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SR7008 + R300 bei höheren Pegeln sehr schrill

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Karebenian
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 06. Aug 2016, 17:37
Guten Abend.

Ich betreibe an einem Marantz SR7008 AVR ein Paar KEF R300 und einen Klipsch R-115SW in klassischer Stereoaufstellung, Front R/L und Hörplatz ungefähr gleichseitiges Dreieck, Sub zwischen den Fronts.
Bei höheren Lautstärken (im AVR ab ~65) wird das Klangbild sehr schrill, zu unangenehm zum hören. Ob puredirect oder Audyssey spielt keine Rolle, der Raum ist auch nicht besonders hallig, wurde auch teilweise (LEDE-Prinzip so gut ich es hinbekam) mit Basotect dekoriert. Ich habe gelesen, dass sich ein solchens Klangbild ergibt, wenn der Verstärker ans Limit kommt. Mit den angegebene 140 Watt an 8 Ohm sollte der AVR eigentlich genug Leistung haben, die R300 vertragen laut KEF 125 Watt und ich betreibe ja nur 2 Channel. Zudem sind die Speaker auf small eingestellt und ab 80 Hz übernimmt der Aktivsub. Trotzdem bleibt die angenehme Maximallautstärke unter dem, was ich mit anderen, weit kleineren Systemen hören kann. Ich habe nun schon etliche Monate im Internet recherchiert, aber noch keinen Grund gefunden, wieso mein System so früh so schrill wird.
Über Vorschläge zu möglichen Problemquellen würde ich mich freuen.

Viele Grüße,
Kare
Dadof3
Inventar
#2 erstellt: 07. Aug 2016, 06:29
Auch für mich hört sich das nach Clipping an.
Und völlig korrekt, der SR7008 müsste das problemlos bewältigen.

Ich würde einen Defekt vermuten, wenn alles richtig eingestellt ist. Vielleicht bekommt er den Wechsel zum Class-B-Betrieb nicht hin? Im Class-A-Betrieb ist irgendwann Schluss.

Gibt es irgendeinen Eco-Mode?
Karebenian
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 07. Aug 2016, 06:43
Soweit ich weiß war der 7008 der letzte ohne Eco Mode, der kam erst bei der X009 er Reihe. Aber das mit dem Class A/B ist ein interessanter Hinweis. Ich werde mal meinen Händler bezüglich eines möglichen Defekts kontaktieren, vielen Dank.
Mickey_Mouse
Inventar
#4 erstellt: 07. Aug 2016, 19:25
es gibt in dem Sinne keinen "Wechsel" von Class-A nach Class-B, die Endstufen arbeiten im Class-A/B Betrieb, d.h. mit einem gewissen Ruhestrom um aus dem völlig unlinearen Bereich der Transistor Kennlinie raus zu kommen (sie sperren nie ganz).

Hast du die Kiste evtl. auf 4/6Ohm gestellt? Dann darfst du dich nicht wundern...
sondek
Stammgast
#5 erstellt: 07. Aug 2016, 19:38
Klar kann der AVR auch einfach kaputt sein. Wahrscheinlicher ist aber ein Setup-Problem.

Dein Haupt-Hörmodus ist 2.1, oder? Dann lass doch mal Audyssey weg und mach ein ein entsprechendes voll manuelles Setup (also Speaker auf small, crossover auf 80Hz, die Abstände von R, L und Sub entsprechend Deiner Aufstellung). Level Setup ist für R und L ja banal, aber stell den Subwoofer anschließend nicht mit dem Testton, sondern mit Musik ein, irgendeiner gut aufgenommenen CD, die Du kennst. Und zwar indem Du die grobe Anpassung direkt am Level-Regler des Woofers vornimmst und erst die Feinanpassung über das Pegelmenü im Receiver. Ziel ist es, dass der Woofer klanglich nicht auffällt, aber sofort etwas fehlt, wenn man ihn abschaltet.

Hintergrund ist, dass sich Audyssey manchmal in abenteuerliche Korrekturen versteigt, ein Realitätscheck mit einem linearen, unkorrigierten Signal also nicht schadet – zumal wenn der Raum akustisch nicht völlig daneben ist. Das Problem an Pure Direct ist, dass da je nach Receiver dann häufig entweder gar kein Subwoofer-Signal am entsprechenden Ausgang anliegt, oder ein pegelmäßig nicht passendes.

Vorher könntest Du noch prüfen, ob die Brücken richtig festgedreht sind – das sind bei der R300 ja zwei Drehknöpfe, die für Single Wiring ganz zugeschraubt werden müssen (also nach rechts, im Uhrzeigersinn). Das ist zwar einerseits praktisch, aber sie können andererseits versehentlich offen sein, ohne dass man das auf Anhieb erkennt.

EDIT: Und wie von Mickey Mouse erwähnt – Lass den Impedance-Schalter (im 7008 ist es ein Menüpunkt im manuellen Setup) auf 8Ω, unabhängig von der tatsächlichen Impedanz der Lautsprecher.


[Beitrag von sondek am 07. Aug 2016, 19:45 bearbeitet]
Karebenian
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 08. Aug 2016, 12:46
Folgendes habe ich ausprobiert:
- Widerstand ist auf 8 Ohm, war er meines Wissens auch immer.
- Manuell im 2.1 nach Gehör eingepegelt, gleiches Ergebnis
- Bi-Amping Brücken der Speaker überprüft, war alles okay
- In letzter Not dann den Denon X4000 eines Bekannten ausprobiert, gleicher Raum und siehe da, locker Pegel bis weit über 70 möglich (nicht sinnvoll, aber möglich) ohne schrille Höhen. Funktionierte sowohl im Pure Direct, Manuell als auch mit Audyssey.

Ich nehme einfach an, der Marantz hat ein technisches Problem, mit gewolltem "Soundtuning" des Herstellers wird das ja wohl nichts mehr zu tun haben. Habe nun den Händler kontaktiert, dieser sitzt zu allem Überfluss auch noch in Spanien (danke an dieser Stelle an Amazon Marketplace für das nicht explizite Erwähnen dieser Info beim Kauf). Bleibt mir nichts anderes als zu warten und zu hoffen, dass die Spanier ihrem "gemütlichen" Ruf nicht gerecht werden.

Vielen Dank für alle Vorschläge,

Kare
Mickey_Mouse
Inventar
#7 erstellt: 08. Aug 2016, 12:56
das klingt eindeutig nach einem Problem vom AVR!

es hilft dir nicht besonders viel weiter, aber wenn du Lust auf "spielen" hast, dann kannst du nochmal ausprobieren ob das Problem auf beiden Kanälen one nur auf einem auftritt.

Wenn es bei beide betrifft, dann würde ich darauf tippen, dass die Umschaltung zwischen 4/8Ohm nicht funktioniert. Wenn das Relais "hängt", dann kann man es vielleicht auch mal mit ein paarmal Umschalten probieren...

Ist es nur ein Kanal, dann haben sich ein oder mehrere Betriebspunkte dieser Endstufe verstellt.

wie alt ist die Kiste denn? Wenn älter als 6 Monate, dann hilft dir die EU Gewährleistungspflicht ja nur sehr eingeschränkt weiter (dann musst du beweisen, dass das Problem bei Auslieferung schon vorhanden war -> kannst du nicht!). Da müsste der Händler auf Kulanz handeln.

Da ist es vielleicht erfolgsversprechender sich unter Berufung auf die Hersteller Garantie direkt an Marantz zu wenden?!?
Karebenian
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 08. Aug 2016, 13:39
Das Problem scheint auf beiden Frontkanälen sowie auf den für Biamp vorgesehenen zu sein. Mehrfaches Umschalten half nichts. Der AVR ist 1,5 Jahre alt. Schreibe bereits sowohl mit Marantz als auch mit dem Händler, Marantz sagt Händler muss ran, Händler sagt Marantz muss ran.
Ich habe meine Lektion gelernt und werde wohl lieber n paar Groschen mehr ausgeben und dafür in Zukunft bei einem Deutschen, mir bekannten Händler kaufen. Aufgefallen ist mir zudem, dass der SR7008 keine Seriennummer hat. An dem dafür vorgesehenen Platz auf der Rückseite ist nichts. Wird immer skurriler das ganze...
sondek
Stammgast
#9 erstellt: 08. Aug 2016, 17:18
Seriennummern werden gerne entfernt / unkenntlich gemacht, wenn Händler die genaue Herkunft des Geräts verschleiern wollen. Könnte zum Beispiel sein, dass Dein spanischer Händler gar nicht von direkt D&M beliefert wird, sondern die Ware von einem anderen Händler zugeschoben bekommt. Da letzterer das eigentlich nicht darf (aus Marantz-Sicht – gesetzeswidrig isses nicht), verwischt er halt die Spuren etwas.

Obskurer Defekt, den Du da hast. Dass die Endstufen selbst gleich grüppchenweise so völlig aus dem Ruder laufen, ist eigentlich kaum vorstellbar, zumal die Receiver eine sehr sensible Schutzschaltung haben, die das Gerät normalerweise schon bei ersten Clipping-Ansätzen abschalten. Ich habe auch noch Mühe, mir das Problem klanglich vorzustellen: Klingt denn bei leisen Pegeln alles normal oder auch da schon etwas dünn? Bedeutet "schrill", dass dann bei höheren Pegeln Bass fehlt / die Höhen zu sehr dominieren, oder wird der Klang dann unsauber/verzerrt? Tritt das dann plötzlich (also ab einer definierten Reglerstellung) oder kontinuierlich stärker werdend auf?
Mickey_Mouse
Inventar
#10 erstellt: 08. Aug 2016, 17:41
die üblichen Schutzschaltungen schlagen bei: Gleichstrom, "zu viel Strom" (bzw. zur ausgehgegeben Spannung unverhältnismäßig hohen Strom = Kurzschluss) und zu hohen Temperaturen Alarm bzw. schalten das Gerät ab.
Aber bei einsetzendem Clipping? Das habe ich bisher noch nicht gesehen...

wie gesagt, ich könnte mir gut vorstellen, dass es ein Problem mit der 4/8Ohm Umschaltung ist, also die Endstufen mit einer zu geringen Spannung versorgt werden. Das führt natürlich zu "vorzeitigen" Clipping und selbst wenn ein Schutzschaltung vorhanden sein sollte, vielleicht erkennt sie den Fehler ja nicht und geht noch von reichlich Reserven aus?!?

Wie ist es überhaupt, beginnen die Verzerrungen (schrill) denn bei 4 und 8Ohm Einstellung in etwa bei derselben Lautstärke?

Garantie ist natürlich immer so eine Sache. Das ist eine freiwillige Leistung des Herstellers. Wenn der da in sein "Kleingedrucktes" rein schreibt, dass du nur Anspruch darauf hast wenn du bei einem zertifizierten Fachhändler gekauft hast und der sich darum kümmern soll, dann ist das eben so...
sondek
Stammgast
#11 erstellt: 08. Aug 2016, 18:31
Vielleicht hätte ich schreiben sollen: "schalten ab, bevor überhaupt Clipping erreicht ist"
Bei unseren Leistungsmessungen war bei Receivern jedenfalls immer die Schutzschaltung der limitierende Faktor, nicht die Verzerrungsgrenze. Und in 4Ω-Position mit entsprechend niedrigerer Spannung an den Endstufen lösten die Schutzschaltungen dann eben deutlich früher aus. D.H. wenn nicht noch irgendwas anderes defekt ist, schaltet der Receiver einfach früher ab (und klingt mitunter etwas schlechter - aber wirklich nur geringfügig), clippt aber auch dann nie hörbar.
Könnte höchstens sein, dass die Endstufen mit zu niedriger Spannung laufen, die Schutzschaltung das aber nicht mitbekommen hat.
Oder das Problem liegt weiter stromaufwärts. Das könnte man ausschließen, indem man eine Endstufe oder irgendeinen Verstärker an die Pre Outs des Marantz anschließt. Tritt das Phänomen dann immer noch auf, liegt die Ursache im Vorstufenteil.
Karebenian
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 08. Aug 2016, 19:16
Bis die besagte Einstellung von 65 am AVR erreicht ist klingt alles normal, danach hört es sich so an, als ob Tief- Mittelton normal lauter werden aber die Höhen halt unproportional dazu, aber nicht auf die "okaye" Weise wie z.B. bei lauten Konzerten, sondern im ganz unangenehmen Bereich wie z.B. ein vorbeifahrender Güterzug. Der Marantz kann nur auf 8 oder 6 Ohm eingestellt werden. Ob das Problem bei allen Endstufen besteht kann ich nicht sagen, hab nur die besagten beiden getestet. Könnte mir vielleicht vorstellen, dass der AVR nicht so wahnsinnig gut mit niederohmigen Lasten klarkommt und die R300 sind nach einem Impendanzverlauf den ich mal gesehen habe (hab auf Anhieb leider nur den der R700 gefunden http://www.stereophi...kvIIe4AJPb8Pp7cd.979 ) ganz gerne mal unter 4 Ohm unterwegs. Bin aber kein Experte auf dem Gebiet und unterstelle einem ehemals über 1000€ teuren Verstärker mal, dass der sowas können muss.

Nachdem ich heute ein wenig mit den beiden Parteien geschrieben habe, hat mir der Händler angeboten, den AVR zu reparieren, wofür ich ihn dann nach Spanien ( ca. 30€) schicken müsste. Da alleine die Diagnose bei den hier ansässigen Firmen rund 40€ kosten soll werde ich da mal eine Nacht drüber schlafen und morgen weiter gucken.

Vielen Dank für die Hilfe

Nachtrag: Das Thema hat sich soeben erledigt: Wollte noch in Ruhe Musik hören, da gab der AVR mitten im Lied nurnoch einen durchgehenden Piepton von sich. Er geht zwar noch an und aus, aber er zeigt keine Lautsprecher mehr an, Preouts, KHV und normale Ausgänge zu den Speakern sind tot und das Menü ist so langsam, dass es unbedienbar ist. Also auf nach Spanien.


[Beitrag von Karebenian am 08. Aug 2016, 19:28 bearbeitet]
sondek
Stammgast
#13 erstellt: 09. Aug 2016, 10:45
Hoppla.
Da hat der Marantz unsere Spekulationen einfach eigenmächtig beendet.

Ich drücke die Daumen für eine schnelle und effektive Reparatur! (und bin gespannt auf die Diagnose)
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