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Tonabnehmer für Pioneer PL-514

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hificello
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 16. Mrz 2009, 19:43
Hallo,
Ich bin neuer Besitzer einer Pioneer PL-514. Ich höre Hauptsächlich Klassische Musik, viel Kammermusik, Streicher, besonders wo Geige, Cello und Klavier dabei sind. Sinfonische Werke meistens Konzerte (vln, vc, kl). ca. 200 Platten aus den späten 60er bis mitte 80er. Dann CDs aber nicht so viele.

Mein System ist folgend aufgebaut: TA: Audio Technica AT91 (od. vorgänger???) mit neuer Nadel 3652 E (Elliptische Nachbau vom Tonnadelparadies in München), VV: TC-750, AV Receiver: Yamaha SX-V459, LS: Heco Victa 300.

Dass die höhen etwas gedämpft sind stört mich meistens nicht, aber, bei mancher Aufnahmen merke ich Verzerrungen bei forte Passagen. Nicht unbedignt laute Tuttis, aber oft die Geige auf die höheren Saiten. Momentan wäre eine Moving Coil TA für mich zu teuer mit Übertrager usw... Die beiden Denons (DL-110 und DL-160) sind auch über mein Budget. Soll ich lieber etwas sparen, oder gibt es eine gute Alternativ zur (recht alten) AT-91 im bereich von 50 bis 100 Euro?

Brauche ich ein TA mit ganz wenig Hochtonverzerrungen? Bis jetzt habe ich hier in Forum ausser Denon, Nagaoka (viele), Ortofon (2M Red), Shure (M97) und Grado (Blue) entdeckt. Welche wäre für mich emfehlenswert? Wird der Pioneer und Preamp solche TAs gerecht?

Ich habe die PL-514 mit Neutrik stecker ümgerüstet. Neuer Kabel löten könnte ich auch wenn es helfen sollte, nur da ist so ein komischer Stecker an der Tonarmplatine.

vielen Dank,

Peter
Bärlina
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 16. Mrz 2009, 21:21
Du brauchst wegen dem relativ schweren Tonarm ein System mit durchschnittlichem Gewicht und niedriger Nadelnachgiebigkeit < = 20 mm/N .

MfG,
Erik
hificello
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 17. Mrz 2009, 08:57
Ich kenne nur den AT 91 mit neuer Nadel. Der soll auch 20 mm/N Compliance haben. Wäre was neues besser für mich? Zum Beispiel (alle haben 20 mm/N oder weniger):
Nagaoka 321 BE 36 Euro, AT 110 50 Euro, Nagaoka MP 100 54 Euro, MP 11 55 Euro, AT 120 E 70 Euro, Ortofon 2M Red 70 Euro, Shure M97xe 80 Euro.
Ich habe hier gelesen, dass der 321 BE das Beste unter 100 Euro ist. Ist er besser als Goldring 2100 und Grado Prestige Blue? Die liegen um die 100 Euro was meine Obergrenze wäre.

Peter
Bepone
Inventar
#4 erstellt: 17. Mrz 2009, 09:33
Hallo Peter,

wenn du dein Budget noch ein klein wenig aufstockst, wäre ein schon von dir genanntes Denon DL-160 drin. In ebay ab 117€ plus Versand zu haben.

Es würde sich für deinen Musikgeschmack hervorragend eignen und tastet recht sauber ab.
Es hat eine recht niedrige Compliance, eignet sich also auch für schwerere Tonarme. Der Nadelschliff ist elliptisch, außerdem hat das DL-160 einen konischen Nadelträger.
Das DL-160 ist ein High-Output-MC, also ein MC-System mit hoher Ausgangsspannung, am MM-Phonoeingang zu betreiben.


Es gibt noch einen "kleinen Bruder", das DL-110. Es ist etwas einfacher aufgebaut und kostet ein paar Euro weniger (manchmal schon ab 80€ zu haben).
Es soll ganz ähnlich klingen, ich habe es aber noch nicht gehört.


Gruß
Benjamin
hificello
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 17. Mrz 2009, 10:47
Danke für die Antworten.

Ich hab noch eine Frage zu den HOMCs von Denon mit mein PL-514. Bei leise Passagen ist der Motor vom Plattenspieler schon wahrnehmbar. Ich habe im Forum gelesen, dass die Denons leiser als MMs sind. Wird das Rauschen/Rumpeln mit ein MC Tonabnehmer schlimmer als mit mein AT91 oder andere MMs, oder bleibt die S/N Verhältniss gleich bei den verschiedenen Tonabnehmern?

mfG,

Peter
Hörbert
Moderator
#6 erstellt: 17. Mrz 2009, 11:07
Hallo!

@hificello

Normalerweise sollte das Laufgeräusch des Motors eigentlich nicht zu hören sein. Ebensowenig wie vernehmliches Rumplen daß vom Plattenspieler selbst herrührt.

Ich nehme mal an daß sowohl die Motorlager wie auch das Tellerlager trocken laufen. Einige Tropfen Öl (z.B. 10 W 40 Motorenöl) wirken da wahre Wunder.

Ebenso wäre wohl ein Riementausch notwendig. Dabei kannst du gleich Riemenlauffläche des Plattentellers und Antriebspulley säubern. Dann dürfte jedes merkliche, -vom Plattenspieler selbst verursachte Rumplen-, verschwunden sein.

Allerdings solltest du in der Tat das AT-91 schleunigst austauschen. M.E. ist das System zur Wiedergabe Klassischer Musik ziemlich ungeeignet. Das schon genannte DL-160 hingegen erfüllt diese Anforderungen in seiner Preisklasse schon recht gut.

MFG Günther
hificello
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 17. Mrz 2009, 11:34
Hallo,

@Hörbert
Riemen ist neu. Ich habe vor ein paar Wochen 2-3 Tropfen Nähmaschine Öl im Motorloch (da steht "OIL") reingetan. Das geräusch ist nicht ganz schlimm, aber schon beim nicht drehenden Teller zu hören. Ich habe mal probeweise aufgedreht ohne Riemen mit aufgelegten Nadel. Stecker aus (dh. Motor aus) kein Geräusch. Wenn die Nadel nicht aufliegt gibts kein Geräusch, dh. es kommt vom laufenden Plattenspieler Motor aber nicht von Riemen oder Teller.

Seitdem merke ich bei ganz leise Passagen oder zwischen den Stücken ein ganz leise Ton zwischen Fis und Gis (100Hz?). Die Antriebsflächen sind blank. Kann Mann die Motor von der Zarge besser isolieren? Und soll ich noch mehr (dickflüssiger) Öl im Loch rein tropfen?

Danke,

Peter


[Beitrag von hificello am 17. Mrz 2009, 12:09 bearbeitet]
Bärlina
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 17. Mrz 2009, 18:06
Bitte nicht vergessen, daß ab einem bestimmten Punkt die qualitative Relation zwischen Plattenspieler und Tonabnehmer nicht mehr stimmen dürfte.

Ich halte es für "hmpf-naja" bis , einen PL-514 mit einem 120-Euro Tonabnehmer bestücken zu wollen.

Aber das muß jeder selbst entscheiden.

MfG,
Erik
hificello
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 17. Mrz 2009, 18:26
@Bärlina

Ich glaube, dass du recht hast. Eigentlich ist mein Tonabnehmerbudget für den PS angemessen, oder?

Wie wäre es mit einem Tonabnehmer unter 100 Euro von der Liste in Post #3?

Peter
Hörbert
Moderator
#10 erstellt: 17. Mrz 2009, 19:31
Hallo!

Bei zwei bis drei Tropfen Öl wird wohl das untere Motorlager immer noch trocken laufen. Selbst einen oft gelaufenen PL-12D vom Anfang der 70ger bekommt man lautlos, das sollte mit einem PL-514 ebenso funktionieren.

Leider ist Schallplattenhören -wenn man nicht gerade die allerniedrigsten Ansprüche an die Klangqualität stellt-, nicht gerade das Billigste denkbare Hobby. Gerade Klassische Musik, -zumal Kammermusik-, verlang m.E. nach einem Abtaster der zumindestens Tonal nicht allzu unausgewogen ist und ein wenig mehr als das Minimum an Auflösung bietet.

Inwieweit dir allerdings Qualität wichtig ist kann ich natürlich aus der Ferne nicht beurteilen, eventuell reicht dir ja die Qualität des vorhandenen Abtasters aus, in diesem Falle würde ich an deiner Stelle erst einmal die Justage und Auflagekraft-/Antiskatingeinstellung des Tonabnehmers überprüfen. Möglicherweise kommst du so zu einer kostenlosen Verbesserung.

MFG Günther
silberfux
Inventar
#11 erstellt: 17. Mrz 2009, 22:05
Hallo Günther,

Du hast gesagt, was mal gesagt werden musste: Vinyl hören in anspruchsvoller Qualität ist kein billiges Hobby. Geräte, Tonabnehmer, Vorverstärker, Plattenwaschen usw. usw. Das sollte wirklich jeder wissen, bevor er einsteigt. Genau so sollte aber jeder wissen, dass die Investitionen sich lohnen, indem man über das Plattenhören eine auf CD nicht annähernd gekannte Dimension von Musik kennenlernt.

Gruß von Silberfux
Bärlina
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 17. Mrz 2009, 22:14
Nabend, Peter !

Die Nagaoka's kenne ich alle nicht. Die Bauhöhe des Ortofon 2M Red könnte problematisch werden, weil evtl. der Tonarm später nicht mehr parallel zur Plattenoberfläche läuft.

Das Shure gefällt mir persönlich nicht.

Evtl. als Kompromiß das AT120E

MfG,
Erik
hificello
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 18. Mrz 2009, 00:30
@Günther
Danke für die Muhe aus der Ferne. Ich habe alles auseinandergebaut und noch einige Tropfen Öl ins Loch und am Tellerlager. Motor ist definitiv nicht trocken. Das sehr leise Brummen durch voll aufgedrehten Yamaha und Kopfhörer ist aber noch da. Ich nehme an, dass der PL-514 konstruktionsbedingte Motorvibrationen an die Nadel gibt wie die hier im Forum diskutierten und viel teueren Pro-jects.
http://www.hifi-forum.de/viewthread-26-7763.html http://www.hifi-forum.de/viewthread-26-6999.html
Vielleicht waren die Trampolin-Pl-12Ds besser in der hinsicht. Wenn es kein Heilmittel dafür gibt (sprich Motor isolieren), könnte ich eventuell in der Zukunft ein andere Dreher kaufen und bis dann damit leben. Vielleicht bringt der neuer Tonabnehmer besserung. Wie gesagt, das Brummen ist ausser bei ganz leise Passagen oder Pausen eigentlich nicht zu hören.

Kannst du was zu Nagaoka sagen? Ab welchen Modell sind sie Konkurrenzfähig zur Denon? Ich habe ein MP-15 für 129 Euro gesehen.(Nadelkiste, Berlin)

@Erik

Der PL-514 hat kein VTA und läuft zZt. mit AT-91 leicht "Tails up". Wäre ein bessere Tonabnehmer wie DL-160 kritischer von der Justage, dh. wäre der Pioneer noch mehr überfördert? Ich interesiere mich für die Nagaokas wegen der guten Rezensionen und weil die AT-120 zu hell und Shure 97xe zu dunkel sein sollen.

Danke,

Peter
Albus
Inventar
#14 erstellt: 18. Mrz 2009, 09:22
Morgen,

wenn schon ein AT-91 vorn zu hoch steht, Bauhöhe ist ~17,5 mm, dann erst recht ein Ortofon mit typischen 18 mm, von den Nagaokas mit ~19,0 mm nicht erst zu reden. Nachbemerkung: Original war der Tonabnehmer Pioneer PC 135 eingebaut, mit Nadel PN 135, die Bauhöhe wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bei 16 mm liegen.

Die ganze Sache will doch gut überlegt sein, ich meine auch das Verhältnis von Aufwand und potentiellem Ertrag.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 18. Mrz 2009, 09:33 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#15 erstellt: 18. Mrz 2009, 10:47
Hallo!

@hificello

Wenn du Störgeräusche ausschließlich über Kopfhörer-Lautsprecher bei hoher Lautstärke wahrnimmst ist es nicht gesagt daß diese Störungen vom Motor selbst herrühren. Ungünstig verlegte Innenverdrahtung des Pioneers und eventuelle Mangelde Abschirmung der Tonarmmasse, b.z.w. ungünstige Masseführung überhaupt sind weitere Faktoren die man untersuchen müßte. -Allerdings ist das eher eine Aufgabe für den Fachman b.z.w. den Baselerfahrenen Analoguser-.

Ein weiterer Faktor stellt der Entzerrer b.z.w. die gesamte beteiligte Elektronik dar. Bei einer etwas anderen Konfiguration, b.z.w. bei anderem Equipment kann Totenstille herrschen, das wäre eine Frage des Experimentes.

Das einzige Nagaoka das ich selbst gut genug kenne um konkret darüber etwas zu schreiben ist das Nagaoka MM 321 BE (Einbauhöhe 18 Millimeter), für die 40 Euro die das System kostet ist die gebotene Leistung mehr als gut, allerdings würde ich mir damit nicht unbedingt Klassische Musik über einen Längeren Zeitraum anhören, das System vermittelt zwar viel Spaß ist aber nicht unbedingt ein Auflösungsspezialist und klingt eher etwas homogen und rundlich als präzise.

Ansonsten kenne ich noch die Nagaoka MP-10 und PM-11 Systeme, das sind einfache gute Systeme eher für Rock- / Popmusik geeignet als für Klassische Musik. Für ihren Preis recht ordentlich aber eben keine Überflieger.

Die größeren Nakaoka-Systeme wären sicher mal interessant aber ich kenne sie persönlich nicht.

Aber wie ich schon geschrieben habe mußt du, -wenn du ernsthaft Schallplatten hören willst und nicht nur gelegentlich eine Scheibe auflegen willst um Besucher zu beeindrucken-, nit einer gewissen Investitionshöhe einfach leben. Es muß mich gleich ein Laufwerk/Plattenspieler für mehre tausend Euro und ein System in ähnlichen Preisregionen sein, aber einiges an Geld wird es dich trozdem kosten.

Ein einigermaßen gutes, -wohlüberlegt ausgesuchtes- Abtastsystem steht da m.E. ganz am Anfang falls schon ein Plattenspieler und sonstiges Grundequipment vorhanden ist. -An diesem Punkt stehst du -zumindestens aus meiner Perspektive-, gerade-.

MFG Günther

MFG Günther
Bärlina
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 18. Mrz 2009, 20:08
Nabend, Peter !

Mit meinem Hinweis auf die " qualitative Relation " wollte ich relativ diplomatisch zum Ausdruck bringen, daß es manchmal ein Sprung nach vorne ist, ein rundherum besseren Plattenspieler anzuschaffen und mit einem empfehlenswerten System zu bestücken.

Wenn ich Dir jetzt meinen persönlichen " Restwert " für Deinen PL-514 nennen würde, würdest Du mich sicherlich ins Gesicht springen und es würde Protestgeschrei hageln.

Evtl. könnteste einmal Ausschau nach den alten, flachgebauten Ortofon' Ausschau halten.

MfG,
Erik
hificello
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 22. Mrz 2009, 01:00
Guten Abend!,

Zuerst was erfreuliches: Der Motor läuft Perfekt. Die Tonarmkabeln haben unten Kontakt mit der Bodenplatte gehabt. Ich habe für etwas Abstand gesorgt und das Brummen ist ganz weit im Hintergrund getreten. Die Lautstärke muss unerträglich hoch sein, um etwas in den Pausen zu merken. Sonnst finde ich, dass der Plattenspieler seine Sache gut macht. Keine Tonhöheschwankung oder Nebengeräusche. Das System ist schön warm, aber definitiv zu dumpf und körnig um schöne analog Klassikaufnahmen zu hören.

Zum Tonarm: Die Schräglage ist anders rum, also mit "Tails up" meine ich, dass das Gegengewicht höher ist als das Headshell. Noch eine halbe Millimeter bis ein Millimeter mehr TA-Bauhöhe und der Arm wäre genau parallel zur Platte.

Wenn es nichts günstigeres gibt, wurde ich den DL-160 nehmen und kauf als nächstes mehr Vinyl. Wenn es sich später heraustellen sollte, dass der PS das schwächste Glied ist, muss ich ein Ersatz mit passenden Tonarm suchen. Wenn aber danach das Phonoteil seine Schwächen zeigt, könnte ich fast gleich einen passenden Stereo-Vollverstärker suchen. Ich sehe, es könnte teuer werden...

@Erik
Meinst du dass ein DL-160 für den PL-514 definitiv zu viel wäre? Es gibt Leute in andere (enlischsprachige) Foren, die den Pioneer auf die höhe von manche alten Duals schätzen, gerade weil es so einfach gebaut ist. Meinst du ich soll lieber gleich den Debut mit OM5E holen?

MfG,
Peter
hificello
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 26. Mrz 2009, 11:46
Hallo nochmal,

Wenn der 17,5mm hohe AT doch vorne leicht tief steht, wäre der Denon DL-160 eine schlechte Wahl?

mfG,

Peter
Albus
Inventar
#19 erstellt: 26. Mrz 2009, 12:16
Tag,

die Bauhöhe des Denon DL-160 beträgt 18 mm, so auch für das andere stets in Rede stehende DL-110, auch 18 mm Bauhöhe.

Fehlende Bauhöhe kann man häufist auch ausgleichen durch eine Lage Pappe oder Filz oder ... unter die gegebene Tellermatte; hat man keine Distanzplättchen zur Hand, braucht man nicht danach suchen im ganzen Land.

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 26. Mrz 2009, 12:17 bearbeitet]
wp48
Stammgast
#20 erstellt: 29. Mrz 2009, 20:36
Hi,

möchte auch mal ein bisschen Senf - und zwar ganz persönlichen - zu diesem ewig alten bzw. jungen Thema hinzugeben.

Zunächst mal @ Peter. Du schreibst:


... Sonnst finde ich, dass der Plattenspieler seine Sache gut macht. Keine Tonhöheschwankung oder Nebengeräusche. ...


Na, das ist doch schon mal was. Also lass dir den 514 nicht schlechtreden.

Als ich noch jung war - und das ist schon eine ganze Weile her - stellte die Stereoplay apodiktisch fest: klangentscheidend ist in erster Linie das Laufwerk, dann der Tonarm und zuletzt der Tonabnehmer - in genau dieser Reihenfolge.

Nun, damals war ich noch "gläubig". Vom Glauben abgefallen bin ich dann, nachdem ich folgende Erfahrungen gemacht hatte: Ich hatte das Elac ESG 796 HSp der Jubiläumsserie für damals unglaublich günstige rund 260,- DM ergattert und auf den Micro Seiki MB-15 meiner Freundin montiert. Micro, WOW! Nur das dies gar kein echter Micro war, sondern ein gelabeltes Billigteil (knapp 400,- DM), was ich aber damals nicht wusste. Also: der Micro war mit dem Elac nicht wieder zu erkennen, und zwar im positiven Sinne (jetzt fragt nicht, welches System denn vorher montiert war; das mitgelieferte eben).

Zweites Erlebnis: Auf eben denselben Micro habe ich einen Souther SLA-3 (genialer Tangentialtonarm, aber bitte jetzt keine Diskussion über Tangential oder Dreh- oder so ) montiert, Neupreis damals 2.600,- DM (jaja, aber ich hatte eben noch keine Kinder ...), und das auch noch mit einem Linn Asak (MC-System; weiß nicht mehr, wie teuer das war, war aber damals qualitätsmäßig sehr weit oben angesiedelt ). Ergebnis siehe oben. Welche von beiden Varianten besser war, ist nicht zu sagen, da kein A/B-Vergleich und auch zeitlich zu weit auseinander.

Beschrieben habe ich hier also ein krasses Missverhältnis zwischen Laufwerkspreis (400,- DM) und Tonabnehmerpreis (Sonderpreis 260,- DM) bzw. Tonarm-/Systemkombination (ca. 3.000,- DM).

Aufgrund dieser (und anderer Erfahrungen mit Tonabnehmern) lege ich seitdem die Reihenfolge genau anders herum: Zuerst Tonabnehmer, dann Arm und dann erst Laufwerk. Mir erscheint ein Tonabnehmer auch wesentlich schwieriger präzise zu fertigen als eine Laufwerksmechanik (lies mal Statements der damaligen Zeit zu Ausschuss bei Tonabnehmern: schief montierte Nadeln z.B.). Aber gut, ich habe davon nicht wirklich Ahnung.

Wenn ich die Äußerungen zu Tonabnehmern hier und in anderen Foren Revue passieren lasse, gewinne ich den Eindruck, dass viele erfahrene Analogisten den Preisbereich um 100,- € herum bevorzugen bis hin zu rund 200,- €. Darüber hinaus wird das Preis-Leistungsverhältnis immer schlechter. Andererseits: was willst du denn für 36,- € (Nagaoka 321), also unterstes Ende des Preisbereichs für ein System, denn schon erwarten?

Meine persönliche Empfehlung: lass den Pioneer stehen und leiste dir ein vernünftiges System (80 - 120 €), das zum Arm passt. Meinethalben mach den Pioneer auf und bedämpfe die Zarge, z.B. mit Bitumen. Im Resonanzbereich können viele Plattenspieler von Unterstützung profitieren. Das Ergebnis dürfte (meine Meinung!) jeden Highenddreher mit Billigsystem in den Schatten stellen.

Grüße
Wolfgang


[Beitrag von wp48 am 29. Mrz 2009, 20:38 bearbeitet]
hificello
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 28. Mai 2009, 16:29
Hallo,

Kurze Update: Immer noch kein neuer TA. Nach lange Überlegung, habe ich mich für den von Günther empfohlenen DL-160 entschieden. Aber, dann verschwand das günstigste Angebot (ca. 120 Yuros aber noch über mein Limit) aus der Bucht. Am Telefon erzählte mir der Anbieter, dass der Denon nachbestellt ist. Letzten Samstag haben wir wieder telefoniert. Immer noch nicht da. Er sagt, dass die Lieferung von Piraten gekappert worden ist...
Grüße,

Peter
hificello
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 10. Jun 2009, 23:54
Hallo,

Wegen die höheren Kurse für ein Denon DL-160, habe ich doch für einen kleiner Schritt nach oben entschieden. Weil der Pioner mir im Grunde gefallen hat, habe ich einen PL-518X mit Denon DL-110 zugelegt. Ich weiss nicht ob der 160er mir besser gefallen hätte, aber es wäre auf jeden fall viel teuer gewesen. Es war vielleicht etwas riskant, ein gebrauchter HOMC zu nehmen, aber es hat sich als "gut eingespielt" herausgestellt. Der DL-110 lauft auch viel Besser im PL-514. Der Tonabnehmer liefert mehr hohen information, ist troztdem angenehm rugig und spielt sauber und realistisch. Es ist fast gleich laut als der AT91, wirklich. Die tonale Ausgewogenheit merke ich besonders bei Streichern und Sopran. Der auffälligste klangliche Unterschbvied zwischen den beiden Plattenspielern (mit gleicher TA bestückt) war im Gleichlauf (Klavier, aber auch Oboe klingt besser).
Vielen Dank an alle für die gute Information und

Grüße,

Peter
mediahead
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 28. Jun 2009, 22:53
*** Benz-Micro MC-20E2 am Pioneer PL-514? ***

Hallo! Ich würde den Thread zu o.g. Dreher gern nochmal strapazieren, wenn es den Herrschaften nix ausmacht. ;-) Ich habe seit kurzem ebenalls einen Pioneer PL-514x, der noch das originale Pioneer System (PL-110, -150 oder so ähnlich) inkl. neuer Pfeifer-Nadel trägt.

Zu meiner Überraschung spielt der Pioneer schon mit diesem "Billigsystem" (??) gleich gut wie mein DUAL 505-3 mit Ortofon/Dual OM10/DN165 - wenn nicht sogar besser! Jetzt verstehe ich warum die Amis diese Baureihe so lieben. Allen Unkenrufen zum Trotz: Dieser Pioneer ist definitiv vieeeel besser als sein Ruf. "Simple but effective" eben!

Jetzt überlege ich also, ihm ein besseres System zu gönnen. Gibt's inzwischen vielleicht weitere Erfahrungen?

Ich liebäugele gerade mit dem Benz-Micro MC-20E2, da es gut zum Hitachi PS-58 (schwerer Jelco Arm) passen soll, den ich auch noch hier stehen haben. Auch das Nagaoka 321 reizt mich, aber ich habe schlechte Erfahrungen mit einem Shure M75 gemacht, das häufig mit ähnlichen Klangbeschreibungen vorgestellt wird wie hier das Nagaoka. Andererseits weiss ich nicht, ob das Benz zum Pioneer passt. Hat der ebenfalls einen (mittel-)schweren Arm?

Hier noch meine sonstige Hartware zum Hören:
Verstärkt wird mit NAD Monitor Series 1300/2100 Kombi, gelautsprecht aus Quadral Platinum S (2-Wege kompakt).
Eine alternative Vintage Kette besteht aus Aurex SY-C 15 plus SC-M15 ("Herdplatte"), ebenfalls an Quadral Platinum S (diesmal in schwarz ;-)). Meine Tonkonserven beinhalten zumeist Rock (alle Varianten von Folk über Pop bis Metal), sowie etwas Jazz und Elektronisches.

Danke für Eure Mühe im Voraus und viele Grüße, Ralf
Hörbert
Moderator
#24 erstellt: 29. Jun 2009, 06:16
Hallo!

@mediahead

Das Nagaocka MM 321 BE ist baugleich mit dem alten Technics EPC-270C, -das ist ein ehemaliges 180 DM-System aus der Mitte der 70ger Jahre. Dasa System ist recht gut für Rock/Pop und eingeschränkt für Jazz/Klassik zu gebrauchen. Es ist ganz sicher kein Spitzensystem aber gute Einsteigerqualität.

Das Benz-Micro MC-20 E2 H ist hingegen ein recht gutes Mittelklassesystem und vor allem bei Tonarmen zwischen 15 und 20 Gramm eff. bewegter Masse gut einzusetzen. Wenn einem kleine tonale Fehler weniger wichtig sind als eine gute Dynamik ist es in dieser Preisklasse das richtige System. Auch das Benz-Micro MC-20 E2 H hat seine Stärken eher im Pop-Rock-Bereich als bei Klassik und Jazz.

MFG Günther
mediahead
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 02. Aug 2009, 22:54
Zunächst: Dank Dir, Hörbert.

Dann wieder: An alle!


... was mich dann noch brennend interessieren würde:

1.) Die kleineren Sumikos (Black Pearl und Pearl) haben auf dem Papier sehr interessante Werte. Hier im Forum erwähnt die aber kaum mal jemand. Sind die klanglich so schlecht?? Das Black Pearl hat - wohl einzigartig für seine immerhin 80,- Euros - nur einen spärischen Schliff. Hat das ggü. elliptisch irgendwelche Vorteile (außer billiger zu sein)? Oder versucht Sumiko hier "abzuzocken"? Und würden die Sumikos zum PL-514 passen?

2.) Die Ortofon Systeme der VM Serie und der 2M Serie erscheinen mir auch sehr interesssant. Wie würden die sich mit dem Pioneer "vertragen"? Das VM Red wird ja sehr (!) oft als Überflieger-System für Rockfans wie mich empfohlen. Ich habe die OM Systeme früher auf meinem immer gut hören können.

Falls jemand hierzu irgendwelche Infos loswerden möchte: Haut in die Tasten! ;-)

Danke nochmals im Voraus!

Euer Medienkopp
mediahead
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 03. Aug 2009, 00:11
Ergänzung zu oben:

Die Ortofon OM Systeme (10er und 20er Nadel) hatte und habe ich auf Dual 505-3 und Dual 505-4 gehört und empfand sie immer als sehr ausgewogen. Ich teile allerdings auch die häufige Einschätzung, dass zumindest diese Serie von Ortofon immer etwas distanziert und kühl zu Werke geht. "Hörer mitreissen" scheint den OMs nicht im Lastenheft gestanden zu haben.
Hörbert
Moderator
#27 erstellt: 03. Aug 2009, 06:38
Hallo!

@mediahead

Die kleinen Sumikos stehen mit ihrer Rundnadel nicht so ganz alleine dar, es gibt sogar ausgesprochen beliebt und auch recht gehypte Systeme mit Rundnadel wie z.B. das bekannte DL-103.

Ich würde das nicht unbedingt als eine Eigenschaft der OM-Systeme sehen, sondern vielmehr als ein Bestandteil des Ortofon-Haussoundes. Eine nüchterne und unpektakuläre Wiedergabe ohne reisserische Effekte im Vordergrund haben eigentlich alle Ortofon-Systeme gemeinsam.

Natürlich trifft das nicht jedermanns Geschmack, hat man sich aber einmal an diese Art der Darstellung gewöhnt möchte man weder die sehr gute Feindynamik noch die ernorme Klangfarbenpalette die Ortofon-Systeme zu bieten haben missen.

Die VM-Systemreihe hat eine recht hohe Nadelnachgiebigkeit und besitzt im Prinzip den gleichen -laut Ortofon-, etwas verbesserten Generator wie die OMxxS-Serie. Bei Tonarmen bis ca. 12 Gramm eff. bewegter Masse sind die VM-Serie eine recht gute Wahl.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 03. Aug 2009, 06:45 bearbeitet]
mediahead
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 26. Aug 2009, 00:38

Hörbert schrieb:
Bei Tonarmen bis ca. 12 Gramm eff. bewegter Masse sind die VM-Serie eine recht gute Wahl.

MFG Günther


Bleibt die Frage: Woher nehm ich die Info über die effektive bewegte Tonarm-Masse? Kann man die notfalls selber ermitteln?

Thanks!
Hörbert
Moderator
#29 erstellt: 26. Aug 2009, 12:22
Hallo!

Es gibt in der Tat eine einfache Methode die ungefähre eff. bewegte Masse eines Tonarmes zu bestimmen. Der User raphael.t hier aus dem Forum hat sie einmal vorgestellt und ich habe sie anhand von einigen Tonarmen mit mir bestens bekannter eff. bewegter Masse überprüft und kam zu bis auf +/- 1 Gramm korrekte Werte.

Du brauchst dazu eine Digitale Feinwaage. Dann schraubst du Kontergewicht und System ab, -bei S-Tonarmen mit SME-kompatibler Headshell auch diese.

Nun legst du den Tonarm mit der Spitze auf die Waage und Fertig. Das ablesbare Ergebniss entspricht ziemlich genau der eff. bewegten Masse. Bei dem S-Tonarm mußt du natürlich noch das Gewich des jeweils verwendeten Headshells dazuaddieren.

MFG Günther
mediahead
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 26. Aug 2009, 14:25

Hörbert schrieb:
Das ablesbare Ergebniss entspricht ziemlich genau der eff. bewegten Masse. Bei dem S-Tonarm mußt du natürlich noch das Gewich des jeweils verwendeten Headshells dazuaddieren. :)


Super. Danke!
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