Umzug nach Amerika -> Netzspannung umstellen?

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antondd
Stammgast
#1 erstellt: 29. Jan 2013, 21:40
Hallo!

Hab auf die Schnelle nichts passendes gefunden, auch wenn ich mir sicher bin, nicht der erste Mensch mit diesem Problem zu sein. Und falls ich hier grad im falschen Unterforum bin, vielleicht können die Mods es ja passend verschieben...

Ich werde bald nach Kanada umziehen, und jetzt mache ich mir Gedanken, wie ich meine Anlage dort bei 110V/60Hz zum laufen bekomme.

Das habe ich:
Marantz PM4400 Vollverstärker
Marantz CD6000OSE CD-Player
Pro-ject Debut II Plattenspieler, mit der Speedbox (1. Generation)

Erstmal nehme ich an, daß ich nichts groß kaputt machen kann, wenn ich die 220V-Geräte an 110V anschließe, aber funktionieren sollten sie auch . Ich denke bei dem Verstärker und dem CD-Player ist die Spannung das Problem, beim Plattenspieler zusätzlich die Frequenz, oder stört die bei den anderen auch?

Gibt es eine Möglichkeit, den Verstärker und den CD-Player auf nicht zu komplizierte Art umzurüsten? Oder die so lassen, dafür einen Trafo davor? Wenn ja, was für Anforderungen an den sind zu beachten, es ist ja sicher ein Unterschied, ob man einen Fön oder einen Verstärker betreibt... Reicht ein Trafo mit einem Verteilerstecker, oder benötigt jedes Gerät einen eigenen? Was für Nachteile können durch einen Trafo entstehen (Brummen?), und wie vermeide ich die?

Zum Plattenspieler: Da habe ich pro-ject schon mal angeschrieben, die meinten ich müsste ein neues Netzteil kaufen und an die Speedbox anschließen, und den Pulley auswechseln. Kostet ohne Steuern und Umbau ca. 25€, also überschaubar. Er meinte, mit etwas Geschick kann ich den Pulley selber tauschen... (Frage an Euch: Wie einfach oder schwer ist das? Der Pulley ist das Rad, das vom Motor angetrieben wird und über das der Riemen läuft, oder? Also einfach abschrauben und neuer dran? Oder muß dort irgend etwas fein eingestellt werden?) . Oder gibt es noch einen anderen, evtl. besseren Weg? Ansonsten passt das ja, die Teile werde ich ja dort vor Ort über den Vertrieb oder Fachhandel besorgen können...
bierman
Inventar
#2 erstellt: 29. Jan 2013, 21:55
Wär es nicht das Sinnvollste, die Anlage zu verkaufen und dort was zu kaufen was direkt an 110 V läuft?

Es gibt ne Menge Geräte die intern auf 110V umschaltbar sind, z.B. durch das Umstecken einer Sicherung. Ein Bastler im Bekanntenkreis könnte herausfinden ob es bei diesen Geräten möglich ist.
antondd
Stammgast
#3 erstellt: 29. Jan 2013, 22:40
Was das sinnvollste ist, kann ich natürlich erst abschätzen wenn ich den Aufwand kenne... Für den Plattenspieler erscheint mir der Aufwand vertretbar, gerade dadurch das ich vor ein paar Jahren ein besseres System einbauen lassen habe...

Bei den anderen beiden Geräten kann ich es eben nicht abschätzen...
Passat
Moderator
#4 erstellt: 29. Jan 2013, 23:22
Die einfachste Möglichkeit:
Spannungswandler von 110 Volt auf 230 Volt.

Gibts z.B. für 1000 Watt bei Conrad: http://www.conrad.de...240115125-VAC-1000-W

Da bleibt dann nur das Problem mit der Netzfrequenz von 60 Hz.
Da aber die Speedbox ein externes Netzteil hat und die Frequenz selbst neu generiert, dürfte es da kein Problem geben.
Notfalls in Kanada ein Netzteil mit passender Ausgangsspannung und Leistung kaufen.

Grüße
Roman
Jeck-G
Inventar
#5 erstellt: 30. Jan 2013, 02:07
Ein Bekannter war vor knapp 10 Jahren für knapp 3 Jahre in Kanada (Goose Bay, Bundeswehr) und hatte Geräte wie Fernseher (Röhre), Surroundanlage, Computer usw. mitgenommen und später wieder zurück mit nach Deutschland.
Gelöst hatte er das Problem mit Vorschalttrafos (ähnlich wie vom obigen Link, in Kanada gekauft) und Adaptersteckern, die Steckdosenleisten waren noch die Alten. Ein E-Grammophon (welches je nach Typ frequenzabhängig wäre) besaß er allerdings nicht, Fernsehen und Radio kam über Sat.

Viele Kleingeräte hatten schon "damals" Weitbereichs-Schaltnetzteile, ich (hatte ihn für paar Wochen besucht) konnte also Rasierer, Laptop, externe Platte und Handylader (Handy brachte mir allerdings trotz Tri-Band nichts, da andere Frequenz) einfach mit Adapterstecker an die dortigen Steckdosen anschließen.

Die dortige Elektroinstallation ist aber nicht das, was ein deutscher Elektriker gewohnt ist (Nackenhaare am Besten wegrasieren, damit diese sich nicht sträuben können ), aber es funktioniert trotzdem.


[Beitrag von Jeck-G am 30. Jan 2013, 02:10 bearbeitet]
antondd
Stammgast
#6 erstellt: 30. Jan 2013, 21:52
Welche Größe (-> Preis) wäre denn dann für den Verstärker und den CD-Player am geeignetesten? Bei dem oben bei Conrad verlinkten geht das ja von 50 W/20 € bis 1500 W/260 €, was ja schon ein weites Feld ist...

Beim CD-Player steht im manual unter power consumption 13 W, beim Verstärker steht das allerdings nicht so explizit. Dort steht nur power output 30 W bei 8 Ohm (hab 2 8 Ohm Standlautsprecher). Aber wieviel benötigt er dann? 60 W oder 30 W oder noch etwas mehr?
Um also einfach mal bei denen zu bleiben die Conrad anbietet, würde der Trafo für 50 W reichen, oder sollte es der für 200 W sein? Oder würde auch so ein kleinerer reichen, der laut Beschreibung bis 80 W reicht: http://www.conrad.de...-V-auf-230-V-80-Watt ?


Ein E-Grammophon (welches je nach Typ frequenzabhängig wäre) besaß er allerdings nicht

Das sollte eben über die Speedbox bzw. noch den Pulleytausch funktionieren, sollte also passen.
Lt. manual hat der pro-ject eine power consumption von 2 VA, noch bißchen was für die Speedbox, aber das wäre also zu vernachlässigen und könnte ich wahrscheinlich gleich an den gleiche Trafo hängen oder? Außerdem wäre ja entweder CD-Player oder Plattenspieler in Betrieb, nicht beide gleichzeitig.
Edit: Auf dem Netzteil stehen 15 W Input. Aber wie gesagt, das könnte man leicht tauschen und unabhängig vom Rest versorgen..


Viele Kleingeräte hatten schon "damals" Weitbereichs-Schaltnetzteile

Ja, kenne ich. Handy, Laptop usw., die brauchen halt nur einen Steckeradapter, und machen mir deshalb keine Sorgen


[Beitrag von antondd am 30. Jan 2013, 21:54 bearbeitet]
Passat
Moderator
#7 erstellt: 30. Jan 2013, 22:08
Der PM 4400 hat lt. Anleitung eine max. Leistung von 2x 80 Watt an 4 Ohm nach IHF-Norm.
Da es ein Analogverstärker ist, liegt der Wirkungsgrad bei ca. 50%, d.h. die Leistungsaufnahme bewegt sich im Bereich 320 Watt max.

Du solltest vom Worst Case ausgehen.
Also die 320 Watt zzgl. der 13 Watt des CD-Players zzgl. der 15 Watt des Pro-Ject, also zusammen ca. 350 Watt.
Da es wohl den Spannungswandler kaum mit exakt dieser Leistung gibt, solltest du die nächst größere Stufe nehmen.

Grüße
Roman
antondd
Stammgast
#8 erstellt: 30. Jan 2013, 22:28
Naja, wie gerade erwähnt, sind meine Lautsprecher welche mit 8 Ohm. Habe mich gerade schlau gemacht, IHS sind also die peaks. Dann sind es laut manual 50 W IHS. Also mal 2*2*50 W + 13 W = 213 W (2 Lautsprecher, 50% Wirkungsgrad). Den Plattenspieler über eine eigenes Netzteil angeschlossen, da das sowieso steckbar ist.

-> Demzufolge sollte ich also mind. 220 W vertragen, solange ich es nur mit 8 Ohm-Lautsprechern betreibe. Stimmt der Gedankengang? Oder muß ich in jedem Fall mit den Werten für 4 Ohm-Lautsprecher rechnen?

Naja, zumindest bei Conrad sind die Trafos sowieso für 200 W oder 400 W. Wenn ich annehme das die Preise dort ähnlich wie hier sind, muß ich das mir überlegen ob es sich lohnt ca. 120 € für nen Trafo für 10 Jahre alte Geräte zu bezahlen (der Transport kommt noch dazu). Damals haben Verstärker + CD-Player wohl um die 500 € gekostet. Mh, naja, wahrscheinlich wird es dann wirklich sinnvoller sein nur die Lautsprecher und den Plattenspieler mitzunehmen, und Verstärker & CD-Player zu verkaufen und neu zu kaufen... Naja, noch ein bißchen Zeit zum drüber nachdenken.

Vielen Dank auf jeden Fall für die Hilfe!
antondd
Stammgast
#9 erstellt: 30. Jan 2013, 22:39
Noch kurz mal bei amazon.com nachgesehen, scheinbar gibt es doch billigere Geräte, was ist von denen zu halten?

Der soll bis 500W gehen: http://www.amazon.co...ds=transformers+220v
Gibt noch ähnliche, auch kleinere mit ähnlichen Leistungen... Ich meine, ein bißchen mehr lohnt sich sicher auszugeben, falls dann die Qualität des Trafos höher ist.
Oder kann es zu Problemen mit solchen billigeren Trafos kommen, bzw. worin unterscheiden die sich von denen von Conrad, die ja ein Vielfaches kosten?
Passat
Moderator
#10 erstellt: 30. Jan 2013, 23:34
Naja, diese Teile entsprechen den sehr laschen US-Sicherheitsnormen, die Conrad-Teile den sehr viel strengeren EU-Normen.

Funktionieren tun beide.

Grüße
Roman
bierman
Inventar
#11 erstellt: 31. Jan 2013, 00:15

antondd (Beitrag #9) schrieb:
Noch kurz mal bei amazon.com nachgesehen, scheinbar gibt es doch billigere Geräte, was ist von denen zu halten?


Abstand...
Die Dinger haben, wie jeder Trafo, eine Leerlaufspannung die höher ist als die Nennspannung unter Last. Es kann also gut sein dass bei leiser Musik 255V oder sowas um den Dreh an den Geräten anliegen, was die nicht ewig mitmachen. Eine ohmsche Grundlast in Form einer 60W-Birne könnte helfen.

Zur Dimensionierung:
Das Marantzchen zieht doch nie im Leben mehr als 150 Watt. Ich habe einen kleinen 60W 230->115V Wandlertrafo, daran hab ich so ziemlich jedes US-Gerät ausprobiert, von Tapedecks bis zur dicken Endstufe.


Was spricht denn dagegen, die Anlage zu verkaufen und "drüben" einfach ne andere zu erwerben?
Beim Project kann ich es noch verstehen, aber die Maräntze sind doch Allerweltsgeräte von der Stange, die es in Kanada sicherlich genau so zu kaufen gibt.
antondd
Stammgast
#12 erstellt: 31. Jan 2013, 00:36

bierman (Beitrag #11) schrieb:

Was spricht denn dagegen, die Anlage zu verkaufen und "drüben" einfach ne andere zu erwerben?
Beim Project kann ich es noch verstehen, aber die Maräntze sind doch Allerweltsgeräte von der Stange, die es in Kanada sicherlich genau so zu kaufen gibt.


Prinzipiell nichts. Man hängt halt an dem Kram, hatte ich mir damals von Zivi-Abschiedsgehalt gekauft. Aber da Transport + ein brauchbarer Trafo auch was kosten, und dann immer noch die Gefahr besteht die die Dinger auf Dauer zu beschädigen, werd ich mir das auf jeden Fall überlegen, wahrscheinlich ist es so das beste. Heutzutage kann ich mir ja sogar ein bißchen mehr leisten ;-)

Und ja, den pro-ject werd ich behalten. Einerseits weil eben die Umrüstung einfacher ist, und der Debut II ist zwar jetzt auch kein total unübertroffenes Gerät, aber ich mag ihn. Und hab ihn mit Ortofon Red und eben der Speedbox ein bißchen aufgerüstet.
Und meine B&W Lautsprecher kommen erst mal auch mit.

Danke Euch jedenfalls! Vielleicht meld ich mich ja dann in ein paar Monaten wieder und sucher um Rat für die neuen Teile...
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