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UKW wird abgeschaltet aber.

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Beitrag
harald64646
Stammgast
#1 erstellt: 10. Okt 2006, 18:22
hi forum...

wie ich gehört habe soll in den nächsten jahren der ukw empfang abgeschaltet werden?

kann ich so eigentlich nicht glauben, die vielen radiosender die es gibt und vor allen dingen die autofahrer, viele hören doch eh nur noch beim autofahren radio, wie soll das also gehen? wenn es eine alternative für den empfang im auto gibt müsste der doch dann auch für die normalen receiver gelten, digitalwandler? oder sowas... oder?

klärt mich auf...

harry
trinitaucher
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 10. Okt 2006, 18:26
hier
gibt's dazu schon nen Topic.

Das mit der Abschaltung dauert wohl noch ne ganze Weile.
audiophilanthrop
Inventar
#3 erstellt: 10. Okt 2006, 22:35

trinitaucher schrieb:
Das mit der Abschaltung dauert wohl noch ne ganze Weile.

Eher zwei... Die Digitalitis hat für Otto Normalverbraucher schlicht keine erkennbaren deutlichen Vorteile, ganz im Gegenteil. (Nur für Autofahrer bringt es tatsächlich was, im stationären Betrieb aber herzlich wenig.) Daß "analog" gerade auf UKW überholt sei, hat IMO mehr mit kopflosem, unreflektierten Fortschrittsdenken der Sorte "digital ist besser" zu tun - Hauptsache 'Fortschritt', koste es was es wolle. Mit DRM auf der kurzen Welle sieht es ein bißchen so ähnlich aus - Für echte Entwicklungsländer, wo teilweise echt antike (und entsprechend oft reparierte) oder sehr einfache (billige) Radios eingesetzt werden, wäre denkbar wenig reparaturfreundliches Hightech-Equipment (und das wird man dafür brauchen) doch etwas ungeeignet.
marais
Stammgast
#4 erstellt: 11. Okt 2006, 06:46
Es gibt kein konkretes Datum zur Abschaltung des analogen UKW-Rundfunks, nur Vorschläge der EU und mancher Regierungen und Forderungen von irgendwelchen Lobbyisten. Ich hoffe, dass sich keiner dieser Leute durchsetzen wird. Im Unterschied zum digitalen TV, bei dem durch die Digitalisierung ein echter Mehrwert entsteht, ist das beim Radio einfach nicht gegeben. Natürlich wäre es für die Industrie wünschenswert, die vorhandene Gerätebasis komplett ersetzen zu dürfen, und weil allen klar ist, dass bei Parallelbetrieb beider Systeme eben wegen des lächerlichen Mehrwerts keiner freiwillig umsteigen würde, wird die Abschaltung gefordert, um zum Umstieg zu zwingen. Ich glaube an die Vernunft und denke deshalb, dass uns UKW erhalten bleibt.

A.
Tommy_Angel
Inventar
#5 erstellt: 11. Okt 2006, 07:38
Und denkt mal an das Heer der Hartz IV Empfänger, die sich neue Geräte nicht leisten könnten, die wären dann für die Politikerreden zum Wahlsonntag nicht mehr erreichbar, im Ernst...
mhenze
Inventar
#6 erstellt: 11. Okt 2006, 15:02

marais schrieb:
Im Unterschied zum digitalen TV, bei dem durch die Digitalisierung ein echter Mehrwert entsteht(...)


Naja, das kommt dann darauf an ob man in einem oder außerhalb eines Ballungsgebietes wohnt. Hier gibt es über DVB-T die Privaten nicht, die wollen aus Kostengründen nur die Ballungsgebiete abdecken.

mh
trinitaucher
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 11. Okt 2006, 15:42
Viele von euch meinen immer, die Umstellung würde allein wegen Lobbyisten und Industriewünsche etc. geschehen.
Ich denke, dass man erstens alles digitalisieren will und somit keine Analog-Inseln gebrauchen kann und zweitens die Frequenzen insgesamt neu ordnen will. DAB ist ja frequenzökonomischer als UKW.
Da die Konsumer natürlich allein wegen solcher Gründe nicht umsteigen würden, sagt man halt, es gäbe einen Mehrwehrt, so als Verkaufsargument. Das ist ja nicht wirklich der Fall, wie dieses Diskussion zeigt.

Ich glaube die Industrie hat davon nicht so viel. Denn die müssen ja auch was neues entwickeln. UKW-Tuner-Technik is mittlerweile im Einkauf und der Produktion spottbillig. Warum sollte man da unbedingt auf Teufel-komm-raus die (noch) teurere DAB-Technik verkaufen wollen. Man sieht das doch daran, dass nur sehr wenige Hersteller entsprechende Geräte überhaupt anbieten. Die scheuen die Investition und warten erstmal ab.

Ihr solltet mal aufhören, immer gegen neue Techniken zu wettern. Man muss doch kein DAB-Radio kaufen. Nach einhelliger Meinung läuft UKW doch noch Jahre weiter. Nen Hau-Ruck-Umstieg wie bei DVB-T wird es nicht geben. Also ist niemand gezwungen, auf DAB umzusteigen.

Wer aber einen neuen Tuner kaufen möchte, hat die Wahl, entweder mit oder ohne DAB. Wenn man sich's leisten kann und will, warum dann nicht mit DAB ? Spricht doch nicht's gegen.
pragmatiker
Administrator
#8 erstellt: 11. Okt 2006, 16:44
Die Umstellung auf einen Schlag oder in baldiger Zukunft dürfte aus meiner Sicht nicht kommen, weil:

  • es anders als beim Fernsehen ein paar zigmillionen Autoradios gibt, die nicht so einfach auszutauschen sind.
  • es in den allermeisten Haushalten sehr viel mehr Rundunk- als Fernsehgeräte gibt, welche dann alle auszutauschen wären - das gibt mit Sicherheit Verdruß.
  • Das derzeit konkurrierende DAB-Angebot - anders als beim SAT- und Kabelfernsehen (welches ja zum Zeitpunkt der DVB-T Umstellung voll in Betrieb und bereits aufgrund seiner Programmvielfalt weitgehend akzeptiert war) - sehr mager ist und weit davon entfernt ist, von den Inhalten her ein Massenpublikum zu erreichen.
  • Dies letztlich dazu führen würde, daß - wenn sich auf der DAB-Angebotsseite nichts grundlegendes ändert - viele Leute (vielleicht angeregt durch "bildende" Printmendien) bei der GEZ die Rundfunk- und Fernsehgebühr durch eine reine, niedrigere Fernsehgebühr eintauschen wollen würden - Einnahmeausfälle und jede Menge Ärger wären da zunächst mal vorprogrammiert, und diese scheut jedes öffentliche Organ wie der Teufel das Weihwasser.
  • Das bei der DVB-T Umstellung gern gebrauchte Argument (auch wenn's in vielen Fällen falsch ist) "sie brauchen dann keine Dachantenne mehr" beim UKW-Rundfunk absolut nicht zieht - die allermeisten UKW-Empfänger laufen mit einer Stabantenne bzw. dem Drahtdipol hinter der Schrankwand (oder einer sonstigen Behelfslösung).
  • es meiner Kenntnis nach beim Rundfunk einen gesetzlichen Versorgungsauftrag gibt - und der schließt 100% des Bundesgebietes ein. Bis DAB da eine vollständige Flächenabdeckung erreicht und auch sichergestellt ist, daß selbst ärmste Bevölkerungsschichten an dieser Art der Rundfunkversorgung teilnehmen können, das kann ebenfalls dauern.

Wenn man sich außerdem vor Augen hält, daß (so man Statistiken trauen darf) unmittelbar vor der DVB-T Umstellung nur noch rund 7% der bundesdeutschen Bevölkerung terrestrisch ferngesehen haben (der Rest hatte zu dieser Zeit bereits eine SAT-Antenne oder hing am Kabel), andererseits aber die UKW-Rundfunkversorgung zu fast 100% terrestrisch läuft, glaube ich nicht, daß sich irgendein Wahlkreispolitiker für diese Dinge stark macht - er möchte ja schließlich wiedergewählt werden.

Meiner Meinung nach kann eine solche Umstellung nur so laufen:

  • Das Programmangebot von DAB wird in der Quantität mindestens auf das Niveau von UKW-FM angehoben - das dauert, weil es dafür eine Menge neue Sender braucht - und die sind nicht mal eben von einer Woche auf die andere ab Lager liefer- und installierbar.
  • Das Projekt "DAB" wird um irgendeinen äußerst augenfälligen und mit drei einfachen Worten erklärbaren Mehrwert (mir fällt da grade nichts wirklich passendes ein) erweitert, für den der Löwenanteil der deutschen Bevölkerung jubelnd bereit ist ("muß ich haben") Geld auszugeben. Es müßte also irgendwas in der Art "Umstieg Spulentonband - Kassette" oder "Umstieg Schallplatte - CD" sein, was den Bequemlichkeitsreflex der Masse perfekt bedient. Ein solcher Mehrwert wäre z.B. ein USB-Port am Empfangsgerät: USB-Stick rein, "REC"-Taste am Empfangsgerät gedrückt und fertig ist das MP3- oder WAV-File. Kein Bandeinlegen, kein Fummeln an Pegelreglern, keine Auswahl der Bandsorte, kein Hochfahren des Rechners - nichts, einfach nur Bequemlichkeit. Man muß aber kein Prophet sein, um vorherzusehen, das sowas nicht kommen wird....da ist die Kopierschutzlobby vor....
  • Der Markt wird mit spottbilligen Vorsatzgeräten überschwemmt, welche mit jeder Art von derzeit im Gebrauch befindlichen UKW-Rundfunkgeräten (Autoradios, Radiowecker, Kofferradios, Küchenradios, Stereoanlagen etc.) funktioniert - und das geht eigentlich nur über die drahtlose UKW-Luftschnittstelle. Die gesetzlichen Voraussetzungen hierzu sind bereits geschaffen: Mit einer effektiven Strahlungsleistung von maximal 50[nW] darf heute jeder einen UKW-FM-Rundfunksender betreiben. Und das reicht, um z.B. von einem "DAB zu UKW"-Konverter das DAB-Programm im Abstand von ein, zwei Metern ins eigene Radio zu senden - auch im Auto (wobei das Autoradio in jedem Fall die Killerapplikation ist).
  • Nur, wie gesagt, diese Vorsatzgeräte müssen spottbillig sein - 20 Euro sind aus meiner Sicht das äußerste, was der Verbraucher gewillt ist zu bezahlen. Und dann müssen sie auch mit sparsamstem Stromverbrauch batteriebetreibbar sein, um für mobile und portable Geräte eine interessante Alternative darzustellen (lange Betriebsdauer, kleinstmögliche Bauform, niedrige Energiekosten). Da in solchen Vorsetzern allerdings ein kompletter Rechner stecken muß, der das ganze DAB-Signal decodiert und es anschließend noch einen Stereocoder sowie einen oberwellenarmen UKW-FM-Sender braucht, um daraus ein qualitativ hochwertiges UKW-Stereosignal zu erzeugen, ist der Energieverbrauch (aus heutiger Sicht) wahrscheinlich indiskutabel hoch - außerdem dürfte auch das Kostenziel derzeit nur sehr schwer erreichbar sein.
  • Trotz alledem ist mit so einer Vorsatzlösung Verdruß vorprogrammiert, wenn massenhafte Verbreitung eintritt und das ganze innerhalb dichtest besiedelter Umgebungen (Wohnanlagen) in Betrieb geht: "Nein, das ist meine UKW-Frequenz, auf der sende ich jetzt....."

Außerdem sind speziell im Bereich der Autoradios immer auch die (west)europäischen Nachbarn im Auge zu behalten: angenommen, der deutschen Bundesregierung würde es wirklich gelingen, die DAB-Umstellung mit der legislativen Brechstange gegen den Willen der Bürger durchzusetzen - und damit den Austausch aller zigmillionen Autoradios gegen digitale DAB-Geräte zu erzwingen: Wenn dann das gesamte westeuropäische Nachbarausland (ob die Osteuropäer heute noch im OIRT-UKW-FM-Band von 65...74[MHz] senden, weiß ich, ehrlich gesagt, nicht) noch analog auf UKW-sendet und diese Sender im Urlaub auf einmal nicht mehr empfangbar sind, dann wäre das wieder ein Fall für die "bildenden" Printmedien....und der durch diese Blätter geschürte Volkszorn findet weiß Gott auch in der panisch auf den Wähler schielenden Politik Gehör.....und bis sich in der EU mal alle einig sind und am selben Strang in dieselbe Richtung ziehen, das kann dauern - da sind zehn Jahre nichts, aber auch gar nichts....andere, zum Teil in 30 oder mehr Jahren in dilettantischer, bürokratischer Großmannssucht versenkte Großprojekte mit ebenso versenkten Massen an Steuergeld sprechen hier eine deutliche Sprache.....

Nur meine Meinung.....

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 11. Okt 2006, 17:43 bearbeitet]
marais
Stammgast
#9 erstellt: 12. Okt 2006, 22:10
Super Zusammenfassung! Besser kann man's nicht sagen, mehr ist nicht hinzuzufügen! Damit ist alles gesagt. Lang lebe der UKW-Rundfunk!

A.


[Beitrag von marais am 12. Okt 2006, 22:12 bearbeitet]
rt175vs
Neuling
#10 erstellt: 13. Okt 2006, 16:41
Die Umstellung in baldiger Zukunft dürfte sehr wohl kommen.
Das Landesmediengesetz Sachsen-Anhalt schreibt eine Abschaltung des analogen UKW-Rundfunks zum 1. 1. 2010 vor. Das heißt, in Sachsen-Anhalt gibt es ab diesem Datum keinen analogen UKW-Rundfunk mehr. Die anderen Bundesländer werden dann wohl mehr oder weniger kurzfristig folgen.
Auf diese Weise werden dann weit über 200 Millionen Rundfunkempfänger in Elektronikschrott verwandelt. Das muß man sich einmal vorstellen.
andisharp
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 13. Okt 2006, 16:46
Sachsen-Anhalt ist ja auch der Nabel der Welt, schon klar.
rt175vs
Neuling
#12 erstellt: 13. Okt 2006, 16:57
Sachsen-Anhalt ist ganz bestimmt nicht der Nabel der Welt, aber sie machen dort den Anfang, vorrausgesetzt, die gesetzlichen Grundlagen ändern sich nicht bis dahin. Und die anderen Bundesländer werden folgen,da kann man sich sicher sein.
andisharp
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 13. Okt 2006, 17:01
So ein Gesetz ist schnell ausgesetzt und irgendwann kräht kein Hahn mehr nach DAB. Es gibt längst bessere und fortschrittlichere Techniken. Ich höre zuhause sowieso über DVB-S.
marais
Stammgast
#14 erstellt: 13. Okt 2006, 17:48
Hast Du für die Abschaltung in Sachsen-Anhalt einen Link? Ich kann nichts finden. 2010 wird immer wieder als Datum für die Abschaltung des analogen Fernsehens genannt, aber für den Rundfunk höre ich das zum ersten Mal.

A.


[Beitrag von marais am 13. Okt 2006, 17:51 bearbeitet]
rt175vs
Neuling
#15 erstellt: 13. Okt 2006, 18:00
Einen Link habe ich nicht, aber gib mal als Suchbegriff bei Google "Digitalisierung UKW" ein. Da wirst Du eine ganze Menge Seiten finden, in der das Landesmediengesetz bzw. dessen Inhalt erwähnt wird.
Passat
Moderator
#16 erstellt: 13. Okt 2006, 18:20
DAB ist tot und wird nur noch von den ÖR-Anstalten und der Politik am Rande des Komas wach gehalten.

DAB gibts schon seit über 10 Jahren im Sendebetrieb.
Kaum jemand kennt es, die Geräteindustrie hat immer mal wieder DAB-Empfänger auf den Markt gebracht, und sie sind fast alle wieder verschwunden.
Im Autoradiobereich z.B. gab es mal DAB-Empfänger von Alpine, Blaupunkt, Clarion, Grundig, Kenwood, Pioneer etc. etc.
Nur noch von Blaupunkt gibts ein DAB-Gerät im aktuellen Programm, alle anderen Hersteller haben ihre DAB-Empfänger wieder aus dem Programm genommen.
Im Heim-Hifi-Bereich ist es noch schlimmer.
Viele Hersteller hatten noch nie ein DAB-Empfänger im Programm, und die, die es versucht haben (z.B. Yamaha letztes Jahr mit dem RX-V 100 D), haben ihre DAB-Geräte auch wieder aus dem Programm genommen.

Aus Sicht der Geräteindustrie ist DAB quasi nicht existent und auch aus Sicht der Rundfunkhörer ist das so.

Es braucht einfach niemand, deshalb kauft auch niemand die Geräte.

Zum DAB-UKW-Umsetzer:
So ein Gerät ist technischer Unsinn.
Ein reiner DAB-Empfänger ist billiger herzustellen und lässt sich an jeden freien Hochpegeleingang anschließen oder mit einem Kopfhörerausgang ausrüsten.

Und zum Rundfunkgesetz in SA: Wenn es denn tatsächlich soweit kommen sollte, das der analoge Rundfunk dort abgeschaltet wird, so wird das viele Bürger gar nicht treffen, da sie den Rundfunk aus den Nachbarbundesländern empfangen können. Und bei den Bürgern, die es trifft, findet sich garantiert jemand, der gegen das Gesetz Klage vor dem Bundesverfassungsgericht einreicht.

Ich sehen auch in SA die Abschaltung des analogen Rundfunks nicht. 2010 ist in etwas mehr als 3 Jahren und nur in SA müssten Millionen von Rundfunkempfängern gegen DAB-Geräte ausgetauscht werden. Wo sollen die her kommen, wo es doch fast keine Geräte auf dem Markt gibt? Die Hersteller werden kaum in so kurzer Zeit die benötigte Anzahl an Geräten liefern können.

Grüsse
Roman
trinitaucher
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 13. Okt 2006, 21:20

Passat schrieb:
die Geräteindustrie hat immer mal wieder DAB-Empfänger auf den Markt gebracht, und sie sind fast alle wieder verschwunden.
[...]
Im Heim-Hifi-Bereich ist es noch schlimmer.
Viele Hersteller hatten noch nie ein DAB-Empfänger im Programm, und die, die es versucht haben (z.B. Yamaha letztes Jahr mit dem RX-V 100 D), haben ihre DAB-Geräte auch wieder aus dem Programm genommen.

Also bei meiner letzten Recherche hatten alle Hifi-Geräte-Hersteller, für die ich mich interessiert habe, DAB-Tuner im Angebot:

Marantz, Denon (neu), Harman/Kardon (neu), Rotel (neu), NAD, Sony


Aus Sicht der Geräteindustrie ist DAB quasi nicht existent und auch aus Sicht der Rundfunkhörer ist das so.

Ich bin mir sicher, das kommt noch. In der Schweiz lief z.B. gerade ne Werbekampagne. Es ist immer schwieriger, etwas neues einzuführen, wenn kein überwältigender Mehrwert der neuen Technik auszumachen ist.
Passat
Moderator
#18 erstellt: 13. Okt 2006, 22:08

trinitaucher schrieb:

Also bei meiner letzten Recherche hatten alle Hifi-Geräte-Hersteller, für die ich mich interessiert habe, DAB-Tuner im Angebot:

Marantz, Denon (neu), Harman/Kardon (neu), Rotel (neu), NAD, Sony


Meinst du den Denon TU 1800 DAB oder den Denon D-M 35 DAB?
Dann lies mal das Kleingedruckte neben dem Gerät: "Dieses Produkt ist in Deutschland und Österreich nicht erhältlich".

Warum wohl?

Weil es sich hier nicht verkauft!

Und Harman/Kardon hat neben dem TU 970 gar keinen anderen Tuner im Programm. Und er verkauft sich auch nur, weil er ein Kombituner ist, der auch noch ein UKW-Teil eingebaut hat.

Grüsse
Roman
trinitaucher
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 14. Okt 2006, 07:47
Beim Denon TU-1800DAB haste recht. Aber der Stereo-Reciever DRA-700AE DAB ist in Deutschladn erhältlich.


Passat schrieb:
Und Harman/Kardon hat neben dem TU 970 gar keinen anderen Tuner im Programm. Und er verkauft sich auch nur, weil er ein Kombituner ist, der auch noch ein UKW-Teil eingebaut hat.

Klar, das sind alles Kombituner! Macht doch auch Sinn, solange es UKW noch gibt. Sonst würde es doch niemand kaufen. Oder kennst du einen SACD-Player, der keine normalen CDs lesen kann ?

Das DAB aus Sicht der Geräteindustrie nicht existens ist, wie du sagst, ist einfach falsch! Einige Hersteller haben gerade erst neue Produkte auf den Markt gebracht. Und natürlich sind die entsprechenden DAB-Chips noch teuer, daher bleibt die Technik erstmal nur dem Premium-Segment vorbehalten. So war es doch bisher immer.
Aber ich denke, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird.
marais
Stammgast
#20 erstellt: 14. Okt 2006, 07:59
Ich habe gerade gelesen, dass DAB fast überall (bis auf Frankreich) im Band III (174-238 MHz) läuft. Da spräche doch nichts gegen einen Parallelbetrieb - ich dachte bislang, UKW-FM und DAB müssten sich den Bereich 88-108 MHz teilen.
Passat
Moderator
#21 erstellt: 14. Okt 2006, 09:14

trinitaucher schrieb:
Und natürlich sind die entsprechenden DAB-Chips noch teuer, daher bleibt die Technik erstmal nur dem Premium-Segment vorbehalten.


Wieso sollten DAB-Chips teuer sein?
DAB ist seit über 10 Jahren in Deutschland im Sendebetrieb!
Und auch schon vor 10 Jahren gab es DAB-Empfänger.

Und DAB/UKW Kombituner gibts schon für unter 150,- Euro, z.B. den Eltax Tangent DAB-50, kostet bei der Apotheke Conrad 129,95,- Euro. Der gleiche Tuner ohne DAB kostet 89,95.
40,- Euro kostet also die Integration eines DAB-Moduls.

Da sind die DAB-Aufpreise einiger Hersteller einfach unverschämt, NAD z.B. will 300,- Euro Aufschlag für DAB.

Grüsse
Roman
d2mac
Stammgast
#22 erstellt: 14. Okt 2006, 10:01
Ich habe mir ein DAB-Radio gekauft, nur aus Neugier.
Ich wohne an der Ostseeküste zwischen Wismar und Lübeck.
Wenn ich viel Glück habe, bekomme ich 5 (Öffentlich-rechtliche) Sender rein, ein weiterer Ausbau ist nach Auskunft der Digitalradio Nord Gesellschafft auf absehbare Zeit nicht geplant.
Der Sender den ich empfange steht in Schwerin, das sind so 45km Entfernung die selbst bei UKW schon kritisch sind. Damit ist das Signal so schwach, dass ich es nur in der oberen Etage am Giebel reinkriege, so habe ich DAB nur auf dem Klo.
Da zur Zeit niemand Geld für einen Ausbau der Sendernetze ausgeben möchte, sehe ich ein echtes Dilemma für jeden digitalen Standard (ausser DRM auf MW mit hoher Reichweite vielleicht).
Aber so wie ich die Paragraphenreiter kenne, werden sie UKW dann abschalten, auch ohne funktionsfähgen Ersatz. Die DAB Empfangslage wird dann einfach gesundgebetet: "Sie haben doch Empfang!"
Reset
Gesperrt
#23 erstellt: 14. Okt 2006, 10:13

d2mac schrieb:
(...) Aber so wie ich die Paragraphenreiter kenne, werden sie UKW dann abschalten, auch ohne funktionsfähgen Ersatz. Die DAB Empfangslage wird dann einfach gesundgebetet: "Sie haben doch Empfang!"


1.) Sendeleistung
Soweit mir bekannt, ist die Sendeleistung bei DAB eingeschränkt, da die Bundeswehr benachbarte Frequenzen für ihre Drohnen verwendet und Störungen befürchtet. Wird dieses Problem gelöst und kann DAB mit mehr Leistung senden, wird auch der Empfang besser. Theoretisch müsste der Empfang bei DAB besser sein als bei UKW, nur ist DAB diesbezüglich heute handicapiert, sodass man dies nicht vergleichen kann.

2.) Allgmein
Wäre DAB ein Erfolgsmodell und damit ein Selbstläufer mit der nötigen Verbreitung, wäre eine stufenweise Abschaltung von UKW beginnend 4, 5 oder 10 Jahren möglich, wenn auch nicht einfach. Man beachte den doppelten Konjunktiv. DAB ist jedoch nie in die Gänge gekommen und längst klinisch tot. Dass DAB noch sendet liegt an den politischen Zusagen, doch auch diese Front bröckelt seit geraumer Zeit. Ich glaube nicht mehr an DAB.

Gruss
marais
Stammgast
#24 erstellt: 14. Okt 2006, 10:14
Wie ist denn die Klangqualität? In England liest man, dass die theoretisch mögliche Qualität von den Sendern nicht ausgeschöpft wird, und das alles sehr komprimiert klingt. Ist das hier auch so?
Reset
Gesperrt
#25 erstellt: 14. Okt 2006, 10:27

marais schrieb:
Wie ist denn die Klangqualität? In England liest man, dass die theoretisch mögliche Qualität von den Sendern nicht ausgeschöpft wird, und das alles sehr komprimiert klingt. Ist das hier auch so?


Ich habe schon mehrfach gelesen, dass in England bei DAB - nachdem die kritische Masse erreicht wurde - die Bitrate immer weiter - ähm - "optimiert", sprich reduziert worden ist.

Es gibt im Netz einen Vergleich der Bitraten nach Ländern geordnet, kann ihn aber nicht finden. Alternativ kann ich dir dieses anbieten:
http://www.wohnort.org/index.html#updates

Der bei DAB verwendete Codec "MP2" - ist der gleiche wie bei ADR, den versch. Varianten von DVB und sehr ähnlich dem der DCC - braucht mindestens 192 kbps um gut zu klingen, besser 256 oder gar 320. Mit der richtigen Bitrate bringt er eine gute Leistung und kennt nur wenig Artefakte. Für tiefe Bitraten ist er weder entwickelt, noch optimiert worden. Leider werden gerade diese bei DAB verwendet. 160 sind an der Grenze, 128 darunter. Alles unter 128 kbps ist meiner Meinung nach tragisch und auch vom untranierten Ohr wahrnehmbar.
pelmazo
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 14. Okt 2006, 10:37
Ich habe starke Zweifel daß UKW in absehbarer Zeit verschwindet. Das wird wohl kaum durchsetzbar sein. In der Genfer Wellenkonferenz dieses Jahr hat man so weit ich es verstehe auch nicht die UKW-Frequenzen zur Digitalisierung freigegeben, sondern die TV-Frequenzen. Analogfernsehen wird mE in 2015 der Vergangenheit angehören. Analogradio noch lange nicht.

DAB ist auch nicht der richtige Ersatz. Ich denke DAB wird vor UKW verschwunden sein. Es ist nocht nicht tot, riecht aber schon komisch

DAB verwendet einen längst überholten Kompressionsstandard, viele Sender klingen wegen relativ geringer Datenraten nicht besser als bei UKW, und die Versorgung mit Programmen ist recht mager. Surround geht auch nicht. Wenn man den UKW-Rundfunk in ein paar Jahren abschalten wollte dann müßte man schon jetzt kein Auto mehr kaufen können, das keinen DAB-Tuner im Autoradio hat. Das Gegenteil ist der Fall, man hat kaum eine Möglichkeit den DAB-Tuner als Serienausstattung zu bekommen.

Je früher man zugibt daß DAB gescheitert ist, desto weniger Geld wird man darin sinnlos versenken. Vielleicht könnte man so seine Anstrengungen auf ein sinnvolleres Digitalkonzept richten. Es gibt schließlich noch DVB und DRM.
Gelscht
Gelöscht
#27 erstellt: 14. Okt 2006, 10:46

pelmazo schrieb:


DAB ist auch nicht der richtige Ersatz. Ich denke DAB wird vor UKW verschwunden sein. Es ist nocht nicht tot, riecht aber schon komisch



So wie die 1984 totgesagte LP die nun togesagte CD überleben wird...
andisharp
Hat sich gelöscht
#28 erstellt: 14. Okt 2006, 12:42
Die LP ist ja wohl auch mausetot, nur ein paar Liebhaber hängen noch an diesem Format. Die CD wird dagegen noch ein langes Leben vor sich haben. weil es kein sinnvolles Nachfolgeformat gibt. Für Bluray und HD-DVD reicht das Repertoire der meisten "Künstler" leider nicht aus.
Gelscht
Gelöscht
#29 erstellt: 14. Okt 2006, 12:53
die paar LP-Liebhaber führen aber dazu, dass einige Künstler wieder aktuelle Werke auf LP veröffentlichen!

Die LP ist sozusagen auferstanden wie der Phönix aus der Asche
Stormbringer667
Gesperrt
#30 erstellt: 14. Okt 2006, 13:01
Naja,die LP wird auch in 20 Jahren noch funktionieren,vorausgesetzt,man behandelt sie gut.

UKW sagt ja auch gar nichts über die Technologie sondern nur über den verwendeten Frequenzbereich. Ob das ganze nun analog oder digital gesendet wird,ist doch nicht weiter interessant.Ich glaube eher,daß das Radio der Zukunft über die Mobilfunkfrequenzen stattfindet,also über UMTS (CDMA).In ein paar Jahren werden wohl genug Handys,die QPSK demodulieren können,im Umlauf sein.
andisharp
Hat sich gelöscht
#31 erstellt: 14. Okt 2006, 13:05
Welche Technik letztlich zum Zuge kommen wird, werden wir sehen. Eines ist jedoch gewiss, DAB in seiner jetzigen Form wird es sicher nicht sein.
Stormbringer667
Gesperrt
#32 erstellt: 14. Okt 2006, 13:09

andisharp schrieb:
Welche Technik letztlich zum Zuge kommen wird, werden wir sehen. Eines ist jedoch gewiss, DAB in seiner jetzigen Form wird es sicher nicht sein. :*


Nun ja,ich würde wohl die Technologie auswählen,die die meisten Endgeräte anspricht,also Handys.Ob es nun über WCDMA oder GSM/GPRS/EDGE geht,wird sich wohl noch herausstellen.Da es in Deutschland inzwischen mehr Handyverträge als Einwohner gibt,sollte dem ganzen wohl nichts mehr im Wege stehen.
trinitaucher
Hat sich gelöscht
#33 erstellt: 14. Okt 2006, 13:12
Gelscht
Gelöscht
#34 erstellt: 14. Okt 2006, 13:12
Leute, vergesst nicht unser stormy arbeitet....
Stormbringer667
Gesperrt
#35 erstellt: 14. Okt 2006, 13:17

beldin schrieb:
Leute, vergesst nicht unser stormy arbeitet....


Nee,im Moment nicht! Ich hab jetzt Wochenende.

Aber da ich mich sonst tagtäglich mit der Technologie auseinandersetzen muß und die UMTS-Netzbetreiber wohl immer noch nach der "Killerapplikation" suchen,tun sich gerade in dem Bereich enorme Chancen auf.DVB-H,also mobiles TV kann theoretisch auch von jedem UMTS-Handy empfangen werden,die richtige Software natürlich vorausgesetzt.Wieso nicht auch Radio?
audiophilanthrop
Inventar
#36 erstellt: 14. Okt 2006, 15:05
Wobei UMTS ja auch so ein "Ballungszentren-Problem" hat...

Achja, und zum Thema LP habe ich doch letztens mal was gehört... Bei den Briten steht die schwarze Scheibe wohl wieder recht hoch im Kurs, gerade unter Musikliebhabern. Die haben interessanterweise auch die höchste DAB-Verbreitung - wobei im vereinigten Königreich radiotechnisch sowieso manches anders läuft, da hat die Mittelwelle noch deutlich mehr Bedeutung als bei uns. Ol' Germany hatte ziemlich früh hohe UKW-Quoten, und wenn man erst einmal auf einem recht hohen Qualitätsniveau angekommen ist, sind weitere Umstellungen schwer zu rechtfertigen - bei Rechnern ist das mittlerweile so ähnlich, für die Ansprüche von Otto Normaluser (Office, surfen, Bilder von der Digiknipse angucken, Musik hören) tut's oft eine leicht aufgerüstete 5 Jahre alte Kiste ohne weiteres.


[Beitrag von audiophilanthrop am 14. Okt 2006, 15:22 bearbeitet]
wattkieker
Inventar
#37 erstellt: 14. Okt 2006, 22:04

andisharp schrieb:
Die LP ist ja wohl auch mausetot, nur ein paar Liebhaber hängen noch an diesem Format. Die CD wird dagegen noch ein langes Leben vor sich haben. weil es kein sinnvolles Nachfolgeformat gibt. Für Bluray und HD-DVD reicht das Repertoire der meisten "Künstler" leider nicht aus. :D


Das mit der CD und langes Leben muss sich doch wohl noch erst herausstellen. Die Schallplatten, seien es Schellack oder die Singles aus den 50ern und 60ern, funktionieren bei ein bisschen Sorgfalt und Pflege immer noch 1A, ein Knackser hier oder dort macht doch teilweise den Charme aus. Ein Kratzer auf der CD an der falschen Stelle ist ja wohl der Tod des Mediums. Von den CDR's die so liebevoll von manchen Zeitgenossen mit einem Edding beschriftet wurden, leben nach ein paar Jahren wohl auch nur noch die wenigsten. Vor ein paar Jahren erhielt man von der Industrie noch eine Zusage über die Lebensdauer einer CD von ca 10 Jahren.
Wilfried
marais
Stammgast
#38 erstellt: 14. Okt 2006, 22:06
Ich glaube nicht, dass man die Mobiltelefone als Referenz-Endgeräte betrachten sollte. Wer unterwegs Musik hört, hat niedrigere Ansprüche als ein Hörer, der zu Hause an seiner Anlage sitzt. Ich will gerne einräumen, dass digitale Übertragungsverfahren bei mobilen Benutzern Vorteile bieten, aber wenn es um Klangqualität geht, gelten doch wohl andere Kriterien. Damit hebe ich das Glas und trinke auf den UKW-Rundfunk!

A.
cr
Inventar
#39 erstellt: 14. Okt 2006, 22:53
Abgesehen von einigen Lackfraß-CDs sind die CDs stabil und werden wohl 50 Jahre und mehr halten (ich habe etliche aus 1983, sind nun schon 23 Jahre).
Es ist zwar richtig, dass ein massiver Kratzer in der Datenschicht die CD erledigt, aber auch ein tiefer Kratzer in einer LP erledigt diese und den Nadelträger gleich dazu. Es ist ja recht und schön, das Hohelied der LP zu singen, aber Zukunft hat sie keine. Sie ist ein Relikt, das halt noch eine Marktnische besetzt (wie Röhrengeräte). Große Zuwachsraten sind nicht zu erwarten.
Und die CD kann ich ohne Qualitätsverlust backupen, die LP aber nicht, was ihre Archivierungsfähigkeit stark einschränkt.
Und gerade die LP hätte ein Backup vonnöten. Mit einem unbemerkt beschädigten Nadelträger oder Diamant beschädigt man seine LPs schneller, als man schauen kann.


[Beitrag von cr am 14. Okt 2006, 23:04 bearbeitet]
pragmatiker
Administrator
#40 erstellt: 15. Okt 2006, 17:04

Passat schrieb:
Zum DAB-UKW-Umsetzer:
So ein Gerät ist technischer Unsinn.
Ein reiner DAB-Empfänger ist billiger herzustellen und lässt sich an jeden freien Hochpegeleingang anschließen oder mit einem Kopfhörerausgang ausrüsten.


Weil ja jedes Autoradio einen von einem technischen Laien leicht zugänglichen, gut in der Bedienungsanleitung dokumentierten und mit Standard-Cinch-Steckverbindern ausgerüsteten Hochpegeleingang hat.....deswegen wurden ja in der Anfangszeit der CD die Discmänner mit so einer komischen Adapter-Compact-Cassette an den Autoradios angeschlossen..... ...und die Erschaffer dieser gesetzlichen "50[nW] UKW-Sendeerlaubnis für jedermann" werden vielleicht schon irgendeinen Anwendungszweck für dieses Gesetz vor ihrem geistigen Auge gehabt haben....und welcher andere, als von neuen Programmquellen in eigene vorhandene UKW-Rundfunkgeräte zu senden, könnte das angesichts einer Reichweite von ein paar Metern wohl sein?

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 15. Okt 2006, 17:08 bearbeitet]
marais
Stammgast
#41 erstellt: 16. Okt 2006, 18:04
Das klingt ziemlich plausibel, wie ich schweren Herzens einräumen muss. Sehr beunruhigend!
silberfux
Inventar
#42 erstellt: 16. Okt 2006, 20:22
Hi,

ich habe auch eigentlich keine Lust, alle meine Empfangsteile bis hin zum Radiowecker zu erneuern. Dennoch glaube ich, dass die Umstellung recht bald kommen wird. Denn dadurch können auf den bisherigen Frequenzen erheblich mehr Sender betrieben werden. Außerdem ist der Betrieb des Sendernetzes auf die Dauer deutlich billiger. Beim Fernsehen ist es ja ähnlich bzw. sogar vorlaufend (DVBT).

Gruß Silberfux
Passat
Moderator
#43 erstellt: 16. Okt 2006, 20:44
Für DAB wird das Fernsehband III und das L-Band genutzt und dort ist deutlich mehr Platz als im UKW-Band.

Das Band III umfasst den Frequenzbereich von 174 - 230 MHz, die Bandbreite pro Kanal ist 7 MHz.

Es passen also 8 Kanäle da hinein (Fernsehkanäle 5-12).
Davon wird von DAB z.Zt. nur der Kanal 12 genutzt.

In das L-Band (Frequenzbereich 1452-1492 MHz) passen 5 Kanäle.

Der UKW-Bereich umfasst den Frequenzbereich von 87,5 - 108 MHz, es passen in diesen Bereich nur zwei 7 MHz breite Kanäle hinein.

Die Nutzung des UKW-Bereichs für DAB ist, wie man sehen kann, alleine aus Gründen des zur Verfügung stehenden Platzes Unsinn. Daher besteht aus diesem Grund keine Veranlassung, UKW abzuschalten.

Grüsse
Roman
marais
Stammgast
#44 erstellt: 17. Okt 2006, 17:45
Genau! Die Abschaltung wird lediglich aus politischen Gründen gefordert, um den Wechsel zu DAB zu forcieren. Da der Zusatznutzen durch DAB zu gering ist, um die Hörer zu einem Wechsel zu bewegen (anders als z.B. beim digitalen Satellitenfernsehen), geht's eben nur durch eine solche Zwangsmassnahme.
pragmatiker
Administrator
#45 erstellt: 27. Nov 2006, 20:09
So, der Thread ist zwar schon ein paar Tage alt, aber: Ich hab' am Wochenende ausführlich eine gar nicht kleine, recht prominente Sendestation der Öffentlich-Rechtlichen besichtigt. Und dort bekam ich zu hören, daß momentan recht ernsthaft über eine Anschaffung neuer UKW-FM Sender nachgedacht wird, um die betagten Tetrodensender (die einwandfrei funktionieren und auch von der Qualität des Sendesignals top sind) - im wesentlichen aus Wirkungsgradgründen - zu ersetzen. Wer weiß, wie solche Entscheidungen im öffentlich-rechtlichen Bereich ablaufen, der weiß auch, daß diese Entscheidung so nicht fallen würde, wenn bei der Neuinvestition nicht mindestens 10...15 Jahre Laufzeit angepeilt werden (zur langfristigen Lebensfähigkeit von DAB bekam ich da übrigens einige recht eindeutige - und keinesfalls positive - Meinungen zu hören).

Dazu paßt auch:

http://www.rohde-sch...nter.nsf/html/nr8200

Das ist ein neu entwickelter UKW-FM Halbleitersender für große Leistungen (also für regionalen und nicht nur für lokalen Betrieb). Interessant ist insbesondere der letzte Satz....die EU würde wohl kaum Entwicklungen ohne Zukunftsaussichten co-finanzieren.

Und das paßt auch:

http://www.broadcast-transradio.com/html/high_power_t325x.html

Transradio Sender Systeme hieß vor gar nicht langer Zeit noch "Telefunken Sender Systeme"....und auch dort würde es wohl keine neuen Produkte für eine todgeweihte Technik geben.....

Mein Fazit aus alledem: UKW-FM wird wohl noch viel länger leben, als es einigen politischen Strippenziehern recht ist.....und das durchaus auch aus Eigennutz: Ein Landespolitiker, der sein Publikum radiomedienmäßig regional nicht mehr erreicht (weil kein Mensch die erforderlichen Radios hat), ist ein bereits halb abgewählter Politiker.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 27. Nov 2006, 20:51 bearbeitet]
hifibrötchen
Inventar
#46 erstellt: 27. Nov 2006, 20:15
Gibt uns das Hoffnung ,das wie unsere Tuner Schätze weiter nutzen können ?
Und wir uns gern mal ein Teuren Vintage Tuner anschaffen können ?
Wär ja schön denn mein Traum ist ein Mcintosh Tuner
Gruß Brötchen


[Beitrag von hifibrötchen am 27. Nov 2006, 20:19 bearbeitet]
outis
Hat sich gelöscht
#47 erstellt: 27. Nov 2006, 20:17
Nachdenken ist doch gerade in solchen Bereichen ein vom Finanzbudget gesteuerter Prozess. Und da kannst du dich auf genau gar nichts verlassen, schon gar nicht auf Zusagen. ("Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern...")
mhenze
Inventar
#48 erstellt: 27. Nov 2006, 20:20
Dieser Verkäufer erwähnt in seinen Tuner-Auktionen dass in der Audio 12/06 drinstehen soll dass UKW nicht abgeschaltet wird.

mh
pragmatiker
Administrator
#49 erstellt: 27. Nov 2006, 20:21

hifibrötchen schrieb:
Gibt uns das Hoffnung ,das wie unsere Tuner Schätze weiter nutzen können ?
Und wir uns gern mal ein Teuren Vintage Tuner anschaffen können ?
Wär ja schön denn mein Traum ist ein Mcintosh Tuner
Gruß Brötchen ;)


Sieht ganz so aus, als ob das kein rausgeschmissenes Geld wäre....

Grüße

Herbert
pragmatiker
Administrator
#50 erstellt: 27. Nov 2006, 20:24

outis schrieb:
Nachdenken ist doch gerade in solchen Bereichen ein vom Finanzbudget gesteuerter Prozess. Und da kannst du dich auf genau gar nichts verlassen, schon gar nicht auf Zusagen. ("Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern...") ;)


Ich hab' mit ernsthaften, gestandenen Technikern mit viel Bodenhaftung sowie mit bedächtiger und vorsichtiger Wortwahl und nicht mit geldfixierten Schwätzern gesprochen.....

Dort steht übrigens auch ein DAB-Sender, der - erklärtermaßen - für die Versorgung des Zielgebietes zu schwach ist. Von einer geplanten Investition zur (notwendigen) Leistungserhöhung DIESES Senders war in diesem Zusammenhang allerdings kein Wort zu hören....

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 27. Nov 2006, 20:53 bearbeitet]
hifibrötchen
Inventar
#51 erstellt: 27. Nov 2006, 20:39
Wir brauchen weiter solche Deketiv Arbeit.
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