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"Magnetsiches System"? - Newbiefrage

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Fischl
Neuling
#1 erstellt: 10. Okt 2003, 20:25
Also: Mein Vater wollte sich einen neuen Plattenspieler kaufen.
Und da wir demnächst noch ein Surround Set und n Dolby-Receiver fürs Wohnzimmer kaufen, muss auch der Plattenspieler auch an den Receiver ran, damit man auch die Platten über die Boxen hört...das geht nur bei wenigen Receivern...bei denen wo es nicht geht, braucht man einen Phonoverstärker (so ne Art Adapter: http://images-eu.amazon.com/images/P/B00006JB31.03.LZZZZZZZ.jpg )

Bloss bei diesen Adaptern muss folgendes sein (steht zB bei obigen Phonoverstärker):

"macht aus Line-, AUX-, MD bzw. CD-Eingängen Anschlüsse für einen Plattenspieler mit Magnetsystem"

Da ich mich nich auskenne mit Plattenspielern auskenne, wollte ich fragen was ein "magnetisches System" ist, und welche Plattenspieler sowas haben...Ich will ja nix kaufen, was ich nachher nicht per Phonovorverstärker an den Receiver anschliessen kann.

Bitte um Hilfe
Herbert
Inventar
#2 erstellt: 10. Okt 2003, 21:20
Hallo,

bei Tonabnehmern existieren heute zwei Bauarten:

1. Magnetisches System: Hier wird ein Magnet innerhalb feststehender Spulen bewegt und induziert hierdurch in den Spulen Ströme.
2. Moving Coil ("Bewegte Spule"): Hier bewegen sich die Spulen im feststehenden Magnetfeld.

Wichtig hierbei ist, welche Systembauarten durch den Vorverstärker/Entzerrer unterstützt werden. Der Hersteller müsste entsprechende Informationen beigestellt haben.

Weitere Infos gibts z.B. hier:

http://www.phonophono.de/html/beratung.html

Gruss
Herbert
Holger
Inventar
#3 erstellt: 11. Okt 2003, 05:57
Genau.
Und der "Adapter", den Du mit dem Link gezeigt hast, und alle seine preisgünstigen Brüder (kosten so um die 25 bis 40 Euro, gibt's z. B. auch bei Conrad) sind nur für magnetische Systeme (MM-(Systeme geeignet, die man eigentlich recht einfach identifizieren kann : es gibt nämlich kein Moving-Coil-(MC-)System unter 100 Euro.
Also alles unter 100 Euro ist mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Magnetsystem (Hersteller sind z. B. Audio Technica, Shure, Grado, Ortofon).
Beim Aussuchen kann man auch bei den technischen Daten auf der Wert der Ausgangsspannung (oder neudeutsch Output) achten : ein Magnetsystem hat auf alle Fälle >3 mV, normal sind 4,5 bis 6 mV.
pet2
Inventar
#4 erstellt: 11. Aug 2005, 12:05
Hallo,

eine andere sichere Methode ein MM System zu identifizieren:
Läßt sich die Nadel wechseln ist es üblicherweise ein MM System, wenn nicht sollte es sich um ein MC System handeln.

Gruß

pet
Hörbert
Moderator
#5 erstellt: 11. Aug 2005, 16:03
Hallo!
Na dann will ich auch noch meinen Senf dazugeben, Mit einem Phonoentzerrer für Magnetische Systeme kannst du jedes System benutzen das eine Ausgangsspannung ab ca 2 Millivolt (MV) hat, das heißt für dich, zum einen alle Magnetodynamischen Systeme (also abgrekürzt MM oder auch MD genant) uns alle high Outpout MC und high Outpout Moving Iron (MI) systeme. das heißt auf Deutsch ca 75% aller auf dem Markt befindlichen Systeme, darunter alle deutlich unter 100 Euro (Selbstverständlich auch hochwertige Systeme, die mehere 100 Euro kosten) Für ca 25% aller Systeme brauchst du einen entsprechend hochwertigeren Verstärker da ihre Ausgangsspannung für einen solchen Verstärker zu gering ist. Allerdings gibts da auch eine Möglichkeit diesen Verstärker trotzdem zu nutzen, nämlich sogenante Übertrager die diese Systeme einem Magnetsystementzerrer anpassen können. Also eigentlich kannst du damit nicht allzuviel falsch machen
MFG Günther
SGibbi
Gesperrt
#6 erstellt: 21. Nov 2008, 18:51
Magnetisches System = MJ, also Moving Jig. Die Pickups sind in aller Regel von Außen "magnetisch"

Magnetsystem = MM = Moving Magnet. Ein Mini-Magnet ist am Nadelträger befestigt.

MC = Moving Coil = Spule bewegt sich im magnetischen Feld (auch als "dynamischer Tonabnehmer" bekannt).

Kristall = Seignettesalz = ohne Phonostufe anschließbar

Keramik = Bariumtitanat = ohne Phonostufe anschließbar

Für die Profis wie für die Anfänger in Memoriam.
hifi-zwerg
Stammgast
#7 erstellt: 21. Nov 2008, 19:07
Hallo,

damits vollständig wird

Moving Iron = MI ein Eisenkern bewegt sich (vor allem die Grado Systeme), gehen auch am MM Vorverstärker.

Gruß
Zwerg
SGibbi
Gesperrt
#8 erstellt: 21. Nov 2008, 20:23

hifi-zwerg schrieb:
Hallo,

damits vollständig wird

Moving Iron = MI ein Eisenkern bewegt sich (vor allem die Grado Systeme), gehen auch am MM Vorverstärker.

Gruß
Zwerg


Das was Du als MI bezeichnest, ist eigentlich ein MJ. Grado, Decca, SP-Serie von Bang & Olufsen, usw., usw sind ganz, ganz klassische MJ Pickups.

Es tobt in der Fachwelt ein gewisser Streit zu diesem Thema, wobei MI meist im abwertenden Sinne verwendet wird (Eisen rostet ...). Auch beim Grado wird die Polplatte im magnetischen Joch (Jig) bewegt, daher ist auch nach meiner Auffassung MJ die technisch zutreffende Bezeichnung - die Polplatte ist ja nicht aus Stahl 27 (Iron) gefertigt. Der Fehlbegriff hat seinen Ursprung vermutlich in einer Fehlinterpretation - je nach Schriftart erscheinen MI und MJ augenscheinlich sehr ähnlich, sodaß findige Verkäufer einen neuen Begriff für das "MI" gefunden haben.
Archibald
Inventar
#9 erstellt: 22. Nov 2008, 17:52
Hallo Gibbert,

bei einem Moving Iron System (z.B. Induced Magnet bei ADC oder VMS bei Ortofon oder ...) hast Du einen mit dem Systemkörper oder Nadelträger fest verbunden sehr starken Magneten, der seine magnetische Wirkung auf ein Eisen-(oder Stahl-)rohr, das Teil des Nadelträgers ist, induziert. Da bei dieser Konstruktionsweise keine Spulen oder Magnete bewegt werden müssen, sind die bewegten Massen extrem gering, was sich positiv auf den Plattenverschleiß auswirkt und nebenbei, bei sauberer Konstruktion, die Impulswiedergabe verbessert. Es kann keine Rede davon sein, MI-Systeme abwertend zu betrachten, es sei denn, man ignoriert die Fakten. Eine Jochkonstruktion, wie Du sie beschreibst, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, würdest Du dshalb bitte eine schematische Zeichnung einstellen, vielleicht hilft mir das. Danke vorab.

Gruß Archibald
SGibbi
Gesperrt
#10 erstellt: 22. Nov 2008, 18:54
Hallo Archibald

Ortofon VMS (Variable Magnetic Shunt) fällt meines Wissens in die Klasse der MM Tonabnehmer. Wir Du unschwer erkennen kannst, ist bei Tonabnehmern z.B. der Ortofon Concorde Serie (auch die bekannten OMB´s) ein kleiner Magnet am Nadelträger befestigt. Andererseits könnte man natürlich argumentieren, daß die Spulenanordnung bei VMS genau wie bei der SP Serie von Bang & Olufsen ist. VMS betrifft in diesem Sinne nicht das MM Patent DE 1 105 628 von ELAC, wir können aber festhalten, daß ein Magnet (nicht das Joch) bewegt wird.

Ich habe derzeit auzer einer sehr schlechten Zeichnung vom Decca Lateralspulen Pickup keine brauchbare Zeichnung auf der Platte, welche ich Dir hochladen kann. Viele kennen das GRADO, dort ist das "bewegte Joch" ein Metallplättchen, welches mal die eine, mal die andere der 4 Spulen an den vorne sitzenden Magneten ankoppelt.

Bezüglich der positiven Bewertung des MJ stimme ich mit Dir überein - bin selbst ein bekennender Fan von allem, was jemals als MJ erschienen ist.

Lass´ uns mal überlegen, in wie weit es dem Threatstarter für sein Problemchen hilft (hallo Threatstarter, lebst Du noch ?), und falls du willst, lass uns einen neuen Threat eröffnen. Die Polplattenkonstruktionen der MJ Pickups sind in der Tat nicht ohne einen gewissen Aufwand, und falls wir ein paar gute Makroaufnahmen bekommen können auch schön für das Auge.

Freundliche Grüße
Archibald
Inventar
#11 erstellt: 23. Nov 2008, 11:03
Hallo Gibbert,

ich zitiere aus einem Ortofon Katalog :
"Das VMS-Prinzip
Ein Magnettonabnehmer enthält genau die gleichen Basiselemente wie ein MC-Tonabnehmer nur in umgekehrter Funktion und Anordnung. Am Ende des Nadelträgers ist ein winziger, röhrchenförmiger Eisenanker angebracht, der sich entsprechend den Positionsveränderungen der Diamantspitze zwischen den feststehenden Spulen im Feld eines Miniaturringmagneten bewegt. Mit jeder Nadelbewegung schneidet dieser Anker die Feldlinien des Ringmagneten, durch den dabei entstehenden magnetischen Nebenschluß wird in den Spulen eine Spannung aufgebaut, die groß genug ist, um den Phono-MM-Eingang jedes Stereoverstärkers anzusteuern."
Es bewegt sich also auch hier nur das leichte Eisenröhrchen un einem festen Magnetfeld.

Gruß Archibald
SGibbi
Gesperrt
#12 erstellt: 23. Nov 2008, 20:53
Hallo Archibald,


Archibald schrieb:

(...) Am Ende des Nadelträgers ist ein winziger, röhrchenförmiger Eisenanker angebracht, der sich entsprechend den Positionsveränderungen der Diamantspitze zwischen den feststehenden Spulen im Feld eines Miniaturringmagneten bewegt. (...)


ein VMS Pickup Ortofon OD-2 habe ich zum Beispiel hier verbaut:

http://www.hifi-foru...m_id=84&thread=11584

Selbstredend habe ich es genau unter die Lupe genommen. Der "Ringmagnet" sitzt hinten auf dem Nadelträger, und der Rückschluß erfolgt über eine gleichzeitig abschirmendes ringförmiges Blechteil. Eine VMS Anordnung mit feststehendem Magneten kenne ich bisher nicht. Wir wollen darüber aber nicht streiten. Vielleicht findet sich irgendwo ein Link auf das Ortofon VMS Patent, und da sollte es dann festgeschrieben sein.

Die Beschreibung zum "Ur-Decca" habe ich mittlerweile noch einmal neu eingescannt und hier gepostet:

http://www.hifi-foru...um_id=26&thread=8655

Dort findet sich auch eine Prinzipbeschreibung zum Lateralspulen-Pickup, und ein Bildchen vom demontierten System, alle Einzelteile und im Größenvergleich zu einem Streichholz.

Interessant ist auch die Lektüre des Patents DE 816 311 aus 1949 welches die Urform des Stereo-Decca beschreibt, wie es noch Heute hergestellt wird.
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