Wie genau funktioniert eigentlich Bose?

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Kein_Experte
Stammgast
#1 erstellt: 03. Mai 2012, 20:48
Hallo,

ich habe noch ein Bose-System in meinem W210 (Mercedes).
In letzter Zeit befasse ich mich immer und immer mehr mit der Materie Car Hi-Fi.
So, wie ich es immer mehr mitbekomme, ist Bose nicht wirklich beliebt.
(Das haben mir hier im Forum auch schon mehrere gesagt.)
Aber nichtsdestotrotz würde ich dennoch gerne etwas mehr über das System erfahren.

Bei "klassischen Anlagen", ist es ja so hier:
Radio - [Cinch+Remote] - Endstufe - [Stromkabel] - Lautsprecher
(Endstufe an Batterie des Autos)

Bei Bose ist das aber nicht so, denn da kommt dieser normale Block nämlich auch ins Radio.
Ist es vom Prinzip her genau wie oben, nur dass statt Cinch/Remote die gewöhnlichen Kabel verwendet werden?
Außerdem hat einer gesagt, dass die Bose-Endstufe gar nicht mit der Batterie verbunden ist und die Leistung nur durch die Lautsprecher kommen!?

Eine Frage hätte ich noch:
Gehen wir mal davon aus, ich klemme die 2 vorderen und die 2 hinteren Lautsprecher ab (sowohl vom Radio als auch von der Endstufe).
Dann würden die 2 Bose-Woofer, die sich auf der Hutablage befinden, noch in Verwendung sein.
Kann ich dann diese 2 Woofer so an das Radio bzw. an die Endstufe klemmen, so dass ihnen die volle Kapazität zur Verfügung steht?
Also wie so eine Art Brücke!
Die Lautsprecher im Überblick:
http://img577.imageshack.us/img577/394/lautsprecher2.jpg

Danke für jede Hilfe.
Soundtrailer
Stammgast
#2 erstellt: 03. Mai 2012, 23:03
Vorsicht, Bose Arbeitet teilweise mit 0,5 Ohm!
Kein_Experte
Stammgast
#3 erstellt: 04. Mai 2012, 08:07
Danke, also dann lieber alles so lassen nur die vorderen und hinteren LS abklemmen.
Weil sollte ich mir in Zukunft eine neue Anlage holen dann würde ich 4 neue LS verbauen, und die hinteren 2 Bose-Woofer einfach drin lassen.
Aber bis dahin dämme ich erstmal die Türen
Soundtrailer
Stammgast
#4 erstellt: 04. Mai 2012, 09:40
Ich weiß nicht was Du für eine Bose-Anlage hast, aber es kann auch sein das Du kompl. neue LS-Kabel verlegen musst, da bei manchen Anlagen das Minus der Speaker auf der Karosserie-Masse liegt!
Kein_Experte
Stammgast
#5 erstellt: 04. Mai 2012, 13:01
Hi und danke für deine Antwort.
Also ich hätte es so hier geplant:

Zuerst mal dämme ich alle Türen und schaue dann, ob ich nun endlich zufrieden sein werde oder nicht.
Wenn nicht, werde ich meine neue Soundanlage einbauen.
Geplant habe ich, mir eine 4-Kanal-Endstufe zu holen und 4 Lautsprecher.
(4x Pioneer TS-E 170 Ci und 1x PRS-D420 4-Kanal Class-FD Verstärker (4 x 150W / Modell 2008)).

Somit bedeutet es, dass von 6 Bose Lautsprechern 4 rausfliegen.
Die Pioneer-Endstufe usw. wird natürlich komplett unabhängig von Bose betireben werden, also komplett per Cinch.
Das einzige, was von Bose übrig bleiben wird, sind die 2 Heck-Woofer, die weiterhin an der Bose-Endstufe klemmen bleiben.

Das wäre mein Plan.
Leider kann ich mit der ganzen Sache erst frühestens Ende des Monats anfangen aber ich möchte mich schon im Vorfeld mit dem Thema befassen.

Der alte Plan war, alles so zu lassen und nur einen Woofer mit Endstufe reinzuknallen aber ich hab mich umentschieden.

Danke.

Edit:
Sorry, ich meinte "eine neue Soundanlage einbauen", nicht "meine neue...", denn ich habe sie ja noch nicht...


[Beitrag von Kein_Experte am 04. Mai 2012, 13:04 bearbeitet]
DJ991
Inventar
#6 erstellt: 04. Mai 2012, 14:18
Schlechter Vorschlag, Musik kommt von vorne!

Stereoaufnahme, also brauchste nur LS vor dir, die du hören kannst, Stichwort Stereodreieck, also ein Frontsystem.

Also am besten nur 1x Pioneer TSE 170 Ci und die Bosewoofer an Kanal 3 + 4 der Endstufe!
Kein_Experte
Stammgast
#7 erstellt: 04. Mai 2012, 14:38
Danke.

Naja das habe ich schon oft gelesen, dass man sich nur auf die vorderen LS konzentrieren soll.
Aber ich mein die Leute, die hinter mir sitzen, werden die den gleichen Klang haben wie ich?
Und wenn ich 4 statt 2 Lautsprecher habe, werde ich dann nicht insgesamt besseren/kräftigeren Sound haben?
Dass sie Lieder in steoreo sind, weiß ich ja.
Wollte halt dafür sorgen, dass es keinesfalls schlechter wirkt als jetzt.

P.S: Bose-Woofer an die Endstufe? Hmm der andere User sagte die arbeiten mit weniger Ohm, so wie ich das interpretiert hatte.
kay1212
Inventar
#8 erstellt: 04. Mai 2012, 15:51
hallo "kein Experte " wenn deine Mitfahrer auch den gleichen Klang haben sollen , dann müsstest du ja die hinteren Lautsprecher aber in die Kopfstützen und Rückenlehne der Vordersitze verbauen , denn Bühne ist vor dem Kopf und somit währen ja die hinteren Lautsprecher wiederum hinter den Köpfen der hinteren Passagiere !!!! ,war früher auch der Meinung hinten müssten welche verbaut sein , jetzt mit nem gescheiten Frontsystem (16 er Tmt Clarus von Hybrid Audio und feinen Hochtöner vom Ehmann /Partner (Geheimtipp von Soundcars ) betrieben von ner Hifonics Olympus "Final Edidition " ,natürlich vollaktiv mit Pioneer P99R , fest verbaut ,Türen gedämmt ........sag ich nur das reicht vollkommen aus ,auch ohne rearfil .
zuckerbaecker
Inventar
#9 erstellt: 04. Mai 2012, 16:38
Die hinten sitzen, haben vielleicht 80 cm Entfernung zu Deinem Kopf, oder laß es 100cm sein,
wieso sollte man da schon schlechter hören als vorne
Weder in meinem Buick noch im Doblo haben die hinteren Reihen ein Problem gut zu hören.
Und da gibts beidesmal nur VORNE Lautsprecher.
Kein_Experte
Stammgast
#10 erstellt: 04. Mai 2012, 19:22
Danke für eure Antworten.

kay, das hier verstehe ich nicht ganz:
Wieso müssten die Lautsprecher so verbaut werden, wie du es beschrieben hast?
Ich mein wenn ich mich vorne ins Auto setze, sind die Lautsprecher genau auf Höhe meines Knies.
Die Hochtöner kann man ja sicherlich nach oben ausrichten (oder gar ins Spiegeldreieck montieren).
In der gleichen Art wären sie hinten ja auch montiert, nämlich auf Kniehöhe.
Also ob du dich dann vorne hinsetzt oder hinten, dürfte nicht wirklich ein Unterschied sein.
(Jetzt sagt ihr bestimmt das gleiche gilt auch wenn die LS nur vorne wären, was ich jetzt ja auch nicht abstreiten würde^^)

Hmm ich mein man kann es ja erstmal nur mit vorderen LS probieren.
Wenn alles gut klingt, dann passt es ja.
Dachte mir halt 4 LS sind besser als 2 LS...

P.S: Cooles Lied in deiner Sig, Stefan. Schön zu wissen dass auch andere solche Lieder gerne hören

Grüße


[Beitrag von Kein_Experte am 04. Mai 2012, 19:24 bearbeitet]
zuckerbaecker
Inventar
#11 erstellt: 04. Mai 2012, 22:19

Kein_Experte schrieb:
Dachte mir halt 4 LS sind besser als 2 LS...





Schwinni schrieb:

fender85 schrieb:
Kann man das erklären ? Warum ist das so ? Das geht bei mir nicht in den Kopf ... :?


Klar kann man das erklären.

Fangen wir mal humanbiologisch an und vertiefen das ganze dann physikalisch:

Tiere lassen sich grob in Raub- und Beutetiere einteilen. Diese haben jeweils andere Wahrnehmungen der Umwelt.
Bei Raubtieren, und der Mensch zählt dazu, sind die zur Jagd benutzten Sinnesorgane nach vorne ausgerichtet um den exakten Standort der Beute zu ermitteln, während bei Beutetieren eine Erfassung der kompletten Umwelt erstrebenswert ist.
Besonders gut kann man den Unterschied bei Vögeln sehen:
Eine Eule (Raubvogel) hat beide Augen nach vorne ausgerichtet, eine Amsel dagegen hat die Augen seitlich am Kopf.
Bei Schlangen sind die beiden Sensoren zur Jagd noch enger beieinander (Molekülsensoren in den Spitzen der gespaltenen Zunge).
Extremen Rundblick haben z.B. Chamäleon, mit einer Abdeckung von über 340°.

Die Erfassung des größtmöglichen Bereiches hat aber den Nachteil, dass dadurch kein Raumbild entsteht, was dem Beutetier aber egal ist, da es ja nur wissen will, dass eine mögliche Gefahr lauert und es sich verstecken oder fliehen muss.

Die Erfassung eines kleinen Bereiches, aber dafür mit definierten Abständen der Sensoren schränkt zwar das Sichtfeld ein, man empfängt die Umwelt aber räumlich.

So, zurück zu den Menschen. Diese nutzen zur Jagd zwei Quellen. Die Augen und die Ohren.
Beide sind nach vorne ausgerichtet - gut, die Ohrlöcher sind zwar seitlich angebracht, aber die Ohrmuscheln sorgen für Ausrichtung nach vorne.
Beide Quellen für den Empfang sind Wellen, einmal Lichtwellen, einmal Schallwellen.
Zur genauen Ortung der Quellen werden immer mindestens zwei Empfänger benötigt.
Da sich die Augen selbst im Kopf bewegen lassen, und das Gehirn die genaue Stellung kennt, funktioniert das räumliche Sehen auch noch relativ gut, wenn ein Auge ausfällt.
Deine Ohrmuscheln sind aber fest (ja, manche Menschen können damit wackeln, aber sie bestimmt nicht drehen ;)).

So weit so gut, nun ein bisschen Physik.
Wir betrachten das ganze mal in einer Ebene. Eine Welle wird von einem punktförmigen Sender kreisförmig abgestrahlt (Rundstrahler), wenn sie nicht gebündelt wird (wie bei einer Taschenlampe, deinem Mund, usw.). Darauf, dass ein Haus ja keine Lichtquelle ist, sondern Licht nur reflektiert, wollen wir jetzt nicht eingehen, da wir uns jetzt ja nicht für Optik, sondern Akustik interessieren.
OK, ist eine Schallquelle genau vor dir, so kommt die Welle am linken und am rechten Ohr zur gleichen Zeit an. Dein Gehirn weiß also, dass die Quelle den gleichen Abstand zum rechten und zum linken Ohr hat, also auf dem Lot zur Strecke vom linken zum rechten Ohr durch deren Mittelpunkt liegen muss.
Ist die Quelle weiter links, so kommt das Signal am rechten Ohr später an, oder je nach Winkel gar nicht.
So kannst du die Richtung der Quelle sehr genau orten, falls sie sich vor dir befindet.
Hinten funktioniert das nur sehr eingeschränkt, da - wie schon erwähnt - die Ohrmuscheln nach vorne ausgerichtet sind.
Das kannst du auch an den Reflexen bei Wahrnehmung eines Geräusches erkennen, wenn du nachts durch den Park gehst.
Hörst du eine Maus im Feld vor dir, richtet sich dein maximal dein Kopf sofort zur richtigen Stelle aus. Ist das Geräusch hinter dir, muss sich erst der ganze Körper ausrichten (du drehst dich um) und die Umwelt neu "scannen".
Oder es wird sofort ein Fluchtreflex ausgelöst, da der Mensch hinten im Sinne der Umweltwahrnehmung ein Beutetier ist und dort nur die Existenz einer Quelle, aber nicht deren Standort interessant ist.

Nun zur Musik:
Stehen vor dir 2 Lautsprecher, und zwar so, dass die Lautsprecher und du ein gleichschenkliges (im Idealfall gleichseitiges) Dreieck bilden, und kommt aus den beiden Lautsprechern exakt das gleiche Signal zum gleichen Zeitpunkt, so kommt dieses an deinen Ohren zur gleichen Zeit an und dein Gehirn wird eine Schallquelle genau vor dir identifizieren.
Wird nun das gleiche Signal rechts etwas später gesendet, verschiebt sich die Pseudoquelle nach links, da dein Gehirn ja das gleiche Signal früher am linken Ohr wahrnimmt.
Analog funktioniert dies auch mit den Amplituden der Wellen (Lautstärke).

Gehen wir nun ins Tonstudio und schauen uns mal an, was passiert, wenn eine Band ein Lied aufnimmt.
Eine gute Band spielt zusammen im Studio.
Zur Aufnahme werden mehrere Mikrofone benutzt.
Die Signale der Mikrofone werden auf 2 Kanälen gespeichert.
Diese Kanäle enthalten also ein überlagertes Signal, das sich für die beiden Kanäle für ein Instrument in Laufzeit und Lautstärke unterscheidet.

Wird diese Aufnahme dann über die 2 Lautsprecher ausgegeben, so filtert dein Gehirn verschiedene Schallquellen (die Instrumente und Stimmen) aus dem "Mix" der Signal heraus.
Durch die unterschiedlichen Laufzeiten und Lautstärken (die schon bei der Aufnahme entstanden sind) des jeweiligen Instruments auf den beiden Kanälen, wird dein Gehirn also das eine Instrument in der Mitte positionieren, das andere weiter links, das andere weiter rechts, usw.
Es baut sich also eine Bühne vor dir auf, die im Idealfall die Positionen der Musiker bei der Aufnahme im Studio wiederspiegelt.
Das ganze sollte also so klingen, als ob du selbst mittig vor der Band stehst und zuhörst.
Auf einem Konzert, bei dem Lautsprecher genutzt werden, funktioniert dies auch genau so.
Die Signale der Instrument werden von Mikrofonen erfasst, verstärkt, und wieder auf 2 Quellen (jeweils ein Boxenturm links und rechts der Bühne) ausgegeben.
Haben die Tontechniker gut Arbeit geleistet, so entspricht dann beim Zuhören die virtuelle Position der Schallquelle der Position des jew. Musikers, die du visuell wahrnimmst.

Hast du nun die gleichen Stereosignale nun nochmals zur gleichen Zeit hinter dir, so kann dein Gehirn die Instrumente nicht mehr räumlich zuordnen und du denkst, du steht in den Instrument, und zwar in allen gleichzeitig. Und das hört sich nicht gerade berauschend an.
Selbst Musik, die komplett synthetisch hergestellt wird, wird nur in 2 Kanälen gespeichert und Effekt wie sich durch den Raum bewegende Klangquellen würden dadurch verloren gehen.

Nur bei speziellen Aufnahmen machen mehr als 2 Lautsprecher Sinn, was z.B. bei Filmen genutzt wird, wo es ja gewünscht ist, dir vorzugaukeln, dass du wirklich mitten im Geschehen bist und den Film dadurch besser erleben kannst.
Ein anderes Beispiel wären besondere Installationen, z.B. der Klanggarten, den der Vater eines Freundes von mir komponiert und zu speziellen Anlässen, z.B. zu Landesgartenschauen installiert.

Eine weitere Ausnahme sind Frequenzen unter 120Hz. Diese kann das Gehirn nur schwer orten, unter 80Hz gar nicht mehr.
Das liegt daran, dass der Abstand der Ohren geringer ist als die halbe Wellenlänge des Signals und somit zu den verschiedenen Zeitpunkten des Eintreffens an den Ohren keine Amplitudenänderung wahrnehmbar ist.
Deshalb darfst du deinen Subwoofer auch in den Kofferraum stellen, wobei du die Trennfrequenz nie höher als 80Hz wählen solltest.

Natürlich musste ich einiges Dinge verallgemeinern oder weglassen (z.B. Interferenzen, stehende Wellen), was meine Erläuterungen aber nicht falsch macht!

Die Quintessenz des Ganzen ist also, dass das Auto also akustischer Raum wegen Reflexionen, usw. sowieso schon mehr schlecht als recht ist und man dies nicht auch noch durch Lautsprecher im Rücken vollends zerstören sollte!

Gruß,
Schwinni







Und das hier bitte auch noch durcharbeiten:


http://www.hifi-foru...ead=48224&postID=2#2
FinnDerSchlingel
Stammgast
#12 erstellt: 05. Mai 2012, 00:17
JAJA der Bäcker nix zu tun den Ganzen TAg,Nur Stänkern.
kay1212
Inventar
#13 erstellt: 05. Mai 2012, 11:01
"Kein Experte" ,das war eher zynich gemeint , meinte ja nur ,das die hinteren Lsp doch hinter den Köpfen der hinteren Passagiere verbaut sind und deshalb ja die Bühne nicht zustande kommt . Verbaue ein 2-Wege Compo schön stabil mit Mdf Ringen oder Doorboards , Dämme die vorderen Türen mit Alubutyl ,besorg dir ne ordentliche Endstufe ......du wirst sehen ,das es gut klingt . Kannst ja nen Händler zurate ziehen .
Kein_Experte
Stammgast
#14 erstellt: 05. Mai 2012, 13:04
Danke euch für eure Antworten.
Okay, ich konzentriere mich auf die vorderen LS...

kay, schau mal, es würde so hier aussehen:
http://www.fr-211.de...ung-Schwarz-MOPF.png

Ich rede nicht von der Hutablage
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