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Bandmaschine oder Kassettenrecorder

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Ixioideae
Stammgast
#1 erstellt: 13. Aug 2011, 23:18
Guten Abend...!
Für mein Studio suche ich die geeigneteste Variante, Sound auf Band aufzunehme, um diese dann wieder ins digitale System zurückzuspeisen - um z.B. rein elektronischem Gefiepse etwas dreckige Wärme zu verpassen. Lohnt sich die Anschaffung einer Bandmaschine, z.B. Revox a77, oder macht es klanglich qualitativ keinen Unterschied zu einem gewöhnlichen Kassetrecorder?
In diesem Bereich habe ich halt echt keine Ahnung...
Dankschön schonmal für jegliche Antworten,
Grüsse,
IXI
Archibald
Inventar
#2 erstellt: 14. Aug 2011, 07:00
Hallo Ixi,

die Revox A 77 ist schon eine "Hausnummer" ....

Leider hast Du nicht gesagt, welches Cassettendeck Du als Alternative verwenden willst und mit welcher Bandgeschwindigkeit die Revox laufen soll. Ein sehr hochwertiges Cassettendeck (z.B. Revox, Tandberg etc.) kann durchaus mit einem hochwertigen Open Reel bei 9,5 cm/s mithalten, bei einer höheren Bandgeschwindigkeit wird es klanglich aber schwierig für die Cassette. Trotzdem habe ich, nachdem ich mir 1981 ein Cassettendeck Tandberg TCD 440A gekauft habe, mein Open Reel Tandberg TD 20A kurz danach verkauft. Die TD 20 A hatte ihre Überlegenheit nur einmal bei einer selbst gemachten Live-Aufnahme (Klassik) ausspielen können. Bei den LPs, die ich damals aufgenommen habe und unter Verwendung der bestmöglichen Cassetten, habe ich keinen Unterschied hören können. Eine Top-Cassette hat damals ca. 10 DM für 90 Minuten gekostet, das Band dagegen 60 DM.

Gruß Archibald


[Beitrag von Archibald am 14. Aug 2011, 07:03 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 14. Aug 2011, 08:33
Moin,

ich meine, mal gehört zu haben, dass es dafür Effektgeräte gibt.
Die emulieren den "Tape- Sound" und ermöglichen auch noch etliche andere Effekte und Verzerrungsarten, sowie das Hinzufügen von Oberwellen.

Z.B. bei Thomann sollte es solche Geräte geben.

Evtl. gibt es auch Programme, die das am Rechner ermöglichen.

Damit hast du das Hin und Her nicht, ausserdem weniger Rauschen und keinen Verschleiss.
Von der Platzersparnis gar nicht zu reden.

Ansonsten ist eine Bandmaschine schon eine andere Nummer als ein Kassettenrecorder.
Aber auch Kassettenrecorder klingen oft richtig gut.
Meist sind diese aber auf ein Rauschunterdrückungssystem angewiesen, das wiederum eine exakte Einmessung auf das Band verlangt.
Sonst gibt es hörbare Klangveränderungen. (Pumpen, Rauschfahnen usw.)
Ohne Rauschunterdrückung ist das Rauschen meist störend.
(abhängig vom Verwendungszweck, bei Metal ist´s egal, bei Klassik nicht)

Bei Bandmaschinen ist das Rauschen durch die höhere Bandgeschwindigkeit geringer.

Im meinem Vergleich der A77 mit der ASC5002 hat Letztere deutlich besser abgeschnitten. (beide 2 Spur)
Das Gerät ist auch moderner, nimmt allerdings maximal 18cm Spulen auf.
Die ASC klingt insgesamt feiner und sauberer und rauscht bei 19cm/s deutlich weniger.
(z.T. natürlich Einmess- Sache)
Beide sind aber schöne Maschinen.


Gruss, Jens
Ixioideae
Stammgast
#4 erstellt: 14. Aug 2011, 09:10
ich danke vielmals für die lieben antworten! es fällt mir aber schwer, die antworten zu verstehen, da ich wie gesagt von tapes und bandmaschinen keine ahnung habe... was z.b. heisst "einmessen"!
@archibald: ich habe ja noch gar keine alternative zur bandmaschine, habe momentan ja weder das eine noch das andere....
@rorenoren: ja, effektgeräte dafür gibt es, und wahrscheinlich spricht auch alle logik dafür. aber es macht weniger spass...
rorenoren
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 14. Aug 2011, 09:25
Moin,

das Einfachste wäre, du würdest dir ein billiges Tapedeck in der Bucht schiessen.
Nimm da eines, das entweder überholt oder noch nicht so alt ist.
Es sollte unbedingt ein Markengerät sein.
Wenn du da ca. 20-30 Euro versemmelst, ist es nicht so tragisch.
Vorteil ist ausserdem, dass ein Tapedeck auf dem Transport nicht so leicht beschädigt wird.

Für eine intakte, brauchbare Bandmaschine wirst du mindestens 150-200 Euro ausgeben müssen.
Bänder gibt´s noch, sind aber nicht ganz billig.
(darklab.de)

Wenn du Platz und Geld übrig hast, kannst du natürlich eine Bandmaschine kaufen.
Am besten selber abholen, damit sie nicht den Rabauken von Post/Hermes/GLS und Konsorten ausgeliefert ist.
(und einem miesen Verpacker)

Insgesamt ist aber fraglich, ob du den gewünschten Effekt überhaupt erzielst.

Gruss, Jens
cptfrank
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 14. Aug 2011, 10:21
Eine sehr geeignete Maschine ist die Rexox A700.
Mischpult schon eingebaut, und sie rauscht auch ohne Rauschunterdrücker fast garnicht.
Allerdings kostet die auch etwas.
Außerdem brauchen alle Bandmaschinen regelmäßige Wartung und Pflege.
Gruß
Frank
dobro
Inventar
#7 erstellt: 15. Aug 2011, 05:19
Hallo X,

ich hatte kürzlich noch das Kenwood 9050S Tape-Deck und das klang schon sehr gut.

Was du überlegen musst, ist, ob du mit den 45 Minuten Tape-Kapazität hinkommst, du geeignetes Bandmaterial bekommst usw.

Alternativ würde ich an deiner Stelle überlegen, die Aufnahmen gleich digital z.B. auf einem Laptop zu fertigen. Sollten dir daran Anschlussmöglichkeiten fehlen, kann dir eine externe Soundkarte sicherlich hilfreich sein.

Gruß
Peter
monsterbox
Stammgast
#8 erstellt: 15. Aug 2011, 09:58
Hallo ixi,

Vermutlich bist Du auf der Suche nach "Bandsättigung".


Hier ist das Thema schön erklärt:

http://news.musicsto...en-Studio_RM0904070/

Gruß - Detlef
Ixioideae
Stammgast
#9 erstellt: 15. Aug 2011, 22:29
@dobro: ich mache ja alle aufnahmen am rechner im studio, digital das ganze, ich arbeite einerseits mit im studio aufgenommenem material, field-recordings oder auch synthsizern, versuche mich momentan an max und pure data. meine idee hier wäre bloss spielerei, spasseshalber, mal sehen was dabei rauskommt... ich komme halt von der instrumentalisten-seite, von technik hab ich noch nicht viel ahnung.
bezüglich der bandlänge brauche ich mir keine gedanken zu machen, es ginge nur um loops, soundfragmente, von einigen sekunden bis einigen minuten länge. nichtmal komplette tracks.


@monsterbox: um bandsättigung gehts, auch, ja, und einfach um das "unsaubere" im vergleich zum rein digitalen. und da meine frage halt nach klanglich qualitativen unterschieden zwischen bandmaschinen und kassettenrecordern.


und: dankschön für die bisherigen antworten!
rorenoren
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 16. Aug 2011, 07:02
Moin,

mit "unsauber" wirst du bei guten Tapedecks und Bandmaschinen nicht viel werden, ausser du übersteuerst stärker.

Den Sättigungseffekt hast du bei beiden, aber ob der gut hörbar wird, hängt auch von den Geräuschen ab.
Für mich ist bei Bandaufnahmen guter Qualität besonders der leicht "seidig" wirkende Hochtonbereich schön.
Vielleicht ist der eine Mischung aus Sättigung und Bandrauschen.
(bzw. Folge dessen)

Bei höherer Geschwindigkeit und gutem Gerät ist das Rauschen vernachlässigbar gering, es sei denn, es ginge um Klassikaufnahmen oder Musik mit äusserst grossem Dynamikumfang.

Viele Aufnahmen der 60er und 70er Jahre, ja selbst der 80er wurden mit Bandgeräten produziert, die klanglich nicht viel besser waren als die genannten Revox oder ASC.
(mit höherer Geschwindigkeit und Studiogerätschaften, dafür mehfaches Mischen und Mehrspur)
Diese Aufnahmen klingen oft richtig gut und Rauschen ist zwar vorhanden, aber nicht störend.

Die Vorteile der Digitaltechnik liegen vermutlich eher im verlustfreien Mischen und in den (fast) unbegrenzten Möglichkeiten der Nachbearbeitung.

Ich habe keine Ahnung von Studiotechnik, aber wenn ich ältere und neuere Aufnahmen höre, sehe ich klanglich keine Vorteile für die Digitalechnik.
(deren Qualitäten und Möglichkeiten werden wohl nur selten annähernd ausgeschöpft)

Wie gesagt, wenn du Effekte willst, genügt ein günstiges Tapedeck.
Von der Bedienung (verzögerungsfrei und direkter Zugriff) würde ich sogar ältere, rein mechanische Laufwerke empfehlen.
Mit den Tasten kann man je nach Gerät hervorragend herumspielen und weitere Effekte erzeugen.

Mir fällt im Moment nur ein Gerät ein, das ausser verharzter Mechanik und verbrauchten Riemen fast unkaputtbar scheint, das Yamaha TC-320a oder b.
Es klingt sogar recht annehmbar und sieht schick aus.
(besonders in Silber)

http://wegavision.pytalhost.com/yamaha78/Yamaha78_23.jpg

Damit kann man gut spielen.
Es gibt noch viele ähnliche Geräte, die aber allesamt ebenfalls eine Überholung benötigen, wenn nicht bereits gemacht.

Modernere Geräte haben Tipptasten, die eine Verzögerung bewirken, z.T. auch kurzzeitiges Muting.

So ein Yamaha oder ähnliches Gerät sollte für wenige Euro aufzutreiben sein.
Mit etwas Bastelgeschick läuft es dann auch wieder zuverlässig.

Achte vor dem Kauf darauf, dass der Tonkopf nicht zu sehr verschlissen ist!

Wenn das die gewünschten Effekte bringt, kann man etwas teureres ins Auge fassen.
(oder zufrieden sein)

Gruss, Jens


[Beitrag von rorenoren am 16. Aug 2011, 07:04 bearbeitet]
Ixioideae
Stammgast
#11 erstellt: 16. Aug 2011, 09:13
@rorenoren:
Danke für die umfangreiche Antwort. Momentan habe ich ein Teac A-260 Tapedeck in Beobachtung - kennst Du dieses Gerät? Und: was ist dieses Gerät wert, wieviel kann man dafür ausgeben?


[Beitrag von Ixioideae am 16. Aug 2011, 09:24 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 16. Aug 2011, 10:24
Moin,

kenne ich leider nicht.
Es scheint sich aber um ein sehr altes Gerät zu handeln.
Das birgt die Gefahr, dass es weder gut klingt, noch einen halbwegs guten Rauschabstand hat, sowie viele Teile stark gealtert sind.
(Gummiteile)
Ausserdem kommen in einigen solcher Geräte Motoren mit Fliehkraftregelung zum Einsatz, die ebenfalls verschlissen sein können.
Eher eine Bastelkiste also.

Wie gesagt, ich kenne das Gerät nicht und tue ihm vielleicht Unrecht.

M.E. besser Geräte wie diese:

http://cgi.ebay.de/D...&hash=item1e660dfc72

http://cgi.ebay.de/P...&hash=item27bd6e9595

http://cgi.ebay.de/S...&hash=item53e8b3ccad

http://cgi.ebay.de/S...&hash=item4aad18112f

http://cgi.ebay.de/A...&hash=item3f0cb67e1c

So in der Art.

Ich habe diese Geräte nicht besessen, sie sind nur Beispiele für vermutlich solide Technik und brauchbaren Klang.

Nicht kaufen würde ich:
Philips (oft miese Tonköpfe, schlechte Mechanik)
Grundig (mechanisch oft schlecht und anfällig)
Sharp (billige Geräte oft mechanisch defekt, teurere elektronisch)
Doppeldecks (Mechanik oft sehr billig)
Auto Reverse- Geräte (Tonkopf verstellt sich, bzw. ist ein schlechter 4 Spur Kopf, Mechanik anfällig oder teuer (Nakamichi))

Bei Geräten mit deutschen Namen kommt das Problem hinzu, dass viele nur DIN Buchsen und kein Cinch haben.
(Z.B. Telefunken, Grundig)

Wenn es nicht auf schnelle Bedienung ankommt, sind natürlich auch modernere Geräte mit Tipptasten im Rennen.
Vorteil ist, dass sie mechanisch noch "relativ jung" sind und oft ohne grosse Überholung laufen.
Dann als "Qualitätsmerkmal" auf Metallfrontplatte achten.
Hat zwar mit dem Klang nichts zu tun, deutet aber darauf hin, dass es nicht allzu billger Schrott ist.
(stimmt nicht immer!)

Gruss, Jens
Ixioideae
Stammgast
#13 erstellt: 19. Aug 2011, 16:34
Super, danke vielmals für diese umfangreiche Antwort!
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