NAD 3150 Kontrolleuchten brennen alle

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kunstkopffreund
Neuling
#1 erstellt: 07. Dez 2013, 00:53
Gestern hatte ich mich entschlossen mein altes Schätzchen nach
drei Jahren Nichtbenutzung wieder in Betrieb zu nehmen . Der Verstärker
NAD 3250 hatte über 20 Jahre bis zuletzt tadellos funktioniert .

Die Freude am immer noch satten Klang währte bei geringer Lautstärke nur wenige Minuten .Die rote Kontrolleuchte Protektion ging an und der Verstärker aus . Da Protektion ja bei Überhitzung aktiv wird ... das erste Rätsel . Nach 5 minütiger Wartezeit funktionierte er wieder . Nun brannte
allerdings die grüne Soft Clipping Lampe die ein Übersteuern anzeigt , von Anfang an . Das zweite Rätsel. Auch jetzt ging nach wenigen Minuten die rote Protektion LED wieder an und der Verstärker aus .
Nach nochmaligem Warten , diesmal eine halbe Stunde , brannten beim Einschalten alle drei LED , ( Anm.: die dritte ist die rote LED für Power )

Was könnte die Ursache sein ? Eventuell ausgetrocknete Kondensatoren oder ein anderes Bauteil ??

Bin für jeden Tipp oder Hinweis dankbar der zur Fehlerquelle führt . Einen
Schaltplan habe ich leider nicht .
bukongahelas
Inventar
#2 erstellt: 07. Dez 2013, 18:18
Protection wird in erster Linie aktiv (schaltet ab) ,
wenn schon eine der Endstufen einen Fehler hat.
Gleichspannung auf den Ausgang geben würde ,
wenn nicht das LS-Schutzrelais abschalten würde ,
um die Boxen nicht zu beschädigen.

Hier liegt wohl so ein Endstufendefekt vor.
Prüfe ob am Ausgang der Endstufen VOR den Relaiskontakten eine Gleichspannung anliegt.
Schwarzes Kabel des Multimeters kommt ans Gehäuse=Masseschraube Phono.
Dann Nähe Kühlkörper 2 Luftspulen suchen.
Egal an welchem Ende einer Spule das rote Meßkabel anschließen.
Das Multimeter auf 200 Volt maximale Meßspannung(Bereich) Gleichspannungsmessung einstellen.
Wenn es egal an welcher Luftspule mehr als +-1 Volt DC anzeigt ,
ist diese Endstufe im Ungleichgewicht und die Protection spricht korrekt an.
In dieser Endstufe liegt dann auch der Fehler.

bukongahelas


[Beitrag von bukongahelas am 07. Dez 2013, 18:19 bearbeitet]
kunstkopffreund
Neuling
#3 erstellt: 08. Dez 2013, 20:54
hallo , danke für den tip zur prüfung . habe die messung an den 2 spulen gerade durchgeführt . es ist keinerlei ausschlag am messgerät zu erkennen .

..... wenn mit luftspulen die 2 kupferfarbenen spulen gemeint waren !!

wie kann eigentlich ein verstärker nach 3 jahren nichtbenutzung einen
schaden an der endstufe bekommen ?? hatt vorher doch immer tadellos funktioniert !

habe zur info noch ein paar bilder zugefügt !



DSCF0347DSCF0348DSCF0349
kunstkopffreund
Neuling
#4 erstellt: 31. Dez 2013, 17:54
Habe die vorgeschlagene Messung zur Endstufenprufung mit einem
digitalen Multimeter wiederholt !! Es zeigt an beiden Spulen jeweils
0,1 Volt DC an .

Es würde mich freuen wenn ich weitere Vorschläge zur Problemlösung
bekommen würde .
bukongahelas
Inventar
#5 erstellt: 01. Jan 2014, 02:25
Dann sind beide Endstufen OK zumindest soweit daß die Protection nicht ansprechen sollte.
Es ist also ein "Fehlalarm" der Protection.
Stimmen denn alle Betriebsspannungen , besonders die geregelten für PreAmp und Prot ?
Alle Lötstellen OK ? Im Betrieb mit Plastikstab Bauteile bewegen , Platinen leicht biegen.
bukongahelas
kunstkopffreund
Neuling
#6 erstellt: 06. Jan 2014, 13:06
hallo , danke für die weiteren hinweise ! wie die richtige betriebsspannung
vom geregelten preamp und prot sind , ist mir leider nicht bekannt . wenn ich die messpunkte kennen würde könnte ich die werte ja mal überprüfen . bin mit den bauteilen leider nicht so vertraut das ich sie örtlich zuordnen könnte . einen schaltplan oder ähnliches davon habe ich nicht . sind die zu prüfenden lötstellen an der unterseite der platine ? oder kann von der bestückungsseite ( eventuell ) nachgelötet werden .
barchettarz
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 06. Jan 2014, 13:59
Hallo,

bevor Du dir hier den Wolf misst, wo hast Du denn den Offset der Endstufen gemessen?
Direkt an den Luftspulen? Dieser Kupferdraht ist nämlich elektrisch isoliert, am besten von unten direkt an den Lötstellen messen.

Und weiterhin, ohne Erfahrung und ohne Schaltbild wird es schwierig, bis nicht machbar!

Grüße
kunstkopffreund
Neuling
#8 erstellt: 06. Jan 2014, 17:39
hallo barchettarz , die messung hatte ich direkt am lötpunkt gemacht .
daß die spulen isoliert sind hatte ich festgestellt ! mfg
Poetry2me
Inventar
#9 erstellt: 06. Jan 2014, 20:44
Sag mal Kunstkopffreund,

Nach dem von Dir genannten NAD 3250 suche ich mir den Wolf und finde ihn nicht.

Könnte es sein, dass Du den NAD 3150 meinst?
Der sieht verdächtig ähnlich aus:

http://www.diyaudio....d-6.html#post2848195
Hier findest Du auch ein paar Tipps, was daran gerne kaputt geht.

- Poetry2me
kunstkopffreund
Neuling
#10 erstellt: 06. Jan 2014, 21:45
hallo Poetry2me , ja es ist der nad 3150 . den eingabefehler hatte ich noch garnicht bemerkt ! danke für den hinweis und den link . werde ich mir mal
genau anschauen . mfg
Poetry2me
Inventar
#11 erstellt: 06. Jan 2014, 23:06
bukongahelas hatte vermutet, dass es die Schutzschaltung selbst sein könnte, die Probleme macht.

NAD 3150 schematic protection circuit

Ich hätte die beiden Kondensatoren C644 und C645 in Verdacht (beide sind Elko 47µF 50V). Diese beiden Elkos filtern die Gleichspannung von den Endstufenausgängen. Solche gehen gerne mal kaputt im Laufe der Jahre.

Du findest sie hier:
NAD 3150 inside naked protection circuit capacitors marked

- Poetry2me
bukongahelas
Inventar
#12 erstellt: 07. Jan 2014, 08:40
Liegen am Thermal Protector an beiden Anschlüssen die (wieder mal fast unlesbaren) 45,3VDC an ,
ohne die das LS-Relais nicht anziehen kann ?
Wenn
Den TP kann man auch testweise überbrücken falls er unterbrochen ist.
bukongahelas
kunstkopffreund
Neuling
#13 erstellt: 07. Jan 2014, 18:38
hallo poetry2me , im von dir angegebenen link wird ja empfohlen
alle kondensatoren zu wechseln . da ich als erstes den c 644 und
c 645 erneuern werde , würde es sich ja anbieten weitere kondensatoren
vorsorglich auszutauschen . die platine ist ja eh ausgebaut . spricht doch nichts dagegen, oder ? müsste dann noch alle teile auflisten und im netz bestellen . wird zwar einiges an lötarbeit ..... aber das hoffentlich positive ergebnis zählt ja .auch wenns etwas dauert .

könnte man den von bukongahelas angegebenen thermal protektor auf
durchgang prüfen ? eine unterbrechung wäre dann ja sofort zu erkennen .
ob 45,3 volt anliegen prüfe ich dann auch .

nur wie sieht das teil aus ?? wo finde ich es auf der platine ?

mfg
Poetry2me
Inventar
#14 erstellt: 07. Jan 2014, 20:49
Beim Schaltplan des NAD 2150, der im selben Service Manual zu finden ist, kann man etwas mehr erkennen. Die Spannungen scheinen gleich zu sein bei den beiden Geräten.

NAD 2150 schematic detail protection circuit

Ich würde an die Spule des Relais gehen. Dort liegen die +45,1V ebenfalls an und das findet man ganz leicht. Ich hoffe, man kommt im eingeschalteten Zustand von unten an dei Platine.

- Poetry2me
Poetry2me
Inventar
#15 erstellt: 07. Jan 2014, 21:00
Austausch aller Elkos:

Ja, das ist eigentlich dann auch kein großes Thema mehr.
Man hat dadurch nur eben ein zusätzliches Risiko, weil es immer sein kann, dass man entweder selbst einen Elko falsch gepolt einbaut oder dass eines der neuen Bauteile nicht geht. Insofern empfehle ich immer eine schrittweise Vorgehensweise, in dem man immer nur eine begrenzte Anzahl Bauteile austauscht und dann prüft, ob noch alles geht. Je nach Gerät kann das natürlich mühsam werden.

Aus Gründen der Langlebigkeit und Robustheit ist es ein Gewinn, die Elkos auszutauschen.
Aus klanglichen Gründen ebenfalls, da ein solches Gerät (zahlreiche Elkos im Signalweg, 80er Jahre gebaut) erfahrungsgemäß mit neuen Elkos deutlich besser klingt. Ganz besonders dann, wenn man auch ein paar der Elkos noch durch Folienkondensatoren ersetzen kann.
Das bestreitet zwar ein Grüppchen von Messtechnik-Hardlinern hier im Forum, aber die haben das offensichtlich noch nie probiert oder keine brauchbare Abhör-Kette zu Hause.

- Poetry2me
kunstkopffreund
Neuling
#16 erstellt: 08. Jan 2014, 13:01
habe gestern beim stöbern im netz eine weitere info , eventuell auch zu meinem problem passend ? , auf folgender seite gefunden :

http://www.google.de...=0CE8Q9QEwAg&dur=171

ist vom platinenaufbau fast identisch mit meinem modell .
kunstkopffreund
Neuling
#17 erstellt: 10. Jan 2014, 17:52
hallo Poetry2me , dank deines hinweises zum austausch der beiden
elkos läuft der nad 3150 wieder . habe ihn über drei stunden laufen gehabt ,
er geht nicht in den protekt modus und schaltet nicht selbstständig ab . einzig die grüne led für softclipping brennt nach einschalten dauerhaft . klang ist in aber ordnung . die spannungsmessung am relais hat am anfang 48,2 volt und nach drei stunden dauerbetrieb 47,7 volt ergeben .

könnte die dauerhaft brennende grüne led eine fehlanzeige sein ?

mfg
Max
Stammgast
#18 erstellt: 10. Jan 2014, 19:59
Im Normalfall brennt die grüne LED nur, wenn Soft-Clipping aktiviert ist und der kleine Schalter an der Rückseite des Geräts in der entsprechenden Stellung ist. Wenn der Schalter in der "Aus"-Stellung ist, dürfte da auch die gründe Leuchte nicht brennen. Hast Du das überprüft?

Gruß vom Küchentisch


[Beitrag von Max am 10. Jan 2014, 20:24 bearbeitet]
kunstkopffreund
Neuling
#19 erstellt: 10. Jan 2014, 20:17
hallo max , bingo , das wars !!! daß an der rückseite ein schiebeschalter
dafür ist , ist mir nie aufgefallen . danke für den hinweis !
Max
Stammgast
#20 erstellt: 10. Jan 2014, 20:26
Na dann weiter viel Spass mit Deinem NAD.



Gruß vom Küchentisch
Poetry2me
Inventar
#21 erstellt: 10. Jan 2014, 20:54
____GRATULATION___ zur gelungenen Reparatur

Dann waren es wohl die Elkos... den Schalter-Tipp hattest Du schon von Max

Interessant. Der NAD 2150 scheint tatsächlich eine Endstufe zu sein, die innen fast gleich aussieht wie der Vollverstärker 3150. Deshalb auch das gemeinsame Service Manual.

Freut mich dass er wieder läuft. Es lebe der Küchentisch !

- Poetry2me
kunstkopffreund
Neuling
#22 erstellt: 16. Okt 2014, 11:45
Hallo an alle die mir behilflich waren meinen NAD wiederzubeleben !

Ich hab mich wohl zu früh gefreut über die gelungene Reparatur

Bedingt durch Reparaturen in meiner Wohnung ( Wasserschaden ) und über halbjährigem warten auf das Ende der Bauarbeiten , habe ich den NAD Verstärker erst die Tage wieder in Betrieb nehmen wollen .

Hat aber nicht lange gedauert . Nach 20 Minuten schaltete der NAD
wieder in den Protection Mode . Nach kurzer Wartezeit lässt er sich
wieder einschalten und das Ganze wiederholt sich !

Bei einer Sichtprüfung der Platine habe ich einen weiteren , vermutlich
defekten Kondensator entdeckt .

Ist im Bildvordergrund rechts zu erkennen . Die im Hintergrund zu sehenden drei 47µF 50V Kondensatoren , sind die von mir erneuerten .

Ich möchte den NAD 3150 gerne in kundige Hände abgeben . Hab irgendwie keinen Nerv mehr neuerlich den Verstärker zu reparieren .

Realistische Angebote sind willkommen !!

PA100037
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