Grundig V 2000 Defekt Endstufe

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bananaj0
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 22. Jun 2014, 16:55
Hi,

ich bräuchte mal etwas Hilfe bei der Reparatur eines Grundig V2000 Verstärker.

Die Glättungselkos waren ausgetrocknet und wurden ersetzt. Weinrote Elkos sind keine vorhanden.
Ein 7W 0,22R Widerstand war defekt.
Die Endstufentransistoren des Linken Kanals waren durch und wurden ersetzt.
GP140 ersetzt durch BDW 83C
GP145 ersetzt durch BDW 84C

Leider scheint noch mehr defekt zu sein. Der Ruhestrom lässt sich nicht einstellen und R912 + R913 werden extrem heiß.
Schaltplan: grindig v2000 endstufe
T2003 wurde ersetzt (war nicht defekt).

Spannung an R912: 11,5V
Spannung an R913: 16,8V
Spannung am 14,1V Messpunkt: 28V
Spannung am 20,4V Messpunkt: 41V !!!
Spannung am 8,9V Messpunkt: 0,4V !!!
Spannung an X Y : 60mV, nicht einstellbar

Alle Messungen ohne Last.
Die Versorgungsspannungen sind gut.

Wie sollte ich nun weiter vorgehen?


Vorhandene Messgeräte:
ESR-Messgerät
True-RMS Multimeter
Digitales Oszilloskop


[Beitrag von bananaj0 am 22. Jun 2014, 16:57 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#2 erstellt: 22. Jun 2014, 17:53
Die berüchtigten Lötstellen für die Masseführung über dem Kühlkörper hast du schon nachgelötet?

Dein Ausgang hängt anscheinend fast auf Negativspannung, kann das sein? Dann geht auch kein Strom durch R2012, klar. Das zieht sich anscheinend bs mindestens vor T2002 durch, entsprechend viel Spannungsabfall über R2003.

Was sagen die Spannungen an T2001, T4001 und T4003 (je C, B, E)?

Zur Vermeidung größerer Schäden hat es sich bewährt, eine klassische Glühbirne in die Netzleitung einzuschleifen (was entsprechend berührungssicher auszuführen ist). In diesem Fall tun es ca. 40 W.
bananaj0
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 22. Jun 2014, 20:24
Die Lötstellen sehen alle OK aus, ich werde sie dennoch einmal nachlöten.

Stimmt der Ausgang hängt auf etwa -22V.

T2001:
C-E: 3,3V
B-E: 3,3V
B-C: 0V

T4001:
C-E: 15,0V langsam steigend
B-E: 0,6V
B-C: wird nachgeliefert

T4002:
C-E: 16,6V langsam steigend
B-E: 0V
B-C: 23,6V langsam steigend

T2007:
B-E:
1,4V

D4001:
7,4V

R4007:
0V (laut Schaltplan: 76mV)

R4009:
6,7V (laut Schaltplan: 6,8V)

R4011:
wird nachgeliefert

Für heute reicht es mir erstmals mit der Fehlersuche.
hf500
Moderator
#4 erstellt: 22. Jun 2014, 20:29
Moin,
T2001 die Basis-Emitterspannung: Ist die BE-Diode in Sperr- oder Durchlassrichtung? Passt die Polaritaet der Spannung zur Durchlassrichtung der Strecke, dann ist sie defekt, naemlich offen.

73
Peter
audiophilanthrop
Inventar
#5 erstellt: 22. Jun 2014, 21:32

bananaj0 (Beitrag #3) schrieb:

T2001:
C-E: 3,3V
B-E: 3,3V
B-C: 0V

He's dead, Jim.

Glaube ich jedenfalls - mach mal stromlos 'ne Durchgangsprüfung B-C. Normalerweise von B nach C wie Si-Diode ~0,6 V, andersrum kein Durchgang. Tippe hier mal auf niederohmig.

Was ist denn da original verbaut? Der Einsatz in der VAS ist anspruchsvoll, da ist möglichst kleine Rückwirkungskapazität und hohe Early-Spannung gefragt, bei gleichzeitig aber auch durchaus nennenswerter Verlustleistung und Spannungsfestigkeit. Geeignet wären z.B. BF469/471 oder KSC3503, so das Original auch schon in TO-126 vorlag.

bananaj0 (Beitrag #3) schrieb:

T4001:
C-E: 15,0V langsam steigend
B-E: 0,6V
B-C: wird nachgeliefert

Der lebt noch. T4003 hast du noch vergessen - Messung nur eine Hälfte bei einer Differenzstufe ist irgendwie witzlos. Diesen Transistor erwischt es bei Defekten auch recht häufig.

bananaj0 (Beitrag #3) schrieb:

R4007:
0V (laut Schaltplan: 76mV)

R4009:
6,7V (laut Schaltplan: 6,8V)

R4011:
wird nachgeliefert

Auf gut deutsch, die Differenzstufe funktioniert anscheinend normal, ist aber völlig aufgelöst und fernab jeder Balance. Kein Wunder, wenn der VAS-Transistor durch ist.

bananaj0 (Beitrag #3) schrieb:

T4002:
C-E: 16,6V langsam steigend
B-E: 0V
B-C: 23,6V langsam steigend

Da hast du dich bei B-E vermutlich vermessen, der Strom der Stromquelle scheint ja zu stimmen.

Jedenfalls sollte T4002 (C) = T4001 (E) absolut auf etwa +0,6 V liegen.

Mal sehen, was bei den Widerständen noch an Überraschungen auf uns zukommt.

Ich hoffe übrigens, daß du den Ruhestrom auf Minimum gedreht hast. Poti übrigens auch zumindest grob prüfen, manchmal zerlegen die sich sogar regelrecht.


[Beitrag von audiophilanthrop am 22. Jun 2014, 21:34 bearbeitet]
Grundi69
Inventar
#6 erstellt: 22. Jun 2014, 23:32
Hallo!

audiophilanthrop (Beitrag #5) schrieb:
Was ist denn da original verbaut?

T2001/2002 ist lt. Teileliste ein GPSA05 - als Ersatz lässt der BC639 nehmen (anderes Pin-out beachten!).

Gruß
Groomy


[Beitrag von Grundi69 am 22. Jun 2014, 23:48 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#7 erstellt: 23. Jun 2014, 11:03
Selektierte MPSA05... da würde ich mal nach einem MPSA06 Ausschau halten.

Bei einem TO-92 ist es aber kein Wunder, daß es den mit erwischt hat. TO-126 haben halt grundsätzlich ECB-Pinout, wie der BC639, und die sind noch weniger leicht umzubiegen.
Grundi69
Inventar
#8 erstellt: 23. Jun 2014, 14:11
Grundig selbst hat teilweise (später) den BC639 statt der GPSA05 verwendet - habe ich in einem SV2000 (Endstufe ist ja im Prinzip die gleiche) selbst mal original so vorgefunden.
Der BC639 hat das gleiche Gehäuse wie der GPS/MPSA05. Da muss auch nicht viel gebogen werden: das mittlere Beinchen wird nach hinten ausgestellt und der Transistor etwas gedreht eingesetzt.
Jedenfalls werden diese Transistoren schon ganz gut warm im Betrieb.


[Beitrag von Grundi69 am 23. Jun 2014, 15:20 bearbeitet]
hf500
Moderator
#9 erstellt: 23. Jun 2014, 17:54
Moin,
einen Vertreter der BD52x Familie habe ich an der Stelle auch schon gefunden (in aelteren Geraeten mit dieser Baugruppe, wurde schon bei R45 und R48 verwendet). Wird leider nicht mehr hergestellt, diese Bauform waere fuer mich die erste Wahl. Der GPSA05 (MPSA05) ist tatsaechlich irgendwann durch BC639 ersetzt, bzw. parallel je nach Verfuegbarkeit verwendet worden.

73
Peter
bananaj0
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 09. Jul 2014, 21:55
Danke für eure Antworten. Leider habe ich euch mit den Messwerten von T2001 an der Nase herumgeführt.
Da muss mir beim ausmessen ein Fehler passiert sein, denn er war ok.
Als ich mit ihm auf dem Steckbrett jedoch eine Testschaltung aufgebaut hatte, habe ich den aus Versehen den magischen Rauch entweichen lassen .
T2001 und T3001 habe ich durch BD369 ersetzt. (Ist es notwendig durch den Tausch noch andere Teile zu tauschen?)

Der Fehler lag an R2021 und R2014, welche beide defekt waren. Nun zieht es den Ausgang nicht mehr nach Masse.

Gibt es eine guten Anleitung nach welcher ich den Verstärker nun testen kann?


Nochmals vielen Dank.
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