Audiotechnica R70X "Open Back"

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Schlappen.
Inventar
#1 erstellt: 22. Mai 2015, 23:06
Ziemlich heißes Eisen von AT, wie ich finde.
Und das Gewicht von nur 210 Gramm ist fast konkurrenzlos. Kenne außer dem Sony MA900 keinen anderen, so leichten Bügler. Design gefällt mir auch.
Klanglich soll das Teil sehr neutral spielen. Würde ich mir mal anhören wollen. Bislang fand ich die ATs, die ich gehört habe, zwar sehr spaßig, aber auch nicht wirklich "ehrlich".

https://www.youtube.com/watch?v=runFfU7rQvo
https://www.youtube.com/watch?v=frBOhMVa_C8

Hat jemand schon ausprobiert?
housemeister1970
Stammgast
#2 erstellt: 23. Mai 2015, 00:30
Oh, der ist mir auf der High-End gar nicht aufgefallen
Aber könnte in der Tat ein interessanter Hörer sein.
Hatte auf der Messe den ATH-AD 2000X aufm Kopf, ist ja zumindest konzeptionell her ähnlich aufgebaut, und der hat mir vom Tragekomfort sehr gut gefallen. War aber um die 1100 Euro für mich kein Thema......
Muss man sich echt mal anhören den "Kleinen"......
audiophilanthrop
Inventar
#3 erstellt: 23. Mai 2015, 18:33

Schlappen65 (Beitrag #1) schrieb:
Ziemlich heißes Eisen von AT, wie ich finde.
Und das Gewicht von nur 210 Gramm ist fast konkurrenzlos. Kenne außer dem Sony MA900 keinen anderen, so leichten Bügler.

HD590. Einer der Gründe, warum der immer noch einer meiner Standardhörer ist.

Muß man sich mal anhören. [3]

Die Kabelkonstruktion ist auch witzig. Und das Design ist nicht meilenweit von AD1000/2000 entfernt, die fand ich schon immer ziemlich sexy.

349 Flocken, geht ja fast noch, so im Vergleich zu den heute üblichen Mondpreisen.


[Beitrag von audiophilanthrop am 23. Mai 2015, 18:36 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#4 erstellt: 23. Mai 2015, 18:41
http://www.head-fi.o...h-review-impressions

und er zeichnet sich wohl auch dadurch aus, das er kein AT-Haussound hat.

Man sieht ihn im Bereich DT880, K70x

http://www.wirerealm...0x-headphones-review


[Beitrag von ZeeeM am 23. Mai 2015, 18:47 bearbeitet]
housemeister1970
Stammgast
#5 erstellt: 23. Mai 2015, 18:54
470 Ohm Impedanz

wie schwer ist der wohl anzutreiben?
Das Teil reizt mich gerade wirklich sehr
ZeeeM
Inventar
#6 erstellt: 23. Mai 2015, 19:32
Der Kopfhöreranschluss sollte halt etwas mehr Spannungshub bieten als ein portables Gerät.
Schlappen.
Inventar
#7 erstellt: 23. Mai 2015, 20:25

audiophilanthrop (Beitrag #3) schrieb:

HD590.

Der bringt aber satte 250 Gramm.
Außerdem finde ich den AT optisch weeesentlich reizvoller.

wie schwer ist der wohl anzutreiben?

Ich schätze, um einen kleinen pKHV kommste ned herum.


[Beitrag von Schlappen. am 23. Mai 2015, 20:28 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#8 erstellt: 24. Mai 2015, 21:14

Schlappen65 (Beitrag #7) schrieb:

audiophilanthrop (Beitrag #3) schrieb:
HD590.

Der bringt aber satte 250 Gramm.

Unsere Digital-Küchenwaage begs to differ. Meiner liegt da inkl. 3m-Kabel noch drunter. Ein Hauch von nichts halt. Das war m.E. der leichteste Fullsize-Hörer, den Sennheiser je rausgebracht hat.

Diese Serie war seinerzeit sehr auf Tragekomfort getrimmt, nur für große Köpfe reichte der Verstellbereich nicht ganz. Leider hatten die kleineren Modelle i.d.R. eine kräftige Badewannenabstimmung, was seinerzeit als gehöriger Rückschritt gegenüber den Modellen aus der alten HD5x5-Serie gesehen wurde, zumal die Preise nicht ohne waren. Auch der HD590 - mit deutlich gemäßigterer Abstimmung - durfte sich preislich mit dem HD580 auseinandersetzen, und da zieht er insgesamt doch etwas den kürzeren, zumal er deutlich impedanzkritischer ist (47 Ohm ist IMO schon zuviel, 22 auch noch - er hat ja real auch nur 100 Ohm, Maximum bei ~195 Ohm).

Schlappen65 (Beitrag #7) schrieb:
Außerdem finde ich den AT optisch weeesentlich reizvoller. :prost

Wobei jetzt auch mein oller Bioniker (das war die Serie im "bionischen Design") nicht gänzlich unattraktiv ist. Aber ja, das Design des R70X ist angenehm unaufgeregt. "Professional" eben.

Schlappen65 (Beitrag #7) schrieb:

wie schwer ist der wohl anzutreiben?

Ich schätze, um einen kleinen pKHV kommste ned herum.

Der Auspegelung mit Rosa Rauschen im verlinkten Thread nach sind wir da bei der Empfindlichkeit in der Größenordnung HD800, das geht eigentlich. Wer bisher noch nie Probleme hatte, einen HD600, DT880 o.ä. laut genug zu bekommen, dem sollte es auch am R70X reichen. Die von AT haben sich die Konkurrenz schon ziemlich genau angesehen, würde ich meinen.


[Beitrag von audiophilanthrop am 24. Mai 2015, 21:32 bearbeitet]
MacFrank
Inventar
#9 erstellt: 25. Mai 2015, 00:19
Die Aussage, dass es bisher keine offenen Hörer in der professional line gab, finde ich etwas eigenartig - die AD Reihe (zumindest die größeren Modelle) wurden mE sehr wohl als solche positioniert.

edit:
https://www.youtube.com/watch?v=ZSnjc3ZIpko

Dafür ist der Sprech bzgl. neuer Kopfgrößen-Kompatibilität nicht uninteressant!


[Beitrag von MacFrank am 25. Mai 2015, 00:23 bearbeitet]
Schlappen.
Inventar
#10 erstellt: 25. Mai 2015, 10:25

MacFrank (Beitrag #9) schrieb:
Dafür ist der Sprech bzgl. neuer Kopfgrößen-Kompatibilität nicht uninteressant!

Na hoffentlich ist der auch für große Köpfe geeignet. Den Bügel selbst kann man ja scheinbar nicht verstellen, und wenn die "Wings" erstmal am Bügel anschlagen, ist sowieso Feierabend....
MacFrank
Inventar
#11 erstellt: 25. Mai 2015, 11:22
Hattest du schonmal einen AD2000X auf, Schlappen? Ich hab bei Gott nicht die kleinste Murmel, aber das Ding sitzt - wenn ich ihn gerade aufhabe, zumindest - schon stark auf meinen Kieferknochen (sprich: untere Polsterkante) auf. Ein verkürztes Kopfband, damit mal ein gleichmäßiger Seal zustande kommt, wäre schon echt erstrebenswert.
Schlappen.
Inventar
#12 erstellt: 25. Mai 2015, 11:42
Ja, ich kenne das Problem vom W1000X. Der rutschte auch immer tiefer, als er sollte, aber das lag eher daran, dass die "Wings" nicht genügend Federkraft hatten, um den Hörer in Position zu halten. Ich finde das auch generell schwierig, sowas zu konstruieren. Haben die Wings zuviel Federkraft, bleibt der Hörer höher, als er soll und haben sie zuwenig Federkraft, rutscht er zu tief.
Wie gesagt, das hat dann meiner Meinung nach weniger etwas mit der Länge des Kopfbügels zu tun.
Dieser sollte aber dennoch so lang sein, dass, selbst wenn die Wings am Bügel anstoßen, noch große Kopfe da drunter passen und ich hoffe, das ist beim R70X der Fall.
MacFrank
Inventar
#13 erstellt: 25. Mai 2015, 11:45
Ach, das ist interessant - ich hätte bisher noch garnicht auf die Wings geachtet, weil ich subjektiv einen "zu schmalen" (nicht zu kleinen) Kopf für den vertikalen Auflagewinkel der Hörmuscheln habe (habe W1000X und AD2000X, beim AD fällt es stärker auf). Anders gesagt: Klassisches Problem, wie ich es auch beim W5000 schon hatte: An den Schläfen liegt der Hörer einfach nicht richtig auf, weil er zu "breit" ist.

Aber einfach mal abwarten. Mit der Hoffnung bist du jedenfalls nicht allein, ich bin jedenfalls schon halbwegs gespannt aufd en R70X!
ZeeeM
Inventar
#14 erstellt: 25. Mai 2015, 11:47
Rein vom Tragen her ist sowas wie der Staxbügel wo ein Stoffstück flach auf dem Schädel liegt schon recht gut.
MacFrank
Inventar
#15 erstellt: 25. Mai 2015, 11:49
Absolut, da gebe ich dir Recht. Wobei ich die Wings als Lösung schon auch sehr gelungen finde, wenngleich eben die richtige Positionsfindung durch ständiges Nachstellen der Wings etwas umständlicher ist.
Schlappen.
Inventar
#16 erstellt: 25. Mai 2015, 12:17

MacFrank (Beitrag #13) schrieb:
Ach, das ist interessant - ich hätte bisher noch garnicht auf die Wings geachtet, weil ich subjektiv einen "zu schmalen" (nicht zu kleinen) Kopf für den vertikalen Auflagewinkel der Hörmuscheln habe (habe W1000X und AD2000X, beim AD fällt es stärker auf). Anders gesagt: Klassisches Problem, wie ich es auch beim W5000 schon hatte: An den Schläfen liegt der Hörer einfach nicht richtig auf, weil er zu "breit" ist.

Ach, jetzt weiß ich, was Du meinst. Die Ohrpolster stehen nicht genau parallel zu einander, wenn Du ihn auf dem Kopf hast, bzw. der Anpressdruck ist oben an den Ohren anders, als unten, richtig?
Dieses Problem wurde auch schon öfter angesprochen, wenn ich mich richtig erinnere, d.h. der Kopfbügel wurde von einigen derart zurechtgebogen, dass er nicht mehr halbrund, sondern ei-förmig aussah, was dann die ganze Konstruktion "schmaler" gemacht hat. Auch Tyll hat das mal in einem Video gezeigt.
Hier spricht er auch darüber...
https://www.youtube.com/watch?v=5ACScGFWtjQ


[Beitrag von Schlappen. am 25. Mai 2015, 12:19 bearbeitet]
MacFrank
Inventar
#17 erstellt: 25. Mai 2015, 15:02
@Schlappen:
Jep, jetzt sind wir auf einer Linie. Ich hab' das vor vielen Jahren beim W5000 auch gemacht, hat auch tatsächlich geholfen, beim AD2000X stört es mich aber nicht so, durch sein geringeres Gewicht.
audiophilanthrop
Inventar
#18 erstellt: 17. Jun 2015, 23:26
So, er ist da. In einem akuten Anfall von SCNR habe ich tatsächlich den AT geordert. Der erste neue Hörer seit 8 oder 9 Jahren.

Die Verpackung ist an sich nicht schlecht, Tasche und Kabel verstecken sich aber in so einer nicht ganz trivial zu öffnenden Pappfaltgeschichte.

Die Materialien machen einen hochwertigen, robusten Eindruck. Bügel und Gitter sind aus Metall. Das Gitter ist am Rand umgebogen und dadurch wortwörtlich "rough around the edges", das ist etwas unschön. Das Kabel erinnert an eine ca. 50% dickere und folglich auch etwas steifere Ausführung des HD580-Kabels, geht in Ordnung.

Hörer sitzt gut, aber ganz schön knackig. Etwas biegetechnische Überredungskunst beim Bügel hilft aber. Meine nicht gänzlich mikroskopischen Ohren gehen ganz rein, viel Luft ist aber nicht mehr. OK, ist es ein jungfräulicher Hörer, den darf man nicht mit ausgelutschten vergleichen, meine gut eingetragenen HD580 und HD590 sind aber subjektiv deutlich bequemer, ein noch brauchbares Kopfpolster vorausgesetzt.

Spielt nicht leiser als mein HD580 an der (niederohmigen) KH-Buchse vom E6520, eher sogar etwas lauter. (Der olle Beethoven - 5+7/Kleiber - in gehobener Lautstärke verlangt schon nach -7,2 dB alias "64%", aber ich habe auch -3,2 dB Pre-Gain drin bei -3,1 dB Album Gain, da wäre also zur Not noch was machbar.) Untenrum bietet er deutlich mehr. Setze ich danach den Sennheiser auf, klingt der deutlich schlanker und etwas nasal (das ist wohl die leichte Anhebung bei etwas unter 3 kHz). Im Grundton dickt mir der AT bald einen Tick zu sehr auf - das ist aber auch bis dato so ziemlich das einzig Negative, was ich zum Klang sagen kann. Sonst ist das eine ziemlich runde Sache mit Allesfresser-Qualitäten (und das ist ja das, was ich brauche). Den Vergleich zum HD650 (Jg. 2006) habe ich leider nicht mehr, da längst verkauft, aber so sehr geflasht hat der mich damals ja nicht.

Hintenrum akustisch ziemlich offen, und die Hände hält man von der Rückseite besser fern, sonst bekommt er hörbar eine nasale Note.

Impedanz stimmt, das Multimeter attestiert 463 / 478 Ohm Gleichstromwiderstand. Die Küchenwaage sagt 206 g der Hörer und 67 g das Kabel. (Zum Vergleich der HD590: 212 g + 32 g.) Den Aufschraubadapter für 6,3 mm habe ich nicht mitgewogen.

Der Tragebeutel aus einem schwarzen samtigen Velours tut zwar grundsätzlich seinen Job, ist aber nicht gerade die praktischste Transporthilfe.

Noch Fragen, Kienzle?


[Beitrag von audiophilanthrop am 17. Jun 2015, 23:42 bearbeitet]
streifenkauz
Inventar
#19 erstellt: 17. Jun 2015, 23:59
Glückwunsch.
Wurde ich auch gerne mal aufsetzen, dass der R70X doch schon über einen gewissen Anpressdruck verfügt ist mir gleich aufgefallen.
Desweiteren beträgt der Innendurchmesser der Polster angeblich lediglich 5cm. Muss man ausprobieren.


[Beitrag von streifenkauz am 17. Jun 2015, 23:59 bearbeitet]
Schlappen.
Inventar
#20 erstellt: 18. Jun 2015, 10:42
Danke für die Eindrücke.
"Knackig" heißt, der Anpressdruck an den Ohren ist hoch..?
Hast Du mal einen Vergleich zum HD600..? Müsste doch in etwa in die gleiche Richtung gehen, oder?

Es heißt ja, der R70X wäre nix für große Wasserköpfe.. wieviel Luft ist denn da noch zwischen den Wings und dem Kopfbügel?
kopflastig
Inventar
#21 erstellt: 18. Jun 2015, 11:57
@audiophilantrop
Danke für deine Eindrücke. Bestätigt leider meine Erwartung, dass ich mir den mal anschauen und anhören muss.


audiophilanthrop (Beitrag #18) schrieb:
Noch Fragen, Kienzle?

Ja: Was hat der R70x an sich, dass ausgerechnet er dich nach jahrelanger Abstinenz zum Kauf verleitet hat?
audiophilanthrop
Inventar
#22 erstellt: 21. Jun 2015, 02:05
Entschuldigt, wenn ich jetzt erst wieder reinschneie. Hatte noch ein Kolorimeter in Betrieb zu nehmen (jetzt habe ich ein leidlich farbkalibriertes Notebookdisplay - wenn man genau senkrecht draufguckt... ist halt ein T(augt)N(ix)-Panel, wobei dieses schon zu den besseren seiner Art zählt) und nebenbei was gegen mein Geld zu tun, und standesgemäß eingespielt werden wollte der AT ja auch.

Erst nochmal zum Klangeindruck: Der rangiert von "boah, geil" im Bestfall bis zu "etwas belegt mit zischeligen Höhen", wenn es mal schlecht läuft. Ich schätze, obenrum geht es erst etwas abwärts, um dann aber bei 8-9 kHz wieder eine Schippe draufzulegen. Deswegen geht der auch ganz gut für Klassik. Höhen sind erwartungsgemäß etwas positionsabhängig, sonst tut sich da aber nicht viel.

Mag er weniger: Veronica Maggio "Välkommen in" (andere Tracks vom gleichen Album sind dagegen eher unauffällig), tricot - THE
Liegt ihm besonders: Gute Live-Studioaufnahmen (von den üblichen online vertretenen Radiostationen). Da kann er mal zeigen, was ein gutes Mic ist.

In Summe vielleicht nicht so sehr das knallharte Monitoring-Tool wie vielmehr gutes Home-HiFi. Beim soundtechnisch gern gescholtenen Album "Hunkpapa" der Throwing Muses zeigt er zwar deutlich den etwas bissigen Höhenbereich, läßt aber gleichzeitig Gnade walten, indem er dem Grundton hinreichenden Nachdruck verleiht. (Ich schätze, das wurde seinerzeit auf recht amerikanisch klingenden Lautsprechern abgemischt, die im Grundton großzügig, im Höhenbereich aber eher knauserig sind.)

Der Tragekomfort hat sich inzwischen etwas verbessert, habe nochmal etwas gebogen (Richtung eiförmig) und die Polster sind inzwischen weicher geworden. Sind sozusagen Phatpads ab Werk, deren Innendurchmesser sich nach hinten deutlich weitet (dreieckiger Querschnitt), dadurch kommen auch größere Lauschlappen unter. (Beim ersten Aufsetzen fühlte ich mich etwas an meinen mit Zeitungspapier zur Unterfütterung der Polster gemoddeten Creative HQ1300 erinnert.) Anpreßdruck ist jetzt OK. Ob man als Brillenträger so begeistert sein wird, halte ich immer noch für etwas fraglich, mit "Weitblick" beschweren sich die Ohren noch etwas schneller. (Rechts geht's eigentlich, links drückt es ganz oben etwas.) Da bieten die Hersteller schon jahrzehntelang runde Hörer an, und Homo sapiens hat sich immer noch nicht daran angepaßt - Sauerei auch.

Schlappen65 (Beitrag #20) schrieb:
Hast Du mal einen Vergleich zum HD600..? Müsste doch in etwa in die gleiche Richtung gehen, oder?

Meinst du jetzt klanglich oder komforttechnisch? Ein HD580 ist ja 95% eines HD600, und dazu hatte ich ja schon was geschrieben. (Man beachte, daß HD600 und 650 eine Zeitlang wohl mal deutlich bassiger waren als sie eigentlich sein sollten. Ich vermute, mein HD650 seinerzeit gehörte evtl. dazu.) Ein "richtig" klingender HD600 wäre also untenrum merklich schlanker.

Die Badewannentendenz ist IMO etwas ausgeprägter als beim (niederohmig betriebenen) HD590. Der hat aber immer einen ziemlich "soften" Tiefton (da geht es wohl relativ schnell abwärts), während der AT diesem ähnlich "erwachsen" Nachdruck zu verschaffen versteht wie der HD580.

Daß AT grundsätzlich technisch gute Hörer bauen kann, war ja eigentlich lange klar. Aber irgendwie war gerade bei den Offenen nie so der richtig große Wurf dabei, der ein Renner hätte werden können. Die Abstimmung der ATH-ADxxx war einfach zu oldschool, evtl. hat man sich dabei an den alten HD5x5 orientiert (Tyll hat übrigens Messungen vom HD565 oben, ebenso wie HD414 und HD424 und K240M/DF - der olle K240M war ja gar nicht mal schlecht seinerzeit). Der R70x ist wohl mehr die Richtung Fidelio X1/X2 oder HD650, und dabei nicht anspruchsvoller als der letztere. (Ein K612 sieht ja meßtechnisch auch richtig gut aus, vom 2-kHz-Peak vielleicht mal abgesehen, verlangt der Quelle bei 120 Ohm und 101 dB/V bzw. 90 dB/mW aber ein Mehrfaches an Strom ab.) Wenn sich der Preis langfristig bei unter 300 einpendelt, dann ist das auf jeden Fall ein interessanter Hörer.

Komforttechnisch sind die Sennheiser-Modelle derzeit noch klar vorn. Wobei ich seinerzeit beim HD650 auch über den Anpreßdruck gejammert habe. Und mein HD580 hat ein extrabreites Eigenbau-Kopfbügelpolster.

Schlappen65 (Beitrag #20) schrieb:
Es heißt ja, der R70X wäre nix für große Wasserköpfe.. wieviel Luft ist denn da noch zwischen den Wings und dem Kopfbügel?

So 'n Zentimeter. Kann mit Hutgröße 56 aber noch keine Riesenrübe vorweisen.

kopflastig (Beitrag #21) schrieb:
Was hat der R70x an sich, dass ausgerechnet er dich nach jahrelanger Abstinenz zum Kauf verleitet hat?

Da wären das zeitlose No-Nonsense-Design (ich stehe auch sonst eindeutig auf Business-Hardware), das geringe Gewicht (>400 g auf dem Kopf muß ich nun wirklich nicht haben), der Hipster-Instinkt ;), eine nicht zu extreme Preislage (mehr als ein HD650 muß ein "normaler" Kopfhörer IMHO wirklich nicht kosten) und der passende Kontostand. Außerdem waren weder HD650 noch Beyerhöhen so ganz meins, und auch als alter Sennheiser-Fanboy konnte ich mich weder für HD800 (mal mindestens nicht meine Preislage und dann auch nicht einmal besonders haltbar) noch HD700 (die Abstimmung) so richtig begeistern. Und Philips (traditionell keine Verschleißteile, also reiner "consumer crap") - nee laß mal. AT tickt als klassische "tech-driven company" ein bißchen so wie Sennheiser früher, und daß sie grundsätzlich gute Treiber herstellen können, wußte ich ja. Auch sollte die Abstimmung ja deutlich verändert sein (einen der klassischen hellen ATs hätte ich mir wohl nicht gekauft). Daß sie gleich in die Badewanne hopsen, nun ja - massenkompatibel ist das Ergebnis aber.


[Beitrag von audiophilanthrop am 21. Jun 2015, 02:14 bearbeitet]
Schlappen.
Inventar
#23 erstellt: 21. Jun 2015, 10:10
Ganz excellenter Beitrag. Herzlichen Dank.
caipirina
Stammgast
#24 erstellt: 21. Jun 2015, 11:41
Mal auf meine Japan shopping liste setzen .. oder da erstmal anhoeren
audiophilanthrop
Inventar
#25 erstellt: 21. Jun 2015, 19:09
Mal eben Bertie Blackmans The Dash aufgelegt und von meinen Tascam VL-X5 auf den AT umgeschaltet: Erheblich mehr Baß, klar, und Stimme klingt etwas gedämpfter (aber nicht grundsätzlich anders). Oberer Hochtonbereich etwa gleich, würde ich sagen.

Dann will ich mal als nächstes an die Testtöne... Bis etwa 40 Hz macht er gut mit, darunter geht's dann schnell abwärts. Vergleichbar oder etwas besser als HD580. Der HD590 kommt grundsätzlich ähnlich weit runter wie der HD580, ihm fehlt aber schon bei 60-70 Hz irgendwie etwas der "Punch". Holla, der AT haut ja im Bereich 40-80 Hz nochmal richtig rein. Damit würde ich sagen, der AT ist in Sachen Tiefbaß die klare Nummer 1. Gut, meine Vergleichshörer sind auch nicht mehr ganz Stand der Technik und mit etwas kleineren Treibern dazu (40 mm statt 45 mm). Interessant wäre hier mal der Vergleich zur aktuellen Konkurrenz der 300€-Klasse.
audiophilanthrop
Inventar
#26 erstellt: 22. Jun 2015, 16:05
Mal Wir sind Helden - Die Reklamation aufgelegt. Der R70x ist schon ziemlich gnädig, wenn er einem nicht mal diese ziemlich kaputtgemasterte Scheibe um die Ohren haut, und mir ist nichts aufgefallen.

Aber Chiara klingt teils immer noch ziemlich kaputt (geclippte Vocals) - da bin ich ja beruhigt.
gua*
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 13. Jul 2015, 10:27
Würde man den r70x mit den "Big Three" vergleichem, an welchen orientiert er sich am ehesten? Rentiert sich der Aufpreis zu nem 701er oder 880er?

lg
Schlappen.
Inventar
#28 erstellt: 13. Jul 2015, 11:25

gua* (Beitrag #27) schrieb:
Würde man den r70x mit den "Big Three" vergleichem, an welchen orientiert er sich am ehesten?

Am HD600.
audiophilanthrop
Inventar
#29 erstellt: 13. Jul 2015, 23:00
Eher doch HD650, der ist schon ziemlich "fett". Und obenrum halt etwas mehr. Badewannig durchaus, aber keine Hardcore-Badewanne wie ein DT990.

Sowohl ein K701 als auch ein DT880 wären klanglich deutlich heller, behaupte ich mal. K712 Pro wahrscheinlich immer noch. Wird letztlich eine Geschmacksfrage sein.

Meinen R70x habe ich übrigens wieder in der OVP verstaut, der Tragekomfort hat mich auf Dauer zu sehr genervt. Ca. 6,3 mm Lauschlappen-Höhe (abstehend ca. 2 cm) sind wohl einen Hauch zuviel, auf der anderen Seite mit vielleicht 5 mm weniger war es schon deutlich weniger kritisch. Schade.
Schlappen.
Inventar
#30 erstellt: 13. Jul 2015, 23:31
Aaaargh, ihr Lümmel, ihr habt es geschafft, Ich musste mir jetzt auch einen R70X bestellen.

audiophilanthrop (Beitrag #29) schrieb:
Ca. 6,3 mm Lauschlappen-Höhe (abstehend ca. 2 cm) sind wohl einen Hauch zuviel, auf der anderen Seite mit vielleicht 5 mm weniger war es schon deutlich weniger kritisch. Schade.

Das verstehe ich nicht, was heißt das auf Deutsch? Ohrpolster-Innenraum zu klein?


[Beitrag von Schlappen. am 13. Jul 2015, 23:32 bearbeitet]
streifenkauz
Inventar
#31 erstellt: 14. Jul 2015, 00:00
#19
Desweiteren beträgt der Innendurchmesser der Polster angeblich lediglich 5cm. Muss man ausprobieren.

scnr
audiophilanthrop
Inventar
#32 erstellt: 15. Jul 2015, 00:52
Wie gesagt, es sind 5 cm, wobei sich die Polster nach hinten zu weiten - deswegen geht da auch noch mehr, aber eben nicht beliebig viel / beliebig komfortabel.

Deutlich komfortabler als der olle HQ-1300 mit Eigenbau-Zeitungspapier-Unterfütterung ist er natürlich schon, das billige Vollplastikteil war ja förchterlich (recht schwer, knarzig, Mikrofonie). Aber "ein Hauch von nichts" ist eben nochmal was anderes, und da liegen meine altbewährten Sennis. Die kann ich problemlos stundenlang tragen.
Schlappen.
Inventar
#33 erstellt: 15. Jul 2015, 01:38

audiophilanthrop (Beitrag #32) schrieb:
Aber "ein Hauch von nichts" ist eben nochmal was anderes, und da liegen meine altbewährten Sennis. Die kann ich problemlos stundenlang tragen.

Na, da bin ich ja mal gespannt, ich krieg den R70X ja auch morgen. Hoffentlich passt der überhaupt auf meine riesige Birne.
Zur Zeit hab ich übrigens auch einen Senni HD580 Jubilee hier und der hat überhaupt nix mehr von Schraubzwinge, ganz im Gegenteil, der sitzt herrlich locker auf der Rübe. Ob der wohl vom Vorbesitzer so gedehnt wurde, oder hatte der Jubilee ohnehin weniger Anpressdruck, als die neuen HD600/650...?
Schlappen.
Inventar
#34 erstellt: 15. Jul 2015, 12:49
So, ich habe gerade den R70X auf dem Kopf und meiner erster Eindruck: WOW !!
Da hat AT mal einen richtig, richtig guten, relativ neutral und vollkommen harmonisch klingenden Kopfhörer gebaut.

Tragekomfort: Bei meiner großen Rübe stoßen die Wings schon von unten am Kopfband an, aber etwas Luft nach oben ist noch.
Gibt nichts zu meckern, auch nicht über die Größe der Ohrpolster.

Sehr, sehr schöner Bass, voller, aber nicht aufgedickter Grundton, tolle, unaufdringliche und natürliche Mitten, smoothe Höhen, so mag ich das.
Im Vergleich zum HD650 (aus der Erinnerung) sind die Mitten etwas weniger verhangen.
Auch Sibilanten-Zischeln gibt's nicht. Das war beim HD600 schon öfter mal an der Grenze.

Das Ding macht einfach alles richtig, zumindest für den ersten Eindruck.
Bass und Grundton sind etwas angehoben, das stimmt schon (im Vergleich zum HD600), aber angehobene Höhen kann ich für mich nicht ausmachen.

Toller Kopfhörer. Der könnte meinem X1 in der Tat das Leben schwer machen (weil er einfach noch natürlicher klingt)


P.S: Auch bei "schwierigen" Passagen kennt das Ding kein "Plärren" (in den oberen Mitten). Das hab ich vom HD600 ganz anders in Erinnerung.


[Beitrag von Schlappen. am 15. Jul 2015, 12:53 bearbeitet]
littlered
Hat sich gelöscht
#35 erstellt: 15. Jul 2015, 13:39
Sind die Höhen genauso dezent wie beim HD650 oder ist da mehr vorhanden?
liesbeth
Inventar
#36 erstellt: 15. Jul 2015, 13:43
Na komm Schlappen, wie schlägt er sich im Vergleich zu deiner Referenz dem LCD 2?
Schlappen.
Inventar
#37 erstellt: 15. Jul 2015, 13:54
Ihn mit dem LCD zu vergleichen, wäre unfair, Christoph.
Ich kann aber nicht sagen, dass der AT weniger Spass macht. Da sind schon ein paar Dinge, die für den AT sprechen. Gewicht, Tragekomfort, usw.
Der Audeze klingt "spektakulärer", keine Frage.

Hmm, die Höhen kann ich schlecht beurteilen. Sie sind einfach da und klingen natürlich.. nicht aufgesetzt oder gar zurückgesetzt.
Beim HD650 hatte ich immer das Gefühl, da würde was bei den Höhen fehlen.
Ich würde gern mal ne Messung vom AT sehen. Wie gesagt, der kennt weder Zischeln noch Plärren, da haben die AT-Leute bei der Abstimmung wirklich gute Arbeit geleistet.

Wie gesagt, ich kann klanglich keine Schwächen ausmachen.
Allerdings sollte man kein Bass-Verweigerer sein, der ist schon nicht von schlechten Eltern. Ähnlich dem HD650, aber präziser.

btw. das mit dem Tragekomfort muss ich aber noch bissl beobachten. Links am Ohr drückt es - jetzt nach 1 Stunde - schon etwas aufs Außenohr.
Das ist wohl die Naht, die etwas drückt, da die Polster von innen Pleather haben.


[Beitrag von Schlappen. am 15. Jul 2015, 14:02 bearbeitet]
Schlappen.
Inventar
#38 erstellt: 15. Jul 2015, 14:14
Meine Fresse, das Ding kennt ja überhaupt keinen Klirr, den kann man aufdrehen bis Ohren bluten, aber er bleibt dennoch sauber.
Feines, kleines Schätzken.
gua*
Ist häufiger hier
#39 erstellt: 15. Jul 2015, 14:26
gut, dass ich den Thread ausgegraben hab
audiophilanthrop
Inventar
#40 erstellt: 15. Jul 2015, 21:37
Da sind wir uns ja insgesamt ziemlich einig. Mir fehlte seinerzeit beim HD650 obenrum auch ein bißchen was (am HD580 vorbeiziehen konnte er erst deutlich oberhalb von 10 kHz). Groß pegeltechnisch gequält habe ich den AT nicht, dazu müßte ich auch erstmal beim E11 den Ökomodus wieder rausnehmen.

Bis 1-200 Hz runter sollten aber auch die Sennis viel mitmachen, die sind immer noch ziemlich gut (keine Klirrpeaks im Mittenbereich und so Zeug, was man in der Form längst nicht bei jedem Hörer sieht). Die Treiber der ATs sind aber mit 45 statt 40 mm etwas größer, wobei das den älteren ATH-ADs mit 53 mm aber auch nicht zu besserer Pegelfestigkeit im Tiefton verholfen hat, ganz im Gegenteil (erst der aktuelle AD2000X zeigt, was in der Größe so geht, und spielt damit bei der Dynamikern ganz vorne mit - zumindest in dieser Disziplin, die völlig unterbedämpfte Abstimmung würde ich dagegen als reichlich anachronistisch betrachten).

Daß ein "gut eingetragener" HD580/600 ziemlich lose sitzt, ist normal. Deswegen haben die ja damals beim HD650 extra das Metall verstärkt... was mir dann prompt im Quasi-Neuzustand etwas "too much" war (Nenn-Anpreßdruck 3,4 N statt 2,5 N).
Schlappen.
Inventar
#41 erstellt: 15. Jul 2015, 22:03
Audiophilantrop, aber Du hast schon recht, die Größe der Ohrpolster ist irgendwie nix halbes und nix ganzes. So eine Mischung aus On-Ear und Over-Ear, was sich daran bemerkbar macht, dass die Polster immer etwas auf den äußeren Rand des Ohrs drücken.
Wie du schon sagtest, 5 mm mehr Innendurchmesser, und wir wären im Bereich der Beyer-Pads, und alles wäre ok.
Ist zwar nicht gerade schmerzhaft, aber stört schon ein bisschen.

Klanglich ist das Ding nach wie vor eine Wucht. Habe selten so einen völlig entspannten, stressfreien und natürlich klingenden Hörer in dieser Preisklasse gehört. Auch der Tiefbass ist für solch einen offenen Hörer vorbildlich.
Aber das mit dem Tragekomfort.... hmm. Irgendwie mag ich ja doch etwas größere Polster.

btw. wo Du den Mittenbereich bei den Sennis ansprichst. Der HD600 (neueren Datums) hat mir im Bereich zwischen 3 und 4 kHz (ok., das sind schon die Höhen) etwas zu viel Pegel. Dort hat er einen kleinen Peak, was ihn bei manchen Stücken etwas "schreien" lässt. Ich bin in diesem FG-Bereich aber auch sehr empfindlich.


[Beitrag von Schlappen. am 15. Jul 2015, 22:09 bearbeitet]
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