. mit Lebensmittelfarbstoff: aus Zuckerrohr

https://www.galaxus....lplatte-ist-da-32221



[Beitrag von Yamahaphilist am 29. Aug 2025, 13:05 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#35 erstellt: Gestern, 12:34
Hallo,

na, ob man die nass abspielen sollte?

Peter
Yamahaphilist
Stammgast
#36 erstellt: Gestern, 12:37
Klingt dann süßer
shabbel
Inventar
#37 erstellt: Gestern, 15:38
Das war in der Schöpfung nicht vorgesehen.
doc_sisiphus
Stammgast
#38 erstellt: Gestern, 17:03
Hallo,
ich hätte euch gerne mal meine liebsten farbigen LPs vorgestellt... aber leider klappt es mit dem Bilderhochladen momentan bei mir nicht. Eine davon hat bereits Ardina gezeigt. Frage mich allerdings, wie er das gemacht hat.....bin ich nur zu blöd?
Das wichtigste zum Schluß:
Alle sind alt, klingen aber immernoch top. Und es ist auch top Musik darauf.
ardina
Inventar
#39 erstellt: Gestern, 18:33

doc_sisiphus (Beitrag #38) schrieb:
Hallo,
ich hätte euch gerne mal meine liebsten farbigen LPs vorgestellt... aber leider klappt es mit dem Bilderhochladen momentan bei mir nicht. Eine davon hat bereits Ardina gezeigt. Frage mich allerdings, wie er das gemacht hat.....bin ich nur zu blöd?


Hi,
der interne Bild-Hoster funktioniert leider nicht mehr und man muss einen externen Dienstleister benutzen, wenn man will.

Z.B. ImgBB
https://de.imgbb.com/

Upload starten und eigenes Bild auswählen
Im nächsten Fenster „Hochladen“ und dabei darauf achten das Auto-Löschen deaktiviert ist.
Im nächsten Fenster Embed-Codes auswählen, hier BBC-Code (Vollansicht) wählen
Wenn man dann rechts oben im Fenster mit dem Link die Maus hinführt erscheint der Button „kopieren“, also den Link kopieren.

doc_sisiphus
Stammgast
#40 erstellt: Gestern, 18:38
@ ardina
vielen Dank für deinen freundlichen Tip.
vielleicht versuche ich es mal, heute bin ich dafür zu müde.
wie wäre es denn mit einem neuen Thread: farbiges vinyl?


[Beitrag von doc_sisiphus am 30. Aug 2025, 18:50 bearbeitet]
ardina
Inventar
#41 erstellt: Gestern, 18:44

doc_sisiphus (Beitrag #40) schrieb:
@ ardina
vielen Dank für deinen freundlichen Tip.
vielleicht versuche ich es mal, heute bin ich dafür zu müde.


Da ist nichts Kompliziertes dabei. Einfach den kopierten Link hier im Text einsetzen, das wars.

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