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... viel neues Vinyl und Optimierung eines MARANTZ 6370Q

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detegg
Administrator
#1 erstellt: 29. Okt 2009, 18:05
Moin zusammen,

mir wurde von einem alten Freund die Übernahme seiner gepflegten Vinylsammlung angeboten - ca. 1200 LP´s aus den 60/70/80ern. Verhandlungen mit meiner besseren Hälfte ergaben eine grundsätzliche Akzeptanz. Das Wohnzimmer erhält ein passendes Regal für das schwarze Gold, Platz für eine adäquate analoge Aufbereitung ist vorhanden.

In den vergangenen Jahren habe ich nur sporadisch Platten im Keller-Hörraum aufgelegt. Bei den eigenen ca. 300 LP´s gab es aber immer wieder akustische Highlights - also: back to the roots!.

Mein Problem: Ich kann die vorhandenen Plattenfräsen mit ihren TA´s qualitätsmäßig nicht einordnen.

Es sind vorhanden:

  • MARANTZ 6370Q - DD - S-Arm: Sumiko-MMT Derivat mit Denon DL-110 oder Sumiko Pearl
  • Sony PS-P7X - DD - J-Arm: PMU-Derivat mit AT-20SLa
  • DUAL 1239A - Riemen - S-Arm mit DMS210/DN241 oder Shure M75-D

Den SONY mit dem für 1978er Verhältnisse sehr modernen Design (Precise-Serie) präferieren wir gerade. Die Dreher kommen an einen MARANTZ 3250B oder an einen MARANTZ 1180DC - jeweils baugleiche MM/MC-Eingänge. Abhöre sind YAMAHA NS-690-II oder aktive DIY-Lautsprecher.

Meine Fragen:

  • ... welcher PS ist zu empfehlen?
  • ... welche Kombination Arm/TA passt wirklich?
  • ... lohnt das Ganze überhaupt?

Daten/Links zu den angesprochenen Geräten/Systeme reiche ich gerne nach.

:-) Detlef


[Beitrag von detegg am 30. Okt 2009, 01:44 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#2 erstellt: 30. Okt 2009, 00:52
Hallo!

Der auf dem Marantz 6370Q verbaute Sumiko-Tonarm dürfte eine eff. bewegte Masse von 20 Gramm haben. Mit dem verbauten DL-110 sollte er mit einer Resonanzfrequenz von ca 10 Hz recht geeignet sein. Falls das verbaute Denon nicht uralt und abgeschrubbt ist wäre das m.E. ein sehr guter Ansatzpunkt.

Der Dual CS 1239 A ist nicht der schlechsteste Dual aber er hinterläßt bei mir immer einen etwas zwiespältigen Eindruck, eigentlich kann das Gerät -mit dem richtigen Tonabnehmer versehen- viel mehr als man ihm eigentlich zutraut. Aber schon rein Optisch wäre er nicht gerade mein Favorit.

Der Sony Sony PS-P7X ist ein recht guter Mittelklassespieler mit einem durchschnittlich gutem Tonam mit 11 Gramm eff. bewegter Masse wenn ich mich recht erinnere. Das verbaute AT-20SLa müsste somit recht gut passen. Für dieses System gibt es noch gute hochwertige Originalnadeln mit Shibata-Schliff.

Die Hauptfagen der ganzen Geschichte die sich mir dabei stellen sind: Wieviel Geld möchstest du in die Sache investieren? Und, welche Qualität strebst du an?

Das größte Potential hat m.E. der Marantz 6370Q mit Sumiko-Tonarm, allerdings würde sich hier nicht nur das beste Ergebniss erzielen lassen, -es würden auch die höchsten Kosten anfallen-. Hier sollte ein sehr hochwertiges MC eingesetzt werden. Das verbaute DL-110 kann -auch neuwertig- den Tonarm nicht anährend ausreizen. Zumindestens ein Ortofon Salsa sollte man hier schon einplanen, -ein noch besseres System würde ich nicht als Fehlinvestion ansehen-.

Relativ günstig bei guter, -wenn auch nicht überragender-, Leistung käme die Reaktivierung des Sony PS-P7X, hier wäre -falls nicht schon verbaut-, eine hochwewrtige Abtastnadel für das verbaute Audio-Technica fällig.

Aber auch mit dem Dual dürfte sich ein gutes solides Ergebniss erzielen lassen, allerdings sollte hier ebenfalls ein kompletter Systemtausch auf ein AudioTechnica AT 440 MLa oder ein ähnlich hochwertiges System ins Auge gefasst werden um auf ein annährend gleiches b.z.w. etwas besseres Ergebniss zu kommen wie es beim Sony mit einem Nadeltausch möglich wäre.

MFG Günther
gdy_vintagefan
Inventar
#3 erstellt: 30. Okt 2009, 12:07
Ich hätte mich von den dreien wiederum für den Dual entschieden, da das meine bevorzugte Marke ist.

Ich würde den 1239A als "weder den besten noch den schlechtesten" Dual bezeichnen, es ist eben solide Mittelklasse. Wenngleich mir dieses Modell optisch auch nicht unbedingt 100% zusagen würde (ich bevorzuge den geraden Arm, die große Platine und die "Nicht-Pickelteller"), aber als schlecht würde ich die Optik des 1239A (hatte selbst mal den sehr ähnlichen 1237A) auch nicht bezeichnen.

Hier würde ich persönlich das Shure M75 dem DMS210 vorziehen. Die DN241 kenne ich jetzt nicht, ich betrieb jahrelang das DMS210 mit einer DN236 in einem 1218 (und für kurze Zeit auch in besagtem 1237A). Ich fand das System zwar nicht schlecht, aber was "weltbewegendes" war das auch nicht. Shure (konkret M91 mit elliptischer Nachbaunadel) hat mir viel besser gefallen, gerade auch im 1218 als Nachfolger meines DMS210. Allerdings haute mich die sphärische Nachbaunadel für dieses System nicht vom Hocker, da gefiel mir sogar das DMS210 besser im direkten Vergleich.

Gruß
Michael
detegg
Administrator
#4 erstellt: 03. Nov 2009, 21:18
Moin zusammen,

erst mal vielen Dank für eure Antworten - komme erst jetzt wieder auf die Thematik zurück, am WE war ich unterwegs.

Mein Vinyl-Profil:

Eigentlich bin ich Anfänger mit angelesenem Halbwissen. Die "Anwesenheit" von 3 PS ergibt sich aus meinem Interesse für die Technik und teilweise (Marantz) für eine spezielle Marke.

# DUAL hat mich während meiner Jugend begleitet. Als ich vor einigen Monaten einen sehr gut erhaltenen 1236 geschenkt bekam, erinnerte ich mich an die eingelagerte 1239A-Platine aus einer Rosita-Anlage. Die Reanimation des 1239A in der 1236er Zarge hat Spaß gemacht - und mich nicht dümmer (Stichwort: Steuerpimpel).

# Der SONY PS-P7X war eine "Zugabe" bei einem Vintage-Deal und wurde von mir nur gelegentlich als Plattenwaschmaschine (Cheap Trick) genutzt. Das mit dem AT-20SLa ein hochwertiges System verbaut ist, war mir nicht wirklich klar.

# Den MARANTZ 6370Q habe ich bewusst vor einigen Jahren als passende Ergänzung meiner 78er-Marantz Anlage gekauft. Erst Brent aka DirectDrive erläuterte mir die Qualität des Sumiko MMT Armes. Die zugekauften Systeme DENON DL-110 bzw. SUMIKO Pearl - jeweils an original Marantz-Headshell - haben mich aber in der Vergangenheit nicht überzeugt - irgendwie träge, nicht mitreißend.

Vielleicht liegt dieses auch daran, dass ich mich nicht tiefgreifend mit Einstellarbeiten an den PS versucht habe. Das möchte ich jetzt als erstes nachholen. Das AT-20SLa auf dem Sony muss wohl sehr penibel eingestellt werden. Die beiden Systeme auf dem Marantz werde ich ebenfalls genauestens überprüfen. Den Dual werde ich erst mal links liegen lassen.

Hat jemand Tips dazu?

Danach werde ich noch etwas hören (worauf muss ich achten?) und dann evtl. in ein höherwertiges TA-System investieren (+-250 Euro).
Die MC-Eingänge meiner beiden Vorverstärker haben 40R (Marantz) bzw. 50/200/500R (Phase Linear) Eingangsimpedanz.

Danke
Detlef
JKap
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 04. Nov 2009, 08:22
Ahoi Detlef,


Vielleicht liegt dieses auch daran, dass ich mich nicht tiefgreifend mit Einstellarbeiten an den PS versucht habe. Das möchte ich jetzt als erstes nachholen. Das AT-20SLa auf dem Sony muss wohl sehr penibel eingestellt werden. Die beiden Systeme auf dem Marantz werde ich ebenfalls genauestens überprüfen. Den Dual werde ich erst mal links liegen lassen.

Hat jemand Tips dazu?


Der Klassiker

Neben Justierschablonen zum Runterladen gibt es auch eine Menge Links zu Erklärungen, warum und wie die Tonabnehmer eingestellt werden sollen. Finde ich persönlich sehr gut, da Kochrezepte ohne Hintergrund immer Fragen offenlassen.

Schöne Grüße,

Jürgen
Hörbert
Moderator
#6 erstellt: 04. Nov 2009, 11:35
Hallo!

@detegg

Es ist natürlich eine Frage des eigenen Anspruchs und des Geldbeutels wieweit man es mit einem Abtastsystem treiben möchte. Aber der Marantz 6370Q mit dem Sumiko-Tonarm solltest du eigentlich mit einem wirklich guten Abtaster ausstatten z.B. ein Benz-Micro ACE wäre hier keine Verschwendung.

Eine gute Justage ist selbstverständlich neben der Qualität des Abtastsystems und ders Tonarmes das A&O beim Plattenspieler. -Allerdings (das muß einfach mal gesagt werden) kanst du dir einen Wolf Justieren, aus einenmittelmäßigen System wird dadurch kein gutes-.

Worauf sollst du avchten? Nun das ist natürlich nicht so ohne weiteres zu beantworten. Als Indikator um Verbesserungen festzustellen nehme ich eigentlich immer Schallplatten die bei der vorherigen Kombination von Tonarm-System ein undurchsichtiges nicht besonders ansprechendes Klangbild lieferten. Platten die vorher schon transparent und stimmig klangen hingegen nicht, die können zwar noch etwas besser klingen legen aber in der Regel nicht mehr wirklich zu. Die vorher "schlechten" Exemplare werden hingegen bei einer wesentlich verbesserten Abtastung oft besser aufgelöst und gewinnen dadurch ernorm.

Nach meiner Erfahrung reicht dein Etat von 250 Euro zwar schon zu einem tüchtigen Fortschritt aber du solltest noch ein wenig mehr Einplanen. Leider spielen meine Toptipps in dieser Preisklasse im Sumiko-Tonarm nicht so toll auf da hier die etwas hohe eff. bewegte Masse des Tonarmes nicht so recht mitspielen will. Solltest du allerdings deinen Etat nicht mehr anheben wollen wäre das Ortofon Salsa einen Blick wert. Nicht das Ende der Fahnenstange aber vom Preis-Leistungsverhältniss her m.E. ein sehr günstiges System das gerade noch so eben in den Sumiko passt.

Im übrigen würde ich mich an deiner Stelle erstmal auf den Marantz 6370Q mit dem Sumiko-Tonarm konzentrieren. Hier kannst du dir eine interne Referenz schaffen und dann mit den beiden anderen Plattenspielern experimentieren. Allerdings geht das nicht mit einem DL-110.

MFG Günther
cptfrank
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 04. Nov 2009, 12:15
@detegg,
ich würde den Dual oder den Marantz in die engere Wahl nehmen, wobei der Marantz wohl noch das größere Potential hat. Wenn Du Dir so viele schöne neue Platten zulegen willst, dann würde ich überlegen, ob ich nicht etwas mehr als die 250,€ investierte! Wie Hörbert schon schrieb, ein Benz ACE wäre schon ganz wunderbar, wobei, falls Dich der Virus noch packen würde, sogar noch etwas besseres möglich wäre, aber darüber schreiben wir, wenn es soweit ist.
Gruß
Frank
detegg
Administrator
#8 erstellt: 12. Nov 2009, 14:03
Moin zusammen,

es hat ein bisschen gedauert - gut Ding will Weile haben!

Als erstes habe ich mir den SONY PS-P7X vorgeknöpft. Bei der Justage ist mir dann aufgefallen, das der Teller einen leichten Höhenschlag hat - technischer KnockOut - das Teil dient mit seinem starken Motor also weiterhin als Plattenwaschmaschine. Das verbaute AT-20SLa mit Originalnadel sieht unter der Lupe aber noch sehr gut aus.

Dieses System möchte ich später einmal auf dem DUAL 1239A testen - der mittelschwere Arm sollte doch passen?

Dann habe ich mich ausgiebig des MARANTZ 6370Q angenommen. Da ich über das Service-Manual und entsprechende Messtechnik verfüge, habe ich die Elektrik inside überprüft - alles im grünen Bereich. Frontblende demontiert, die leicht oxidierten Kontakte der Drucktaster gereinigt, die 3 Mikroschalter der Liftautomatik gerichtet usw.



Der MARANTZ 6370Q ist extrem selten. Da ihn kaum einer kennt, wird der PS gerne mit der Bemerkung "... Marantz hat vielleicht gute Receiver gebaut - aber Plattenspieler?" abgekanzelt. Zu unrecht, wie ich meine. Das der PS nicht von MARANTZ entwickelt wurde, ist wohl klar. Er steht aber in der Tradition der aufwändigen, japanischen DD-Automatik-Spieler der späten 70er. Ich habe auch in der Elektrik keinerlei Hinweise auf einen OEM-Lieferanten gefunden. CEC, Micro-Seiki - vieles wäre möglich. Hat jemand eine Ahnung bzw. Vermutung?



Der Arm dürfte definitiv eine JELCO Zulieferung bzw. ein SUMIKO-MMT Derivat sein. Mit Dämpfungseinrichtung (außer Betrieb) und zusätzlichem Lateral-Gewicht.

Ich habe jetzt ein neuwertiges SUMIKO Pearl montiert und einige Stunden entspannt gehört. Verstärkt wird von einem MARANTZ 2245 Receiver mit YAMAHA NS-690 II - später werde ich dann 3 weitere MM/MC-Vorstufen testen (DIY-Supra, Phase Linear 3000 II, Marantz 3250B).

Es hört sich mit unterschiedlichem Material (Jazz, Folk, Rock) überraschend gut an. Etwas wenig auflösend vielleicht, durch den 2245 etwas weichgespült. Meine nächste Investition ginge dann in Richtung eines Ortofon Rondo red - sollte sich der von vielen beschriebene Klanggewinn bewahrheiten, dann evtl. das von Euch präferierte Benz-Mikro ACE.

Mal schaun´ - die ersten 200 LP´s aus der Sammlung meines Freundes stehen jetzt hier und warten darauf, gehört zu werden.

:-) Detlef

PS: ... habe gerade im Fundus ein knappes Dutzend LP´s mit Kunstkopfaufnahmen (Dummy-Head-Stereo) entdeckt - div. Demoaufnahmen und die Hannoversche "Bourbon Skiffle Company" von 1973/74. Da muss ich doch mal den alten AKG261 rausholen ...
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