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Neuer MM-TA für Thorens TD 280 Mk IV

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Beitrag
hoppelkopp
Stammgast
#1 erstellt: 09. Jun 2008, 09:22
Hallo liebe Leute,

ich suche einen neuen Tonabnehmer für meinen TD 280 Mk IV. Wesentlich mehr als ca. 100 EUR soll es nicht kosten.

Das original montierte System Ortofon OMB-10 klingt mir zu hell und bringt zu wenig Tiefen. Beim Suchen hier im Forum bin ich auf das Nagaoka MP-11 gestoßen, das in meine Richtung gehen könnte. Ich weiß aber nicht, ob es zu meinem Tonarm passt. Der TP 35 hat laut Bedienungsanleitung eine effektive Masse von 15g, als empfohlenes Tonabnehmergewicht ist 1,5 bis 9,5g angegeben. Welche Nadelnachgiebigkeit ist da sinnvoll?

Außerdem überlege ich, die Tonarmkabel zu ersetzen, da mir diese klitzekleinen Stecker abgegangen sind. In der Bucht (Fix und fertig Tonarminnenkabel) habe ich diese Kabel mit Steckschuhen gesehen. Könnte ich die verwenden? Ich traue mir eher zu, die Kabelenden im Spieler zu verlöten als die abgegangenen Mikrokabelschuhe.

Vielen Dank für Eure Meinungen!

Jan
dobro
Inventar
#2 erstellt: 09. Jun 2008, 14:36
Hallo,

von der Compliance würde demnach das Ortofon MC1 turbo oder das Denon DL110 passen. Preislich kommt es in etwa hin, klanglich kann ich es dir nicht sagen.

Das Ortofon 520 liegt mit knapp über 7 Hz Resonanzfrequenz etwas niedrig, könnte aber klanglich dennoch funktionieren. Das System soll schließlich auch am Technics 12XX funktionieren. Leider alles nur Hörensagen ...

Ich hoffe, jemand kann dir besser helfen.

Gruß
Peter
hoppelkopp
Stammgast
#3 erstellt: 09. Jun 2008, 16:12
Hallo dobro,

ich vergaß zu sagen, dass es ein MM-System sein soll, weil mein Verstärker nur einen MM-Eingang hat.

Jan
Soulific
Stammgast
#4 erstellt: 09. Jun 2008, 17:36
Hallo Jan,

das Denon DL-110 passt schon. Es ist ein High-Output MC und damit ohne Probleme am MM-Eingang zu betreiben. Das Denon spielt schön unaufdringlich, womit auch weniger gut aufgenommene Platten angenehm klingen. Die Räumlichkeit ist sehr gut. Eben so gut spielt meines Erachtens das Grado Prestige Blue. Beide Systeme würde ich bei Klassik und Jazz empfehlen. Das Grado finde ich bei Stimmen etwas natürlicher als das Denon. Ausserdem ist das Grado besser geeignet, wenn man auch mal Blues oder Folk hören will, da eine Spur lebendiger.
Für Rock, Metal, Techno und ähnliches eignet sich das von dir vorgeschlagene Nagaoka ganz gut. Es spielt auch weniger gut erhaltenes Vinyl noch ganz manierlich ab. Was die räumliche Abbildung von komplexer Musik und die Natürlichkeit von akustischen Instrumenten angeht ist das Nagaoka eher nicht das richtige MM. Alle drei Tonabnehmer könnten dir klanglich gefallen. Musst halt deinen Schwerpunkt beim Musikkonsum kennen. Audio-Technica Tonabnehmer kommen wohl nicht in Frage, da tendenziell eher klar und hoch abgestimmt. Das Ortofon MC1 Turbo ist mit ca.125€ wahrscheinlich zu teuer. Da es auch ein High-Output MC ist würde es aber auch passen. Alternativ dazu käme dann auch das Grado Prestige Red zum gleichen Preis in Frage.

Lieben Gruß,
Sebastian
hoppelkopp
Stammgast
#5 erstellt: 09. Jun 2008, 17:55
Danke Sebastian,

bevorzugt höre ich eindeutig sog. "klassische", vor allem großorchestrale Musik, aber auch gerne kleinere Barockmusik-Besetzungen. Ich habe rund 200 "Klassik"-Schallplatten, aber weniger als 20 Rock, Pop & sonstige.

Daher kommt es mir vor allem darauf an, dass der TA die Dynamik von Orchestermusik glaubhaft reproduzieren kann. Auch Räumlichkeit ist wichtig. Ein Fan von Opern und Solosängern bin ich hingegen nicht, aber da ich selbst Aufnahmen von Oratorien mit meinem Chor mache, höre ich mir schon mal Chormusik auf Schallplatte an.

Die empfohlenen Systeme werde ich mir mal anschauen.

Kann jemand etwas zu den Tonarmkabeln sagen?

Jan


[Beitrag von hoppelkopp am 09. Jun 2008, 18:09 bearbeitet]
HausMaus
Inventar
#6 erstellt: 09. Jun 2008, 18:22
hallo

vieleicht hilft es dir....

http://www.analog-fo...Thread&postID=514773
hoppelkopp
Stammgast
#7 erstellt: 09. Jun 2008, 20:00
Ähh, nicht so richtig. Es geht darin um einen "Smartphono", ist das ein Vorverstärker?

Die Grados ziehe ich in die engere Auswahl. Beim Ortofon MC1 Turbo stört mich, dass die Nadel nicht austauschbar ist. Gut, das OMB 10 hat 15 Jahre seinen Dienst getan...

Auch die Beschreibungen des Denon DL 110 klingen interessant. Preislich wäre auch ein DL 160 noch akzeptabel. Sind die klanglichen Unterschiede groß?

Die Compliance des DL 160 ist mit 10,00 µm/mN angegeben. In welchem Bereich sollte sich die Nadelnachgiebigkeit bei einem 15g-Tonarm bewegen?

Viele Grüße
Jan


[Beitrag von hoppelkopp am 10. Jun 2008, 00:18 bearbeitet]
stbeer
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 09. Jun 2008, 20:59
Jan,

klemm' Dir ein ORTOFON 520MK2 drunter (~80EUR) und alles wird - vielleicht - gut. Falls Du eine bessere Hochtonabtastung haben willst, dann ein 530er oder 540er (alle MK2, kosten aber auch mehr) ... letztendlich aber haengt eine "moegliche klangliche Steigerung" auch von Deiner Phonovorstufe ab!

Appropos Kabel: Ich wuerde die Verbindungen vom Plattenspieler zum Phonoeingang so kurz wie moeglich halten (ein Austausch der nur etwa 30cm langen Tonarmkabel zwischen Headshell und Anschlussbuchsen am Plattenspieler bringen - denke ich - nur wenig bis gar nichts, falls das darauf folgende Phonokabel bspw. ueber 1m misst! Auch gibt es unterschiedliche Kabeltypen (koaxial oder parallelsymmetrisch), welche zum Probieren nicht mal teuer sein muessen! Das ist meine persoenliche Erfahrung ...

Gruss Stefan
HausMaus
Inventar
#9 erstellt: 09. Jun 2008, 21:04
stimmt ...
war da so am lesen es geht da um mm systeme ,den rest must du selber suchen und lesen
http://www.analog-forum.de/wbboard/index.php
wenn nicht war es ein versuch wert ...

ich stehe vor dem selben problem wie du ,habe den td 295 mk 4 mit einem ta 95 e und höre nur klassik ...habe so 80 platten aus ddr zeiten ... mir ist eine goldring g1006 nadel ans herz gelegt worden ...muss noch etwas sparen !
hoppelkopp
Stammgast
#10 erstellt: 09. Jun 2008, 21:08
Hallo Stefan,

die MM-Vorstufe ist in meinem Sony-Verstärker (TA-VA 8 ES) eingebaut.

Das Kabel würde ich nicht tauschen wollen, wenn mir nicht diese klitzekleinen Stecker abgebrochen wären. Es geht nicht um Klangtuning. Ich befürchte nur, die nicht wieder ordentlich dran zu bekommen. Aber ich werde es versuchen. Offenbar sind die nicht gelötet, sondern nur gepresst.

Das Ortofon 520 MKII habe ich ab 109€ gefunden, 530 MKII ab 179€, letzteres liegt leider schon über meinen momentanen finanziellen Möglichkeiten.

@HausMaus: Hast du was Interessantes gefunden?

Viele Grüße
Jan


[Beitrag von hoppelkopp am 09. Jun 2008, 21:24 bearbeitet]
dobro
Inventar
#11 erstellt: 10. Jun 2008, 05:21
Hallo Jan,

so es denn ein Ortofon 520 sein soll:

http://www.dienadel.de/Ortofon+520+MKII+Magnetsystem+NEU.htm

Im analog-forum schlägt sich jemand mit dem gleichen Problem am gleichen Plattenspieler. Er bekam von einem Thorensgenossen folgendes empfohlen:

http://www.dienadel.de/Shure+M+97+xE+-+Magnetsystem.htm

Ich würde dir hierzu raten. Nadel austauschen kannst du zwar nicht, aber es gibt vielleicht einen Austausservice. Nadeln sind auch nicht so billig.

http://www.dienadel....g+Coil+System+HO.htm

Wenn du aber die Möglichkeit hast herumzuprobieren, wäre das wahrscheinlich das Mittel der Wahl. Zur vernünftigen Justage der Systeme bediene dich am besten einiger anerkannter Schablonen, die mitunter aus dem Internet herunterzuladen sind. Hier kannst du dich noch ein wenig informieren:

http://www.thorens-info.de/html/systemwahl.html

Gruß
Peter
the_det
Stammgast
#12 erstellt: 10. Jun 2008, 06:20
Hallo,

allein von den Werten ist der TP 35 zu schwer für ein Ortofon 520. Hier würde tatsächlich eher ein HO-MC (wie die bereits erwähnten Ortofon MC1 Turbo oder Denon DL 110) passen.

Viele Grüße
Det
Soulific
Stammgast
#13 erstellt: 10. Jun 2008, 07:44
Hallo Jan,

ich würde auch sagen, dass das 520 zu weich ist. Das wird an dem Arm wohl nichts. Ausserdem würde ich dieses Ortofon nicht für Klassik empfehlen. Gerade die Räumlichkeit und die Wiedergabe akustischer Instrumente ist im direkten Vergleich mit dem Denon DL-110 und dem Grado Prestige Blue deutlich weniger gut. Das Denon DL-160 löst noch mal besser auf und spielt weniger gemütlich als das DL-110 dafür aber deutlich natürlicher. Die Nadel lässt sich hier natürlich, wie bei MC üblich nicht tauschen. Meine Empfehlung für eine Steigerung gegenüber dem Grado Prestige Blue ist das Grado Prestige Red. Die Nadel des Blue lässt sich später einfach gegen die des Red austauschen und das System so upgraden.
Das Shure ist ein tolles System, wohl der einzige Allrounder im Bereich unter 150€. Mir persönlich haben die Klangfarben des Grado besser gefallen. So ist der Unterschied zwischen Holz- und Blechbläsern gut nachvollziehbar, ein Flügel klingt wie ein Flügel und nicht wie ein schnödes Klavier zudem ist die Bühne so es die Aufnahme hergibt sehr schön breit und tief. Das Shure ist da weniger gut aber nicht überfordert. Man muss sich ggf. etwas mehr anstrengen um die Unterschiede und Details heraus zu hören. Dafür kann das Shure aber auch Schmutz und Schweiß spielen. Verzerrte E-Gitarre, röhrende Hammonds und grunzende Bässe kommen eben so überzeugend wie HipHop Beats und Techno Sounds.
Entscheiden musst du dich leider selbst. Viel Spaß beim Musikhören wünsch ich dir auf jeden Fall.

Lieben Gruß,
Sebastian
hoppelkopp
Stammgast
#14 erstellt: 10. Jun 2008, 07:46
Hallo Peter,

auch nach langem Suchen im Analog-Forum habe ich den beschriebenen Thread nicht finden können. Kannst du mir mit einem Link dahin aushelfen?

Vielen Dank
Jan
dobro
Inventar
#15 erstellt: 10. Jun 2008, 09:59
Hallo,

lies mal ab Beitrag Nr. 15

http://www.analog-fo...eadID=44244&pageNo=1

Gruß
Peter
hoppelkopp
Stammgast
#16 erstellt: 10. Jun 2008, 12:40
Hallo Peter,

diesen Beitrag hatte ich sogar schon angelesen, aber weil es anfangs nicht um den TD 280 ging, nicht weiter nach unten gescrollt.

In dem Thread wurde der interessante Vorschlag gemacht, die Pressfaser-Bodenplatte durch eine stabilere zu ersetzen. Da ich handwerklich nicht ganz ungeschickt bin (habe mir gerade Standlautsprecher selbst gebaut) und es das benötigte Material für'n Appel und 'n Ei im Baumarkt gibt, steht einem solchen Tuning überhaupt nichts im Wege. Dabei könnte man auch gleich Nägel mit Köpfen machen und dem TD 280 ein gefedertes Subchassis verpassen.

Hat jemand zufällig ein Foto herumzuliegen, auf dem man sieht, wie so ein Chassis bei anderen Thorensen aussieht? Das würde mir bei der Entscheidung über den zu treibenden Aufwand vielleicht sehr weiterhelfen.

Beim System muss ich mich noch zwischen zwei entgegengesetzte Richtungen entscheiden: Preiswert anfangen mit Grado Prestige Green (mit der Möglichkeit des späteren Nadeltauschs zum Blue oder Red) oder gleich Denon DL 160 nehmen und wieder ein paar Jahre Ruhe haben. Mal sehen, was mein Kassenwart sagt...

Viele Grüße
Jan
dobro
Inventar
#17 erstellt: 10. Jun 2008, 12:49
Hallo Jan,

ich würde es von den Hörgwohnheiten abhängig machen. Wenn du eher ein "Nebenbei"-Hörer bist, reicht bestimmt erst die Minimalvariante. Hörst du aber eher richtig zu, was gespielt wird, wirst du schnell die preiswerte Variante verteufeln und doch sehr schnell auf das nächst bessere Pferd aufspringen ...

Wegen der Bodenplatte für meinen Thorens TD 146 überlege ich zurzeit auch. Ich sollte eine sehr steife Platte nehmen, hat man mir empfohlen, da das Gehäuse des 146er ohnehin nicht sehr steif ist. Ich hatte da schon an USB-Material gedacht - was meinst du?

Ob es aber sinnvoll ist, aus einem 280er ein Dreher mit Subchassis zu machen? Na ja, ich glaube die Thorens-Entwickler hatten sich schon etwas bei der Konstruktion des 280er gedacht und das war eben nicht die Variante mit dem Subchassis.

Gruß
Peter


[Beitrag von dobro am 10. Jun 2008, 12:53 bearbeitet]
hoppelkopp
Stammgast
#18 erstellt: 10. Jun 2008, 13:08
Hallo Peter,

meinst du OSB-Platten für den Fußboden? Das wäre eine Möglichkeit. Die andere wäre MDF, das es in ausreichender Stärke (vielleicht 16mm) und in der benötigten Größe für wirklich fast nichts zu kaufen gibt. OSB muss man immer in ganzen Platten kaufen.

Dass der 280 kein gefedertes Subchassis hat, ist, glaube ich, eher eine Kostenersparnis bei der Herstellung als eine konstruktionstechnische Meisterleistung. Aber vielleicht reicht es ja auch, der neuen Bodenplatte vernünftige Absorberfüße zu spendieren. Ich werde den Spieler bei nächster Gelegenheit mal auseinandernehmen und mir die Konstruktion anschauen.

Viele Grüße
Jan
dobro
Inventar
#19 erstellt: 10. Jun 2008, 13:20
Hallo Jan,

natürlich OSB, danke. Ich hatte kürzlich noch eine Platte am Sperrmüll gesehen aber nicht geschaltet - hätte auf jeden Fall gereicht.

Schockabsorberfüße macht für mich beim 280er mehr Sinn, da ich annehme, dass das fehlende Subchassis wirklich konstruktionsbedingt ist. Eigentlich ähnlich wie auch bei Rega - die haben ja auch "nur" Schockabsorberfüße. Einen Rega P3 habe ich mir kürzlich gebraucht gekauft - schönes Teil mit dem RB300-Tonarm.

Gruß
Peter
hoppelkopp
Stammgast
#20 erstellt: 10. Jun 2008, 19:29
Hallo Peter,

habe die Bodenplatte abgeschraubt, die ist wirklich nicht viel besser als wie aus Pappe. Da ist deutliches Verbesserungspotenzial vorhanden. Ich werde das demnächst in Angriff nehmen.

Viele Grüße
Jan
dobro
Inventar
#21 erstellt: 11. Jun 2008, 05:57
Hallo Jan,

hier mal ein Hinweis zu Bodenplatten, den ich sehr interessant fand. Ich hatte mir seinerzeit meinen TD 146 ersteigert und bei einem Fachhändler prüfen und Warten lassen. Auf die Frage, den Boden ggf. zu tauschen, riet er mir davon ab. Bringen würde hörbar ohnehin nur das RDC-Tuniung und kostet zu viel im Verhältnis zur sonstigen Qualität des Players. In der Audio wurde mir empfohlen, ein sehr hartes Material zu verwenden. Ich werde es mal mit OSB versuchen, so ich denn einen Rest finde, ggf. noch feste Sperrholzplatte. Der Versuch ist nicht besonders teuer und ein Rückbau bleibt schließlich immer noch. Hier der Verweis unter Beitrag Nr. 27.

http://www.analog-fo...ID=379720#post379720

Viel Spaß beim lesen.

Gruß
Peter


[Beitrag von dobro am 11. Jun 2008, 05:57 bearbeitet]
Soulific
Stammgast
#22 erstellt: 11. Jun 2008, 07:17
Hallo ihr,

das mit OSB ist nicht so ideal. Die Platten schwingen aufgrund ihrer Zusammensetzung komisch. So lassen sich Resonanzen nicht gut bedämpfen. Am besten eignen sich Multiplexplatten, auch MPX abgekürzt. Die Herstellung ist denkbar einfach. Man schraubt sich die Bodenplatte des Plattenspielers ab und baut sie sich aus 18mm MPX Platte nach.
Eigentlich kann man bei der Konstruktion des 280ers auch gleich alles in ein 21mm starkes Brett einbauen so wie es bei Rega, Pro-Ject usw. gemacht ist.
Schockabsorberfüße sind in jedem Fall eine gute Idee. Würde ich mal probieren.

Lieben Gruß,
Sebastian
hoppelkopp
Stammgast
#23 erstellt: 11. Jun 2008, 07:40
Hallo Peter,

den TD 146 kenne ich leider nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass eine dickere Bodenplatte bei meinem 280er rein hörmäßig überhaupt nichts bringt. Erst recht keine Spikes, wie in dem genannten Thread empfohlen. Ich will den Spieler ja vom Rackboden entkoppeln und ihn nicht ankoppeln.

Aber weil dickes MDF schwerer ist als die dünne Presspappe, kann eine solche Bodenplatte für einen etwas sichereren Stand des (subchassislosen) 280 sorgen. Feder- oder sehr weiche Gummifüße könnten zusätzlich gegen Trittschall helfen. Das müsste man aber ausprobieren, denn absorbierende Füße können auch kontraproduktiv sein.

Man kann das z.B. bei Mikrofonspinnen beobachten: Eine exakt auf das Gewicht eines (Richt-) Mikrofons abgestimmte Spinne eliminiert Trittschall, eine falsch dimensionierte (härterer oder weicherer Gummi) verlagert Resonanzfrequenzen in den hörbaren Bereich und verschlimmert das Problem noch. Es ist deshalb keine gute Idee, irgendwelche Noname-Spinnen mit unbekannten Daten zu verwenden.

Übrigens ist bei meinem TD 280 die Platte, auf der der Tonarm, der Motor und sämtliche anderen Teile befestigt sind, ebenfalls aus MDF. Dieses Material besitzt eine hohe innere Dämpfung bei gleichzeitig hoher Steifigkeit und wird deshalb auch gern beim Lautsprecherbau benutzt. OSB (schön schwer) und Sperrholz (leichter) in ausreichender Stärke dürften genauso gut funktionieren.

Eine wirklich harte Platte, etwa aus Metall, würde ich hingegen nicht verwenden wollen, auch wenn sie schwerer ist. Wenn du bei beiden Materialien einen Klopftest machst, weißt du auch warum.

Und noch eins muss man ausprobieren: Wenn die neue - hart verschraubte - Bodenplatte nicht den erhofften Effekt hat, kann man mit Schaumgummistreifen experimentieren, die zwischen Bodenplatte und Gehäuse geklebt werden. Im Lautsprecherbau werden selbstklebende Schaumgummistreifen verwendet, um Lautsprecherchassis und Terminals mit dem LS-Gehäuse luftdicht zu verschließen. Eine preiswerte Alternative wären doppelseitige Klebestreifen für Teppichböden.

Eine große Spielwiese, wie man sieht. Aber so lange es (fast) nichts kostet, kann man nicht viel falsch machen. Alles ist ja wieder rückbaubar, wie du schon sagtest.


dobro schrieb:
Auf die Frage, den Boden ggf. zu tauschen, riet er [der Händler] mir davon ab. Bringen würde hörbar ohnehin nur das RDC-Tuning...


Was ist RDC-Tuning (kenne ich nicht)?

Viele Grüße
Jan


[Beitrag von hoppelkopp am 11. Jun 2008, 07:44 bearbeitet]
hoppelkopp
Stammgast
#24 erstellt: 11. Jun 2008, 07:41
Der Hinweis von Sebastian ist bedenkenswert.

Viele Grüße
Jan
dobro
Inventar
#25 erstellt: 11. Jun 2008, 07:56
Hallo Jan,

es gibt von der Fa. Clearaudio zum Thema Tuning für Thorens-Modelle verschiedene Angebote. Z.B. eben auch eine Bodenplatte aus RDC-Material.
http://www.dienadel....ng/Thorens/index.htm

Dies soll wirklich etwas bringen, ist aber modellbezogen und ist nicht gerade billig. Wenn ich nicht irre, liegt so eine Bodenplatte inkl. Zubehör bei ca. 200 €. Du hast mit deinen Anmerkungen natürlich recht. Im analog-forum wurde vor allem für die 16xer und 14x-Modelle gesprochen. Die Welt sieht bei einer anderen Konstruktion, wie bei dem 280er ganz anders aus. Ich wollte vor allem darauf hinweisen, dass das ganze Thema nicht ganz trivial ist und es gab noch einige Links zu weiteren Themen.

@Sebastian.
Ich werde dein Hinweis auf eine Multiplex-Platte mal aufgreifen und schauen, dass ich eine solche Platte im Holzwarenhandel bekomme - ein Versuch wird es wert sein.

Gruß
Peter


[Beitrag von dobro am 11. Jun 2008, 07:58 bearbeitet]
hoppelkopp
Stammgast
#26 erstellt: 11. Jun 2008, 08:00
Hallo Peter,

zu RDC: Das können wir doch genauso gut (und viel billiger), nicht wahr?
Interessant scheinen aber die SinnOxx Absorber DAMPIX-42 - 4er Set für 9,99€ zu sein.

Viele Grüße
Jan


[Beitrag von hoppelkopp am 11. Jun 2008, 08:04 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#27 erstellt: 11. Jun 2008, 08:07
Hallo!

@hoppelkopp

Wenn du dich dazu durchringen köntest den Thorens auf eine Wandhalterung zu stellen könntest du dir diese ganzen Umbauten sparen und dich auf das ursprüngliche Problem (neuer Tonabnehmer) konzentrieren.

Sofern dieses ürsprüngliche Problem nicht vollends uninteressant gegenüber dem Tuning geworden ist hier einige diesbezügliche Tipps: Das schon angesprochene Denon DL-160 eignet sich für Klassische Musik recht gut, -ist aber kein Dynamikwunder-, es ist Tonal recht ausgewogen und hat eine recht gute Auflösung für ein System dieser Preisklasse. Bemerkenswert ist daß das System relativ leicht zu Justieren ist und im allgemeinen sehr Verzerrungsarm abtastet. Die Resonanzfrequenz liegt bei ca. 11Hz in deinem Toinarm und ist somit zwar etwas hoch aber noch im tolerabelen Bereich.

Das ebenfalls angesprochene Grado Prestige Blue ist wegen der eff. bewegten Masse von 15 Gramm weniger für den TP 35 geeignet, Grado selbst empfiehlt für seine Systeme Tonarme bis 14 Grann eff.bewegte Masse.

Das unter anderem angesprochene Ortofon MC1 Turbo ist zwar ein recht gutes System für seinen Preis, würde auch technisch gesehen recht gut zum Tonarm passen, ist aber m.E. für Klassische Musik etwas zu "pfeffrig" im Hochtonbereich abgestimmt.

Klanglich würde das Shure M97xE recht gut passen, allerdings liegt es mit der Resonanzfrequenz mit etwas umter 8 Hz schon in einem Bereich wo sich Subsonische Störungen bemerkbar machen könnten. Es käme auf ein Experiment an , ob du das durchführen willst mußt du selbst wissen, die Wahrscheinlichkeit von Störungen ist gering aber vorhanden und könte sich unter Umständen in einem überzogenen Tieftonbereich äußern.

MFG Günther
hoppelkopp
Stammgast
#28 erstellt: 11. Jun 2008, 09:09
Hallo Günther,

du hast recht. Ich wollte auch schon anmerken, dass es hier eigentlich um ein anderes Thema geht. Aber die Abschweifung war für mich auch nicht ganz uninteressant, deshalb hab' ich's nicht abwürgen wollen.

Die Denons (110, 160) stehen ganz oben auf meiner Wunschliste. Grado Prestige bisher eigentlich auch, aber wenn es nicht gut an den Tonarm passt, muss ich die wohl gedanklich streichen.

Den Spieler an die Wand zu schrauben, ist an sich eine gute Idee. Leider aber nicht bei mir im dritten Altbau-Stock an einer arg verbeulten Kopfsteinpflasterstraße. Das schlimmste ist, dass da auch noch oft unbeladene Lkw durchfahren (die hoppeln so schön), obwohl es zwei Parallelstraßen gibt, eine betoniert und eine asphaltiert. Von der gegenüberliegenden Gartenkneipe und der Motorradwerkstatt daneben will ich gar nicht reden... Bitte bedauert mich!

Vielleicht sollten wir den Umbau-Teil dieses Threads (von Tuning möchte ich nicht so gern sprechen - klingt mir zu esoterisch) in einen anderen Forenbereich verschieben. Ist aber eigentlich auch schon alles gesagt. Hier soll es in der Tat um den Ersatz meines in die Jahre gekommenen OMB-10 gehen.

In diesem Sinne danke für alle bisherigen Vorschläge!

Viele Grüße
Jan
Hörbert
Moderator
#29 erstellt: 12. Jun 2008, 08:03
Hallo!

@hoppelkopp

Ich bedaure dich in der Tat sehr, Altbauten mit bröseligen Wänden und schwingenden Holzfußböden sind der Albtraum jedes Schallplattenhörers. Da kapitulieren selbst Subchassislaufwerke in Extremfällen. Ein guter Bekannter von mir wuße sich allerdings mit einer an der Wand verschraubten und verdübelten Echtholztafel an der er dann die Wandhalterung befestigte zu helfen.

Von den beiden Denons (DL-110, DL-160) ist auf jeden Fall bei Klassischer Musik das DL-160 vorzuziehen.
Das DL-110 ist etwas zu ruppig. Leider gibt es bezüglich Klassischer Musik in deinem Preisrahmen und mit dem TP-35 keine große Auswahl, leider hat Ortofon seit Mitte des letzten Jahres seine Produktpalette stark eingeschränkt. Leider kommt ja auch das für Klassische Musik recht gut geeignete Goldring Eroica LX H für dich nicht in Frage da es mit einem Preis von ca. 240€ weit übersteigt.

MFG Günther
Soulific
Stammgast
#30 erstellt: 12. Jun 2008, 10:42
Hallo Jan und Günther,

das Grado funktioniert am Arm des TD-280 sehr gut. Bei Meinem Cousin läuft das Grado Prestige Gold schon seit Jahren. Sogar am TP-90 funktioniert so ein Grado noch ganz hervorragend. Die Paarung TD-2001 und Grado Platinum steht und dreht bei meinem Vater schon seit Mitte der Neunziger. Man braucht hier also erprobter Maßen keine Angst zu haben.
Günters Ausführungen zum Unterschied zwischen DL-110 und DL-160 kann ich nur zustimmen. Auch mir fällt für deine Problematik keine weitere Empfehlung mehr ein.

Lieben Gruß,
Sebastian
hoppelkopp
Stammgast
#31 erstellt: 12. Jun 2008, 10:56
Hallo Sebastian,

dass das Grado passt, ist eine prima Nachricht, vielen Dank!
Dann kann ich wirklich klein anfangen und später aufrüsten.

Das mit dem Wandanbau muss ich mir mal durch den Kopf gehen lassen. Es wird sich bestimmt eine funktionierende Lösung finden lassen.

Was haltet ihr einer zurechtgeschnittenen Waschmaschinenunterlage zum Entkoppeln des Spielers vom Untergrund?

(Es soll jetzt aber nicht wieder zum "Tuning"-Thread werden, wie Günther schon bemängelte.)

Viele Grüße
Jan
Soulific
Stammgast
#32 erstellt: 12. Jun 2008, 12:07
Hallo,

der Untergrund auf dem der Plattenspieler sollte stabil und eben sein. Die Unterlage für eine Waschmaschine ist da nicht die optimale Lösung. Eine Lösung könnte sein sich eine Geräte Basis zu kaufen oder zu bauen, die vom Untergrund entkoppelt ist. Für den Anfang reicht ein passendes MPX Brett mit drei höhenverstellbaren Spikes. Das Brett bringst du dann in Waage und stellst den TD-280 mit Absorbern oben drauf. Das sollte schon etwas bringen so lange du nicht gerade zur Musik tanzt oder wieder Brummis übers Pflaster donnern.
Ein Plattenspieler sollte übrigens nicht zwischen den Lautsprechern stehen und auch nicht in einer Zimmerecke, damit er nicht vom Luftschall unnötig animiert wird. Ausserdem sollte er nicht mit Lautsprechern oder anderen Geräten, die Schwingungen verursachen, wie etwa PCs oder Endstufen mit Lüftern, auf einer Oberfläche stehen.

Lieben Gruß,
Sebastian
Hörbert
Moderator
#33 erstellt: 12. Jun 2008, 15:39
Hallo!

@hoppelkopp

Sorry, aber ich denke mal mit "klein Anfangen" bei den Grados wird das nix, die keineren Nadeln der Prestige-Systeme ( black bis red) sind für Klassische Musik leider eher ungeeignet. Das silver hingegen kann ich bedenkenlos empfehlen, der Preisunterschied zum DL-160 beträgt nur etwa zehn-zwölf Euro. Allerdings befindest du dich bei dem Grado am unteren Rand der Skala von knapp 8 Hz beim TP-35.

Was diverse Maßnahmen zur Entkopplung eines Plattenspielers zum Untergrund betrifft so bin ich recht skeptisch, gegen einen schwingenden Dielenboden und ahnliche Effekte ist bis auf eine Wandhalterung m.E. alles recht wirkungslos.

MFG Günther
Soulific
Stammgast
#34 erstellt: 12. Jun 2008, 19:22
Hallo Jan und Hörbert,

Das Grado funktioniert am TP-35 wirklich gut. Ganz egal was sich da errechnet. Es gibt auch immerwieder Tonabnehmer die rein rechnerisch an einen Arm passen aber in der Realität dann doch nicht harmonieren. Das hört man dann im Vergleich. So wird das Denon DL-103 gerne für den Arm des Technics 1210 empfohlen. Wer das Denon an anderen Armen gehört hat weiss was es kann und diese Fähigkeiten stellt es am Technics nicht da. Das Denon DL-160 ist ein sehr guter Tonabnehmer und ich würde nicht behaupten wollen es wäre schlechter als ein Grado Prestige Red. Das Red spielt anders und wer nicht viel Wert auf die Wiedergabe von Stimmen legt ist mit dem Denon besser beraten. Ich persönlich bevorzuge das Grado gerade wegen der tollen Fähigkeiten in diesem Bereich und wegen der feinen Auflösung von Schallereignissen und der reichen Palette an Klangfarben. Bei rein instrumentaler Musik mag das Denon in den unteren Lagen gewiss noch eine Spur mehr Details darstellen und ein paar Töne tiefer reichen. Ob das am TD-280 und vor allem bei der Aufstellung gelingt ist fraglich. Die Tieffrequenten Schwingungen des Bodens könnten da einen Strich durch die Rechnung machen. Mit dem Denon holt man sich bestimmt kein schlechtes System ins Haus und man kann damit wie schon früher gesagt sehr lange entspannt Musik hören. Wenn der Schwerpunkt auf instrumentaler Klassik liegt ist es wohl einen Tick besser geeignet als das Red. Nur upgraden und Nadelwechseln geht beim Denon leider nicht.

Nochmal zum Raum, den Reflexionen und der Entkopplung. Ein Teppich auf den Dielenboden ist wegen der Schallreflexionen unerlässlich und beruhigt die Bretter schon mal ein bisschen. Nun schwingt ja auch nicht jeder Boden gleich stark. Es ist ausserdem ratsam die Lautsprecher Achse parallel zu den Dielen verlaufen zu lassen, damit nicht gleich der ganze Boden schwingt. Man kann auch mal probieren, ob man mit kompakteren Lautsprechern auf Ständern hören mag. Die regen den Boden weniger an als große Standlautsprecher.
Ich kenne die Problem mit Altbauten aus eigener Erfahrung sehr gut. Die optimale Lösung ist natürlich ein Wandregal. Nur so lässt sich der Trittschall bzw. die Schallübertragung über den Boden gescheit eliminieren. Es gibt bei mir noch einen Platz für Zweitspieler und der befindet sich auf einem Sideboard. Ich benutze die alte Perfect Sound - The Rest. Ein hier aufgestellter Plattenspieler bekommt bei Zimmerlautstärke keine Rückkopplungsprobleme. Ich sitze für gewöhnlich beim Musikhören.
Beschallen tue ich das Zimmer mit kompakten 2-Wege Monitoren auf leichten aber sehr stabilen Ständern von Epos. Bassgewitter kommen da nicht raus. Die würden mir aber auch wieder den Boden zu sehr schaukeln. Man kann sich an qualitativ hochwertige Kompaktmonitore sehr gut gewöhnen. Man sollte als Altbau-Bewohner ruhig mal drüber nachdenken und ein wenig Probehören wenn möglich.

Lieben Gruß,
Sebastian
Hörbert
Moderator
#35 erstellt: 13. Jun 2008, 07:48
Hallo!

@Soulific

Nun, ich mag Grado-Systeme, selbst besitze ich z.Z. ein Prestige silver und würde mir auch ein größeres Grado zulegen wenn das fürchtbare "Griffelspitzerdesigen" der Holzkorpusse mich nicht zu sehr abschrecken würde. Ich höre vorwiegend Klassik und Jazz, die Nadel des red ist mir im Bereich der klassischen Musik etwas zu unpräzise und Sopranstimmen verschmieren etwas zu sehr für meinen Geschmack. Für Jazz allerdings ist die Nadel durchaus geeignet. Beim silver allerdings stört mich in diesem Bereich allerdings nicht und ich finde es neben dem DL-160 als eines der besten Systeme für klassische Musik in Prewissegment bis 200 Euro. Leider kostet die Nadel des silvers nicht wesentlich weniger als das gesamte System, warum also -wenn Grado-, nicht gleich ein silver?

Altbauten sind für Schallplattenhörer oftmals ein wahrer Alptraum, In einigen Fällen habe ich schon erlebt daß die Nadel sich aus der Rille verabschiedete nur weil jemand vom Plattenspieler zum Hörplatz zurückging, der schlimmst vorstellbare Fall sind da wohl historische Fachwerksbauten, da bewegen sich sogar die Zwischenwände teilweise mit. Wie schlimm es im Einzelfall genau ist unterliegt natürlich starken Schwankungen und ich habe auch schon Altbauten erlebt in denen es keinerlei Probleme gab, allerdings sind diese in der Erinnerung natürlich viel weniger present da man ja bekanntlich dazu neigt Problemloses Funktionieren einfach als gegeben hinzunehmen.

Ich bin nunmal kein ausgeprochener Freund von kleinen Lautsprechern, mir geht persönlich dabei zu viel verloren, gerade bei Klassischer Musik spielt der Tieftonbereich eine sehr große Rolle, Instrumente wie das Kontrafagott haben im Tiefton Einsatzfrequenzen von 16-20 Hz desgleichen Kontrabässe Baßtuba und Kaiserhorn.

MFG Günther
Ludger
Inventar
#36 erstellt: 13. Jun 2008, 09:44
Hallo Jan,
ich kann dir ebenfalls das Grado Silver empfehlen, ein wirklich gutes, elegant klingendes System, was zudem kapazitätsunempfindlich ist (Moving Iron), ein häufig unterschätztes Problem. Ich würde es auch dem Denon DL 160 vorziehen. Und die Möglichkeit des Nadeltausches ist ein weiterer Vorteil.
Bei mir lief es u.a. im TP 11 mit 16,5 Gramm völlig unproblematisch.
Gruß
Ludger
hoppelkopp
Stammgast
#37 erstellt: 13. Jun 2008, 19:29
Hallo liebe Freunde,

ich habe heute ein neues System gekauft. Es ist ein - bitte festhalten! - Audio Technica AT95.

Jetzt schlagt mich bitte nicht gleich, beschimpft mich nicht als "beratungsresistenten Ignoranten" oder sagt "Was soll dann die ganze Fragerei?", sondern lasst Euch erzählen, wie es dazu kam.

Vergangenen Freitag habe ich von einem Freund zum Geburtstag einen 25 €-Gutschein von Saturn geschenkt bekommen. Heute war ich wieder mal in Berlin (bin Gasthörer beim Tonmeisterstudium an der UdK) und schaute beim Saturn im Europacenter vorbei, um für den Gutschein vielleicht ein paar Rohlinge oder sowas zu kaufen.
Wo ich aber schon mal da war, dachte ich mir: Guckste mal in die Audioabteilung, was die da so haben. Aha: Pro-Jects und Acryl-Thorense. Na immerhin.
Ein freundlicher türkischer Verkäufer fragte mich, was ich den suchte. Ohne große Hoffnung, dass der je schon mal was von Grado gehört haben könnte, berichtete ich ihm von meinem Wunsch-System. "Leider", kam die spontane Antwort, "haben wir gerade kein Grado da" (mh hm? - kennt der also doch?), "aber wir haben vor kurzem einem Kunden einen etwas teureren Pro-Ject verkauft, für das er statt des originalen Systems ein Denon DL-103 haben wollte. Ich kenne mich in dieser Abteilung nicht wirklich aus, aber mein Kollege beginnt gleich seine Schicht, und der kann Ihnen genaueres erzählen."

Schon mal gar kein so schlechter Anfang. Wenige Minuten später kam der nette Verkäufer mit einem Kollegen (Typ grauhaariger 68er mit Pferdeschwanz) zurück, der schon meinen Wunsch kannte, die Bezeichnung meines Drehers abfragte und ob MM- oder MC-Eingang, und dann nach kurzem Nicken sofort nach dem abmontierten System zu suchen begann. Als er es fand, stand keine Bezeichnung drauf. Also ab ins Internet und auf der Audio Technica-Seite blitzschnell das gesuchte System gefunden. "Ein AT95EBL", notierte er und kopierte die Bezeichnung in die Zwischenablage. "Leider steht hier aber keine Angabe über die Nadelnachgiebigkeit." Also weitergesurft (dienadel.de - nichts, phonophono.de "Kreuzberg - ja, kenn' ich, den Laden") und: "Ahh - 15, sollte passen. Steht hier für 34,80, ich geb's Ihnen für 30, in Ordnung? Ist ja nagelneu und unbespielt." Ich erzählte ihm dann von dem 25 €-Gutschein. "Augenblick", und schwups, war er weg. Wohl zum Abteilungsleiter, denn als er wieder kam, strahlte er mich an: "Ok! Hab' jetzt auch eine Nummer, unter der ich Ihnen das verkaufen kann, denn wir haben das nicht im System."
Der Mann druckte mir noch - unaufgefordert, denn so schnell wie das alles ging, kam ich gar nicht zum Fragen - die Daten des AT95 von der Audio Technica-Seite aus und zusätzlich noch die originale Bedienungsanleitung inclusive individuellem Frequenzgangschrieb von dem Denon DL-103R in die Hand, das an den verkauften Pro-Ject montiert worden war ("Kann man immer mal gebrauchen, nicht wahr?") und schüttelte mir zum Abschied freundlich lächelnd die Hand.

So kam das also mit dem AT95. Ich bin echt erstaunt über die Freundlichkeit und Kompetenz dieser Saturn-Mitarbeiter. Man hört sonst eher anderes.


Wenn ich das richtig sehe, habe ich das System gar nicht gekauft, sondern mein Freund hat es mir praktisch zum Geburtstag geschenkt. Ist sicher kein System, das man für immer und ewig haben möchte - es klingt so, wie das griftgrüne Design vermuten lässt: ziemlich aggressiv in den Höhen und untenrum nicht so füllig, wie ich das gern hätte. Aber es spielt fürs erste tausendmal besser als gar kein System, oder was meint Ihr?
Und außerdem: Einem geschenkten Gaul...
Es einzubauen, war im Übrigen recht unproblematisch, obwohl ich das zum ersten Mal gemacht habe. Die Bedienungsanleitung des Thorens ist da sehr ausführlich und das Zubehör vollständig. Mit 2,5g Auflagekraft habe ich die obere Grenze gewählt und außerdem eine Filzmatte auf den Plattenteller gelegt, sonst klingt es noch spitzer.

Eben lief übrigens gerade "Der blaue Planet" (Karat) von einer Stereophonie-Testschallplatte. Ach war'n das Zeiten... Die B-Seite der Platte - die mit den Tests - ist übrigens schon stark abgenutzt. Jetzt läuft Miles Davis, und danach kommen die "Klassiker".

Ich melde mich jetzt also ab und höre erst mal wieder Musik - von Schallplatte! (Wie hab' ich dieses Knistern vermisst!)
Und morgen baue ich dem Thorens einen neuen Boden. Und vielleicht ein Wandregal. Na mal sehen.


Eure vielen Gedanken und Vorschläge waren nicht umsonst: Das Grado Prestige Silver und das Denon DL-160 stehen weiter auf meiner Wunschliste. Ist ja bald Weihnachten!


Vielen Dank für Eure freundliche Hilfe!

Herzliche Grüße
Jan




Achso: Wer das Denon DL103R mit der Seriennummer 9535 besitzt, möge sich bei mir melden - ich "little brother" hab' seine Daten!
dobro
Inventar
#38 erstellt: 13. Jun 2008, 20:03
Hallo Jan,

ich hatte das AT95 auch eine gewisse Zeit unter meinem alten TD 160 als Zweitsystem - ich hatte 2 Tonarmrohre. Nun, es gibt bessere Systeme aber so verkehrt ist es nicht, schon gar nicht für das Geld. Allerdings sind 2,5 g - zumindest an meinem TP16 war das so - deutlich zu hoch. 1,5 - 1,75g sollten da reichen. Probiere es einfach mal aus.

Gruß
Peter
HausMaus
Inventar
#39 erstellt: 13. Jun 2008, 20:04
...das is ja ne spanende Geschichte ,viel spass ...

...beim musik hören!

ps: habe mir heute 310 lp´s aus dem a&v gekauft ,es ist alles
dabei wie z.b. smokie abba u.s.w. meist alles von amiga
dobro
Inventar
#40 erstellt: 13. Jun 2008, 20:09
Hallo HausMaus,

...hoffentlich hast du eine Plattenwaschmaschine. 310? das ist schon was.

Viel Spaß damit und hoffentlich ist die Qualität gut ...

Gruß
Peter
HausMaus
Inventar
#41 erstellt: 13. Jun 2008, 20:25
hallo peter

...habe aber vorher von mama noch 80 klassik lp`s bekommen die sind top
...eine Plattenwaschmaschine habe ich leider nicht ,manche platten sehen aus echt,die qualli teils teils
...ich überlege mir schon ob ich nicht plastikhüllen und einstecker kaufe damit das alles besser aussieht ?
...mus mal schaun was der preis dazu sagt ?

was hörst du so alles ?
ronmann
Inventar
#42 erstellt: 13. Jun 2008, 20:36
Wie wäre es mit einem netten Goldring?
http://cgi.ebay.de/G...p1638Q2em118Q2el1247


[Beitrag von ronmann am 13. Jun 2008, 20:42 bearbeitet]
hoppelkopp
Stammgast
#43 erstellt: 13. Jun 2008, 22:57

dobro schrieb:
Allerdings sind 2,5 g - zumindest an meinem TP16 war das so - deutlich zu hoch. 1,5 - 1,75g sollten da reichen. Probiere es einfach mal aus.


Hallo Peter,

habe es mit 1,5g probiert - zum Glück an einer nicht so wichtigen Schallplatte (Gluck, "Orfeo ed Euridice" - bin ja nicht so der Opernliebhaber). Und bin sofort wieder auf 2,5g gegangen, weil die Nadel beim nächsten Tutti wegrutschte. Das ist allerdings kein gemessenes Gewicht (habe keine Tonarmwaage), sondern die 2,5g-Einstellung am Tonarmgegengewicht. Keine Ahnung, ob das übereinstimmt.

Jetzt wird weiter gehört...

Viele Grüße
Jan
hoppelkopp
Stammgast
#44 erstellt: 14. Jun 2008, 00:14

ronmann schrieb:
Wie wäre es mit einem netten Goldring?
http://cgi.ebay.de/G...p1638Q2em118Q2el1247


Hmm, ein ganz neuer Vorschlag. Bist du der Verkäufer und ist der Link Werbung?

Falls nicht: Nicht sauer sein. Wie nett ist denn dieses Goldring? Erzähle mal was darüber! Funktioniert es am TP 35? Mit 125,- € ist es ja schon am oberen Ende dessen, was ich mir so vorgestellt hatte.

Gluck ist übrigens gerade aus. Gesamtaufnahme! Habe ich wohl zum ersten Mal komplett durchgehört (4 LP-Seiten). Jetzt läuft Händels Wassermusik, eine meiner wichtigsten Schallplatten (Archiv-Produktion). Die habe ich auch als CD, hat weniger Knackser.

Viele Grüße
Jan
hoppelkopp
Stammgast
#45 erstellt: 14. Jun 2008, 01:39
Hallo,

Wassermusik ist aus, Ohren sind's jetzt auch. Morgen arbeite ich mich hoch von Bach über Schubert und Schumann vielleicht bis Mendelssohn? Nee, dem widme ich einen extra Tag, ist mein Lieblingskomponist. Beethoven braucht wohl auch länger. Und dann noch die Bodenplatte bauen...

Vermisst habe ich heute Händels "Xerxes".
HausMaus schrieb:
...habe von mama noch 80 klassik lp`s bekommen die sind top
Ist diese Oper vielleicht dabei, womöglich noch mit Jochen Kowalski als Altus? Den höre ich immer wieder gerne, und das nicht nur weil er aus Wachow stammt, einem Dorf bei mir um die Ecke.

Derweil gute Nacht!

Jan
ronmann
Inventar
#46 erstellt: 14. Jun 2008, 05:35
Nee bin nicht der Verkäufer, habe aber immer vom Goldring Eroica (MC) geträumt. Auch andere Goldrings wurden immer gut getestet. Details? Keine Ahnung.
dobro
Inventar
#47 erstellt: 14. Jun 2008, 17:54
Hallo Jan,

du solltest aber wissen, mit welchem Gewicht die Nadel auf der Platte liegt. Ansonsten kannst du das Antiskating nicht richtig einstellen und das schadet nicht nur dem Klang.

Zum Vorgehen. Du musst zunächst den Tonarm ausbalancieren, dann stellst du die Skala am Gegengewicht auf 0 - vorsichtig, damit du das Gegengewicht nicht verstellst. Ist der Tonarm noch in der Waage, dann stellst du das gewünschte Gewicht ein, dazu hälst du die Skala fest und verstellst das Gegengewicht. Nach den Einstellungen des Gewichts nimmst du die Einstellung des Antiskatings vor. Wähle zunächst den gleichen Wert, wie das Auflagegewicht. Klingt es an keiner Stelle verzerrt, dann ist alles o.k. verzerrt irgend etwas, verstellst du das Antiskating im Wert nach oben oden unten und probierst die kritischen Stellen auf der Schallplatte aus.

Gruß
Peter
HausMaus
Inventar
#48 erstellt: 14. Jun 2008, 18:28
hallo Peter

was macht dein tuning ?
dobro
Inventar
#49 erstellt: 14. Jun 2008, 18:39
Hallo HausMaus,

ich habe im analog-forum einen Tipp bekommen. Am sinnvollsten schein wohl ein Birkenmultiplex in der Stärke 14 mm zu sein. Ich hoffe allerdings noch auf einen weiteren Hinweis, den ich auf der Homepage desjenigen, der mit die Platte empfohlen hatte, nicht finden konnte. Es geht noch um die Spikes und um eine Fräsung, die irgendwo gemacht werden sollte. Das hat mir damals bereits ein Händler gesagt, dass es auf keinen Fall damit getan ist, sich nur eine dickere, steifere Platte zuzulegen, sie muss an bestimmten Stellen auch "Löcher" haben?!

Ein Tipp noch zur Plattenwaschung. Ich habe mir bei Conrad Knosti gekauft, die Originalreinigungsflüssigkeit nach dem Verbrauch durch Schlecker-Fensterreiniger (farblos für 0,99 €) + destilliertes Wasser ersetzt (50:50 + einen Tropfen Klarspüler für die Spülmaschine). Funktioniert ähnlich gut (war auch ein Tipp aus dem analog-forum). Das macht zwar nicht wenig arbeit, lohnt sich aber enorm. Du benöigtst nach der Reinigung sinnvollerweise aber auch neue Taschen. Aber das überlegst du ja gerade sowieso.

Gruß
Peter
HausMaus
Inventar
#50 erstellt: 14. Jun 2008, 18:53
hallo peter

danke für deinen tip mit der waschmaschine ,habe mich da für eine baby harbürste aus echt ziege entschieden ,habe da etwas experimentiert und festgestelt das das knaksen und knistern weniger (platte defekt) oder weg (platte gans) ,die sehen ja teilweise schlim aus ,es giebt aber auch fast neue dabei meist opern und eine polnische mit abba auf englisch ....
....höre erst mal alle an un entscheide dann was in den müll geht ....

...überzüge aus fester folie hab ich heute im techno plattenladen bekommen (sehen sehr gut aus) 100st für 17,50.-
und hab auch gleich die einstecker bestellt,sind etwas teurer

zu deinem problem fällt mir leider nichs ein ! ist aber interesant zu sehen wie das bei dir weitergeht !

grüsse
ronmann
Inventar
#51 erstellt: 14. Jun 2008, 19:55
http://search.ebay.d...=10614%26catref%3DC6


Zum Vorgehen. Du musst zunächst den Tonarm ausbalancieren, dann stellst du die Skala am Gegengewicht auf 0 - vorsichtig, damit du das Gegengewicht nicht verstellst. Ist der Tonarm noch in der Waage, dann stellst du das gewünschte Gewicht ein, dazu hälst du die Skala fest und verstellst das Gegengewicht.

Ach quatsch, bei ebay(s.o.) ne Tonarmwaage für unter 10€ kaufen und fertig. Die sind ausreichend genau, deutlich genauer als diese komische Skala am Tonarm. Ein Shure mit noch größerer Genauigkeit ist wiederum unnötig, es sein denn man mag´s ganz perfekt.
Übrigens ne Multiplexplatte ist für den TD 280 völlig ausreichend. Bevor ich da ne RDC-Platte kaufen würde, dann doch lieber das Gerät gegen ein TD160, 165, 166, 146, 316, 320 ... ersetzen. Der Preisunterschied ist minimal, der Fortschritt aber größer.
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