Was bringt Glasfaser, wenn Kupferkabel im Haus?

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mburikatavy
Inventar
#1 erstellt: 23. Okt 2016, 09:05
Hi,

wir haben bei uns im Haus (10 Mietwohnungen) Probleme mit dem Internet. Die Häuser sind noch gut in Schuss, aber es sind halt trotzdem "uralte" Kupferkabel drin.

Internetvideos von Nachrichtenportalen (z.B. "Die Welt", "Süddeutsche" etc) fangen an, stoppen dann und werden nicht weiter geladen (passiert bei youtube komischerweise nicht). Internetverbindung ist öfters so schlecht, dass gar nichts mehr übertragen werden kann.

Ich vermute, dass das am Kabel im Haus liegt, das eben nicht nur von uns verwendet wird. Jetzt hat die Telekom Gasfasernetz angeboten. Aber das Glasfaserkabel geht ja nur bis zum Verteilerkasten irgendwo die Straße runter. Von dortaus gehts dann weiter mit dem alten Kabel in unser Haus, wos dann wieder aufgesplittet wird auf die ganzen Mietparteien.

Meine Frage ist: Kann Glasfaser überhaupt was bringen, wenn man am Verteilerkasten doch nur mit Kupferkabel angesteckt wird - und vor allem, wenn an dem einem Kupferkabel mehr Leute dranhängen?

Der von der Telekom sagte zwar "wir kriegen einen privaten Port" am Verteilerkasten - aber dann bräuchten wir doch auch ein privates Kabel in unsere Wohnung. Was bringt uns ein eigener Port, wenn wir dann kein eigenes Kabel bekommen?

Viele Grüße,

mburikatavy


[Beitrag von mburikatavy am 23. Okt 2016, 09:07 bearbeitet]
BugFixX
Stammgast
#2 erstellt: 23. Okt 2016, 09:55
Ich vermute mal, dass momentan auch das einspeisende Kabel "uralt" ist und das wäre bei LWL dann weg. Die letzten Meter sind dann das kleinere Problem. Sind die Leitungen in die Wohnungen wirklich Kabel oder sind das eventuell noch Z-Drähte (paarweise verdrillte Einzelleiter, meist 0,8 oder 0,6 mm) im Bleirohr? Das wäre zumindest der Fall, wenn die Leitungen wirklich "uralt" sind. Welches Baujahr ist das Haus? Sollten es wirklich einzelne Z-Drähte sein, könnte es das DSL Signal negativ beeinflussen - muss es aber nicht. Es kommt dann darauf an, wie viele Z-Drähte in einem Bleirohr verlegt wurden. Schlechter wird es mit LWL im Keller auf jeden Fall nicht.
mburikatavy
Inventar
#3 erstellt: 23. Okt 2016, 11:22
Nein, nein, es sind "schon" Kupferkabel.

Ich frag mich halt nur, was das bedeutet "Sie bekommen ihren eigenen Port am Verteilerkasten", wenn dann aber doch nur ein Kabel weggeht.

Wenns heißen würde "Sie bekommen ihr eigenes Kabel vom Verteilerkasten weg", dann würd ichs verstehn. Aber wenn am Verteilerkasten nur 1 Kupferkabel weggeht und da dann so viele Leute dranhängen, wie kann das Internet dann trotzdem schneller sein als vorher. Denn das ist ein Flaschenhals, und am Flaschenhals staut es sich immer.

Ich weiß nicht, wie ich mein Verständnisproblem erklären soll... Wenn du auf der Autobahn 200km/h fährst, ok. Aber wenn zu meinem Haus nur ein Feldweg geht, dann kann da keine Geschwindigkeit sein wie auf der Autobahn, da fährt man trotzdem nur mit 30km/h. Ob man also vorher auf der Landstraße, der Bundesstraße oder von der Autobahn war - auf dem Feldweg fährt man nicht schneller als 30km/h, zum Haus kommst du nur mit den 30km/h...
Und man kann doch nicht sagen: "Du kannst da jetzt mit 100km/h übern Feldweg fahren, weil auf der Autobahn vorher warst du mit 200km/h unterwegs..." oder "Du kannst jetzt mit 100 km/h übern Feldweg fahren, weil in der Nähe von deinem Haus geht ne Autobahn vorbei!"...

Viele Grüße,

mburikatavy


[Beitrag von mburikatavy am 23. Okt 2016, 11:25 bearbeitet]
EiGuscheMa
Inventar
#4 erstellt: 23. Okt 2016, 12:19
Ich wohne in einem Altbau aus dem Jahre 1904, meine "digitalisierte" Telefonleitung ist noch eine alte verdrillte Zweidrahtleitung die 50m bis an den ebenso alten Verteilerpilz im Hof geht und trotzdem habe ich konstant die 16 MBps per DSL die ich bezahle.

Wenn:


Internetverbindung ist öfters so schlecht, dass gar nichts mehr übertragen werden kann


dann muss erst einmal geguckt werden was da los ist.

Dass die Post Glasfaser anbietet ist "normal" weil die schlecht bezahlten und schlecht ausgebildeten Hilfskräfte in den Call Centern Weisung haben das zu verkaufen.

Bei uns haben sie allerdings nicht nur die ganze Straße mit Glasfaser unterlegt sondern auch ganz neue Verteilrechner ( riesige Schränke auf der Straße) installiert. Das war Voraussetzung um überhaupt VDSL ( bis zu 100Mbs) anbieten zu können.
BugFixX
Stammgast
#5 erstellt: 23. Okt 2016, 14:30
Wenn du jetzt deine eigene Telefonnummer hast und diese nicht mit einem Nachbarn teilen musst (gab es früher wirklich...), hast du auch dein eigenes Adernpaar in dieser einen Leitung.
Ich gehe mal davon aus, dass die Leitung, die vom Keller in die Wohnungen läuft, nicht direkt bei dir in der Dose ankommt - oder? Bei dir sollte ein 2x2 oder 4x2 (also 4 oder 8 Adrige Leitung) ankommen. Diese führt dann in einen Verteiler, der wahrscheinlich pro Etage vorhanden ist und die Steigleitung aus dem Keller teilt sich in diesen Etagenverteilern auf.
Somit ist der eigene Port am LWL zu Kuper Wandler wirklich vorhanden. Nur die LWL wird von allen gemeinsam genutzt.
Wenn die Telekom mit LWL die von EiGuscheMa erwähnten Outdoor DSLAMs meint und von diesen "Kästen an der Straße" das VDSL dann über das schon vorhandene Erdkabel in deinen Keller kommt, dann könnten die jetzt bestehenden Probleme bleiben. Ich habe dich aber so verstanden, dass du eine LWL direkt in den Keller bekommst.

@EiGuscheMa: Die Vorgehensweise Outdoor DLSAMs via LWL anzubinden und an die Straße zu stellen ist ganz normal. Würde man vom DSLAM zum Haus nur Kupfer verwenden, wäre auch mit VDSL keine schneller Geschwindigkeit möglich als mit ADSL. Das Vectoring von VDSL und damit Bandbreiten > 50 MBit/s ist wiederum nur dann möglich, wenn die angeschlossenen Kupferleitungen zu den Häusern nur von einem Carrier verwendet werden. Sobald ein anderer Carrier ebenfalls Adernpaare von dieser Leitung verwendet, ist bei 50 MBit/s schluss. Das du nur 16 MBit/s hast, kann durchaus an den Z-Drähten liegen - oder du hast nur 16 MBit/s bestellt.
EiGuscheMa
Inventar
#6 erstellt: 23. Okt 2016, 16:51

BugFixX (Beitrag #5) schrieb:
oder du hast nur 16 MBit/s bestellt.


so ist es


[Beitrag von EiGuscheMa am 23. Okt 2016, 20:17 bearbeitet]
Rene_K
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 26. Okt 2016, 16:28
Hi,

ich kann dir keine Technische Daten nennen, nur das es so Funktioniert. Bei uns haben sie auch nichts im Haus geändert, aber wir haben nun statt Max. 16K, 100K Down. Und es Funktioniert super ohne Abbrüche. Denke wirklich es ist die kurze Entfernung die da noch Kupfer ist, macht keine Probleme. Durch die Glasfaser Kabel ist es aber erst möglich das diese Geschwindigkeit erreicht werden kann.
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