Review: Grado GS1000e (mit Bildern)

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Hoegaardener70_
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 11. Apr 2018, 11:18
Hi an alle! Ich bin neu hier im Forum und habe mich angemeldet, um mich über meine Kopfhörer zu informieren. Einer davon ist der Grado GS1000e, zu dem ich wenig Aktuelles gefunden habe. Also trage ich mal mit einer Rezension bei. Es sei angemerkt, dass mein DAC/KHV für viele hier im Forum ein no-no sein könnte, aber das ist nun mal meine Quelle, wobei der Grado direkt mit einem Sennheiser HD800S verglichen wird. Benutzt wurden der Creative X7 mit einem eingebautem Burr-Brown-PCM1794 und ein NextDrive Spectra 32bit, und die Musik im Flac-Format (normal und Hi-Res).

Grado GS1000e
Der Grado ist wirklich ein exotischer KH und ist klar als ‘nicht-industriell‘ vom Design her konzipiert. Aber erst einmal der Reihe nach: Der GS1000e kommt in der oft beschriebenen ‘Pizza-Box’, und die verheißt nichts Gutes, es ist einfach ein Pappkarton mit schwarzem Fuellmaterial, die gesamte Verpackung wirkt irgendwie ... bewusst home made. Darin liegt dann der KH, wobei erst mal die ebenfalls aus schwarzem und billig wirkenden Schaummaterial bestehenden Ohrmuscheln (oftmals als ‘salad bowls’ bezeichnet) auffallen. Wie man auf den Bildern sieht habe ich mir ebenfalls die traditionell geformten L-Muscheln besorgt. Klanglich gefallen mir die Salatschüsseln besser und sie sind auch angenehmer zu tragen (die L-Muscheln sehen aber m.E. wesentlich besser aus).
IMG_7317Grado mit ersetztem Headband

Überrascht haben mich vor allem die Einfachheit der Bügelkonstruktion, und auch hier kann man nicht von einem wahren Premiumprodukt sprechen. Das beigefügte Lederband ist recht empfindlich und ebenfalls von etwas mangelnder Qualität, aber hier ist ein von mir angeschafftes Schaf-Lederband eine tolle Alternative, die sich gut anfühlt und wesentlich besser zu reinigen ist als das Original. Übrigens habe ich auf Bildern gesehen, dass in der neuen Version das Band schwarz und aus Nappaleder ist - der Wechsel hatte bestimmt auch seinen Grund)). Eine wahre Pracht sind jedoch die über dem Driver angebrachten Mahagoni Gehäuse, die dem Grado sein spezielles Aussehen verleihen. Das Holz ist dabei wesentlich leichter als es auf den Bildern aussieht, und wirkt, zumindest bei mir, auch heller. Es macht Freude, es mit Olivenöl zu pflegen, der gesamte Hörer bestehend aus dem Holzteil und dem Driver wirkt wertig und ... erfrischend anders als ein “traditioneller” KH. Auch ist der KH mit seinen 240gr angenehm leicht.

Wenn da nicht die Kabel wären. Hier ist - und ich habe das nirgendwo anders gelesen, es war also wirklich ein Schock - eines der größten Design-Desasters zu bemängeln, das mir jemals bei einem so teuren Produkt untergekommen ist. Der KH kommt mit einem wirklich fetten Kabel - ich meine hier Verlängerungskabeldick - das dann mit einer unglücklich gestalteten Y-Buchse getrennt wird, um dann wiederum per Kabel mit dem Driver fest verbunden zu sein. Dies ist vielleicht einem hohen audiophilen Anspruch geschuldet - keine Kompromisse, kein Verlust - aber Design-technisch ist es eine echte Katastrophe. Das Kabel ist mindestens 500 Gramm schwer und somit eine Belastung beim Tragen der an sich superleichten KH, sie ziehen ihn nach unten. Die Kabel sind unflexibel und lassen sich kaum aus den Weg drehen, so dass sie ständig im Weg sind.
IMG_7335

All dies tritt in den Hintergrund, wenn man den KH aufsetzt und die richtige Musik auflegt. Ich würde - und hier scheiden sich die Geister dann sehr - eindeutig klassische Musik zählen, und ebenfalls Folk/Gitarren und Gesangsorientierte Musik. Hier - es fehlen mir die technischen Worte und auch Messungen hierzu - geht der Grado einfach ab. Es ist eine Mischung aus einem sehr Höhen-betonten Klang im unteren und mittleren Bereich gepaart mit einer lebendigen Dynamik und einem angenehmen aber nicht überzogenen Bass. Bei Beethoven’s Violin Sonata 4/ A Minor ist das Klavier lebendig, und die Violine in vollen Volumen präsent - und dies insbesondere auch bei unterer bis mittlerer Lautstärke. Die Musik wirkt dynamischer als mit dem HD800S, und die Zeichnung der Instrumente ist noch etwas feiner. Das Räumlichkeitsgefühl des Grado ist sehr gut, wenn auch nicht ganz so hervorragend wie mit dem HD800S. Bei Folk-orientierten Klängen wird die hohe Mittelbetonung des Grado sehr belebend, Stimmen kommen fantastisch rüber, wenn sie mit Gitarren und Percussions gepaart sind. Auch hier würde ich den Grado mit einem Sennheiser HD800S gleichsetzen, oder sogar vorziehen.

Also ein top-Kopfhörer, der einem HD800S schlägt? Leider Nein! Das Hauptproblem des Grado sind seine eingeschränkte Nutzbarkeit, denn die starke Höhenbetonung im gesamten Spektrum funktioniert fantastisch mit der richtigen Musik, und führt zu dem oft beschworenen “musikalischen Ton” des Grados. Und bei anderer Musik wirkt dieser ganz und gar nicht. Bei Metal (meine Leidenschaft neben Klassik) und auch Rock kommt der Grado nahezu billig rüber, die Höhen sind einfach zu stark, die Gitarren haben klirrende “Spitzen”, und ein Aufdrehen der Lautstärke macht alles nur noch schlimmer da der Bass ebenfalls fehlt. Hier ist der Sennheiser absolut überlegen - zwar ist dieser auch nicht gerade für diese Musik gemacht, aber er zeichnet ein treu-verlässliches Bild der Quelle ab, und zeigt eine sehr solide Performance. Der Grado GS1000e macht mit dieser Art Musik keinen rechten Spaß.

Alles in allem ergibt sich also ein recht gemischtes Bild: Ein interessant gestalteter KH mit Retro-Look, der unter den dicken Kabeln leidet. Ein exzellenter Performer bei Klassik und Stimmen/Gitarren/Percussion-betonter Musik mit starkem Charakter und Instrumententiefe, der bei Rock viel zu höhenlastig ist. Mein Fazit ist somit, für Querbeet-Hörer ist der Grado nicht geeignet. Sollte man jedoch ausschließlich Klassik und Folk als Quellenmaterial haben und den Wunsch nach einem Liebhaberobjekt zu haben, der sollte sich den GS1000e genauer ansehen und anhören.

Ich bin unschlüssig, ob ich den GS1000e behalten soll. Für mich ist der HD800S mein ultimative ReferenzKH, der auch in Bezug auf Komfort nichts zu wünschen übrig lässt.
Der Grado ist insbesondere wegen der Kabel wesentlich weniger komfortabel. Andererseits ist der GS1000e eine Art Ausnahme, ein unmögliches Design mit Charme, das dazu einlädt, mit Lederbezügen zu experimentieren und ultimativ ein Modding Projekt voranzutreiben, um die Driver zum Beispiel mit HD800S kompatiblen Steckern zu versehen.
Pd-XIII
Inventar
#2 erstellt: 11. Apr 2018, 11:44
Danke für die schöne und lesenswerte Beschreibung. Deckt sich in vielerlei Hinsicht zu meinen Erfahrungen mit dem RS1i, die Verwandtschaft lässt sich also nicht läugnen:


Pd-XIII (Beitrag #3) schrieb:
Oh, hab meinen Text gerade noch einmal gelesen, das klingt ja fast nach nem Rant. War aber nicht so gemeint.

Was ich sagen wollte ist, dass Grado eher für Leute ist, die sich Dinge kaufen, weil sie ihnen gefallen, nicht weil es das Beste auf dem Markt ist. Ich hab das mal mit Liebhabern englischer Autos verglichen: Technisch der Zeit etwas hinterher, dafür mit Stil und Selbstbewusstsein unterwegs. Solange man dann nicht versucht, andere zu bekehren ist da auch nichts dran auszusetzen.

Um Auf die einzelnen Punkte etwas ausführlicher einzugehen

Frequenzgang:
Grado hat lange(vielleicht immer noch?) ihre Kopfhörer nach Gehör abgestimmt, also ohne Messtechnik. Da davon auszugehen ist, dass den Job des Testhörers kein 17 Jähriger mit absolutem Gehör durchführt, ist der Frequenzgang nicht wirklich neutral und neigt zu einem Anstieg von 4-10 kHz. Hier mal ein Vergleich von 4 verschiedenen Grados:
Grado
Zu erklären ist dieser Grado Haus Sound damit, dass der/die Testhörer eben schon in einem Alter sind, in denen der Hochton nicht mehr so deutlich wahrgenommen werden kann. Um diesen Abfall auszugleichen, muss der Hochton eben angehoben werden. Es finden sich immer wieder Leute, die nie etwas mit Grado anfangen konnten, Mitte 50 aber plötzlich feststellen, dass ihnen der Klang plötzlich sehr zusagt und gar nicht verstehen, warum sie mit Grado früher nie warm wurden. Dazu noch der früh abfallende Bass um nicht unangenehm zu wummern. Böse Zungen sagen auch spöttisch: Altherrenhörer.
Vorsicht, was ich hier geschrieben habe ist Spekulation und hat keinerlei Anspruch auf Wahrheit.
Witziger weise ist ausgerechnet der Vorgänger PS500 ein eigenwilliger Ausreiser mit seinem starken Abfall im Höhenbereich. Wenn einem diese Abstimmung gefällt, bitte sehr. Nichts dagegen einzuwenden. Dürfte sich aber von den Beyer-Hörern deutlich unterschieden.
Aber man kauft den Grado ja nicht wegen einem schnurgeraden Frequenzgang.

Ausstattung:
Beidseitig geführtes Kabel, welches nicht austauschbar ist. Muss nicht stören, ist aber eben nicht zeitgemäß. Stört wahrscheinlich die wenigsten Kunden. Das Kabel selbst ist bei Grado aber ein Punkt...dazu vielleicht später mehr. Ebenfalls wird bei vielen Kopfhörern in dieser Preisklasse eine Transportmöglichkeit dazugegeben, bei Grado ist die Verpackung eher spartanisch. Auch hier wieder: Wer es braucht...
Zu den Ohrpolstern muss ich nichts schreiben, zumindest an dieser Stelle.
Aber man kauft den Grado ja nicht wegen dem fancy Zubehör.

Verarbeitungsqualität und Preis:
Ich habe einen RS1i und ganz ehrlich, der damals aufgerufene Preis ist in Anbetracht der gebotenen Qualität eine Frechheit. Einfachste Konstruktion mit mittelmäßigen Materialien. Ein Kabel, dass zum verdrehen neigt und am Y-Splitter dadurch recht schnell Gebrauchsspuren aufweist. Ein sprichwörtlicher Eselschwanz. Ob einen der fixe 6,3mm Klinkenstecker(Adapter auf 3,5mm durch ca. 20cm langes Kabel) ein Problem darstellt ist wieder eine Individualentscheidung. Ein wechselbares Kabel wäre hier wirklich sinnvoll und wird auch nicht selten nachgerüstet.
Für mich der Gipfel sind aber die Ohrpolster. Einfacher, kratziger Schaumstoff. Kein Memory Foam, kein Bezug, nichts. Für mich in der Preisklasse ein haptisches NoGo.
Aber man kauft den Grado ja nicht wegen den Hochwertigen Materialien.

Komfort:
Ja, der Grado ist sehr leicht und würde auf dem Kopf gefühlt verschwinden. Würde, denn auch hier kommen wieder die Ohrpolster ins Spiel. Wie oben bereits erwähnt bestehen diese aus Schaumstoff, der direkt auf der Haut aufliegt. Das führt(zumindest bei mir) dazu, dass längeres Hören(>30min) schon mit Jucken und Kratzen verbunden sein kann. hinzu kommt, dass die(auch beim PS500) verbauten Pads sehr flach sind, was bei mir dazu führt, dass meine Ohren auf den Gittern vor den Treibern aufliegen, was unangenehm ist. Abhilfe kann geschaffen werden, indem man die großen "G-Cushings" der GS Serie aufzieht. Neben dem Komfort profitiert(zumindest der RS1i) auch hinsichtlich Bass und vor allem Bühne von den großen Polstern. Der Schaumstoff ist aber unverändert. Somit wird der PS500e aber wieder rund 10% teurer.
Aber man kauft den Grado ja nicht wegen des herausragenden Komforts.

Ja zum Kuckuck, warum kauft man denn dann überhaupt einen Grado?
Weil er, wie eben ein englisches Auto, mit all seinen Macken und Unzulänglichkeiten im Gesamtpaket einen unheimlichen Charme versprüht, für den eben eine bestimmte Personenmenge sehr empfänglich ist. Diese setzen einen Grado auf und fühlen sich damit wohl. Wenn diese Personen dann auch noch die Einstellung vertreten, dass man nicht ewig vergleichen will sondern einfach das kauft, was auf Anhieb passt und damit glücklich werden...hey dann ist ihnen dieser Hörer eben auch diesen Preis wert. Das ist niemanden anderes Problem und schon fast beneidenswert.
Natürlich werde ich mit einem AKG wohl einen neutraleren KH, mit einem Beyer einen wertigeren Aufbau und mit einem Sennheiser einen extrem komfortablen Sitz bekommen. Aber was, wenn ich das gar nicht will oder nicht so viel Wert darauf lege. Vielleicht gefällt mir dieses Hemdsärmelige Design und die Abstimmung des Grados. Außerdem höre ich eh immer nur ein Album kurz bevor ich ins Bett gehe.

So lange ich niemandem aufzwingen will, dass Grado die besten KH der Welt herstellt, darf mir gefallen und ich mir kaufenwas ich will.


Edit: Quellthread


[Beitrag von Pd-XIII am 11. Apr 2018, 11:47 bearbeitet]
Hoegaardener70_
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 11. Apr 2018, 11:53
Besten Dank fuer den Kommentar und natuerlich auch Link zu dem super Beitrag. Ja, da sehe ich auch viele Parallelen mit dem GS1000e....


[Beitrag von Hoegaardener70_ am 12. Apr 2018, 00:00 bearbeitet]
Jason_King
Inventar
#4 erstellt: 26. Apr 2018, 05:57
Hey, prima! Endlich mal ein Grado-Test. Vielen Dank dafür! Jaja, man mag sie oder man mag sie eben nicht. Das ich sie mag, wissen sicher viele hier im Forum. Und den einen KH für jede Art von Musik wird man schwer finden. So hast Du das genau richtig herausgearbeitet, daß ein Grado prima mit nicht zu "viel" Musik funktioniert. Jazz, akustische Gitarre, Clapton, Cale und so weiter. Das ist seine Welt. Metal sicher nicht
Habe weiterhin viel Freude an Deinem GS und füttere ihn korrekt.
Hoegaardener70_
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 25. Mai 2018, 13:28
So, hier ein Update, dass evtl. auch fuer andere Grado-Freunde von Interesse ist. Mein modding Projekt ist beendet, und ich bin sehr zufrieden. Es ist fast wie einen neuen (sehr guten) KH zu haben. Mein Grado läuft jetzt mit Sennheiser HD800 Anschluessen und endet in einem Viablue 3.5mm Anschluss. Das Kabel ist flexibel, leicht und kurz.

Und was macht das aus? Eine ganze Menge!!! Zum Einen ist der KH nun wirklich sehr bequem, denn vorher wurde der Grado von dem unmoeglichen Kabel nach unten gezogen. jetzt sitzt er ganz leicht auf dem Kopf, und Adapter-Kram fällt mit dem 3.5 Jack weg.

Der weitere, unerwartete Nebeneffekt: Der KH Kling auch besser. Ich bin definitiv keiner, der glaubt dass ein Silber/Gold/Diamant - Kabel einen hoerbaren Unterschied macht. Aber die Laenge wohl schon. Liegt es dann an dem sehr kurzem Kabel, oder an der schlechten Qualität des Originals? Wer weiss ... Jedenfalls, das neue Kabel mit Sennheiser Anschlüssen ist nun circa 60cm lang, gedacht zur Nutzung mit iPhone und einem NextDrive Spectra. Und hier ist der Klangunterschied vorher/nachher sehr gut hoerbar! Die Baesse sind stärker und die Hoehen ausgewogener.

Ich bin jetzt mit dem Grado bei der richtigen Musik sehr gluecklich, besonders weil der HD800S mit dem Spectra unterpowered ist. Der niedrig-ohmige Grado funktioniert damit toll. Besonders gut klingen Gitarre, Harfenkonzerte und Percussion-Musik wie etwa Gamelan. Ein Wehmutstropfen bleibt: Fuer Metal ist der Grado weiterhin nichts...

Hier die Modifikation plus neues Lederband:
D153A681-7AE4-4FDE-A454-A32655EC8A2CEF4304FB-EA12-4C35-B19F-D07AA27648DA
listening_to_the_music
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 21. Feb 2019, 19:01
Guten Abend,
ich habe eben den Bericht zur Modifikation des Grados GS 1000e entdeckt. Toller Bericht und vielen Dank für die Mühe.

Ich befinde mich gerade in gleicher Situation. Ich würde auch gerne die Kabel an meinem GS 1000e und RS1i auf die Sennheiser HD 800 Anschlussstecker umbauen. Ich bin bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach geeigneten Steckern bzw. Buchsen. Bei meiner Recherche bin ich auf die Firmen Lemo und ODU Mini Snap Steckverbindern gestoßen. Diesen werden immer wieder genannt. Jedoch gibt es dazu unterschiedliche Infos. Bei den Lemo Steckern kommen aus der "B" Serie eigentlich nur zwei Größen in Frage "00" und "0B" mit jeweils 2 poligem Anschluss. Die Firma ODU gibt auf Anfrage keine genauen Informationen bekannt, da es sich um Sondersteckverbindungen handelt.

Nach meinem Stand könnten diese Stecker mit dem Sennheiser HD 800 kompatibel sein. Ist das richtig?

LEMO EGG00302 Gerätebuchse, B-Serie 00, 2 polig
https://www.reichelt...gg00302-p213254.html?

LEMO FGG00302 Kabelstecker , B-Serie 00, 2 polig
https://www.reichelt...gg00302-p213248.html?


Oder liege ich da total falsch? Gibt es genauere Maße zu den Stecker, den Einbaubuchsen? Musste die Kabeldurchführung erheblich ausgeweitet werden?
Pd-XIII
Inventar
#7 erstellt: 22. Feb 2019, 07:53
Hast du denn bereits einen HD-800 bzw. ein Kabel mit den Anschlüssen?
Anderfalls würde ich auf 2.5mm Klinkenbuchsen setzen, da ist die Auswahl an Zubehörkabeln und auch Steckern einfach größer.
listening_to_the_music
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 22. Feb 2019, 08:01
Nein, ein HD 800 habe ich bisher noch nicht. Die Kabel werde ich komplett selbst konfektionieren. Bisher erschien mir die Steckverbindung vom Sennheiser HD800 sehr solide zu sein. Dragon Cables nutzt für die Modifizierung der Grados ebenfalls diese Steckverbindungen von Sennheiser. Alternativ hatte ich die MMCX Steckverbindungen im Auge, jedoch wird das mit dem Kabeldurchmesser wohl etwas schwierig.
Pd-XIII
Inventar
#9 erstellt: 22. Feb 2019, 08:27
War nur ein Hinweis. Ich überlege auch, ob ich meinen RS1i dahingehend modde, würde aber dann eben auf Klinke setzen damit ich auch die Kabel von meinem Hifiman verwenden kann.
derSchallhoerer
Inventar
#10 erstellt: 22. Feb 2019, 09:01

listening_to_the_music (Beitrag #8) schrieb:
Nein, ein HD 800 habe ich bisher noch nicht. Die Kabel werde ich komplett selbst konfektionieren. Bisher erschien mir die Steckverbindung vom Sennheiser HD800 sehr solide zu sein. Dragon Cables nutzt für die Modifizierung der Grados ebenfalls diese Steckverbindungen von Sennheiser. Alternativ hatte ich die MMCX Steckverbindungen im Auge, jedoch wird das mit dem Kabeldurchmesser wohl etwas schwierig.

Und du kannst halbwegs vernünftig löten? Denn wenn nicht ein Mindestmaß an Löterfahrung vorhanden ist, kannst du die HD800 Stecker direkt vergessen. Macht sehr viel Spaß zu löten.
Pd-XIII
Inventar
#11 erstellt: 22. Feb 2019, 09:11

listening_to_the_music (Beitrag #6) schrieb:

Oder liege ich da total falsch? Gibt es genauere Maße zu den Stecker, den Einbaubuchsen? Musste die Kabeldurchführung erheblich ausgeweitet werden?

Die Maße findest du unter dem von dir genannten Reichelt Link unter dem Reiter Download -> Datenblatt.
Beim Stecker ist das eher zweitranging, abgesehen von der Kabeldicke und dem wie schon angemerkten fummeligen Löten.
Wichtig für den Einbau der Buchsen ist das Einbaumaß der selbigen. Die wichtigsten Angaben findest du auf den Zeichnungen bei den Links:
LEMO_EGG00302_02 LEMO_EGG00302_03
ZeeeM
Inventar
#12 erstellt: 22. Feb 2019, 09:14
Ich würde mmcx nehmen ...
Pd-XIII
Inventar
#13 erstellt: 22. Feb 2019, 09:17
Hast du zufällig zugriff auf Crimp-Werkzeug?
Laut Datenblatt lassen sich die Kontakte ja auch crimpen.
listening_to_the_music
Schaut ab und zu mal vorbei
#14 erstellt: 22. Feb 2019, 10:24
Ich denke die Lötarbeiten bekomme ich hin. Solch feine Arbeiten machen mir Spaß. :-)

Genau die Maße der Buchsen habe ich auch bereits gefunden. Die Kabeldurchführung bei beiden Grados sind ca. 5mm, da wären nur leichte Anpassungen erforderlich. Mir stellt sich nur die Frage ob die von mir ausgesuchten Steckverbindungen denen von Sennheiser entsprechen. Dazu finde ich nämlich nicht viel. Es wird immer von Lemo oder ODU gesprochen, leider ohne weitere Details. Mich würde interessieren welche Buchsen und Stecker „Hoegaardener70_ “ für seinen mod verwendet hat.

Ansonsten sind die vorgeschlagenen Klinkenstecker noch eine gute Alternative, wobei mir die Push/Pull Steckverbindungen einfach besser gefallen.
derSchallhoerer
Inventar
#15 erstellt: 22. Feb 2019, 10:36
Ich verstehe beim besten Willen nicht warum du es dir so unnötig schwer machen willst. Nimm doch einfach 3.5mm Buchsen für deinen Grado. Oder wenigstens mini-XLR Buchsen. Die würden auch aus ästhetischer Sicht am Grado gut aussehen.
listening_to_the_music
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 22. Feb 2019, 19:28
Ich spiele mit dem Gedanken in Zukunft vielleicht noch einen HD800 in die Sammlung aufzunehmen. So wären dann die Kabel untereinander kompatibel. Die Idee mit den XLR Buchsen hatte ich auch schon. Leider passen diese von den Abmessungen her nicht. Das Kernloch der Buchse beträgt 10,9mm und die Stecker passen nicht zwischen Ohrmuschel und Polster/Halterung. Das hatte ich bereits ausprobiert.


Pd-XIII (Beitrag #13) schrieb:
Hast du zufällig zugriff auf Crimp-Werkzeug?
Laut Datenblatt lassen sich die Kontakte ja auch crimpen.

javascript:prepare(data2,'');

Ich könnte eventuell leihweise an eine dran kommen.
listening_to_the_music
Schaut ab und zu mal vorbei
#17 erstellt: 15. Mrz 2019, 21:29
Nun gibt es meinerseits ein kleines Update. Ich hoffe ich darf hier meine Erfahrungen in diesem Beitrag beisteuern. Ansonsten würde ich einen neuen Thread eröffnen. Falls es interessieren sollte.

Nachdem ich den GS 1000e, mit viel Schweiß auf der Stirn, öffnen konnte, war es möglich die Wandstärke des Gehäuses zu messen (ca. 6mm). Schlussendlich habe ich die endgültige Wahl für die Stecker getroffen. Ich habe mich für die Lemo Steckerverbindungen entschieden. Eigentlich wollte ich das System von Sennheiser (HD 800). Die MMCX Einschraubbuchsen (getestet) waren bereits zu schmal. Die Lemo Stecker werden auch von Ultrasone im Edition 15 und Edition 8 EX genutzt. Auf Nachfrage bei Ultrasone nannte mir das sehr nette Team auch die genauen Typenbezeichnungen. Ziel ist die Modifikation meiner beiden Grados (GS 1000e und RS1i), beide sollen mit einem einheitlichen Steckersystem ausgestattet werden.

Nun zu meiner ersten Ausbaustufe, dem GS 1000e komme ich jetzt:

Hier eine kleine Übersicht der eingesetzten Materialien:
2x Lemo Stecker 00, B Serie FGG.00.302.CLAD35
2x Lemo Einschraubbuchse EGG.00.302.CLL
2m 12 adrige Lavricable in Meterware
28cm German Highend PSS Silberkabel
1x Stück Holz Mahagoni

Begonnen habe ich mit dem Ausbau der beiden Treiber am Grado. Dazu habe ich das Gehäuse mit dem Föhn erwärmt. Dennoch wollten die Treiber sich nicht so leicht lösen. Mit einem kleinen Messer und viel Geduld konnte ich diese dann lösen. Denn hier ist etwas Vorsicht geboten, nicht dass der Holzkörper bricht, dies galt zu vermeiden.

Kopfhörer auseinander gebaut

[url]930499[[/url]

Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Teile vorhanden waren, habe ich mich ans Kabel begeben. Diese besteht aus 14 Adern wobei ich nur 12 Adern bestellt hatte, also 2 Lehrhüllen.
Aufgabe:
Herstellen der Y-Verflechtung und anbringen der drei Stecker und Bau des Splitters

Eine große Herausforderung war für mich das flechten, das ganze hatte ich mir eigentlich einfacher vorgestellt. Nachdem ich das geflochtene Kabel in der Hand hielt, kamen doch erste Zweifel auf. "Falls hier etwas schiefläuft, dann bekommst du das nie wieder hin." Um dem weitestgehend zu umgehen übte ich an einem separaten Kabel. Dennoch waren mehrere Versuche beim Lavricable notwendig um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

Um den Splitter an der Y-Stelle etwas zu gestalten und das Kabel individuell zu halten, wurde aus dem Stück Mahagoni Holz ein kleiner Splitter gebaut.

Rohmaterial

Splitter

Splitter

Splitter Kabel

Splitter Kabel

Anschließend folgten die Lötarbeiten am Kabel, um die Stecker anzubringen. Auch hier war wieder Geduld gefragt. Wer feine Arbeiten mag, kommt hier auf seine Kosten.

fertige Kabel

fertige Kabel dick

Als nächstes folgte der Einbau der Einbaubuchsen. Hierzu mussten die Löcher aufgeweitet werden. Am effektivsten war die kleine Schlüsselfeile und der Dremel. Der Kopfhörer wurde mit Isolierband abgeklebt um beim eventuellen Abrutschen den Schaden in Grenzen zu halten.

Löcher Kopfhörer

Stecker Gehäuse

Als letzten Schritt musste die Innenverdrahtung hergestellt werden. Dazu das Silberkabel von German Highend. Meine Idee war der Einbau eines 4 adrig geflochten Kabels. Dies wurde aus vier einzelnen Adern zusammengeflochten. Doch der Einbau gestaltete sich anschließend sehr schwierig, da das Kabel nun sehr steif wurde. Auf dem Bild ist das 4 Adrige Kabel zu sehen. So reduzierte ich auf 2 Adern die einfach verdreht wurden. Der Einbau war wesentlich einfacher.

Stecker Gehäuse

Innenverkabelung

Hier das Endergebnis

Fertig


Falls noch Interesse bestehen sollte, kann ich auch weitere Bilder vom RS 1i einstellen. Dieser wird in den nächsten Tagen modifiziert.
Hoegaardener70_
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 15. Mrz 2019, 21:47
Hallo listening_to_the_music, natuerlich ist es OK, das hier einzustellen. Es tut mir auch Leid, dass ich auf Ihre PM nicht eingehen konnte. Aber ich kann nur sagen - toll gemacht und auch super dokumentiert hier!. Das sieht wirklich fantastisch aus und wird vielen hier von grossem Nutzen sein.

Lemo ist auch ein toller Stecker. Ist das der gleiche wie fuer Focal Utopia? Aber noch viel wichtiger ist die Frage - klingt es denn besser? Ich war natürlich froh, die Kabelmonster von Grado los zu sein, fand aber auch den Sound wesentlich schoener. Oder ist da meine Fantasie mit mir durchgegangen? Jedenfalls, viel Spass mit dem toll gemachten Grado

Mit freundlichen Grüßen


[Beitrag von Hoegaardener70_ am 15. Mrz 2019, 21:49 bearbeitet]
Pd-XIII
Inventar
#19 erstellt: 16. Mrz 2019, 08:40
Auch von mir viel Anerkennung. Da ist einiges an Fleiß, Geduld und auch Mut(der Grado ist ja nicht wirklich günstig) rein geflossen. vielleicht gänne ich meinem RS1i auch mal so einen Umbau denn die Kabel sind ein Grauß
listening_to_the_music
Schaut ab und zu mal vorbei
#20 erstellt: 23. Mrz 2019, 17:29
Vielen Dank für die positive Resonanz. Heute gibt es meinerseits wieder ein kleines Update. Nachdem der GS 1000e fertig gestellt wurde, stand noch der RS1i auf der Liste.

Um die Fragen zu beantworten:
Also der Focal Utopia nutzt auch die LEMO Steckverbindung. LEMO Stecker sind sehr gute Industriestecker. Jedoch sind die vom Utopia eine Nummer größer also "0B" ich habe die kleineren "00" verwendet, wie Ultrasone. Diese sind leider dann auch beim Kabeldurchmesser auf ca. 3,5- 4mm begrenzt.

Hier gibt es eine tolle Website, dort sind sehr viele KH mit deren Steckverbindungen aufgeführt. Vielleicht hilft dies dem ein oder anderen weiter:
Steckverbindungen Kopfhörer diverser Hersteller, Übersicht

Nun zur Frage: Klingt es denn besser bzw. welche Verbesserungen gibt es?
Die Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Positiv fällt mir in erster Linie die Gewichtsersparnis auf. Zum Sound bin ich durchaus der Meinung, dass sich etwas getan hat. Einige Stimmen sind ja der Meinung, dass Silberkabel eine gewisse Zeit benötigen und erst nach ein paar Stunden eingespielt sind. Bisher habe ich mit den neuen Kabeln noch keine 50h gehört.
Zum derzeitigen Stand kommen mir die Höhen nicht ganz so nervig rüber, wie früher. Überwiegend höre ich Progressive Rock, Classic Rock, Jazz Rock und hin und wieder etwas Electronic. Aus meiner Sammlung kann ich die beiden Grados mit AKG K1000, Ultrasone Signatur Pro und Audeze LCD 2 vergleichen. Wobei der AKG meiner Meinung nach die ultimative Neutralität liefert. Der Ultrasone ist komplett geschlossen und wirkt eher dumpfer. Die Grados sind doch eher Höhen lastig wobei sich der GS 1000e und der RS1i (mit Lederpolstern) erheblich unterscheiden. Der GS 1000e löst um einiges feiner auf als der RS1i und bildet somit eine viel größere Bühne bietet. Im Vergleich zum Audeze empfinde ich die Grados beim Gesang um vielfach feiner/präziser.

Das sind meine ersten Eindrücke. Nachdem die Grados lange nicht benutzt wurden, habe ich nun wieder sehr viel Freude daran.

Nun geht es weiter mit den Bildern vom RS1i. Ich denke viel muss ich dazu nicht mehr schreiben. Die Vorgehensweise ist ähnlich wie bei der Beschreibung des GS 1000e. Falls dazu dennoch Fragen sein sollte, beantworte ich diese gerne.

Zum RS1i ist noch zu erwähnen, dass die Ohrpolster gegen Lederpolster von "Beautiful Audio" aus Neuseeland ausgetauscht wurden. Von den Polstern bin ich sehr begeistert, exzellent verarbeitet und sehr angenehm zu Tragen. Die Polster sind etwas größer als die Originalen, dadurch liegt der Hörer nicht mehr auf dem Ohr auf. Das unangenehme Drücken fällt dadurch weg. Weiterhin gibt es für das Polster zwei unterschiedliche Einsätze, womit der Klang beeinflusst werden kann. Ich bin der Meinung, dass der Bassbereich dadurch erheblich zugenommen hat und dadurch das Klangbild prima abgerundet wird. Die Polster gibt es in drei verschieden Varianten: Leder, Leder/Merino und nur aus Merino.

Insgesamt hat mir das Projekt sehr viel Freude bereitet und würde dies immer wieder gerne durchführen.

Nun die Bilder:

RS1i

IMG_1107

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