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Stullen-Andy
Inventar
#1 erstellt: 24. Nov 2011, 17:20
Hallo,

ich stelle einfachmal die frage in den Raum "was braucht ein guter Lautsprecher?"

also meint ihr das ein Breitband Chassi ausreichend ist, oder sind zwei wege pflicht, oder das maß aller dinge sind 3?

Also mich würde mal interessieren, was ihr so meint, kann ein zwei wege Lautsprecher einem drei weger das wasser reichen in den Frequenzen, also hörbar zu merken, oder kann schon ein Breitbänder alles ausreichend abdecken?

Wo sind die vor und nachteile der jeweiligen wegezahl?

Natürlich ordentliche Frequenztrennung durch weichen vorrausgesetzt!
Benares
Inventar
#2 erstellt: 24. Nov 2011, 19:24
In erster Linie kommt es darauf an, ob es sich um eine hochwertige Umsetzung handelt mit exakter Trennung der einzelnen Wege. Daneben kommt es aber auch auf die jeweiligen Anwendungsgebiete an. Als reiner Musikhörer mit großem Hörraum würde ich sagen, je mehr Wege desto besser. Als reiner Nahfeld-Hörer würde ich aber eher auf einen guten Zweiweger zurückgreifen als auf einen Dreiweger, bei dem ich bei zu geringem Abstand die einzelnen Frequenzbänder heraushören kann.
Allerdings haben Drei-Wege-Konzepte einen unbestreitbaren Vorteil vor allem bei der Mittendarstellung gegenüber zwei Wegen. Und nur mit ihnen ist die Verbindung einer guten Mittendarstellung mit hohen Pegeln möglich, Breitbänder dagegen schwächeln bei letzterem eher. Demgegenüber haben Breitbänder natürlich den Vorteil der quasi-Punktschallquelle, der bei Mehrwegern aber durch eine Koax-Konstruktion wieder ausgeglichen werden kann. Wenn ich es also recht betrachte, ist ein Dreiwege-Koax mein Favorit. So mancher Geithain-Besitzer wird mir da jetzt wahrscheinlich zuprosten...


[Beitrag von Benares am 24. Nov 2011, 19:25 bearbeitet]
Stullen-Andy
Inventar
#3 erstellt: 24. Nov 2011, 19:38
Benares
Inventar
#4 erstellt: 25. Nov 2011, 11:27
Das sieht ja nach einem echten Klassiker aus, wusste gar nicht, dass Technics mal sowas gebaut hat. Ist sicher auch nicht schlecht, auch wenn ich eher an sowas gedacht hatte.
Giustolisi
Inventar
#5 erstellt: 26. Nov 2011, 07:11
Auch mit Breitbändern kann man hervorragend Musik hören. Wie alle Konzepte haben sie aber so ihre Nachteile und Schwächen.
Dazu ist es sinnvoll die Breitbänder in Große und Kleine zu unterteilen.

Die kleinen Breitbänder (8-10cm) stehen guten Hochtönern in Sachen Hochton oft in nichts nach. Viele kann man sich auch noch unter Winkel gut anhören. Eine Weiche braucht man nicht, aber in vielen Fällen ist ein(oder sogar mehrere) Sperrkreis nötig. Ganz ohne Bauteile im Signalweg geht es selten. Verwendet man gute Bauteile sehe ich darin keinen Nachteil.
Zu den Vorteilen zählt die Punktschallquelle, die eine gute räumliche Darstellung erlaubt. Auch vorteilhaft ist dass die Bündelung zu hohen Frequenzen hin gleichmäßig zunimmt. Mit kleinen Breitbändern kann man ziemlich preiswert hervorragende Lautsprecher bauen. Man muss aber auf hohe Maximalpegel und Tiefbass verzichten können. Es gibt zwar viele Lautsprecher mit kleinen Breitbändern die absolut keinen Subwoofer brauchen, aber die unterste Oktave fehlt eben.

Große Breitbänder (20-30cm) können mitunter auch extrem laut spielen und einen wirklich vollständigen Bassbereich bieten. Die meisten spielen auch bis 20kHz oder zumindest fast. Im Hochtonbereich gibt es bei den großen eine gewisse Welligkeit. Das ist oft nicht schlimm, da das Ohr bei sehr hohen Frequenzen eher unempfindlich ist. Schlimmer sind lang nachschwingende Resonanzen, die einem das Hörvergnügen gehörig verhageln können. Es gibt aber inzwischen auch einige große, bei denen das der Hersteller gut im Griff hat(Tangband w8..., Visaton B200, Audax, Seas, ....) Die oft hochgelobten Fostex BBs schneiden in dieser Disziplin eher schlecht ab oder sind sehr teuer.
zu einer weiteren Eigenart großer Breitbänder zählt die Bündelung. Der Hochtonbereich wird nur in einem schmalen Winkel mit ausreichend Pegel abgestrahlt. Ich habe bewusst nicht Nachteil geschrieben, denn in halligen Räumen ist das eher als Vorteil zu betrachten.

Die 13-17cm großen Breitbänder stellen einen Kompromiss dar und vereinen teilweise die guten Eigenschaften von kleinen und großen Breitbändern. Bei schlechten Konstrukten auch manchmal die Nachteile.

Bei zwei Wegen gibt es die verschiedensten Ansätze. Am weitesten verbreitet ist die Kombination eines TMT und eines Hochtöners. Oft sind solche Konstruktionen kompromissbehaftet. Der TMT muss groß genug sein um tiefe Frequenzen mit ausreichend Pegel abstrahlen zu können, muss aber klein genug sein um bei der Trennfrequenz zum Hochtönder noch nicht zu bündeln, was eigentlich einen kleinen TMT (10-13cm) erfordert, denn die Trennfrequenz liegt üblicherweise bei 2-3kHz. ein 17er TMT bündelt aber schon bei 2kHz deutlich was zu einem unausgeglichenen Rundstrahlverhalten führen kann.

Ein weiterer Ansatz ist der Einsatz eines großen Breitbänders und eines tief getrennten Tietöners, auch FAST (Fullrange and Subwoofer technology) genannt. Der BB kann entlastet von der Hubarbeit im Tieftonbereich sauberer spielen und der maximale Pegel kann durch Einsatz eines potenten Tieftöners weit höher liegen. Die Eigenarten des Breitbänders bleiben aber erhalten. Das kann man gut oder schlecht finden, ich finde solche Lautsprecher haben durchaus ihre Berechtigung.

Nimmt man einen kleinen Breitbänder für ein zwei Wege System, setzt man ihn besser als Mittelhochtöner ein, trennt also ein ganzes Stück höher als bei einem FAST, um den kleinen Töner besser zu entlasten. Ein so konstruierter Lautsprecher kann auch einen großen Tieftöner haben, es gibt genug 10" und 12" Tieftöner, die man bis 1kHz und teilweise auch darüber einsetzen kann. auf die Art kann man einen 2 wege Lautsprecher erhalten, der das komplette hörbare Frequenzspektrum linear abdeckt, ein gleichmäßiges Bündelungsverhalten aufweist, eine gut räumliche Darstellung bietet und auch sehr laut spielen kann. Die Vorteile der Punktschallquelle bleiben erhalten wenn die Trennfrequenz niedrig genug ist.

Drei Wege bieten dem Entwickler die Möglichkeit in jedem bereich auf Spezialisten zu setzen. Leider findet man bei vielen Lautsprechern eine völlig sinnfreie Bestückung bei der der Mitteltöner so groß oder nur wenig kleiner ist als der oder die Tieftöner. Es bleibt das Bündelungsproblem bei der Trennfrequenz zum Hochtöner. Kleine Mitteltöner können bei entsprechender Trennfrequenz auch laut spielen. mit 3 wegen kann man den ganzen hörbaren Bereich linear abdecken, hohe Pegel erreichen, einen gleichmäßig breit strahlenden Lautsprecher entwickeln und die Verzerrungen im gesamten Übertragungsbereich gering halten. Der vorteil der Punktschallquelle geht dabei verloren, es gibt aber auch viele 3-Weger, die eine gute räumliche Darstellung bieten. Die erreicht man aber oft erst bei größeren Hörabständen.

Mehr Wege machen meistens keinen Sinn, wobei es auch Ausnahmen gibt. Spätestens bei 4 Wegen ist die Grenze des Sinnvollen erreicht.

Auf den einfluss der Frequenzweiche bin ich bewusst nicht eingegangen. Wenn sie mit guten bauteilen aufgebaut ist, hat sie keinen negativen Einfluss, kostet aber je nach Anzahl der Wege reichlich Geld. Eine 3 Wege Weiche besteht immerhin aus doppelt so vielen Bauteilen wie die Weiche eines 2 wege Lautsprechers (Sperr- und Saugkreise mal aussen vor gelassen)
Gerade bei begrenztem Budget sollte man sich auch die berechtigte Frage stellen ob es wirklich Sinn macht viele Chassis und Wege einzusetzen, oder sich auf wenige zu beschränken und dafür höherwertige Komponenten zu verwenden.
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