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Statische/Dynamische Compliance - Unterschied ?

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Autor
Beitrag
Cosimo_Wien
Stammgast
#1 erstellt: 30. Mrz 2011, 18:59
Hallo!
Kann mir bitte jemand den Unterschied erklären?
Wenn im Datenblatt nur "Compliance" angegeben ist, um welche handelt es sich dabei üblicher Weise?
Grüße,
Thomas
Mimi001
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 30. Mrz 2011, 19:23
Hallo,

compliance bezeichnet die Nachgiebigkeit der Nadel resp. des Nadelträgers.
Daraus ergeben sich einige Frequenzen hinsichtlich des Gesamtsystems, also Nadel, System und Arm.
Um eine optimale Resonanzfreuenz zu erhalten sollten bei Systemen mit niedriger Compliance schwere Tonarme gewählt werden bzw umgekehrt.


statisch oder dynamisch meint vermutlich nicht den Nadelträger sondern die Auflagekraft die am Tonarm eingestellt wird.


Gruss
Albus
Inventar
#3 erstellt: 30. Mrz 2011, 19:27
Tag,

dann ist es typisch die Nadelnachgiebigkeit in horizontaler Richtung; dabei sind dann aber die Bedingungen verschwiegen, also handelt es sich nicht wirklich um ein Datum. Mehrheitlich ist damit eher die dynamische Compliance horizontal angedeutet.

Nadelnachgiebigkeit: das ist die Federkonstante unter den Bedingungen von Auflagekraft (empfohlene AK oder benannte), Amplitude (Auslenkung) und Bezugsfrequenz. Bezugsfrequenz 0 Hertz ist statische Nadelnachgiebigkeit (rücktreibende Kraft), die Bezugsfrequenz >0 Hz ist dynamisch. Dynamische Größen haben häufig 10 Hz oder 100 Hz als Bezugsfrequenz; von Interesse ist der Wert zwischen 4-25 Hz. Die Bezugsfrequenz ist frei wählbar, soll,te aber benannt sein. - Von der statischen Nadelnachgiebigkeit gilt, je größer der Zahlenwert, desto 'härter' ist die Feder (und umgekert). Von der dynamischen Compliance gilt dagegen, je größer der Wert, desto 'weicher' ist die Feder.

Horizontal, vertikal - werden bei japanischen Tonabnehmern mit typischem Bezug 100 Hz angegeben (Messplatten von JVC und Denon); dazu gehört dann eine Größe mit der Bezugsfrequenz 10 Hz (Bereich der Tiefenresonanz), die um das 2-2,25-fache höher ist. Beispiel: Denon DL-103, bei 100 Hz C = 5 µm/mN, bei 10 Hz dann 11 µm/mN (so auch in der BDA, Diagramm 7).

Freundlich
Albus


[Beitrag von Albus am 30. Mrz 2011, 19:43 bearbeitet]
myfriend.harvey
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 30. Mrz 2011, 19:28
Hallo Thomas,

such doch mal nach "Compliance" im Thread "Technics SL-1210M5GE Review / Technics 12xx-Stammtisch".

Da findest Du - außer ein paar blöden Fragen von mir - auch einige fundierte Hinweise dazu. Mein Tipp: Achte auf Beiträge von Albus und Hörbert.

Grüße
Harvey
Cosimo_Wien
Stammgast
#5 erstellt: 30. Mrz 2011, 19:41

Mimi001 schrieb:
Hallo,

compliance bezeichnet die Nachgiebigkeit der Nadel resp. des Nadelträgers.
Daraus ergeben sich einige Frequenzen hinsichtlich des Gesamtsystems, also Nadel, System und Arm.
Um eine optimale Resonanzfreuenz zu erhalten sollten bei Systemen mit niedriger Compliance schwere Tonarme gewählt werden bzw umgekehrt.


statisch oder dynamisch meint vermutlich nicht den Nadelträger sondern die Auflagekraft die am Tonarm eingestellt wird.


Gruss


Beispielsweise gibt Nagaoka für das MP 50 an:
Dynamische C.: 12x10 hoch -6 cm/dyne
Statische C.: 24x10 hoch -6 cm/dyne
was den gleichen Wert in der Einheit micro m/mN bedeutet.
Cosimo_Wien
Stammgast
#6 erstellt: 30. Mrz 2011, 19:45

Albus schrieb:
Tag,

Bezugsfrequenz 0 Hertz ist statische Nadelnachgiebigkeit (Rückstellkraft), die Bezugsfrequenz >0 Hz ist dynamisch. Dynamische Größen haben häufig 10 Hz oder 100 Hz als Bezugsfrequenz. Die Bezugsfrequnez ist frei wählbar.Freundlich
Albus


Vielen Dank!
Wenn in einem Datnblatt nicht steht ob dynamisch oder statisch und man zwei TA vergleichen möchte, ist das dann üblicher Weise die statische?
Grüße, Thomas
Albus
Inventar
#7 erstellt: 30. Mrz 2011, 19:55
Tag,

ich meine, es ist mehrheitlich die Größe Compliance dynamisch, horizontal, bei 100 Hz, angedeutet (AT, Denon, Nagaoka, etc.).

Bei Nagaoka heißt es Vorsicht!; da hatte vor einiger Zeit der Vertrieb die Daten 'statisch' und 'dynamisch' vertauscht. Ob das noch heute der Fall ist, entzieht sich meiner Beobachtung bzw. Kenntnis.

Freundlich
Albus

Ich empfehle, im Zweifel auch hier nachzusehen:
http://www.vinylengi...=¬es=&prlo=&prhi=
A.


[Beitrag von Albus am 30. Mrz 2011, 19:58 bearbeitet]
lini
Inventar
#8 erstellt: 30. Mrz 2011, 23:58
Cosimo, kleiner Tipp am Rande: Wenn die Compliance-Angabe(n) zweifelhaft erscheinen, schau Dir einfach zusätzlich die Auflagekraftempfehlung an. Denn die ist praktisch immer ein guter Indikator, selbst wenn gar keine Werte für die Nachgiebigkeit verfügbar sind - und falls doch, kann die AK immerhin helfen, gar nicht oder nicht hinreichend genau spezifizierte Compliance-Werte einigermaßen gut einzuordnen.

Sprich: Wenn Du etwa ein MMchen mit empfohlenen ~ 1,3 g AK hast und dazu 12 cu, kannst Du Dir ziemlich sicher sein, dass letztere von der dynamischen Sorte und "nach Japan-Art", also bei 100 Hz, gemessen sind.

Grüße aus München!

Manfred / lini
Cosimo_Wien
Stammgast
#9 erstellt: 31. Mrz 2011, 07:10
Danke für Eure Antworte!
Jetzt habe ich noch eine Frage, wird die dynamische C. immer horizontal gemmessen und die statische C. vertikal oder gibt es vier verschiedene Werte (dynamisch und statisch jeweils horizontal und vertikal)?
Grüße,
Thomas
Albus
Inventar
#10 erstellt: 31. Mrz 2011, 09:14
Tag,

vier Werte wären möglich, was aber selten bis nie an Information gegeben wird. Ja, es ist überhaupt mehrheitlich in Spezifikationen nicht der Fall, dass die vertikale Nachgiebigkeit abweicht, d.i. geringer ist, als die horizontale Nachgiebigkeit (Federkonstante). Um die Vertikale (vertical) gegenüber der Horizontale (lateral) 'härter' zu machen, bedarf es entsprechender konstruktiver Vorkehrungen im Nadellager (Kostenfrage uU).

Freundlich
Albus
Cosimo_Wien
Stammgast
#11 erstellt: 31. Mrz 2011, 17:31
Danke für die Info!
Grüße, Thomas
lini
Inventar
#12 erstellt: 01. Apr 2011, 04:30

Albus schrieb:
Von der statischen Nadelnachgiebigkeit gilt, je größer der Zahlenwert, desto 'härter' ist die Feder (und umgekert). Von der dynamischen Compliance gilt dagegen, je größer der Wert, desto 'weicher' ist die Feder.


Sorry, für den etwas verspäteten Einwurf, aber hab's erst jetzt bemerkt: Ersteren Teil glaub ich irgendwie so gar nicht.

Grund: Es schiene mir höchst unlogisch, wenn eine Nadelträgeraufhängung der üblichen Art gleichzeitig härter und weicher werden könnte - aber bei allen System-Familien, an die ich mich erinnern kann und für die beide Compliance-Sorten angegeben sind, wächst mit der dynamischen auch die statische Compliance.

Meines Erachtens taugt die statische Compliance im Wesentlichen für eines, nämlich um auszurechnen, wie weit 'ne Nadel unter einer bestimmten Last einsacken sollte. Womit die Geschichte auch ein Indikator sein kann, ob 'ne Nadel noch gut ist. Und obendrein kann man darüber freilich auch noch ausrechnen, wie sich VTA und SRA mit der Auflagekraft ändern. Bei einigermaßen nachgiebigen Systemen ist das schon überraschend viel: Da machen ein paar Zehntel hin oder her gerne mal ähnlich viel wie ein paar Millimeter Tonarmhöhe hin oder her...

Grüße aus München!

Manfred / lini
Bepone
Inventar
#13 erstellt: 01. Apr 2011, 07:50
Hallo,

da gebe ich dir Recht, Manfred. Compliance bedeutet stets Nachgiebigkeit, ist die Umkehrung von Federrate oder Federkonstante oder Federsteife. Je höher der Wert, desto weicher ein System.


Statische Compliance >> Nachgiebigkeit der Nadel im statischen Fall, also ohne Bewegung des Nadelträgers (Beispiel: System ruht mit eingestellter Auflagekraft auf der stehenden Platte und die Nadel sackt dabei um x mm ein).

Dynamische Compliance >> Nachgiebigkeit der Nadel (besser: des Gummilagers) bei einer best. Schwingfrequenz. Die Federkonstante von Gummi ist stark frequenzabhängig. Allgemein gilt, je höher die Frequenz, desto "härter" wird Gummi.
Die Federkonstante steigt bzw. die Compliance oder Nachgiebigkeit sinkt.



Gruß
Benjamin
richi44
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 01. Apr 2011, 08:00
Zusätzlich (und noch viel wichtiger) ist die Masse von Diamant, Trägerröhrchen und Magnet (oder Anker oder Spule). Je höher diese Masse, desto mehr Kraft muss aufgewändet werden, um die Nadel um einen bestimmten Betrag bei einer bestimmten Frequenz auszulenken. Die statische Auslenkung erfolgt langsam und wird letztlich in Ruhe gemessen, bei der dynamischen Auslenkung kommt immer noch zur Statischen diese Masse hinzu, sodass die Federhärte grösser und damit der Zahlwert kleiner wird. Daher kann die dynamische Auslenkung immer nur einen kleineren Zahlwert aufweisen!
Albus
Inventar
#15 erstellt: 01. Apr 2011, 08:40
Tag,

mein Verweis-Punkt zur statischen Größe ist die rücktreibende Kraft (siehe Textklammer); vgl.: dtv-Atlas zur Physik, Band 1, 1. Auflage, Seite 39, "Je größer D, desto 'härter' ist die Feder." Im Absatz "Rücktreibende Kraft" dann auch die Herleitung der Formel zur Berechnung der sog. Resonanzfrequenz.

Sicherlich ist die effektive Nadelmasse eine wichtige Größe; vielleicht wird sie ja auch daher von z.B. Ortofon seit Neuem in der Liste der Spezifikationen nicht mehr genannt - einst ja.

Freundlich
Albus

Produktbeispiel: AT7V, dynamisch 7.0, statisch 35.0 (µm/mN), BDA, Seite 2.


[Beitrag von Albus am 01. Apr 2011, 09:07 bearbeitet]
Cosimo_Wien
Stammgast
#16 erstellt: 01. Apr 2011, 12:52
...nach der Technik und der Physik würden mich nun sehr Eure Meinungen interessieren, wie stark ein TA mit einer "falschen" Compliance den Klang tatsächlich negativ beinflußt?
Was wäre eine schlechtere Kombination, hohe C an schwerem Arm oder geringe C an leichtem Arm.
Grüße,
Thomas
richi44
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 01. Apr 2011, 13:43
Die Armmasse (mit der Masse des Systems) bildet zusammen mit der "Feder" der Nadel ein schwingungsfähiges Gebilde. Es entsteht also eine Resonanz. Ist diese z.B. 30Hz, so wird mit Sicherheit ein Basston dieser Frequenz verfälscht. Ist die Resonanz extrem tief, so können leichteste Bodenerschütterungen den Arm in Resonanz bringen und damit springt die Nadel aus der Rille.
Klanglich ist die hohe Resonanz (Kleine "C" mit leichtem Arm) schlecht. Eine zu tiefe Resonanz (grosse C mit schwerem Arm) bringt einfach Probleme mit verwellten Platten oder einem Fussboden im Altbau.
Ideal ist eine Resonanz zwischen 10 und 15Hz.
Albus
Inventar
#18 erstellt: 01. Apr 2011, 13:52
Tag,

zur letzten Frage; weniger ungünstig ist ein härterer Tonabnehmer an einem eher leichteren Arm - Grund: der leichtere Arm kann in Grenzen in Richtung erhöhter effektiver Masse geändert werden. Wodurch sich typisch zugleich die Überhöhung der Tiefenresonanz vermindert. Praxis und Erfahrung.

Dagegen kann man einen schweren Arm nicht irgend nützlich zu einem mittleren oder gar leichten Arm basteln.

Freundlich
Albus
Mimi001
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 01. Apr 2011, 17:48
Und damit die die Frequenz Deines TAs mit dem entsprechenden Arm berechnen kannst , guck mal hier nach.
Cosimo_Wien
Stammgast
#20 erstellt: 02. Apr 2011, 09:59
Nochmals danke an alle für die Beiträge.
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