Edifier S3 Stax Spirit Reviews

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Steven_Mc_Towelie
Inventar
#1 erstellt: 09. Aug 2022, 21:16
Wieder einmal hat uns Hifi-Passion freundlicherweise einen Kopfhörer zur Verfügung gestellt

Den neuen Edifier S3 Stax Spirit
hier könnt ihr alle technischen Daten einsehen und sobald lieferbar,
natürlich auch gerne bestellen.

Der S3 wartet ja mit zwei großen Namen aus der Kopfhörer-Szene auf,
Audeze und Stax, ob der Edifier dem gerecht wird, können wir hier auf der Rundreise testen.

Schon die Umverpackung macht Eindruck, kommt die eigentliche Verpackung doch in einem sanften Bett aus Schaumgummi und verhindert so auch Schäden an dem schicken Karton des Edifiers.

Die Verpackung ist schon sehr schön gemacht, wen so etwas interessiert, wird hier seine Freude haben

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Auch die Aufmachung vom Transport-Case ist schick und kommt einem irgendwie bekannt vor.

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Selbst die beigelegten Pads aus Cool-Mesh haben ihre eigenen, edlen Beutel

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Öffnet man das kompakte Case, begrüßt einen auch schon der faltbare
Kopfhörer, samt USB-Kabel, einem Plektrum zum entfernen der Pads, einem vergoldeten 3,5 auf 6,3mm Adapter und einem wirklich netten 3,5 Klinkenkabel in Stoffhülle(dazu später etwas mehr)

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Verpackung und Zubehör, check!

Die Edifier haben original sehr bequeme Schafsleder-Pads drauf,
wie schon erwähnt, liegen auch noch Pads aus "Cool-Mesh" bei,
ich habe sie aber nur mit den Leder-Pads gehört.

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In der App von Edifier kann man dann umschalten, welche Pads man verwendet, um hier den optimalen Klang zu bekommen.

Hier kommen wir auch schon zum praktischen Teil:
die App wird für die drei unterschiedlichen EQ Einstellungen verwendet und eben zum einstellen, welche Art Pads verwendet werden.

Die drei EQ-Settings sind
"classic" für mich klang es nach Loudness, also Bass und Höhen angehoben

"Hifi" hier fand ich die Höhen betont

und bei
"Stax-Mode" waren die Mitten etwas betonter, oder der gesamte Frequenzgang etwas flacher, so das die Mitten mehr rauskommen als gewohnt

Mir haben bei Rock und softeren Sachen meist Hifi und Classic-Mode gefallen und bei elektronischer Musik eher der Stax-Mode, da müsste man sich aber auch länger einhören.

Aber egal mit welchem EQ, der Edifier klingt sehr natürlich und richtig.

Ich mach hier nicht lange rum, für mich bisher der beste Bluetooth-Kopfhörer den ich gehört habe, Bass, Höhen und Mitten sind natürlich abhängig von den Settings unterschiedlich, aber alles sehr nice.

Der S3 hat mir auch fast besser gefallen, als der Edition-XS von Hifiman, dieser war nur viel bequemer und hatte eine viel größere Bühne.
Diese ist beim S3 recht klein, aber stimmig, wenn es die Aufnahme hergibt, hört man auch eine Halle.

Der Edifier kann Details und das richtig gut, eben wie ein Planar-Treiber das so kann.

Wer kein ANC braucht, ohne Kabel hören möchte und das in sehr hoher Klangqualität, sollte sich den S3 wirklich anhören, the hype is real

Man kann den S3 auch mit dem beigelegten Kabel betreiben, aber das geht nur mit eingeschaltetem Kopfhörer, er nutzt auch mit Kabel den DSP des Kopfhörers, soll auch kein/kaum Unterschied im Sound zum BT-Betrieb geben.

Für mich etwas schade ist die Optik des S3, er sieht aus, wie jeder BT-KH ab 100€ eben aussieht, auch den ausziehbaren Kopfbügel hätte man mMn heutzutage besser hinbekommen, aber ansonsten habe ich nichts zu meckern.

Na gut, der Preis ist vielleicht noch zu erwähnen, mit ca. 380€ VK ist er nicht ganz günstig, aber ich habe schon viele teurere KH gehört, die nicht so gut geklungen haben und vom Klang für einen geschlossenen Planar finde ich die knapp 400€ schon angemessen.

Noch einmal Danke an die Jungs von Hifi-Passion für das Leihgerät


[Beitrag von Steven_Mc_Towelie am 09. Aug 2022, 21:20 bearbeitet]
der_Lauscher
Stammgast
#2 erstellt: 10. Aug 2022, 14:26

Steven_Mc_Towelie (Beitrag #1) schrieb:

Den neuen Edifier S3 Stax Spirit

In der App von Edifier kann man dann umschalten ...
die App wird für die drei unterschiedlichen EQ Einstellungen verwendet und eben zum einstellen, welche Art Pads verwendet werden.

schon mal Danke für deinen Bericht.
Obwohl ich seit ca. 40 Jahren keine Kopfhörer mehr nutze, klingt der Edifier Stax S3 doch sehr interessant und verdammt nach "haben will".
Hatte jahrzehnte lang verschiedene Magneplanar Magnetostaten zu Hause und fand bisher immer die Stax elektrostatischen Kopfhörer (Bezeichnung habe ich nicht) als die Angenehmsten (aber zu teuer und die "lästige" Hochspannung am Kopf ).

Ich hätte eine Frage zur App :
Hatte schon mal im App-Store (Android) geschaut und bei Suche "Edifier Stax S3" eigentlich keine passende App gefunden . Hast du da einen genauen Namen und die entsprechende Version dazu Klar, ist noch verfrüht, wollte mir aber mal die App dazu schon anschauen.


[Beitrag von der_Lauscher am 10. Aug 2022, 14:28 bearbeitet]
Steven_Mc_Towelie
Inventar
#3 erstellt: 10. Aug 2022, 16:21
Sorry, ich habe ein Iphone, aber die app nennt sich "Edifier Connect"
bis auf das umschalten der EQs und der jeweiligen Pads, gibt es in der App nicht viel zu fummeln.
der_Lauscher
Stammgast
#4 erstellt: 10. Aug 2022, 17:47
hat geklappt
blankev
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 14. Aug 2022, 10:30
Interessant, die Rundreise vom S3 habe ich irgendwie verpasst. Meinen S3 habe ich seit ein Paar Tagen und bin soweit sehr zufrieden. Ich habe nun einige übliche Bluetooth OverEars von Sennheiser, B&W, Dali usw. durch und suchte weiterhin nach einer guten Lösung, da nie das Gesamtpaket gepasst hat. Eigentlich wollte ich mir schon den Hifiman Deva Pro bestellen als ich den S3 gesehen habe. Nach den einigen Tagen kann ich nun sagen, dass ich nichts vermisse außer mehr Anpressdruck und einen Verstellmechanismus mit etwas mehr Vorspannung. Hervorragende Klangqualität (bisher nur mit Cool-Mesh gehört) und bei mir sehr komfortabler Sitz. Die Gesprächsqualität ist solide und kann bei Bedarf im Homeoffice verwendet werden.


[Beitrag von blankev am 14. Aug 2022, 19:36 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#6 erstellt: 17. Aug 2022, 12:07
Ist heute angekommen, bin aber noch @work. Kurzes Reinhören war schon vielversprechend.
sofastreamer
Inventar
#7 erstellt: 17. Aug 2022, 13:58
Glückwunsch! Bins sehr gespannt auf deinen Eindruck!
der_Lauscher
Stammgast
#8 erstellt: 18. Aug 2022, 13:51

ZeeeM (Beitrag #6) schrieb:
Ist heute angekommen. Kurzes Reinhören war schon vielversprechend.

ist das der von der "Rundreise" oder hattest du dir selber einen bestellt
Bei mir ging heute auch eine Bestellung dazu raus, sollte nächste Woche dann kommen
der_Lauscher
Stammgast
#9 erstellt: 20. Aug 2022, 19:42
bei mir wurde heute schon der Edifier Stax S3 Spirit geliefert
Der Ständer dazu wurde gestern bereits geliefert. Das weiße Holz wurde von mir in der Mitte mit eine Folie "Alu gebürstet" beklebt, so sieht der "edler" aus

Edifier Stax S3

Beim Stax S3 habe ich nun die Cool-Mesh-Pads montiert, da ich die angenehmer zu tragen finde, als die Leder-Pads. Die Leder-Pads schließen aber noch besser ab, Störeinflüsse von Außen werden mehr abgehalten. Beide drücken nicht (trotz Brille)
Klanglich gefällt mir der "Hifi" Mode am Besten, da er mehr Details und Höhen wiedergibt. Der Baß ist dabei nicht ganz so tief wie beim "Classic" Mode, der allgemein etwas dumpfer ist. Der "Stax" Mode hat mir am Wenigsten zugesagt, obwohl ich bei meinen Lautsprechern Stimmen extrem liebe. Beim Stax S3 wurden mir diese aber zu sehr angehoben. Das mag für Fernsehsprecher oder Gaming sicherlich von Vorteil sein, habe ich aber nicht getestet.

Der (für mich) größte Nachteil aller Kopfhörer, daß die Sänger/in über einen singt und nicht vor einem, wie bei Lautsprechern, besteht hier auch
Ist halt "Kopfsache" und ich muß damit leben

Insgesamt bin ich sehr zufrieden, da dies mal wieder ein Kopfhörer "ohne" Schnur und magnetostatischen Antrieb für mich ist, nachdem ich über 30 Jahre gar keinen Kopfhörer in Betrieb hatte, aber jahrzehnte lang Magnetostaten (Magnepan) hatte und von deren unglaublicher Räumlichkeit immer begeistert war Und mein damaliger BlueTooth-Kopfhörer (ebenfalls ca. aus den 90-igern) klang einfach "grausam" dumpf und hatte gerne mal Abbrüche, ist somit überhaupt nicht mehr mit diesem hier zu vergleichen


[Beitrag von der_Lauscher am 20. Aug 2022, 19:44 bearbeitet]
kempi
Inventar
#10 erstellt: 20. Aug 2022, 20:25

der_Lauscher (Beitrag #9) schrieb:
……. mein damaliger BlueTooth-Kopfhörer (ebenfalls ca. aus den 90-igern) klang einfach "grausam" dumpf und hatte gerne mal Abbrüche……..


Interessant, weißt Du noch den Hersteller und die Bezeichnung des Kopfhörers?
Und mit welchem Gerät hattest Du den angesteuert?
Ich frage, weil Bluetooth 1.0A ja erst 1999 veröffentlicht wurde 🤔
der_Lauscher
Stammgast
#11 erstellt: 21. Aug 2022, 01:12
da habe ich mich quasi verschrieben, meinte eigentlich einen Funk-Kopfhörer - also schnurlos halt, noch kein BlueTooth .
Das war irgend ein (relativ günstiges) Teil von Conrad Elektronik, Bezeichnung habe ich leider nicht mehr. Es war ein eigener Sender mit Gehäuse, Steckernetzteil und Wurfantenne dabei, der wurde per Klinke in den Kopfhörerausgang eingesteckt. Im Kopfhörer war der dazugehörige Empfänger, Antenne war im Bügel integriert und ein Lautstärkeregler, betrieben alles mit Mignon AA-Batterien (die natürlich nicht lange hielten und schwer waren)
Habe den dann bald wieder "entsorgt"
ZeeeM
Inventar
#12 erstellt: 21. Aug 2022, 09:52
So, nach dem kurzen Ausprobieren an der Arbeit meine Live-Eindrücke.
Morgenkaffee ist appliziert und es kann losgehen.

Verpackung und Zubehör.
Für mich sind aufwändige Verpackungen nicht notwendig, aber es ist halt schee, wenn man beim Auspacken schon belohnt wird und für 380 Euro darf das sein. Ich habe für gekaufte Gadgets ein Regal für die Verpackungen und da mag ich nicht, wenn da Abfalle liegt.

Die Ausstattung ist vorbildlich, komplett. Case, Kabel, Adapter sind da. Klinkenkabel mit Stoffummantelung. Ist aber einfaches Zeug. Macht einen positiven Eindruck da es vorhanden ist, ist aber nicht besonders hochwertig. Wichtig ist das aber auch nicht.
Dass zwei Polster dabei sind, finde ich auch sehr gut und hoffe, dass man die auch zu einem späteren Zeitpunkt nachkaufen kann.

Der Hörer
Schön gelenkig, hat haptisch eine gewisse Wertigkeit, die durch das Gewicht der Muscheln vermittelt wird und die Gelenke kaum Widerstand haben.
Hier kam der Hörer mit 58% Ladung an und laden tut er mit etwa 4 Watt. Auf 100% dauerte es dann keine Stunde, sehr gut, wenn man an die 80 Stunden denkt. Dass der Hörer auch kabelgebunden Strom braucht, halte ich für verschmerzbar und den Kabelbetrieb teste ich nicht. Der Unterschied soll auch marginal ausfallen.
Was aber nervt ist, dass der Hörer knetert, knackt und quietscht. Es ist der Bügel, die Gabeln und Kaubewegungen werden akustisch zuverlässig quittiert. Bei einem 30 Euro Hörer wäre das ok, aber bei dem S3 Stax sollte es nicht sein. Ok, meine Lambdas sind da auch nicht viel besser, aber besser. Ehrlich gesagt, das Knarzen ist Mist, jede Kopfbewegung wird quittiert, jedes Schlucken, und zwar auf beiden Seiten. Mein oller Bose QC35 ist da ruhig.

Zum Klang.
Ich habe erst den Hörer gekoppelt, dann die App installiert, das klappt nicht. Erst die App und dann über diese koppeln, dann geht es. Dass der Hörer mit zwei Quellen koppeln kann, ist positiv.

Von den drei Presets, gefällt mir der Standard am besten. Der Hifi etwas mehr badewannig, der Stax imitiert den Mittenbuckel den Staxe durchaus haben. Erstmal ne Runde Pop, von Sia, Cheap Thrills. Das klingt schon satt und rund, nicht zu fett, nicht schrill, so als wären da Lautsprecher am Werk. In dem Preset ist er, wenn man recherchiert, dicht an der Harmankurve.
Anne Clark, Wallies,. schön rund und butterig und uncanny. Kopf aber still halten!
Mein persönlicher Benchmark für Kopfhörer ist immer noch Mike Oldfield Amarok, speziell ab der 55. Minute ist Separierung und Durchhörbarkeit gefordert. Der Chor 59:20 zum Niederknien durch hörbar, da hat man das Gefühl, das sind einzelne Stimmen, kein Brei. Ich hatte mal einen Sundara hier, der ihn ähnlicher Preisklasse liegt, der konnte das nicht ganz so gut.
Auch so ein Stück, was ich gerne höre, ist Mike Oldfield Crisis, klingt etwas matt, aber ok.
Dann habe ich einen Fehler gemacht, ich hab mir meinen Lambda-Pro aufgesetzt.
Nun, nach dem Querhören anderer Sachen, Yello, Jarre, Tool, Steve Wilson, was alles angenehm und in Ordnung war, muss ich sagen, dass der Hörer klanglich eine gute Figur abgibt, aber auch nicht herausragend ist. Das zu anfangs gehörte Cheap Thrills von Sia, bringt den internen, treibenden Amp schnell an die Grenze und es wird matschig übersteuert. Im Quercheck hat mein oller Bose Q35, der tonal nicht sehr weit von dem Edifier weg ist, das Problem nicht. Das ändert sich auch nicht, wenn ich den Edifier mit Kabel betreibe. Schade, da ist deutlich Nachbesserungsbedarf, genauso ist die Knarzerei ein Nogo. Andere Hersteller haben das im Griff. Klanglich würde ich mir etwas mehr Spritzigkeit erhoffen und einen param. EQ in der App, wobei die Einstellungen dann Geräteunabhängig sein sollten.
Die Freiheit der Schnurlosigkeit feiere ich schon etwas und würde mir in dem Preisfenster einen Hifiman XS mit BT wünschen.


Danke Stevie für dein Engagement.

sofastreamer
Inventar
#13 erstellt: 21. Aug 2022, 14:38
danke für die ausführlichen eindrücke.

bissle schade, da wäre mehr drin gewesen, andererseits habe ich nicht mehr als durchschnitt erwartet. falls ihr keinen zur hand habt, schicke ich euch gern meinen oppo pm3 zum gegenchecken. ich kann damit nicht mehr hören, da mich die mitten zu sehr anschreien und er mir insgesamt zu hell ist, aber interessant fänd ich den vergleich.
Steven_Mc_Towelie
Inventar
#14 erstellt: 21. Aug 2022, 14:41
Bei der Rundreise ist gerade ein Platz frei geworden, wenn du Lust hast vergleiche ihn selber mit was auch immer.
der_Lauscher
Stammgast
#15 erstellt: 21. Aug 2022, 16:07

ZeeeM (Beitrag #12) schrieb:
Was aber nervt ist, dass der Hörer knetert, knackt und quietscht. Es ist der Bügel, die Gabeln und Kaubewegungen werden akustisch zuverlässig quittiert.
... das Knarzen ist Mist, jede Kopfbewegung wird quittiert, jedes Schlucken, und zwar auf beiden Seiten.

das ist mir nur mit den Cool-Mesh-Pads auch aufgefallen, die Leder-Pads hatten das nicht. Ich glaube, das entsteht, wenn das Cool-Mesh durch Bewegung auf der Haut reibt
Muß ich nochmal mit den Leder-Pads testen, hatte die nur kurz drauf.
ZeeeM
Inventar
#16 erstellt: 21. Aug 2022, 16:31
Bei mir war das bei beiden so. Mein QC35, der eine ähnliche Gelenkkonstruktion hat, der hat das nicht.
Kann sein, dass deiner das nicht oder noch nicht hat. Die Vorderbremsen meines E-Rollers haben auch erst nach 150km angefangen zu quietschen.



[Beitrag von ZeeeM am 21. Aug 2022, 16:35 bearbeitet]
sofastreamer
Inventar
#17 erstellt: 22. Aug 2022, 08:05
kann man die bremsklötze nicht ausrichten?
RobN
Inventar
#18 erstellt: 22. Aug 2022, 10:40

der_Lauscher (Beitrag #15) schrieb:
[das ist mir nur mit den Cool-Mesh-Pads auch aufgefallen, die Leder-Pads hatten das nicht.

Ich hatte es mit beiden. Mein Review folgt auch diie nächsten Tage auf jeden Fall noch, ist leider gerade etwas stressig ;-/
kempi
Inventar
#19 erstellt: 25. Aug 2022, 11:39
So, hier meine Eindrücke:
o Ich höre keinen Unterschied zwischen den Leder- und den Mesh-Pads — die App hat darauf auch keinen Einfluss. Allerdings fühlen sich meine Ohren mit den Mesh-Pads deutlich wohler bei den aktuellen Temperaturen. Allerdings muss ich bei beiden Pads nach einiger Zeit einen Druckausgleich machen.
o Bei klassischer Musik (z.B. https://philipglass....f-the-house-of-usher) dickt der Klassik-Mode die Bässe etwas zu sehr auf, zwischen Hifi-Mode und Stax-Mode höre ich keinen wesentlichen Unterschied.
o Bei aktueller Musik (z.B. https://youtu.be/-fOJJUQBPrY) finde ich den Klassik-Mode unangenehm, da werden die Bässe auch matschig, Cello und Kontrabass sind schwer zu unterscheiden. Den Hifi-Mode finde ich okay, aber erst im Stax-Mode bekommt die Trompete etwas glanz.
o Bei elektronischer Musik (z.B. https://youtu.be/Nl6bWvzLaHs) kann ich allen drei Modi etwas abgewinnen, je nachdem auf was ich achte. Allerdings bleibe ich doch meistens beim Stax-Mode hängen.
o Beim Vergleich mit meinem Lambda Pro mit ED-1 verliert der Edifier (im Stax-Mode) dann aber deutlich an Räumlichkeit und an Erkennbarkeit und Ortbarkeit der einzelnen Instrumente und Stimmen.
Alles in allem finde ich den Edifier im Stax-Mode ausgewogen und am besten. Ich könnte mir den als Kopfhörer für die Reise mit iPad als Quelle durchaus vorstellen.

Nachtrag: Ich habe den Edifier gerade noch mit meinem alten AKG K412P, den ich auf Reisen verwende, verglichen (mit https://youtu.be/DXDZnRlbtmg) und muss sagen, dass ich da nicht soooo viel Unterschied erkenne.


[Beitrag von kempi am 25. Aug 2022, 13:25 bearbeitet]
RobN
Inventar
#20 erstellt: 26. Aug 2022, 22:17
Mit etwas Verspätung liefere ich hier auch noch meine Eindrücke nach:

Der Edifier Stax Spirit S3 war komplett an mir vorübergegangen, bis ich zufällig über die Rundreise gestolpert bin. Da ich eh ein Fan jeglicher Planarhörer bin, er dazu auch noch geschlossen war und zu allem Überfluss auch noch eine kabellose Verbindung per Bluetooth bot war mein Interesse sofort geweckt: den wollte ich unbedingt hören, ganz klar.

Stirnrunzeln verursachte zuerst die Verwendung der Bezeichnung "Stax" - hmm. Edifier, ist das nicht ein Hersteller von PC-Lautsprechern und co.? Kurze Recherche ergab, dass sie tatsächlich vor einer Weile den japanischen Traditionshersteller übernommen haben. Ok, zumindest also führen sie den Namen zurecht, sollte vielleicht gar klangliches Know-How von Stax in dem Hörer stecken? Ein Grund mehr zur Neugier.

Optik/Verarbeitung
Der S3 besteht komplett Kunststoff und ich muss leider sagen, er wirkt durchaus günstiger als er tatsächlich ist. Als Außenstehender dürfte man ihn wahrscheinlich spontan kaum von einem der deutlich günstigeren Bluetooth-Hörer unterscheiden können. Was leider auch zu dem für mich eher wenig wertigen Eindruck beiträgt ist die Tatsache, dass es bei jeder stärkeren Kopfbewegung wie etwa beim "Grimassenschneiden" vernehmlich aus dem Bereich der Gelenke knackt und beim Wechsel der Polster der Blick auf augenscheinlich etwas grobschlächtig "zurechtgedengelte" Abdeckgitter über dem Treiber fällt. Aber gut, mein "echter" Stax Lambda wirkt vom Anfassgefühl her auch sehr billig. Tradition verpflichtet..?

Tragekomfort
Der Edifier ist für einen Magnetostaten sehr leicht, tatsächlich der leichteste den ich bisher getestet habe, und sitzt entsprechend recht angenehm auf der Schädeldecke. Allerdings dürfte der Bügel für meinen Geschmack etwas breiter sein, er hat doch eine ziemlich schmale Auflagefläche und drückte bei mir trotz des relativ geringen Gewichts nach einer Weile. Die Ausschnitte der Lederpolster sind für mich zudem so gerade eben groß genug, das hat er leider mit den meisten (halbwegs) mobilen Kopfhörern gemein. Die "Ice feeling" Stoffpads scheinen von den Ausschnitten her minimal größer zu sein, zumindest sitzt er damit einen Tick angenehmner als mit den Lederpads. Insgesamt ist der Tragekomfort für mich gut, aber nicht überragend.

Sonstiges
Zwei Dinge sind mir neben der Verarbeitung noch negativ aufgefallen:

Zum einen sind für mich die Steuerelemente etwas ungünstig platziert, da ich aufgrund des leichten Drückens den Hörer immer mal wieder ein wenig bewegen muss und dabei häufig an die Steuertaste gekommen und den aktuellen Song pausiert habe.

Zum anderen rauscht er bei Stille leider etwas. Nicht dramatisch, aber durchaus vernehmlich - das machten die anderen bisher gehörten BT-Hörer meist besser. Im Bluetooth-Betrieb scheint er zwar nach kurzer Zeit das Signal stummzuschalten und das Rauschen verschwindet, aber im kabelgebundenen Betrieb bleibt es dauerhaft. Wird dann aber, soviel muss ich fairerweise auch sagen, selbst von eher leiser Musik übertönt.

Stichwort kabelgebundener Betrieb: der Edifier muss immer eingeschaltet sein, auch wenn man ihn am Kabel nutzt. Der DSP ist also immer aktiv. Durchaus praktisch dabei ist, dass auch die Lautstärkeregelung dann aktiv bleibt was das einpegeln zum vergleichenden Umstecken deutlich erleichtert hat. Die Akkulaufzeit scheint hervorragend zu sein! Ich habe den Hörer von Markus mit knapp 80% Akkuladung bekommen und am Ende meiner Testwoche war er immer noch bei über 60% - ohne dass ich ihn zwischenzeitlich geladen habe, was im Übrigen per USB-C geschieht.

App
Die "Edifier Connect" App bietet die nötigsten Einstellungen, in erster Linie kann man hier den Modus (Sound effect) und die verwendeten Ohrpolster wählen, den Akkustand abrufen, die Funktionstasten (eingeschränkt) belegen oder den Kopfhörer ausschalten. Schön: man kann sich die Funktionstaste beispielsweise so belegen, dass man mit 3x Klicken den Soundmodus umschalten kann. Das funktioniert dann auch ohne App, wenn er z.B. mit einem stationären KHV per Kabel verbunden ist. Die einzelnen Soundmodi sind mit animierten Grafiken versehen, die aber nicht wirklich mehr Wert bieten als nett auszusehen. Praktisch: die App zeigt den laufenden Titel anderer Musikplayer-Apps (bei mir TIDAL) an und kann diese auch rudimentär steuern.

Teilweise scheint sie allerdings nicht ganz zuende übersetzt zu sein, manchmal meldete sie sich bei mir mit einer chinesischen Benachrichtigung, was auch immer dort steht.

Klang
Getestet habe ich zum einen am Smartphone mit Bluetooth-Verbindung per aptX HD mit TIDAL HiFi, zum anderen an meiner DAC+KHV-Kombi mit dem PC als Quelle und verschiedenem Material von MP3 320kb/s über FLAC bis Hi-Res. Zuerst einmal kurz zu den Soundmodi: es gibt drei wählbare "Sound effects", die sich klanglich unterscheiden: Classic Mode, HiFi Mode und Stax Mode. Vorab meine generellen Eindrücke zu diesen drei Modi:

Classic Mode:
Hier klingt er insgesamt leicht badewannig, mit angehobenen Höhen und insbesondere Bässen. Trotzdem bleiben die Mitten davon relativ unberührt und sind präsent.

Hifi Mode:
Nich etwas angehobenere Höhen, die Bässe sind deutlich zurückhaltender als bei Classic. Die Abstimmung der Mitten und Höhen gefiel mir etwas weniger, Stimmen hatten je nach Musikrichtung einen leicht nasalen Charakter.

Stax Mode:
Hier wird wohl versucht die Abstimmung der klassichen Stax-Hörer zu simulieren. Zusätzlich zu den frischen Höhen gibt es eine spürbare Anhebung der oberen Mitten, die mich tatsächlich etwas an meinen "Lambdapeak" erinnert. Allerdings fehlt die extreme Luftigkeit und Räunlichkeit, für die ich den offenen Elektrostaten so liebe. Der Bass ist insgesamt ähnlich abgestimmt wie im Hifi Mode.

Was alle Klangmodi eint ist ein recht schneller und sauberer Bass, auch wenn er im Classic Mode oft doch deutlich übermotiviert zur Sache geht. Aber dennoch dröhnt oder matscht er dabei nicht über Gebühr herum. Die Mitten sind generell angenehm und unverfärbt, abgesehen von dem schon erwähnten leichten näseln dass ich bei mancher Musik im Hifi Mode auszumachen gemeint habe. Die Höhen sind in jedem Modus ziemlich ausgeprägt und definitiv frei von jeglicher Zurückhaltung, oder aber zum Zischeln oder Sibilanz zu neigen. Die Auflösung ist tatsächlich ziemlich gut, es wird also nicht nur durch angehobene Höhen mit Effekthascherei versucht diesen Eindruck zu vermitteln.

Die Bühne war für mich nicht gerade riesig, aber gut gestaffelt. Auch die Räumlichkeit bewegt sich eher im Mittelfeld der bisher von mir gehörten geschlossenen Hörer: nicht übermäßig direkt und intim, aber man vergisst auch nie dass man einen Geschlossenen auf den Ohren hat.

Je nach Musikrichtung unterschieden sich die Eindrücke etwas und mir gefiel mal der eine und mal der eine andere Soundmodus besser. Hier einige kurze Eindrücke:

Bei Metal gefiel mir meist der Classic Mode am besten, auch wenn es oft mindestens etwas zu viel an Bass war. Im Stax Mode störte manchmal der Peak in den oberen Mitten, im Hifi-Mode die in meinen Ohren etwas unharmonische Abstimmung in den Höhen. Bei Elektro/Synthpop habe ich meist den Stax Mode bevorzugt, da es mit ohnehin schon bassbetonter Musik im Classic Mode schnell zu viel des Guten wurde. Schön wäre hier von der Bassmenge aber ein Miittelding zwischen Stax und Classic gewesen. Bei Pop schwankte es ziemlich und kam stark auf den jeweiligen Song an: mal war der Classic Mode mein Favorit, mal der Stax Mode. Bei Rock sah es ähnlich aus. Für beides Genres gilt: vor allem ältere, oft eher dünnnere Mischungen klangen häufig in Classic besser und profitiertem von dem extra Schuss an Bass, während moderene eher fette Abmischungen oft besser zu der Zurückhaltung im Stax Mode passten. Bei Klassik war ganz klar durchweg der Stax Mode mein Favorit, außer vielleicht bei Orgelmusik, die in Classic beeindruckender und mächtiger klang - wenn auch objektiv wohl doch etwas übermächtig (was aber auch Spaß machen kann).

Zu den unterschiedlichen Pads: generell hatte ich den Eindruck, dass mit den "Ice feeling"-Stoffpads der Bass ganz leicht zurückhaltender wird.

Im Vergleich zu einigen meiner anderen Kopfhörer
Verglichen habe ich mit einigen anderen geschlossenen Kopfhörern. Gerne hätte ich trotzdem außer Konkurrenz (da offen) meinen Stax Lambda hinzugezogen, speziell um den Stax Mode im Vergleich zu sehen - aber leider streikt bei dem gerade das Speiseteil, so dass auch die obigen Eindrücke nur aus der Erinnerung sind.

Bluetooth: BOSE AE2w.
Ja, ich weiß - Bose... Aber den AE2w habe ich geschenkt bekommen und er ist derzeit mein einziger Bluetooth-Kopfhörer, der aber außer Abends im Bett kaum Spielzeit bekommt.

Tragekomfort: bei Bose besser. Der AE2w hat zwar ähnlich große Polster, die aber tiefer und innen leicht angewinkelt sind, dazu wiegt er noch einmal deutlich weniger. Tatsächlich ist er der bequemste Geschlossene den ich kenne und kaum zu spüren. Die Verarbeitung wirkt etwas fragil und die Materialien nochmal schlichter als beim Edifier, allerdings knackt er nicht bei Kopfbewegungen.

Klang: tatsächlich etwas weniger Bass und Höhen. Die Mitten sind beim Bose ähnlich präsent aber verfärbter, insbesondere Stimmen sind etwas belegt und klingen beim Edifier deutlich natürlicher, freier und angenehmer. Dazu ist dieser insgesamt schneller, präziser und macht deutlich mehr Details hörbar. Der Bose bietet dafür die größere Bühne und Räumlichkeit. Die Abschirmung nach innen und außen ist wiederum beim Edifier etwas besser, der mir auch insgesamt klanglich deutlich besser gefällt - auch wenn der Bose zumindest im Bluetooth-Betrieb erstaunlich angenehm abgestimmt ist.

Denn hier gibt es einen ganz grundsätzlichen Unterschied: wie oben schon geschrieben sind beim Edifier Verstärkung und DSP immer aktiv, egal ob im BT- oder Kabelbetrieb. Beim Bose muss man das BT-Modul für den Kabelbetrieb abziehen, womit er quasi zu einem passiven AE2 wird - und klanglich im Vergleich zum ganz offensichtlich DSP-emtzerrten BT-Betrieb nochmal deutlich abfällt und damit dann wirklich schlecht ist. Dafür ist im Gegensatz zum Edifier auch im BT-Betrieb kein Rauschen zu vernehmen.

Kabelgebunden: AKG K371
Tragekomfort: insgesamt recht ähnlich. Gewicht, Größe der Ohrausschnitte, Sitz der (Kunstleder-)Polster und etwas zu schmaler Bügel. Die Verarbeitung ist beim AKG etwas besser, obwohl er auch hauptsächlich aus Kunststoff besteht. Generell nehmen sie sich nicht viel, aber: auch hier knackt nichts.

Klang: der AKG wibt mit Abstimmung nach Harman-Kurve und ist damit insgesamt deutlich wärmer abgestimmt. Mir oft schon zu warm und dazu -wohl nicht so wirklich Harman-konform - deutlich bassbetonter und aufgedickter, noch mal mehr als der "Classic Mode" des Edifier. Die Mitten sind durch die Abstimmung etwas ins Warme verfärbt, der Edifier ist also auch hier wieder deutlich natürlicher, dazu insgesamt heller und hochauflösender abgestimmt und wirkt schneller und knackiger. Räumlichkeit und Bühne sind ähnlich. Den K371 gibt es übrigens auch als BT-Version, die ich aber nicht kenne.

Kabelgebunden: Beyerdynamic DT770 Pro (250 Ohm)

Tragekomfort: besser, da die Ohrausschnitte größer sind und der Bügel breiter ist. Die Verarbeitung ist ebenfalls besser, auch wenn die Befestigung der Hörergabelm etwas wackelig ist. Habe ich schon erwähnt, dass es trotzdem nicht knackt...?

Klang: die Höhen sind nochmals angehobener als beim Edifier - egal in welchem Modus. Dazu sind die Mitten sehr stark abgesenkt, der Bass pendelt sich mengenmäßig irgendwo zwischen Classic und Stax ein, ist aber unpräziser und bolleriger. Der Edifier ist wieder mal schneller und sauberer und bietet deutlich mehr Details. Insgesamt empfinde ich die Abstimmung des Beyer als sehr unausgeglicken, stark badewannig und mit riesigem Mittenloch. Keine Frage, auch hier ist der Edifier ganz klarer Sieger. Räumlichkeit und Bühne sind immerhin auf ähnlichem Niveau.

Kabelgebunden: Audeze LCD-2 Classic Closed Back.

Tragekomfort: den LCD-2 empfinde ich als deutlich bequemer, obwohl er sehr viel schwerer ist. Dazu tragen wohl vor allem die weichen Riesenpolster und der Bügel mit breitem, abgesetztem Kopfband bei. Die Verarbeitung ist dann doch um Welten besser.

Klang: in puncto Bassmenge liegt auch der Audeze zwar näher am Stax Mode, bietet aber genau eben den zusätzlichen Kick, der mir beim Edifier je nach Musikrichtung fehlte oder mich manchmal unschlüssig zum Classic Mode wechseln und dort dann mit dem "zuviel" an Bass leben ließ. Die Höhen sind zwar auch nicht gerade zurückhaltend, aber im Vergleich wirkt der Edifier doch teilweise fast etwas spitz, beim Audeze sind die Höhen im Vergleich smooth und trotzdem brillant und mit noch mehr Details. Auch die Mitten sind besser und Stimmen natürlicher, das gilt ebenso für den nochmals definierteren und knackigeren Bass. Bühne und vor allem Räumlichkeit sind auch sehr viel besser und lassen mich manchmal fast das geschlossen Bauprinzip vergessen. Kurzum: hier hat der Edifier tatsächlich gar keine Chance.

Mein Fazit: der Edifier Stax Spirit S3 ist der mit Abstand beste Bluetooth-Hörer der mir bisher untergekommen ist - und gehört klanglich, abgesehen vom Audeze, auch mit zu den besten Geschlossenen die ich bisher testen konnte. Würde ich ihn mir kaufen? Jein. Mittlerweile habe ich wie gesagt den LCD-2 Classic, den ich auch gerade probehalber mit einem FiiO BTR5 Bluetooth-fähig gemacht habe, und der einfach nochmal so viel besser ist. Aber: eben auch zum insgesamt knapp dreifachen Preis! Wenn der S3 vor ca. einem Jahr auf den Markt und zum testen zu mir gekommen wäre hätte ich ihn wahrscheinlich gekauft und nicht weiter nach einem ordentlichen Geschlossenen gesucht.

Wer auf der Suche nach einem guten Geschlossenen im sehr interessanten und dünn besiedelten Preisbereich unter 500€ ist sollte ruhig mal ein Ohr riskieren. Unschön sind in erster Linie die erwähnten Negativpunkte: Rauschen im Leerlauf und Knacken bei Bewegung.

Und zum Schluss danke ich wieder einmal Markus für die Organisation dieser Rundreise und die Möglichkeit, auch diesen Hörer zu testen

Ediier App Ediier App 2 Ediier App 3

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LoyK
Stammgast
#21 erstellt: 06. Sep 2022, 20:46
Der Edifier Stax Spirit S3 hat mich sehr interessiert, da ich seit einiger Zeit den Audeze Mobius nutze und ihn sehr mag. Der Mobius klingt gut, lässt sich multifunktional einsetzen (Home-Office, Musik, Spiele, Filme, mit und ohne Kabel...) und wird deshalb bei mir wirklich viel genutzt. Er verwendet vermutlich sehr ähnliche Audeze Treiber, sodass eine gewisse Verwandtschaft mit dem S3 vorliegen sollte.

Das Problem beim Mobius ist, dass er für unterwegs schlicht nicht geeignet ist, da er dazu zu locker sitzt und auch vom Aussehen zu sehr "Gaming!" schreit. Hier dachte ich mir, dass der Spirit S3 eine gute Möglichkeit darstellen kann, den planaren kabellosen Sound auch unterwegs zu genießen. Die ersten Reviews und Messungen waren recht vielversprechend, da kommt Markus mit der Rundreise ums Eck...
Danke nochmal für die Testmöglichkeit @Steven_Mc_Towelie!

Verarbeitung und Komfort
Kommen wir gleich zu meinem mit Abstand größten Kritikpunkt am Spirit S3: Der Kopfhörer knarzt bei Bewegungen des Kopfes/Mundes sehr stark.
Ich habe ihn zuerst mit den Mesh-Pads aufgesetzt ohne Musik zu hören und direkt fiel mir auf, dass die Konstruktion zu wünschen übrig lässt. Er sitzt mir recht angenehm, aber das Knarzen habe ich unheimlich störend wahrgenommen und den Kopfhörer im Prinzip innerhalb der ersten Minuten disqualifiziert
Mit den Leder-Pads knarzte er etwas weniger, dennoch weiterhin zu störend, um ihn in eine engere Auswahl zum Kauf zu nehmen - sehr schade!
Die Frage ist natürlich auch, ob das Problem nur bei unserem Rundreise-Gerät auftritt oder dies ein generelles Problem des S3 ist. Da ich auch in anderen Foren ähnliche Kommentare gelesen habe, scheint es sich leider um ein allgemeines Problem zu handeln, das mehr oder weniger stark ausgeprägt auftritt und wahrgenommen wird.
Evtl. könnte man ihn mit WD40 einsprühen, aber das war mir beim Rundreise-Gerät dann doch zu heiß

Features, Konnektivität
An Codes wird leider kein LDAC unterstützt, was bei meinem (recht aktuellen) Samsung Handy dazu führt, dass "nur" normales AptX genutzt wird. Dies finde ich sehr schade und da weder aktuelle Google noch Samsung Smartphones AptX-Adaptive unterstützen, ist der Codec für mich von der Unterstützung der Quellgeräte nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Ich habe mir also einen AptX-Adaptive Dongle zugelegt, um die bestmögliche Übertragung sicherzustellen... Damit würde ich die Bluetooth-Übertragung definitv nicht als Bottleneck beschreiben, allerdings finde ich bei allen Codecs und korrekter Implementierung stellt dies nur einen marginalen Einfluss auf die Klangqualität dar ( Wer im Browser mal Codecs vergleichen möchte: KLICK )
Die App erfüllt ihren Zweck zur Umschaltung des Sound-Modes und der Anpassung an die genutzten Pads. Allerdings war die Benachrichtigung recht nervig und ich musste sie per Android deaktivieren (sie wurde mir immer angezeigt, auch wenn der Kopfhörer nicht verbunden war). Ich habe auch Berichte gesehen, dass die Akku-Nutzung der App recht hoch sein kann, d.h. aufpassen, wie viel Akku sie verbraucht! Leider gibt es keine Möglichkeit für Custom-EQ in der App.
ANC fehlt, was ich verschmerzbar aber schade finde - zumindest wenn es zuschaltbar ist, kann es je nach Situation eine wirkliche Bereicherung darstellen. Leisere Umgebungsgeräusche bedeuten im Endeffekt ein besseres SINAD bei gleicher Lautstärke ;-)

Sound
Ehrlich gesagt war ich etwas frustriert von der Verarbeitung und konnte den Sound des Kopfhörers nicht mehr gebührend genießen/testen...Und das obwohl durchaus Potenzial vorhanden ist. Die Audeze Treiber sind gut das Classic Profil gefällt mir, sodass man hier mit etwas EQ auf einen wirklich brauchbaren Sound kommt. Wenn ich regungslos stillgesessen habe, dann hatte ich wirklich Spaß mit dem S3

Fazit
Leider bin ich aufgrund des Knarzens nicht warm geworden mit dem Spirit S3 und kann deshalb nur empfehlen, dies selbst zu testen. Ich hatte ihn vor der Rundreise fast blind gekauft, da ich mit solchen Problemen nicht gerechnet habe. Hier zeigt sich wieder, wie wichtig ein eigener Test auf dem eigenen Kopf mit den eigenen Ohren ist und wieso 1000 gute Reviews diesen nicht ersetzen können...deshalb zu guter Letzt nochmal ein dickes Dankeschön für die Organisation der Rundreise!
John22
Inventar
#22 erstellt: 07. Sep 2022, 10:05
Wegen dem Knarzen-Problem: lesen die Firmen die KH für eine Rundreise zur Verfügung stellen auch die Reviews-Threads? Wenn ja hat jemand von dort schon mal darauf mit einem Kommentar reagiert?
Steven_Mc_Towelie
Inventar
#23 erstellt: 07. Sep 2022, 11:55
Der Händler ist informiert, wird das mal checken und das so an Edifier weitergeben, ob die das allerdings groß interessiert weiß ich nicht und kann ich mir auch nicht vorstellen, sonst hätten die den ja so nicht auf den Markt geworfen.

Wenn ich da was neues höre, gebe ich euch da natürlich eine Rückmeldung
Steven_Mc_Towelie
Inventar
#24 erstellt: 08. Sep 2022, 09:25
Rückmeldung

"Hi ....,

Thank you for your feedback.

We take this issue very seriously and already report to relevant department.

And we will keep you posted once we have any updates."

Wir können also davon ausgehen, dass man das Problem angeht.
ZeeeM
Inventar
#25 erstellt: 08. Sep 2022, 11:22
das Knarzen ist auch nicht auf das Rundreiseexemplar beschränkt.
Im Netz wird das häufig bemängelt.
sofastreamer
Inventar
#26 erstellt: 09. Sep 2022, 23:57
vielen Dank für die Rückmeldung Steven! Echt cool, wie sich manche hier kümmern!
der_Lauscher
Stammgast
#27 erstellt: 17. Sep 2022, 14:45
witzig, gestern sah ich im Supermarkt in einer "Wühlkiste" vor der Kasse einen BlueTooth-Kopfhörer liegen, Marke Grundig BT-096. Sah meinem Edifier Stax S3 total ähnlich, lediglich hat der auf der rechten Seite noch ein Bedienfeld und unten rechts den Ein/Aus-Schalter.
Die Aufhängung der "Ohrteile" sieht auch fast gleich aus Oben dann auch der Verstellmechanismus und das Lederpolster in der Mitte. Nur über die Akkulaufzeit konnte ich nichts heraus finden

Edifier Grundig

War schon am Überlegen mir den zu kaufen, um zu schauen, ob der auch knarzt Bei einem Anschaffungspreis unter 20 € !!!! (wow, was hatte der Edifier Stax S3 gleich wieder gekostet ) wäre auch nicht viel Geld "verschossen"
Aber zum Schluß klingt der auch noch ähnlich gut, dann würde ich mich doch wegen der Anschaffung des Edifier Stax S3 ärgern. Und so habe ich immer noch Freude mit dem S3, ja er knarzt bei Bewegungen etwas, da ich aber meist nicht rumlaufe und mich beim Hören auch nicht viel Bewege, fällt es auch nicht auf. Klanglich bin ich immer noch begeistert
blankev
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 17. Sep 2022, 15:54
Ähnlich? Nun, da gehen die Meinungen definitiv auseinander.
der_Lauscher
Stammgast
#29 erstellt: 18. Sep 2022, 08:17
mechanisch sind die jedenfalls ähnlich, wobei es so aussieht, daß der Grundig sogar "Knarz-Vermeider" hat.
Meiner Erfahrung nach kommt das Knarzen beim Edifier von:
1. die Pads, egal ob Leder oder Mesh, machen ein Geräusch beim Zusammendrücken auf die Trägerplatte
2. das Lederpolster ganz oben macht ebenfalls ein Geräusch, wenn es mit dem Bügel zusammengedrückt wird
Beides kann mit den Händen leicht nachvollzogen werden.
Dieses Reibgeräusch ist zwar sehr leise, wird aber beim Tragen des Kopfhörers verstärkt und macht dann diese dumpfen Geräusche.
Habe das mal farblich rot markiert, beim Grundig gehen die Pads über die Trägerplatte sowie oben das Polster komplett über den Bügel, grün markiert. Hier dürfte kein Geräusch entstehen.
Das Bild ist leider ganz schön klein von der Auflösung
Edifier Grundig 2

Ich wüßte auch nicht, wie Edifier das auf die Schnelle abstellen könnte, ohne eine grobe Konstruktionsänderung. Abwarten, vielleicht kommt ja noch was
Steven_Mc_Towelie
Inventar
#30 erstellt: 18. Sep 2022, 08:29

der_Lauscher (Beitrag #27) schrieb:

Aber zum Schluß klingt der auch noch ähnlich gut, dann würde ich mich doch wegen der Anschaffung des Edifier Stax S3 ärgern.

Das wird nicht der Fall sein
Die meisten BT-Kopfhörer basieren auf der gleichen Konstruktion, du wirst noch etliche finden, die so, oder so ähnlich aufgebaut sind und auch gleich aussehen.


[Beitrag von Steven_Mc_Towelie am 18. Sep 2022, 08:29 bearbeitet]
Blechdackel
Inventar
#31 erstellt: 18. Sep 2022, 18:31
Einleitung

Die Teilnahme an dieser Testreise, die ich so erst mal nicht angestrebt hatte, ergab sich spontan, da ein anderer Teilnehmer absprang. Edifier war mir als Audiohersteller chinesischer Herkunft bisher kein Begriff. Auch war mir bisher nicht bekannt, dass man 2012 den legendären japanischer Hersteller von elektrostatischen Kopfhörer – Stax - übernommen hatte. In diesem Jahr brachte Edifier für das eigene Programm einen magnetostatischen Kopfhörer der geschlossenen Bauweise heraus, der für seine 399 € mit einem hochinteressante, reichhaltigen Paket daher kommt. Auf der klanglichen Seite verbinden die Chinesen die klanglichen Ideale der Tochter Stax mit Planarmagnetischen Treiber aus dem Hause Audeze. Equal Mass, Uniforce, Fluxor und Fazor bezeichnen beeindruckend technologisch klingend die einzelnen Bestandteile dieser Treiberbestandteile.

Es besteht die Wahl konventionell über Kabel zu hören oder kabellos über Bluetoothtechnologie. Und das nach Aufladung mittels USB-C Ladekabel sogar bis zu 80 Stunden und damit nicht genug, gibt es zwei verschiedene Polster(Kalbsleder, Meshstoff)-

Auf die Bluetoothtechnologie gehe ich im Detail gar nicht mehr ein, weil ein anderes Feature von mir im Test genutzt werden wird. Aber dazu mehr in der Klangbeschreibung.

Ausstattung und Verarbeitung

Zu ersterem habe ich schon einiges vorweg genommen. Im Gegensatz zu den Monoprice Monolith hat Edifier das wertige Case recht klein und kompakt gestaltet. Der Kopfhörer lässt sich auch entsprechend zusammenfalten. Schon die Verpackungsschachtel deutet an, dass Edifier mit seinem Stax Spirit S 3 gehobenere Ambitionen, als die schon zahlreich vorhandene Konkurrenz im Bereich der Blutooth Kopfhörer anstrebt und dies zu einem manierlichen Preis. Dies wird anders, als der Name Stax Spirit es vage vermuten lässt nicht in der Produktion der japanischen Tochter realisiert, sondern in einer chinesischen Produktion. Aber die üblichen bekannten Stax Preise ließen dies schon vermuten.

Insgesamt hat man eine überzeugende Material- und Verarbeitungsqualität hinbekommen. Auch der verwendete Kunststoff entspricht der platzierten Preisklasse. Wäre da nicht ein kleiner schon von anderen Testteilnehmern erwähnter Punkt. Tatsächlich knackt es etwas beim Aufsetzen und beim Bewegen mit dem Kopf irgendwo im Bügel der Edifier. Aber für mich hielt sich das in tolerablen Bereichen. Dagegen gab es beim Berühhren des Anschlusskables mikrofonische Effekte. Tja.

Mit der schimmernden, metallischen Oberflächengestaltung und dem in hellem Messington abgesetzten stilisierten S(tax) Symbol gab man im Design dem Stax Spirit S 3 sogar noch einen optischen eigenen Erkennungswert mit auf den Weg.

Tragekomfort und Praxis

Der Anpressdruck liegt irgendwo in der Mitte und wenn man in meiner bevorzugten Hörhaltung einmal den Edifier sicher platziert hat, damit er nicht verrutscht, dann trägt er sich sehr angenehm und an das leichte Knacken, kann man sich, wie schon erwähnt, gewöhnen.

Gewöhnungsbedürftig ist hingegen für mich, als jemand der konventionelle Hifi Hörer für den gediegenen Heimgebrauch gewohnt ist, was die reichhaltige Technik dieses Produktes mit sich bringt. Auch wenn man ihn per Kabel an die Buchse seines Hifi-Verstärkers oder Kopfhörerverstärkers angeschlossen hat, will der Edifier extra eingeschaltet werden. Es meldet sich eine apart wie sonor klingende Frauenstimme „Power on“. Willkommen in der neuen Hifi-Welt. Das kleine Bedienungsheftchen das sämtliche europäische Sprachen und weitere internationale Sprachen vereinen zu scheint, gibt immerhin teilweise Aufschluss, was einem an Bedienungsmöglichkeiten geboten wird.

Ausschließlich genutzt wurden davon von mir die drei Klangmodi „Classic“, „Stax“ und „Hifi“. Anders als erst vermutet, musste ich keine Application auf meinem Rechner aus dem Netz runter laden. Genauso wie die charmante Frauenstimme, stecken die Modi auf irgendeinem Chip im Kopfhörergehäuse. Kühne Pläne den Edifier auch noch per Blutooth bzw. kabellos mit meinem smarten mobilen Begleiter Gigaset GS 185 zu verbinden, verliefen sich dann beim eifrigen Klangvergleichen unterschiedlicher CDs und Youtube Musikvideo an einem Sonntagnachmittag. Erstmals kam bei einem Kopfhörersgastspiel auch mein inzwischen schon älterer Dell Rechner mit seinem Onboard-Soundchip mit zum Einsatz. Ansonsten wurde auf bewährte Hifi-Technik gesetzt und hier vor allem auf die Kombi Amity HPA 1 V mit Marantz CD 42 mk II.

Klangeindrücke

Wie der hohe angestrebte Anspruch schon hoffen ließ, hörte man ein impulsschnelles, akkurates Klangbild, dass tatsächlich auf jede effekthaschende und allzu massen-taugliche Abstimmung in Form von angehobenen Höhen und Tiefen in der Grundeinstellung ohne Klangmodi verzichtete. Stimmen klangen überzeugend natürlich und dabei gab es keine herausstechende Sibilanten. Vielseitig und mit spielerischer Freude und Leichtigkeit ließen sich Contemporary Jazz etwa von Triosense oder Charlie Haden/Brad Mehldau genauso hören wie klassischer Rock von Dire Straits bis zu Elekronik oder Soul Funk von Massive Attack und Jamrioquai. Schwächen die Musikproduktionen hier und da zeigten, deckte der Edifier ganz klar auf.

Die räumliche Darstellung geriet für ein geschlossenes System keineswegs zu eng oder zu schmal und unter günstigen Voraussetzungen gelang dem Stax Sprit S 3 sogar eine Außerkopflokalisation. Nur eine wirkliche Tiefenstaffelung gelingt einem Beyer T 90 doch deutlich ausführlicher und dreidimensionaler.

Bei dem Experiementieren mit den drei Klangmodi empfahl sich Classic für grundtonzurückhaltende CDs aus den 80ern. Der Stax Modus passte öfter für jüngere Musikproduktionen und Elektronik und naja der Hifi Modus schien in den oberen Mitten und unteren Höhen einfach etwas angehoben. Bei „Telegraph Road“ von Dire Strais machte ich immerhin die Feststellung, dass die Youtube Version(offizielle von Dire Straits) mehr Höhen aufwies, als die CD(Remaster des Albums „Love over Gold“ von 1996).

Fazit

Mit Stax Genen und magneotstatischer Technik von Audeze, sowie einer eigenen dezenten Designnote, sowie reichlicher und interessanter Technikausstattung hat Edifier da ein interessantes Konzept da zusammengestellt. Auch wenn es ganz interessant war mit den Klangmodi zu spielen, für die weiteren Funktionen die geboten werden, besteht bei mir doch kein wirklicher Anreiz, da ich es konventionell bevorzuge und nur zu Hause höre.

Für die gute Organisation von Steven Mc Towelie und die Möglichkeit diese (für mich) etwas andere Art von Kopfhörertechnik zu testen, möchte ich mich herzlich bedanken.


[Beitrag von Blechdackel am 18. Sep 2022, 18:38 bearbeitet]
der_Lauscher
Stammgast
#32 erstellt: 19. Sep 2022, 15:18

Blechdackel (Beitrag #31) schrieb:
und dem in hellem Messington abgesetzten stilisierten S(tax) Symbol gab man im Design dem Stax Spirit S 3 sogar noch einen optischen eigenen Erkennungswert mit auf den Weg.

stimmt
Detail 165
frix
Inventar
#33 erstellt: 20. Sep 2022, 08:02
Einleitung
Den Namen Edifier Stax Spirit S3 hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Die Marke Edifier war mir aber als Budget (Computer-) Audiomarke ein Begriff. Was jedoch der Name "Stax" im Produktnamen zu suchen hatte fand ich direkt kurios und hat mich neugierig gemacht.
Nach kurzer Recherche stellte sich raus, dass die Traditionsmarke Stax vor geraumer Zeit von Edifier aufgekauft wurde.
Aber was hat der Kopfhörer nun mit Stax zu tun?
Im Prinzip erstmal nur den Namen, da es sich nicht um einen elektrostatischen BT Kopfhörer handelt, sondern um einen magnetostatischen.
Stax produziert aber keine magnetostatischen Kopfhörer. In der Produktbeschreibung gibt es dann die nächste Überraschung.
Und zwar ist ein weiterer Hersteller involviert, der die Treibertechnologie beisteuert: Audeze.

Man kann wohl mit gutem Gewissen behaupten, dass Audeze einer der Schwergewichte in Sachen magnetostatische Kopfhörer ist und die Treibertechnologie über die Jahre entscheidend mit Innovationen vorangetrieben hat.
Man hat also keinen Stax Treiber im KH aber zumindest auch einen Flächenstrahler.
Das ist insofern ungewöhlich, dass sich magnetostatische, BT-Kopfhörer an einer Hand abzählen lassen.
Soweit ich weiß gibt es von Audeze selbst zwei Modele, dann gibt es noch den Drop Panda und noch einen offenen Hifiman Ananda BT (jedoch durch das offene Prinzip ein anderes Einsatzgebiet und Zielgruppe)

Optik, Verarbeitung Zubehör
Optisch finde ich den S3 ok, sieht aber jetzt nicht unbedingt nach Premium BT-Kopfhörer aus.
Das Kopfband und generell die faltbare Bügelkonstruktion erinnern mich stark an meinen alten
Sony MDR 1000x. Die Karbonfolienoptik auf der Ohrmuschelaußenseite ist auch nichts neues und wirkt uninspiriert. An sich ist er ganz ordentlich verarbeitet, aber es ist überwiegend Plastik verbaut.
Das Transportcase geht in Ordnung, kompakt und ausreichend stabil. Ein USB-C Kabel zum laden und ein gesleevtes Audiokabel 3,5mm Klinke Kabel zu direkten Verbindung liegen mit dabei.
Sehr schön, dass man zwei Sets Earpads bekommt. Zum einen übliche Pleather Pads und zum anderen eher ungewöhnliche mit einem Textil bezogene Gel-Pads.

Komfort und Isolation
Der Kopfhörer ist etwas schwerer (330g) als vergleichbare Sony und Bose Kopfhörer. Das extra Gewicht kommt durch die verbauten magnetostatischen Treiber zustande. Auch für einen mobilen KH ist das aber alles noch vollkommen in Ordnung und nicht zu schwer. Zumal der Kopfhörer wirklich sehr bequem sitzt. Meine durchschnittlich großen Ohren haben in den Muscheln ausreichend Platz.
Der Anpressdruck ist gut ausbalanciert und insbesondere die extra beigelegten Gel-Pads finde ich nochmal ein spur angenehmer zu tragen.
Formen sich wunderbar an den Kopf an und bieten die ersten paar Minuten tatsächlich ein eher kühlendes Gefühl.
Würde mir wünschen, dass noch mehr Hersteller sich für diese Art von Pads interessieren würden.
Ein Nachteil hat die Kopfhörerbügelkonstruktion aber leider: Sie neigt zum leichten Knarzen bei Kieferbewegungen.
Find ich persönlich jetzt kein Dealbreaker, aber es bleibt ein kleines Manko.

Der Kopfhörer bietet im Gegensatz zur ähnlich bepreisten Konkurrenz kein ANC. Schall wird nur passiv gedämpft.
Die passive Schalldämpfung bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau.

Bedienung, Verbindung und Akku
Der Kopfhörer hat sich problemlos mit meinem Smartphone über BT koppeln lassen und ist mit BT v5.2 und diversen Apt-x Codecs und Multi-Point auf einem guten stand der Technik.
Konnte leider in der kurzen Zeit die Verbindung nur in der Wohnung testen. Da hatte ich aber gar keine Probleme mit Aussetzern oder sonstigem.
Die Bedienung über haptische Tasten am KH finde ich gut gelöst.Bin kein großer Fan von den Gestensteuerung am KH.
Der Akku soll laut Hersteller bis zu 80h halten, dass sie schon gewaltig lange. Die Zeit das zu überprüfen hatte ich aber nicht
Aber ok es gibt auch kein ANC, dass zusätzlich am Akku saugt.


Klang
Getestet habe ich ausschließlich im BT Modus, da dies bei einem portablen BT Kopfhörer der Haupteinsatzzweck ist.
Der Stax Spirit S3 bietet ab Werk drei Klangmodi mit jeweils unterschiedlicher Abstimmung: "Classic", "Hifi" und "Stax".

Die ersten Eindrücke waren erstmal unspektakulär. Der "Classic" Modus bietet den meisten Bass. "Hifi" am wenigsten und der "Stax" Modus liegt irgendwo dazwischen.
Je nach Musikrichtung find ich "Classic"oder den "Stax"am besten.
"Hifi" ist mir für einige Musikrichtungen dann doch zu dünn.

Dennoch kann man sagen, dass der KH generell einen angenehme, nicht nervige Klangbalance bietet.
Ordentliche Mitten mit genug "pinna gain" und einen feinen aber nicht zu vordergründigen Hochton.
Im gegensatz zu den meisten üblichen Mainstream BT Kopfhörern liegt hier der Fokus nicht alleine auf wuchtigem Bass.
Anfangs fand ich den Klang eher wenig mitreißend. Nach längerem hören weiß man jedoch die unaufgeregte und einigermaßen neutrale Spielweiße zu schätzen. Ein guter Allrounder für lange Höhrsessions, der sich durch die Modi auf die schnelle etwas anpassen lässt

Die Auflösung liegt auf wirklich guten Niveau und kann sich im Hochton von den üblichen dynamischen Treibern absetzen.
Dennoch wirkt der Klang gleichzeitig aber belegt und es fehlt etwas die Durchhörbarkeit im Bass und den unteren Mitten.
Der Bass hat jetzt nicht unbedingt einen besonders wuchtigen Punch und schmiert gleichzeitig etwas in die unteren Mitten rein (in allen drei Modi)
Ich denke daraus ergibt sich der etwas warme, bedeckte und eher unspektakuläre Klangeindruck.
Die Bühne und die räumliche Darstellung finde für einen geschlossenen BT KH durchschnittlich.

Fazit
Der Stax Spirit S3 ist im Bereich der BT Kopfhörer sicher eine sehr gute Wahl wenn einem die oben genannten Klangeigenschaften zusagen.
Wenn einem ANC nicht wichtig ist, dafür aber eine lange Akkulaufzeit, sollte man ihn bei einer anstehenden Anschaffung eine Chance geben.
Dazu ist er bequem und bietet ein kompaktes Packmaß für unterwegs.

Mir persönlich fehlt aber dennoch etwas Klarheit im Klang im Bereich zwischen Bass und Mitten.
Aber bei allen anderen BT Kopfhörern habe ich ebenfalls diverse Defizite im Klang zu beanstanden.

Auch hier möchte ich mich wieder bei Steven_Mc_Towelie für die Organisation der Rundreise bedanken.
RunWithOne
Inventar
#34 erstellt: 27. Sep 2022, 20:54
Ein (Edifier) Stax in BT oder ohne zusätzliches Speiseteil einfach am DAP betrieben, das hat mich natürlich neugierig gemacht. Im Wesentlichen stimmen ich mit den bisherigen Reviews überein, Drum kann ich mich kurz fassen:

Der Inhalt der schwarzen Box offenbart neben den notwendigen Kabeln ein kleines stabiles Hardcase und ein Paar weiterer Ohrpolster.
Der KH selbst ist nicht zu schwer und passt sehr gut auf meinen Kopf. Das Kopfband könnte etwas weicher sein. Aber es gibt in dieser Hinsicht unkomfortablere Mitwettbewerber, beispielsweise meinen Sennheiser Momentum wireless 3. Ein Wireless Kopfhörer ist für den mobilen Einsatz, zumindest für Nutzung in der Bewegung gedacht. Das ist jedoch nicht wirklich seine Stärke, da er vor allem links ziemlich knarzt. Da reichen schon kleine Bewegungen des Kopfes oder der Mimik, schade eigentlich. Die Reichweite ist sehr gut, die Stabilität der BT-Verbindung ebenfalls.
Grundsätzlich hat mir die Einstellung Classic am besten gefallen. Hifi verstärkt die Höhen und auch den Bass zu sehr. Der Stax Mode ist mir in den Mitten zu anstrengend. Den Gaming Modus habe ich kurz angetest. Der Klang wird merklich "wuchtiger". Ich habe jedoch keine Zeit zum zocken gefunden.
Am Edifier waren die Mesh Cool Pads aufgezogen, mit denen ich per BT nicht "warm" wurde, warm im musikalischen Sinne. Daran hat sich auch im Laufe des Tests nichts geändert. BT und die Cool Pads waren mir einfach zu unterkühlt. Mit den Lederpads und der App Einstellung Mesh war ich mobil sehr zufrieden. Die DSP Einstellung Lederpads war allerdings zu muffelig. Aber erlaubt ist was gefällt. Also blieb es hier bei der Auswahl Mesh. Die Mitten waren mit den Lederpads leicht zurückgenommen und damit niemals ermüdend. Ziemlich trocken im Bass und sehr angenehm in den Höhen spielte er mir im Classic Mode jede Menge Details ins Ohr. Auch wenn die Abstimmung im Keller ein klein wenig zu fett war. Unterwegs ist das nicht unbedingt er Problem. Die passive Isolation mit den Lederpads ist gut, erreicht ein ANC natürlich nicht. Trotz der inzwischen kühlen Jahreszeit wurde es mir unter den Lederpads mit der Zeit zu warm. In der Beziehung machen die offeneren Mesh Cool Pads ihrem Namen alle Ehre.
Neben dem SF war meist der DAP per Kabel Zuspieler. Hier drehten sich die Verhältnisse. Die Mesh Pads mit der DSP Einstellung Mesh sind hier mein klarer Favorit. Insgesamt habe ich wohl mehr als eine komplette Akkuladung damit gehört. Das hat neben dem Penon Serial noch kein Rundreisekandidat geschafft. Per Kabel konnte der kleine Planare nochmals ein Schippe drauf legen. Alles klang noch ein wenig transparenter und aufgeräumter. Trotzdem war kein Anflag von Schärfe in Mitten oder Höhe wahrnehmbar, der Bass tönte nochmal subtil straffer und federnd. Musikalisch insgesamt ein überzeugendes Debüt.

Fazit
Der Edifier Stax Spirit S3 ist ein kleiner Over Ear der mir klanglich sehr zusagt, sowohl am per BT am SF (Lederpad, DSP=Mesh) wie auch am DAP (Cool Pads, DSP=Mesh). Die Darbietung der Musik ist sehr aufgeäumt und transparent. Die fehlende Schärfe, die ich oft bei anderen Planaren gehört habe, gepaart der sprichwörtlichen Leichtfüßigleit, haben mich wirklich angenehm überrascht. Ich werde ihn auf meine Watchlist setzen. Negativ ist das von allen Testern beschriebene Knarzen schon bei geringen Kopfbewegung und in auch in der Bewegung. Ein ANC wäre bei einem modernen BT-KH natürlich wünschenswert. Bei dem tollen Klang kann man jedoch über das Fehlen hinwegsehen. Ich hoffe auf eine Revision, die sich insbesondere der Problematik der Nebengeräusche annimmt.

Besten Dank an unseren Organizer Steven.
ZeeeM
Inventar
#35 erstellt: 28. Sep 2022, 04:15
Moin Moin,

das Knarzen scheint generell ein Problem zu sein und wird auch bei anderen Tests bemängelt.
ich frage mich, wie wäre die Gesamtbeurteilung, wenn man nicht wüsste, dass die Treiber aus dem Hause Audezee kommen.
Mir kommt es ein bisschen vor, wie ein Koch, der für das Gericht gute Zutaten gewählt hat, aber mit der Zubereitung noch üben muss.
Kann man ggf. in einem separaten Thread diskutieren.



[Beitrag von ZeeeM am 28. Sep 2022, 04:17 bearbeitet]
the_det
Inventar
#36 erstellt: 25. Okt 2022, 05:02
Hallo zusammen,

für den Edifier bin ich noch eine kurze Besprechung schuldig. Das will ich nun nachholen.

Ein paar Bemerkungen vorweg: Der Edifier S3 Stax passt eigentlich nicht in mein Beuteschema. Elektrostat ist toll, geschlossen ist toll, aber Bluetooth brauche ich nicht. Ich habe bereits einen Hifiman Deva BT, und der hängt so gut wie arbeitslos am Bügel. Weil der Edifier bei mir Brummprobleme im Kabelbetrieb gezeigt hat, habe ich ihn ausschließlich als Bluetooth-KH verwendet - und somit fast nur mit meinem Deva verglichen.
Wieder werde ich mich nicht mit Verpackung, Unboxing etc. aufhalten, sondern gehe direkt in medias res und fange mit dem Tragekomfort und der Passform an.

Im Gegensatz zu den meisten Geräten der Monoprice-Rundreise passt der Edifier ganz gut auf meinen Kopf. Die Ohrpolster dürften ein bisschen größer sein (ich mag die riesigen Schüsseln der Hifiman-KH), aber das ist auch alles, was ich zu bemängeln habe. Ich habe ausschließlich mit den Leder-Polstern gehört, die ich als sehr bequem empfinde. Trotz der geschlossenen Bauweise habe ich keine heißen Ohren bekommen. Zur Qualität des Kabels kann ich nichts beitragen.
Klanglich fand ich ihn zunächst etwas aufdringlich, weil er obenrum etwas frischer klingt als mein Deva und auch etwas tiefer in den Keller geht. Dadurch wird der Klang natürlich etwas Badewannen-artig. Trotzdem bleiben die Mitten schön klar und durchhörbar. Beim Umschalten auf den Deva fehlten mir dann aber die Höhen und Bässe. Der Edifier klingt im Vergleich etwas lebendiger. Auch Staging und Imaging sind für meinen Geschmack sehr gut - trotz der geschlossenen Bauform.
Ich habe ein bisschen mit der App gespielt, bin aber in den Einstellungen bei Leder-Pads und Classic geblieben. Als ich dann noch im Equalizer die Höhen und Bässe ein wenig eingefangen habe, spielte der Edifier so, wie ich es mir wünschte.

Zum Schluss halte ich also fest, dass es ein ziemlich gut klingender, ziemlich bequemer Kopfhörer mit einigen Verarbeitungsmängeln ist. Ich hatte Kabelbrumm (aber da war ich wohl der Einzige...) und der Bügel hat Knarz-Geräusche gemacht (okay, Testgerät, durch viele Hände gegangen und mit etwas Öl an der richtigen Stelle zu reparieren). Die App hätte für mich keinen Mehrwert, ich habe alles mit EQ gemacht. Insgesamt wäre er für das, was er bietet, etwas zu teuer für mich - da würde ich beim Deva bleiben, den ich jetzt auch wieder mehr nutze Aber ich weiß auch, dass ich immer noch auf der Suche nach einem guten und bezahlbaren geschlossenen Kopfhörer bin. Nur Bluetooth müsste er nicht haben.

Vielen dank fürs Durchhalten und viele Grüße
Det
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