B&W DM1600 restaurieren

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the_ear_of_the_deer
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 08. Jun 2018, 21:32
Moin HIFI-Forenten,

ich habe mich hier im Forum registriert, weil ich meine Stereo-Anlage auf Vordermann bringen möchte. Seit meiner Jugendzeit betreibe ich einen Technics SU-VX720. Als Zuspieler ist aktuell ein Philips CD630 und ein Technics SL-1900 angeschlossen. Hören tue ich von Klassik, über Einstürzende Neubauten bis Electronica und Kraftwerk. Gerade rotiert "Resonanzen" von Oskar Sala.

Am Verstärker betreibe ich ein Paar B&W DM1600, die ich vor ein Paar Jahren für 40€ das Paar ungehört nach Hause trug. Ich glaube ich hatte 2 Wochen Muskelkater in meinen Oberarmen, aber es lohnte sich. Mir gefiel der warme Klang und irgendwie sind diese bis heute Geblieben, trotz wechselnder Behausungen.

Da die Gehäuse der B&W´s nun doch schon sehr in die Jahre gekommen ist und das Furnier schon an einigen Stellen bis auf den Span zerkratzt ist, dachte ich mir, ich könnte ja, als ehemaliger Tischler, mir ein neues Gehäuse bauen. Nun habe ich mir die B&W´s mal etwas genauer angeschaut, hineingeschaut und festgestellt, dass daran schon mal "herumgemacht" wurde. Das finde ich jetzt nicht weiter tragisch, jedoch fiel mir auf, dass die Dämmung aus 50mm Schaumstoff besteht. Ich las mal in einem LS-Selbstbau einen Hinweis, dass die Dämmung nur lose in die Box gelegt werden sollte und nicht die Wände damit ausgeschlagen werden soll. Sie sieht es aber im inneren der Boxen aus. Ist das original B&W?

Nun frage ich mich auch, ob es klanglich eine kleinen Schub geben geben könnte, wenn ich ein neues Gehäuse mit den selben Maßen baue, jedoch an Stelle Spanplatte nun MDF verwende und als Füllmaterial nicht den ursprünglichen Schaumstoff, sondern etwas neues verwende.

Auch waren und sind an den Tieftönern die Kalotten eingedrückt. Wie bekomme ich diese wieder hergerichtet?

und...letzte Frage. Kann es sein, dass man ältere Lautsprecher, die längere Zeit nicht genutzt worden sind, auch erst wieder einspielen muss? Ich habe das Gefühl dass sich, nach längerer berufsbedingter HIFI-Abstinenz, der Klang verändert hat und sich langsam wieder "normalisiert", je öfter und länger diese laufen.

Insgesamt denke ich alternativ über neue Lautsprecher nach. Neuere B&W´s, 700ér, wären der Hammer, sind aber finanziell nicht drin. Aber Klanglich sollte es warm und klar sein und es braucht nicht so mega tief gehen. Auch eine Selbstbau würde ich mir zutrauen, sofern ich die Frequenzweiche nicht selber löten muss.

Ok, ich hoffe ich langweile Euch nicht mit meinen Fragen und wünsche mir ein Paar Gedanken von Euch.

Einen angenehmen Abend wünscht
Stephan
jehe
Inventar
#2 erstellt: 09. Jun 2018, 02:27
auch wenn ich die Boxen nicht selber kenne, ist es durchaus normal das zur Gehäusedämpfung Schaumstoffe, Vliesmatten oder ähnliches eingesetzt werden.
Lose Materialien, also Füllstoffe wie Baumwoll- und Polyesterwatte werden eingebracht um in der Box durch Reflektion entstehende "stehende Wellen" zu unterbinden, was somit auch unmittelbar Einfluss auf den Klang hat.
Ob das bei deinen B&W original ist, weis ich leider nicht.

MDF bringt durch die höhere Dichte des Materials schon Vorteile mit. Ob eine andere Dämpfung/Dämmung sinnvoll ist lässt sich wohl nur durch probieren und messen ermitteln.

Was das eingedrückte Dustcap des Tieftöners betrifft, da könntest du zB. versuchen es mit einer Nadel vorsichtig wieder heraus zu ziehen.
Irgendwo habe ich auch mal was von einer Saugmethode gelesen.
Eine andere Möglichkeit wäre noch der Austausch. Voraussetzung dafür ist allerdings das du den vorhanden Staubschutz ohne die Membran zu beschädigen ablösen kannst. Die Dinger sind aufgeklebt. Ersatz bekommt man eigentlich in allen Größen, einfach mal googeln.

Bezüglich der Frage nach der Klangänderung wegen langer ungenutzter Standzeiten, kann man nur soviel sagen, dass es eher eine untergeordnete Rolle spielt ob die LS bespielt wurden oder nicht, sondern das einfach Alterungserscheinungen dafür sorgen das zB. bei brüchigen und weich gewordenen Sicken die Membran inkl. Schwingspule nicht mehr völlig zentriert sitzt, das Ganze also bedingt durch die Schwerkraft etwas nach unten hängt. Im schlimmsten Fall äußert sich sowas durch leises Kratzen wenn man die Membran manuell bewegt. Da bleibt dann nur noch ein Tausch der Sicken oder der Chassis.

Ob sich eine Restauration des alten Gehäuses löhnt oder eher ein Neubau sinnvoll ist, dürfte eher eine Frage des Aufwandes sein den man betreiben will. Viel wichtiger ist die Frage, ob die doch sehr alte Chassis für so eine Aktion überhaupt noch geeignet ist.


[Beitrag von jehe am 09. Jun 2018, 02:36 bearbeitet]
highfreek
Inventar
#3 erstellt: 09. Jun 2018, 05:15
Zur Klangänderung, dies hat, wie jehe schon geschrieben hat, eine andere Ursache, dein Gehör hat sich umgestellt, du hast ja zwischendrinn mit anderen Lsp gehört und dann die B&W wieder hervorgeholt. Nach einiger Zeit hat sich dein Gehör wieder an die 1600 erinnert und nun klingt es wieder so wie früher. Man gewöhnt sich im allgemeinen recht schnell an Lsp Klang.
Mehr gealtert wie beim vorletzten Einsatz sind die Speaker während der Lagerzeit warscheinlich auch nicht wirklich.
Zur Reparatur der Staubschutz Kappe findet sich hier im Forum genug , ich nehme den Staubsauger dazu.

Ein neues "Schreiner" Gehäuse ist immer eine gute Idee, denk aber daran, das innen Volumen darf max 10 % abweichen. Und das neue Gehäuse sollte dem alten möglichst exakt entsprechen, um keine klangänderung zu generieren.
Nachdenke kannst Du auch über neue Kondensatoren in der Weiche, das kann lohnen, muss es aber nicht
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