ASIO, externe Soundkarte, DAC, KVH. ja was denn nun?

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incendizer
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 24. Mai 2008, 15:44
Nachdem mein erstes Stück audiophile Hardware (DT-880 2005 :hail) endlich ankam, ist der nächste logische Schritt ein Kopfhörerverstärker, gegebenenfalls mit eingebautem DAC oder aber gleich eine externe Soundkarte.

Jetzt stehe ich aber vor einer grundsätzlichen Frage: Angenommen, ich möchte meine Musik vom PC aus über ASIO wiedergeben. Wie ist das denn, wenn ich keine externe Soundkarte mit eingebautem KHV verwende, sondern einen KHV mit eingebautem DAC verwende?
Da gibt es dann je nach Modell wohl die zwei Optionen "Anschluss über USB" und/oder "Anschluss über S-PDIF". Kann ich denn jetzt auch einfach meinem Player auf dem PC sagen, dass er über ASIO ausgeben soll und das Gerät frisst das alles und spielt Musik?

Mir fehlt da noch das grundlegende Verständnis hinter der Angelegenheit... was ASIO ist und warum es gegenüber dem Abspielen über Direct Audio Vorteile bietet, weiß ich prinzipiell. Aber ich habe keine Ahnung, wie sich das in der Praxis bei der verwendeten Hardware bemerkbar macht.
incendizer
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 26. Mai 2008, 17:21
Okay, ich frag mal anders.
PC + vernünftige ext. Soundkarte + ASIO geht ja... aber PC + KVH mit DAC + ASIO, geht das?


[Beitrag von incendizer am 26. Mai 2008, 17:22 bearbeitet]
Fes
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 27. Mai 2008, 08:04
Juchu, mein erster Beitrag!
Also, nicht daß ich wirklich Ahnung hätte, aber wenn hier sonst keiner schreibt...

Ich muß sagen, daß ich dein Problem nicht so ganz verstehe, aber vielleicht ist da auch ein grundlegender Denkfehler drin?
Denn, soweit ich weiß, ist ASIO nicht zur Ausgabe irgendwelcher Signale gedacht, sondern schlicht ein Transferprotkoll/eine Treiberarchitektur, das/die vor allem wohl niedrigere Signallaufzeiten innerhalb des Computers möglich macht.
Das heißt, es gibt kein ASIO-Signal in dem Sinne, das "ASIO-Signal" bleibt innerhalb des Computers und wird nicht ausgeben, ASIO ist also kein Audio-Format in dem Sinne.
Für die Ausgabe sind, bei digitaler Übertragung, dann entsprechende Audio-Formate zuständig.

Wenn du jetzt ne externe Soundkarte hast (über USB, Firewire, was auch immer), dann kann die je nach Modell über ASIO mit dem Computer kommunizieren, wandelt dann die Informationen in ein Audiosignal um, das ausgegeben werden kann.
Wenn du aber über S/PDIF anschließt, dann heißt das ja, daß du schon eine Soundkarte im Computer hast, die zwar auch über ASIO-Treiber laufen kann, daß das Signal dann aber durch S/PDIF über ein Audio-Format (eben nicht ASIO) ausgegeben und an den Verstärker weitergegeben wird.
Ein reiner KHV mit DAC wandelt dann "nur" das digitale Audiosignal um, hat mit ASIO aber nix am Hut ("geht" also nicht ;-).

Letztlich bleibt es also ziemlich gleich, ob du ne Einbau-Karte und nen externen Verstärker nutzt, oder ob du ne externe "Karte" mit gleich eingebautem Verstärker nutzt.
Über die verfügbaren Produkte und eventuelle Qualitätsunterschiede kann ich dir leider nichts sagen.

Nur soviel - solange du keine Audioaufnahmen machst, sondern eh nur Musik hören möchtest, kann dir ASIO auch völlig schnurz sein.
Für´s Musikhören macht es halt keinen Unterschied, ob das Signal innerhalb des Computers jetzt eine, drei oder auch dreissig Millisekunden braucht.

Alles natürlich nur, so ich mich denn da nicht völlig irren sollte - aber ich glaube nicht, daß ich das tue.
incendizer
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 27. Mai 2008, 22:52

Fes schrieb:
aber vielleicht ist da auch ein grundlegender Denkfehler drin?

Das würde ich halt selber gerne wissen.

Fes schrieb:
Nur soviel - solange du keine Audioaufnahmen machst, sondern eh nur Musik hören möchtest, kann dir ASIO auch völlig schnurz sein.

Stimmt nicht ganz. Wenn ich meine CDs als FLAC rippe und anschließend über einen normalen Player abspiele, läuft das bei mir über den Windows-Kernel und wird fröhlich umgesampled... sprich, es wird zwar exakt das gleiche Signal wie von der CD verarbeitet, aber es kommt etwas hörbar (!) anderes aus den Boxen. Zumindest hatte ich hier im Forum eine sehr anschauliche Erläuterung dazu gelesen... und darum die Verwendung von ASIO-Treibern.
Und darum halt überhaupt mein wirrer Text da oben...
Fes
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 28. Mai 2008, 07:14
In dem Fall würden die anderen Punkte aber weiter gelten.
Außerdem kommt´s auf das Betriebssystem an, das du verwendest.
So ich das recht verstanden habe, beherrscht Windows Vista nämlich bitgenaue Signalübertragung (Hervorhebung von mir; unter http://en.wikipedia.org/wiki/Universal_Audio_Architecture ):


Windows Vista features a completely re-written audio stack designed to provide low-latency 32-bit floating point audio, higher-quality digital signal processing, bit-for-bit sample level accuracy, up to 144dB of dynamic range and new audio APIs created by a team including Steve Ball and Larry Osterman.


Wenn ich das recht verstehe, würde die bitgenaue Signalübertragung unter Vista aber nicht mit externen Geräten ("Soundkarten" die über USB oder Firewire angeschlossen werden) funktionieren; was allerdings kein großes Problem wäre, da die Soundlösungen, die für dich in Frage kämen, vermutlich eh alle ASIO-Treiber mitbringen würden.
Aber wie gesagt - letztlich bleibt sich´s gleich, die Signalverarbeitung über ASIO findet nur innerhalb des Systems statt, genauer wohl eben zwischen der Quelle (Audioprogramm, Mediaplayer, CD-Laufwerk) und Ausgabegerät (Soundkarte bzw. externes Äquivalent eben).
Was für ein konkretes Ausgabegerät du dir anschaffen solltest, bleibt davon dann ja unberührt.

Das heißt, man möge mich korrigieren, daß du dich schlicht an Preis und Qualität der in Frage kommenden Lösungen orientieren solltest.
Also entweder halt ne interne Soundkarte mit Digitalausgang plus nen Digital-fähigen Verstärker extern, oder eben gleich n externes Gerät mit eingebautem Verstärker
In dem Fall würden die Daten über USB oder FireWire eh digital übertragen werden (eben über ASIO), weil dieses externe Gerät dann ja quasi die "Soundkarte" des Computers wäre.
Falls du ein externes Gerät mit integriertem leistungsstarken Kopfhörerverstärker finden würdest, könntest du dir dann wohl auch die S/PDIF-Verbindung sparen, da der Sound dann ja gleich über das Gerät ausgegeben würde, die Wandlung dann ja da drin stattfinden würde.

Wie gesagt kann ich dir über entsprechende Geräte aber nicht viel sagen, kenn ja außerdem auch deinen Anspruch bzw. deine Preisgrenze nicht.
Obwohl ich mir vorstellen könnte, daß du mit nem externen Gerät günstiger fahren würdest, als wenn du dir ne Soundkarte plus nochmal nen Verstärker kaufen würdest.
Zumal einen, der auch nen S/PDIF-Eingang hat, wovon ich bei ner schnellen Suche bei Thomann nur einen gefunden habe (für über 500 Euro und das als Rückgabexemplar).
Aber wie gesagt, da kann ich dir leider nicht konkret weiterhelfen.
incendizer
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 28. Mai 2008, 20:05
Hoppla, hatte ich ganz vergessen - ich nutze Win XP und werde in absehbarer Zeit nicht auf Vista umsteigen. Von daher wäre das für mich halt schon interessant.
Vista benutzt da ein anderes Konzept, das ist mir bekannt. Soweit ich weiß, ist das bei OS X (Mac) auch geschickter gelöst... bei Win 9x sind halt Altlasten aus der Steinzeit der Computer immer weiter mitgeschleppt worden.


Aber wie gesagt - letztlich bleibt sich´s gleich, die Signalverarbeitung über ASIO findet nur innerhalb des Systems statt, genauer wohl eben zwischen der Quelle (Audioprogramm, Mediaplayer, CD-Laufwerk) und Ausgabegerät (Soundkarte bzw. externes Äquivalent eben).

Ich verstehe es also richtig, dass ASIO zur direkten Signalübertragung von Quelle zu Ausgabegerät dient und mein Ausgabegerät zwingend ASIO unterstützen muss, wenn ich das verwenden will.

Ich glaube, so im großen und ganzen habe ich es verstanden... wenn nicht, meld ich mich hier noch mal. Danke für die sehr ausführliche Erläuterung!
Fes
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 28. Mai 2008, 21:41
Jein - also Ausgabegerät im Sinne von Soundprozessor, nicht im Sinne von Verstärker, egal ob der jetzt nen Digitalwandler hat oder nicht.
Bei ner internen Soundkarte wär´s halt die Soundkarte, bei ner USB-Lösung eben diese.
Nur wenn das externe Ausgabegerät die Soundkarte ersetzt, und entsprechend auch über Treiber verfügt, dann kannst du auch ASIO(-Treiber) verwenden (falls für das Gerät verfügbar).

Nur noch mal zur Klarstellung.
Boah, wie ich diese Begriffsschwierigkeiten hasse - ich glaub, offiziell heißt es "Audiointerface", aber das ist gerade bei digitalfähigen Verstärkern ja etwas zweideutig. ;-)
incendizer
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 29. Mai 2008, 17:11
Ja, das meinte ich auch... halt den Soundprozessor oder was auch immer das für ein Teil ist, das da angesteuert wird. Audiotechnik ist nicht mein Spezialgebiet, aber das Prinzip ist mir nun klar.
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