R25 Rechte Seite "tot"

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robbeR25
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 01. Feb 2011, 19:52
Hallo,

ich benutze seit Jahren den alten Receiver R25 von Grundig.
Leider ist seit ca 2 Monaten die rechte Ausgabe tot. Links funktioniert noch ohne Probleme. Habe alle Medien (Plattenspieler, Mp3 Player, UKW) durchprobiert. Gibt es dafür eine (hoffentlich einfache) Erklärung? Im gleichen Moment ist damals auch eine Box kaputt gegangen, villeicht hilft das weiter

Vielen Dank schonmal
Gruß
Robin
hifibastler2
Stammgast
#2 erstellt: 01. Feb 2011, 20:13
Wenn die Box kaputtgegangen ist, tippe ich auf eine durchgebrannte Endstufe. Im Todeskampf läßt diese nochmal die volle Railspannung in die Boxen, da fließen bei 4 Ohm gerne 5 Ampere. Zuerst bei gezogenem Netzstecker alle Sicherungen und die betreffenden Endstufentransistoren mit Ohmmeter durchmessen. Anschließend sehen wir weiter.
robbeR25
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 01. Feb 2011, 20:23
Foto

Die goldenen Mitte mit den großen Elkos? oder wo finde ich die Endstufe?
hf500
Moderator
#4 erstellt: 01. Feb 2011, 21:16
Moin,
direkt daneben auf dem grossen Kuehlkoerper unten.
Die ganze Platine traegt die Endverstaerker und Netzteile.

In den Endverstaerkern sehe ich wenigstens vier Elkos im weinroten Kunststoffbecher. Die alle tauschen, im Fehlerfall koennen sie die Endverstaerker instabil werden lassen.

Ach ja, befindet sich die Frontplatte noch am Chassis? Dann hast du das Gehause auseinendergerissen. Diese Geraete haben ein Stuelpgehaeuse. Das Geraet wird von hinten hineingesteckt. Zum Oeffnen alle kleinen Drehknoepfe abziehen, alle mit einem Kreis markierten Schrauben auf der Unterseite und am oberen Rand hinten herausdrehen, das Geraet auf seine Rueckseite stellen und das Gehaeuse abziehen.

73
Peter
hifibastler2
Stammgast
#5 erstellt: 01. Feb 2011, 22:26

hf500 schrieb:
Moin,
Dann hast du das Gehause auseinendergerissen. Diese Geraete haben ein Stuelpgehaeuse.
73
Peter


Meinen ersten R35 hätte ich neulich fast auch auseinandergerissen :(. Die Laschen waren schon um 45Grad verbogen, bevor mir dämmerte, das da was nicht stimmt.
Die Chronologie des Todes ist fast immer die Gleiche(vor allem, wenn keine Schutzrelais vorhanden sind):
- rote Roederstein oder blaue Tantalis leckstromen
- Gleichstrom auf Endstufe, evtl. mit Aufschwingen
- Endtransistoren überhitzen
- Endtransistoren legieren durch, Box raucht mit ab.
[Klugscheißmodus Ende]
hf500
Moderator
#6 erstellt: 02. Feb 2011, 17:08
Moin,
nein, Klugscheiss war das nicht, sondern tatsaechlich die Beschreibung eines typischen Endstufentodes bei diesen Verstaerkern.

Gegen Ueberlast haben sie einen elektronischen Schutz, der auch sicher bei komplexer Ueberlastung wirken soll. Deren Funktion muss nach der Reparaturanleitung nach Reparaturen ueberprueft werden: Verstaerker an Lastwiderstaenden voll aussteuern, die Ausgaenge nacheinander einzeln kurzschliessen. Die Leistungsaufnahme des Geraetes darf sich nicht aendern.

Ich weiss jetzt nicht, ob der R25 und R35 (beide haben den gleichen Endverstaerker) die gleiche Ausschaltgeraeuschunterdrueckung wie die RPC haben. Hier wird beim Ausschalten der Lautsprecherausgang einfach kurzgeschlossen, der Schalter dazu sitzt direkt hinter dem Schalterhebel, der Netzschalter hinten beim Trafo, ueber Seilzug betaetigt.
Es kann vorkommen, dass der Hilfsschalter fuer den Lautsprecherkurzschluss nicht korrekt funktioniert, dann testet man die Kurzschlussautomatik auf der Suche nach dem ausbleibendem Ton aus den Lautsprechern. Ist mir mal passiert.

Mit relativ geringfuegigen Aenderungen wird das Endverstaerkermodul auch in den seinerzeitigen RPC Kompaktanlagen verwendet (RPC300, 350, einfach alle mit 2x 30/50W).

Ach ja, mitten auf dem Endstufenkuehlkoerper sitzt ein Temperaturschalter, einen zweiten gibt es noch am/im Netztrafo. Beide Schalter sind mit der Netzleitung vebunden, also etwas Vorsicht, wenn man im Geraet unter Stom misst. Die Temperaturschalter waren damals bei Grundig ueblich, man hat an alles gedacht, was die Betriebssicherheit angeht. Dass die "Weinroten" mal auffaellig werden, konnte man damals noch nicht wissen. An sich sind es sehr gute Elkos, der Kunststoffbecher ist der Schwachpunkt.

Das Gehaeuse hat uebrigens noch eine Besonderheit, das Bodenblech ist auf einer Seite mit einer Isolierzwischenlage mit dem Deckel verschraubt


73
Peter


[Beitrag von hf500 am 02. Feb 2011, 17:09 bearbeitet]
hifibastler2
Stammgast
#7 erstellt: 02. Feb 2011, 17:35

hf500 schrieb:


Gegen Ueberlast haben sie einen elektronischen Schutz, der auch sicher bei komplexer Ueberlastung wirken soll.

73
Peter


Also einen Schutz unabhängig von Lautsprecherrelais?
Denn die RPC oder der R25 hat doch keine Relais, oder?
Das müßte ja dann so eine Art Stromfühler bei den Lautsprecherausgängen sein, der dann den Steuerstrom der Endstufentransistoren im Kurzschlußfall blitzartig auf mehr oder weniger Null fährt, auch wenn ein Signal in der Endstufe ankommt. Hat der V20 bzw MV100 auch so was? Dann müßte man ja dort die stromführenden Lautsprecherausgänge hemungslos kurzschließen können, ohne daß die Endstufe schaden nimmt.
robbeR25
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 02. Feb 2011, 18:20
Hallo

also je mehr ich mich mit diesem Teil beschäftige, desto faszinierender finde ich die Technik von damals.
Jetzt habe ich auch die Front abbekommen Danke soweit.
Denke nicht das ich den Fehler finden kann, habe soweit mal alles probiert was mit kleinem Aufwand und Werkzeugen zu machen ist. Wird wohl zum Elektroschrott wandern Sehr schade.

Vielen Dank trotzdem.
Gruß
hifibastler2
Stammgast
#9 erstellt: 02. Feb 2011, 18:49
Wenn Du das Teil bei ebay reinstellst, kannst Du dafür bis 30 Euro erzielen.
robbeR25
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 02. Feb 2011, 18:53
Ui ... mhm ist schon ziemlich zerschrammt die Front und so. Meine Idee gerade war, kennt sich jemand mit soetwas aus und hat Lust für einen kleinen Betrag sein Glück zu versuchen? Hänge schon an dem Receiver.

Gruß aus MA
hf500
Moderator
#11 erstellt: 02. Feb 2011, 19:47
@hifibastler

Moin,
zum Ueberlastschutz, ja, es gibt einen Stromfuehler, genauer, es sind sogar zwei, fuer jede Halbwelle einer.
Es sind die Emitterwiderstaende der Endtransistoren, von denen Leitungen zu den Basen zweier Transistoren fuehren. Steigt die Spannung an den Widerstaenden ueber die Schwellspannung der Strecke BE der "Sicherungstransistoren, bekommen die ihren Basistrom, um die Ansteuerung der Treiber- oder Endstufe zu begrenzen. Achte mal in den Schaltbildern von Endstufen auf diese Transistoren, die Schaltung wird haeufig angewendet. Die Art und Weise dieser Ueberlastsicherung bedingt, dass auch im Kurzschlussfall immer nur der maximale Kollektorstrom in der jeweiligen Endstufe fliessen kann. Die Belastung kann erheblich sein, aber der Verstaerker ist bei guter Auslegung vor Ueberlastung und damit Zerstoerung der Endstufe geschuetzt. Abgeschaltet wird die Endstufe in der Regel nicht, nur der Strom wird begrenzt.
Das Relais dient selten dem Endstufenschutz, es soll den Lautsprecher schuetzen und Ein-/Ausschaltgeraeusche unterdruecken. Dazu schaltet es den Lautsprecher verzoegert ein und beim Ausschalten sofort und bei Gleichspannung am Verstaerkerausgang ab.


73
Peter
hifibastler2
Stammgast
#12 erstellt: 02. Feb 2011, 20:15
@hf500

Also ich habe mal die Schaltpläne von diversen Grundig-Amps beäugt und das müßten die Transistoren BC548/BC328 sein, deren Basen über einen Widerstand mit den Ruhestrommeßpunkten verbunden sind.

MfG
Thomas
robbeR25
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: 04. Feb 2011, 16:37
Eine Frage geht mir gerade durch den Kopf, hat die Box die vom Receiver zerstört wurde eine Sicherung oder ist diese nun kaputt? Ist eine Grundig Super-Hifi Box 650

Gruß
hf500
Moderator
#14 erstellt: 04. Feb 2011, 16:51
Moin,
die Boxen haben keine Sicherungen. Der Verstaerker hat also auch die Box auf dem Gewissen, sehr schade, denn es sind gute Lautsprecher. Was genau ist denn hier defekt?

73
Peter
robbeR25
Schaut ab und zu mal vorbei
#15 erstellt: 04. Feb 2011, 20:49
Der Tieftöner, ja ich mag die Boxen ziemlich Sehr schöner Klang! (Also jedenfalls gibt der kein Ton mehr von sich =/ )


[Beitrag von robbeR25 am 04. Feb 2011, 21:21 bearbeitet]
hifibastler2
Stammgast
#16 erstellt: 05. Feb 2011, 13:52
Wenn man genau die Maße ermittelt, kann man aber nach gründlicher Internetrecherche meistens einigermaßen passenden Ersatz finden. Die andere Box ist ja noch intakt, der Baß wird durch einen Tieftöner bereits ausgedrückt (Subwoofer-Satellitenprinzip). In meinem "Labor" habe ich in die Zuleitung der ACRON300-Testboxen eine 1A-Sicherung eingeschleift.
12einhalb
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 07. Jan 2013, 23:08
Hallo, ich habe einen Grundig r25 Receiver geschenkt bekommen. Nach ca. 2 Std. Betrieb habe ich einen Kurzschluss auf dem linken Ausgang, die Box ist abgeraucht, kommt noch ein hohes Pfeifen raus, liegt auch richtig Spannung auf dem Ausgang.
Hatte schon alle 6 weinroten (sind das Elkos?) getaucht und c3008 / c2008, leider ohne Erfolg. Muss ich die Transistoren auch tauschen? Und wenn welche.
Schalte ich den r25 aus, warte 5 Minuten läuft er wieder bis es wieder Pfeift, habe aber leider nicht so viele Lautsprecher ;-)
Habe von der Materie nicht wirklich Ahnung, wenn ich was tauschen soll, bitte die Nr. auf der Platine angeben.
Ich sage schon mal Dankeschön.

Hartmut
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