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Plattenspieler neu oder gebraucht?

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TheBigW
Stammgast
#1 erstellt: 05. Nov 2011, 13:49
Hallo,
ich habe noch einige alte Platten rumstehen und wuerde gerne halbwegs solide einsteigen. Ich habe schon bei ebay eine riesige Auswahl gebrauchter Plattenspieler gesehen (Dual CS 731 Q finde ich z.b ganz schick) bin da aber etwas ueberfordert. So wie ich dass sehe komme ich fuer was halbwegs solides gebrauchtes auch nicht unter 100 Euro weg. Einen neuen Dual CS 455 kriege ich schon fuer ca. 360 Euro - mit Garantie... Lohnt sich (mit allen risiken/Verschleiss) der Kauf eines Gebrauchten dann ueberhaupt?
Meine Ansprueche sind im Moment nicht sehr hoch. Ich habe seinerzeit mit einem Ziphona Tuerkis gehoert und fand den schon "ausreichend".

Danke und Viele Gruesse
TBF_Avenger
Stammgast
#2 erstellt: 05. Nov 2011, 14:32
Ein gebrauchter Dual CS 604/704/731 z.B. lohnt sich sehr!
Ein neuer CS 455, 435 etc. ist nicht zu empfehlen, da diese einfach überteuert sind. Gebrauchte CS455 bekommst du für deutlich unter 100 Euro.
Da kommst du also selbst dann noch billiger weg, wenn Nadel und Riemen am Ende sein sollten.

Ich hatte mir neulich für 35 Euro einen gebrauchten CS 430 ( Sehr ähnlich zum CS435 als Halbautomat ) zugelegt, bei welchem die Nadel halt am Ende war. Durch eine kleine Modifikation ( Adapter und Pfennigmünze ) konnte ich damit den T4P-Tonabnehmer Technics EPC P533 betreiben und die Kombination läuft jetzt richtig gut!


[Beitrag von TBF_Avenger am 05. Nov 2011, 14:32 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 05. Nov 2011, 15:48
Moin,

wenn es nicht teuer sein darf, würde ich einen kleinen Technics empfehlen. (gebraucht natürlich, Neugeräte im unteren Preissegment taugen nicht viel)
Selbst die T4P Geräte sind sehr ordentlich.
Es sollte aber ein Gerät mit Direktantrieb sein.
Bei Direktantrieb gibt es so gut wie keinen Verschleiss.
Achte darauf, dass der Tonarm kardanisch gelagert ist.
(optisch ähnlich wie beim SL1200MKII oder SL1500)
Die einfacheren Arme funktionieren auch, aber die Geräte sind nicht billger.
Dann lieber gleich einen mit richtigem Arm.

Wenn am Gerät ein brauchbarer Tonabnehmer montiert ist (im Vergleich mit dem Türkis so ziemlich jedes Magnetsystem) musst du nur eine neue Nadel einrechnen.
(notfalls als Nachbau)

Die Geräte mit SME Anschluss haben oft das Technics 270C System verbaut, welches schon ziemlich gut klingt.
Als Nadel passt die vom Nagaoka 321be. (wenn´s die noch gibt, sonst Nachbau)

Insgesamt dürftest du damit deutlich unter 100 Euro bleiben und qualitativ deutlich höher als mit einem neuen Klapper- Dual oder Pro-Ject.
(wobei die, wenn man sie sehr günstig bekommt, auch ok sind)

Späteres Aufrüsten ist immer möglich.

Gruss, Jens
TheBigW
Stammgast
#4 erstellt: 05. Nov 2011, 20:38
Erstmal Danke fuer die schnellen Antworten. Sind die alten Technics Geraete wirklich soviel besser als ein Neugeraet bis 400 Euro?
Ich hab halt so meine Vorbehalte mit Gebrauchtkauf, gerade in Bezug auf Versand eines doch recht sensiblen Geraetes wie eines Plattenspielers...
Ich werde erstmal ein bisschen bei ebay beobachten. Vielleicht findet sich ja was in Selbstabholer Reichweite.
pe66
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 05. Nov 2011, 22:30
Vielleicht findet sich ja was in Selbstabholer Reichweite.[/quote]

Das ist auf jeden Fall sinnvoll. Dreher und Versand sind so ne Sache, sehr oft kommt beim Empfänger nur noch Schrott an. Schuldig ist dabei meist der Absender.

Relativ sicher beim Versand bist du in den einschlägigen Foren, wie hier, im Dual-Board oder im AAA. Da weiß man in der Regel wie man einen Dreher sicher verpackt. Habe selbst auch schon ein paar auf die Reise geschickt, kamen alle unversehrt an.
Magister_Verbae
Inventar
#6 erstellt: 06. Nov 2011, 00:02

TheBigW schrieb:
Sind die alten Technics Geraete wirklich soviel besser als ein Neugeraet bis 400 Euro?


Kurz und knackig: Ja.

Selbstabholung ist immer zu bevorzugen. Es sei denn, der Versender ist mit dem Versand von empfindlichen Hifi-Geräten vertraut, bei Plattenspielern muss da einiges beachtet werden, damit nicht nur Sperrmüll ankommt.

LG

Martin
TheBigW
Stammgast
#7 erstellt: 06. Nov 2011, 08:59
Alles klar, dann schraenkt sich ebay schonmal auf Selbstabholer Reichweite ein :).


Kurz und knackig: Ja.


Was sind denn eigentlich die grossen technischen Herausforderungen bei einem Plattendreher. Solang der Gleichlauf passt haengt doch der Rest nahezu nur noch vom verwendeten System/Nadel ab, oder?
rorenoren
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 06. Nov 2011, 09:23
Moin,

grundsätzlich ist das richtig.

Es kommt aber zusätzlich darauf an wie der Tonarm zum System passt.
System und Tonarm haben eine Resonanz, die abhängig von der Nachgiebigkeit der Nadelaufhängung und der trägen Masse des Tonarms ist.
Diese Resonanz sollte im Optimalfall etwa zwischen 8 und 12 (?) Hertz liegen.
Darunter und darüber kommt es zu stärkeren Einschränkungen.

Eine weitere Resonanz, bzw. mehrere entsteht durch Anregung der Nadel durch die Rille und das Übertragen dieser Schwingungen auf den Tonarm.
Wenn der Arm nicht bedämpft ist, bzw. nicht stabil ausgeführt und gut gelagert, vibriert das ganze Ding mit und verändert den Klang.

Dann gibt es noch das Problem der Anregung durch Tritt- oder Direktschall.
Das Gehäuse/Chassis des Plattenspieler sollte hierzu schwer und solide oder gut gefedert sein.
Wenn das Gehäuse zur Musik mitschwingt, kann es Rückkopplungen oder Verfärbungen des Klanges geben.
Die Geometrie des Tonarms muss stimmen.
(wobei das kein Kostenfaktor ist)

Der Antrieb muss mechanisch leise sein und darf keine magnetischen Streufelder aussenden.

Es gibt noch weitere Punkte, wie z.B. eine leichtgängige Lagerung des Tonarms, ein rumpelarmes Tellerlager usw..

Diese ganzen Punkte gilt es so gut wie möglich in den Griff zu bekommen.
Das erfordert schon einigen Aufwand und Kenntnisse der Materie.

Dass ein billiger Plattenspieler mit einfachstem Aufbau trotzdem zufällig gut klingen kann, ist allerdings wahr.

Den grössten Teil am Klang macht schon das System.
Wenn der Rest dann zumindest halbwegs passt, ist der Klang schon ok.
Optimal ist das dann aber noch lange nicht und in Nuancen (nicht nur) verbessert sich der Klang mit jedem Schritt in Richtung besserer Erfüllung der o.g. Vorgaben.
(es gibt auch Ausnahmen, bzw. meine Aufzählung war evtl. nicht vollständig))

Man kann also mit ordentlichem, System an einem billigen Plattenspieler durchaus musikhören, ohne die Platten zu zerstören und üble Misstöne ertragen zu müssen.
(wenn man Glück hat)

Wenn man aber für weniger Geld etwas deutlich besser gebautes bekommen kann, sollte man dies m.E. tun.

Die Hersteller dieser viel zu teuren "Billiggeräte" können gerne wissen, dass den "Schrott" niemand haben will.
(absolut gesehen nicht unbedingt Schrott, für das Geld schon!)

Gruss, Jens


[Beitrag von rorenoren am 06. Nov 2011, 09:24 bearbeitet]
Magister_Verbae
Inventar
#9 erstellt: 06. Nov 2011, 15:17
Prinzipiell stimme ich allem, was Jens geschrieben hat, zu.
Weiter erreichen heutige Laufwerke (in einer vergleichbaren Preislage) selten so gute Werte wie Dreher aus der Hochzeit der Schallplatte. Um z.B. den Gleichlauf, den Rumpelabstand etc zu realisieren, müssten heutige Produktionen weit mehr Aufwand betreiben und daher auch mehr kosten, was wiederum niemand bezahlen würde. Dadurch, dass die Geräte damals in größeren Anzahlen gefertigt wurden, verteilten sich die Kosten selbstverständlich endbenutzerfreundlicher.
Auch haptisch sind viele Klassiker (bei weitem nicht alle; nicht alles, was alt ist, ist auch gut) angenehmer als in der aktuellen Preislage vergleichbare neue Geräte (vergleiche zB einen Sl-Q3 mit einem Project Debut III).
Das Aussehen ist und bleibt selbstverständlich Geschmackssache.
Nur um den Punkt mit dem Gleichlauf nochmals anzuregen: Vergleiche spaßeshalber doch einmal die Gleichlaufwerte eines quartzgesteuerten Direkttrieblers aus der Blütezeit der Plattenwiedergabe mit einem heutigen Gerät, sofern die Daten überhaupt veröffentlicht werden. Du wirst die Ohren anlegen...

LG

Martin
TheBigW
Stammgast
#10 erstellt: 06. Nov 2011, 22:24
-sorry, 2ter versuch meiner anwort - leider wegen weblink von der moderation entfernt...

wow, Danke fuer Eure tolle Unterstuetzung. Ich werde mal die Augen und Ohren offen halten. Leider scheinen die meisten interessanten Player bei ebay alle ziemlich weit weg zu sein - wenn dann auf alle Faelle Selbstabholung Raum Erlangen. Komisch - in Bayern scheint niemand alte gute Plattendreher zu verkaufen...:).

Was ist eigentlich von gebraucht hifi Seiten zu halten, die sogar sogar Garantie auf Gebrauchte bieten? Ich war heute auf [nicht genannte Gebraucht Hifi webseite] Dort waren vor allem einige interessante im bereich bis 100 Euro (JVC QL- F 300, Wega P-700).

Sorry ich bin wie es scheint absolut nicht in der Lage ein gutes von einem schlechten Geraet zu unterscheiden....
rorenoren
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 06. Nov 2011, 23:30
Moin,

ohne es persönlich gesehen zu haben, lässt sich der Zustand schlecht einschätzen.
Die blumigen Beschreibungen und klitzekleinen Handybildchen kann man fast immer vergessen.
Gibt´s hier im Forum niemanden, der in deiner Nähe etwas brauchbares hat?

Lass dir vor Allem Zeit.

Gruss, Jens
TheBigW
Stammgast
#12 erstellt: 11. Nov 2011, 18:41
OK, hab jetzt gerade die lokalen altmodischen Verkaufsseiten wiederentdeckt (passt irgendwie zum Plattenspielerkauf ). Die eBay Preise sind ja mit dem Versandrisiko einfach ziemlich abgehoben. Irgendwie gefallen mir die alten Duals (mit direktantrieb) ganz gut. Gibt es da auch weniger zu empfehlende?

Ich habe derzeit auf der Liste:

CS-731Q : 150 Euro
DUAL 721: 125 Euro
CS 714Q : 90 Euro

Irgendwie will ich, wenn schon gebraucht nicht unbedingt einen Plastikbomber :).
rorenoren
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 11. Nov 2011, 18:53
Moin,

die Q Modelle kenne ich nicht so genau.
Der 721 ist auf jeden Fall ein super Gerät.

Schaue sie dir einfach alle an.

Wenn der Teller schwer ist und der Tonarm kein Spiel hat, sowie die Funktion ok, kannst du kaum etwas falschmachen.

Achte darauf, dass Systeme mit 1/2" Befestigung zu montieren sind.
Sonst gibt es nur wenig Auswahl an Systemen/Nadeln.
(meistens steht ULM drauf, Ultra Low Mass (Tonarm) die sind dann weniger empfehlenswert, aber trotzdem gut)

Die Preise würde ich vorher nochmal recherchieren, ob die nicht zu hoch sind.
Meistens ist das ja VB, also 100 Euro für den 721 wären ein guter Preis.
(auch abhängig vom System)

Wie gesagt, rechne sicherheitshalber eine neue Nadel oder ein System hinzu.
Beim 721 ist häufig das Shure V15III verbaut.
Sehr gutes System.
Ersatznadel in guter Qualität kostet allerdings ca. 170 Euro.
(ausser man bestellt sie direkt bei Jico in Japan)
Das ist die Nadel aber wert, im Gegensatz zu fast allen anderen Nachbauten, die aus dem Shure klanglich ein Tonar Birdie machen.
(20 Euro System)

Aber oft sind die Shure Nadeln noch gut, wenn nicht abgebrochen oder krumm.
Sie scheinen recht verschleissfest zu sein.
Auf Originalndeln steht immer SuperTrack"Plus" und "Shure" drauf, auf Nachbauten "Special Tracking" oder nichts.

Für den Anfang kann man sich im Falle einer defekten Nadel ein preiswertes System dazukaufen und auf die Jico SAS Nadel sparen.
(wenn man denn will)

Grus, Jens
TheBigW
Stammgast
#14 erstellt: 11. Nov 2011, 20:22
Ok, Termin gemacht - schau mir morgen mal den 721 an.
8erberg
Inventar
#15 erstellt: 11. Nov 2011, 22:40
Hallo,

auch die ULM-Dreher sind klasse. Für 1/2-Zoll-Systeme gibt es Adapter.

Egal welcher Dreher der 7xx-Serie: es sind Geräte der Spitzenklasse, wenn sie nicht grobmotorisch verbastelt wurden kann man auch in einigen Jahren damit Schallplatten auf hohem Niveau abspielen. Schwarzwälder Präzision von Weltruf eben.

Peter
TheBigW
Stammgast
#16 erstellt: 13. Nov 2011, 19:45
Danke Euch Allen! Bin Seit vorhin Besitzer eines Dual 721. Das Geraet ist wuerde ich sagen neuwertig (zumindest optisch) und spielt super. Der Besitzer war auf meine Anfrage auch so nett mir eine seiner Platten dazu zu legen damit ich auch was zu hoeren habe solange bis ich meine Platten von meinen Eltern hole. Da hab ich auch nicht mehr gefeilscht - denke ich kann mit dem Preis auch gut leben.

einen Faux pas von mir will ich Euch nicht vorenthalten: Nach Hause gekommen, wollte anschliessen - schau mir so meinen Rotel an - mhhh, wo ist der Phono Eingang. Ich haette schwoeren koennen der hat einen :).
Also ins Wohnzimmer zu meinem ollen Yammi AV - laeuft seither super und klingt super. Ich werde mal eingehend testen, sobald die "Darkside of the Moon" bei mir ankommt (die habe ich auch auf CD).

Jetzt brauche ich also auch ueber kurz oder lang (innerhalb der naechsten Monate) einen simplen Phono pre amp. Am besten was kleines was ich unauffaellig verschwinden lassen kann. Mehr als 100 Euro wuerde ich ungern ausgeben wollen. Gerne auch als kleinen Bausatz, falls ich da Preis Leistungsmaessig was verbessern kann.
rorenoren
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 13. Nov 2011, 22:07
Moin,

gib mal bei Ebucht "Aikido" ein.
(unter HiFi...)
Da sollen wirklich gute Sachen dabei sein.

Glückwunsch zum 721!

Gruss, Jens
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