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Klangbewertungen nicht nachvollziehbar

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internist
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 19. Dez 2010, 15:17
Naturgemäß lassen sich HiFi-Einzelkomponenten separat nicht klanglich bewerten, weil sie von anderen Komponenten abhängig sind. Mindestens erforderlich sind Abspielgeräte, Verstärker und Lautsprecher.

Woher weiß man aber wenn man z.B. einen CD-Player klanglich bewerten will, ob für den gewonnenen Klangeindruck auch wirklich der Player selbst und nicht etwa der Verstärker, die Boxen oder gar die Verkabelung dafür verantwortlich sind. Dabei potenzieren sich regelrecht die wechselwirkenden Möglichkeiten, welche Komponente, welches Kabel woran „schuld“ sein könnte.

Hier könnte ein gewonnener Klangeindruck oder eine Bewertung Ergebnis einer „sich selbst erfüllenden Prophezeiung“ sein, da man ja einen bestimmten Baustein bewerten wollte und nicht die anderen, und somit nur ihm den gewonnen Klangeindruck vermeintlich zuschreibt.

Ebenso stellt sich die Frage, ob der Klangeindruck eines Kopfhörers ihm selbst oder dem KH-Anschluss zuzuschreiben ist.
Von den meisten Herstellern werden KH-Anschlüsse nur lapidar erwähnt, über deren Qualität wird meist nichts gesagt, bzw. fehlen in Prospekten oder Handbüchern die klangrelevanten technischen Daten des KH-Anschlusses.

Also werden absurderweise zwecks Klangbewertung Kopfhörer in KH-Anschlüsse gesteckt, über die es überhaupt keine technischen Daten oder Tests gibt.

Aus all dem schließe ich, dass Klangbewertungen von Einzelgeräten nicht wirklich möglich sind, weil immer ein Verbund von mehreren Einzelelementen nötig ist und dann ein „Klang-Endergebnis“ liefern, aus dem sich aber die Klangeigenschaften der Einzelgeräte nicht zurückverfolgen lassen.

Dieses prinzipielle Problem wurde aber erst geboren, als die Hersteller Audiobausteine die vorher in einem Gerät integriert waren (z.b. sind in einem alten Dampfradio Tuner, Vorverstärker und Endstufe integriert) in Einzelgeräte aufteilten, um dem ganzen einen „professionellen Tatch“ zu geben.
Tatsächlich ist die Separierung vorher integrierter Funktionsgruppen nur ein Pseudofortschritt, weil es keinen technischen Grund geben kann, warum Einzelbausteine besser klingen sollten als integrierte Audio-Anlagen.
Nicht technisch bedingt, sondern rein durch Modellpolitik der Hersteller hatten und haben Kompaktanlagen schlechtere technische Daten als Einzelkomponenten.

Diese Modellpolitik hat den Verbraucher so „umerzogen“ so dass er einer Kompakt- oder Minianlage per se keine hohe Klanggüte zutraut. Deshalb getraut sich vielleicht auch kein Hersteller eine wirklich hochwertige Minianlage anzubieten, weil er befürchtet darauf sitzen zu bleiben, weil der vorurteilsbehaftete Kunde Einzelkomponenten, mit Luft gefüllte Blechkästen, vorzieht.

Einigermassen nachvollziehbar klanglich bewerten lassen sich nur aus einem Guss konzipierte Kompaktanlagen, bei denen die einzelnen Funktionsgruppen nach innen verlegt und nicht das Problem des Anwenders sind, und somit für den Anwender das heraus kommende einzig relevante akustische Gesamtergebnis bewertbar ist.

Wenn man sich nicht mehr mit Einzelgeräten, deren Klang (den man eh nicht wirklich herausfindet, s.o.) deren Anpassung usw. rumschlagen muss, bleibt bestimmt mehr Muße für das sinnliche Erleben von Musik übrig.
schraddeler
Inventar
#2 erstellt: 19. Dez 2010, 18:16
Da bist du ja ganz schön am philosophieren. Aber einige deiner Kritikpunkte kann ich nicht nachvollziehen. So finde ich Einzelbausteine ganz toll!!! Denn so kann sich jeder die Geräte kaufen und integrieren die er persönlich benötigt. So habe ich beispielsweise einen ADR-Receiver und keinen herkömmlichen Tuner, oder auch einen MD-,DAT- und CD-Rekorder wird nicht jeder benötigen. Zudem können auch Bausteine gezielt nach technischen Entwicklungen oder neuen räumlichen Gegebenheiten ausgetauscht werden. So spiele ich mit dem Gedanken, mir doch auch mal Mehrkanalton anzutun. Da find ich es schon ganz gut, nur einen Verstärker/Receiver ergänzen zu müssen, und nicht eine komplette Anlage, die vielleicht garkein MD-Laufwerk mehr hat, so daß ich meine MD's in die Tonne treten kann, und die DAT's am besten gleich mit. Auch die Sache mit der Bewertung ist so eine Sache. Natürlich hat die komplette Wiedergabekette einen Einfluß, aber das bedeutet ja nicht das man nicht Produkte bewerten kann. Ich höre sofort, ob sich Lautsprecher A bei mir besser anhört als Lautsprecher B oder umgekehrt. Oder beide gleich gut/schlecht .

gruß schraddeler
Hami11er
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 19. Dez 2010, 18:23
Ich bevorzuge eine Anlage mit einzelnen Bausteinen vor allem aus einem ganz praktischen Grund:

Wenn da zum Beispiel mal der CD-Player kaputt ist, geb ich den zur Reparatur und kann dann ersatzweise den DVD-Player anschließen oder auch Radio hören.

Eine Kompaktanlage fällt dann komplett aus und ich muss mir einen Ersatz organisieren.

Bis dann,

Ralph
kölsche_jung
Inventar
#4 erstellt: 19. Dez 2010, 18:33
Hallo Internist,

du machst allerdings einen Fehler ...

du sagst, Klangunterschiede liessen sich nicht zuordnen ... wie wäre es, diese Behauptung dahingehend zu überprüfen, ob und an welcher Stelle überhaupt klangliche Unterschiede bestehen ...

und wenn du tatsächlich glaubst, dass es keine hochwertigen Mini-Anlagen gibt, solltest du dir vielleicht erstmal ein paar davon anhören (mit guten Lautsprechern) ...

klaus
Detektordeibel
Inventar
#5 erstellt: 19. Dez 2010, 19:01

Deshalb getraut sich vielleicht auch kein Hersteller eine wirklich hochwertige Minianlage anzubieten, weil er befürchtet darauf sitzen zu bleiben, weil der vorurteilsbehaftete Kunde Einzelkomponenten, mit Luft gefüllte Blechkästen, vorzieht.



Gibt genug Minianlagen auch über dem Topmodell der Pianocraft (dich ich jetzt einfach mal als Benchmark für Consumerware Kompaktanlagen aufstelle)

Aktuell z.B.

-Denon CX serie
-Cyrus Audio (Die sogar Vorstufe und Endstufe in seperaten 215mm Geräten anbieten)
-Restek (wenn auch in ungewöhnlichstem Format)

Natürlich ist das Angebot auch viel dünner geworden, in den 90ern war das Angebot noch weit besser.


[Beitrag von Detektordeibel am 19. Dez 2010, 19:02 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#6 erstellt: 19. Dez 2010, 19:36
Hallo!

Richti, hier stellt sich ersteinmal die Frage inweweit klanglich relevante Unterschiede übehaupt existieren.

Einwandfrei läßt sich die Frage bei Lautsprechern, Kopfhörern und den Abtassystemen analoger Plattenspieler klären. Hier existieren sowohl meßbare wie auch hörbare Unterschiede die auch einen Blindtest überstehen.

Inwieweit das bei anderen Komponenten der Fall ist ist doch sehr die Frage.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 19. Dez 2010, 19:37 bearbeitet]
Don-Pedro
Inventar
#7 erstellt: 22. Dez 2010, 12:47
Wo bliebe die Vielfalt.

Außerdem ist es so, dass relative Tests durchaus möglich sind.

So kann ich Schritt für Schritt herausfinden welche Komponente wohl die besten ist.

Ein schlechter CD-Spieler wird nicht ganz plötzlich an einem durchschnittlichen Verstärker besser klingen als ein guter CD-Spieler, so er denn überhaupt anders klingt.

Um Verstärker bewerten zu können ist es ohnehin so, dass die Lautsprecher wesentlich berücksichtigt werden müssen.

In erster Linie ergeben sich Klangunterschiede bei Verstärkern durch die Wechselwirkungen oder deren Ausbleiben mit den Lautsprechern.

So klingen zwei Verstärker möglicherweise an Regalboxen absolut gleich, aber deutlich unterschiedlich bei Lautsprechern mit hohen Leistungsanforderungen und geringer Impedanz.

Insofern wäre dann ohnehin zu klären wo Dein Vorschlag aufhört. Darf jede Anlage dann nur noch komplett mit Lautsprechern bewertet werden? Wird sichergestellt, dass ich KEINE anderen anschließen kann?
Ist das dann überhaupt der absolute Klang der Anlage, auch wenn sie mit besseren Lautsprechern besser klingen könnte?

Man würde zwangsläufig auf die Idee kommen sich andere Boxen zu kaufen. Nämlich solche von einer Firma die das besser macht als die, von der die Kompaktanlage stammt.

Die Folge wäre, dass man bei CD-Spieler, Tuner und Verstärker auf dieselbe Idee kommt.
Ein findiger Hersteller würde dann vielleicht Einzelbausteine anbieten....
sm.ts
Inventar
#8 erstellt: 22. Dez 2010, 14:55
Tja, und man braucht auch noch einen standartisierten Raum um die Anlage herum, woher soll man sonst wissen ob nicht der Raum den Unterschied macht .
Schmids-Gau
Stammgast
#9 erstellt: 26. Dez 2010, 02:25
Die eigentlich konsequente Schlussfolgerung aus deinem Gedanken wäre eine Kompaktanlage, welche nur einen Kopfhörerausgang für einen bestimmten Kh hat.
Damit wären alle äußeren Einflüsse eliminiert, das einzige was dir dann noch einen Streich spielen könnte ist dein Gehirn.

Mir persönlich sind Kompaktanlagen viel zu unflexibel:

- was mache ich im Fall eines Defekts? Es kann ja nicht wirklich sein, dass man, wenn nach 10 Jahren der CDP im Eimer ist, die ganze Anlage austauschen muss.

- was mache ich, wenn ich neue Quellen anschließen will? Z.b ein Streaming Client oder die antiquierte Bandmaschine aus dem Keller? Neue Kompaktanlage kaufen? Oder die Kompaktanlage mit den entsprechenden Komponenten erweitern?

- Ich stelle es mir auch schwer vor, mit einer Kompaktanlage exotischere Konzepte wie z.B. ein Vollaktivsystem zu verwirklichen...

Der Vorteil einer Kompaktanlage ist imho, dass sie wenig Platz braucht, einfach zu bedienen ist und idr. Günstiger als Komponentensystem ist.
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