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Lautsprecher-"Chor" für optimalen klang

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Simon.S
Inventar
#1 erstellt: 07. Aug 2013, 09:57
Hallo,

am Wochenende war cih in der Kirche und war wieder mal überrascht, wie gut der Gesang klingt, wenn viele schlechter Sänger zusammen singen. Jeder singt einen falschen ton, aber in der überlagerung passt es wieder.

Daher vermute ich, dass viele verschiedene Lautsprecher zusammen einen guten klang erzeugen. Wenn einer z.b. ein peak bei 4 KHz hat und ein anderer ein dip, müsste sich das eigentlich ausgleichen. Zuhause höre ich auch meine musik über die 5.0 stereoanlage mit der einstellung "all channels stereo" weil mir diese Raumfülle gefällt. Was sagt ihr dazu?
schraddeler
Inventar
#2 erstellt: 07. Aug 2013, 10:52
Das wurde vor Jahren schon ausprobiert, Stichwort BOSE 901

gruß schraddeler
Slatibartfass
Inventar
#3 erstellt: 07. Aug 2013, 11:18
Ich denke, dass sich das Eine mit dem anderen nicht vergleichen läßt. Zunächstmal produzieren verschiedene Lautsprecher keinen unterschiedlichen Grundton, sondern stellen ihn mit einer unterschiedlichen Klangcharakeristik dar. Dann kann man auch nicht so viele Lautsprecher aufstellen, wie Sänger in einen Chor, so dass sich im statistischen Mittel ein Ausgleich ergibt. Zumindest wäre dieses ein Idealfall, der kaum ohne geplante Abstimmung der Lautsprecher zustande kommt. Dieses geschieht i.d.R. kontrolliert in einen abgestimmten Lautsprechersystem mit entsprechend ausgelegter Frequenzweiche. Außerdem ist die Klangcharakteristik einer Kirche stark dafür verantwortlich, dass auch bei schwachen Stimmen ein voluminöser Klang entsteht, wo ich den Bezug zur Kombination verschiedener Lautsprecher nicht sehe.

In der Praxis habe ich bei meiner Anlage auch schon "all channels stereo" getestet. Meine Rear Speaker sind andere als die Front Speaker, sollten den Klang nach deiner Therie also auch verbessern können. Mir ist aber schnell aufgefallen, dass der Klang allein mit den Frontspeakern homogener und die Instrumente sowie Stimmen natürlicher Klingen, als zusammen mit den Rear Speakern.
Das liegt nach den Ergebnissen meiner Hörstets daran, das der unterschiedliche Klangcharakter der Lautsprecher das Ergebnis unspezifiziert verändert.

Slati
cr
Moderator
#4 erstellt: 07. Aug 2013, 12:11
Kurz gesagt, es geht gar nicht. Man bekommt nur ein Wirrwarr von Auslöschungen und Überlagerungen und einen undefinierbaren Brei.
Simon.S
Inventar
#5 erstellt: 07. Aug 2013, 13:04
die bose-box klingt interessant...

Es kommt eben darauf an, was man will. Gesang und einzelne instrumente klingen klarer bei "normalem" stereo. Wenn ich solche musik höre stelle cih das auch so zuhause ein. aber bei "party" musik klingt meiner Meinung nach eine kombination aus mehreren Boxen mehr nach Club oder Konzert als 2 einzelne. Noch extremer empfinde ich das bei Kopfhörern, die teuren modelle klingen wirklich sehr klar und gut, aber dieses "disco-feeling" komt nicht auf. Vermutlcih ist das aber dann kein hifi mehr
liesbeth
Inventar
#6 erstellt: 07. Aug 2013, 13:30
Was ist denn Disco-feeling für dich? Körperlich spürbarer Bass?

Bei der Kirche solltest du im Hinterkopf haben, dass sie eine ganz besondere Akkustik haben, die zu Hause nicht möglich ist... Zusätzlich hast du je nach Kirche wahrscheinlich eine gute begleitende Orgel gehört, die den entsprechenden Raum hat sich zu entfalten... Und Demutspfeifen können wirklich beeindrucken...
peacounter
Inventar
#7 erstellt: 07. Aug 2013, 13:32
der raum in ner kirche macht sogar aus einer armseligen billig-klampfe ein toll klingendes instrument.
cr
Moderator
#8 erstellt: 07. Aug 2013, 13:38
Den Kirchenklang kann man recht einfach mit Raumsimulation zu Hause erzeugen. Konnte schon mein Yamaha DSP aus dem Jahre 1992 und inzwischen kanns jeder AVR. Man braucht halt 6 Lautsprecher (oder mehr), wobei die 4 Effektboxen unterdimensioniert sein können (sind leiser und haben wenig Bass)
liesbeth
Inventar
#9 erstellt: 07. Aug 2013, 13:42
Das sind aber doch ehr Halleffekte, die je nach dem ganz nett bis gut klingen können.

Mit der Akustik einer großen mittelalterlichen Kirche kann das aber nicht mithalten, dafür fehlt doch einfach der Raum gerade im Bass...
Passat
Moderator
#10 erstellt: 07. Aug 2013, 14:10
Doch, das transportiert die Akustik einer Kirche sehr gut.

Ich habe hier eine CD, auf der man das sehr gut hört.
Die CD fängt damit an, das man das Knarren einer Tür hört und dann, wie der Organist durch die Tür die Kirche betritt, sich zur Treppe bewegt und dann die Treppe zu seinem Arbeitsplatz hinaufsteigt.

Nur in Stereo abgehört hört man das zwar, aber es steht diffus irgendwo im Raum.

Mit dem Yamaha DSP "Church" ändert sich das radikal.
Man kann plötzlich blind den Organisten zentimetergenau verfolgen.
Auch hört man plötzlich Feinheiten, die bei Stereo einfach untergehen.

Die DSPs sind nicht "Halleffekte", sondern sehr gute Raumsimulationen.
Yamaha hat viele Räume akustisch vermessen und diese Daten in einem Chip abgelegt.
Und diese Daten werden bei aktivem DSP auf das Musiksignal angewendet.

Wenn es mit DSP bescheiden klingt, dann klingt der original vermessene Raum so bescheiden oder der Abhörraum hat eine bescheidene Akustik.
Da sich viele Parameter der DSPs anpassen lassen, kann (und sollte) man das auch nutzen und die DSPs an seinen Abhörraum anpassen.
Hat man z.B. einen eher halligen Abhörraum (z.B. viele kahle Wände und Ledermöbel, Laminat oder Fliesen als Fußbodenbelag), dann sollte man den Parameter "Liveness" runterdrehen.
Hat man einen sehr stark bedämpften Raum, so sollte man den Parameter "Liveness" höher drehen.

Was das Threadthema angeht:
So etwas funktioniert aus den genannten Gründen nicht.
Und noch etwas kommt hinzu: Durch viele Lautsprecher, die das gleiche Signal abstrahlen, geht jede Ortbarkeit und damit auch der Stereoeffekt den Bach runter.

Das gilt auch für diese AllChannel-Surroundprogramme.
Wenn man unbedingt bei Musik auch die Surroundlautsprecher mitspielen lassen will, dann eignet sich dafür z.B. Dolby Pro Logic II Music viel besser.
Das lässt sich auch in einer Reihe von Parametern anpassen.
So kann man z.B. die Klangverteilung zwischen vorne und hinten regeln und so den optimalen Punkt finden, bei dem es mehr Räumlichkeit gibt, ohne die Ortbarkeit und den Stereoeffekt zu stark zu beeinträchtigen.

Grüße
Roman


[Beitrag von Passat am 07. Aug 2013, 14:17 bearbeitet]
cr
Moderator
#11 erstellt: 07. Aug 2013, 14:12
Auch in der Kirche sinds nur Halleffekte und sonst nichts.
Bekannterweise nimmt im übrigen durch Hallsimulation der Bass deutlich zu. Kennt jeder, der sich damit befasst hat. Ich habe das ausgiebig mit Chor- und Orgelaufnahmen probiert. Wie gut das Ganze wird, hängt von der Güte der Simulation ab, und da ist man heute weiter als 1992, und schon damals wars nicht so übel.
liesbeth
Inventar
#12 erstellt: 07. Aug 2013, 15:15
Ich bin davon ausgegangen, dass allein die Größe des Raumes einer Kirche einen deutlichen Vorteil bringt, da hier zb die Wellen im Tieftonbereich in den Raum passen, während Sie im normalen Wohnzimmer viel früher auf Wände treffen.

Wenn dies gar kein Vorteil ist oder durch ein DSP ausgeglichen werden kann, lasse ich mich gerne eines besseren belehren...
cr
Moderator
#13 erstellt: 07. Aug 2013, 15:34
Ja, seltsamerweise ist dem so, dass der virtuell Raum größer wird, und sich das auf den Bass auswirkt (aber nicht beim Nachbarn)
liesbeth
Inventar
#14 erstellt: 08. Aug 2013, 10:24
Danke für die Erläuterung, merke immer mehr dass ich mich mal intensiver mit DSPs befassen muss...
cr
Moderator
#15 erstellt: 08. Aug 2013, 10:49
Mich hat es anfänglich extrem begeistert, vor allem bei Klassik (es gab auch ein Dutzend Presets konkreter Kirchen und Konzertsäle, JazzClubs etc) und habe verschiedene Musikarten in verschiedenen virtuellen Räumen probiert, auch die Denon Anechoic Test-CD (hier sind Musikaufnahmen völlig ohne Hall drauf, sehr interessant....). Bruckner-Symphonien wirkten teils wirklich gewaltig, wenn man sie laut hörte (100dB)..... Auf Dauer aber ermüdend. Nicht nur im übertragenen Sinn. Der diffuse Nachhall strengt einfach bei längerem konzentrierten Hören sehr an.

Eigentlich sollten das ja inzwischen die Mehrkanal-SACDs noch besser herüberbringen als künstlich geschaffene Räume.....
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