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Remaster-Qualitäten bei Miles

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Diez
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 06. Dez 2005, 12:06
Der 90er-Jahre-Remaster-Sound

Von dN für Tonkurier.

Vielleicht geht es Ihnen auch so:
Sie haben damals, noch im „HiFi-Stereo“-Zeitalter, Meisterwerke des Rock, der Klassik oder des Jazz auf LP kennen und lieben gelernt. Und eines Tages haben Sie auf CD-Wiedergabe umgestellt und haben sich selbige Meisterwerke auf CD zugelegt. Und hier haben Sie dann gelegentlich Ihr blaues Wunder erlebt: Gegenüber dem gewohnt guten Sound der Schallplatte war der der CD-Version plötzlich ziemlich verändert. Das Stereo-Panorama war nicht mehr weiträumig, sondern eingeengt, der Klang war dünn, schrill, laut und penetrant, manche Anteile der Musik, wie sie früher deutlich hörbar waren, sind in den Hintergrund verschwunden, dafür sind andere Anteile unverhältnismäßig vordergründig geworden. Kurz: Die Musik wirkte verfälscht, nicht mehr „authentisch“. Jene unliebsamen Verfälschungen bei bekannten Werken auf CD nahmen zu, als die Musikindustrie spätestens ab Mitte der 90er Jahre die sogenannte „Remaster-Welle“ lostrat.
Aber auch vorher, Ende der 80er und Anfang der 90er, als LPs und CDs noch friedlich nebeneinander existierten, gab es schon starke Abweichungen zwischen verschiedenen Versionen. Schallplatten gab es und CDs gibt es als amerikanische, europäische und japanische Versionen, um nur die bei uns am häufigsten erhältlichen zu nehmen.
Am Beispiel von Miles-Davis-Werken der Jahre 1956 bis 1960 lässt sich beispielhaft feststellen, wie der Sound der Ausgaben dem jeweiligen Klang-Zeitgeist angepasst wurde. In den 90ern nennt die Sony verschiedene Verfahren, um die Qualität der Ur-Bänder möglichst verlustfrei auf CD bannen zu können. In diesem Zeitraum wird aber auch auf die SACD (Super Audio Disc) hin gearbeitet, sodass man die so produzierten CDs ruhigen Gewissens als „Abfallprodukte“ von SACDs beschreiben könnte. Das Abtastverfahren für alte Bänder, ist es nun „SBM“ oder „DSD“, hat an sich keinen Einfluss auf den Klang der CD-Wiedergabe, behaupte ich, wohl aber, ob die Tonigenieure beim Remastern an den Equalizern gespielt haben. Mitte der 90er ist ja in der Sony-Abteilung „Legacy“ eine neue Mannschaft von Re-Issue-Produzenten und -Tonigenieuren angetreten. Und die anstehenden Remaster-Vorgänge luden wohl förmlich dazu ein, solcherart Klangmanipulationen einfließen zu lassen, wie sie der gerade gültige Zeitgeist-Klanggeschmack forderte. Dabei aber wurden die Absichten und Vorstellungen der einstigen Musiker und ihrer damaligen Produzenten über das Ergebnis ihres Produktes nachträglich oft genug unterlaufen.
Gehen wir die Sache also zusammen mit Miles durch:

1956:
RELAXIN‘, COOKIN‘, STEAMIN‘ und WORKIN‘ waren Ende der 80er als Prestige-LPs und gleichklingende Prestige-CDs erhältlich. Diese Erstausgaben auf CD wahrten das Mono der Aufnahme vollständig, erst einer späteren Neuausgabe (in „DigiPacks“) ist ein digitales „Ambience“ hinzugefügt worden. Im Kopfhörer vernimmt man hier einen gewissen Raumklang. Der ist, wenn er gut gemacht wird, nicht schädlich, erleichtert sogar das Hören mit Kopfhörer, da Musik in Mono dann nicht mehr so starr „in der Mitte des Kopfes“ eingesperrt wirkt. Man muss jedoch vor dem Kauf eines „Remasters“ unbedingt überprüfen, ob die beiden Kanäle nicht phasenvertauscht erklingen, weil dann die Ortbarkeit des Schalles nicht gewährleistet ist. Es ist dann so, als ob einer der beiden Stereo-Lautsprecher verpolt angeschlossen ist. Die Musik kommt dann nicht aus der Mitte der Stereo-Lautsprecher bzw. im Kopfhörer hört sich alles nach „gespaltenem Kopf“ an.
(Wie beim Remaster des 1954er Werkes WALKIN‘)

ROUND ABOUT MIDNIGHT, Miles‘ erstes Album auf Columbia dürfte es als Mono-LP gegeben haben, später, ab 1960, als es Stereo-Plattenspieler gab, wohl auch als „rechannelled for Stereo“-Version. Solch eine Erweiterung zum Pseudo-Stereo auf Schallplatte konnte leicht übertrieben wirken, besonders, wenn durch Phasenverschiebungen in den Bassfrequenzen die Musik „von irgendwoher“ kam.
Besonders das Titelstück „‘Round Midnight“ ist auf vielen LP-Samplern immer wieder mit gewaltigem, räumlichem Echo unterlegt worden. Ende der 80er kam dann eine neue Serie der CBS heraus, auf LPs und CDs mit dem Aufdruck „Digitally Remastered from the Original Analogue Tapes“(im folgenden „Dig.rem.“ genannt), wobei sich später herausstellte, dass als „original tape“ noch lange nicht das ursprüngliche Master-Tape, geschweige denn das Session-Tape herangezogen wurde, sondern oft nur ein LP-Master-Band oder andere, x-te-Generation-Bänder. Für ROUND ABOUT MIDNIGHT jedenfalls nahm man eine Kopie des Masterbandes aus den frühen 70ern, und die glücklicherweise technisch hochqualitative Monoaufnahme wurde wiederum mit reichlich Raumklang „umhüllt“. Bezeichnenderweise haben sich die Japaner bei Sony nicht auf eine solche Vorlage eingelassen und präsentierten noch 1996 die unbearbeitete Mono-Version, die dadurch recht neutral klang. Eine amerikanisch/europäische Ausgabe in dieser Art folgte erst im Jahre 2001, innerhalb der Legacy-Serie, angereichert mit wichtigen Bonus-Tracks von Miles‘ allererster Columbia-Session von 1955. Bei dieser neuesten Version ist das ursprüngliche Masterband benutzt worden. Die Höhen kommen etwas zu stark, man kann aber durch Zurücknahme am Klangregler des Verstärkers die Neutralität wiederherstellen. Diese Version ist später so auch von den Japanern übernommen worden.

1957:
Es entsteht das erste Miles-Davis-Album mit der Gil-Evans-Big-Band, MILES AHEAD, von Ur-Produzent George Avakian als Mono-LP produziert. Die Ausgabe war durch Ur-Produzent George Avakian aus den Orchester-Spuren von der einen Bandmaschine mit vielen Trompeten-Overdubs von der anderen Bandmaschine zu Mono gemischt worden Die LP und entsprechende frühe CD-Ausgaben aus Japan, in Pseudo-Stereo aus USA, klingen nicht besonders breitbandig, sondern eher nur mäßig, zumal allerlei mechanische Bandschnitte hörbar sind. Ende der 80er auf CD und LP (Dig.rem.), versucht der spätere Davis-Produzent Teo Macero eine CD-Ausgabe in „echtem“ Stereo(?!!) Es stellt sich nämlich heraus, dass das Orchester mit einigen Trompeten-Anteilen von Miles schon 1957 auf 2-Spur-Stereo-Band existiert! An vielen Stellen dieser Ausgabe aber hört man nicht das Original-Album, sondern Alternate Takes. Das liegt daran, dass eigentlich doch Mono produziert worden war: So wundert es wieder nicht, dass Sony-Japan zunächst die Mono-Ausgabe beibehält. Viele Miles-Hörer und –Kunden forderten daraufhin den Ersatz der alternativen Stereo-Version durch ein Original. Und so geschieht es: 1994 erstellt Ur-Produzent George Avakian wieder ein Mono-Original mit ein bisschen digitalem Ambience-Raumklang darübergerechnet. Hier klingt MILES AHEAD etwas verhallt, entfernt, indirekt, die hörbaren Bandschnitte und der „Low-Fi“-Klang kommen weiterhin zum Tragen. Darüberhinaus hat Avakian leider einige kleine zusätzliche „Korrektur-Schnitte“ angebracht. Das Miles-Solo in „The Duke“ ist notenmäßig verändert, Miles‘ Eingangsnoten in „I don’t wanna be kissed by You“ wurden „verbessert“, „Miles Ahead“ blendet nahtlos in „Blues for Pablo“ über. 1996 dann werden die Session-Bänder aller Orchester-Alben neu abgetastet. Sony-Toningenieur Mark Wilder bringt auf digitaler Ebene das Stereo-Band mit dem Orchester und alle Mono-Overdubs von Miles zu einer neuen Stereo-Fassung zusammen. Die ehemaligen Schnitte sind nun digital durchgeführt und daher weit weniger hörbar. Die Tonqualität ist hier deutlich angestiegen, man hört erstmalig alle Feinheiten im Orchestersatz, Miles‘ Flügelhorn bekommt seinen weichen, authentischen Charakter. Nun gibt es MILES AHEAD also im Original UND in Stereo (Legacy). Das ist an sich sehr lobenswert und muss eine „Heidenarbeit“ gewesen sein. Allerdings springen manche Trompeten-Overdubs im Stereo-Panorama an verschiedene Stellen, haben unterschiedliche Pegel und der Hall-Anteil ist mal vorhanden und mal nicht. Dieser Teil der Bearbeitung also ist gelegentlich hörbar und irritiert dann etwas. Trotzdem kann diese Ausgabe als die erfreulichste bezeichnet werden. Die Version wird 1996 auch von den Japanern übernommen, allerdings ohne die Bonus-Tracks, wie sie auf der amerikanisch/europäischen Ausgabe beigegeben sind.
Mit französischen Jazz-Musikern nimmt Miles in Paris die Filmmusik zu Louis Malles Erstlingswerk FAHRSTUHL ZUM SCHAFOTT auf. Die Fontana-Schallplatte kombiniert diese Tracks mit Art Blakeys Filmmusik zu „Des Femmes disparaissent“. Die CD-Erstausgabe von Phonogram kombiniert Miles‘ Tracks mit anderen Miles-mit-Charlie-Parker-Titeln. In den 90ern und nochmals im neuen Jahrtausend wird der Soundtrack, immer noch mit dem Hall im Mix, zusammen mit denselben Titeln OHNE Hall plus diversen Alternate Tracks auf CD herausgegeben. Die neueste Fassung klingt am besten, auch ohne dass ein besonderes Remaster-Verfahren ausdrücklich genannt wird.

1958:
Stereo wird vorbereitet. Man nimmt 3-Spur auf. Die Stereo-Ära ist also aufnahmetechnisch angebrochen, für den Verbraucher allerdings noch nicht. So kommt vom Sextett-Album MILESTONES erst eine Mono-LP heraus, später auch eine „rechannelled for Stereo“, mit halligem Pseudo-Stereo. Letzteren Klang versucht Produzent Teo Macero Ende der 80er auf CD digital nachzuahmen. Von zwei Titeln, „Sid’s Ahead“ und „Dr. Jeckyll“, findet man Stereo-Bänder, die auch so abgebildet werden. Über alle Titel wird digitaler Hall gerechnet.(CD und LP, Dig.rem.).
Wieder übernehmen die Sony-Japaner dieses Ergebnis nicht und behalten eine reine Mono-CD ohne Hall bei. Doch seit dem Jahre 2001 gibt es endlich die Neuauflage (Legacy), durchweg in Stereo, was ein großer Gewinn ist, und ohne zusätzlichen Hall. Beigegeben sind aufschlussreiche Bonus-Tracks. Erst diese Version wird von den Japanern mit übernommen.
Es folgt ein Album auf Blue Note, nominell unter dem Namen des Bandleaders Cannonball Adderley: SOMETHIN‘ ELSE. Miles als „Sideman“ bestimmt die Session. Die LP und baugleiche Erst-CD aus den 80ern, von Ron McMaster erstellt, klingt sehr gut und kann eigentlich durch nichts verbessert werden. Doch legt Blue Note im neuen Jahrtausend die „Rudy-van-Gelder“-Serie auf. Auf dieser neuesten CD-Ausgabe ist das Stereo-Panorama fast auf Mono zusammengezogen, der Sound ist mittig-schrill. Ein klanglicher Rückschritt also.
Miles nimmt (wieder bei Columbia) noch vier Titel auf, die als LP JAZZ TRACK in Mono herauskommen. (Auf Seite B dieser amerikanischen Ausgabe findet man den FAHRSTUHL ZUM SCHAFOTT als Zusammenarbeit mit Philips/Fontana).
Anfang der 90er kommen die vier neuen Titel in Stereo als ’58 SESSIONS FEATURING STELLA BY STARLIGHT auf CD heraus (Dig.rem.), kombiniert aber nicht mit dem „Fahrstuhl“, sondern mit Live-Tracks von dem Auftritt Miles‘ im Plaza-Hotel 1958. Wieder hat Teo Macero über alles digitalen Hall und wohl auch Rauschfilter rechnen lassen. Die Wiedergabe geht leider in Richtung dumpf. Der Titel „Stella by Starlight“ hat ein altenatives, nicht das ursprüngliche Intro. Die Japaner gehen erneut nicht auf dieses Ergebnis ein und haben ihre eigene Mono-LP und -CD mit Namen 1958 MILES. Sie nehmen als Füller Studio-Tracks von 1955. Heute gibt es die vier erwähnten Titel einerseits in der Miles/Trane-Gesamtbox von Sony, einzeln aber NUR auf der japanischen CD-Neuausgabe von 1958 MILES vom Jahr 2001, hier in Stereo, ohne digitalen Hall, mit hervorragendem Klang und mit zwei Bonus-Tracks mehr als in der Mono-Version zuvor. Nur absolute Miles-Süchtige, die die Box zu ausführlich finden, dürften das teure Geld für eine Japan-CD erübrigen, doch es gibt nur diese beiden Lösungen. Eine normalpreisige amerikanisch/europäische Einzel-Album-Ausgabe á la JAZZ TRACK gibt es nicht!
Eine LP JAZZ AT THE PLAZA ist erst 1973 erschienen. Die Plaza-Titel kamen ja, wie erwähnt, unvollständig Anfang der 90er als Beigabe von ’58 SESSIONS als Erst-CD auf den Markt (Dig.rem). Mit bestmöglichem Remaster- und Remix-Klang erschien erst 2001 die entsprechende Legacy-CD. Ähnlich erging es AT NEWPORT. Zunächst schlecht gemixt auf Erst-CD (MILES & COLTRANE, mit Bonus-Studio-Tracks von 1955, Dig.rem.), klingt erst die Legacy-Neuausgabe von 2001 sehr annehmbar und bestmöglich gemixt. Anscheinend kommt ein Remix eben besonders solch schwierig zu bearbeitenden Live-Alben zugute. Demzufolge sind beide Alben genau so von den Japanern übernommen worden.
Das zweite Orchester-Album mit der Gil-Evans-Big-Band, PORGY AND BESS, gibt es in den 70ern und 80ern in Westeuropa als waberig klingende Mono-Schallplatte, in England als gut klingende Stereo-Schallplatte und Ende der 80er als CD-Erstausgabe plus gleichklingender, neuer LP (Dig.rem.). Hier stört der leichte, von Teo Macero darübergerechnete Hall nicht sonderlich. Im Gegenteil: Die Bearbeitung ist gelungen und klingt gottseidank weniger hell als auf der früheren Schallplatte. 1996 aber werden, wie schon erwähnt, die Orchesteralben neu abgetastet und auch PORGY AND BESS kommt, mit Bonus-Tracks, neu heraus (Legacy). Nur klingt es hier leider ziemlich dünn. Die drei Spuren des Aufnahmebandes für Links, Rechts und Mitte werden nüchtern-steril nebeneinander abgebildet, das Klangbild hat keine Luft, keine Tiefe. Die Japananer reagieren insofern, als sie dieselbe Neuabtastung so geschickt audio-digital überarbeiten, dass wenigstens die Höhenanhebung wieder zurückgenommen ist. Diese japanische Version kommt am dichtesten an eine „neutrale“ Wiedergabe heran, wie sie Hörer schätzen, die für eine möglichst sachlich-dokumentarische Klangqualität schwärmen (jedoch ohne die Bonus-Tracks). Dennoch bestehen Vorbehalte, denn beiden Re-Issues ist gemeinsam: Der Titel „Bess, You is my Woman now“ ist ziemlich abrupt abgeblendet, der Titel „I loves You, Porgy“ ist gar nicht ausgespielt, sondern wird viel zu früh ausgeblendet.

1959:
Und in jenem Jahr kommt das Album, das bis heute einen Problemfall darstellt, weil keinerlei „beste“ Version im Handel erhältlich ist. Von KIND OF BLUE, dem Jazz-Meisterwerk des 20. Jahrhunderts par exellence, hat es anfangs eine Mono-, dann eine Stereo-LP gegeben, die Stereo-Platte bis in die 80er hinein. Die Japaner hatten damals auch eine CD mit dem unveränderten LP-Sound, die heute sehr selten und damit ein begehrtes Sammlerstück ist. Ende der 80er dann die amerikanisch/europäische Erstausgabe auf CD, baugleich mit einer neuen LP (Dig.rem.) Diese Version klingt ziemlich dumpf, als ob ein digitales Rauschfilter gearbeitet hat. Kein Vergleich zur frischtönenden Frühversion! Kein Wunder, dass die Japaner diese Version auf gar keinen Fall übernehmen wollten! Und bis hierhin ahnten Hörer und hörten Musiker, dass die ersten drei Titel (die der Seite A des LP-Albums) etwas zu schnell liefen, einen Viertelton zu hoch tönten. Bei den Aufnahme-Sessions der Columbia liefen damals eine Haupt-Tonbandmaschine und eine Ersatz-Tonbandmaschine (3-Spur). Erst 1995 fand man heraus, dass das 2-Spur-Stereo-Masterband, das von den Session-Bändern der Hauptmaschine gefertigt worden war, zu schnell lief. Nahm man nämlich das 2-Spur-Stereo-Ersatz-Masterband, das von den Session-Bändern der Ersatzmaschine gemacht worden war, dann tönten besagte drei Titel in der richtigen Geschwindigkeit, in der richtigen Tonhöhe. Und genau davon entstand 1995 die „Golden Mastersound Edition“ von KIND OF BLUE. Mit der nun korrigierten Tonhöhe tönt diese CD in etwa so, wie sich Ur-Produzent Teo Macero das Album vorgestellt hatte, wenn auch etwas dunkler und mit mehr Hall als die Ur-Ausgabe mit falscher Geschwindigkeit. Dennoch nähert man sich mit dieser Ausgabe am dichtesten an die ursprügliche Konzeption des Albums an. Auch die Japaner haben aus verständlichen Gründen genau diese Version von 1996 bis immerhin 2001 geführt. 1997 aber wurden in New York die 3-Spur-Ersatz-Session-Bänder von KIND OF BLUE neu abgetastet und leider aber auch neu gemixt. Hierbei ist die „Mittenspur“ mit Miles‘ Trompete, dem Kontrabass und dem Hall der akustischen Hallkammer etwas zu sehr herabgepegelt worden bzw. die „Seitenspuren“ mit Klavier, Saxophonen und Schlagzeug kommen im Verhältnis viel zu laut daher. Die ursprünglichen Mix-Vorschriften des Ur-Protokolls sind hier unterlaufen worden. Die Instrumente stehen allesamt sehr vorlaut und steril nebeneinander. Die Stereo-Basis ist verengt. Es gibt wieder keine Luft, keine Tiefe. Dazu kommt, dass, wie bei den meisten Remastern, die Höhen am Equalizer zu stark aufgedreht worden sind, so dass KIND OF BLUE (Legacy, mit 1 Bonus-Track) nun in einem viel zu hellen, dünnen „Plastiksound“ daherkommt, der dieser eigentlich subtilen Musik völlig abträglich ist. Erschwerend kommt hinzu, dass als Abspielgerät für das 3-Spur-Band ein historisches Modell von Tonbandgerät gewählt wurde. Eines, dass schnelle Gleichlaufschwankungen (flutter) erzeugt. Gerade Miles‘ Dämpferton darf aber auf gar keinen Fall zittern, wie es hier jedoch der Fall ist! Leider haben die Japaner im Jahre 2001 diese Version übernommen, immerhin unter Zurücknahme der Höhen, wodurch zwar der Klang weniger „plastikhaft“ ist; gegen eine falsche Mischung aber und besonders gegen Gleichlaufschwankungen ist nun einmal kein Kraut gewachsen...
Gerade bei KIND OF BLUE also gleicht keine Version der anderen, sie unterscheiden sich ziemlich stark voneinander. Das ist nicht nur zu hören, sondern als Entstehungsgeschichte der Produktions- und Herstellungsprozesse zu verschiedenen Zeiten auch nachzulesen in John Szwed: „So What“ und in Ashley Kahn: „Kind of Blue“.

1959/60:
Das dritte Orchesteralbum mit Gil Evans entsteht: SKETCHES OF SPAIN. Die europäische LP wird mit „Zitterton“ (Gleichlaufschwankungen) gemastert. Ende der 80er dann Erst-CD und neue LP (Dig.rem.) ohne Zittern. Hier ist gegenüber der ersten Schallplatte wiederum günstig wirkender digitaler Hall von Teo Macero darübergerechnet worden. 1996, durch die Neuabtastung des Aufnahmebandes, entsteht die Legacy-Ausgabe, bei der abermals die Höhen etwas zu stark kommen und durch Neu-Abmischung Miles‘ Trompetenspur im „Concierto de Aranjuez“ zu leise, in „Solea“ zu laut kommt. Immerhin gibt es hier Bonus-Tracks. Die Japaner übernehmen diese Version ohne Bonus-Tracks, wobei sie die Höhen wieder etwas herunterregeln. Dennoch wirkt dieses Ergebnis etwas steril, da die drei Spuren im Klangbild einmal mehr Luft und Tiefe vermissen lassen.

Außerhalb des betrachteten Zeitraums habe ich noch zwei Miles-Meisterwerke-Ergänzungen: 1964 entsteht das Live-Album MY FUNNY VALENTINE. Die europäische Schallplatte weist das oben beschrieben „Tönezittern“ auf. Die CD-Erstausgabe zwar nicht, dafür hört man die nur mäßige Qualität des LP-Masterbandes (als Kopie des Masterbandes). Die Zweitausgabe des ganzen Konzertes auf Doppel-CD von 1991 (Dig.rem.) aber ist erstunlicherweise ohne Fehl und Tadel. Sie konnte auch von der Neuestausgabe von 2005 nicht mehr übertroffen werden. Überhaupt scheint Sony ab 2005 reumütig zu einem besseren, nicht mehr schrillen Remastersound zurückgekehrt zu sein.
1969 entsteht das berühmte „elektrische“ Jazz-Rock-Album BITCHES BREW. In verschiedenen Internet-Foren sehe ich Ähnliches beschrieben, wie ich es in meinem Miles-Lieblings-Zeitraum schon feststellte: Gegenüber der CD-Erstausgabe ist beim Legacy-Remaster das von Teo Macero absichtlich geschaffene Studio-Echo auf Miles Trompetenspur sträflich vernachlässigt worden, die Abmischung ist wiederum ungünstig verändert worden.

Fazit:
Remaster/Re-Issues sind im Normalfall eben NICHT der klanglichen Weisheit letzter Schluss.

Inzwischen (2005) sind sämtliche Re-Issues der Miles-Davis-Alben, so wie sie aus New York remastert und mit Bonus-Tracks überkommen auch von den Japanern „kritiklos“ übernommen worden.

Ich möchte hierzu folgende rhetorische Fragen stellen: Warum wird in den 90ern ein Remaster-Sound bevorzugt, der dokumentarisch-steril und damit un-musikalisch wirkt? Ist es nur der Zeitgeist, der solcherart Abweichungen bewirkt? Ist die Musik dadurch besser verkäuflich? Gut, zu Beginn der CD-Ära durfte eine CD definitionsmäßig noch nicht rauschen: Schließlich war ein rauschfreier Tonträger en vogue. Muss der Sound sich später aber glatt in’s Gegenteil verkehren? Muss das Rauschen nun stark kommen, um zu dokumentieren, wie „genau“ man gearbeitet hat? Sollen die Remaster-Verfahren und ihre angeblich bessere Auflösung durch unüberhörbare Höhenanhebung „verdeutlicht“ werden? Warum wird Miles‘ Trompetenspur oft in den Mittelgrund abgedrängt, in der Mischung also nach weiter hinten versetzt? Soll er als jemand mit „gebrochenem“ Ton nicht mehr so exponiert dargestellt werden, angesichts der heute perfekt spielenden Till Brönners oder Wynton Marsalises? Warum setzt man sich, wie so oft geschehen, bei Re-Issues über die Produktions-Protokolle aus der Entstehungszeit hinweg?
Wenn ich hier nur Miles-Davis-Werke als Beispiel genommen habe, heißt das noch lange nicht, dass nicht auch andere Labels und Musikgenres betroffen sind: Der schrille Sound der 90er-Jahre-Remaster „trifft“ so manches gute Rock-Album genauso. Selbst in der Klassik gibt es Paradebeispiele dafür, wie abweichend Re-Issues sein können: Günter Wands Beethoven-Sinfonien mit dem NDR-Sinfonieorchester kamen in den 80ern erstmalig sehr gut klingend heraus. Die Remaster aus den 90ern klingend sehr aufgehellt und in Sinfonie Nr. 1 ist man im dritten Satz an den Pegel „Digital-Höchst“ herangestoßen. Da ist keinerlei „Headroom“ gelassen worden. Es klingt, als ob ein digitaler Limiter den Pegel begrenzt hat. Ist das denn im Sinne des Erfinders?
arnaoutchot
Moderator
#2 erstellt: 07. Dez 2005, 15:42
Danke für die ausführliche Dissertation. Wie ist denn die SACD-Version von "Kind of Blue" einzuordnen (Single Layer, Mehrkanal) ? Grüße Michael
Diez
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 09. Dez 2005, 08:51
Von KIND OF BLUE soll es eine Mehrkanal- und eine Pur-Stereo-Version auf SACD gegeben haben. Ich befürchte stark, dass dieselbe Abtastung der Bänder 1997 die SBM-CD-Remaster und die DSD-CD-Remaster UND den SACD-Remaster ergeben hat. Also ist die viel zu hohe Helligkeit und das Töne-Zittern womöglich auch auf der SACD. Immerhin könnte man in der 5.1-Version den Center-Kanal mit Miles' Tromba, dem Kontrabass und dem Echokammer-Hall etwas lauter aufdrehen als die beiden Seitenkanäle und hätte sich damit eine korrekte Abmischung hergestellt. Wie gesagt, das ist erstmal nur eine Vermutung. Ansonsten habe ich keinerlei Erfahrung mit SACD und habe auch nicht vor, welche zu machen. Die Musikindustrie hat erkannt, dass SACD keine Massenartikel ist und lässt die Sache wieder einschlafen. Glücklich also, wer ein paar SACDs und einen dazugehörigen Player hat. Die Sachen gehören gehütet wie der eigene Augapfel: "Da hat es doch mal was gegeben, Ende der 90er, Anfang des neuen Jahrtausends. Könnt Ihr Euch erinnern? Man wollte sowas wie Quadrophonie wiederaufleben lassen, was, wie immer, daneben ging. So ähnlich wie immer mal wieder 3D-Brillen für räumlich wahrzunehmende Filme. Nur Musik in Mehrkanal kaufte kaum einer, höchstens eben als Filmton bei Heimkino. Das Gegenteil nämlich war schon eingeläutet: Musik möglichst klein machen, schlechtes mp3 für die schiere Menge. Die paar Klassik- und Jazz-Hörer, die sollen doch sehen, wo sie bleiben. An denen können wir doch kein Geschäft machen, nicht wahr?!"

dN
MartinG
Stammgast
#4 erstellt: 09. Dez 2005, 14:58

Diez schrieb:
Von KIND OF BLUE soll es eine Mehrkanal- und eine Pur-Stereo-Version auf SACD gegeben haben. Ich befürchte stark, dass dieselbe Abtastung der Bänder 1997 die SBM-CD-Remaster und die DSD-CD-Remaster UND den SACD-Remaster ergeben hat.


Es gab bzw. gibt drei verschiedene Kind of Blue SACDs.
Stereo non-Hybrid, Multichannel+Stereo non-Hybrid sowie Multichannel+Stereo Hybrid CD. Letztere ist nur in Europa erschienen und so auch noch erhältlich. Den CD-Layer habe ich mir nie angehört, habe allerdings den Stereo-SACD-Layer mit der 1997er CD verglichen. Es wurde definitiv ein neuer, besserer Transfer gemacht, auch von der Stereo-Version. Leider weiss ich nicht, ob man auf ein Stereomaster zurückgegriffen hat, oder auch für die Stereoversion vom Dreispurband gemischt hat. Besser wär's ja in diesem Fall, denn meines Wissens mixt man die alten Dreispurbänder für gewöhnlich mit allen drei Reglern gleich weit oben und dem Mittleren in die Mitte gepannt. Dann sollte man den ursprünglichen Mix zu praktisch 100% wiederhergestellt haben, oder? Sagt jedenfalls Steve Hoffman... Habe selber noch nie eines in den Händen gehabt.
Also ich muss gestehen, dass mir diese SACD sehr gefällt und ich sie klanglich als ausgewogen und nicht-überbrillant empfinde.

Martin
Diez
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 09. Dez 2005, 18:34
Ja, dann!
Dann hätte Sony richtig gehandelt und sich redlich bemüht.
So sollte das immer sein!

dN


[Beitrag von Diez am 09. Dez 2005, 18:35 bearbeitet]
MartinG
Stammgast
#6 erstellt: 09. Dez 2005, 22:10

Diez schrieb:
Ja, dann!
Dann hätte Sony richtig gehandelt und sich redlich bemüht.
So sollte das immer sein!

dN

Da ich ein ziemlicher Immer-noch-mal-das-selbe-Kaufer bin, würde ich aber sagen, dass das bei SACDs oft so ist. Zumindest bei Sony und Universal habe ich noch nicht erlebt, dass sie auf den Red-Book-Layer einfach noch mal pressen, was ohnehin schon letzter CD-Remaster-Stand war. Womöglich ist man sich doch bewußt, dass man so manchen SACD-Hörer nicht einfach mit Multibandlimiter, EQ oder gar Denoiser blenden kann. Das führt dann manchmal zu Ergebnissen, die einen Glauben lassen, Hires sei das einzig wahre, und CD sei Schrott. Als ich Universals Muddy Waters/Folk Singer SACD von 1964 neu hatte, dachte ich, so toll kann einfach keine CD klingen, unglaublich! Allerdings hat dann eine einfache RME-Soundkarte gereicht, um eine CD-Kopie zu erstellen, die schlimmstenfalls marginal schlechter klingt. SACDs halte ich seither für gut, weil sie Multichannel sein können, und weil man sich Mühe gibt. Der Sinn von Hires hört für mich allerdings oberhalb von 48/24 auf.

Auf Universal's The Who/Tommy SACD bekommt man z.B. sogar den Original Stereo Mix wieder, an dem es überhaupt nichts auszusetzen gibt. Warum ist die Nur-CD bloß inzwischen remixt? Die SACD zeigt, dass man dadurch nichts gewonnen hat... im Gegenteil.

Martin


[Beitrag von MartinG am 09. Dez 2005, 22:12 bearbeitet]
Diez
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 13. Dez 2005, 21:28
Eine gute Idee für SACDs ist ja auch, nicht unbedingt in jedem Falle die 5.1 Kanäle zu benutzen, sondern manchmal nur 3: War es bei "Mercury Living Presence" oder "RCA Living Stereo"? Jedenfalls gibt eines der beiden Labels ihre ursprünglichen 3-Spur-Klassik-Aufnahmen von Mitte der 50er bis Anfang der 60er als 3-Kanal-SACD heraus. Also für Center, Links vorne, Rechts vorne. Die Aufnahmen sind damals auch mit nur 3 Microphonen gemacht worden!
Völlig "überschaubar". Bzw. für die Ohren wahrscheinlich ein ziemlich "aufgeräumter" Raumeindruck. Das dürfte ziemlich authentisch der Aufnahme entsprechen.
Man stelle sich vor: KIND OF BLUE in ORIGINAL-3-Kanal,
das wär' doch nochmal was!

dN
Ueli
Inventar
#8 erstellt: 14. Dez 2005, 16:47
Hallo Diez

Die genannte 5.0 SACD entspricht ganz der ürsprünglichen
Dreikanal-Aufnahme.

Tenorsaxophon und Klavier links
Trompete und Bass Center
Altsax und Schlagzeug rechts

Der LFE bleibt stumm, und auf den Rear-Speakern liegt nur wenig Hall.

Die Seitenspuren sind hierbei nicht lauter als die Mitte, und die virtuelle Bühne vorn ist weit aufgezogen.

Ueli
Diez
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 15. Dez 2005, 11:47
Ja, Ueli,
dann ist es wohl so, dass auch ich (bisher ungehörterweise) die SACD von KIND OF BLUE empfehlen muss (und keinerlei CD-Ausgabe außer vielleicht der "Golden Mastersound Edition 1995 oder das entsprechende Japan-Pendant).
Wenn mir jene SACD plus entsprechende Wiedergabekette mal begegnet, werde ich sie mir (neu-)gierig 'reinziehen.

dN
arnaoutchot
Moderator
#10 erstellt: 15. Dez 2005, 21:35
Na, dann bin ich ja froh, die besagte SACD habe ich nämlich (siehe auch meine Frage vom 7.12.). Habe die SACD gerade eingelegt und kann die Ausführungen nur bestätigen. Ein absolut ausgewogenes und natürliches Klangbild, überhaupt nicht aufdringlich !!! Hier zeigt das SACD-Format was man alles damit sinnvoll machen kann . Ich glaube nicht, dass es wirklich sterben wird, es wird halt nur zu einem absoluten Nischenprodukt werden.

Für alle Freunde des "Kind of Blue" High Ends sei das Schwesteralbum "Something Else" von Cannonball Adderley als 2-Kanal DVD-Audio (192kHz/24bit) von Classic Records empfohlen, ebenfalls ein Traum. Da gibt es auch noch "Blue Train" von Coltrane, die ebenfalls in dieser Gewichtsklasse spielt. Und ganz toll, wenngleich etwas traditioneller, die Ben Webster Session "My Romance" als 2-Kanal-SACD, die sich das asiatische Label TopMusic in Zusammenarbeit mit Ampzilla vorgenommen hat. Es gäbe so viel guten Jazz, den man aufpolieren könnte ... bin für Tipps gerne dankbar, aber das ist dann wahrscheinlich schon wieder ein anderer Thread ...

Danke & Grüße Michael
Diez
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 19. Dez 2005, 08:05
Aber: Was sieht mein wundes Auge?
Von PORGY & BESS gibt es gar keine SACD?
Und von MILES AHEAD auch nicht?
Und von MILESTONES nicht?
Höchstens als oberteure Japan-Version?
Erst kriegen wir Plastiksound auf CD-Remastern
und dann keinen vernünftigen Sound auf SACD?
Wo gibt's denn sowas?
Wenn die Plattenfirma diese wertende Vorauswahl trifft,
ist das doch Gängelung, oder etwa nicht?
Nur die Japaner also haben erkannt,
was uns lieb & teuer ist,
vor allen Dingen teuer.

dN


[Beitrag von Diez am 19. Dez 2005, 08:07 bearbeitet]
tjobbe
Inventar
#12 erstellt: 19. Dez 2005, 08:34
also als ob "teure Japan" re-masters es wert wären sich heute noch aufzuregen. Da war schon zu Vinyl Zeiten so und hat sich seitdem nicht geändert. Von allen BlueNote re-issues gibt es fast immer auch JapanMasters und es gibt BluieNotes (oder auch andere) die nur in Japan remastered werden, wie es auch Kataloginhalte gibt die nur in schweden, Frankreich oder Deutschland erscheinen.....

in der heutigen Zeit sollte das SelbstImportieren aber doch wohl kein Problem sein....

Cheers, Tjobbe

P.S.: Die Japanischen SACD'S z.B von 88 oder Groove Note oder anderen kosten auch in Japan viel Geld....
Diez
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 19. Dez 2005, 11:45
Auch ich favorisiere Japan-CD-Remaster oder Japan-SACD-Ausgaben nicht. Der weitaus höhere Preis ist nicht durch entsprechend höhere Tonqualität gerechtfertigt.
Nur die äußere Aufmachung ist wohl weniger lieblos.
Ich wollte ja nur wissen, warum so wenig wichtige Alben (bei Miles Davis zB x Alben aus den späten 50ern)
nicht auf SACD übernommen wurden. Warum wurden SACD-Interessierte mit so relativ wenig abgespiesen? Ließ sich das so schlecht verkaufen?
Was sollte überhaupt dieses kurze Intermezzo von SACD auf dem Markt? Wir müssten es doch als technische Eintagsfliege verbuchen. Die Erwartungen der Industrie auf Verkauf wurden nicht erfüllt. Haben die nur versucht, ein Format mit greifendem Kopierschutz zu schaffen?
Nach welchen Kriterien wurden dann die wenigen SACD-Alben ausgewählt? Das war doch wohl willkürlich?
Unsere Überlegungen müssten doch wegkommen von technischen Aspekten hin zu inhaltlichen. Mit der Einsicht, dass wir der Phono-Industrie einfach hilflos ausgeliefert sind
und dass der Kunde eben nicht mehr König ist.


[Beitrag von Diez am 19. Dez 2005, 13:54 bearbeitet]
Diez
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 10. Jan 2006, 15:07
Der Klang der MD-Columbia/Sony-Remaster 1997-2001

Ich glaube, ich komme der Schilderung ihres „sterilen“ oder „ausgedünnten“ Klanges
diesmal ein wenig näher. Ich habe keine Meßgeräte, doch mache ich Hörvergleiche seit mindestens 15 Jahren mit demselben Verstärker (NAD) und demselben Kopfhörer (Sennheiser), was eine gewisse „Referenz“ darstellt.
Will man den Klang der neuzeitlichen Miles-Davis-Remaster den alten Versionen annähern,
bemerkt man, dass man das mit normalen Klangreglern nicht bewerkstelligen kann. Das Herunterregeln des Höhenreglers alleine nämlich hilft nicht. Auch nicht, vorsichtig etwas mehr Bass dazuzugeben.
Also vermute ich inzwischen ganz stark, dass der Frequenzgang der besprochenen Remaster im Grundtonbereich der Instrumente, so zwischen 200 Hz und 1000 Hz, eine Delle aufweist. Wahrscheinlich also so um 400-Hz-Mitte herum tut sich diese Senke auf. Mit mindestens –4dB Tiefe.
Und das ist natürlich fatal: Ausgerechnet den Grundtonbereich abzusenken!
Tiefbass und Höhen sind weiterhin normal, doch die „Fülle“ und die „Wärme“ sind dahin.
Das scheint mir der Hauptpunkt für die anzutreffende Sterilität und Ausgedünntheit zu sein,
mal ganz abgesehen von den besprochenen Unterschieden in der Abmischung dreier Spuren.

Diez
irchel
Inventar
#15 erstellt: 10. Jan 2006, 18:02
tjaja... für das gibts eigentlich DSPs...

loblied auf meine EMU... allerdings nicht bei über 48 khz /24bit, darüber macht sie schlapp, da der DSP nihct funktioniert.

(z.b. 400 hz 4.5 db anheben? Null Problem! Wie viele Nachbarfrequenzen in halbtonschritten?)
Diez
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 11. Jan 2006, 15:26
Nur, dass ich nicht bereit bin,
zum "Ausbügeln" schlechter Remaster
noch großartig ein Zusatzgerät anzuschaffen.
Käme nicht in die Tüte. Wo kämen wir denn dahin?!

Diez


[Beitrag von Diez am 11. Jan 2006, 15:27 bearbeitet]
darkman71
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 11. Jan 2006, 17:39
Hat von euch jemand die Kind of Blue Dualdisc gehört?

Ich habe die Hybride Stereo und Surround SACD, und bin damit sehr zufrieden. In einigen Rezensionen habe ich gelesen, dass die Dualdisc der SACD klanglich überlegen sein soll. Ich kann mir dies bei einer Dualdisc mit Dolby Digital 5.1 allerdings nicht vorstellen.
Haltepunkt
Inventar
#18 erstellt: 13. Jan 2006, 10:19
@darkman71

Ich habe die Dualdisk bestellt.
Allerdings steht die Sammelleidenschaft im Vordergrund und die Neugierde (Abspielbarkeit)auf das neue Medium. Mit der non hybrid Stereo/Multichannel SACD bin ich nämlich klanglich ebenfalls äußerst zufrieden.
Schont die LP und kommt meiner Faulheit entgegen

Bericht folgt.
tjobbe
Inventar
#19 erstellt: 14. Jan 2006, 00:29
Martin, wärst du so nett und gibst und ein Feedback wenn du sie mal verglichen hast....

Danke, Tjobbe
Haltepunkt
Inventar
#20 erstellt: 14. Jan 2006, 06:49

Haltepunkt schrieb:
...

Bericht folgt.


Diez
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 16. Jan 2006, 09:13
Ich halte es ja für ein gutes Zeichen,
dass KIND OF BLUE hier ein besonderes Interesse erregt.
Zurecht ist KIND OF BLUE doch etwas ganz Besonderes,
egal auf welchem Tonträger und in welcher Tonqualität,
hat es viele von uns in den Bann gezogen.

Diez
Diez
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 16. Jan 2006, 20:28
Habe gerade nochmal das andere Meisterstück,
'ROUND ABOUT MIDNIGHT,
in zwei Versionen vergleichen können.
Den Remaster von 2001 und die Alt-Fassung von 1987/88.
Wieder hat sich bestätigt, wie unzureichend es ist, einfach das Session-Band unbearbeitet, steril, mittig und höhenlastig herauszugeben. (2001).
Viel besser ist, sowohl im Kopfhörer als auch über Lautsprecher, eine wärmere Wiedergabe mit einer ganz leichten (Stereo)-Ambience darüber. (1987/88).
Der Klang ist nicht mehr "eingesperrt".

Diez


[Beitrag von Diez am 16. Jan 2006, 20:29 bearbeitet]
Haltepunkt
Inventar
#23 erstellt: 18. Jan 2006, 14:38
Gestern also die Dualdisk von KOB bekommen:
Mein Allesfresser (Denon3910) liest die CD-Seite nur nach Laune, deshalb noch einen 15 Jahre alten CDP reaktivieren müssen
[Nicht Redbook kompatible Scheiben kommen mir somit nicht mehr ins Haus - aber das sei nur am Rande erwähnt.]

CD-Layer: Unterschied zw. einer Legacy (die angesprochene CD mit Bonustrack) und dem CD-Layer der Dd war per LS für mich nicht zu unterscheiden. Heute morgen mit ausgeschlafenen Ohren und einem Stax nochmal verglichen: es blieb dabei. Beide Versionen haben diese aufdringliche Brillianz und Schärfe, auch der Hall scheint identisch. Zum Vergleich nochmal den 2-Kanal Layer der SACD abgespielt: hörbar ausgewogener, die Brillianz ist zurückgenommen, es wirkt somit auch besser aufgelöst. Dennoch die gleiche Grundcharakteristik. Es scheint, dass auch die SACD vom gleichen Masterband stammt, die von 'Dietz' postulierten 'deutlichen' Unterschiede, vor allem der vollere und damit 'wärmere' Grundton anderer Versionen, wollte sich nicht einstellen. Leider kann ich momentan die LP nicht als Referenz abspielen, der treue 1219 ist defekt.

Fazit CD-Seite: kann man sich als reiner 2-Kanal Freund schenken. Die Legacy CD bekommt man ja nachgeworfen und die läuft auch in jedem Player

Zum Mehrkanalvergleich:

Grundsätzliche Unterscheidungen der Mixes Multichannel SACD und DD 5.1 scheint es nicht zu geben. Keine Surroundeffekte aber auch keine künstlich aufgeblasene Räumlichkeit, eher eine dezent unterstützende, stabilere Abbildung des Ursprungshalls und etwas mehr Körperlichkeit der Instrumente. Auch die Dualdisk lehnt sich also an die ursprüngliche 3-Kanal-Aufnahme an.
Spontan fiel mir etwas mehr Präsenz und Räumlichkeit bei der Dualdisc auf, könnte aber auch an unterschiedlichen Abhörpegeln gelegen haben. Jedenfalls kann ich keine durch die systemimmanenten Vorteile der SACD bedingten, möglichen positiven Klangunterschiede vermelden.

Zum Video der Dualdisc: eine Aneinanderreihung von wenig bis gar nichts sagenden Interview-Schnipseln (wen interessiert es, ob Bill Cosby kob während seiner Studienzeit hörte oder andere 'Persönlichkeiten' kob toll finden ), aufgelockert durch Standbilder aus den bekannten Fotos der Aufnahmesession, wie sie auch in Ashley Kahns Buch 'kind of blue' abgebildet sind. Ganz kurz auch immer mal wieder ein O-Ton-Schnipsel der beteiligten Musiker. Braucht man IMHO nicht.

Fazit DVD-Seite: sagen wir es einmal so: in der Vergangenheit hatte ich hier von einem deutlichen Zugewinn durch die Mehrkanalversion gesprochen. Grund dafür war wohl die Wohnraumakustik: bei 2-Kanal-Stereo haben die Hallmuster des Wiedergaberaums den Hall der Aufnahme überlagert, diskrete Reflexionen die Phantomschallquellen aufgebläht.
Im Vergleich ist natürlich eine mittige Realschallquelle bzw. Ambience aus den Rears Stereo deutlich überlegen. Unter sehr guten Stereobedingungen relativiert sich das zwar etwas, aber wer hat schon einen dezidierten akustisch optimierten Hörraum. Dehalb würde ich grundsätzlich eine Mehrkanalversion empfehlen.

[Edit] Auch beide Mehrkanalversionen scheinen von der Charakteristik her grundsätzlich der auf der 1.Seite des Threads beschriebenen Legacy Bearbeitung zu unterliegen. wie gesagt, fehlt mir leider der Vergleich mit einer 'Referenz'.


[Beitrag von Haltepunkt am 18. Jan 2006, 14:45 bearbeitet]
Jazzy
Inventar
#24 erstellt: 18. Jan 2006, 19:45
Hi!
Ich hatte bis jetzt nur die Legacy-Version von KOB von 1997.
Habe mir heute die SACD-Fassung gegönnt: tatsächlich klingt diese besser!Der Kauf hat sich rentiert.
Diez
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 19. Jan 2006, 08:35
Ich könnte mir vorstellen,
dass die "Golden-Mastersound-Edition"-CD von KoB
wohl von einem 2-Spur-Masterband gefertigt wurde,
das zufällig mit der richtigen Entzerrung abgespielt wurde.
Sobald man aber die Original-Session-Bänder für die Remaster nahm, kann es passiert sein, dass die in den 50ern noch nicht normierte, bei jeder Firma andersartige Entzerrung (CBS Equalization, ARD-Entzerrung usw.), heute nicht mehr schaltbar ist und somit bei Wiedergabe des Bandes ein völlig unvorhergesehen abweichender Frequenzgang zustandekommt.
In diesem Belang total danebengegangen zB ist der Legacy-Remaster von Billie Holidays Album
"Lady in Satin", (während die Mastersound Edition von vorher noch in Ordnung ist).
Wenn Entzerrung alleine kein Grund für übergroße Brillianz ist, dann hat Sony seine 90er-Jahre-CD-Remaster grundsätzlich immer heller als die CD-Erstausgabe (auch von späten Alben) gemacht. Der Soundtrack zum Bertrand-Tavernier-Film "Round Midnight" mit Dexter Gordon, Herbie Hancock usw.
ist ein Beispiel dafür.
Und was können wir Kunden schon dagegen tun,
wenn EQ-Fehler in Kauf genommen werden bzw. EQ-Varianten absichtlich als Klangveränderungsmittel benutzt werden?
Ein erhellendes Frage&AntwortSpiel dazu als Beispiel:

"Acoustic Sounds: Do you listen to the original release of an album when you begin a remaster project?

Doug Sax: Absolutely, we got EARLY LP test pressings, and they were mandatory since the master tape is Dolby and there are no (original) tones. By hunting and pecking we derived that the master tape has an NAB high end and an IEC low end. After playing the tape correctly, we then EQ'd the album to sound more open and punchy than the original release ever did. (NAB is the American standard for tape equalization, and IEC, also called CCIR, is the standard for Europe and actually most of the world. Some machines have switchable EQ. The Studer at AcousTech does. Very few machines allow switchable top-end and bottom-end EQ."

Diez


[Beitrag von Diez am 19. Jan 2006, 10:54 bearbeitet]
Haltepunkt
Inventar
#26 erstellt: 19. Jan 2006, 14:51
Frage an die Experten:

welche LP Version bzw. welches Reissue von von welchem Master von 'kob' habe ich überhaupt? Es handelt sich um zwei 180g Pressungen in einem Doppelalbum, wobei auf der 2. Scheibe der Bonus-Track 'Flamenco sketches' für 45 rpm gepresst ist. Damals von http://www.reson.de besorgt.

Danke
Martin
Diez
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 20. Jan 2006, 20:34
Ich muss denn doch noch eine ganz kleine Lanze für die Sony-Japan-CDs brechen.
Immer schon haben sich die Sony-Japaner bemüht, aus den amerikanischen Vorlagen mehr rauszuholen. Seit ca. 1996 werden Hochbit/Hochfrequenz-Dateien von New York auch in Japan weiterverarbeitet. Ich schätze, seitdem gibt es die Abtastung für die SACD. Zunächst wurde SBM-mäßig heruntergerechnet. Seit 2001 aber nutzen die Japaner durchweg die DSD-Technologie zum Herunterrechnen auf Red Book Standard. Vor einiger Zeit konnte ich einen Vergleich von KoB machen. Columbia-Legacy SBM 1997 gegen Sony-Japan Mastersound DSD 2001. Der Höreindruck hat sich durch Betrachten in Steinberg Wavelab bestätigt: Die Amerikaer fahren die Impulse an die obere Kante und bügeln sie dadurch glatt. Adderleys Solo in „So what“ zB ist am Anschlag, seine lautesten Noten gehen waagerecht an der oberen Kante entlang, was das Ohr ja auch als „anstrengend“ empfindet. Die Japaner aber senken das Signal vorsichtig ab, benutzen hier wohl eine Art von soft knee limiter, was die Wellenform erhält. Außerdem ist bei den Japan-Versionen die brutale Schärfe in den Höhen zurückgenommen und der Lautstärkepegel aller Alben untereinander ausgeglichen.

Es ist nun aber so, dass wir Durchschnittsbürger für diese geringen Vorteile nicht die Preise von Japan-CDs löhnen wollen. Japan-DSD-Remaster kosten mehr als die entsprechenden SACDs! Man ist also stark auf seltene Sonderangebote angewiesen, will man eine solche Best-Version auf CD erstehen.

Apropos SACD: Da das Format nicht so richtig Fuß fassen konnte, vermute ich mal ganz stark, dass stattdessen zukünftige Formate, die „universeller“ sind, auch hochwertige Audioformate transportieren werden. (Die SACD ist ja auch nichts weiter als eine spezielle DVD). Die Erweiterung zu „HD-DVD“ und „Blue Ray“ werden hochwertige Tonformate aufnehmen, das prophezeihe ich mal ganz vorsichtig. Dann stünde einer besseren Verbreitung hochwertig klingender Musik nichts mehr im Wege. Ich glaube, das können wir alle mal ganz in Ruhe abwarten.

Diez


[Beitrag von Diez am 21. Jan 2006, 18:34 bearbeitet]
Diez
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 24. Jan 2006, 12:04
Beiden soeben erwähnten KIND OF BLUE-Fassungen ist jedoch eines gemeinsam:
Die schonmal beschriebenen schnellen Gleichlaufschwankungen (flutter),
zu hören in den Bläsern und im Klavier, besonders im Tromba-Dämpfer-Ton
bei „Blue in Green“ und „Flamenco Sketches“. Ich befürchte, dass jene Abtastung
mit dem alten Presto-Röhren-Tonbandgerät genauso auf SACD gelandet ist.
Dann bliebe uns nur noch, Columbia anzuschreiben, um zu fordern,
dass eine neue, gute Abtastung eines schönen Tages auf DVD-Audio oder Blue Ray
herausgebracht wird. Wieder in DSD-Qualität. Stereo und Mehrkanal,
auf jedem dann handelsüblichen HD-DVD- oder Blue-Ray-Gerät abspielbar.
Der Audio-Wandler müsste dazu aber ziemlich gut sein...


[Beitrag von Diez am 24. Jan 2006, 12:06 bearbeitet]
Jazzy
Inventar
#29 erstellt: 24. Jan 2006, 20:12
Hi!
Konnte ich so nicht nachvollziehen.
Bei der 97er CD ja,aber bei der SACD habe ich nichts gehört.
Diez
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 25. Jan 2006, 08:02
Sollte sich Sony wirklich für die SACD zu einer zitterfreien Neu-Abtastung durchgerungen haben?
Das wäre dann ja durchaus mal lobenswert.

Doch noch ein anderer Aspekt: Die Dynamik.

Ich meine gelesen zu haben, dass die Deutsche Grammophon zu Beginn der Digital-Ära Klassik-Aufnahmen in 18bit/48 kHz-PCM gemacht hat. Und man hat versucht, die volle Dynamik, die auf CD möglich wurde, auszureizen. Ein Beispiel dafür ist Claudio Abbado mit dem London Philharmonic mit den Bildern einer Ausstellung. Die leisesten Stellen gehen in Umweltgeräuschen unter, die lautesten nötigen einen, die Lautstärke
trotzdem noch wieder weiter runter zu stellen. (Und bei SACD ist noch deutlich mehr möglich!). Später ist man bei DGG reumütig wieder ABSICHTLICH zu etwas geringerer Dynamik zurückgekehrt. Der Hörgenuss schien so besser gesichert zu sein.

Alte Analog-Bänder aus den 50ern scheinen mir ebenfalls schon eine ziemlich hohe Dynamik zu bergen.
Die Fantasy/ZYX-CD-Remaster der Miles-Prestige-Alben Cook, Relax, Work & Steam sind in 20bit eingelesen.
Heruntergerechnet auf Red Book bleibt eine deutlich höhere Dynamik als auf den Vorläufer-Ausgaben.
Vom Säuseln bis zum Vulkanausbruch sozusagen. Die Sony-Miles-Remaster nun sind ebenfalls von 20 bzw 24bit heruntergerechnet, und hier kommt noch der hellere Sound dazu. Sind es BEIDE Faktoren, also auch die erstaunlich hohe Dynamik, die meinem Hörempfinden „Agressivität“ bescheren? Ist es die zu hohe Lautstärkespanne, die ich weder über Lautsprecher noch über Kopfhörer „wohnzimmergerecht“ bzw. „lauschgerecht“ empfinde?

Welcher Teilnehmer hier ist Gehörphysiologe und kann Auskunft geben?


[Beitrag von Diez am 25. Jan 2006, 08:10 bearbeitet]
Jazzy
Inventar
#31 erstellt: 25. Jan 2006, 18:29
Hi!
Bei der SACD von KOB ist mir keine zu hohe Dynamik aufgefallen.Auch die Höhen sind moderat.
Die OnePoint-Recordings von Denon sind da schon ein anderes Kaliber.Da muss man tatsächlich öfters am Regler drehen.
darkman71
Hat sich gelöscht
#32 erstellt: 25. Jan 2006, 22:39
Mich packt langsam das Miles Davis Fieber. Gestern ist meine Sketches of Spain SACD angekommen, und ich bin absolut begeistert. Mir gefällt diese Platte noch besser als Kind of Blue.

Bisher bin ich bei Miles Davis noch blutiger Anfänger, dies wird sich aber in der nächsten Zeit ändern. Neben Kind of Blue und Sketches of Spain habe ich noch TUTU als DVD-Audio, welche mir ebenfalls gut gefällt.

Schön das es einen Miles Davis Thread gibt.

Gruss Darkman
Jazzy
Inventar
#33 erstellt: 26. Jan 2006, 14:09
Hi!
Wo hast du denn die SACD her?
darkman71
Hat sich gelöscht
#34 erstellt: 26. Jan 2006, 16:51
Ich habe sie vor ca. 2 Wochen zusammen mit der SACD Head Hunters von Herbie Hanckock bei Karstadt in Essen bestellt.
Diez
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 31. Jan 2006, 12:12
Ich muss noch kurz ein paar Punkte verfeinern:
Wie schon gesagt, die CD-Erstausgabe von ROUND ABOUT MIDNIGHT
hatte einen „wuchtigen“ Sound, mit hinzugefügter Ambience.
Ich konnte nun aber doch noch den usa/europäischen Legacy-Remaster-2001
mit der entsprechenden Japan-Ausgabe vergleichen.
Beiden gemeinsam ist die klang“neutrale“ Wiedergabe mit einer leichten Tendenz in Richtung hell.
Die usa/europa ist von 24bit SBM-heruntergerechnet, die japanische von DSD SBMdirect-heruntergerechnet.
Frequenzgang, Klang und Lautstärke sind absolut identisch, bei der jap. DSD aber
hört man doch etwas genauer abgebildete Details, die verschiedenen Instrumente verdecken sich gegenseitig weniger, man hört etwas mehr Tiefenstaffelung und das längere Ausschwingen von Becken und Klavier
signalisiert etwas von „dichter dran“ am analogen Band.
MY FUNNY VALENTINE als eine Scheibe von zweien (THE COMPLETE CONCERT 1964)
war schon 1991 sehr gut, doch das eben beschriebene Mehr an Natürlichkeit gibt es erst wieder
seit dem Legacy-2005-Remaster, und hier bereits in der normalen usa/europa-Ausgabe,
die von vorneherein DSD-remastered ist. (Japan-Ausgabe demzufolge nicht notwendig).

Wenn sich also durch anfängliches DSD schon auf normalen CDs leichte Vorteile ergeben,
dann ist klar, wie dieser Trumpf besonders auf SACD ausgespielt werden kann.
Glücklich also all diejenigen Miles-Fans, die alle ihre Lieblingsalben auf SACD ergattern konnten.

Diez
MartinG
Stammgast
#36 erstellt: 31. Jan 2006, 13:30
Also wärmstens empfehlen kann ich die SA-CD "In a Silent Way", die auch noch erhältlich sein müsste. Sie ist nicht Hybrid, hat aber dafür einen meiner Meinung nach wirklich tollen Surroundmix - und der Stereolayer klingt für mich auch sehr "entspannt", wobei ich aber keinen Vergleich habe.
Tolles hört man ja auch über die "Bitches Brew" SACD, die gibt es aber nur in Japan - nicht Hybrid, ohne Multichannel. Dennoch würde ich sie sofort kaufen, wenn ich sie für einen Preis unter 35 Euro fände. Sony hatte seine SACD-Aktivität leider schon stark runtergefahren, bevor eine eigentlich mal angekündigte 5.1-Version international erscheinen konnte.

Martin
Diez
Ist häufiger hier
#37 erstellt: 02. Feb 2006, 15:10
DSD ist gerade noch rechtzeitig erfunden worden, um alte analoge Bänder höchstqualitativ zu digitalisieren und die unwiederbringlichen Aufnahmen damit vor weiterem Verfall zu bewahren. „The tapes begin to show their age, Miles Ahead and Porgy containing several dropouts, scars and splices“, wie man las.
Ich schätze mal, DSD ist nicht allein zur Herstellung von SACDs gedacht gewesen, sondern als universelles, reines Archivierungs-Format. Hoffentlich sind die Glasmaster nun in Stickstoffatmosphäre, im Faradayschen Käfig, abgeschirmt von allen schädlichen Umwelteinflüssen, erdbebensicher aufbewahrt. Nebenbei lässt sich von diesem Format ohne Probleme und ohne große Qualitätsverluste herabsamplen.
Bezeichnend ist ja, dass anfangs im DSD-Format nicht geschnitten und bearbeitet werden konnte. Erst als ein Schweizer Ingenieur eine DSD-Workstation kreierte, ist das möglich geworden. Klassik wird nun sogar in DSD aufgenommen (Murray Perahia, Bach keyboard concertos). Es bestünde also mittlerweile die Möglichkeit, alte Session-Bänder nach dem Eindigitalisieren in DSD auch noch wieder „vernünftig“ zu bearbeiten. Wir leben ja zZ noch mit den Miles-Davis-Alben in höchst genauer, dokumentarisch trocken anmutender Wiedergabe. Es bestünde aber durchaus die Möglichkeit, den Alben den „warm-wohligen“ breitbandigen WohnzimmerSound wiederzugeben. Mit einer Bearbeitung ließen sich die technischen Stärken der Aufnahmen herauskitzeln und die technischen Schwächen unterdrücken. Außerdem gibt es ja von allen Alben auch noch die StereoMix-Masterbänder, die anscheinend früh schon auf haltbares BandMaterial gebracht wurden. Eine Serie à la „THE ORIGINAL STEREO MASTERS“ oder so würde mich wahrscheinlich überzeugen, denn der Mix ist fehlerlos, die Bänder „flattern“ noch nicht und haben merkwürdigerweise weniger dropouts als die SessionBänder. Zu hören bei KIND OF BLUE Golden Mastersound Edition ’94 gegen KIND OF BLUE Legacy Remaster ‚’97.
Ich bin also mal gespannt, ob in der Zukunft so etwas auf HD-DVD oder Blue Ray Disc herauskommt. Den guten Willen zum nicht-schrillen Klang gibt es ja bereits seit 2005 (Legacy-Remaster von SEVEN STEPS usw.).

Diez


[Beitrag von Diez am 02. Feb 2006, 15:13 bearbeitet]
Diez
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 03. Feb 2006, 09:15
Eine Neuigkeit für Miles-Fans:
Ich höre läuten, dass Fantasy/OJC/Prestige/ZYX die Miles-Alben des ersten Quintetts aus '55 und '56 wiederveröffentlicht. Diesmal von 24bit herabgesampled,
mit dem "K2"-Verfahren und in der Reihenfolge, wie die Titel eingespielt wurden. Die 5 Alben MILES, COOKIN', RELAXIN', WORKIN', STEAMIN' werden so auf 3 CDs zusammengefasst. Als Veröffentlichungsdatum wird "Frühjahr '06" angegeben.

Diez
Diez
Ist häufiger hier
#39 erstellt: 07. Feb 2006, 00:44
Nach kurzem Zusammenbruch ist die für Miles-Fans
höchst informative und nützliche Site "Miles Ahead"
von Peter Losin wieder auf:
www.plosin.com/MilesAhead
Ihm habe ich kürzlich die Frage gestellt,
welches Remastering (20/24bit oder DSD) die neuesten
japanischen Miles-Reissues aufweisen.
Mal sehen, was da jetzt bei herauskommt,
denn sie sehen aus wie Repliken unserer US/Europäischen Exemplare

dN


[Beitrag von Diez am 07. Feb 2006, 09:41 bearbeitet]
TheSoundAuthority
Inventar
#40 erstellt: 07. Feb 2006, 17:25
was haltet ihr von XRCDs von Miles? Hab vor mir die 2 zu kaufen!
Diez
Ist häufiger hier
#41 erstellt: 14. Feb 2006, 10:47
Warnung:

Die neuesten japanischen Re-Issues von Davis-Alben
mit Nummern SICP 8xx sind NICHT DSD-remastered,
sondern wieder nur 20/24bit-SBM-remastered!
Sie sind 1:1-Übernahmen der uns bekannten und überall in normalen Handel erhältlichen Ausgaben (Legacy).
Somit lohnt es sich NICHT, für diese neue japanische Serie
den höheren Preis zu zahlen.

Diez
Diez
Ist häufiger hier
#42 erstellt: 22. Mrz 2006, 11:12
Um der ganzen „Nörgelei“ mal etwas Positives entgegenzusetzen:

Bei einem Kumpel bewunderte ich neulich schon den Klang seiner „Verve-Master-Edition“
von Stan Getz & Atsrud Gilberto. Seit kurzem nun habe ich aus selbiger Serie
das Album mit CLIFFORD BROWN & MAX ROACH. (Verve Master Edition, 24bit/96kHz).
Hier zeigt sich nun, dass das Remaster-Verfahren alleine nicht die allergrößte Rolle
für das hervorragende klangliche Ergebnis hatte. Vielmehr muss Verve damals, 1954,
gute und halbare Bänder verwendet haben und äußerst sorgfältig aufgenommen haben!
KEIN „flutter“, KEIN Rauschen, KEINE dropouts, minimalste Verzerrungen,
völlig ausgewogener Klang!
Bei Verve also ist es vollends gelungen, das Remastering.
Hier können sich Remaster-Produzenten von Blue Note (RVG) und von Columbia/Sony (Legacy)
gleich mehrere Scheiben von abschneiden!

Diez
Miles
Inventar
#43 erstellt: 22. Mrz 2006, 11:35

RELAXIN‘, COOKIN‘, STEAMIN‘ und WORKIN‘ waren Ende der 80er als Prestige-LPs und gleichklingende Prestige-CDs erhältlich. Diese Erstausgaben auf CD wahrten das Mono der Aufnahme vollständig, erst einer späteren Neuausgabe (in „DigiPacks“) ist ein digitales „Ambience“ hinzugefügt worden. Im Kopfhörer vernimmt man hier einen gewissen Raumklang.


Die Digipacks von ZYX sollte man einfach vergessen. ZYX (früher Mikulski) hat die beliebtesten OJC-Tiel "remastert", nur um aus Marketinggründen einen "24Bit remaster"-Sticker draufpappen zu können. Ob die Remaster von den Originalbändern stammen ist zweifelhaft, jedenfalls sind etwa die Hälfte dieser Remaster stümperhaft gemacht und klingen unsäglich.

Übrigens ist nach dem Kauf von Fantasy Records durch Concord auch die Europa-Lizenz von ZYX ausgelaufen, so dass keine neuen OJC/ZYX-CDs mehr erscheinen werden.
Diez
Ist häufiger hier
#44 erstellt: 24. Mrz 2006, 08:51
Genau!
Die alte OJC-Serie ist klanglich in Ordnung und manchmal noch erhältlich,
von der neueren (20bit in DigiPacks) muss abgeraten werden:
Hoher Pegel, „aufgepumpte“ Bässe, Höhenreduktion zur Rausch- u. Verzerrungsminderung,
Drüberrechnen einer „Ambience“, manchmal gar 180-Grad-Phasenverdrehung eines Kanals
(so bei „Chet Baker in New York“ und „Walkin‘“ von Miles Davis),
das alles zeugt von stümperhaftem Remastering.
Bei Blue Notes RVG-Serie sieht es nicht viel besser aus:
Der Klang ist gegenüber früheren Versionen (Ron McMaster)
mittig-schrill mit hohem Pegel, das Stereo-Panorama auf fast Mono zusammengezogen.

Hoffentlich sind die Zeiten bald vorbei,
wo uns die Labels solch ein Murks um die Ohren hauen können!

Diez

P.S.
Die Alben Miles, Steam, Work, Cook & Relax sollen angeblich bald als
24bit-Remaster, Titel in der Reihenfolge der Aufnahme, als Box herauskommen.
(von Concorde? Commodore?).

d


[Beitrag von Diez am 24. Mrz 2006, 08:53 bearbeitet]
Miles
Inventar
#45 erstellt: 24. Mrz 2006, 09:49

Diez schrieb:

Bei Blue Notes RVG-Serie sieht es nicht viel besser aus:
Der Klang ist gegenüber früheren Versionen (Ron McMaster)
mittig-schrill mit hohem Pegel, das Stereo-Panorama auf fast Mono zusammengezogen.

(...)

P.S.
Die Alben Miles, Steam, Work, Cook & Relax sollen angeblich bald als
24bit-Remaster, Titel in der Reihenfolge der Aufnahme, als Box herauskommen.
(von Concorde? Commodore?).

d


Bei der Blue Note RVG Serie kann man nicht so verallgemeinern. Das Fast-Mono betrifft nur einige wenige Titel, auch klingen nicht alle schrill. In letzter Zeit hat sich Rudy Van Gelder gemässigt, die CDs der letzten 2-3 RVG-Serien klingen nur wenig anders als die früheren McMaster-Remaster.

Die Miles Davis 1956-Box wird bei Concord erscheinen, dem Inhaber der Prestige-Rechte. Da die Aufnahmen dieses Jahr in Europa ins Public Domain fallen (50 Jahre alt) werden sie wohl auch durch einige darauf spezialierte Label wiederveröffentlicht werden, allerdings ohne Remaster von den Originalbändern, da die Label keinen Zugang zu den Archiven haben.
Miles
Inventar
#46 erstellt: 24. Mrz 2006, 12:59

AoD-UnknowN schrieb:
was haltet ihr von XRCDs von Miles? Hab vor mir die 2 zu kaufen!


Die besten digitalen Versionen der Miles Davis Prestige Aufnahmen sind meiner Erfahrung nach die Remaster von Steve Hoffman für das DCC-Label. diese sind zwar schon lange vergriffen, man kann sie aber immer noch bei Ebay USA ergattern ,für Preise die um den Neupreis von XRCDs liegen (also um $30). Die DCC-Remaster klingen wärmer und natürlicher als die XRCDs und die neueren Versionen (inklusive SACDs).

http://servercc.oakton.edu/~larry/miles/main/discography/dcc.html

Auc die anderen DCC-Titel mit Prestige/Riverside/Contemporary-Sessions sind in der Regel besser als die Konkurrenz.

Wem die XRCDs gefallen der sollte sich auch die US K2-Remaster anhören, die in den USA für $13 erhältlich sind. Sie wurden im gleichen Studio remastert wie die XRCDs, nur das aufwendigere Pressverfahren der XRCDs fehlt.

http://www.cduniverse.com/productinfo.asp?pid=6782300


[Beitrag von Miles am 24. Mrz 2006, 13:04 bearbeitet]
Diez
Ist häufiger hier
#47 erstellt: 25. Mrz 2006, 09:43
Schon vor der angekündigten Box mit dem MDQ,'55-'56
ist ein Einzelalbum bei Concord erchienen: RELAXIN'.
Als Rudy-van-Gelder-Remaster. Eine Besprechung im Internet
lässt darauf schließen, dass die brandneu remasterte CD
allerdings nicht so gut klingt wie eine schon länger erhältliche SACD. Das ist ja auch nicht unbedingt verwunderlich. Trotzdem bleibe ich skeptisch, so von wegen, ob denn nun durch RVG wirklich ein für den Hörer zufriedenstellender Klang getroffen wurde. Eine Garantie dafür gibt es ja nicht. Die Erfahrung lehrt ja, dass man es im Zweifelsfall mit Enttäuschungen zu tun bekommt.
Große Hoffnungen wollen sich bei mir einfach nicht mehr breitmachen...

Diez
Diez
Ist häufiger hier
#48 erstellt: 29. Mrz 2006, 17:32
Soeben habe ich im Handel mehrere "Prestige-Profiles" in der Hand gehabt. Noch steht ganz brav "Fantasy" mit drauf, darunter jetzt eben auch "Concord Music Group". Und wessen Zeichen steht ganz unten drunter?
Wundern tun wir uns darüber ja nicht mehr: "UNIVERSAL"!
Nun sollten wir hoffen, dass "Universals" Tochter "Concord" noch ein schönes, langes Weilchen das Jazz-Repertoire hegt & pflegt, auf dass es nicht so schnell zusammengestrichen wird. Mit "Verve" und "Impulse" hat es ja bislang ganz gut geklappt. Bei "EMI" mit "Capitol" und "Blue Note" ja auch.
Es ist nur mehr & mehr so, dass die kleinen, rührigen Labels nun fast alle bei den "GROSSEN VIER" gelandet sind, nicht wahr.
Eines Tages werden sie uns diktieren, was wir noch kaufen dürfen und was nicht mehr...

Diez


[Beitrag von Diez am 29. Mrz 2006, 18:35 bearbeitet]
MartinG
Stammgast
#49 erstellt: 29. Mrz 2006, 22:06

Diez schrieb:
Es ist nur mehr & mehr so, dass die kleinen, rührigen Labels nun fast alle bei den "GROSSEN VIER" gelandet sind, nicht wahr.


Also Universal ist mir eigentlich deutlich sympathischer als Mikulski...
Waren den die ZYX/Mikulski-CDs vom Remastering her eigentlich europäisch? Oder 1:1-Lizenzübernahmen aus den USA?

Martin
Miles
Inventar
#50 erstellt: 29. Mrz 2006, 22:33

MartinG schrieb:
Waren den die ZYX/Mikulski-CDs vom Remastering her eigentlich europäisch? Oder 1:1-Lizenzübernahmen aus den USA?


Die 20/24Bit-Remaster, erkennbar an der "OJC20-..."-Nummer, waren von ZYX remastert. Viele davon sehr schlecht. Mit den originalen Masterings wusste man dass die Qualität OK war (wenn auch nicht berauschend), bei den ZYX-Remasterings gab es enorme Schwankungen.
Jazzy
Inventar
#51 erstellt: 30. Mrz 2006, 16:16
Hi!
Ist ein bisschen OT.
Ich habe mir ein RvG-Remaster von John Coltrane,Blue train, geholt.
Klingt eigentlich ganz gut.
Aaaber: 1. kann ich nicht vergleichen
2. Kopierschutz!
Nur der Preis von 5,99 ließ mich diese UnCD mitnehmen.
Sind die RvG-Remaster alle mit Kopierschutz?
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