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Wird die Jugend immer tauber? Ganz im Gegenteil

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cr
Moderator
#1 erstellt: 04. Mai 2011, 15:34
Weit verbreitet ist die Meinung, die Jugend würde wegen ihres ohrverstöpselten Musikkonsums mit iPod und mp3-Player ständig tauber.
Zumindest in der Schweiz stimmt dies nicht, wie eine großangelegte Studie der Sozialversicherungseinrichtung (SUVA) zeigt: 1975 lag der Anteil der Lernenden mit eingeschränktem Hochtonhörvermögen bei 40%, jetzt sind es nur mehr 13%.

Vermutet wird dafür besserer Arbeitsschutz und 100dB-Beschränkung von öffentlichen Veranstaltungen
Formula_Flo
Stammgast
#2 erstellt: 04. Mai 2011, 16:58
Die Jugend wird nicht tauber, ihr wird nur schlechter produzierte Musik vorgesetzt, Stichwort Loudness War. Dadurch mag sich für den "Alten Hasen" der Eindruck erwecken, die Jugend könne keine "audiophile Musik" mehr genießen.
Aber wahrscheinlich sind Hören können und Hören können zwei Paar Schuhe Meiner bescheidenen Meinung nach.
Fhtagn!
Inventar
#3 erstellt: 04. Mai 2011, 18:57
Wer sind denn die "Lernenden"? Schüler?

Die Gehörbelastung während der ersten 20 Lebensjahre zeigt ihre Wirkung erst später.

Die Generation Walkman, d.h. die nach ca. 1970 geborenen, kommen gerade erst in das Alter, in dem die Spätfolgen deutlich zutage treten.
Z25
Inventar
#4 erstellt: 04. Mai 2011, 19:02
Naja, man hat früher schon weniger Wert auf Gehörschutz bei lärmender Umgebung gelegt. Das könnte also durchaus sein.
cr
Moderator
#5 erstellt: 04. Mai 2011, 19:08
Lernende sind die, die eine Lehre machen.
Ob sich jetzt die Hörschäden später manifestieren oder nicht, ändert nichts daran, dass die Zahlen der neuen Vergleichgruppe viel tiefer sind. Also wird es auch eine gewisse Relevanz haben.
Wieso in den Mittsiebzigern die Hörschäden in diem Alter schon so hoch waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Discos und Popkonzerte gabs auch damals schon und auch Kopfhörer waren schon erfunden. Gewehrschüsse scheiden aus, denn dazu muß man erst mal 18 sein.
Indianerspielen käme noch in Frage.....


[Beitrag von cr am 04. Mai 2011, 19:09 bearbeitet]
Z25
Inventar
#6 erstellt: 04. Mai 2011, 19:10
Gibt es eigentlich einen link zum Thema?
cr
Moderator
#7 erstellt: 04. Mai 2011, 19:18
Nein, leider nicht. Quelle:

Printausgabe vom www.tagesanzeiger.ch, 21.April 2011, S.14
"Die Jugend hört wieder besser"
dzt anscheinend nicht online
Z25
Inventar
#8 erstellt: 04. Mai 2011, 19:22
Ok, danke. Wo ich da gerade drin blättere, fällt mir dies auf. Hört sich in mehrerlei Hinsicht paradiesisch an.............
Fhtagn!
Inventar
#9 erstellt: 04. Mai 2011, 19:28
Relevant ist für das Alter die verbesserte Behandlung von Erkrankungen wie z.B. der Mittelohrentzündung.


Durch die Musikdröhnung entsteht eine sukzessive Zerstörung der Haare im Cortischen Organ, was sich dann mit zunehmendem Alter rächt.
CptPuff
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 04. Mai 2011, 19:38
Hi,
ich klinke mich hier mal ein.
Ich bin selber noch junge 19 Jahre und bin der Meinung, dass sehr viele Jugendliche oder Lernende in meiner Umgebung wohl schon hörgeschödigt sind oder es werden.
Gerade im Bus mache ich die Erfahrung immer wieder, dass dei Leute mit ihren Kopfhörern so laut hören, dass selbst ich deren Musik durch meine Kopfhörer wahrnehme.
Anderes Beispiel: Diskotheken. Klar gab es die früher auch schon, zumindest in ähnlicher Form aber nicht in dieser Lautstärkedimension. Heute schmerzen mir die Ohren doch schon recht häufig bei dermaßen lauter Techno-Musik.
Mir kann auch keiner erzählen, dass diese "Einrichtungen" von irgendwelchen Behörden so abgenommen oder kontrolliert wurden.

Und wenn ich dann noch sehe, wie Besoffene im stehen mit ihrem Kopf an nem Boxentower einschlafen, der die Autos vor dem Club zum vibrieren bringt,

Mfg
cr
Moderator
#11 erstellt: 04. Mai 2011, 21:21
Na ja, zu den Discotheken: Es ist schon sehr lange her, dass ich in welchen war (Ende 80er/90er), aber die waren damals schon unerträglich laut und oft übersteuert.
Krach machen zu können ging schon in den 70ern, denn die Konzerte von Pink Floyd oder den Rolling Stones waren auch nicht ohne.
Da der Walkman aber erst in den 80ern richtig verbreitet war, erstaunt es mich auch etwas, dass bereits 1975 die Hörschädigung so massiv gewesen sein soll.....
Demzufolge müßte jeder dtitte in einer extrem lauten Umgebung gearbeitet haben
Passat
Moderator
#12 erstellt: 05. Mai 2011, 14:48
Nicht unbedingt.
Heutzutage ist es oftmals in der Produktion nicht leiser als in den 70ern, aber die Leute tragen heutzutage sehr viel häufiger Gehörschutz.

Und hinzu kommt, das lt. einer Studie wohl laute Musik das Gehör nicht so stark schädigt wie sonstiger Lärm gleicher Lautstärke.

Daneben stellt sich aber auch die Frage, wodurch denn die Gehörbeeinträchtigung in den 70ern zustande gekommen ist.

Meine Vermutung ist, das ein Großteil durch andere gesundheitliche Probleme (Mittelohrentzündung etc.) und der damals noch nicht so guten medizinischen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten entstanden ist.

Grüsse
Roman
iceman650
Stammgast
#13 erstellt: 14. Mai 2011, 22:01
Das mit dem Gehörschutz halte ich jetzt aber auch für ein Gerücht. Ich war am Freitag bei einem Konzert an meiner Schule und die PA war wirklich extrem laut. Abgesehen von mir habe ich niemanden mit Gehörschutz gesehen. Meinen hatte ich aber auch erst aus Klopapier bauen müssen, hatte meine Oropax vergessen

Mfg, ice
tubescreamer61
Inventar
#14 erstellt: 14. Mai 2011, 23:07
Hallo,
hier werden immer wieder irgend welche "Studien" und "Erhebungen" von irgendwelchen "Banane- Universitäten" als Referenz angeführt.
In meinen Augen (und auch Ohren) eher lächerlich - was glaubt ihr denn, was diese Akademiker besser interpretieren als der gemeine "Hörende" von der Strasse.
Den Wahrheitsgehalt dieser Aussagen darf ich fast täglich in der Strassenbahn überprüfen - wenn irgend so ein "Käppi- Träger" (Basecap mit Schirm nach hinten gedreht) mir gegenübersitzt und ich von seinem "Musikgenuss" - über Handy via Ohrstöpsel- lediglich das "Boom- Boom" der Bassdrum unvermeidlich überlaut wahrnehmen muss.

Ihr könnt ja gerne diesen ominösen "Studien" glauben schenken - für mich ist dieses nur ein Haufen "an den Haaren" herbeigezogener Schwachsinn, der lediglich dazu dient, diesen angehenden Akademikern eine Daseinsberechtigung zu schaffen.

MfG
Arvid
cr
Moderator
#15 erstellt: 15. Mai 2011, 02:17

Meinen hatte ich aber auch erst aus Klopapier bauen müssen, hatte meine Oropax vergessen


Das Problem kenne ich, Klopapier und Papiertaschentücher sind eher mühsam, aber mit fest zusammengedrückter Watte kann man den Lärm (vor allem die schädlichen Höhen) recht gut dämmen. Hat man halt auch nicht unbedingt mit (Frauen fragen hilft hier oft bes. Demake-Up Wattepads sind gut dafür mißbrauchbar)
Solex_Heizer
Stammgast
#16 erstellt: 15. Mai 2011, 06:11
also das es mit den Discos nicht besser ist kann ich bestätigen!
Ich war vor kurzen noch in einer, da hat es in den Ohren Gekitzelt, und nach kurzer zeit tat es auch weh.
Also gut kann das nicht sein
deathlord
Inventar
#17 erstellt: 16. Mai 2011, 15:36
Hallo

Dass der Pegel in der Disco geringer ist als früher, wage ich nun auch zu bezweifeln. Sicher gehen die Jugendlichen heute auch häufiger hin als früher.

Wenn ich mich recht entsinne, sind in der Schweiz 95dB Leq erlaubt, wenn Gehörschutz zur Verfügung gestellt wird 100dB. Aber ob das regelmässig kontrolliert und konsequent geahndet wird. Wie sieht das in D aus?

1975 gab es wohl schon Kopfhörer, aber es lief sicher nicht jeder 2te damit rum.


Meine Vermutung ist, das ein Großteil durch andere gesundheitliche Probleme (Mittelohrentzündung etc.) und der damals noch nicht so guten medizinischen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten entstanden ist.

Das scheint mir plausibel.


Oropax vergessen

Es geht nichts über Ohropax-Kästchen am Schlüsselanhänger.

Grüsse
Oliver
Z25
Inventar
#18 erstellt: 16. Mai 2011, 15:44
Heute beim HNO-Arzt kam eine ziemliche Delle bei 4 kHz auf meinem linken Ohr zum Vorschein....... Aber ich gehöre nicht mehr ganz zur Jugend!


[Beitrag von Z25 am 16. Mai 2011, 15:45 bearbeitet]
cr
Moderator
#19 erstellt: 16. Mai 2011, 16:27

Wenn ich mich recht entsinne, sind in der Schweiz 95dB Leq erlaubt, wenn Gehörschutz zur Verfügung gestellt wird 100dB. Aber ob das regelmässig kontrolliert und konsequent geahndet wird. Wie sieht das in D aus?


Kann nur für Ö was dazu sagen: Es gibt Regelungen, allein schon wegem dem Personal, aber habe früher nie erlebt, dass sich irgendwer darum gekümmert hätte.

Dass Jugendliche heute öfter in die Disco gehen als zB in den 70/80ern, halte ich für ein Gerücht.

Vielleicht spielt das Indianerspielen auch eine Rolle? Wir haben zB viel herumgeballert mit diesen aufgerollten Platzpatronen für Spielzeugpistolen (waren nicht sonderlich laut) bzw den 6-er Patronenkränzen für die Trommelrevolver (lauter). Wie laut solche Dinger nun sind, vielleicht weiß das wer? Auf jeden Fall sind sie weit leiser als Schweizerkracher usw.
deathlord
Inventar
#20 erstellt: 16. Mai 2011, 16:34


Vielleicht spielt das Indianerspielen auch eine Rolle? Wir haben zB viel herumgeballert mit diesen aufgerollten Platzpatronen für Spielzeugpistolen (waren nicht sonderlich laut) bzw den 6-er Patronenkränzen für die Trommelrevolver (lauter). Wie laut solche Dinger nun sind, vielleicht weiß das wer? Auf jeden Fall sind sie weit leiser als Schweizerkracher usw.

Ich denke, das wird heute immer noch getan. Vielleicht weniger, weil die Kinder drin sind am gamen?
ton-feile
Inventar
#21 erstellt: 16. Mai 2011, 16:46
Hi,

Die Betriebsärztin einer Ö.R. Rundfunkanstalt erzählte mir, dass viel mehr junge Leute als früher bei ihrer Bewerbung zur Mediengestalterausbildung, schon an der Audiometrie scheitern.

Dabei zeigen sich in erster Linie beginnende Symptome von Lärmschwerhörigkeit, also eine Senke im Präsenzbereich um 4kHz.

Persönlich halte ich die heute verbreiteten In-Ear-Kopfhörer für besonders problematisch, weil sie sehr hohe Pegel zulassen, ohne dass etwas zerrt. Dadurch hört sich die Musik dann gar nicht so laut an, wie sie in Wirklichkeit ist.

Ich bin ein wenig skeptisch, was den Bericht in den schweizer Medien angeht, wenn ich z.B. im öffentlichen Nahverkehr mitbekomme, was sich die Kids heute so auf die Ohren geben.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 16. Mai 2011, 16:46 bearbeitet]
cr
Moderator
#22 erstellt: 16. Mai 2011, 16:52
Extrem unangenehm ist auch oft das Bremskreischen von einfahrenden Zügen. Ich pflege mir da oft die Ohren zuzuhalten. Hat wer Ahnung, wie laut das sein kann?
silencer_sh
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 16. Mai 2011, 23:15

cr schrieb:

Meinen hatte ich aber auch erst aus Klopapier bauen müssen, hatte meine Oropax vergessen


Das Problem kenne ich, Klopapier und Papiertaschentücher sind eher mühsam, aber mit fest zusammengedrückter Watte kann man den Lärm (vor allem die schädlichen Höhen) recht gut dämmen. Hat man halt auch nicht unbedingt mit (Frauen fragen hilft hier oft bes. Demake-Up Wattepads sind gut dafür mißbrauchbar)


ich bin es leid mir von dem krach die ohren zu schädigen.
deswegen habe ich letztes jahr vorgesorgt (unbedigt die 25er nehmen! ist noch laut genug!) damit ich auch noch in ein paar jahren meine anlage genießen kann

ps: teilweise ist aber der pegel so extrem, dass selbst der schutz nichtmehr wirkt, weil man selbst über den körperschall einen tinitus bekommt! ohne schutz wird es überstrahlt und man merkt es erstmal garnicht!
ich verlasse solche bereiche umgehend! sowas hat für mich nichtsmehr mit genuss oder spass zutun!


[Beitrag von silencer_sh am 16. Mai 2011, 23:21 bearbeitet]
Giustolisi
Inventar
#24 erstellt: 18. Mai 2011, 09:42
Ich habe mir zu diesem Zweck die Alpine Earplugs gekauft. Die sind zwar etwas teurer, haben aber verschiedene Einsätze, mit denen man zwischen 14 und 16dB wegdämpfen kann. Die 16dB Einsätze kommen rein wenn ich auf ein Konzert oder Festival gehe. Die 14dB Einsätze benutze ich gerne Beim Dreirad Fahren. So ist es schön leise und ich kann die Navi Ansagen noch genau so gut verstehen. Auch das tieffrequente Motordröhnen in der Kabine wird leiser. Trotzdem kann ich damit die anderen über CB Funk noch gut verstehen.
dazu gibts ein kleines Röhrchen mit Ring für den Schlüsselbund.
cr
Moderator
#25 erstellt: 18. Mai 2011, 11:23
Macht der Unterschied zw. 14 und 16 dB so viel aus, dass sich das lohnt, beide zu haben?
silencer_sh
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 18. Mai 2011, 11:32
und kommt man mit 16db auf dem festival weit?
ich meine ohne tinitus!

dadurch, dass eben alles etwa gleich gedämpft ist, kann ich mich mit den 25ern trotzdem normal unterhalten und höre sonst auch noch alles.
deathlord
Inventar
#27 erstellt: 18. Mai 2011, 12:03

ton-feile schrieb:

Persönlich halte ich die heute verbreiteten In-Ear-Kopfhörer für besonders problematisch, weil sie sehr hohe Pegel zulassen, ohne dass etwas zerrt.


Die Verzerrungen sind doch schon bei Ohrhörern schon extrem niedrig. Eigentlich sind die In-Ears noch am ehesten geeignet, um unterwegs Musik zu hören, da sie die Umgebungsgeräusche dämmen. Dann braucht man deutlich weniger Pegel, um noch was von der Musik zu hören.
Natürlich sind die erreichbaren Maximalpegel irrsinnig hoch.

Ich finde es einfach schockierend, wie stark das Lautstärkeempfinden von den Umgebungsgeräuschen abhängt. In meiner Erfahrung reicht ein Pegel, der bei stiller Umgebung unangenehm laut ist, im Zug nicht, um sinvoll Musik zu hören, selbst mit In-Ears.
Z25
Inventar
#28 erstellt: 18. Mai 2011, 16:59
Muss ich zustimmen! Seitdem ich inears habe, habe ich die Lautstärke extrem verringert, weil Umgebungsgeräusche weggedämpft werden!
deathlord
Inventar
#29 erstellt: 18. Mai 2011, 17:59

cr schrieb:
Macht der Unterschied zw. 14 und 16 dB so viel aus, dass sich das lohnt, beide zu haben?


Die Angaben beziehen sich auf 500Hz, im Hochton sind die Unterschiede wohl wesentlich grösser (und die Dämmung natürlich auch, 16dB im Hochton für ein Konzert sind für mich jedenfalls viel zu wenig.


silencer_sh schrieb:
teilweise ist aber der pegel so extrem, dass selbst der schutz nichtmehr wirkt, weil man selbst über den körperschall einen tinitus bekommt!



Wusste nicht, dass es das gibt.
Ich denke, hier ist die A-Bewertung des dB-Massstabs problematisch. Denn bei der Scherzgrenze ist die Kurve fast flach, ich erwarte, dass damit die Gehörschädigung bei so hohen Pegeln dann auch nicht mehr stark von der Frequenz abhängt. Wenn man also die Bässe überproportional laut hat (weil hier mehr erlaubt ist) und dann doch deutlich über die Grenzwerte geht...
Giustolisi
Inventar
#30 erstellt: 18. Mai 2011, 20:30

Macht der Unterschied zw. 14 und 16 dB so viel aus, dass sich das lohnt, beide zu haben?

Ich glaube ja sowieso, dass es mehr als 16dB sind. Der Unterschied zwischen den 14dB und 16dB Einsätzen ist zu groß für 2dB

und kommt man mit 16db auf dem festival weit?
ich meine ohne tinitus!

Solange man nicht ganz vorne ist reichen 16dB auch aus.
gerhard47
Schaut ab und zu mal vorbei
#31 erstellt: 18. Mai 2011, 20:41
vielleicht hat die aufklärung über die zu laute musik durch die stöpsel im ohr auch einfach wirkung gezeigt.
Es könnte aber auch sein, dass die meisten langsam wieder lernen was gute musik ist. Für mich ist der mist aus den ohrstöpseln eigentlich nur krach, den will ich dann sicher nicht auch noch laut oder ganz laut haben.
ton-feile
Inventar
#32 erstellt: 18. Mai 2011, 21:05
Hi,

Mittlerweile spielen "In-Earer" auf sehr hohem klanglichen Niveau.

Es gibt ja auch handfeste Vorteile bei dem Prinzip.
Wenn die Teile dicht sind, ist eine ziemlich perfekte Ankopplung ans Trommelfell und damit guter Bass möglich.
Dann noch Seltenerde-Magnete im Motor, die den Wirkungsgrad erhöhen und den Player so weniger verzerren lassen...

Das Problem liegt imO immer beim Missbrauch.
Wer nicht ohne Sinn und Verstand aufdreht, schont sein Gehör und kann seine Musik auch im öffentlichen Raum in sehr guter Qualität hören, ohne Andere so zu nerven, wie er das bei gleichen subjektiven Pegeln und normalen "undichten" Kopfhörern sicher tun müsste.

Ob etwas giftig oder heilsam ist, liegt eben oft in der Dosierung.

Gruß
Rainer


[Beitrag von ton-feile am 18. Mai 2011, 21:19 bearbeitet]
cr
Moderator
#33 erstellt: 18. Mai 2011, 21:49
Was mir gerade einfällt:

Vielleicht wird der Loudness-War (d.h. dynamiklos auf laut getrimmte Musik) durch die gesetzlich in manchen Ländern verordnete (sinnlose) Lautstärkebegrenzung der KH-Ausgänge gefördert. Denn dadurch erreicht man höhere Lautstärken, wenn man sonst nicht genug aufdrehen kann.
G11880
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 18. Mai 2011, 21:52
gilt die 100 db grenze auch in allen discos ?
dommii_old
Hat sich gelöscht
#35 erstellt: 18. Mai 2011, 23:14
Ich als regelmäßiger Diskobesucher kenne die PA meiner Stammdisko aus Sicht des DJs sehr gut. Dort läuft es so das ein geeichter und versiegelter Limiter an einem Messmikro bei schon kurzer Zeit über 100dB die Lautstärke für ca. 2 Minuten auf 95dB herab regelt. Merkt man sehr schnell daran wenn Matze, der DJ, wieder am fluchen ist.
cr
Moderator
#36 erstellt: 19. Mai 2011, 11:25
Und, sind 100dB erträglich?
Man hat ja selten Gelegenheit, das so geeicht serviert zu bekommen?
RoA
Inventar
#37 erstellt: 19. Mai 2011, 11:51

cr schrieb:
sind 100dB erträglich?


Bei mir zu Hause klingen die sehr gut. Da hab sogar sogar noch ein paar dB in Reserve.
dommii_old
Hat sich gelöscht
#38 erstellt: 19. Mai 2011, 11:56
Die Tops werden geflogen, von 4 Seiten auf die Tanzfläche, die Subwoofer stehen als Podest an 2 Ecken. Steht man nun auf den Subs wird es bei manchen Lieder schon böse, das sind dann aber auch max 1 m zu den Tops.
Ansonsten ist der Sound eigentlich angenehm, druckvoll aber nie schmerzhaft.

In einer anderen Disko hingegen (da läuft aber auch andere Musik, Hardstyle/-core statt House) sind die Höhen der ReverseBass und der Synties teilweise erst nach einer halben Stunde Gewöhnung ohne leichte Kopfschmerzen ertragbar. Schallpegelbegrenzungen sind aber soweit ich weiß Pflicht für öffentliche Veranstaltungsorte.

Ich denke es kommt immer drauf an wer hinter dem DJ-Pult steht und was für Musik gespielt wird. Wenn ein GastDJ in meiner Stammdisko hausiert ist der Sound manchmal auch grenzwertig, da kommt dann Matze zum Nachregeln. :-D
RoA
Inventar
#39 erstellt: 19. Mai 2011, 12:16
Nun sind 100dB eigentlich nicht so ungewöhnlich laut, schon gar nicht in einer Disko, wo sich bereits durch sich zwangsläufig laut unterhaltenes Publikum ein Geräuschpegel von durchaus 80db oder mehr ergeben kann (man muß sich fast schon anbrüllen, um sich überhaupt noch zu verstehen). Wenn es natürlich eine Begrenzung auf 100dB gibt, ist es naheliegend, die Dynamik der Musik zu begrenzen, da die Musik sonst zu leise wird. Hat ein Musikstück bspw. DR10, spielt die Musik an leisen Stellen bei 90dB bei einem Hintergrundpegel um 80dB zu leise. Bei DR5 kann man den Musikpegel dagegen zwischen 95 und 100dB halten.
dommii_old
Hat sich gelöscht
#40 erstellt: 19. Mai 2011, 12:41
Ich glaube eher das es sich bei den Limitern um RMS-Limiter handelt, denn es werden auf dem Display immer 2 Werte angezeigt, der eine liegt auch mal kurzfristig bei 108 oä, sobald aber der andere längere Zeit an den 100 kratzt wird zurückgeregelt.
Fhtagn!
Inventar
#41 erstellt: 19. Mai 2011, 17:30
Motörhead erreichten schon in den 70ern über 125dB über die PA.

Soo neu ist das nun alles nicht....
deathlord
Inventar
#42 erstellt: 19. Mai 2011, 18:47

Fhtagn! schrieb:
Motörhead erreichten schon in den 70ern über 125dB über die PA.

Soo neu ist das nun alles nicht....


Wer sagt denn, es sei neu?
cr
Moderator
#43 erstellt: 19. Mai 2011, 18:55
Seit den 70ern hat sich bzgl. Lärm nichts mehr gesteigert. Die Frage ist vielmehr, ob sich was gebessert hat.
Ich wäre zB ganz gern des öfteren in Discos, Clubbings oder was auch immer gegangen, aber der unerträgliche Lärm, der meistens Gehörschutzmaßnahmen erfordert, hat mich ziemlich abgelöscht.
ton-feile
Inventar
#44 erstellt: 19. Mai 2011, 21:02
Hi,

Mich würde mal interessieren, wie bei Motörhead gemessen wurde.
125dB Schalldruckpegel am Hörplatz sind einfach so gemein laut ... da bleibt man als Mensch normalerweise nicht stehen, sondern ergreift instinktiv die Flucht.

Gruß
Rainer
dommii_old
Hat sich gelöscht
#45 erstellt: 19. Mai 2011, 21:23
Also die Sensation White rühmt sich ja mit 60 Sekunden 140dB, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, falls nicht bitte korrigieren. Jedenfalls war diese eine Minute so druckvoll das man nur schwer atmen konnte.
RoA
Inventar
#46 erstellt: 20. Mai 2011, 04:48

ton-feile schrieb:
Mich würde mal interessieren, wie bei Motörhead gemessen wurde.


Nicht wirklich. Bei ACDC konnte ich es erfahren, am eigenen Leib. Anfang der 80er rühmten sie sich, mit der damals stärksten PA-Anlage der Welt auf Tour zu gehen (130.000 Watt, wenn ich mich recht erinnere), und Lärmschutz war da noch nicht in der Diskussion. In der Kieler Ostseehalle war die Anlage jedenfalls ausreichend dimensioniert, um die Hells Bells gleich am Anfang buchstäblich durch Mark und Bein gehen zu lassen. Es waren aber die Salutschüsse bei "For those about to Rock", die einem buchstäblich den Atem nahmen. Einige von uns hatten noch Tage später ein Fiepen im Ohr. Und das, obwohl wir vorgewarnt waren und uns Watte in die Ohren gepropft hatten. Es waren diese Konzerte, wo der Begriff "akustische Körperverletzung" neu definiert wurde. Und ja, es war geil!
Fhtagn!
Inventar
#47 erstellt: 20. Mai 2011, 05:37
Der größte Teil der Schwerhörigen kam früher jedenfalls durch Krankheiten zustande und nicht durch konstanten Lärm.

Ich habe das am eigenen Leib erfahren (müssen). Mit 7 Jahren Verlust des Hörvermögens, Restgehör 15-20% von 100.
Dann eine Tour durch sämtlich HNO Praxen Norddeutschlands, diverse OPs, nichts hat geholfen.
Irgendwann dann doch, aber warum, das wussten die Ärzte auch nicht.

Mit verbesserter Diagnostik wäre das wahrscheinlich viel einfacher zu beheben gewesen.

Und: Vielen fiel so etwas gar nicht auf. Auf dem Lande (und nicht nur dort) war solch ein Kind dann einfach dumm. In der Schule bekam man wenig mit, schlechte Noten, ergo: Schwer von Begriff.
Ich hatte dank meiner Eltern das Glück behandelt zu werden, vielen anderen ging es da schlechter.

MfG
Haakon
WilliO
Inventar
#48 erstellt: 20. Mai 2011, 06:44
Hallo Leute,
diese irren Zeiten habe ich auch noch erleben dürfen.
Ich werde nie vergessen, wie wir nach dem Stones-Konzert
(72 oder 73) aus der Kölner Radrennbahn herauskamen und im
Prinzip taub waren. Der Kölner Stadtanzeiger schrieb einen
Tag später: "Die Stones spielten mit 130dB"!
Mein damaliges Auto, ein Ford P4/12m, bekannt für seinen
"Treckersound", konnte ich im Auto sitzend nicht, mehr hören. Nur die Vibrationen ließen mich ahnen, daß der Motor läuft.
Na ja, die "Who" noch mit Keith Moon in Düsseldorf, waren auch in dieser Kategorie einzuordnen. Allerdings mußte ich
mit Entsetzen im letzten Jahr bei einem Porcupine Tree-Konzert in Köln feststellen, daß es noch brutaler zugehen
kann. Es gab offensichtlich keine Limiter denn die Bassdrum
kam wie ein wuchtiger Faustschlag auf die Brust an. Unglaublich!
Dazu noch zischende S-Laute ohne Ende, daß war Gift für die
Ohren! Und die Typen am Mischpult, direkt hinter uns, müssen
einfach taub gewesen sein.
Das es auch anders und viel besser gebt, habe ich bei diversen Konzerten (E. Clapton, Eagles, P.F., Roger Waters,
etc.) teils nur wenige Meter von der Bühne entfernt, erlebt.
M.E. reichen 100dB, saubere/hochwertige PA-Soundqualität vorausgesetzt, völlig aus.
Am 28.5. werde ich wieder mal R.W. (The Wall) in Antwerpen mit perfektem Sound erleben.

Beste Grüße
Willi


[Beitrag von WilliO am 20. Mai 2011, 06:45 bearbeitet]
G11880
Ist häufiger hier
#49 erstellt: 20. Mai 2011, 11:34
naja dann bin ich ja mit meinen >130 dB gut dabei in meinen auto
cbv
Inventar
#50 erstellt: 20. Mai 2011, 14:16

G11880 schrieb:
naja dann bin ich ja mit meinen >130 dB gut dabei in meinen auto :Y

Wie kann man bei solch lauten Fahrgeräuschen noch Musik geniessen?

*duck*
cr
Moderator
#58 erstellt: 06. Jul 2011, 11:10
Diese Nachricht wurde automatisch erstellt!

Das Thema wurde aufgeteilt und einige themenfremde Beiträge wurden verschoben. Das neue Thema lautet: "Hat sich der Musikgeschmack der Jugend geändert?"
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