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Seit wann gibt es eigentlich Voodoo bei HiFi ?

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Autor
Beitrag
Hörbert
Moderator
#1 erstellt: 16. Mrz 2010, 14:02
Hallo!

Eigentlich war ich ja immer der Meinung das die "Voodooisierung" des HiFi in den 80ger Jahren mit aufkommen der "High-End" Bewegung begonnen hätte.

Nun habe ich in einem Buch über HiFi von 1967 ( Sterero und HiFi. Das Erlebniss des dredimensonalen Klanges. Autor: Curt Menke) auf Seite 74 folgendes Entdeckt.


Zitat:

Leider gibt es auf kaum einen vergleichbaren Gebiet eine solche Mischung von Glauben und Aberglauben wie in der HiFi-Stererophonie.Hoffentlich fallen nicht auch Sie in die Hände jenes Fachhändlers der seine Kunden in langen Monologen zu überzeugen sucht, daß überhaupt nur Lautsprechermembran aus afrikanischem Steppengras entfernte Aussichten haben jemals HiFi-Qualität zu vermitteln. Oder jenes Fachhändlers, der in vertraulicher direkter Korrespondenz mit einem maßgeblichen Hersteller von Transistoren erfahren haben will, daß man zukünftig wieder auf Röhren übergehen wird, weil bei Transistoren ein völlig neuartiger und ungeklärter Klirrfaktor entstehe. Diese "vertrauliche" Information gibt er aber fleißig an jeden Kunden weiter.



MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 17. Mrz 2010, 09:24 bearbeitet]
Hüb'
Inventar
#2 erstellt: 16. Mrz 2010, 18:00
Huch!

Das dürften damals aber noch bedauerliche Einzelfälle gewesen sein.

Das flächendeckende Nepper-Sschlepper-Bauernfängertum mit dem grenzdebilen Schlachtruf "alles Klingt!" hat in der Hifi-Branche meiner Erinnerung nach erst Ende der 80er / Anfang der 90er eingesetzt.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 16. Mrz 2010, 18:00 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#3 erstellt: 16. Mrz 2010, 20:51
Hallo!

Ja klar, damals war ein Voodoo-Mann wohl ebenso eine Einzelfigur wie heute einer aus dem tapferen Häufchen der Händler die sich weigern den lukrativen Unfug mitzumachen und Tinneff zu verkaufen.

Allerdings finde ich es Lustig zu sehen das der Autor es für notwendig befunden hat vor diesen Praktiken zu warnen. Was der wohl sagen würde könnte er von seinem damaligen Standpunkt aus einen Blick auf die heutige Szene werfen.

MFG Günther
FoxSpirit
Stammgast
#4 erstellt: 17. Mrz 2010, 00:42
Na ja, mit den Transistoren hat er sogar recht. Wobei ungeklärt es wohl nicht ganz trifft, Röhren klirren einfach auf eine Art und Weise die das Ohr als wärmer empfindet. Und ich nehm mal an die ersten Transistoren haben noch deutlich stärker geklirrt und das es deshalb ein echtes Thema war.
So mal als Überlegung.
_ES_
Administrator
#5 erstellt: 17. Mrz 2010, 01:36

Und ich nehm mal an die ersten Transistoren haben noch deutlich stärker geklirrt und das es deshalb ein echtes Thema war.


Wenn, eher die Schaltung an sich.

Gerade so wie auch bei den Röhren.

hf500
Moderator
#6 erstellt: 17. Mrz 2010, 01:47
Moin,
staerker geklirrt haben die ersten Transistoren auch nicht als heutige.
Sie hatten ein anderes Problem, sie waren nicht breitbandig genug. Besonders Endtransistoren hatten Probleme, ueberhaupt in de Gegend von 20kHz zu kommen.
Also hat man sie gezwungen, die Gegenkopplung macht es moeglich. Das Resultat waren dann Verzerrungen.
Ein gutes Beispiel liefert der Grundig SV50 (1963), man sehe sich seinen Klirrfaktor bei 15kHz an.
(Man musste das schnell messen, manch eine Endstufe ueberlebte die Klirrmessung bei hohen Frequenzen nicht...)

1967 standen aber schon Transistoren zur Verfuegung, die alle Ansprueche an die Bandbreite erfuellten. Der SV50 war ein ganz frueher Vertreter der "neuen Technik", er war der erste deutsche Grosserien-Transistorstereovollverstaerker groesserer Leistung (2x 20/25W).

73
Peter
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 17. Mrz 2010, 02:51
Hallo!

1967 gab es m.W. schon die 2N3055 und MJ2955 Komplementärtypen und erste Endstufen mit Symmetrischer Stromversorgung bei denen der Ausgangselko weggfallen konnte.

Zwar waren Otalas grundlegende Arbeiten über TIM-Verzerrungen noch nicht erschienen aber es gab auch damals schon einige recht ordentliche Geräte mit Leistungen bis zu 40-60 Watt Sinus an vier Ohm.

MFG Günther
_ES_
Administrator
#8 erstellt: 17. Mrz 2010, 03:06
Eins noch:

Ist es nicht merkwürdig ?

Gerade in Verbindung mit Röhrenamps werden gerne Hörner als selig machend genannt.
Obwohl die mit ihren vielfach besseren Wirkungsgrad selbige kaum zum Klirren bringen...


[Beitrag von _ES_ am 17. Mrz 2010, 03:06 bearbeitet]
Boettgenstone
Inventar
#9 erstellt: 17. Mrz 2010, 09:38
Morgen,
irgendwie muss man ja über Zimmerlautstärke kommen.
hf500
Moderator
#10 erstellt: 17. Mrz 2010, 18:49
@Hoerbert

Moin,
schon der SV50 hatte eine quasikomplementaere Endstufe ohne Auskoppelelko und mit symmetrischer Stromversorgung (+-17V).
Das Problem mit der phasenrichtigen Ansteuerung loeste ein gleichstromfrei an die Treiberstufe angekoppelter Treiberuebertrager, dessen Frequenzgang besser als der der Endstufe war.

73
Peter
cr
Moderator
#11 erstellt: 20. Mrz 2010, 15:00
Nach meiner Erinnerung begann der Kabel-Hokuspokus mit der Kontroverse Karl Breh (Chefredakteuer der HiFi-Stereophonie) gegen stereoplay 1981 (+/- 1 Jahr) bzw. etwas davor. Stereoplay war mW die erste HiFi-Gazette, die massiv mit dem Kabelklang-Unsinn begann (ich glaube nicht, dass es "Stereo" war, die so früh auf diesen zug aufsprangen, die machten erst später mit). Wobei man sich an Netzkabel noch nicht traute, das war damals noch zu absurd. Der Netzkabelunfug kam ein paar Jahre später. In der HiFi-Stereophonie gab es damals zwei umfassende Kabeltests (Lautsprecherkabel und Cinch-Kabel), wo unzähliche Kabel vermessen wurden und auch eine umfassende Erläuterung über die Messresultate gegeben wurde, und dass diese alle klanglich irrelevant seien (außer in Extremfällen). Dieser Test wurde mW von der Steroplay dann auf abstruse Weise kritisiert bzw. ins Lächerliche gezogen.
Gelscht
Gelöscht
#12 erstellt: 20. Mrz 2010, 23:15

Hörbert schrieb:
Eigentlich war ich ja immer der Meinung das die "Voodooisierung" des HiFi in den 80ger Jahren mit aufkommen der "High-End" Bewegung begonnen hätte.

Nun habe ich in einem Buch über HiFi von 1967 ...


Ja, das dürfte ungefähr die Anfangszeit der heutigen Ausprägung des Hifi-Voodoo sein: Die Diskussion um die "hart" klingenden Transistor-Verstärker, die dann Mitte der Siebziger in der TIM-Manie endete. Dazu gehören dann Namen wie John Curl oder Matti Otala.

Auch die Französische (bzw. Französisch-Japanische) Szene rund um "La Maison de l'Audiophile" und Jean Hiraga sollte man nicht vergessen; diesem Mann hat m.W. zumindest Europa das "klingende" Lautsprecherkabel zu verdanken.

Gruß

Thomas
_ES_
Administrator
#13 erstellt: 21. Mrz 2010, 12:57

diesem Mann hat m.W. zumindest Europa das "klingende" Lautsprecherkabel zu verdanken.


Das hört sich so an, als wenn man damit leben müsste-gerade das ist doch das schöne, man muss es eben nicht.
FoxSpirit
Stammgast
#14 erstellt: 21. Mrz 2010, 13:11

R-Type schrieb:

diesem Mann hat m.W. zumindest Europa das "klingende" Lautsprecherkabel zu verdanken.


Das hört sich so an, als wenn man damit leben müsste-gerade das ist doch das schöne, man muss es eben nicht. ;)


Doch, muss man, sieh Dir nur all die Kabelhersteller mit Ihren Wahnsinnspreisen an. Und Tests, Tests, Tests.

Aber man kann sich dem ganzen immerhin fernhalten
_ES_
Administrator
#15 erstellt: 21. Mrz 2010, 13:19
Sagte ich doch..
Der Krempel ist nur was für Leute, die drauf abfahren.
Und für Leute, die sich über solche Leute gerne aufregen, weil es nix schlimmeres im Leben gibt.
Sozusagen eine win-win Geschichte.
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