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Wann und warum ist Leistung (eben doch) relevant?

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Django8
Inventar
#1 erstellt: 01. Apr 2004, 06:44
Ich weiss soviel:
- Die Leistung eines Verstärkers ist bei "normalem" Gebrauch – d.h. wenn man nicht gerade ein Fussballstadion beschallen will – faktisch irrelevant.
- Bei einem LS mit 90dB/W/M braucht man 1 Watt, um 90dB Lautstärke zu erreichen (Was schon ziemlich viel ist).
- Für die doppelte Lautstärke braucht man die zehnfache Leistung.
Daher müsste eigentlich ein solider 10+10W-Verstärker in jedem Fall ausreichen (?). So habe ich habe z.B. unter anderem einen kleinen (aber tollen) 2x12 Watt RMS Pioneer-Receiver, der sich schon ganz wie ein "Grosser" anhört. Ich habe nie das Gefühl, die Leistung würde nicht ausreichen.
Aufgrund einiger Beobachtungen ergeben sich aber dennoch ein paar Fragen (bin nämlich etwas verwirrt):
- Es gibt LS, die benötigen (gemäss Angaben der Herstellers) einen Verstärker mit einer gewissen Mindestleistung. Warum? Das würde ja bedeuten, dass man mit diesen LS nicht leise hören kann/darf/sollte. Was soll ein LS, der angeblich mindestens 20 Watt benötigt, wenn man doch selten mit mehr als 2 Watt hört? Ist dies, weil ein schwacher Verstärker schneller ins Clipping gerät und damit die Gefahr der Zerstörung der Hochtöner besteht?
- Vor allem bei (billigen) Kompaktanlagen und dgl. merkt man schon bei geringen Lautstärken, dass sie ziemlich schwach sind. Man kriegt einfach nicht das selbe Soundfeeling hin wie mit anständigen Verstärkern. Liegt das an den Verzerrungen? Denn für eine Lautstärke von 80 dB benötigt man ja kaum mehr als 2x1 Watt. An der Verstärkerleistung kann es daher m.E. nicht liegen.
- Für was braucht man überhaupt mehr Leistung? Was hat man davon? Ich verstehe nämlich jene nicht ganz, die finden, ein z.B. 2x30 Watt Verstärker sei etwas schwach. Damit bringt man doch bereits Häuser zum Einsturz. (Dämliche Frage, ich weiss....).
Ich hoffe, mir kann da jemand weiterhelfen.

Django
Oliver67
Inventar
#2 erstellt: 01. Apr 2004, 07:05
Hallo Django,


- Es gibt LS, die benötigen (gemäss Angaben der Herstellers) einen Verstärker mit einer gewissen Mindestleistung. Warum? Das würde ja bedeuten, dass man mit diesen LS nicht leise hören kann/darf/sollte. Was soll ein LS, der angeblich mindestens 20 Watt benötigt, wenn man doch selten mit mehr als 2 Watt hört? Ist dies, weil ein schwacher Verstärker schneller ins Clipping gerät und damit die Gefahr der Zerstörung der Hochtöner besteht?


Diese Herstellerangabe ist eigentlich Unsinn. Ich vermute es ist einfach zu Sicherheit, damit niemand sagen kann "Die Boxen bringen nichts" Positiv gesehen ist es eine Hilfe für den Nichtfachmann. Der Hersteller sagt damit wohl dem Laien, dass man mit 20 Watt Lautstärken erreicht, die jedem normalen Menschen ausreichen.


Vor allem bei (billigen) Kompaktanlagen und dgl. merkt man schon bei geringen Lautstärken, dass sie ziemlich schwach sind. Man kriegt einfach nicht das selbe Soundfeeling hin wie mit anständigen Verstärkern. Liegt das an den Verzerrungen? Denn für eine Lautstärke von 80 dB benötigt man ja kaum mehr als 2x1 Watt. An der Verstärkerleistung kann es daher m.E. nicht liegen.


Es ist ein Unterschied, ob der Verstärker seine Leistung nur an einem Widerstand zum Messen abgeben muß (also z.B. 4 Ohm) oder an einem realen Lautsprecher, der eine komplexe Last darstellt. Das ist einer der Gründe, warum immer "Watt ist nicht gleich Watt" rumschwirren. Eine Wattangabe nach DIN sagt ja nur: der Verstärker macht bei 1kHz, an z.B. 4 Ohm 30 Watt. Wie er im Bass mit den Rückwirkungen der Chassis zurechtkommt, ist was ganz anderes.


Für was braucht man überhaupt mehr Leistung? Was hat man davon? Ich verstehe nämlich jene nicht ganz, die finden, ein z.B. 2x30 Watt Verstärker sei etwas schwach. Damit bringt man doch bereits Häuser zum Einsturz. (Dämliche Frage, ich weiss....).


Du hast fast recht. Bei normalen Boxen braucht man nicht mehr als allerhöchstens 50 Watt um taub zu werden. Ich allerdings betreibe Boxen (80 dB/W), bei denen ich hin und wieder (Spitze nicht Dauerlast) auch mal 400 Watt pro Kanal abziehe (bei Klassik) und öfter mal 2 x 100 Watt (Rock, da ist aufgrund der geringeren Dynamik dann die Gesamtlautstärke genauso hoch, bei geringeren Spitzen)

Oliver
nathan_west
Gesperrt
#3 erstellt: 01. Apr 2004, 07:07
Naja, das mit dem Clipping ist eine Sache, ein "500 Watt" Receiver wird sicherlich beim Betrieb an Regalboxen *niemals* mit Clipping beginnen *G*.
Wenn du einen grösseren Verstärker einsetzt musst du nicht so weit aufdrehen und da normalerweise grössere Verzerrungen entstehen je weiter man aufdreht bist du dadurch nochmal auf der sichereren Seite.
Ausserdem bieten die grössere Verstärker u.U. durch grössere Auslegung der Spannungsbereitstellenden und Teile und der Leitungen auch bei kleineren Lautstärken möglicherweise mehr Dynamik...
Sonst gibts nicht soviele Argumente nur wegen der Leistung upzugraden.

Wobei - die meisten Leute haben keine Lautsprecher mit 99DB Wirkungsgrad...
Wenn jemand seine 4-Wege Selbstbaulautsprecher betreiben möchte kann es sein das da mit 2x10 Watt *nix* gutes zu holen ist.
driesvds
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 01. Apr 2004, 10:38

So habe ich habe z.B. unter anderem einen kleinen (aber tollen) 2x12 Watt RMS Pioneer-Receiver, der sich schon ganz wie ein "Grosser" anhört. Ich habe nie das Gefühl, die Leistung würde nicht ausreichen.


solange du kein infinity renaisance 90 oder wilson watt puppy dran hängst.......
DB
Inventar
#5 erstellt: 01. Apr 2004, 12:09
Es gibt mehrere Möglichkeiten. Erstens ein geringer Wirkungsgrad, hier wird also viel elektrische Energie in wenig Schall umgesetzt. Dann wäre noch die Möglichkeit, daß größere Rückwirkungen zum Verstärker und auch Phasenverschiebungen U/I auftreten, mit denen nicht jeder Verstärker gleich gut fertig wird.
Dadurch können Verstärker auch in ihrer unverzerrten Ausgangsleistung soweit einbrechen, daß sie statt 100W vielleicht nur noch 10W liefern.

MfG

DB
Peter_Walter
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 01. Apr 2004, 19:07
...für eine Lautstärke von 80 dB benötigt man ja kaum mehr als 2x1 Watt. An der Verstärkerleistung kann es daher m.E. nicht liegen.
- Für was braucht man überhaupt mehr Leistung?




Tatsächlich kommt es nicht auf die Leistung, sondern die Stromlieferfähigkeit an. Und zwar besonders bei niedrigen (z.B 2 Ohm-Boxen) und komplexen Lasten (Phasenverschiebung).

Ich hatte mal eine sehr niederohmige Infinity-Box (RS 2.5) die verzerrte gräßlich mit einem 25 Watt-Verstärker (Scott), klang aber sauber mit einer nicht viel stärkeren Threshold Endstufe (50 Watt). Der konnte nämlich den durch das Spannungssignal vorgegebenen Strom auch wirklich liefern.

Im Prinzip wird es meist so sein, dass der schwächere Verstärker dann aber den notwendigen Strom nicht so ganz liefern kann und somit clippt, also verzerrt. Besonders bei Transistorendstufen ist hört sich das sehr unangenehm an.

Gruß, Peter
pink-man
Stammgast
#7 erstellt: 02. Apr 2004, 18:56
Also das mit der rückwirkung auf den Verstärker, ich denke ihr meint die in der Schwingspule induzierte Spannung, hat nichts mit der Leistung eines Verstärkers zu tun dabei ist eigentlich nur der Dämpfungsfaktor wichtig.
Tja manche Leute hören halt lieber lauter als laut
Ich nicht!!! Aber ein Freund von mir hat sein ganzes Zimmer mit PA Chassis zugepackt vier große Endstufen dazu und jetzt hört er mit fast 10KW Musik. Ab und zu schleppt er das auf einen Discoabend zum Musik machen. Naja wers mag.
Lange zeit kann ich mir das nicht antun. Das macht keinen spass mehr.
-scope-
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 03. Apr 2004, 10:51
Hallo,
die Leistung ergibt sich bekanntlich aus der Ausgangsspannung und dem (je nach Impedanz) fliessenden Strom.
Aussagekräftige Informationen zeigt in diesem Zusammenhang der von der Zeitschrift "Audio" verwendete Leistungswürfel.
Neben den Parametern Ueff und Ri, kommt dort auch noch die Phasenverschiebung U/I zur Verwertung.

An diesem Diagramm (Plateau) kann man schnell erkennen, wie sich ein Verstärker bei unterschiedlichen Bedingungen werhält.
Epsilon
Inventar
#9 erstellt: 03. Apr 2004, 12:00
Die Leistung könnte relevant sein, wenn man versucht, mit schwachen Boxen (bzgl. Wirkungsgrad) eine Party zu beschallen. Man sollte bedenken, dass bei basslastiger Musik und grossen Lautstärkesprüngen der Verstärker eben doch "Reserven" haben sollte.
DB
Inventar
#10 erstellt: 03. Apr 2004, 15:52
Ich habe noch eine Anmerkung: für Partybeschallung ist noch relevant, wie lange der Verstärker in der Lage ist, seine angegebene Leistung abzugeben; hier fließt ein, wie das Gerät thermisch belastbar ist (Kühlkörper und Trafo).
Nicht umsonst haben 100W-Ela-Endstufen gänzlich andere Abmessungen als 100W-Hifi-Endstufen.

MfG

DB
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