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Erfahrungsbericht XTZ 99.25 / 95.22 und Sub 12.17 vs. Dynaudio

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Beitrag
JULOR
Inventar
#1 erstellt: 19. Sep 2016, 13:35
Produktbewertung von JULOR:
Produktbild XTZ 99.25 MK3

Einleitung:
Ich hatte in den letzten Wochen eine Teststellung von XTZ, als da wären:

XTZ 99.25 LCR (Mk. 3) als Front und Center. Beim Center ist lediglich der Bändchenhochtöner um 90° gedreht.
XTZ 95.22 On-Wall als Rear
Sub 12.17 als Subwoofer
Zu den technischen Daten verweise ich einfach mal auf die Homepage: www.xtz-deutschland.de

Diese haben ich ergebnisoffen gegen meine bisherigen Dynaudio Focus 140 (Front), 200C (Center) und Audience 62 (Rear) sowie den Dynaudio Sub 300 antreten lassen. Sowie als Kurztest auch gegen meine Dali Zensor 1.
Homepage: http://www.dynaudio.com/discontinued-models/ ... http://www.dali-speakers.com/de/lautsprecher/zensor/zensor-1/

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Auspacken:
Die XTZ 99.25 sind sehr schöne, makellos verarbeitete Lautsprecher. Mir gefällt bei meinem Setup vor allem auch das Konzept mit den drei quasi identischen LS für die Heimkinofront. Auffallend ist das hohe Gewicht von ca. 11kg pro LS. Die Chassis sind bündig ins Gehäuse eingelassen, was optisch was her macht und Reflexionen minimiert.

Die XTZ 99.25 lassen sich mithilfe von Bassreflexstopfen und Steckbrücken tunen. Der BR-Stopfen senkt den Bassbereich etwas ab und liefert dafür trockene Bässe, wie sie für wandnahe Aufstellung oder den Betrieb mit Subwoofer sinnvoll sind. Der Hochton lässt sich mittels der Steckbrücken um 2dB bzw. 4dB absenken oder um 3dB anheben. Damit können die LS an den Raum (z.B. modernes kahles Wohnzimmer oder überdämpfte plüschige Stube) oder einfach an den persönlichen Geschmack angepasst werden. Der Grundcharakter der LS ändert sich dadurch aber nicht. Allein die Ausstattung mit Steckbrücken ist ein Highlight in dieser Klasse und bei Hifi-Lautsprechern ohnehin ein seltenes Extra.

Auch die 95.22 sind sauber verarbeitet, wobei der edle Charakter der 99er-Serie fehlt. Anpassungsmöglichkeiten im Klang sucht man vergeblich, dies ist aber bei LS dieser Preisklasse ohnehin unüblich. Mit zwei Schraubhaken lassen sie sich direkt an der Wand befestigen.

Der Sub 12.17 lässt sich mithilfe von zwei EQ-Schaltern und zwei Stopfen im Klang tunen. So kann man zwischen maximalem Tiefgang, Linearität, punchigem Oberbass oder auch zurückhaltendem Tiefbass (z.B. bei starken Raummoden) wählen. Diese Art der groben Anpassung finde ich auch VOR einer elektronischen Korrektur durchaus sinnvoll.

Anmerkungen:
ich habe zunächst beide LS fullrange ohne Sub laufen lassen. Da kommen die Focus 140 im Bass weiter runter bzw- tragen auch etwas auf. Dadurch spielen sie sich schnell in den Vordergrund. Für einen besseren Vergleich habe ich dann die LS bei 80Hz getrennt und mit dem Sub auf Ref-Pegel gehört. Das hat dieses Problem gelöst.

Ich höre jeweils ohne Einmessung, damit ich neutraler vergleichen kann. Als AVR diente erst ein Marantz SR5004, dem in den ersten Tagen nach Beginn der Tests der Subwooferausgang abrauchte. Danach ging es mit einem SR6010 weiter.

Zum Klang der XTZ 99.25:
Die 99.25 klingen zunächst völlig anders als die Focus 140, was für mich natürlich erst einmal ungewohnt ist. Instrumente sind voll und präzise, aber gerade Stimmen klingen ungewohnt zurückhaltend. Während die Dynaudio Stings wunderschöne Stimme glockenklar rüberbringt, hält sich die XTZ in den oberen Mitten/unteren Höhen eher etwas bedeckt. Nach etwas einhören war das nicht mehr so extrem und ich konnte einem neu gewonnenen mittleren Mittelton lauschen. Ganz oben sind die Höhen aber wieder da, dort ist der Hochtöner der XTZ präziser und auch härter als die Dynaudiokalotte, welche dagegen etwas weicher klingt. hier hat beides seinen Reiz.

Allerdings funktioniert es auch andersherum: Nachdem ich die Woche über ausschließlich die 99.25 gehört habe, klangen die Dynaudios zwar sofort "heller", aber auch irgendwie dünn im Mittenbereich.

Die XTZ 99.25 klingen voller als die Focus, wenn man den Oberbass mal außer Acht lässt. Sie lösen sehr gut auf und spielen sauber auf den Punkt. Damit meine ich eine klare schnelle Attacke und schnelles Abklingen ohne einen Hauch von Weichzeichnen oder herumschwimmen. Eine Eigenschaft, die auch bei der Focus schätze, die aber bei der XTZ noch ausgeprägter ist. Im Bass ist die 99.25 kontourierter und bildet Details sehr gut ab, wo die Dynaudio mit ihrem Oberbass doch etwas aufdickt und daher unsauber wirkt.

Die B&W CM9 S2, die ich mal im Vergleich zur Focus hören konnte, war da eher etwas schwammig, kommt der XTZ klanglich aber insgesamt näher, wenn ich das aus der Erinnerung richtig hinbekomme. An der CM9 störte mich damals zumindest der in meinen Ohren überpräsente Mittenbereich vermutlich durch den berühmten gelben Kevlar-Mitteltöner. Die Höhen waren sehr klar und im Vergleich zur Focus etwas härter.

Bei gehobener und höherer Lautstärke zeigen die 99.25 erst richtig, was sie können. Da bauen sie Druck auf, spielen sehr sauber und unangestrengt über alle Lagen hinweg. Das sind Pegel, bei denen viele „wohnzimmertaugliche“ Hifi-Lautsprecher schnell anfangen zu nerven, da sie mit ihrem Hochton angeben oder Bass vortäuschen. Da machen sich dann die Linearität der LS und die pegelfesten Chassis bemerkbar.

Mit der 99.25 und der Focus habe ich weiter gespielt. Aber wieder einmal kommen gerade Instrumente sehr gut raus. Flea's Bass (Red Hot Chilli Peppers) knurrt stärker, die Gitarre von The Edge (U2) rotzt so richtig rein, wie ich es selten gehört habe. Auch das Verstärkerbrummer am Ende von "Vertigo" ist mir vorher noch nie aufgefallen. Schlagzeuge klingen voller, Klaviere können beide LS sehr gut. Elektrobeats (Depeche Mode) sind mit der XTZ druckvoll, mit der Focus aber noch etwas härter. Trotzdem werde ich auch nach zwei Wochen ganz ohne Focus nicht das Gefühl los, das Stimmen irgendwie gedeckt klingen. Da gefallen mir die Focus nach wie vor besser. Insgesamt klingt die XTZ in meinen Ohren voller und rockiger als die Dynaudio, letztere aber etwas offener.

Die Steckbrücken machen, was sie sollen. Meine Vorlieben lagen abwechselnd bei neutraler Stellung (ohne Brücken) oder -2dB, bei +3dB wurde der Hochton kräftiger und gefühlt etwas schärfer, der Rest blieb unverändert. Mein Eindruck ist, dass die Brücken recht weit am oberen Frequenzende auch des HT ansetzen. Sie beschneiden lediglich die Spitzen (oder verstärken diese) ohne den Grundsound des LS zu verändern, was ja so auch durchaus sinnvoll ist.

Zu den XTZ 95.22:
mein erster Eindruck war, dass die 95er lauter und höhenbetonter spielen als die 99er. Nach der Pegelanpassung spielt das System aber wie aus einem Guss. Für mich als Rear-LS völlig ausreichend. Klanglich gehen die 95.22 auch als Hauptlautsprecher durch, für den Preis sind sie wirklich gut - obwohl ich jetzt keinen direkten Vergleich zu anderen Onwall-LS habe. Von der Auflösung und Dynamik kommen sie allerdings nicht an die 99.25 heran.

Vergleich mit Dali Zensor 1:
Der Vergleich mit den Dali Zensor 1 ging schnell, ist aber auch etwas unfair. Die Dalis klingen von der Abstimmung heller als die XTZ, errreichen aber nicht deren Auflösung und Bühnenabbildung. Sie klingen dagegen eher flach, auch mit Subunterstützung. Nun gut, die XTZ ist 4x so teuer und 3x so groß. Trotzdem machen die Dali für ihr Geld einen guten Job, z.B. in kleineren Räumen und bei geringer Lautstärke klingen sie großartig und wirken größer und teurer als sie sind. Die 99.25 schlägt die kleine Dali in allen Belangen, trotz der mir ungewohnten Stimmenwiedergabe.

Subwoofer XTZ 12.17:
Der XTZ 12.17 ist sehr ausgewogen und tiefspielend und spielt meinen 10-Zoll Dynaudio Sub 300 in den Keller, er scheint auch präziser zu sein. Ist allerdings auch 3-4x so groß vom Gehäusevolumen her und somit eine für mich ungewohnt riesige Kiste. Ich habe den Eindruck, dass er über einen größeren Frequenzbereich linearer spielt als der Dynaudio Sub300. Letzterer ist mal recht laut, mal leise, was ich bisher eher auf Raummoden geschoben habe. Diese spielen sicherlich eine Rolle, trotzdem scheint der 12.17 insgesamt ausgewogener und weniger angestrengt zu sein. Den Subwoofer habe ich "linear" eingestellt, den EQ auf "Ref" und den rechten Bassstopfen im BR-Rohr. Ob der Sub meine Moden dadurch weniger anregt oder an sich ausgewogener klingt, kann ich nicht sagen.

Zusammenfassung:
Die XTZ sind hervorragende LS, die sehr neutral aufspielen. Sie spielen ihre Vorzüge zumindest in meinen Ohren gerade ab gehobenen und höheren Lautstärken aus. Dann sind sie pegelfest und spielen unangstrengt und ohne anbiederndes Sounding, was bei geringen Pegeln vielleicht angenehm ist, bei höherer Lautstärke aber schnell nerven kann.

Bei Fragen, Anregungen oder Anmerkungen immer her damit.


[Beitrag von JULOR am 20. Sep 2016, 08:50 bearbeitet]
std67
Inventar
#2 erstellt: 19. Sep 2016, 14:21
Hi

danke für deinen ausführlichen Bericht.

Die 99er kriegt man in eine Wohnzimmer nicht an ihre Grenzen, zumindest nicht wenn eine die eigenen Ohren lieb und teuer sind. Auch mich begeisterte die hohe Dynamik über den gesamten Frequenzbereich, nd das eben auch nix "verschluckt" wird.
Was mich immer wieder gaz besonders begeistert (eigentlich begeistern sie mich immer) sind Klavier und Gitarre, hier punktet die 99er mit ihrer Dynamik in den Mitten was ich so, in diesem Preisbereich, noch nicht gehört habe

Was ich nicht nachvollziehen kann sind die "belegten" Stimmen, alerdings kenne ich auch deine Dynaudio nicht. Eigentlich müßten vor allem hohe Frauenstimmen, in deinem Raum (was man auf den Bildern erkennen kann) schon überpräsent sein und nerven.
In meinem etwas besser beämpften Raum was es machem Besucher, trotz -3db Brücke zu viel. So erfand man die "Hochtonsocke" die man vors Bändchen hängen wollte
Der neue Yamaha AVR hat das aber richtig gut im Griff. Und der 99.25 (bzw bei mir .26) hält jederzeit mit den 99.36 Fronts mit.
Eminenz
Inventar
#3 erstellt: 19. Sep 2016, 14:53
Danke für den Bericht, deckt sich ja weitestgehend mit meinen Erfahrungen mit der 99er Serie.

Ich hab noch nicht viel gehört, was so gar nicht auf denen geht. Ggf. schlecht aufgenommener Metal oder so, weil die XTZ ja nichts schönfärbt.

Ich hab da letztlich mal Merkaba sehr laut drüber gehört und bin immer wieder verblüfft, wie locker die auch sehr hohe Pegel noch wiedergeben.
TechnoFan
Stammgast
#4 erstellt: 19. Sep 2016, 16:35
Hi Julor,

toller Bericht. Ich selbst bin auch ein Fan von den XTZ 99.25 und besitze diese als Front.
Ich habe allerdings noch meine alten Surround Lautsprecher und es würde mich brennend interessieren, ob du die Möglichkeit hast die 95.22 mit den Cinema S2 im Effekt-Bereich zu vergleichen?
Da ich, wie wahrscheinlich viele andere auch, das Problem habe, dass meine Couch direkt an der Wand steht, vermute ich, dass ich mit den S2 glücklicher wäre, da sie nicht so stark bündeln, wie die 95.22 mit Horn und Bändchen.

Grüße,
David
std67
Inventar
#5 erstellt: 19. Sep 2016, 17:23
Hi
die Koax-Konstruktionen bündeln ebenso.

Im übrigen sind es nicht die Bändchen die dafür verantwortlich sind sondern, zumindest bei der 99er, die hohe Ankopplung an den TMT der bei 2,5kHz schon stark bündelt
BennyTurbo
Inventar
#6 erstellt: 19. Sep 2016, 17:59
@JULOR:

Was mich abschließend interessiert. Bleiben die XTZ und gehen die Dynaudios?

Gruß
dkP74
Stammgast
#7 erstellt: 20. Sep 2016, 06:25
Wirklich ein sehr schöner Bericht.
Insbesondere interessiert mich der Vergleich mit den Dalis aber den hast Du ja selbst als nicht ganz fair (Größe, Preis) beschrieben.
Bleiben die XTZ?

Gibt es eigentlich jemanden der die XTZ 99.25 mit den Opticon 2 mal direkt verglichen hat?

Gruß
dkP
JULOR
Inventar
#8 erstellt: 20. Sep 2016, 06:26
Danke für eure Rückmeldungen. Mal von hinten nach vorne:

@BennyTurbo: Von XTZ bleibt der Sub 12.17, die anderen LS gingen leider wieder zurück. Der Dynaudio Sub steht daher zum Verkauf. Trotz der genannten Vorteile sind die Dynaudio bei mir alltagstauglicher. Die XTZ lösen besser auf, Instrumente kommen klar zur Geltung, aber bei den Stimmen gefallen mir die Focus besser. Nun gut, auch diese hatte ich damals mit Bedacht und nach langer Suche ausgewählt. Von daher vielleicht einfach eine Geschmacksfrage.

Ich hätte am liebsten alle behalten. Die XTZ für's Heimkino und auch mal Musik und die Dynaudio für's Wohnzimmer. Aber das ist natürlich auch eine Platz- und Geldfrage.

@TechnoFan: Nein, einen Vergleich zur Cinema S2 habe ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob es bei XTZ einen "Familienklang" gibt, der auch für die völlig anders konstruierte Cinemaserie gilt.

@std67: Ich bin völlig bei dir, was die Instrumentenwiedergabe und die Mitten angeht. Bezüglich der Stimmen: Nein, Frauenstimmen nerven nicht bei mir, die Dynaudio sind im Hochton zwar dominanter aber auch etwas weicher, "seidiger" als die XTZ. Dadurch wird es nie schrill. Der Raum ist übrigens bis auf die Holz-/Glasfront gut bedämpft. Großer, flauschiger Teppich, Stoffsofa, seitlich Regale und Bilder. Hinter dem Sofa ist 1m Platz zu einer Gaube, die man mit Vorhängen dämpfen kann, in den Ecken sind Dachschrägen, so dass man eigentlich kaum rechte Winkel hat.

Herr Daubner macht ja auch in Raumakustik und meinte, die Reflexionsflächen hinter den LS seien weniger kritisch. Daher werde ich dort statt mit Vorhängen mit Faltstores/Plissees arbeiten, aber die fehlen tatsächlich noch.


[Beitrag von JULOR am 20. Sep 2016, 06:26 bearbeitet]
BernHer
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 21. Sep 2016, 10:12
Danke für den Bericht, liest sich wirklich klasse.
Ich habe zwar die Dynaudios nie gehört, kann mir die Unterschiede aber gut vorstellen.
BennyTurbo
Inventar
#10 erstellt: 23. Sep 2016, 18:16

BernHer (Beitrag #9) schrieb:
Danke für den Bericht, liest sich wirklich klasse.
Ich habe zwar die Dynaudios nie gehört, kann mir die Unterschiede aber gut vorstellen.


Hmm, ich habe ja auch einige Vergleiche durch wie z.B. XTZ 99er Reference, Nubert Nuline 264, Monitor Audio Silver 8 sowie Dali Ikon. Die Stimmen waren überall angenehm und nie zu dezent.... ich kann mir nur vorstellen, dass die Dynaudio etwas gesoundet ist, ähnlich wie z.B. eine B&W im Mittelton.... Aber erlaubt ist was gefällt
JULOR
Inventar
#11 erstellt: 30. Sep 2016, 07:16
Ich habe jetzt mal einen Link zur Gerätedatenbank eingefügt.


[Beitrag von JULOR am 30. Sep 2016, 07:16 bearbeitet]
JULOR
Inventar
#12 erstellt: 30. Sep 2016, 07:41
Wie bekomme ich das jetzt wieder hin, dass oben nicht der Sub, sondern die 99.25 angezeigt wird? Ich habe nur noch den einen Link in der Produktdatenbank behalten, die anderen gelöscht.
ATC
Inventar
#13 erstellt: 03. Okt 2016, 16:48
Hallo,

schöner Bericht,

für mich auch nachvollziehbar das du den Dynaudio im Stimmbereich den Vorzug gegeben hast, empfinde ich genau so.
BennyTurbo
Inventar
#14 erstellt: 04. Okt 2016, 07:27
@ATC: Würdest Du die Dynaudio als gesoundet bezeichnen? Oder wie erklärst Du die Eindrücke?
ATC
Inventar
#15 erstellt: 04. Okt 2016, 10:26
Dynaudio versteht es meiner Ansicht nach den Stimmbereich sehr gut abzubilden,
was ihnen schon mit der Focus recht gut gelingt,
wobei die Contour und Confidence dann insgesamt doch noch ne Ecke präziser daherkommen,
fast so gut wie meine ATC
JULOR
Inventar
#16 erstellt: 04. Okt 2016, 11:29
Hier ist mal der Frequenzgang der Focus 140 (aus Stereophile)
Focus 140 FQ

und hier der XTZ 99.25 (hifitest, allerdings inkl. Subwoofer)
XTZ 99.25

Danach hat die Focus eine Oberbassanhebung und einen leichten Präsenzabfall - "Badewanne" wäre jetzt zuviel gesagt, während die XTZ weitgehend linear spielt (im Bass ist im Chart der Sub mit dabei, glaube ich). Bei den Instrumenten hört man die stärkere Präsenz bei den XTZ deutlich heraus. Die menschliche Stimme liegt im Grundton etwas tiefer, möglicherweise wird sie durch die zurückgenommene Präsenz bei der Focus im Verhältnis stärker betont. Aber das ist nur Spekulation.
Lab-Power
Inventar
#17 erstellt: 06. Okt 2016, 16:10
Der Frequenzgang der Dynaudios erinnert mich an den Verlauf, den ich bekomme, wenn ich mit meinem Yamaha AVR den Dialog Pegel auf 1 stelle mit den XTZ 99.36. Dort wird an fast den selben Stellen der Frequenzverlauf (leichte Badewanne) verändert, nämlich im Bassbereich bis ca. 500 Hz und im Hochtonbereich ab. ca. 3 kHz. Stimmen klingen dann auch mit den XTZ hörbar lauter, mit mehr Volumen aber manchmal auch zu viel des Guten. Je nach Aufnahmequalität mach ich aber den Dialog Pegel auch mal auf 1, also die niedrigste Anhebung. Den Stimmbereich finde ich aber generell bei den XTZ sehr gut, egal ob Mann oder Frau. Man kann also bei Bedarf diese leichte Badewanne auch mit dem AVR zaubern, wie es halt eben am besten gefällt. Die XTZ sind halt eben sehr linear und natürlich abgestimmt und nicht gesoundet. Die Senke um ca. 4 kHz entsteht nur, wenn man unter Winkel misst, nicht nur deswegen würde ich die genau auf den Hörplatz ausrichten alleine schon wegen der Bündelung des TMT und HT.
ATC
Inventar
#18 erstellt: 06. Okt 2016, 16:23
Stereophile schreibt zur Messung selbst:

Most of the upper-bass rise is an artifact of the nearfield measurement technique
Read more at http://www.stereophi...8o2Ituecklj73.99[/i]
MasterKenobi
Inventar
#19 erstellt: 07. Okt 2016, 10:03
Wenn ich die beiden Messungen der XTZ und der Dynaudio Focus sehe, müssten die Klangeindrücke von euch eigentlich genau umgekehrt sein. Was eure Räume daraus machen, weiß ich natürlich nicht.

Laut den Messungen müsste die XTZ lauter und präsenter in den Mitten, den Stimmen spielen hingegen man bei der Dynaudio diese leiser und weiter weg empfinden müsste. Durch den kräftigen Oberbass allerdings dafür etwas druckvoller.

Warum?
Die Dynaudio hat eigentlich eine kleine bzw schon ausgeprägte Mittensenke. Bei 1 kHz ist sie leiser als im Bass und den obersten Höhen. Im Präsenzbereich ist sie nochmal deutlich leiser als der Rest, was Schärfe nimmt und den Klang auch etwas weiter weg erscheinen lässt. Stimmen und Instrumente ganz besonders.

Die XTZ ist laut Messung richtig dosiert in allen Bereichen. Stimmen müssten also weder zu laut noch zu leise wiedergegeben werden, sondern gerade richtig. Aber im Vergleich zur Dynaudio müssten bei der XTZ Stimmen definitiv lauter und etwas näher dran am Hörer klingen.

Nur anhand der Messungen.


[Beitrag von MasterKenobi am 07. Okt 2016, 10:09 bearbeitet]
ATC
Inventar
#20 erstellt: 07. Okt 2016, 10:12

HannoverMan31 (Beitrag #19) schrieb:
Nur anhand der Messungen.


Sagt eben bei weitem nicht alles aus,
vor allem wenn unterschiedlich gemessen wurde lohnt der Vergleich kaum


[Beitrag von ATC am 07. Okt 2016, 10:13 bearbeitet]
JULOR
Inventar
#21 erstellt: 07. Okt 2016, 10:34

ATC schrieb:
vor allem wenn unterschiedlich gemessen wurde lohnt der Vergleich kaum

Da ist wohl was dran. Inwieweit unterschiedliche Messungen vergleichbar sind, auch unter guten Bedingungen, mag ich gar nicht beurteilen.

Dass die XTZ im Präsenzbereich stärker ist, hatte ich ja beschrieben. Der Grundton der Stimme liegt aber etwas tiefer. Für mich klingen Stimmen mit der XTZ nicht lauter, sondern verhaltener, Instrumente dagegen etwas lebendiger und eben präsenter. Warum? Keine Ahnung.
Ob die Wiedergabe der XTZ damit richtiger ist, weiß ich nicht, ich schrieb nur mein subjektives Empfinden und da ist jeder anders.


HannoverMan31 schrieb:
Was eure Räume daraus machen, weiß ich natürlich nicht.

Ich auch nicht, da ich nicht gemessen habe. Ich habe aber in zwei verschiedenen Räumen verglichen und der Höreindruck war im Vergleich der LS sehr ähnlich.
Eminenz
Inventar
#22 erstellt: 07. Okt 2016, 10:49
Das hätte man letztlich eher nachvollziehen können, wenn man beide Lautsprecher am Hörplatz gemessen hätte, mit der Voraussetzung, dass beide Lautsprecher auf der gleichen Stelle stehen.

F-Gang im Labor 1m vor dem Lautsprecher ist noch was anderes, als Messungen im Raum am Hörplatz.
JULOR
Inventar
#23 erstellt: 07. Okt 2016, 10:58
Zum Messen fehlt mir das Equipment. Nicht, dass es mich nicht interessiert oder ich das nicht hinbekäme, aber ich wollte jetzt nicht 100€ investieren, nur um mal eben eine Messung zu machen.
Lab-Power
Inventar
#24 erstellt: 07. Okt 2016, 11:16
Am Ende zählt ja eh nur das, was man hört. Ich finde es aber beruhigend zu wissen, dass man recht linear / natürlich abgestimmte Lautsprecher hat. Am Hörplatz interessiert ja nur die Raummessung und da können ja bekanntermaßen deutliche Unterschiede zu einer Nahfeldmessung Richtung Lautsprecher auftreten. Von daher alles halb so wild und wenig aussagekräftig, es bleibt, was am besten am Hörplatz im Raum gefällt, Frequenzverlauf hin oder her. Wenn mir persönlich was nicht passt, regel ich mit dem AVR nach (Extra Bass, Dialog Pegel, YPAO Volume, Enhancer, Bass, Treble usw..). Das sind ja auch alles Klangverfälscher, die aber dann hörtechnisch manchmal positiv wirken, obwohl dann der Frequenzverlauf teilweise komplett anders aussieht als vom Hersteller gewollt.


[Beitrag von Lab-Power am 07. Okt 2016, 11:17 bearbeitet]
MasterKenobi
Inventar
#25 erstellt: 07. Okt 2016, 18:51
Julor,

Hier deckt sich deine Erfahrung doch gut mit den Messungen. Du sagtest, bei der XTZ klingen auf jeden Fall die Instrumente präsenter als bei der Dynaudio. Warum fragtest du?

Nun, wie man sehen kann sind die wichtigen Bereiche für Stimme und Instrumente ( 1khz und der Präsenzbereich 2-4 khz) deutlich ausgewogener bei der XTZ. Die Dynaudio geht gerade zwischen 2-4 khz nochmal etwas leiser im Frequenzen Gang. Dort hat sie ihren tiefsten Einbruch zu allem anderen. Und gerade dieser Bereich entscheidet in der Praxis oft, ob ein Klangbild eher präsent und direkt kommt, Stimme und Instrumente deutlich zu hören sind oder eher alles weiter weg erklingt. Auch sanfter und räumlicher.

Dass du das also so empfindest, kann ich mir auch schon anhand der Messungen sehr gut vorstellen.

Und generell wird an den Messungen schon etwas dran sein. Wer zb die zahlreichen Klangbeschreibungen über die dynaudio kennt, sei es nun von Usern aus aller Welt oder Zeitschriften, der wird anhand diesen Beschreibungen eine gewisse Ähnlichkeit mit der hier verlinkten Messung der focus 140 erkennen. Bis auf die zu lauten Mitten, die bei der Focus gerne beschrieben werden, deckt sich diese Messung hier eigentlich mit dem ganzen Hören und Sagen der Leute über sie.


[Beitrag von MasterKenobi am 07. Okt 2016, 18:58 bearbeitet]
ATC
Inventar
#26 erstellt: 07. Okt 2016, 18:56
Wie schon mal gesagt, die Umstände der Messungen sind nicht vergleichbar,
nicht umsonst schreiben selbst die "Messer" auch noch von Artefakten der Messung,
also bitte etwas weniger Theoriegedösel
MasterKenobi
Inventar
#27 erstellt: 07. Okt 2016, 19:03
Ist ja nicht nur Theorie, wie Julors eigene Beschreibung über beide ja bestätigt, wenn man als Vergleich die hier verlinkten Messungen nimmt. Er beschreibt dies sogar bei zwei verschiedenen Räumen, wenn ich richtig gelesen hab.

Theorie beiseite: Julors Beschreibungen über die Präsenz und Lautheit von Instrumenten bei beiden, genau diese Erfahrung, deckt sich eigentlich hervorragend mit den Messungen.


[Beitrag von MasterKenobi am 07. Okt 2016, 19:08 bearbeitet]
ATC
Inventar
#28 erstellt: 07. Okt 2016, 19:07

HannoverMan31 (Beitrag #19) schrieb:
Wenn ich die beiden Messungen der XTZ und der Dynaudio Focus sehe, müssten die Klangeindrücke von euch eigentlich genau umgekehrt sein.
MasterKenobi
Inventar
#29 erstellt: 07. Okt 2016, 19:20
Man könnte es auch ganz kurz fassen. Theorie hin oder her.

Die Dynaudio 140 wird eigentlich immer als warm klingend, leicht soft, kräftig im Bass und gerne eher zurückhaltend beschrieben. Das ist keine Kritik, sondern gibt das wieder, was man eigentlich nur über sie liest.

Und genau darauf deutet auch diese Messung über sie hier hin. Unabhängig wie sie entstanden ist. Lediglich die leicht betonten Mitten decken sich nicht mit der Messung.

Wenn ich etwas über genau diese XTZ hier lese, dann decken sich die Beschreibungen exakt mit der hier verlinkten Messung.
Raumakustik dabei mal außen vor gelassen. Aber diese Messungen hier kann man dennoch als guten Vergleich nehmen, da einfach zu viel Ähnlichkeit mit dem, was gemessen wurde und dem, was die User tatsächlich so hören, besteht.
ingo74
Inventar
#30 erstellt: 07. Okt 2016, 19:20

ATC (Beitrag #26) schrieb:
Wie schon mal gesagt, die Umstände der Messungen sind nicht vergleichbar,
nicht umsonst schreiben selbst die "Messer" auch noch von Artefakten der Messung

Warum sollen die beiden Messungen nicht vergleichbar sein und welche "Artefakte" meinst du bei der Frequenzgangmessung der Focus 140 aus Stereophile und was bedeutet das für den F-Gang bzw dessen Messung..?
ATC
Inventar
#31 erstellt: 07. Okt 2016, 20:12
Warum die beiden Messungen nicht vergleichbar sind müsste doch einem Profi wie dir auffallen...
Zu den "Artefakten", siehe Link.

(Dein Spiel steht dir weiterhin gut )


HannoverMan31 (Beitrag #29) schrieb:
hin oder her.

Ja, einmal umgekehrt und einmal genau so wie gezeigt ...ja was denn jetzt.
ingo74
Inventar
#32 erstellt: 07. Okt 2016, 20:23
Danke für die Antwort, die zeigt, dass du Null Ahnung von dem hast, was ich dich gefragt habe, daher lass doch einfach die Diskussionen über etwas, was du nicht verstanden hast und nicht verstehst. So etwas verwirrt nur etwaige interessierte Leser. Die sollten sich lieber an das halten, was HannoverMan schreibt
ATC
Inventar
#33 erstellt: 07. Okt 2016, 20:31
Ach Ingo,
stell dich nicht dümmer als du bist,
das mit den unterschiedlichen Messungen hat hier jeder ausser dir verstanden.

An was sollen sich die Leser denn von HannoverMan halten,
an das Hüh oder Hott?

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