Kondensation im Antennenmast

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Barossi
Stammgast
#1 erstellt: 29. Nov 2016, 16:38
Moin Zusammen,

hatte den Antennenmast installiert. (3m, 60mm Durchmesser) Dieser schaut knapp 1m aus dem Dach und ist knapp 2 m im Dachboden (beheizte Hülle). Befestigt ist dieser mittel Schelle am Sparren und Mastfuss am Boden verschraubt. Bombenfest mit einer Einspannlänge von knapp 2m.

Folgendes Problem:
Es tropft Kondensationswasser aus dem Mast. (Vermutlich nur im Winter, oder bei den jetzigen Temperaturen) Was kann man dagegen tun?
Habe (bedingt durch den Mastfuss) keine Möglichkeit das Wasser mittels Schale oÄ. aufzufangen.

LG Barossi
Dipol
Inventar
#2 erstellt: 30. Nov 2016, 01:14

Barossi (Beitrag #1) schrieb:
Es tropft Kondensationswasser aus dem Mast. (Vermutlich nur im Winter, oder bei den jetzigen Temperaturen) Was kann man dagegen tun?
Habe (bedingt durch den Mastfuss) keine Möglichkeit das Wasser mittels Schale oÄ. aufzufangen.

Wenn es ein EnEV gedämmtes Dach ist: Das, was nach dem Stand der Technik dafür von vorneweg angesagt war:
  1. Dachsparrenhalter
  2. Winddicht ins Gebäude eingeführte Antennenleitungen

Früher gab es zu Schiebemasten runde Schaumgummischeiben die man ins Rohr steckte.

Nach einer nachträglichen Dachsanierung hatte ich einmal versucht den danach aufgetretenen Schwitzwassereffeffekt durch solche Schaumgummischeiben, Zellulose und Glaswolle zu beseitigen. Selbst eine zusätzliche Isolierung des eingespannten Maststücks mit Heizungsrohrisolierung reichte bei extremer Kälte nicht aus, das Dach war einfach "zu gut" isoliert und die Temperaturdifferenz noch immer zu groß.
Barossi
Stammgast
#3 erstellt: 30. Nov 2016, 06:40
Hallo,

vielen Dank für deine Antwort. Ja, es handelt sich um ein ENEV gedämmtes Haus. Installiert werden soll eine Kathrein CAS90. Da wäre mir ein Dachsparrenhalter zu instabil gewesen. Jetzt habe ich eine Einspannlänge (MAstschelle-MAstfuss) von knapp 2m. Der MAst ist in der Durchführung winddicht verklebt.

Was tue ich gegen das Kondensat? Mast isolieren? Bauschaum von unten in den Mast?

LG Barossi
Dipol
Inventar
#4 erstellt: 30. Nov 2016, 11:48

Barossi (Beitrag #3) schrieb:
Installiert werden soll eine Kathrein CAS90. Da wäre mir ein Dachsparrenhalter zu instabil gewesen. Jetzt habe ich eine Einspannlänge (MAstschelle-MAstfuss) von knapp 2m. Der MAst ist in der Durchführung winddicht verklebt.

Die CAS 90 hat eine Windlast von 730 N. Wenn die an 1 Meter freier Mastlänge ganz oben montiert wird - was zumeist unnötig ist - steht die maßgebliche Reflektormitte 0,15 m über dem Mastende und das Biegemoment errechnet sich wie folgt:

Windlast CAS 90: 1,15 m * 730 N = 839,5 Nm
Masteigenmoment bei 1 m freier Länge und 60 mm Durchmesser: 29 Nm
Gesamtbiegemoment: 868,5 Nm

Damit wären die meisten Dachsparrenhalter überfordert, es gibt aber auch welche mit 1.000 Nm Biegemoment und bei 48 mm Rohrdurchmesser beträgt das Masteigenmoment bei 1 m Länge nur noch 23 Nm.

Dass Dachsparrenhalter fachgerecht gegen die Sparren verschraubt werden müssen, versteht sich von selbst.

Barossi (Beitrag #3) schrieb:
Was tue ich gegen das Kondensat? Mast isolieren? Bauschaum von unten in den Mast?

Ich hätte das an einem EnEV-Dach erst gar nicht mit einem Stahlmast und auch nicht mit einem weniger wärmeleitfähigen Edelstahlmast riskiert. Die untere Mastöffnung gehört auch bei weniger gut gedämmten Dächern abgedichtet. Dass bei 2 m Einspannlänge von unten eingespritzter Bauschaum verhindert, dass sich weiter oben Kondensat und eine Wassersäule bilden kann, glaube ich nicht.

Ob ein Ausstopfen des Mastes von oben + eine Heizrohrisolierung innen allein den gewünschten Effekt erreichen, ist nach meinen Erfahrungen fraglich. Bleibt als nachträgliche Notlösung nur von einem Schlosser einen stabilen Mastfuß anfertigen zu lassen, mit dem der Mast am Boden so weit gekürzt werden kann, dass man einen Kondensatsammler drunter stellen kann.
Barossi
Stammgast
#5 erstellt: 30. Nov 2016, 15:57
Hallo,

vielen Dank für die hilfreiche Antwort!

Gerade hier im Norden (nördlich von Hamburg) ist das Thema Wind und Sturm nicht so unerheblich, so dass eine stabile Konstruktion her musste.

Ich werde nun folgende Dinge umsetzen:

-Absägen des Mastes und hochsetzen des Mastfusses mittels einer Holzbohle, um ein Auffanggefäss zu positionieren.

-Werde das Rohr dann noch mit Armaflex isolieren:

71J%2BaLKd1VL._SL1200_

-Werde den oberen Teil des Mastes versuchen, von Innen zu isolieren.

Als Mastkappe habe ich die Kathrein Mastkappe verwendet:

4238_b_p1

Gibt es für einen 60mm Mast noch bessere Mastkappen?

Gibt es einen fertigen Mastfuss, ohne eine Schlosserlösung kaufen zu müssen?

LG Barossi
Dipol
Inventar
#6 erstellt: 30. Nov 2016, 17:36

Barossi (Beitrag #5) schrieb:
Als Mastkappe habe ich die Kathrein Mastkappe verwendet:

4238_b_p1

Die Kappe ist dafür gedacht um primär durch Dachsparrenhalter die Antennenkabel von oben einzuführen. An einem 60er Rohr hätte ich eine luftdichtere KATHREIN ZTC bevorzugt. Wenn der Mast von oben luftdicht abgedichtet wurde, kann die bleiben, zu 60er Masten passen nämlich nur wenige Kappen.

Barossi (Beitrag #5) schrieb:
Gibt es einen fertigen Mastfuss, ohne eine Schlosserlösung kaufen zu müssen?

Wenn du eine Holzbohle setzt, reicht doch jeder 08/15 Mastfuß mit 60 mm Spannweite, eigentlich müsste dann auch der vorhandene genügen?

Gerade klingt noch mein Tinitus wie E e e e r d u n g !


[Beitrag von Dipol am 30. Nov 2016, 17:37 bearbeitet]
Barossi
Stammgast
#7 erstellt: 30. Nov 2016, 17:49
Moin,

sehr guter Tip mit der ZTC 06 von Kathrein. Habe mir diese noch gerade bestellt.
Habe jetzt noch diesen Mastfuss bestellt:

774304559411

Den dann noch auf eine Bohle "aufgebockt" und man hat dann viel Platz unter dem Mast!

Stichwort Erdung:

Gerade deshalb habe ich das Dach (und hier in meinem Fall das Dach vom Anbau ca. 5m unter dem Hauptfirst) gewählt.

IMG_5890

Direkt unter dem Mastfuss liegt der HWR. Der Mast wird mittels OBO Schelle mit 16qm an den Potentialausgleich geklemmt. Kabellänge 2,5m.

LG Barossi
Barossi
Stammgast
#8 erstellt: 01. Dez 2016, 08:44

Dipol (Beitrag #6) schrieb:

Barossi (Beitrag #5) schrieb:
Als Mastkappe habe ich die Kathrein Mastkappe verwendet:

4238_b_p1

Die Kappe ist dafür gedacht um primär durch Dachsparrenhalter die Antennenkabel von oben einzuführen. An einem 60er Rohr hätte ich eine luftdichtere KATHREIN ZTC bevorzugt. Wenn der Mast von oben luftdicht abgedichtet wurde, kann die bleiben, zu 60er Masten passen nämlich nur wenige Kappen.


Moin,

womit sollte ich den Mast im oberen Teil abdichten?

LG Barossi
Dipol
Inventar
#9 erstellt: 01. Dez 2016, 09:35

Barossi (Beitrag #8) schrieb:
womit sollte ich den Mast im oberen Teil abdichten?

Am besten etwas Steinwolle einstopfen und eine ZTC 07 aufs Mastende aufstecken und mit Kleber oder zwei Blechschrauben fixieren, damit die beim Blower Door Test nicht wegfliegt.

Auch wenn die ZTC 08 beibehalten wird, muss die Rohröffnung z. B. mit Steinwolle und Rissan-Klebeband so winddicht gemacht werden, dass dort nichts durchblasen kann.
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